Winterplatz für Flora

Zuerst gute Verhältnisse, ein Übernachtungsstop in der Richardson Cove auf Lasqueti Island, am Ende dann doch noch ein bisschen Bolzen gegen die Welle, aber es ist geschafft. Wir sind wieder in Campbell River in der Discovery Marina.

Hier im gut geschützten Hafen wird Flora über den Winter bleiben, in Gesellschaft einiger anderer Boote der ziemlich aktiven Winter-Community hier im Hafen. Die Crews von mehreren anderen Winterliegern kennen wir, die Pitou bereits aus Hawai’i, die Fidelis aus Alaska, weitere Crews haben wir hier schon kennengelernt. Das gibt uns ein gutes Gefühl. Insbesondere, weil wir nicht planen, die ganze Zeit hier zu sein, sondern statt dessen noch etwas weiter reisen wollen. Über Land durch Kanada und die USA, dann zu Weihnachten nach Deutschland fliegen.

Erst einmal aber müssen wir hier noch ein paar Vorbereitungen treffen. Zunächst mal Flora von der Salzkruste befreien, Segel abschlagen, so etwas. Natürlich können wir nicht wie früher in Deutschland bei unseren Booten fast alles von Bord nehmen, statt dessen heißt es durchsortieren. Auch die Vorräte, zudem zur Schimmelvermeidung Oberflächen im Boot mit Essig abwischen. Luftentfeuchter besorgen und elektrischen Anschluss dafür herstellen (Landstrom in Kanada hat 110 V 60 Hz, unser Bordsystem 230 V 50 Hz bzw. 12 V Gleichstrom). Aber wir wollen ohnehin nicht das Ladegerät bei Abwesenheit an Landstrom angeschlossen lassen, die Solarpanel werden für die Erhaltungsladung dicke reichen. Klamotten umsortieren und zum Teil vakuumieren. Bordsysteme winterfest machen, wobei das nicht so dramatisch ist, da Flora ja im Wasser bleibt und der Pazifik hier nicht gefriert. Wir überlegen, ob wir trotzdem einen Radiator mit Frostwächter-Schaltung ins Boot stellen. Und noch zig andere Sachen sind zu berücksichtigen und zu erledigen, aber wir lassen uns Zeit.

Die nächste größere Aufgabe (und Ausgabe) ist der Kauf eines Autos, dass wir dann nach dem Winter wieder verkaufen wollen. Die Zulassung (auch auf uns Ausländer) scheint hier in Kanada recht unproblematisch zu sein, aber die Auswahl des passenden Gefährts ist nicht ganz einfach. Wir wollen im Winter über die Rocky Mountains, da wäre Allradantrieb nicht schlecht, aber die damit ausgestatteten Wagen sind hier zumeist recht groß, nicht nur vom Innenraum, sondern auch von der Motorisierung. Für unsere Landausflüge werden einige Kilometer zusammenkommen und großer Motor heißt auch mehr Verbrauch. Ideal wäre aber, wenn wir unsere Matratzenauflage als Notlager hinter im Auto ausbreiten könnten, dafür wäre ein größeres Auto wieder gut. Hm. Die Auswahl ist durchaus eingeschränkt, obwohl wir schon ziemlich lange Märsche durch die Automeilen von Campbell River unternommen haben (heute 12 km). Mal sehen.

Bildernachtrag zur Passage Hawai’i nach Alaska

Der Abschied von Hawai’i, die Dinghyfahrt auf dem Hanalei River, der flache Regenbogen und das Lossegeln von unserer Ankerbucht auf der Insel Kaua’i (die vielleicht schönste, wildeste der von uns besuchten Inseln in Hawai‘i, ein Stück entlang an der Nā Pali Küste:

Und dann: erst einmal klassisches Blauwassersegeln, wenn auch zumeist eher am Wind. Mit mal mehr, mal weniger Schräglage, Fock oder Code0, meist um die 60 Grad am Wind.

Segeln in der gefühlten Unendlichkeit.

Bis wir dann den Rand des Hochdruckgebiets erreichen, irgendwann Flaute, Eimerdusche, das Bad im tiefen Blau.

Der zweite Teil der Passage, ganz langsam grauer werdend, rauher. Schlafsack in der Plicht, Mützenwetter.

Man kann das auch ganz gut an unserer Kollektion der Sonnenuntergänge erkennen:

Inzwischen wird es taktisch etwas anspruchsvoller, aber durch unseren Schlenker nach Ost vermeiden wir das Gröbste und kommen gut durch.

Ein Schwarzfußalbatros stattet uns einen Besuch ab.

Und dann das. Die Magie des Augenblicks in dem sich die ersten Berge der Küste Alaskas aus dem Dunst schälen ist schwer zu beschreiben. Zumal auch noch eine Familie Pottwale vor uns durchzieht. Pottwale? Wir erwarten doch eher Buckelwale und Orcas! Aber die werden wir hoffentlich auch noch zu sehen bekommen.

Andere Giganten sind aber schon da, die „Eurodam“ kommt uns entgegen, die „Queen Elisabeth“ kündigt ihr Auslaufen auf der Funke an.

