Bavatu Harbour

Im Norden von Vanua Balavu schneidet der Naturhafen Bavatu etwa einen Kilometer tief in das Inselinnere. Eine 40 m hohe Insel teilt steil aufragend die Einfahrt, so dass die Bucht fast rundherum geschützt ist. Das ist gut, trotzdem suchen wir uns ob des Starkwind ankündigenden tiefdunklen Lilas der Windvorhersage einen Platz in der hinterste Ecke von Bavatu Harbour.

Hier, ganz im Südosten der Bucht, können wir uns wunderbar verkriechen. Wir liegen im Windschatten einer senkrecht vor uns in die Höhe steigenden Felswand. Die kleine, dicht bewachsene Insel hinter uns bietet zudem die Gelegenheit zum Ausbringen einer Landleine. So können wir Flora quasi fest einparken und schwingen an dem engen und nach hinten schnell flach werdenden Ankerplatz nicht herum.

Kurz nach uns kommt die Lille Venn an, sie entscheidet sich für die andere Seite der kleinen Insel. My Motu legt sich dann wiederum auf unsere Seite. Was für ein herrliches Fleckchen!

Tatsächlich haben wir hier bisher von den kräftigen Winden und Böen praktisch nichts gespürt.

Die Nähe zu den dicht mit alten Bäumen bewachsenen Uferwänden hat zudem noch einen weiteren Vorteil: wir können von der Flora aus Flughunde an ihren Rastplätzen beobachten. Auch wenn wir die meisten nur im Flug sehen, weil sie zum Abhängen hinter das dichte Blattwerk schlüpfen, ein paar dieser hier wohl etwa 80 cm Flügelspannweite messenden Fledertiere zeigen sich uns dann doch auch vor dem grünen Vorhang:

Und wir können an diesem geschützten Platz im Bavatu Harbour die Flora auch gut mal alleine lassen und einen Hike auf die andere Seite der Insel machen. Durch den Wald hindurch und auch quer über die unerwartet großflächigen, mit Palmen bestandenen Weiden einer Farm.

Beim Wandern huschen vor uns immer wieder kleine Eidechsen davon. Insbesondere beim Sonnenbaden auf den aus den Wiesen ragenden Korallensteinen (oder ganz oben auf einer Mimose) können wir sie dann doch auch in Ruhe beobachten. Es sind Pazifische Blauschwanz-Eidechsen. Trotz des Namens ist der im Verhältnis zum Körper auffällig lange Schwanz allerdings nur bei Jungtieren wirklich auffällig irisierend blau. Mit zunehmendem Alter wechselt die Farbe über Blaugrün zu dem unauffälligen Braun des Körpers.

Eine zusätzliche Belohnung bei dieser ohnehin schon schönen Wanderung ist der Aussichtspunkt am westlichen Ende des Trails. Hoch oben von einer steilen Klippe bietet sich ein famoser Blick über die „Bay of Islands“. Dieses kleine Juwel ist mit seinem Gewirr von Inseln und Buchten für die meisten Segler der Hauptgrund für das Törnziel Vanua Balavu.

Wanderin über dem Inselmeer

(oder Korallenfelsen auf Vanua Balavu)

Damit blicken wir auch auf unser nächstes Ziel, denn wenn sich der Wind etwas legt, wollen wir Flora um die Nordwestecke von Vanua Balavu herum in die Bay of Islands segeln. So richtig eilig haben es damit aber weder der Wind noch wir.

Purer Zufall: Gerade als wir wieder weiter wandern wollen, kommt Ingo von der Easy-One am Aussichtspunkt an. Er ist von der Bay of Islands herauf gewandert. Zuletzt hatten wir uns in Französisch Polynesien gesehen. Verabredet haben wir uns hier oben nicht, wollten uns aber in der nächsten Zeit in der Bay of Islands treffen.

Susui

So klein die Insel Susui auch ist, sie weist doch ganz viele unterschiedliche Facetten auf. An unserem Ankerplatz vor dem Dorf ist vom Tiefwasser der Lagune einfach anzulaufen.

Ein weiterer Ankerplatz liegt zwischen Susui und der Nachbarinsel Namalata. Wir erkunden ihn nur mit dem Dinghy, denn die Zufahrt zu diesem verlockend seeartigen und fast rundum geschützten Ankerplatz ist deutlich kniffliger. Sie führt durch flaches Wasser, wir messen aber vom Dinghy aus mit dem Handlot immer mindestens 3,5 m Wassertiefe. Dabei muss allerdings Slalom um die verstreuten Korallenbommies gefahren werde. Immerhin wissen wir jetzt, machbar wäre es auch mit der Flora.

Das Dorf Susui liegt strategisch gut auf dem schmalen Istmus der gleichnamigen Insel, so haben die Dorfbewohner Zugang zur inneren Lagune und ebenso zum Außenriff. Ganz einfach ist dieser Zugang allerdings nicht, vor allem bei Niedrigwasser. Denn in diesem Bereich ist die Insel von einem Korallengürtel umgeben. Er ist dem Sandstrand mit etwas Abstand vorgelagert und fällt bei Ebbe in Teilen sogar trocken.

