Für Weihnachten nach Barbuda?

Wir würden gern den Heiligabend ein bisschen besonders gestalten. Vor genau einem Jahr, am 24.12.2019 sind wir nach der Atlantiküberquerung auf der Insel Bequia in der Karibik angekommen. Das war allerdings SEHR besonders. Und dieses Jahr?

Inoch vom Shack-A-Kaï hat angeboten, für uns ein Bonfire 🔥, ein Lagerfeuer am Strand zu machen und Lobster zu grillen. Das ist verlockend.

Allerdings sind Wind- und Wellensituation gerade jetzt nicht soooo super einladend, um aus der geschützten Deep Bay in Antigua 30 sm nach Nordnordosten zum Cocoa Beach auf Barbuda zu segeln.

Auf besonderen Wunsch meiner Schwester: Schildkröte in der Deep Bay. An der Oberfläche sehen sie ja beim Luftholen doch eher gequält aus, aber unter Wasser habe ich dort keine erwischt. Wer sie lieber „fliegen“ sieht, hier eine kleine Erinnerung an unsere Anfänge in der Karibik.

Am Montag probieren wir es mit dem Schlag hinüber nach Barbuda, sehen aber bald ähnlich gequält aus wie die Schildkröte. Eigene Schuld, wir haben uns nicht gut vorbereitet und die Bedingungen unterschätzt. Statt der im Wetterbericht angekündigten 22 kn in Böen messen wir später selbst am Ankerplatz gut 30 kn. Da ist es nicht hilfreich, wenn man für „das kurze Stück“ nicht mal den Außenborder vom Dinghy an den Heckkorb umgebaut hat. Bei solchen Bedingungen hilft dann nur die schnelle Entscheidung, gleich wieder umzudrehen, zurück zum Ankerplatz.

Heute sind wir besser vorbereitet. Die Bedingungen sind immer noch nicht toll, die Vorhersage ist die gleiche, aber es ziehen scheinbar keine zusätzlichen Squalls durch. Also wieder los.

Tatsächlich haben wir maximal 25 kn, das ist doch schon mal besser. Außerdem haben wir das Groß gleich in paar mal gerefft, Außenborder natürlich am Heckkorb, Bellybands unterm Dinghy in den Davits. Geht doch. Ein Spaziergang ist es aber trotzdem nicht:

Aber gut vier Stunden später ist es ja auch schon wieder vorbei, wir ankern ohne große Welle und mit nur sehr langem Schwell vor dem wunderschönen Sandstrand am Cocoa Point auf Barbuda.

Erstmals sehen wir hier wilde Esel direkt vor unserem Boot am Strand, bisher haben wir sie nur manchmal nachts gehört.

In die andere Richtung, nur wenig später:

Und ebenfalls in Richtung Heck, nur nochmal einiges später sehen wir Jupiter und Saturn nicht mehr wie gestern umschlungen, aber doch noch ganz eng bei einander.

Und entweder hat die Kamera auch ein paar der Jupitermonde mit eingefangen 👍 …

… oder ich hab Flecken auf der Linse des Objektivs 😳.

Blödheitsgeständniss, Nachbetrachtung, Fotonachträge und Einklarieren in Antigua

Erst mal ganz herzlichen Dank für Eure Anteilnahme und Eure Glückwünsche, das hat uns mächtig gefreut.

Ganz ohne Zweifel waren die letztendlich 1.720 sm von Hampton VA 🇺🇸 nach English Harbour auf Antigua 🇦🇬 die bisher insgesamt anstrengendste Passage für uns. 10 Tage und zwei Stunden hat der Törn gedauert, davon lief 28 Stunden der Motor. Das war ganz überwiegend am Anfang, denn nachdem wir aus der Chesapeake Bay herauskamen, erwartete uns ein Schwachwindgürtel. Das war ein Teil des Wetterfensters, denn so hatten wir im Golfstrom weder die gefürchtete Wind-gegen-Strom-Situation, sondern konnten vielmehr mit dieser Meeresströmung ein gutes Stück Ost gutmachen. Wichtig, weil der Passatwind ja aus östlichen Richtungen weht und Antigua nunmal von der Chesapeake Bay aus im Südosten liegt.

Man sieht auf dem Noforeignland-Track ganz gut unseren Hinweg von Antigua über die USVI und die Bahamas und dann den Knick nach Norden. Auf dem Rückweg sieht man, wie sehr wir uns mit dem Golfstrom nach Nordosten bewegt haben, in diese Phase fällt auch die Motorfahrt bis wir mit Segeln und dann auch bald mit den ersten Kreuzschlägen beginnen. Dann der Bogen hin zum Eddie. Dazu mal wieder ein Screenshot aus Windy.com, der sehr schön den aktuellen Golfstrom und die zum Teil riesigen Eddies zeigt.