Im Ort oder Hafen ist davon aber nichts zu sehen. Die großen Kreuzfahrer ankern außerhalb, denn Sitka hat kein Kreuzfahrtterminal. Und so präsentieren sich Landschaft und Ort:

Angekommen in Sitka. 😁

Bildernachtrag Passage Hawai’i

So kurz nach der Passage sind wir immer noch mittendrin, die ganzen Eindrücke dieser intensiven 26 Tage zu verarbeiten. Die Bilder durchzugehen, eine Auswahl besonderer Momente oder Eindrücke oder damit verbunden auch Stimmungen zu treffen, das ist gar nicht so leicht. Ich versuche, mich ein bisschen an den Beiträgen entlang zu hangeln und ein paar Blöcke bilde, ohne dass ich alles im Einzelnen zuordne.

Los ging es mit eher wenig Wind.

Angelerfolg, hier ein schöner Gelbflossenthunfisch, so schwer, dass wir tatsächlich einmal unser Gaff benutzt haben.

„Kreative“ Besegelung schon mal am Anfang, wir haben das in den Kalmen dann noch einmal aufgegriffen.

Überhaupt, so viele wunderbare Sonnenuntergänge vor Floras Bug und Sonnenaufgänge hinter ihrem Heck, dass ich hier mal nur eine kleine Auswahl einstelle:

Kochen und Essen strukturiert auf einer langen Passage den Tag und ist immer wieder ein Highlight.

Fliegende Fische. In „ihrem“ Element:

Und was man morgens so jeweils an Deck findet.

Herrliches Segeln

… und auch knackiges Segeln.

Ein kleines bisschen Bootsarbeit natürlich auch …

Flaute. Wenn sie kurz genug ist, auch mal schön.

Und sinnvoll zu nutzen. Wahnsinn, wie schnell hier im Pazifik Bewuchs entsteht. So sieht (nach zwei Wochen) eine zwei Zentimeter lange Entenmuschel aus:

Eigentlich ja ganz hübsch. Nur nicht, wenn sie in Massen am Boot klebt. Also Tauch- und Säuberungseinsatz in der Flaute. Vorher:

Nachher:

Noch mal Wolkenstimmung

Vögel sorgen auch immer mal wieder für Abwechslung.

Ganz liebe Überraschung zum Bergfest

Wind und Wellen, Boot und überhaupt 😁

So viel Blau. Und wir strahlen sogar ohne Farbe 😁

Aloha 🌺 Hawai‘i.

25 Tage, 14 Stunden. Das ist lang, jedenfalls das längste Seestück, was wir bisher gesegelt haben. Tatsächlich überwiegend gesegelt, wir mussten nur 22 Stunden durch die Kalmen motoren. Da hatten wir viel Glück mit unseren taktischen Entscheidungen 😊. Und es ist auch ganz schön kurz, denn auf 4.278 sm gerechnet bedeutet es, dass wir ziemlich genau 7 kn im Schnitt gemacht haben (zwischendurch hat der Strom ordentlich geholfen und damit die windschwächeren Phasen mehr als ausgeglichen).

Und 4.300 sm sind eben ganz schön weit. Von Hamburg aus entspricht das der Luftlinie nach Peking! Der Pazifik ist nun mal groß, klar. Alle Kontinente der Erde passen gemeinsam flächenmäßig locker hinein. Wir blasen noch mal unseren Wasserball-Globus auf:

Wow, ja, der Pazifik ist groß, und Hawai‘i liegt ganz schön weit drin. Der Blick auf den Globus bringt einige Überraschungen. Wer hätte das gedacht: Hawai’i liegt westlicher als die Gesellschaftsinseln (Tahiti). Von Hawai‘i nach Neuseeland (oder nach Japan) ist es kürzer als nach Galápagos.

Das polynesische Dreieck (Südsee) ist auch noch mal hervorgehoben

Und von wegen Überraschungen: auch das Bild von Hawai´i bietet einige. Wir hatten uns z.B. vorgestellt, dass wir die hohen Vulkanberge EWIG vorher sehen würden, mindestens aber die sie umhüllenden Wolken. Nix da. Bei unserer Ansteuerung wären wir mit derartiger Navigation aufgeschmissen gewesen, die ganze Insel verhüllt sich scheinbar im Dunst, obwohl wir gutes Wetter haben (und ich extra schon mal das passende T-Shirt angelegt hab).

Aber hinsichtlich der Überraschungen: der regenreichste Ort der Welt liegt …

… auf Hawai‘i (Mount Wai’ale’ale in Hawaii. Auf dem 1’569 Meter hohen Berg auf der Insel Kaua‘i regnet es an 335 Tagen im Jahr). Und die regenreichste Stadt der USA ist …

… Hilo. Wo wir jetzt gerade sind. Und wir haben einmal mehr Glück. Hatte mein iPhone gerade noch gemeckert: 😂

Heute haben wir 16.407 Schritte zurückgelegt. Im Trockenen 😁.

Sind zum Einklarieren gelaufen (sehr nett und unproblematisch, neue US-Cruising-Licence für ein Jahr, vorher per CBP-ROAM-App vorbereitet). Und dann durchs amerikanische Industriegebiet zu Walmart und Target, SIM-Karten besorgen und Einkäufe erledigen. Zurück per Uber.

Wir sind angekommen. Und wir brauchen noch etwas Zeit, sorry. Die Bilder der Überfahrt muss ich noch erst sortieren, sonst kriegt Ihr nur Unmengen von Sonnenauf- und -untergängen zu sehen, wer will das schon 😎.