Bei Sturm bietet dieses Riff einen gewissen Schutz vor den sich aufbauenden Wellen, allerdings nur, wenn es nicht allzu schlimm wird. Beim Zyklon Wynston 2016 wurden in dem kleinen Ort 8 Häuser völlig zerstört, die Bewohner hatten aber in der aus Stein gebauten und etwas höher gelegenen Schule Zuflucht gesucht und blieben unversehrt.

Im Bereich vor der Schule finden wir beim Schnorcheln diverse Riesenmuscheln (Giant Clams). Sie werden über einen Meter groß. Beeindruckender als ihre schiere Größe sind aber ihre farbenprächtigen Mantellippen.

Auch sonst weiß das Schnorcheln auf dem Riff mit seiner bunten Korallen- und Fischviefalt zu begeistern.

Und selbst direkt an der Flora können wir die Wunder der Unterwasserwelt bestaunen: mehrere Großflossen-Riffkalmare scheinen Floras Ankerkette zu ihrem Spielplatz oder (wahrscheinlicher) als Jagdsitz für die unter unserem Boot Schutz suchenden kleinen Schwarmfische zu nutzen.

Als wir durch den schmalen Dinghypass hindurch zum Strand fahren, zeigen uns drei Kinder aus dem Dorf den nicht ganz einfach zu findenden Weg hinüber zum Strand auf der Außenriff-Seite.

Als Anführer fungiert Tui (8, der prestigeträchtige Name bedeutet übersetzt „König“ oder „Häuptling“), außerdem Josua (10) und Vinendra (7) weichen uns nicht mehr von der Seite, bis wir den Strandspaziergang beendet haben und wieder im Dorf angekommen sind. Tui lässt es sich auch nicht nehmen, zwischendurch auf eine Palme zu klettern und uns eine Trink-Kokosnuss zu pflücken, die er mangels Machete gleich am Strand auf einem Palmenstamm aufschlägt.

Kein Wunder, dass es uns hier so gut gefällt. Und doch: nach einer Woche beschließen wir, gemeinsam mit Lille Venn und My Motu zur andere Seite der Hauptinsel Vanua Balavu weiterzusegeln. Der Wetterbericht kündigt den Durchzug eines Troges an, da kann das Verholen an einen gegen Schwell noch besser beschützter Ankerplatz sicher nicht schaden.

Ogea: Wattwanderung in den Tropen

Wir machen den kleinen Hüpfer herüber von Fulaga. Im Nachbar-Atoll Ogea (auch hier wird vor dem g ein n gesprochen, also Ongea) entscheiden wir uns für den den Ankerplatz Ogea Driki North.

Das Atoll von Ogea beinhaltet nämlich gleich drei größere Inseln, wobei die beiden nördlichen durch dazwischen liegende Inselchen und Sandbänke fast ganz verbunden sind und deshalb gemeinsam als Hauptinsel Ogea Levu bezeichnet werden. Eine gute Meile offenes Wasser innerhalb des Atolls trennt Ogea Levu von Ogea Driki.

Blick von Ogea Driki hinüber nach Ogea Levu

Der Ankerplatz Ogea Driki North ist mit drei bis vier Metern türkisem Wasser über fast reinem Sandgrund einfach wunderbar.

Als wir ankommen, ist die Flora das dritte Boot, die kurz nach uns einlaufende Lille Venn ist Nummer vier.

Für unser Sevusevu allerdings müssen wir hinüber ins Dorf auf Ogea Levu. So ist das, beim Ankern an einer neuen Insel oder auch nur im Gebiet eines anderen Dorfes der gleichen Insel ist ein Antrittsbesuch beim Dorf-Chief Pflicht. Barbara und Ralph holen uns mit ihrem Dinghy ab und gemeinsam brausen wir hinüber. Es geht allerdings nicht ganz bis zum Dorf, schon einen guten Kilometer vorher ist es bei Ebbe selbst für das Beiboot zu flach.

So kommen wir hier in den Tropen zu einer Wattwanderung. Die breite Gezeitenzone auf Ogea Levu ist tatsächlich ganz überwiegend sandig, manchmal waten wir durch knietiefe Priele. Am Rand finden sich mal Mangroven, mal mit Palmen bewachsene Felsen. Und auf den trocken gefallenen Sandflächen wuseln unzählige Winkerkrabben. Mit der auffälligen Asymmetrie ihrer roten Scheren ziehen sie die Blicke auf sich. Eine „Hand“ der Männchen ist überdimensional groß. Für die Nahrungsaufnahme ist sie nicht geeignet, das „Winken“ mit ihr soll stattdessen Weibchen beeindrucken. Oder auch Revierkonkurrenten, denn die besten Stellen für Höhlen im Wattboden sind heiß umkämpft. Einmal besetzt, nutzt die Winkerkrabbe diese Schere dann auch als gepanzerte Eingangstür.

In einem der ersten Häuser des Dorfes nimmt Ebi uns in Empfang. Sie führt uns erst einmal zur Hütte ihres Bruders, der als Stellvertreter (der Chief ist gerade Fischen) unser Sevusevu durchführt, unsere Kawa-Wurzeln und das Ankergeld von 50 Fiji$ entgegennimmt, die aktuell herrschenden Tabus erklärt und uns formal in die Dorfgemeinschaft aufnimmt.