Weiter ging es, jetzt immer am Wind, nah an den Bermudas vorbei. 5 der knapp 40 Boote sind abgebogen und haben hier einen Zwischenstop eingelegt, zum Teil wegen Schäden, zum Teil wegen Seekrankheit, zum Teil kam beides zusammen. Überhaupt: Schäden. Ein Boot ist gleich nach dem ersten Tag mit defektem Großsegel umgekehrt. Mehrere andere hatten ebenfalls Segelschäden, konnten aber weiterfahren. Bei einem Boot brach der Großbaum, zum Glück erst 15 sm vor Antigua. Außerdem gab es diverse Motor-, Generator- und Watermakerschwierigkeiten sowie kleinere Leckagen auf ziemlich vielen Schiffen. Flora hat sich gut gehalten, auch wenn wir es ihr nicht ganz leicht gemacht haben. Direkt am Ausgang der Chesapeake wollten wir nämlich beim schwächer werdenden Wind das Vorsegel ausbaumen. Aus dem betonten Fahrwasser waren wir schon heraus, kein Schiffsverkehr um uns herum. Als wir gerade beide auf dem Vorschiff am Hantieren waren, hat sich aber eine Tonne einfach per Wurmloch mitten in unseren Kurs gebeamt. 🤔 Vielleicht haben wir aber auch nur verpennt, wie uns die Strömung wieder Richtung Fahrwasser gedrückt hat. Jedenfalls sind wir mit einem unserer beiden Spinnakerbäume dagegen gedengelt, der Spibaum ist gebrochen, die Spischot hat sich hinter der Tonne verfangen und Flora an die Tonne gedrückt. Wiebke hat superschnell reagiert, das am Heckkorb befestigte Messer herausgerissen und die Schot gekappt, wir waren also schnell wieder frei. Nur die massive Scheuerleiste der Flora hat eine kleine Macke davongetragen, das wird hier in Antigua gleich repariert.

Was die Messer angeht, wir haben drei davon an Bord verteilt: Mastfuß, Cockpit und Heckkorb. Hat sich gerade bewährt 😉.

Fazit: Schäden am Schiff einigermaßen gering, kleinere Kratzer und eine Scheuerleiste, die ihrem Namen gerecht wird. Größere Kratzer nur am seemännischen Selbstverständnis der Skipper. 😖

Aber immerhin ein bisschen können wir das vor uns selbst mit dem guten Meistern der restlichen Passage wieder aufpolieren. Es nagt trotzdem.

Hier noch die versprochenen Fotonachträge mit ein paar Eindrücken vom Törn (Sorry, aber Catalina hatte Sonnenuntergang- und -Aufgänge gefordert 😁):

Vormwind mit (Ersatz-)Spibaum
Eine der wenigen Schiffsbegegnungen. Ein Frachter zieht weit hinter Floras Heck durch.
Squall
Schräg. Und grüne Farbexplosion der Gischt an der Steuerbord-Buglaterne
Sturmvogel
Sonnenaufgang
Essensvorbereitung
Sonnenuntergang
Wieder ein Squall
Sonnenaufgang
Mondsichel als Schale (mit Venus darüber)
Durch aufschwimmende Gasflasche aufgesprungener Gasflaschenkasten
Fenriswolf über der Ketch Shamrock?
Matratzenlager auf dem Salonboden
Und wieder Sonnenuntergang
Schräg
Versöhnung?
Angekommen.

Und noch ein bisschen was zum Prozedere bei der Ankunft:

Eigentlich müssen derzeit alle neu ankommenden Boote in St. John’s auf der Westseite der Insel einklarieren. Für die Salty Dawg gilt aber eine Ausnahme, wir dürfen in English Harbour einklarieren. Und das geht so:

Erstmal hat man sich 6 Stunden vor Ankunft (oder bei Erreichen der Funkreichweite) bei der Coastguard anzumelden. Wir haben zwar eine Reservierung in der Antigua Slipway Marina, aber zunächst müssen wir wie alle Boote in der Freeman’s Bay ankern und uns -wieder über Funk – bei der Nelson’s Dockyard Marina melden, die den Gesundheitsbehörden Bescheid sagt. Einige Zeit später kommt dann ein Behördenboot längsseits und der Health Officer steigt auf unser Boot. Er sammelt unsere ausgedruckten COVID-Testergebnisse ein, außerdem unser Gesundheitstagebuch der letzten 14 Tage, das für jedes Crewmitglied die Morgen- und Abendtemperatur und die tägliche Beantwortung von 21(!) Gesundheitsfragen beinhaltet. Außerdem muss der Kapitän eine „Maritime Declaration of Health“ ausfüllen, für Seuchenfälle gedacht mit z.B. Angabe der Zahl der unterwegs Verstorbenen.

Da wir das alles vorbereitet haben geht es schnell (Formular-Muster gab’s von Salty Dawg).