Essen 😉: New York Strip Steak Premium Angus Beef. An Bord in der (neuen) Pfanne gebraten. Auch sooo lecker.

Bildernachträge Passage Panama nach Galapagos

Wir sind da. 😊

Also angekommen auf den Galápagos-Inseln, einklariert noch nicht. Das kommt hoffentlich morgen früh, aber es scheint eine größere Aktion zu werden. Hoffen wir mal, das alles glatt geht.

Unser Internet ist noch ein bisschen mau, aber der Agent hat eine SIM-Karte vorbeigebracht, netter Emfangsservice.

Hier erst mal die versprochenen Bildernachträge zu den Blogbeiträgen der Passage. Viel blau, viele Tiere, ein bisschen grau, viel Boot, ganz viel Freude bei uns. Kriegt ihr die Bilder mit den Blogposts überein?

Und ja. Wir sind auf Galapagos. 🥂

Bildernachträge Passage Panama nach Galapagos

Wir sind da. 😊

Also angekommen auf den Galápagos-Inseln, einklariert noch nicht. Das kommt hoffentlich morgen früh, aber es scheint eine größere Aktion zu werden. Hoffen wir mal, das alles glatt geht.

Unser Internet ist noch ein bisschen mau, aber der Agent hat eine SIM-Karte vorbeigebracht, netter Emfangsservice.

Hier erst mal die versprochenen Bildernachträge zu den Blogbeiträgen der Passage. Viel blau, viele Tiere, ein bisschen grau, viel Boot, ganz viel Freude bei uns. Kriegt ihr die Bilder mit den Blogposts überein?

Brown Boobie
Rauchschwalbe
Nazca Boobie
Red footed Boobie
schuldbewusst?
matured at sea / gereift auf See

Und ja. Wir sind auf Galapagos. 🥂

Panamakanal – das volle Paket

Um 3:30 klingelt der Wecker. Um 4:00 funke ich wie vorgeschrieben „Christobal Signal Station“ auf Kanal 12 an, um ihnen meine Position durchzugeben und mitzuteilen, dass wir dort auf den Advisor warten. Aber Christobal Signal ist offenbar gut vorbereitet, denn bevor ich die Details loswerden kann wird mir schon gesagt, der Advisor sei bereits zu uns unterwegs, die Position offenbar über AIS bekannt.

Und tatsächlich fährt kurz darauf eine Art Lotsenboot vierkant auf unsere Steuerbordseite zu. Es ist noch stockfinster, wir haben die Decksbeleuchtung eingeschaltet und die Relingsdurchlässe geöffnet, aber letzteres ist jedenfalls überflüssig. Der Advisor springt auf Höhe der Wanten an Deck, weil er sich dort sicherer festhalten kann.

Und dann gehts auch gleich los. Anker auf, An den Wracks hinter den Flats vorbei ins Fahrwasser der Großschifffahrt. Unter der Puente Atlántico hindurch zur ersten Schleusentreppe, den Gatun Locks.

Es wird langsam hell, als wir die Schleusen erreichen. Anders als von mir befürchtet, scheint die Eintages-Variante also doch kein Schleusen in Dunkelheit zu bedeuten, denn die Ausfahrt aus der letzten Schleuse ist für 17:30 geplant, wenn denn alles glatt geht.

Wir drehen noch ein paar Kreise und warten darauf, dass der Autotransporter „Pleiardes Spirit“ vor uns in die erste Schleusenkammer einfährt. Ein ziemliches Spektakel, denn er hat die Maximalbreite für diese Schleuse und berührt auf beiden Seiten fast die Schleusenwände.

Und er macht ordentlich Welle: in der Spitze strömt das Wasser (bei seiner Ausfahrt) mit 5,3 kn an unserem mit vier Leinen festgemachten Boot vorbei.

Mit vier Leinen? Ja, denn die Vorhersage unseres Agenten, wir würden wohl als mittleres von drei Booten im Päcken geschleust, bewahrheitet sich nicht. Allein fahren wir hinter der wasserwirbelnden Schrankwand in die Schleuse, die Affenfäuste fliegen aufs Vordeck und Wiebke, Veronica, Justus und Jan haben als Linehandler ordentlich zu tun, nachdem das Schleusentor sich geschlossen hat.

Halten und immer wieder Durchholen. Neun Meter geht es nach oben, dann fahren wir in die zweite Schleusenkammer. Dazu werden die schweren Panamaleinen oben von den Pollern und wieder an Deck genommen, bleiben aber an den dünnen (zu Anfang mit den Affenfäusten herüber geworfenen Leinen) befestigt. Oben auf der Schleuse gehen die Kanalarbeiter mit den dünnen Leinen in der Hand parallel zu unserem Boot zur nächsten Schleusenkammer. „Walk the Line“ kommt einem in den Sinn.

Drei Schleusenkammern bewältigen wir so und 26 m weiter oben fahren wir dann in den Gatunsee. Wow.

Ganz viel Grün an den fast überall unbebauten Ufern des aufgestauten Rio Chagres, der einen großen Teil des Panamakanals ausmacht. Dazwischen nach den Regenfällen der letzten Zeit auch immer würden das rosa oder lila leuchtende Blütenmeer von Palisanderbäumen (Jacaranda).

Kleine und ausgreifendere Inseln, die die gut betonnte Fahrrinne ziemlich kurvenreich machen. Und reichlich Großschifffahrt natürlich auch.

