Foto-Nachträge Passage USVI-Bahamas-USA

Die Blogposts der Passagen von den USVI zu den Bahamas und weiter in die Chesapeake Bay konnten wir von unterwegs ja nur als Text versenden. Ganz lieben Dank für Eure Kommentare!

Ich habe jetzt nachträglich die Bilder zu den entsprechenden Posts zugeordnet. Weil Ihr Euch sicher nicht nicht alle nochmal durch die Blogposts der letzten zwei Wochen arbeiten wollt, sind einige der Highlights hier unten angefügt. Durch Klick auf die jeweilige Bildunterschrift kommt Ihr zu dem entsprechenden Blogpost, wo sich dann meist auch noch weitere Bilder finden. Wer nicht hin und her springen möchte, kann natürlich auch in einem der Beiträge ganz herunterscrollen und dann auf „Vorheriger Beitrag“ oder „Weiter“ klicken.

Es fängt gut an. So wünscht man sich die Bedingungen auf Passage.

Die geplante Route und der Umweg zur virtuellen Stecknadel

Sehnsuchtsort Hogsty Reef

Schnorcheln am Hogsty Reef

Conception Island

Zähne

Abacos nach Dorian

Schwimmen im tiefen Blau

Genießerzeit

Viel Spaß beim Blättern.

2. Tag Passage USVI Bahamas

Unser Weg nach Norden Richtung USA hängt ja unter anderem eng damit zusammen, dass wir die Hurrikansaison nicht in der Karibik verbringen wollen. Der erste tropische Sturm dieser Saison (Arthur) war bereits unterwegs, andererseits sind für dieses Jahreszeit auch noch untypisch viele sogenannte „Norder“ an der US-Ostküste aktiv, starke Nordwinde, die eigentlich nach Ende April nicht mehr so häufig und so stark vorkommen sollten. Zum kommenden Wochenende ist wieder ein kräftiger Norder angesagt. Norder gegen Golfstrom: das ist ein echtes NoGo. Ihr seht, wir beschäftigen uns wieder mal ziemlich intensiv mit dem Wetter. Und zwar mit den Prognosen, aber auch live. Das bringt eine Passage fast unweigerlich mit sich.
Wie schon gestern sehen wir auch heute nacht in unserer Wache eine Unmenge wetterleuchtender Blitze über Puerto Rico und Hispaniola (die Insel, auf der die Dominikanische Republik und Haiti liegen) an denen wir gerade mit einigem Abstand vorbeisegeln. Der Abstand ist vor allem deswegen so groß, weil wir zudem noch einen Sicherheitsabstand zu den großen Flachwassergebieten nördlich dieser Küsten halten wollen, die Navidad Bank und insbesondere die Silver Bank sind berüchtigte Schiffsfriedhöfe und bringen durch den steilen Anstieg des unterseeischen Bodens aus großer Tiefe auch bei mäßigem Seegang schon ein chaotisches Wellenbild. Aber unser Kurs ist weit genug nördlich gesetzt, wir spüren davon nichts, sondern haben eine ruhige See bei allerdings auch nachlassendem Wind. Nach fast 50 Stunden Passatbesegelung wechseln wir auf Groß und Code0, der Wind schralt (kommt vorlicher) und nimmt ab, gerade liegt die Wahre Windgeschwindigkeit oft unter 10 kn, scheinbar aus 11
0°. Wir pendeln zwischen 4 und 5 Knoten Fahrt, da ist Geduld gefragt. Etmal war heute 139 sm. Uns geht´s gut, wir kommen voran und die Sonne scheint 🙂

1. Tag Passage USVI – Bahamas

Was für ein Abschied von den USVI. Wir setzen die Passatsegel, gleiten durch den Sund zwischen St. Thomas und Hans-Lollik-Island. Ein Katamaran kreuzt uns entgegen, es ist die Vairea mit Martina und Daniel, von denen wir uns also doch noch winkend und rufend verabschieden können.


Während wir nördlich an St. Thomas vorbeifahren, machen sich im Süden der Insel Helena und Steve mit der Amalia of London ebenfalls auf den Weg. Wir haben das gleiche Ziel und Amalia ist ein Schwesterschiff von Flora – beste Voraussetzungen für Buddyboating. Tatsächlich segeln wir nur wenige Meilen voneinander entfernt, können sie aber selbst mit dem Fernglas nicht immer erkennen. Aber wir sind in VHF-Funkreichweite, dass ist ein gutes Gefühl.
Den ganzen Tag und auch die Nacht hindurch haben wir ruhiges Segeln bei achterlichem Wind und nur mäßiger Welle, wir brauchen die Schoten der Passatbesegelung (backbord Code0 ausgebaumt, steuerbord Fock ausgebaumt) nicht ein einziges Mal anzufassen.
Heute morgen dann ein Aufreger: unser IridiumGo funktioniert nicht. Unsere gesamte Offshore-Kommunikation läuft darüber: Gribfile-Wetterberichte ebenso wie Positionsmeldungen und Textnachtrichten oder Textmails. Grrr. Als IT-technischer Laie mache ich das einzige, was ich kann. Ich starte das Programm neu. Nichts. Ich checke die Kabelverbindungen zum IridiumGo. Nichts. Ich schalte das IridiumGo aus, indem ich seine Antenne einklappe. Nichts. Häh? Es geht nicht mal aus? Ich trenne es vom Strom. Nichts. Also baue ich es aus, öffne es und nehme die interne Batterie raus. Wieder eingelegt, Neustart: Funktioniert (klar, sonst könnte ich diesen Blog ja nicht übermitteln). Große Erleichterung.
Ansonsten weiter ruhiges Segeln, weiter unter unangetasteter Passatbesegelung. Etmal heute Mittag 159 sm laut Logge, gemeinsam mit den 29 von gestern vormittag also bisher 188 sm.