Zwei zusätzliche Formulare händigt uns der Health-Officer aus, aber die sind einseitig und ebenfalls flott erledigt. Dann wird bei uns beiden noch die Temperatur gemessen (kühlen Kopf bewahrt 😉) und …

… jetzt darf der Kapitän (nur der!) an Land um bei Zoll und Immigration sowie der Hafenbehörde (sind alle im gleichen Gebäude) den Rest der Einklarierung klarzumachen. Das musste vorher schon zwingend online über https://www.eseaclear.com vorbereitet werden. Kapitän bin für solche Behördenzwecke übrigens ich (Ralf), Wiebke möchte mit dem Formalkram lieber weniger zu tun haben. Noch 30 US$ bezahlen, schon fertig. 😁 Mit dem Gesundheitstagebuch (einschließlich Überfahrt) ist unsere Quarantänezeit erledigt. Willkommen auf Antigua und Barbuda 🇦🇬 .

Achterbahn der Bedingungen

Bitte um Nachsicht: ein reich mit Blauwassersegeln-Fotos bestückter Reisebericht wird’s leider auch heute wieder nicht, eher eine (bei Regenwetter und aufgebauter Kuchenbude geschriebene) Wasserstandsmeldung.

Die Zeit vor dem Absprung zu einer Ozeanpassage ist immer spannend, selbst wenn es wie jetzt „nur“ um einen mit etwa fünf Tagen veranschlagten Hochseetörn handelt. Zum einen müssen wir den Golfstrom queren und dabei seine starke Gegenströmung ebenso wie „Wind gegen Strom“ soweit möglich vermeiden, zum anderen ist das Wetter derzeit alles andere als beständig. Die Suche nach dem passenden Wetterfenster gestaltet sich auch deshalb aufwändig, weil die verschiedenen Wettermodelle (insbesondere das amerikanische GFS und das europäische ECMWF) für den angedachten Törnzeitraum ziemlich unterschiedliche Prognosen abgeben.

Das Gute zuerst: der tropische Sturm „Eta“ (bis zu diesem siebten Buchtaben im griechischen Alphabet war die Benennung noch nie vorgestoßen und das ist wohl dieses Jahr noch nicht das Ende!) wird sich zwar wohl zum nächsten Hurrikan entwickeln, zieht aber Richtung Nicaragua/Honduras und damit weg von unserer Zielrichtung. Außerdem scheint das Wetter am Dienstag für den Aufbruch und das Queren des Golfstroms ganz gute Bedingungen zu versprechen: der Starkwind zieht ab und wir sollen moderater Nordwestwind bekommen (grün ist für die Windy-Vorhersagen unsere Lieblingsfarbe).

Der Start am Dienstag war denn auch fast schon allgemeiner Konsens der Boote hier, bis gestern für das Ende der Woche im wahrsten Sinne Turbulenzen auftauchten und zwar je nach Modell entweder westlich von Florida oder südlich von Kuba und entweder schon Samstag oder erst Sonntag. Wetterguru Chris Parker widmete dem in seinem Webinar gestern Abend über eine halbe Stunde.

Wir müssen die Entwicklung weiter beobachten, denn wir brauchen vernünftige Bedingungen, um in die Bahamas einzulaufen. Die für uns schlechteste Prognose sieht für Sonntag derzeit an der Riffdurchfahrt nach Marsh Harbour allerdings so aus:

48 Knoten in den Böen, völlig indiskutabel. Selbst geringere Windstärken und viel weiter entfernte Windsysteme können die engen Pässe zwischen dem flachen Wasser westlich der kleinen vorgelagerten Inseln (Cays) und dem sehr tiefen Ocean westlich davon unpassierbar machen. Das Phänomen nennt sich „Abaco Rage“ und bewirkt, dass der Ozeanschwell verlangsamt wird und sich leicht bis zum dreifachen seiner normalen Höhe aufsteilt.

Aber das Wetter bzw. die diesbezüglichen Prognosen sind leider nur ein Teil der Unwägbarkeiten. Die Regierung der Bahamas hat kurzfristig zu heute die Einreisebedingungen ein weiteres Mal verändert. Waren es zuletzt noch 7 Tage zwischen COVID-Test und Einreise, wurde die Frist jetzt auf 5 Tage verkürzt. Das ist für uns bei Abreise von Norfolk so nicht zu schaffen, weil wir ja das Testergebnis abwarten und dann auf der Bahamas-Seite zum Beantragen des Gesundheitsvisums hochladen müssen und dann etwa fünf Tage Segelzeit brauchen. Das Ergebnis unseres COVID-Tests vom Donnerstag ist heute Mittag, drei Tage später, noch nicht da.

Noch eine Komplikation gefällig? Für die Abreise am Dienstag sind wir bereits ausklariert, das hatten ja die Salty Dawg über einen Agenten für uns übernommen, damit wir nicht alle im Taxi nach Norfolk fahren müssen. 🥺

Manchmal laufen die Dinge eben doch anders als gedacht. Die Windbedingungen in Verbindung mit der Springtide zum Vollmond lassen beispielsweise den Übergang zum Schwimmsteg hier in der Marina zum luftigen Sprungbrett werden.

Aber natürlich kommen wir hier trotzdem an Land und auch für die anderen Herausforderungen wird sich eine Lösung finden. Wir arbeiten dran 😊

Immer anders

Die Ruhe vor dem Sturm? Flora gestern in Deltaville am nach Süden offenen Ankerplatz.