Unser Advisor Ivan fragt nach einem „warmen Frühstück“ Rührei und Schinken kommt auch bei der übrigen Crew nach dem frühen Aufstehen gut an. Und Ivan fragt nach unserer höchstmöglichen (Dauer-)Reisegeschwindigkeit. Wenn wir schneller wären könnten wir auch die nächsten Schleusen wieder mit dem gleichen Autotransporter bewältigen und sogar noch früher als bisher vorgesehen auf der Pazifikseite ankommen. Für ihn wäre es sicher auch hilfreich, denn sein Arbeitstag hat noch zwei Stunden vor unserem begonnen. 7 1/2 Knoten können wir sicher schaffen und das sollte dann auch reichen. Also blasen wir den Turbo unseres Volvo mal wieder ein bisschen frei. Wir kommen gut voran, nur einmal müssen wir vor der Engstelle des Gaillard Cut kurz warten, um ein entgegenkommendes großes Kreuzfahrtschiff der Neo-Panamax-Klasse durchzulassen.

Hier wurde der Panamakanal durch einen 95 m hohen Sattel des Gebirgszuges gegraben, der Nord- und Südamerika miteinander verbindet, eine der aufwändigsten Stellen beim Bau des Kanals. Für den Abtransport der riesigen Abraummengen wurde eigens eine Eisenbahn gebaut.

Kurz hinter dem Gaillard Cut dann die Pedro Miguel Schleuse. Jetzt geht es bergab, und da fahren die Yachten vor der Großschifffahrt ein. Dieses Mal ist es tatsächlich ein Dreier-Päckchen. Gemeinsam mit der norwegischen „Escape“ machen wir rechts und links an der „Nomadica“ aus St. Helena fest. Schon im Päckchen, wird die Wartezeit vor der Schleuse mit dem Mittagessen verkürzt. Ein „man‘s meal“ mit Fleisch müsse es für den Advisor sein, hatte der Agent im Vorfeld mindestens dreimal betont, das sei neben dem ebenfalls zur Verfügung zu stellenden „botteled water“ (gekauft, keine unversiegelten Flaschen mit Wassermacherwasser) ganz wichtig.

Wiebke zaubert eine Paella mit extra viel Hähnchen und Ivan strahlt übers ganze Gesicht. Wir auch.

Nach der Pedro Miguel Schleuse löst sich das Päckchen wieder auf und über den Miraflores See fahren wir das kurze Stück zu den beiden letzten, miteinander verbundenen Miraflores-Schleusen.

Überraschung: hier erwartet uns die dritte Variante der Schleusung: zwei Schlepper bugsieren die Pleiardes Spirit an die rechte Einfahrtseite, wo sie mit Drahtseilen von Lokomotiven gehalten werden. Die Spezialloks übernehmen im Prinzip die Aufgabe unserer Linehandler und der „Walk the Line“-Kanalarbeiter. Jetzt aber fährt einer der Schlepper vor uns in die Schleusenkammer, die Nomadica macht längsseits an ihm fest, wir ebenfalls längsseits an der Nomadica. Toll, denken wir, bei dieser Schleusung brauchen unsere Linehandler garnicht zu arbeiten.

Das stimmt auch erst einmal, aber das Päcken muss nach der ersten Schleusenkammer aufgelöst werden, der Schlepper und die Boote fahren einzelnd in letzte Schleusenkammer und dort muss das Päckchen neu gebildet werden. Klappt auch, nur sind wir als drittes und letztes Boot noch nicht fest, als die Pleiardes Spirit in diese letzte Schleusenkammer einfährt. Da sie die ganze Schleusenbreite ausfüllt und natürlich auch einigen Tiefgang hat, entsteht dabei eine extrem kräftige Strömung, die uns ohne Chance auf sinnvolle Kurskorrektur achtern auf die beiden anderen Boote drückt. Erst nachdem der Autofrachter kurz hinter uns auf seiner endgültigen Position festgemacht hat, können wir uns aus dieser misslichen Lage wieder befreien. Zum Glück hat die Flora außer einem kleinen aber eben doch ärgerlichen Abplatzer im Gelcoat keinen weiteren Schaden davon getragen, die anderen Boote sind komplett unbeschädigt.

Ein kräftiger Schauer begleitet die Aktion und dauert auch noch an, als sich gegen 15:30 die massiven Tore der Schleuse öffnen und wir in den Pazifik einfahren. Was für ein Moment.

Der „friedliche“ zeigt sich dann aber auch gleich versöhnlich, bei strahlendem Sonnenschein geben wir die geliehenen Leinen und Fender am Balboa Yachtclub ab und fahren dann weiter zu unserem ersten Ankerplatz im neuen Ozean. jetzt sind wir auf der Sonnenuntergangsseite von Panama 😎. Pazifik.

Drittes Weihnachten unterwegs und wie soll es weitergehen?

2021 also Weihnachten in Mexiko. Nach Bequia Weihnachten 2019 und Barbuda Weihnachten 2020. Ziemlich genau zweieinhalb Jahre leben wir jetzt auf der Flora, seit dem 25. Juni 2019.

18.692 Nautische Meilen haben wir dabei mit der Flora zurückgelegt, das entspricht 34.617 Kilometern. Einige Kringel haben wir in der Karibik und in den USA gedreht, 20 Länder bzw. Regionen besucht (wobei man da je nach Definition auch ein paar mehr oder weniger zählen könnte, wer mag, kann ja die Flaggen mal zuordnen).

