Von Gau aus segeln wir bei weiterhin idealen Bedingungen in einem langen Tagesschlag von etwas über 70 Seemeilen zum Great Astrolabe Reef. Wie vorhergesagt nimmt der Wind unterwegs langsam ab und dreht achterlicher, wir wechseln von der Fock auf den Code0 und weiter auf unser größtes Vorsegel, den Gennaker.

Herrliches, flottes Segeln. Und schnell muss es sein, denn auch so schaffen wir es nur gerade eben bei Tageslicht in das Great Astrolabe Reef einzulaufen, der Anker fällt genau zum Sonnenuntergang bei Buliya Island. Am nächsten Morgen folgt das Sevusevu beim Chief des Dorfes. Erstmals sitzen wir dazu im Haus eines Chiefs nicht klassisch auf dem Boden, sondern auf einem Sofa. Chief Joe und seine Frau Cilia laden uns zum Tee ein und wir reden lange über Fiji, Deutschland und über Australien. Dort haben die beiden lange gelebt, ihre Kinder und Enkel wohnen dort. Während unseres Besuchs geht ein schwerer Regenschauer nieder, das Wetter hat sich deutlich verschlechtert.
Unser Ankerplatz wird auch zunehmend unruhig, wir verlegen die Flora eine Meile weiter südlich zu einer kleinen Nachbarinsel. Hier liegen wir etwas besser und hätten eigentlich die Chance, mit Mantas zu schnorcheln. Nur, die natürliche Putzerstation für diese großen Rochen ist in den jetzigen Bedingungen zu exponiert, um dort in Ruhe zu schnorcheln, etwa einen Meter hohe Wellen ziehen darüber hinweg. Wir bleiben eine Nacht, aber als es nicht besser wird und für die nächsten Tage noch kräftigere Winde mit Böen deutlich über 30 Knoten vorhergesagt werden, verholen wir erneut. Wir bleiben in der vom etwa 65 km langen Great Astrolabe Reef geschützen Kadavu-Inselgruppe. Dieses Mal fällt der Anker in der gut geschützten Bucht vor dem Dorf Nabouwalu an der etwas größeren Insel Ono.

Auch wenn der innere Teil der Bucht von Nabouwalu durch ein großes Flachwassergebiet mit vorgelagerten Korallen gebildet wird, liegen wir hier sehr geschützt.



Der Zugang zum Dorf ist allerdings nur um Hochwasser herum möglich, bei Niedrigwasser ist selbst die Einfahrt in das etwas tiefere Flussbett vor dem Ort für unser Dinghy zu flach.

Wir kommen an einem Sonntag an und hören, wie die Trommeln im Dorf zum Kirchgang rufen. Es regnet, wir bleiben an Bord. Die Fahrt in den Ort zum Sevusevu machen wir dann am Montag, allerdings immer noch im Regen.

Am Dienstagnachmittag kommt tatsächlich mal die Sonne durch, Zeit für die Drohnenbilder. Und – wer sagt es denn – sogar für einen Sundowner.


Heute zeigt sich die Sonne zwar nicht, aber immerhin bleibt es (fast) trocken. Wir nutzen das für einen ausgedehnten Hike über die Insel Ono. Leider verschusseln wir, die Wander-App Komot gleich zu Beginn einzuschalten, etwa 10 Kilometer werden es insgesamt wohl. Als Guide hat sich Isea angeboten, der uns bei unserer Anlandung in Nabouwalu begrüßt. Ohne ihn hätten wir den manchmal recht zugewachsenen Pfad wohl auch nicht gefunden. Isea holt von Zuhause kurz noch Gummistiefel und eine Machete, mit der er zwischenzeitlich auch den Trail freischlägt.

Das Höhenprofil unserer Wanderung sieht gar nicht sonderlich anstrengend aus, aber die schmalen und vom Regen der letzten Tage rutschigen Pfade haben es durchaus in sich. Bei unserer Rückkehr spüren wir unsere untrainierten Beine deutlich. Aber es lohnt sich. Der Trail führt erst durch Kassavafelder am Dorf, dann durch verschiedene Wälder. Palmen, Baumfarne, Bambus und Kiefern wechseln sich ab. Über Trittsteine queren wir mehrere Bäche.












Isea erklärt uns, dass auf dem fruchtbaren Ono – anders als auf den meisten kleineren Inseln – sogar der Kawa-Strauch wächst und er zeigt uns, welche weiteren Pflanzenteile davon außer der Wurzel noch verwendet werden.


Im Dorf Naqara werden wir freudig begrüßt. Die Kinder der Schule üben draußen gerade für ihr Fest zum Abschluss des Schulhalbjahres am Ende dieser Woche. Lehrerin Sala hat die jüngeren Klassen versammelt und sie trainieren enthusiastisch ein Meke, die traditionelle fijianische Kunstform, die Gesang, Tanz und das Erzählen von Geschichten vereint. Wir dürfen zuschauen:


































































































































































































