Hurrikan Zeta hat sich mit seiner Entwicklung im Golf von México viel Zeit gelassen, dann aber Geschwindigkeit aufgenommen, seinen Landfall in Luisiana gemacht. Bei seiner Passage über die Südstaaten der USA hinweg hat er sich zwar abgeschwächt, aber durch besondere meteorologische Bedingungen bei den Höhenwinden wurde die Abschwächung geringer erwartet als sonst üblich. Deshalb war für die Chesapeake Bay heute ziemlich derbe viel Wind aus Süd angesagt, in den Böen bis zu Windstärke 10 (schwerer Sturm).

Wir haben uns deshalb nach Hampton verkrümelt, von wo die Salty Dawg Fall Rally ohnehin Anfang nächster Woche starten soll.

Warum fahren wir mit den Salty Dawg? Hauptsächlich, weil gerade in den Covid-Zeiten die Einreisebedingungen unübersichtlich und manchmal kurzlebig sind und wir uns von dem Verein Salty Dawg Unterstützung insbesondere hinsichtlich der formellen Abläufe erhoffen. Der Verein, der sich wie Trans-Ocean der Förderung des Hochseesegelns verschrieben hat, ist mit den Offiziellen in den Bahamas und auf Antigua (den beiden Zielen der Rally) im Dauerkontakt. Sollte sich also etwas ändern, während wir gerade unterwegs sind, wäre ihre Einflussmöglichkeit sicher größer als unsere als einzelne Segler. Außerdem haben sie so ein klasse Logo 😁.

Aber im Ernst, heute morgen machen wir zunächst unseren Covid-19-PCR-Test hier im improvisierten Pavillon der Salty Dawg, den Versand des von uns Online bestellten Tests erfolgt dann gebündelt durch Salty Dawg. Bei dem Test werden wir durch ärztliches Personal unterstützt, Vereinsmitglieder, die das freiwillig und unentgeltlich machen. Für die Boote, die zu den Bahamas wollen ist das eigentlich nicht nötig, wohl aber für die Crews mit Ziel Antigua. Denn die haben kurzfristig verkündet, dass „self administered PCR-tests“ nicht mehr anerkannt werden, darauf hat Salty Dawg mit der Unterstützung reagiert.

Wenn wir die (hoffentlich negativen!) Testergebnisse haben, müssen wir die auf einer Bahamas-Webseite hochladen und sogenannte „Health-Visa“ beantragen. Nur wenn die gewährt werden, können wir einreisen. Ein zusätzliches Problem ergibt sich allerdings dadurch, dass nach den Bestimmungen der COVID-Test nicht älter als 7 Tage sein darf, BEI EINREISE! Es kann also sein, dass wir wegen der mit 5-6 Tagen kalkulierten Törndauer direkt vor Abfahrt noch einen zweiten Test machen müssen, um diese Bestimmung erfüllen zu können. Das Ergebnis dieses zweiten Tests würden wir dann erst in den Bahamas online abrufen können. Hm.

Außerdem müssen wir in den Bahamas bei Einreise als erstes einen weiteren COVID-Test machen, diesmal nur einen Schnelltest. Und dann nach 96 Stunden noch einen weiteren (also den dritten oder vierten!?!). Lässt sich nicht ändern.

O.k., nach unserem (ersten) Test geben wir bei den Salty Dawg noch gleich unsere Papiere und das Formular 1300 der US-CBP ab, denn das Ausklarieren in Norfolk übernimmt ein weiteres Vereinsmitglied als „Agent“ kostenlos für uns, damit nicht alle ausländischen Teilnehmer die Quarantäne brechen und mit Taxis nach Norfolk fahren müssen. Klasse Service.

Einkaufen gehen wir aber selber, obwohl der Supermarkt ein ziemliches Stück entfernt ist, zu Fuß. Auf dem Rückweg sind wir schwer bepackt mit unseren Rucksäcken, Taschen und einer 24er Packung Dosen auf der Schulter. Ein Auto hält neben uns, Masken werden aufgesetzt, die Seitenscheibe heruntergefahren. „Salty Dawg?“ werden wir gefragt. Als wir bejahen, sollen wir unser schweres Gepäck auf den Rücksitz legen, wir können es uns dann im Pavillon abholen. Fein! Übrigens hatten wir ein ganz ähnliches Erlebnis schon vor ein paar Tagen in Deltaville. Wir waren mit den kostenlosen Leihfahrrädern der Marina unterwegs, die man auch als Ankerlieger benutzen darf, wenn man die 5 $ Dinghydockgebühr bezahlt. Das gilt übrigens auch für das Courtesy Car, wenn es denn gerade frei ist. Auf dem Rückweg vom Einkaufen, ebenfalls schwer bepackt, hielt auf einmal Andrea von der Akka ihr Auto neben uns an und nahm uns unser Gepäck ab (die Hallberg-Rassy 42 „Akka“ der Weltumsegler Andrea und Andreas liegt im Moment in Deltaville an Land). Ganz lieben Dank auch für diese nette Aktion.