🇬🇷 🇮🇹 🇪🇸 🇵🇹 🇮🇨 🇨🇻 🇻🇨 🇬🇩 🇱🇨 🇲🇶 🇩🇲 🇬🇵 🇦🇬 🇻🇮 🇺🇸 🇸🇽 🇵🇷 🇩🇴 🇧🇸 🇲🇽

Stellvertretend und doch so unvollständig ein paar ganz besonders einprägsame der unfassbar vielen Highlights aus diesem Jahr:

Culebrita in Puerto Rico

Wale in der Samana Bay, Dominikanische Republik

Blue Holes in den Ragged Islands

und überhaupt das gemeinsame Cruisen mit anderen Seglern in den Bahamas,

Menschen, Menschen, Menschen, davon viele, aber eben nicht nur, Segler,

Segeln, Segeln Segeln

und wunderbare Naturerlebnisse.

Reisemüde sind wir jedenfalls nicht, für die nächste Zeit haben wir uns einiges vorgenommen. Allerdings, mit der Planung ist das ja so eine Sache, nicht nur in COVID-Zeiten.

„Man plans and God laughs“ heißt es, zurückgehend auf das jiddische Sprichwort „Mann Tracht Un Gott Lacht“. Auch wenn es denn für göttliche Erheiterung sorgt, unsere Idee für den Pazifik konkretisiert sich langsam.

Dabei fassen wir fürs erste den nordöstlichen Pazifik ins Auge, würden also gern im nächsten Frühjahr durch den Panamakanal und dann vielleicht über Hawaii zurück an die Küste des nordamerikanischen Kontinents, also eine Schleife im Nordostpazifik. Noch ein bisschen vage? Ja! Die Seestücke auf dieser Strecke wären ziemlich lang. Selbst auf der direkten Großkreisroute (die einen ausgedehnten Bereich mit schwachen Winden und Flauten erwarten lässt und deshalb meist nicht empfohlen wird) wären es von Panama bis Hawaii 4.530 nautische Meilen, mehr als doppelt so viele wie auf unserer Atlantiküberquerung von den Kapverden nach Bequia. Die empfohlenen Routen liegen bei etwa 5.000 sm. 🙄 und von Hawaii aus müsste man dann ja auch wieder ans Festland. Aber verlockend finden wir es schon ☺️.

Feliz Navidad aus Mexiko und

Pura Vida.

Wetterfenster?

Über den nicht immer einfachen Weg um das berüchtigte Kap Hatteras herum hatte ich ja im Juni schon geschrieben. Da waren wir auf dem Weg nach Norden vom Cape Lookout in die Chesapeake Bay, konnten am Ende ein schönes ruhiges Wetterfenster abpassen und bei zumeist ausgesprochen glatter See vom Golfstrom geschoben diesen bekannten Schiffsfriedhof mit seinen wohl über 2.000 Wracks passieren.

Jetzt soll es in die genau umgekehrte Richtung gehen, wir wollen uns nach Süden arbeiten. Ein probater Weg dafür wäre der ICW, der Intra Coastal Waterway. Etwa 4.800 Kilometer lang zieht er sich von Boston entlang der Atlantikküste hinunter nach Florida und weiter im Golf von México bis nach Texas. Dabei verbindet er geschickt natürliche Wasserwege mit Kanalstücken und wird von Sportbooten auch gut genutzt. Immerhin lassen sich so lange Schläge auf freier See vermeiden. Ebenso der entgegen laufende Golfstrom, insbesondere aber auch die gefürchteten Kaps. Von Norfolk (Virginia) im Süden der Chesapeake Bay führt der ICW so hinter dem Kap Hatteras und dem Kap Lookout entlang geschützt nach Beaufort in North Carolina.

Das käme uns jetzt bei den hier derzeit in schneller Folge durchziehenden kräftigen Tiefdruckgebieten sehr gelegen, nur … hätte, hätte, Fahrradkette … kommen wir da leider nicht durch. Denn die Durchfahrtshöhe der über 130 Brücken im ICW (soweit sie sich nicht öffnen lassen) ist mit 65 Fuß standardisiert. Das ist nicht wenig, immerhin 19,81 Meter. Viele für den US-Markt gebaute Segelboote berücksichtigen dieses Limit, unser Mast allerdings ragt nach Werftangabe 20,20 m hoch über die Wasserlinie, (66’ 4’’) Windex und Antenne kommen noch obendrauf. Das wird nix! Also: Außen rum. Und damit wären wir wieder bei der Suche nach einem Wetterfenster.

Bisher hieß das für uns meist, die Windvorhersagen nach einem passenden Zeitraum mit Winden zwischen 10 und 25 kn aus günstiger Richtung (also nicht direkt von vorn) abzusuchen und gut. Jetzt allerdings ist es etwas komplizierter. Schon Winde dieser Stärke (von hinten, also aus nördlichen Richtungen) werfen, wenn sie am Kap Hatteras auf den nordsetzenden Golfstrom treffen, eine fiese, unangenehme bis gefährliche See auf. Südliche Winde dagegen sorgen gemeinsam mit dem Golfstrom dafür, dass man praktisch kaum vorwärts kommt. Unschön, wenn doch die Strecke etwa 230 Seemeilen lang ist, also mindestens eine Nachtfahrt beinhaltet.