Ebi begleitet uns auch danach auf dem weiteren Weg ins Dorf, der noch einmal durch das Watt führt, bis es dann im inneren Dorf betonierte Wege gibt. Wir vermuten, dass letztere auch den häufigen Überschwemmungen geschuldet sind, denn das Dorf will die Ankergelder zum Bau eines Schutzwalls zur Lagune hin verwenden. Ein Großteil des Dorfes liegt nur wenig über dem Wasser, der steigende Meeresspiegel ist eine ganz unmittelbare Bedrohung. Einige der Hütten stehen auf kurzen Stelzen, andere sind wie auf kleinen Warften aus Korallengestein errichtet.

Es gibt einen kleinen Laden im Dorf, hier können wir tatsächlich einige Zwiebeln, zwei Liter H-Milch und eine Packung Kekse erstehen, unser erster Einkauf seit über einem Monat (abgesehen von Bananen und Papaya auf Fulaga)!

Die Schule ist am Samstag zwar eigentlich geschlossen, aber ein paar Schüler und der Direktor sind auf dem Gelände. Wir kommen ins Gespräch und uns werden die Klassenräume gezeigt. Wiebke macht anhand unserer Reiseroute auch noch ein bisschen Erdkundeunterricht.

Als wir auf dem Rückweg wieder bei Ebi vorbei kommen, wartet sie schon mit einer Schale voll Obst, dass sie uns verkaufen möchte. Nur zu gerne schlagen wir bei den Papayas und Passionsfrüchten zu.

Und die Wochenendbeschäftigung der Kids auf Ogea? Fische und Krebse fangen. Nicht die kleinen Winkerkrabben natürlich, sondern ordentlich große, essbare. Da braucht‘s dann auch schon ein bisschen Ausstattung:

Als wir nach unserem Ausflug zurück an Flora‘s Ankerplatz bei Ogea Driki kommen, hat sich der deutlich gefüllt. Weil gut drei Meter Süd-Schwell über das Riff schwappen, bevorzugen viele Boote diese geschützte Bucht. Kein Problem, Platz ist genug. Und wer lieber Einsamkeit möchte, muss halt etwas exponierter und mit etwas mehr Schwell an anderer Stelle ankern.

Und was für ein herrlicher Ort ist das, um erst 7 Jahre Langfahrt und dann einen Geburtstag zu feiern 🥂?

Bilderbuch-Sonntag im Südsommer und Regentage danach

Nach der Bootsarbeit am Samstag beziehen wir unser neues AirBnB, dieses Mal eben nordöstlich von Whangārei etwas abseits auf dem Land gelegen. Der Vermieter bezeichnet es als „Shed“, was wörtlich übersetzt Schuppen oder Stall bedeuten würde. Vielleicht wurde das Gebäude wirklich mal so genutzt, wahrscheinlicher aber scheint die Bezeichnung einfach nur auf der Lage in der Wiese am Hügel hinzudeuten. Es ist zwar einfach gebaut, aber geräumig und gut eingerichtet. Größere Gruppen würden das einzige Schlafzimmer des Gebäudes durch drei zubuchbare 3-Bett-Hütten ergänzen, aber jetzt in der Nebensaison können wir eben auch das Haus allein mieten.

Und so schwelgen wir im Luxus mit Waschmaschine, Trockner, Spülmaschine, Riesenkühlschrank mit Eiswürfelspender …

Das Beste aber ist der Ausblick über das Tal und die dahinter wieder ansteigende Hügellandschaft. Am Morgen hängt kurz noch Nebel über dem Bach, später können wir beobachten, wie ein Schäfer seine Herde zusammentreibt und auf die nächste Weide leitet.

Vögel spazieren über die Wiesen am Haus. Bekannte, wie die von den Europäern eingeführten Lerchen, aber auch farbenfrohe typische neuseeländische Arten wie Maskenkiebitze (von den Maorí Pukekohe genannt) mit ihren gelben Gesichtslappen oder die Pūkekos (Purpurhühner) mit dem kräftigen roten Schnabel und dem eben auch purpurroten Stirnschild sowie dem blauschwarzen Bauchfederkleid.

Den Sonntag nutzen wir diesmal für einen Ausflug nach Pataua an der Ngunguru Bay. Kein Touristenort, eher ein charmant verschlafenes Nest, das inzwischen mehr und mehr mit Ferienhäusern für die Sommerfrische garniert ist.

Das Stranddörfchen Pataua ist zweigeteilt. Der gleichnamige Fluss schneidet tief ins Land ein, für Autos gibt’s weder eine Brücke noch eine Fähre, also Sackgasse von beiden Seiten. Wir entscheiden uns für die Anfahrt nach Pataua Süd und parken dort. Eine schmale Fußgängerbrücke führt hinüber nach Norden. Sie bildet nicht nur einen Verbindungsweg zum Nachbarn, sie ist auch Treffpunkt, Spielplatz, Badestelle, Sprungturm, Kulisse für das Picknick. Kurz: das eigentliche Zentrum des Dorfes. Eben nördlich und südlich der Brücke finden sich öffentliche Bootsrampen, über die Angelboote ein- und ausgewassert werden. Jetzt am Sonntag ist ordentlich Betrieb.

Über die Fußgängerbrücke spazieren wir nach Pataua Nord und weiter zum wunderschönen Strand.

Hier erschließt sich mir erstmals der ganze Charme eines Elektrofoils: mühelos hinausfahren (Motor ist unter Wasser) und dann in den Wellen hoch aufs Foil zum Surfen (Motor ist über Wasser).

😁

Auf der Rückfahrt machen Wiebke und ich noch einen Abstecher zu den Taheke Waterfalls, nahe bei unserem AirBnB.

Ein schöner Wanderweg führt durch Kauri-Wald und unter den typisch neuseeländischen Baumfarnen hindurch zum Wasserfall. Direkt zu unseren Füßen rauscht der Fluß weit in die Tiefe.

Beeindruckend ist auch, wie hervorragend der Wanderweg angelegt (eher: ausgebaut) ist. Es sind nicht viele Wanderer unterwegs, wir begegnen nur einem anderen Pärchen. Trotzdem winden sich ewig lange Treppen den Berg hinauf und machen den Hike durch den Wald eher zu einem ausgedehnten Spaziergang.

Und unter der Woche?

Ein Tiefdruckwirbel mit Böen in Orkanstärke (65 kn) in seinem Zentrum zieht nördlich von Neuseeland durch. Das bringt auch hier starken Wind (bis 40 kn) und intensive Regenfälle.

Der Spätsommer (März hier entspricht September in Europa) macht Pause und zeigt, dass der Herbst nicht mehr weit ist.

Für nächste Woche ist aber wieder sommerliches Wetter angekündigt.

😎

Neuseelands Northland, die Possums und Hundertwasser

Die letzten Tage hier nutzen wir, um auch die Umgebung von Whangārei im Bezirk Northland noch etwas zu erkunden.

Ein Ausflug führt uns hinauf zur Bay of Islands, die wir nächstes Jahr unbedingt mit dem Boot besuchen möchten. Die Nebenstraße über Helena Bay auf der Strecke von Whangārei nach Russel lässt mein altes Motorradfahrer-Herz höher schlagen, obwohl wir mitten Auto unterwegs sind. Etwa 100 km lang finden sich kaum mal 200 m gerade Strecke. Dabei geht es bergauf und bergab, durch Wälder, Wiesen und an der schroffen Küste mit eingestreuten kleinen Stränden entlang.

Ein bisschen Viehwirtschaft, wenige kleine Ortschaften, kaum Verkehr. Eine halbe Stunde lang zählen wir den Gegenverkehr und die plattgefahrenen Possums auf der zumeist schmalen, gewundenen Straße. Es sind weniger entgegenkommende Autos als totgefahrene Possums. Diese nachtaktiven Beutelsäuger sind extrem unbeliebt in Neuseeland. Die Fuchskusus (so der deutsche Name) sind etwas größer als eine Hauskatze. Um 1850 herum wurden sie aus Australien zum Aufbau eines Pelzhandels eingeführt. In Australien sind diese Beuteltiere inzwischen geschützt. In Neuseeland aber haben sie keine natürlichen Feinde. Insofern vermehrten sie sich explosionsartig. Viele Neuseeländer überfahren sie deshalb lieber absichtlich, als ihnen auszuweichen, denn Possums haben sich zu einer heute bekämpften Plage für die originäre neuseeländische Planzen- und Vogelwelt entwickelt.

Wo ich schon bei der neuseeländischen Vogelwelt bin 😉:

Wir beobachten unter anderem die typisch neuseeländischen schwarzblauen Tui (-Honigvögel) mit ihrem auffälligen hellen Federbüscheln am Hals und die kaum golfballgroßen Neuseeland-Fächerschwänze (Pīwakawaka oder Fantail) sowie die etwa sperlingsgroßen Graumantel-Brillenvögel. Letztere kamen (wie die Possums) erst im 19. Jahrhundert nach Neuseeland. Da sie aber nicht vom Mensch eingeführt wurden, sondern vermutlich ein Schwarm durch einen Zyklons auf natürlichem Weg von Australien hierher abgetrieben wurde, gelten sie nicht als invasive, sondern als heimische Art. Die Pflanzen- und Tierwelt Neuseelands hat halt so ihre Eigenarten. Es ist kompliziert.

Russel selbst ist ein kleiner Touristenort auf einer langgezogenen und buchtenreichen Halbinsel in der Bay of Islands.

Insbesondere an der Uferpromenade finden sich einige viktorianische Holzbauten, die heute zumeist als Cafés und Restaurants genutzt werden.

Von Russel aus nehmen wir die Fähre hinüber nach Opua. Hier klarieren die meisten Segler nach Neuseeland ein, so wie wir das ja ursprünglich auch geplant hatten. Gerade am Vortag ist die Terikah angekommen. Wir hatten Jen und Cris mit ihren Kindern Calder und Cora in Mexiko kennengelernt und zuletzt in Französisch Polynesien getroffen, die Wiedersehensfreude ist groß und wir schnacken längere Zeit auf ihrem Katamaran.

In Opua machen wir außerdem noch einen herrlichen Waldspaziergang auf dem Opua Kauri Walk.

Zwischen hohen Baumfarnen und vielen Kauri-Bäumen hindurch geht es zu einer Aussichtsplattform nahe einem etwa zwei Meter im Durchmesser aufweisendem jahrhundertealten Exemplar dieser den Maorí als heilig geltenden Bäume.

Auf der Rückfahrt nach Whangārei machen wir einen kurzen Zwischenstopp in Kawakawa. Die Hauptattraktion (vielleicht auch die einzige) in dieser kleinen Ortschaft ist die öffentliche Toilette. Was zunächst skurril anmutet, geht auf den bekanntesten Bewohner des Ortes zurück: der Allrounder-Künstler Friedensreich Hunderwasser wohnte hier ganz in der Nähe von 1975 bis zu seinem Tod im Jahr 2000. Direkt hinter der von ihm gestalteten Toilette gibt es auch einen kleinen Hundertwasser-Park mit einer Bibliothek.

Wir waren zwar in Wien (Hundertwasserhaus), Uelzen (Hundertwasserbahnhof) und Hamburg (Hundertwassercafé) und zuletzt eben Whangārei schon mehrfach auch mit dem architektonischen Werk Hundertwassers in Berührung gekommen, wussten bisher aber nicht, dass er in seinen späten Jahren Neuseeland als Wahlheimat ausgesucht hatte.

Dazu können wir dann bei einem Besuch der Dauerausstellung im Hundertwasserhaus in Whangārei noch mehr spannendes erfahren. Etwa, dass Hundertwasser selbst Segler war und sein Schiff, die REGENTAG, auf Teilstrecken auch eigenhändig vom Mittelmeer nach Neuseeland gebracht hat.

Und zum Beispiel, dass er eine so enge Beziehung zu seinem Schiff hatte, dass er seinen Künstlernamen (bürgerlich hieß er Friedrich Stowasser) erweiterte auf Friedensreich Hundertwasser Regentag Dunkelbunt.

Ein wenig dunkel und ziemlich bunt wird es dann auch noch bei unserer allerletzten Aufgabe in Whangārei: Wolle abholen. Der skurril und ein bisschen dunkel anmutende Teil: in Neuseeland gibt es eine besondere Wolle: neben 80% heimischer Merino-Schafwolle wird 20% Possum eingesponnen. Das weiche Fell der zum Schutz der heimischen Natur gejagten Possums besteht nämlich aus hohlen Haarfasern, die sich nicht nur gut anfühlen, sondern dadurch auch besonders isolierende und Feuchtigkeit transportierende Eigenschaften aufweisen. Der bunte: Helene mit ihrer Garagenfirma HappyGoKnitty färbt diese besondere Wolle in Handarbeit ein und versendet sie dann auf Bestellung in die ganze Welt. Wir haben aber den Luxus, sie direkt bei ihr abholen zu können und uns dabei die Wolle und den Prozess ihrer Entstehung von ihr erklären zu lassen.

Oh, und da wir jetzt ja aus dem neuseeländischen Frühsommer direkt in die ersten deutschen Wintertage fliegen (wir haben Schneebilder gesehen!), hat Wiebke sich zu ihrem Tuch rechtzeitig noch eine passende Mütze fertig gestrickt. Noch nicht aus Possumwolle, aber damit kann ja dann das nächste Strick-Projekt starten.

Whangārei Harbour

Die Stadt Whangārei liegt etwa 20 km von der eigentlichen Ostküste Neuseelands entfernt im Landesinneren. Und doch liegt sie direkt am Wasser, denn der Hātea River verbreitert sich gleich hinter der Stadt fast seeartig. Jedenfalls bei Hochwasser, obwohl selbst dann die Mangroven schon einen Teil des Überflutungsgebietes bedecken. Bis es dann an den Felsformationen der Whangārei Heads wieder eine schmale Flussmündung wird, ergibt sich eine weitläufige Wasserfläche mit vielen Buchten, eben der Naturhafen Whangārei Harbour.

Bei Ebbe allerdings zeigt sich ein ganz anderes Bild. Etwa zwei Meter beträgt der Tidenhub, aber das reicht aus, um die Landschaft völlig zu verändern. Sandbänke und Inselchen tauchen bei Ebbe auch im äußeren Teil des Whangārei Harbour auf, der innere Teil fällt sogar auf etwa Dreiviertel seine Fläche trocken. Ein schmales, gut betonntes Fahrwasser führt unter einer auf Anforderung öffnenden Klappbrücke hindurch bis zum Ort, aber selbst das ist für Kielboote wie unsere Flora nur um Hochwasser herum sicher zu befahren.

Da ankern wir doch lieber erst einmal im äußeren Whangārei Harbour, gleich hinter den Whangārei Heads.

Ein wunderschöner Ankerplatz, wobei die lokalen Boote an Bojen in Wassertiefen liegen, die für Flora bei Ebbe schon grenzwertig flach sind. Der Blick in die andere Richtung zeigt die Wattbereiche am Ufer noch deutlicher und lässt auch ein paar der bei Ebbe auftauchenden Sände erkennen.

Vom Ankerplatz setzen wir mit dem Dinghy zu einem öffentlichen Landesteg am Ufer über. Mehrere Wanderwege führen am Wasser entlang und auch hinauf zu den verschiedenen „Heads“. Wir entscheiden uns mit Rücksicht auf unsere untertrainierten Beine für den Weg auf den nur 210 m hohen Mt. Aubrey. „Moderately challenging“. Wir schnaufen trotzdem ganz ordentlich, denn der abwechslungsreiche Pfad führt teils auf Schotter, teils als gemähte Schneise durch Wiesen, größtenteils aber treppauf – treppab am steilen Mt. Aubrey entlang und durch den Wald auf seinen Felsengrat hinauf. 91 Stockwerke erkennt die Bewegungsapp im Handy daraus.

Spannend dabei ist für uns auch die bunte Mischung der Flora und Fauna zwischen heimatbekannt und exotisch. Wir sehen Amseln, Schwalben und Spatzen und wir hören zu unserer Überraschung tatsächlich einen Kiwi ausdauernd rufen (sehr charakteristisch irgendwo zwischen Schrei und Pfiff), zu sehen bekommen wir den eigentlich überwiegend nachtaktiven flugunfähigen Nationalvogel Neuseelands leider nicht.

Auch die Pflanzenwelt überrascht mit dem Nebeneinander von aus unserer Heimat bekanntem Hahnenfuß, Schafgarbe und Jungfer im Grünen neben exotischen Gewächsen, von denen allerdings viele (wie das weißblühende und für Pferde tödliche Crofton Weed) keineswegs heimisch in Neuseeland und eben manchmal auch gefährlich sind. Aber auch der wegen seiner Farbe und Blütezeit so benannte „Neuseeländische Weihnachtsbaum“ Pōhutukawa ist dabei.

Vielleicht ist es auch diese Melange aus heimatlich Vertrautem und Neuem die dazu beiträgt, dass wir uns hier in Neuseeland auf Anhieb richtig wohl fühlen.

Wenn das so ist, will das Wetter jedenfalls auch nicht zurückstehen. Während ich das schreibe, prasselt der Regen auf die Flora, die Kuchenbude ist aufgebaut, es ist kalt geworden. Heimatliches Hamburger November-Schmuddelwetter im Süd-Frühling in Whangārei.

😉

Tonga: Kenutu

Wir genießen die Tage am Ankerplatz #30 vor der Insel Kenutu. Das Anlanden auf der unbewohnten Insel ist einfach, zum Ankerplatz hin ist Kenutu von einem Sandstrand gesäumt. Von dort führt ein langsam ansteigender Pfad durch den Wald hinüber zur Ostseite.

Die dem Passatwind zugewandte Ostseite präsentiert sich dann ganz anders. Steile Klippen fallen vielleicht 15 m hoch ins Meer ab, das mit einer am ruhigen Ankerplatz kaum zu spürenden Wucht gegen die Felsen brandet. Noddies, Boobies und die mit ihren langen weißen Schwanzfedern so auffälligen Tropikvögel nutzen die Aufwinde der Klippen und segeln über der spritzenden Gischt durch die Bucht.

Oben am Klippenrand geht der Pfad in beide Richtungen noch etwas weiter zu den nächsten Felsenbuchten. Ab und zu führt er ein kleines bisschen weiter ins Inselinnere und sofort ändert sich die Vegetation. Knorrige Kiefern wechseln sich ab mit Hainen von Pandanus-Palmen. Die rotbraunen Ringe am Stamm lassen ahnen, warum sie auch Schraubenbäume genannt werden. Sowohl die aufgefächerten Stelzenwurzeln als auch die „Baströckchen“ alter Blätter sind typisch und ziemlich unverwechselbar. Der in Größe und Form an eine Ananas erinnernde Fruchtstand lädt aber nicht zum Naschen ein, denn diese Scheinfrüchte setzen sich aus etwa 100 kleinen Steinfrüchten zusammen. Sie sind zwar essbar, es ist aber sehr mühselig, sie aus dem umgebenden, faserigen Pflanzenstoff herauszulösen. Verwendet werden vor allem die Blätter, sie eignen sich gut zum Flechten, etwa von Matten und Körben.

Oberhalb der Steilküste finden sich auch erodierte Flächen, die den hier auffällig roten, lehmigen Boden zeigen.

Und immer wieder gibt es auf unserer kleinen Wanderung auch Ausblicke auf die felsigen Buchten.

Wie unterschiedlich sich der Ankerplatz im Westen und die Felsküste im Osten präsentieren kann vielleicht dieses kurze Video etwas besser illustrieren:

Die Ankerbucht lädt zum Wingfoilen ein und gemeinsam mit Volker von der Tomorrow und James von der Scout wird also fleißig geübt. Und der Absprung nach Neuseeland rückt langsam aber sicher näher, einige unserer Segelfreunde sind sogar schon unterwegs. Die Formalitäten und insbesondere die strengen Anforderungen der Biosecurity nehmen in den Gesprächen zwischen den Seglern immer mehr Raum ein. Die Unterwasserschiffe werden ausgiebig geputzt. Auch bei uns.

Ein willkommener Ausgleich: das gemeinsame Grillen und Feiern am Strand, dass an so einem herrlichen Ort natürlich nicht fehlen darf.

Cruising Life. 😊

Tonga, Kapa Island, #7

Nummer 7 gefällt uns richtig gut. Die besten Ankerplätze der Vava‘u-Gruppe sind (von 1 bis 42) durchnummeriert und bei den schwer aussprechbaren Namen hat sich diese Nummerierung tatsächlich als Bezeichnung durchgesetzt. Unser Platz hier an der Westseite von Kapa Island trägt die #7. Das hat den Vorteil, dass wir morgen früh von hier aus abgeholt werden können. Das Whale-Watching-Boot fährt zwar vom Hauptort Neiafu ab, sammelt aber bei Bedarf auch von den Ankerplätzen 5 bis 8 ein. Wir können also eine halbe Stunde länger schlafen.

Aber nicht nur das macht die #7 attraktiv. Der Sandstrand im Scheitel der Bucht bietet sich für das Anlanden mit dem Dinghy an. Und gleich hinter dem Strand beginnt ein Weg, wir können uns also die Beine vertreten und die Insel erkunden.

Blüten am Wegesrand werden dabei nicht nur bewundert, sondern auch gleich als Verzierung von Emmas Hut platziert.

Und auch die Tierwelt bietet neben Bekanntem (und immer wieder aufs Neue faszinierendem) wie den Flughunden und der Tonga-Taube …

… auch Neues und bisher nicht vor die Linse bekommenes wie die Schwarznacken-Seeschwalben …

… und die herrlich blau schillernden Pazifischen Eisvögel:

Aber auch zu Wasser bietet sich #7 für Exkursionen an. Wiebke und ich machen eine ausgiebige Paddeltour mit dem Kajak. Etwa drei Seemeilen weit geht es am Ufer der Bucht und pilzförmigen Inselchen entlang zur „Swallows Cave“ und zurück. Ein bisschen ungewohnt für unsere untrainierten Schultern, aber trotzdem herrlich.

So beeindruckend, dass wir am frühen Nachmittag mit Emma und Claas im Dinghy noch einmal dorthin fahren. Diesmal haben wir Schnorchelsachen dabei, die hochstehende Sonne fällt durch ein Deckenloch im Eingangsbereich, beleuchtet das Felsentor und schickt durchs Blätterdach gefilterte Strahlen durchs klarblaue Wasser bis zum Grund der Höhle, während das Wasser drumherum fast unheimlich dunkel bleibt.

Übrigens, auch ohne weitere Action lässt es sich in #7 aushalten.

Abschied von Bora Bora

Tschüss. „Nana“ Bora Bora, „au revoir“ Französisch Polynesien insgesamt. Wir haben ausklariert, in den nächsten 24 Stunden müssen wir abfahren.

Entgegen anderslautenden Berichten war das Ausklarieren – in unserem Fall ja auch noch mit einer zusätzlichen Person an Bord – unproblematisch und schnell. Letzte Woche hatten wir bei der Gendarmerie schon mal angefragt, was zu unternehmen ist. Die Gegenfrage war, ob wir unsere zusätzliche Crew (Patenkind Elisa) schon im Online-Formular https://www.demarches-simplifiees.fr/ eingetragen haben. Haben wir, ebenso wie den jetzt gewünschten Abreisetermin. Kurz warten, er überprüft das im Computer, kommt mit einem Ausdruck zurück. Fein, dann einfach Dienstag wiederkommen und die Pässe stempeln lassen.

Sehr gut.

Bis dahin nutzen wir die Zeit, wechseln den Bojenplatz, hinüber auf die andere Seite der Insel zu Povai / Bloody Mary. Der Liegeplatz gefällt uns zwar nicht ganz so gut, die Böen schießen ziemlich unberechenbar zwischen den Bergen hindurch. Tatsächlich erwischt eine 42 Kn Böe unser Solarpanel auf dem Bimini so unglücklich, dass die offenbar mürbe gewordenen Nähte des guten Sunware-Panels aufgeben und das Panel aus der Befestigung reißt. Das Panel können wir bergen, zwei kleine Löcher im Biminibleiben trotzdem zurück. Wieder ein paar Sachen für die To-Di-List.

Ein Vorteil des neuen Bojenplatzes ist, das der Bergrücken im Süden der Insel sehr gut zu erreichen ist und sich für einen Hike quasi anbietet. Das lassen wir uns nicht entgehen.

Es ist ein durchaus steiler, aber nicht sehr schwieriger Aufstieg. Der wird belohnt mit wunderbaren Aussichten auf die Buchten der Lagune um das südliche Ende von Bora Bora.

Der Pfad führt auf dem Grat des Gebirgszuges entlang. Manchmal beschattet von Bäumen manchmal recht frei am steilen Abgrund, dann wieder überraschend durch Wiesen voller Blütenpracht. Ein wunderschöner Hike auf einer faszinierenden Insel.

(Für bessere Auflösung auf eines der kleineren Bilder klicken)

Und doch, das Segelboot auf dem offenen Ozean hinter dem Riff erinnert uns daran, bald geht’s weiter.

Ein Versuch, auf den Bojenplatz vorm Bora Bora Yachtclub zu wechseln scheitert. Erstaunlicherweise sind hier (und nur hier) gerade alle Bojen belegt. Möglicherweise wird dieser Platz am Montag für die Charterboote auf Rundtörn empfohlen. Wie auch immer, dann gehen wir eben wieder ins To‘opua Bojenfeld hinter der gleichnamigen Insel. Ist eine etwas weitere Dinghyfahrt zur Gendarmerie für das Ausklarieren, aber immer noch gut machbar. Und dafür um so schöner, weil aus der Bootsperspektive die Natur überwiegt. Hinter uns ein breiter Streifen der flachen Lagune bis zum Außenriff. Vor uns die Insel To’opua, sie verdeckt von unserem Standpunkt die Stadt und die Kreuzfahrtschiffe. Das zentrale Bergmassiv der Insel mit dem über 700 m hohen Mont Otemanu wirkt dadurch um so prägnanter.

Tja, also tschüss Französisch Polynesien. War ein wunderschönes Jahr hier. ☺️😊

(Photo Credit: Elisa)

Moorea-Hikes.

4 Tage, 4 Hikes. Das ist auch für uns ungewöhnlich, aber hier auf Moorea bietet es sich einfach an. Und es ist zudem eine gute Gelegenheit, Elisa verschiedene Seiten dieser auch landseitig wunderschönen Insel zu zeigen.

Wir liegen in der Cooks Bay vor Anker. Im Anschluss an das herrliche Schnorcheln an Moorea’s Ostseite ging ja der erste Hike am Ankunftstag hier auf den Berg am Westufer der Cooks Bay. Jetzt führt unser Weg es am nächsten Tag durch den Ort Pao Pao am Scheitel der Bucht hindurch und über langsam ansteigendes Gelände hinein in die ausgedehnten Ananasfelder zu Füßen der steilen Berge der Insel.

Bevor wir aufbrechen, geht ein heftiger Tropenschauer nieder. Die unbefestigten Wege sind deshalb mit schlammigen Pfützen übersät und die kleineren Bachdurchquerungen auf glitschigen Steinen werden ein bisschen anspruchsvoller. Aber es lohnt sich und neben den Anananas profitierenoffenbar auch die Blumen am Rand der Wege von dem Niederschlag der letzten Zeit. Für die Geräuschkulisse sorgen die Hühner und vor allem Hähne, die auch außerhalb des Ortes überall auf der Insel präsent sind.

(Für bessere Auflösung auf eines der kleinen Bilder klicken)

Für die nächsten beiden Tage haben wir uns gemeinsam mit Mareike von der Moana ein Auto gemietet. Wir machen eine Tour auf der Küstenstraße rund um Moorea. Eigentlich war eine Wanderung am Belvédère de Opunohu vorgesehen, aber als wir dort ankommen, gibt es gerade mal wieder einen tropischen Wolkenbruch. Also verschieben wir das erst einmal und besuchen stattdessen das Ökomuseum Te Fare Natura an der Opunohu Bucht. In mehreren Aquarien und mit Multimedia-Shows wird hier das Ökosystem von Moorea über und unter Wasser erklärt. Und hier erfahren wir auch, dass die schützenden Ankerbuchten im Norden der Insel durch das Abrutschen der Nordflanke der Caldera der vulkanischen Insel entstanden sind.

A propos Schutz: auf der Weiterfahrt um die Insel können wir an der Südwestseite von Moorea sehen, dass unsere Sorge vor hohen Wellen nicht unberechtigt war. Die Brecher auf dem Riff an dieser Seite sind heute ziemlich beeindruckend. Wir sind froh über unsere Entscheidung für die Cooks Bay auf der Nordseite.

Einen Hike gibt es an diesem Tag für uns dann auch noch. Statt des ins Wasser gefallenen Belvédère hiken wir, nachdem der Regen inzwischen aufgehört hat, an Moorea’s Ostseite hinauf zum Āfareaitu Wasserfall. Ein wunderschöner (wenn auch natürlich auch wieder ein bisschen schlammiger) Hike durch den Wald. Er führt wohl über privates Gelände, die 100 XPF (umgerechnet 90 Eurocent) Eintritt ist das aber auf jeden Fall wert, selbst wenn der Wasserfall trotz des Wetters derzeit erstaunlich wenig Wasser führt.

Und auf diesem Hike bekomme ich auch mal wieder ein paar Vögel vor die Linse, neben der ausgewachsen nur etwa amselgroßen Sperbertaube auch Wellenastrild und viele freche Hirtenmaina :

Am Freitag können wir dann den ursprünglich schon für den Vortag geplanten Hike auf den Belvédère doch noch machen. Diesmal bleibt es trocken. Das ist gut, denn es geht ziemlich steil bergauf, bergab und wieder hinauf zum gegenüber dem Einstiegspunkt am Belvédère nochmals höher gelegenen Aussichtspunkt am Col des Trios Pinus. Der liegt Luftlinie gar nicht so weit entfernt vom Āfareaitu Wasserfall auf der anderen Seite des 1.207 m hohen Mont Tohivea.

Am Col des Trios Pinus wandern wir zum Ende eines zu beiden Seiten steil abfallenden Grates. Dort ist zwischen den Bäumen ein Schaukel aufgehängt. Ein wenig Nervenkitzel beim Schwingen über den Abgrund und weite Blicke über die Insel bis hin zur Flora in der Ankerbucht.

Und dann: zurück zur Cooks Bay, mit dem Dinghy zurück zur Flora und mit der Drohne noch mal die Cooks Bay von der Wasserseite aus anschauen.

Immer wieder: was für eine tolle Insel.