Beide Male wurde unser Rückweg so um einiges unbeschwerter 😁.

Hier in Hampton machen wir gleich nach dem Verstauen der Einkäufe erst mal das Schiff sturmfest, nehmen unter Deck was unnötigen Windwiderstand bietet und verzurren alles andere besonders sicher. Zum Glück wird es dann aber nicht so schlimm wie nach den Vorhersagen erwartet. Rund 40 kn Wind messen wir in der Spitze, das ist auf der Grenze zwischen Windstärke 8 und 9 Beaufort. Nix dramatisches, zumal sich hier auch keine allzu große Welle aufbaut.

Zum Sonnenuntergang kurz nach 18.00 Uhr ist der Spuk schon vorbei, die Sonne kommt auch wirklich durch und hinter der Sturmfront strömt die warme Luft aus dem Süden heran, wir können den Sundowner auf dem Achterdeck bei 27 Grad genießen.

Warum ist trotzdem die Kuchenbude aufgebaut? Heute Nacht soll es schon wieder regnen und ab morgen gibt’s dann nachts sogar nur einstellige Temperaturen.

Das kurze warme Intermezzo macht noch mehr Lust auf die Bahamas 😁, selbst wenn man durch den ausgeprägten Formalkram durch muss.

Wetterverschlechterung

Das schöne Spätsommerwetter ist erstmal vorbei. Auf unserer Fahrt vom Cuckold Creek zum Mill Creek etwas südlich der Mündung des Potomac hatten wir noch Sonne, allerdings keinen Wind. Am nächsten Tag können wir zwar die ganze Strecke bis nach Deltaville wunderbar segeln, das aber bei deutlich kälterem und regnerischen Wetter. Kein Problem, für irgendetwas muss das mitgeschleppte Ölzeug ja schließlich auch gut sein.

Blöder ist allerdings Zeta, der mittlerweile zum Hurrikan angewachsene 27. tropische Sturm des Jahres. Die 21 in alphabetischer Reihenfolge vergebenen Vornamen sind schon lange durch (Q, U, X, Y und Z werden nicht benutzt), seitdem werden die Stürme dieses Jahres mit den Buchstaben des griechischen Alphabets benannt. Nach Alpha, Beta, Gamma, Delta und Epsilon nun also der sechste Buchstabe: Zeta. Damit ist der Rekord aus dem Jahr 2005 eingestellt, weiter musste man (bisher) nicht. Hurrikan Zeta tobt jetzt zwar weit weg im Golf von Mexiko, aber nach dem voraussichtlichen Landfall bei New Orleans werden seine immer noch starken Überbleibsel uns wohl noch diese Woche hier in der Chesapeake Bay besuchen. Auf Windy sieht das in der Vorhersage so aus:

Es könnte also Windstärke 9 auf uns zukommen, da sollten wir gut geschützt liegen.

Und auch der eigentlich am 2. November geplante Absprung zu den Bahamas wird sich wie es aussieht wohl verschieben.

Aber Warten auf das richtige Wetterfenster gehört zum Langfahrtsegeln nun mal dazu und wir haben ja den Luxus, Zeit zu haben, auch noch etwas Luft bis unser US-Visum abläuft.

Und so ganz ungelegen kommt es uns gar nicht, die Abfahrt noch etwas hinauszuschieben, denn ganz vorbei ist die Hurrikansaison eben noch nicht und unsere Versicherung möchte uns ja auch erst ab Mitte November in den Bahamas sehen. 😊

Oxford, MD

In Oxford bleiben wir ein bisschen. Zum einen steht Papierkram an (unter anderem muss ich endlich die Steuererklärung erledigen). Das macht nicht nur fröhlich. Zum anderen können wir aber unsere Stimmung ganz wunderbar mit herrlichen Spaziergängen durch den Ort wieder aufhellen. Die Farbenpracht des Indian Summer speziell mit seinem von Grün in Rot wechselnden Ahorn, die gepflegten Häuser und Gärten, die Ausblicke aufs Wasser, Blütenpracht und Herbstdekoration mit Kürbissen allenthalben.

Und – na klar – es geht mit Riesenschritten auf Halloween zu. Auch das ist nicht zu übersehen.

Und noch etwas ganz anderes fällt uns auf: diverse große Schmetterlinge genießen ebenfalls die herbstliche Blütenpracht. Darunter viele der prächtigen schwarz-orangenen etwa handtellergroßen Monarchfalter. Mit denen hat es eine besondere Bewandnis: es sind Wanderfalter, die sich wie wir jetzt im Herbst in den Süden aufmachen. Die meisten überwintern in der mexikanischen Sierra Nevada. Wir nehmen es einfach mal als ein gutes Zeichen.

Flora liegt derweil aber noch wunderbar geschützt am Ankerplatz mitten im Ort.

Und es kommt noch besser: am zweiten Abend gesellen sich Helena und Steve mit Floras Schwesterschiff Amalia zu uns.