Relative Windstille auf der Rückseite eines abziehenden Tiefs käme uns also ausnahmsweise mal ganz gelegen. Lang sind derartige Wetterfenster normalerweise nicht, die kräftigen Herbst-Tiefs ziehen im Moment etwa im Wochentakt durch. Nächsten Dienstag und Mittwoch könnte sich eventuell ein Fenster auftun, nur sind sich die verschiedenen Vorhersagemodelle noch nicht ganz einig. Laut dem europäischen ECMWF-Modell wütet das Tief in der Nacht von Sonntag auf Montag am Kap noch mit Böen von 50 kn (= Windstärke 10), zieht aber Dienstag früh vom Kap Hatteras recht schnell ab, laut dem amerikanischen GFS-Modell tut es das erst etwas später und zögerlicher, ist aber auch etwas schwächer. Beide sagen uns für eine etwaige Passage angenehm geringe Winde voraus, je nachdem, wann das Tief abzieht ist aber immer noch mit einer recht hohen See zu rechnen. Wir sind uns noch nicht sicher, studieren also immer wieder die Aktualisierung der Prognosen für Wind, Wellen und Strömung.

Dabei taucht noch ein weiteres Phänomen auf. Üblicherweise präsentiert sich der Golfstrom etwa so:

Quelle: Bildschirmfoto Windy.com

Also ein zwar nicht gerades, aber doch durchgehendes breites Strömungsband, dass sich im Süden Floridas eng an die Küste schmiegt, dann auf dem Weg nach Norden etwas Abstand hält und erst am Kap Hatteras wieder eng an die Küste rückt. Schön sind auch die einzelnen “Eddies” als abgespaltene Strömungskreise zu erkennen.

Ganz anders aber die derzeitige Vorhersage der Strömung:

Quelle: Bildschirmvideo, wiederum Windy.com.
Und obwohl es daran erinnert, nicht Van Gogh 😜

Ein wilder und sehr kräftiger südsetzender Strom am Kap Hatteras, der Golfstrom etwas weiter draußen, schmaler und teilweise deutlich unterbrochen.

Ist das gut für uns, weil wir südsetzenden Strom haben, oder führt es zu einer noch chaotischeren See, die wir besser meiden sollten?

Wir wollen schon gerne weiter nach Süden, aber eben nicht um jeden Preis. Also Ankern wir bei Deltaville, beobachten und diskutieren, bereiten vor und warten ab. Außerdem machen wir Radtouren mit den “Courtesy Bikes” der Fishing Bay Marina. Für 5 US$ können wir dort unser Dinghy parken, den Müll loswerden und eben auch die Räder benutzen. Etwa um zum Einkaufen in den Ort zu fahren, Helga und Jochen mit ihrer Arcadia (on the hard) hier auf dem Gelände und Andrea und Andreas mit der Akka (auch on the hard) am Stingray Point besuchen. Auch das ist

Pura Vida.

Genau zwei Jahre …

… leben wir jetzt auf der Flora. Unfassbar viele Erfahrungen und Begegnungen, bei weitem übertroffene Erwartungen, Überraschungen, Aha-Erlebnisse und Genussmomente.

Insgesamt haben wir in dieser Zeit mit dem Boot 14.471 sm zurückgelegt. 8.846 sm waren es im ersten Jahr, von Griechenland quer durchs Mittelmeer, über Madeira, die Kanaren, die Kapverden, dann die Atlantiküberquerung, der Antillenbogens, die USVI und dann die Ankunft in der Chesapeake Bay in den USA. 🇬🇷 🇮🇹 🇪🇸 🇬🇮🇵🇹 🇮🇨 🇨🇻🇻🇨🇬🇩🇱🇨🇲🇶🇩🇲🇬🇵🇦🇬🇻🇮🇧🇸🇺🇸. Viele neue Länder und Regionen in Floras Kielwasser, viele verschiedene Gastlandsflaggen, die erstmals unter Floras Steuerbordsaling flatterten.

Jetzt in unserem zweiten Langfahrerjahr waren es “nur”5.625 sm und neben bereits besuchten “nur” drei neue Länder: 🇸🇽🇵🇷🇩🇴. Waren wir reisefaul 🙄? Nö, eher nicht 😁. Zum einen entspricht diese Strecke ziemlich genau der Entfernung (Luftlinie) zwischen Deutschland und Singapur, sooo wenig war es dann also auch wieder nicht. Vor allem aber geht es uns ja nicht darum, irgendwelche Rekordweiten zu erzielen oder möglichst viele Stempel in den Pass zu bekommen, sondern um das Erleben, das nähere Kennenlernen. Von Orten, noch viel mehr aber (und noch wichtiger) von Menschen. Und da war auch dieses zweite “Liveaboard”-Jahr ausgesprochen erfüllend. Einige Highlights unter vielen:

Es beginnt schon gleich im Juli, unsere Freunde Greg und Michael aus Washington kommen zu uns an Bord und begleiten uns für die nächsten gut zwei Monate. Gemeinsam erleben wir die Gänsehautmomente, direkt an der Freiheitsstatue in New York zu segeln und zu ankern.