Die neuen Wetterberichte zeigen immer deutlicher, dass wir auf keinen Fall direkt bis zur US-Ostküste durchgehen können, weil Ende der Woche eine Kaltfront aus dem Norden die Wetterlage ziemlich aufmischt. Wir planen also jetzt etwas konkreter für die Bahamas (leider ohne Landgang) und freuen uns darauf.

Dieser Blog wurde ursprünglich per Iridium-Satellit übermittelt, somit nur Text ohne Bilder. Die Bilder sind nach der Passage nachträglich eingefügt.

Abschied von den USVI

Wir sind inzwischen in der Caneel Bay, haben in der daneben gelegenen aber sehr engen und flachen Cruz Bay eingekauft und ausgecheckt, und morgen früh geht’s los. Der Wetterbericht ist für den Beginn ok, dann aber durchwachsen. Kann sein, dass wir in den Bahamas einen Stop einlegen müssen. Eigentlich sind die Bahamas noch wegen Covid geschlossen, die erforderliche Ausnahmegenehmigung des dortigen Gouverneurs für die Durchfahrt durch Bahamas-Gewässer haben wir bereits. Über die Website der amerikanischen Seglervereinigung Salty Dawg ging das wirklich schnell und unproblematisch. Wir dürfen dort zwar nicht an Land gehen, aber immerhin Ankern und Ausruhen. Ein ergänzender Antrag auf einen Tankstop in einer Marina wird derzeit noch bearbeitet. Damit verbunden wäre das Ein- und Ausklarieren in den Bahamas. Hört sich unnötig kompliziert an, hätte aber laut Salty Dawg den Vorteil, dass es hinsichtlich des Cruising Permit für die USA weniger auf den jeweiligen Officer ankäme sondern klar zu erteilen sei. Man muss es nämlich im ersten angelaufenen Hafen der USA beantragen. In den USVI wird es nicht erteilt, aber da sie US-Territorium sind gibt es ab und zu (derzeit insbesondere in Florida) Schwierigkeiten es am Festland zu bekommen, wenn man DIREKT aus den USVI dort ankommt. Es bleibt spannend.

Jedenfalls war es schön, noch diese wunderbaren Tage auf St. John verbringen zu dürfen. 😁 Heute waren wir noch einmal hier in der Caneel Bay am Strand.

Und schön Schnorcheln im herrlich klaren Wasser.

Tja, und dann: Vorbereitungen für die Überfahrt. Das Dinghy wird mit den Fendern gefüllt, die darin festgebunden werden. Dann kommt die Dinghypersenning darüber und das Beiboot wird in den Davits hochgezogen. So sollte es am völligen Vollschlagen gehindert sein. Dann die Bellybands unter dem Dingy festgezurrt und noch Spanngurte gegen ein seitliches Verruckeln.

Nicht zu vergessen das Vorbereiten unserer Passatbesegelung. Zumindest in den ersten Tagen sollten wir laut Vorhersagen achterliche Wind haben, evtl. etwas zu wenig Wind, aber wir werden sehen. Also riggen wir auf beiden Seiten unsere Spinnakerbäume. Für die Nacht hier an der Boje werden sie zwar noch nach vorn geklappt, aber so sind sie morgen schnell einsatzbereit. Auch der Code0 wird schon angeschlagen, es gibt also an Floras Bug mal wieder ordentlich Leinen zu sortieren:

In den nächsten Tagen werden wir keinen Handyempfang und kein Internet haben, sondern nur über Satellit erreichbar sein. Unsere Position könnt ihr stündlich aktuell auf dem PredictWind-Tracker der Salty Dawg sehen oder aber (fast) wie gewohnt auf Noforeignland, dort wird sie allerdings auf diesem Törn ausnahmsweise nur ein paarmal am Tag aktualisiert. Dafür ist es dort übersichtlicher, besonders wenn Ihr “SHOW JOURNEY” anklickt und somit unseren gesegelten Track (und nur unseren) in der Karte seht.

Unsere Strecke haben wir nochmal ein bisschen umgeplant, sie wird jetzt näher östlich an den Bahamas entlangführen. Einerseits, um die Schwachwindzone am Anfang des Törns etwas zu umfahren, andererseits auch um uns mehr Optionen zu eröffnen bzw. zu erleichtern. Neben dem möglichen Tankstop betrifft das auch das kurzfristig mögliche Abbiegen nach Westen in die Bahamas hinein oder später (nördlich der Bahamas) zu Ausweichhäfen an der US-Ostküste, die südlich von unserem Ziel Chesapeake Bay liegen. Falls nämlich Nordwind aufkommt, was Ende nächster Woche passieren könnte, möchten wir nicht im nordsetzenden Golfstrom in eine Wind-gegen-Strom-Situation kommen.

Mal sehn, welche dieser (oder anderer) Routenoptionen sich am Ende ergibt. 😁