Ganz anders sieht die Szenerie allerdings heute morgen aus. Pottendicker Nebel hat sich über die Bucht gelegt. Außerdem ist Flaute.

Also geht es erst einmal unter Motor hinaus. Der Nebel hält sich auch noch als Wind aufkommt und wir endlich segeln können, nur ganz zögerlich setzt sich die Sonne durch.

Es ist trotzdem herrliches Segeln ohne große Schräglage, Wiebke backt sogar einen Spanischen Mandelkuchen und zum Kaffee haben wir tatsächlich blauen Himmel.

Nebel um Nantucket

Nicht nur für uns war Nantucket eine Art Überraschungstüte, ganz allgemein scheint Nantucket etwas versteckter, dem Blick etwas mehr verborgen zu sein als etwa Cape Cod oder Martha´s Vineyard. Überhaupt: selbst wenn man die Namen schon mal gehört hat, so richtig verorten lässt es sich nur schwer. Hier also eine kleine Übersicht über unsere Fahrtroute in den USA bis hierher nach Nantucket, genau die letzten drei Monate lang:

In Maine hatten wir bereits eine nördlichere Breite erreicht als etwa Toronto in Kanada, aber inzwischen sind wir bereits im Süden von Massachusetts angelangt, fast schon wieder auf der Höhe von New York.

Die Entfernungen in den USA sind bekanntermaßen groß. Trotzdem ist kaum zu fassen, dass wir in diesen drei Monaten 2.420 sm zurückgelegt haben, also mehr als bei unserer Atlantiküberquerung von den Kapverden nach Bequia. Insgesamt sind es übrigens seit unserem Start in Griechenland 11.300 sm.

An unserem ersten Morgen im Hafen von Nantucket werden wir von den Nebelhörnern der einfahrenden Fähren geweckt. Als wir dann aber nach dem Frühstück zu unserer Radtour aufbrechen, scheint sich der Morgennebel schon deutlich zu lichten. Im Ort gibts diverse Fahrradvermietungen, Greg und Michael können auch wieder die von ihnen bevorzugten e-bikes bekommen.

Ein bisschen eintönig präsentiert sich die fast schnurgerade aber doch hügelige Strecke entlang der Straße nach Siasconset am Ostende der Insel, aber die etwas längere nördliche Schleife mit schöneren Aussichten haben wir uns für die Rückfahrt vorgenommen. ´Sconset, wie der Ort zumeist genannt wird, soll schöne Cottages haben und lockt zudem mit einer Wanderstrecke oben auf dem Kliff, die zum Teil direkt durch die Gärten der superteueren Häuser führen soll. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen. Tatsächlich radeln wir am Eingang zu der Kliffwanderung erstmal vorbei. Nur ein kleiner Weg aus weißen Muschelschalen verschwindet zwischen den Häusern, wir hatten ihn für einen Privatweg gehalten, schließlich sind hier viele der Garagenauffahrten mit diesem edlen Belag versehen. Aber dann zweimal ums Eck, und da ist der Wanderpfad.

Die Fahrräder müssen wir hier abstellen, selbst zum Schieben ist es manchmal zu schmal. Dafür geht es mal durch einen Hohlweg, mal zwischen Wildrosen-Hecken hindurch, oft aber auch wirklich durch die Gärten der hier wieder durchweg mit Holzschindeln verkleideten Häuser, die hoch über dem langen Sandstrand der Ostküste auf der Klippe stehen.

Der Nebel ist nicht mehr ganz so dicht wie am Morgen, aber noch immer da. Das gibt unserem Spaziergang eine ganz besondere Stimmung, zumal wir war unten am Strand die Brandung hören und manchmal auch sehen können, der Blick aber beim Hinausschauen auf das Meer keinen Halt mehr findet. Kein Horizont ist zu sehen, die See und der Himmel lösen sich ineinander auf. Es ist eine der schönsten Kliff-Wanderungen, die wir bisher gemacht haben.

Steile lange (und meist private) Treppen führen hinunter zum Wasser, oft auch mit zusätzlichen Hütten auf halber Höhe oder unten am Strand. Die auffällig verschachtelte Architektur der größeren Häuser greift auch bei Neubauten den durch im Laufe der Zeit durch nach und nach hinzugekommene Anbauten typischen Stil der älteren Inselhäuser auf.

Zurück bei den Fahrrädern können wir die Häuser auf der Weiterfahrt noch einmal von ihrer Vorderseite bestaunen, denn an den Vorgärten vorbei rollen wir zu unserem nächsten Ziel, dem alten Sankaty Head Lighthouse von 1850. Wegen der Klippenerosion von knapp einem Meter pro Jahr musste es 2007 gut 100 m weiter nach Nordwesten „umziehen“, hier sollte es erst einmal sicher sein.

Passend zum immer wieder mal wieder dichteren Nebel machen wir unseren nächsten Halt am kleinen aber sehr schön gemachten „Shipwreck & Lifesaving Museum“.

Die unfassbar hohe Zahl von Schiffbrüchen rund um Nantucket ist nur zum Teil den vielen und weit vor der Insel liegenden Flachs geschuldet, die Nähe zu den Schiffahrtsrouten nach New York und Boston tut ein übriges und insbesondere die heftigen Winterstürme aus Nordost haben in Zeiten der Frachtsegler hohen Tribut mit sich gebracht. Vor allem aber wird all das noch durch den in diesen Gewässern so häufig und oft plötzlich auftauchenden Nebel verkompliziert. Das kalte Wasser des Labradorstroms aus dem Norden und das warme Wasser des Golfstroms aus dem Süden treffen hier aufeinander, wobei der Labradorstrom den Golfstrom nach Osten in Richtung Europa ablenkt. Dabei entsteht häufig Nebel. Das war denn auch die Hauptursache für das in Europa bekannteste Schiffsunglück vor Nantucket, den Untergang der Andrea Doria. Der italienische Luxusliner war auf dem Weg nach New York, als er im Juli 1956 mit dem von dort kommenden Passagierschiff Stockholm zusammenstieß. Ihr (vorhandenes) Radar wurde auf der Andrea Doria nicht benutzt und das Ausweichmanöver nach Backbord statt nach Steuerbord vorgenommen, somit genau vor den Bug der korrekt nach Steuerbord ausweichenden Stockholm, wo man zudem allerdings die Anzeige des eigenen Radars hinsichtlich Größe und Geschwindigkeit des anderen Schiffes auch nicht richtig interpretiert hatte. Zum Glück waren mehrere andere Schiffe in der Nähe und eilten zu Hilfe, denn die Rettungsboote der Andrea Doria konnten wegen der Schlagseite des Schiffes zur einen Hälfte gar nicht und zur anderen Hälfte nicht wie geplant sondern nur viel umständlicher eingesetzt werden. Immerhin waren sie eigentlich in rechnerisch ausreichender Anzahl vorhanden (anders als bekanntermaßen bei der Titanic 1912, deren typgleiches Schwesterschiff Olympic 1934 das hier in der Gegend in dichtem Nebel das Feuerschiff Nantucket gerammt und versenkt hatte).

Wir sind jedenfalls froh, dass mit Radaroverlay über die Seekarte und mit AIS die Situation heute auch bei unsichtigem Wetter meist deutlich leichter zu verstehen ist, dennoch ist der Besuch des Museums für uns ein weiterer Ansporn, uns mit der Radar der Flora noch besser vertraut zu machen.

Aber zunächst mal wollen wir noch gar nicht weiter, sondern noch ein wenig auf Nantucket bleiben. Nebel oder nicht, die Insel gefällt uns richtig gut.

Gefühlte Jahreszeiten

Kaum zu fassen, aber wir erleben seit über 14 Monaten durchgehend Sommer. Routenbedingt natürlich, denn den kalendarische Herbst, Winter und Frühling haben wir in den Kanaren, Kapverden und der Karibik verbracht und damit von den Temperaturen und dem Wetter her gefühlt eben durchgehend im Sommer. Und als es in den USA in der Chesapeake Bay hochsommerlich SEHR heiß wurde, sind wir – wie es auch viele Amerikaner gerne tun – nach New York und weiter hinauf in die Neuengland-Staaten gesegelt.

Und nun – im August – fühlt es sich für uns erstmals ein bisschen herbstlich an.

Derzeit sind keine kurzen Hosen, sondern Jeans, Pullover oder Jacke und sogar Mütze angesagt, es ist frisch geworden. Fühlt sich gut an und stört uns überhaupt nicht, sondern ist vielmehr eine wirklich willkommene Abwechslung.

Trotzdem sind unsere Tage hier im wunderschönen Maine gezählt, denn morgen gibt es auf absehbare Zeit (zumindest für die nächste Woche) das einzige annehmbare Wetterfenster für einen Schlag nach Süden. Nicht perfekt, aber wohl machbar. Wir wären zwar gerne noch ein wenig durch Maines Inselwelt gebummelt, aber wir möchten auch Cape Cod, Martha’s Vineyard und nach Möglichkeit Nantucket noch erkunden, noch ein paar (Wartungs-)Arbeiten in einer Werft in der Chesapeake Bay vornehmen. Dann also los in Richtung Süden.

Maine macht uns den Abschied nicht leicht, zeigt sich beim Törn nach Rockland und auch auf der Weiterfahrt nach Port Clyde erstmal von seiner sonnig schönen (trotzdem frischen) Seite.

Und auch Port Clyde, von dem wir bisher nur den Ankerplatz auf der anderen Seite der Barre kennen, gefällt uns richtig gut.

Wir machen an einer Gästeboje des “General Store” fest. Mit dem Dinghy setzen wir über, bezahlen im Store und kaufen noch ein paar Lebensmittel ein. Unter anderem auch wieder Hummer, der selbst in diesem urigen Supermarkt frisch aus dem Wasser geholt wird und supergünstig ist (etwa 7 bis 8 $ pro Hummer).

Noch ein kurzer Gang durch den Ort, die für Maine typische Holzkirche mit ihrer von uns so noch nicht gesehenes “Wetter-Taube” bewundern.

Und schwupp – schon wieder ein Tag rum.

Heute morgen dann ein ganz anderes Bild. Zunächst regnet es wie vorhergesagt. Ein Nachbarboot ist mit ihrem Hund an Land, auf der Rückfahrt zum Schiff fällt der Elektro-Außenborder aus, natürlich in einer kräftigen Böe und bei Gegenstrom. Die beiden mühen sich erst rudernd dann paddelnd, treiben aber immer weiter ab. Ich kann sie aber mit Florecita einfangen und zu ihrem Boot schleppen, zum Glück tut unser Außenborder diesmal brav seinen Dienst. Am Nachmittag hört der Regen auf, vorhergesagt waren jetzt Gewitter. Statt dessen: Flaute und Nebel.

Maine-Stimmung und ein bisschen gefühlter Herbst im August.

Und für die Spezialisten: das mittlere Boot mit dem in Europa eher ungewöhnlichen Rigg ist ein Zweimast-Catboat mit Wishbone-Rig (Spreizgaffel). Dieser Riggtyp ist an der US-Ostküste häufig und wird als Ein- oder Zweimaster, und von der Jolle über den Daysailer bis zum großen Fahrtenschiff gefahren.

Der ungewöhnliche Isaias

Isaias. Ungewöhnlicher Name. Erst recht für einen Hurrikan, denn ein solcher war Isaias (Kategorie 1) noch über den Bahamas, aber inzwischen hat er etwas an Kraft verloren und ist zum tropischen Sturm heruntergestuft. Vor allem aber hat Isaias eine ungewöhnliche Zugbahn.

Der Weg nach Florida war noch eher typisch, aber jetzt arbeitet sich Isaias langsam die ganze US-Ostküste hoch, vielleicht mit einem kleinen Landfall bei Myrtle Beach oder bei Kap Hatteras, nur um dann wieder Kraft auf dem offenen Meer zu tanken und weiter die Küstenlinie entlang zu ziehen. Bis nördlich von New York. Hm. Da sind wir.

Zuerst (vor einer Woche) schien die Vorhersage so ungewöhnlich, dass wir gedacht haben, das würde sich sicher noch ändern. Hat es aber nicht, die verschiedenen Modelle nähern sich immer mehr an und die ungewöhnliche Zugbahn bestätigt sich weiter.

Für uns heißt das, die wunderschöne aber weiter draußen und damit exponiert liegende Insel Block Island (für diese Gegend sind Wellen von 4 m Höhe vorhergesagt) etwas früher zu verlassen und ein Stück in die Narraganset Bay hinein zu segeln, dort sollte der Sturm weniger Kraft haben. Unser erster Ankerplatz bei Bristol ist zwar schön (insbesondere der kleine Ort), aber nach Süden zu offen. Nicht gut, denn Isaias soll hier vor allem starke Südwinde bringen.

Gemeinsam mit unserem alten Buddyboat, der Amalia (Steve und Helena), verholen wir 6 sm weiter nach Osten nach East Greenwich und ankern dort wunderschön vor einem Waldstück mit kleiner Steilküste und Sandstrand. Das Bojenfeld etwas näher vor dem Ort liegt in einem genau in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Creek und ist ziemlich eng gesteckt, da scheint uns unser Ankerplatz geschützter. Wir bauen unsere Solarpaneele und unser Bimini ab, ebenso alle jetzt überflüssigen Leinen wie Spischoten, Barberholer und die an den Spibäumen angeschlagenen Vor- und Achterholer. Selbst die Angeln verschwinden unter Deck. Steht unserer Flora eigentlich ganz gut 😊.

Hört sich übertrieben an? Na ja, die Wetterberichte zeigen, dass Isaias zwischendurch vermutlich nur etwa vier Knoten fehlen werden, um wieder zum Hurrikan hoch gestuft zu werden. Ob er sich daran hält? Außerdem ist er eben ungewöhnlich, da gehen wir um so mehr lieber auf auf Nummer sicher. Gerade bekommen wir eine NOAA-Wetterwarnung für die die Narragansett-Bay, also den tiefen Einschnitt bei Newport, in dem wir uns verkrochen haben: “Uncertanty in track, size and intensity: potential for wind 58-73 mph.” Windy sagt für unseren Standort “nur” etwa 43 kn an, was auch schon 9 Beaufort wären.

Das Gute: Isaias sollte schnell vorbeiziehen, nach ein paar Stunden durch sein. Und vermutlich wird er hier am späten Nachmittag kommen, also bei Tageslicht, und dann schon nach wenigen Stunden weitergezogen sein. Wir haben viel Platz, guten Ankergrund und gut 10fachen Scope (Verhältnis der ausgebrachten Ankerkette zur Wassertiefe).

Wir sind gespannt, aber eigentlich ganz zuversichtlich. Morgen wissen wir mehr.