Und viele weitere. Mit den beiden segeln wir durch den Big Apple hindurch in den Long Island Sound und weiter die US-Ostküste hinauf in die Neu-England-Staaten bis nach Maine an der kanadischen Grenze. Treffen zwischendurch mit Annemarie und Volker von der Escape oder Helena und Steve von der Amalia “alte” Freunde, lernen dazu neue kennen, genießen wunderbare Gastfreundschaft und traumhafte Landschaften, urige Orte und Lobster satt (mit dem wir uns für das erfolgreiche Umfahren der vielen Lobsterpots belohnen😜).

Der Sommer in Maine verwöhnt uns auch wettertechnisch, trotzdem beschert uns dieser Ausflug in den Norden ein wenig Frische und das Gefühl von Jahreszeiten. Auch das ein Luxus in den inzwischen zwei Jahren Dauersommer.

Über Cape Cod, Martha’s Vineyard und Nantucket, wo wir wieder einmal großzügige amerikanische Gastfreundschaft genießen dürfen, geht es dann zurück in den fast schon herbstlichen Spätsommer der Chesapeake Bay. Eine unglaublich intensive Zeit.

Auf eine ganz andere Art intensiv ist dann im November die Passage zurück in die Karibik. Hatten wir mit unserer Route in den Norden den in Rekordzahl aufgetretenen Hurrikans und tropischen Stürmen gut aus dem Weg gehen können, verbauen uns jetzt die Ausläufer der letzten (schon lange mit griechischen Buchstaben benannten) Stürme den Weg in die Bahamas. Wir planen kurzfristig um und machen uns mit 35 anderen Booten der “Salty Dawg” auf den Weg nach Antigua. Das alleine ist ein Seestück von über 1.700 sm. Wir benötigen dafür 10 Tage, fast immer hoch am kräftigen Wind segelnd, bei viel Welle. Es ist unsere bisher anstrengendste Passage, deutlich kräftezehrender als die Atlantiküberquerung im Jahr zuvor. Aber es ist angenehm, bei diesen Bedingungen eigentlich immer andere Segler in UKW- und AIS-Reichweite zu haben. Das schweißt zusammen, wie sich dann in English Harbour zeigt, wo die Salty Dawg Boote den Kai zunächst fast exclusiv für sich haben und eine enge Gemeinschaft formen. Nicht mit allen Schiffen, aber eben doch mit einigen. Auch hier haben wir wunderbare Freundschaften geknüpft, die trotz dann wieder getrennter Wege fortbestehen. Tropicool, Helacious, Kalli, Skylark, Fatjax, Landscape und noch einige mehr. Auch Kontakte vom letzten Jahr leben wieder auf, so z.B. mit Andrea und Kai von der Silence in der Nonsuch Bay, der vierköpfigen Crew der Alisara, Luise und Brent von der Knot Safety aus der Carlisle Bay Corona Group oder (später) Karen und Steve von der Second Chance aus der gleichen Gruppe. Neue kommen dazu. So verbringen wir wieder zweieinhalb Monate auf Antigua und Barbuda und wieder ist es wunderbar.

Ein Wohlfühlen-Weihnachten auf Barbuda mit den Crews der Gerty, der Escape, der San Giulio und der Oroboro und den Feiern bei Inoch am Strand, Silvester mit der Escape im kleinen Kreis nicht weniger schön, mit den beiden machen wir auch in der Folge noch vieles gemeinsam.

Als es dann für uns weitergeht, nutzen wir Sint Martin nur als kurze Zwischenstation und segeln schon eine Woche später nach Culebra in den Spanish Virgin Islands. Ein Traum.

Mit Heike und Jürgen von der Valentin erkunden wir Culebra, mit den Salty Dawg Kim und Chuck von der La Rive Nord die kleine Schwesterinsel Culebrita und später auch noch Vieques. Da kommen dann auch Andrea und Ingo von der Easy-One extra aus Curaçao hoch (kein angenehmer Törn), um wie im letzten Jahr mit uns Andreas Geburtstag zu feiern. Wir freuen uns bolle. Mit den beiden werden wir (was wir jetzt noch nicht wissen) die nächsten vier Monate Buddyboating und auch gemeinsame Landausflüge machen, in Puerto Rico z.B. in die faszinierende Hauptstadt San Juan und in den El Yunque Nationalwald.

Und so segeln wir eben auch gemeinsam nach Samaná in der Dominikanischen Republik. Als Törnziel für uns eine der großen Unbekannten, erweist sich unser Aufenthalt dort als ein weiteres Highlight dieser Saison. Keines unserer angelesenen Vorurteile wird bestätigt, statt dessen empfangen uns auf der Anreise Buckelwale und dann freundliche Menschen in dieser pulsierenden, lauten, bunten lebendigen Stadt.

Und auch das Hinterland begeistert, erst recht der in der großen Bucht gegenüberliegende Los Haitises Nationalpark. Hier, wie schon am Ankerplatz in Santa Bárbara de Samaná treffen wir Martina und Daniel mit ihrer Vairea wieder, die wir zuletzt im vorigen Jahr auf den USVI gesehen hatten. Die Freude ist groß.

Ein Schwerpunkt dieser Saison schließt sich an, die Bahamas. Im letzten Jahr konnten wir wegen COVID nur auf „Innocent Passage“ durchreisen, durften zwar ein paar mal ankern, aber nicht an Land gehen. Um so intensiver erkunden wir in diesem Jahr die Bahamas, bleiben dort gut zweieinhalb Monate und können trotzdem nur 30 Inseln und damit nur einen kleinen Teil der vielen Eilande besuchen. Über Great Inagua und das wunderbare Hogsty Reef geht es nach Acklins, wo uns die Südafrikaner Amy und Hylt auf ihrem Katamaran an das Jig-Fischen heranführen.

In den Ragged Islands treffen wir Helena und Steve mit Floras Schwesterschiff Amalia wieder, außerdem Stefan und Dorothee von der Invia. Und wir lernen einige neue Crews und auch neue Beschäftigungen kennen. Etwa das Anlegen von Pfaden auf diesen unwegsamen Inseln oder das Spearfishing. Die Geselligkeit der Cruiser bündelt sich am „Hog Cay Yacht Club“, unerwartet auf einer unbewohnten Insel!

In den Raggeds treffen wir außerdem erstmals auf „Blue Holes“ und das gleich in ganz verschiedenen Größen, Tiefen und Ausprägungen. Mal an Land gelegen und eher grün, mal zum Drübersegeln und dunkelblau aus dem typischen Türkis der Bahamas herausleuchtend, öfters als interessante und gern genommene Schnorchelziele.

Überhaupt, dieses türkisfarben leuchtende kristallklare Wasser.

Dazu reichlich unbewohnte Inseln, auf denen wir manchmal im Team Kokosnüsse ernten und verarbeiten.

Auf Long Island treffen wir die Vairea und die Invia wieder, dazu die Akka (vom letzten Jahr aus Deltaville) und erstmals die Lille Venn, die wir bisher nur über die sozialen Medien kannten und ein paar Mal knapp verpasst haben.

In den Exumas dann erneut die Amalia. Hört sich an, als würden wir nur im eigenen Saft der Cruiser schmoren? Das macht sicher einen großen Teil aus, weil man sich eben oft mehrfach trifft, sich trennt, wieder trifft, Gemeinsames erlebt, es ist aber eben auch nicht alles. Ein schönes Beispiel erleben wir auf Little Farmers Cay, der Nachmittag mit Jasmine und Isryel und die spontane Tanzperformance auf der Terrasse des Restaurants seines Großvaters hauen uns schlicht um.

Überhaupt machen uns die Exumas auch viel Spaß, obwohl sie touristischer und “voller” sind als die abgelegenen Raggeds. Wirklich voll erleben wir es nie, was sicher auch COVID und der dadurch verringerten Zahl von Charterern und dem völligen Fehlen von Kreuzfahrern geschuldet/gedankt ist. Die schwimmenden Schweine werden inzwischen auf anderen Inseln als Attraktion kopiert, es gibt tolle Höhlen und Flugzeugwracks zum Schnorcheln.

Und es gibt eine unfassbar schöne Landschaft mit Farben, an denen wir uns nicht sattsehen können:

Aber auch hier ist es das Miteinander, was dem Ganzen die Krone aufsetzt. In Shroud Cay findet zusammen: mit Natalja und Jochen von der Caroline haben wir schon länger online Kontakt, die schweizer Jollity mit Leonie, Jonas und Jonathan kennen wir aus Samaná, Mareike mit ihrer Moana hat letztes Jahr im Lockdown mit uns vor Jolly Harbour und später in der Carlisle Bay gelegen, Janna und Ilja haben wir auf Rudder Cut Cay kennengelernt und Andrea und Ingo ja schon letztes Jahr in Martinique. Anya und Rob von der etwas abseits ankernden Ronya hatten die Deutsche Tauchschule auf Key Largo, in der Wiebke und ich vor Jahren den AOWD-Tauchschein gemacht haben. Die Welt ist ein Dorf! Und manchmal ist das auch ganz gut so.

Da ist es dann fast schon müßig zu erwähnen, dass wir an unserem ersten Ankerplatz zurück in den USA die Vairea und die Tropicool vorfinden, die Jollity kommt etwas später an. Und die Escape holt uns zu unserer großen Freude auf dem nächsten Ankerplatz am Cape Lookout ein 😁.

Eine Aufzählung von Treffen, o.k.

Aber das Entscheidende ist natürlich nicht die Menge, die Anzahl, sondern der intensive Austausch, das gemeinsame Erleben, die Bereicherung durch die unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven. Manchmal über das Seglerische, manchmal über ganz Persönliches.

In einem Jahr, in dem COVID an so vielen Stellen Kontaktbeschränkungen mit sich brachte, freuen wir uns darüber ganz besonders. Für uns Segler in den USA und der Karibik war Reisen möglich, nicht überall, vielfach mit zum Teil mehrfachen PCR-Tests und ein paar Formalismen, aber es war möglich. Und die Segler unter sich (jedenfalls auf den einsameren Inseln), zumal wenn frisch getestet oder aus der (seglerischen) Quarantäne, zum Teil bereits durchgeimpft, praktisch immer im Freien, schienen ein relativ geringes Risiko zu sein.

Übrigens, auch wenn sich das in der knappen Zusammenschau eines ganzen Jahres nicht so anhört, Zeit genug für uns allein hatten wir auch.

Und weil ich mit den ganzen tierischen Highlights den Beitrag jetzt echt sprengen würde, hier nur ein einziges Foto als Stellvertreter für die unfassbar vielen wunderbaren Naturerlebnisse: