Compass Cay

Die Entfernungen sind klein hier in den Exumas, statt langer Schläge ist es mehr ein Hüpfen von Insel zu Insel, die Ankerplätze liegen praktisch in Sichtweite voneinander. Trotzdem müssen wir „außen rum“, also hinaus in den tiefen Exuma Sound und dann wieder durch einen Cut hinein zwischen (und hinter) die Inseln.

Von Staniel Cay kommend wählen wir als nächstes Compass Cay. Schon der Name ist verlockend maritim, aber vor allem interessieren uns der Hike durch das fast trocken fallende kleine Flussbett und – da sind wir durch die Thunderball-Grotte offenbar auf den Geschmack gekommen – die per Dinghy erreichbaren Höhlen in den gegenüber liegende Rocky Dundas.

Zunächst liegt die Flora noch allein mit der Easy-One in der Bucht, doch kurz darauf gesellen sich die Thula und die Caroline dazu. Vier deutsche Boote“! Für die Thula ist der Besuch auf Compass Cay eigentlich Pflicht, lautet das Motto (auf ihrer Website) doch: LIVE YOUR LIFE BY COMPASS, NOT BY CLOCK. 😎

Und später am Tag kommen dann die holländische Doejong und die schweizer Jollity auf den Ankerplatz, beide Boote und Besatzungen kennen wir von früheren Begegnungen.

Die Höhlen der Rocky Dundas sind weniger bekannt wie die Thunderball-Grotte, aber auf ihre eigene Art ebenso attraktiv. Sie liegen bereits im „Exuma Cays Land and Sea Park“ und tatsächlich ist das Unterwasserleben vor den Grotten bunt und reichhaltig. Viele gesunde Korallen und entsprechend auch die dort Schutz findenden Rifffische begrüßen uns, als wir an einer der beiden vor den Höhlen angebrachten Dinghybojen festmachen.

In dem ziemlich flachen Wasser in den Höhlen selbst dann nur wenig Fisch, dafür aber eine beeindruckende Felsenlandschaft mit Stalagmiten und Stalagtiten, die wiederum durch Löcher in der Höhlendecke ganz malerisch beleuchtet wird. Und ein Farbenspiel, dass von dem pinkfarben bewachsenen Stein im überspülten Bereich über die grün bemoosten Wände bis zu ockerfarben matten und bläulich glänzenden Flächen im oberen Höhlenbereich reicht.

Nach einem ersten Besuch mit Wiebke, Andrea und Ingo fahren Ingo und ich noch ein zweites Mal hinüber, diesmal mit Janna und Ilja von der Thula.

Die Wanderung durch das Bachbett auf Compass Cay macht man am besten bei Hochwasser. Nicht wegen des Hikes selbst, sondern weil am Ende ein Bad in „Rachel’s Bubble Bath“ wartet. Bei Hochwasser (und Ostwind) schwappen die Wellen über die schmale Felswand, die Nordspitze von Compass Cay mit dem Rest der Insel verbindet. Das Luft-Wasser-Gemisch blubbert dann in den natürlichen Pool, aus dem heraus der Bachlauf dann zu unserem Ankerplatz fließt.

Ein gemeinsamer Abend am Strand, ein Spieleabend (Mexican Train Domino) mit den Andrea, Natascha, Ingo und Jochen auf der Easy-One. Wir sind sehr dankbar dafür, dass so etwas auch in Covid-Zeiten hier möglich ist. Viele Segler konnten sich inzwischen bereits impfen lassen, wir hoffen, dass es für uns direkt nach der Einreise in die USA klappen wird.

Vorher möchten wir aber die Bahamas noch ausgiebig weiter erkunden. Dabei kommen wir jetzt in den Exuma Cays Land and Sea Park, wo wir allerdings nur noch sehr eingeschränkt Internet haben werden, in weiten Teilen wohl gar keins. Also nicht wundern, wenn die nächsten Blogbeiträge evtl. keine Bilder haben 😉.

Ankern in den Bahamas, Schnorcheln mit Meerjungfrau

Das Ankern hier in den Bahamas, gerade hier in Exuma hat ein paar Besonderheiten. Klar, es ist ein Tidenrevier, aber der Tidenhub ist eigentlich nicht besonders groß. Meist sind es zwischen 60 und 80 cm, gelegentlich wird es etwa 1 m Unterschied zwischen Ebbe und Flut. Trotzdem warnt die Seekarte vor gefährlichen Bedingungen, wenn nur eine mäßige Brise von gut 10 kn (oder mehr) Wind gegen die Tidenströmung in einem Cut steht. Denn durch diese schmalen und oft auch recht flachen Öffnungen zwischen den wie eine einzige Barriere in Reihe liegenden Inseln presst sich der Tidenstrom des Wassers der riesigen Great Bahama Bank. Dabei entsteht eine kräftige Strömung.

Und die wirkt sich auch beim Ankern aus. Gerade mit unserem 2m-tiefgehenden Boot können wir im Flachwassergebiet hinter den Cays oft nur in den flussähnlich durch die Sandbänke mäandernden Prielen ankern, durch die eben auch das Wasser ein- und ausströmt. Nicht umsonst gibt es eine spezielle Ankermethode namens „Bahamian Mooring System“, bei der mit zwei Ankern (einer nach vorne, einer nach achtern, beide über den Bug) der Schwoiraum im engen Priel bei wechselnder Tiede begrenzt wird. Gut erklärt z.B. HIER.

Bisher mussten wir so allerdings noch nicht ankern, denn wenn genug Platz vorhanden ist bevorzugen wir freies Ankern mit nur einem Anker, das erleichtert auch ein schnelles Ankerauf-Manöver.

Aber: das freie Ankern führt hier gelegentlich zu befremdlich anmutenden Positionen von Anker und Ankerkette relativ zum Boot.

Finde den Fehler: hier liegt der gut eingegrabene und nur seinen Schaft zeigende (Spade-)Anker bei Stillwasser neben Floras Heck, am Bug hat die Kette eine Schleife gelegt.
Und hier liegen wir zwar mit dem Bug in der Strömung, gleichwohl aber hat uns der achterliche Wind gegen die Strömung über den Anker geschoben, die gesamte Ankerkette liegt in einer geraden Linie unter dem Boot durch nach hinten, die Ruckdämpfer an der Ankerkralle hängen beidseitig am Bug hinunter nach hinten gespannt. Warum dreht das Boot nicht mit dem Bug in den Wind? Wir vermuten, dass das Unterwasserschiff der Strömung beim Drehen zu viel Angriffsfäche bietet.

Nach so viel (hoffentlich zumindest für die Segler interessanten) Spezial-Kram noch eine eher skurrile Auswirkung der Tidenströmung:

Nahe an unserem Ankerplatz vor Rudder Cut Cay, einer der Privatinseln des Illusionisten David Copperfield, hat der Magier die Statue eines Konzernflügels in Originalgröße mit einer an die Klavierbank gelehnten Meerjungfrau versenken lassen, etwa vier Meter ist das Wasser hier tief. Ein wirklich bezaubernder Schnorchelspot 😉. Als wir unser Dinghy daneben verankert haben und mit Tauchflossen hinüber schwimmen wollen, kommen wir kaum gegen die Strömung an, es ist wirklich anstrengend. Ein Ausflugsboot kommt dazu, drei Touristen ohne Flossen springen ins Wasser und wollen zur Meerjungfrau hinuntertauchen, werden aber einfach an der Statue vorbeigetrieben. Das Ausflugsboot sammelt sie ein Stückchen weiter wieder ein.

Und danach: den Abend auf dem Vorschiff genießen 😌.

Ragged Island

Um an den letzten Beitrag anzuknüpfen: die Passage nach Ragged starten wir tatsächlich um 5.00 Uhr morgens, es läuft wunderbar und plangemäß kommen wir im Hellen an, sehen also keinen Sonnenuntergang vor unserem Bug. Wohl aber einen Vollmond, der uns durch die Nacht begleitet …

… und damit einen Monduntergang vor Floras nach Westen gerichtetem Bug und einen Sonnenaufgang hinter Floras Heck.

Und wieder ist es ein Schmetterlingskurs, der kräftige Passatwind schiebt uns gut voran.

Ein bisschen gemischt sind die Gefühle, als wir so auf die Kolumbus-Bank zu rauschen, wo es statt ein paar tausend nur noch 10-20 m tief ist. Aber es passiert nichts, außer dass die Wasserfarbe etwas heller wird und uns mehrere Barakudas an die Schleppangel gehen. Einer schon im Tiefwasser und jetzt drei auf dem Flach, aber wir lassen alle wieder frei. Nur die schöne King Mackerel behalten wir natürlich.

Wir passieren Little Ragged Island südlich und ankern dann in der Bucht zwischen Little Ragged und Ragged Island. Leider findet der Schwell doch seinen Weg um die Insel herum und es ist etwas rollig am Ankerplatz, zumal wi mit unseren zwei Metern Tiefgang hier doch ziemlich weit vom Ufer entfernt den Harken in den sehr gut haltenden Sandgrund krallen. Aber am nächsten Morgen entschädigen die Schnorcheltour, vor allem aber der Strandspaziergang auf Little Ragged mehr als genügend für diese kleine Unannehmlichkeit. Die Farben in der Karibik sind ja ohnehin beeindruckend, aber hier in den Bahamas mit den weiten, zumeist sandigen Flächen mit „Turtle Grass“-Flecken zeigen sie eine fast magische Brillanz und Leuchtkraft.

Sand-Dollar, Kalkskelette von bestimmten flachen Seeigeln, die aber statt Stacheln nur eine Vielzahl feiner Härchen haben und eben im Sand des Flachwassers der Bahamas leben

Trotzdem verholen wir uns gegen Mittag gemeinsam mit der Easy-One ein paar Meilen weiter nördlich nach Hog Cay. Dort ist auch schon die Invia mit Dorothee und Stefan, die mit ihrem Katamaran zuvor im Cut hinter der Flachwasserbarre zwischen Little Ragged und Ragged lagen. Obwohl sie uns extra die Wegepunkte durchgegeben haben und wir Flora bei Hochwasser dort wohl auch hätten hineinschmuggeln können, haben wir uns das letztlich nicht getraut. Auch weil wir das Gefühl hatten, dann irgendwie in einer Mausefalle zu liegen, die man (mit unserem Tiefgang) eben nicht jederzeit verlassen kann.

Und – was für eine Freude – wir treffen hier vor Hog Cay endlich auch unsere Freunde Helena und Steve mit Floras Schwesterschiff Amalia wieder, die wir nach viel gemeinsamem Selgeln zuletzt in der Chesapeake Bay getroffen hatten. Kaum ist unser Anker gefallen, kommen sie schon mit dem Dinghy angebraust. Sie laden uns gleich zum Abendessen auf die Amalia ein, vorher aber steht der gemeinsame Sundowner im „Hog Cay Yacht Club“ an. Tatsächlich, am Strand der unbewohnten Insel steht eine palmblattgdeckte und an den Seiten offene Pavillon-Konstruktion mit langem Tisch und Stühlen, zudem einem Grillplatz auf der einen und einer improvisierten Müllverbrennungsstelle auf der anderen Seite. Die Crews fast aller Boote des Ankerplatzes finden sich um 18.00 Uhr hier ein, es wird eine gesellige und sehr internationale Runde (mit außergewöhnlich hoher deutscher Beteiligung).

Könnte gut sein, dass wir hier ein bisschen länger bleiben.

Wecker gestellt.

Eine inzwischen ziemlich ungewohnter Handlung, wir haben den Wecker gestellt. 5.00 Uhr. Morgen wollen wir hinüber nach Ragged Island segeln, etwa 80 sm nach Westen. Um bei Tageslicht anzukommen müssen wir wohl früh raus.

Ragged liegt am südlichen Ende der Jumentos Chain, einer Kette von Inseln und Felsen, die sich etwa 100 sm lang halbkreisförmig von Long Island bis eben nach Ragged unten an der Columbus Bank zieht. Die Besonderheit ist, dass es östlich der Kette schnell bis über 2.000 m Tief wird, während sich westlich der Inselchen superflaches Wasser von bestenfalls ein paar Metern Tiefe befindet, mindestens für gut 50 sm bis hinüber zur berühmten und wieder mehrere tausend Meter tiefen „Tongue of the Ocean“. Bahamas-Gegensätze pur. Aber nicht nur das reizt an Ragged. Die Insel liegt ziemlich abseits der klassischen Bahamas-Routen, nur 60 sm von Cuba entfernt und nicht an einer Durchreisestrecke etwa zwischen den USA und Puerto Rico, sie wird daher weniger frequentiert als z.B. die Exumas. Mal schauen.

Erst einmal holen wir aber hier am Ankerplatz bei Acklins die Tauchsachen heraus. Schnorcheln ist schön, aber der sandige Grund unseres Ankerplatzes fällt sanft bis auf eine Tiefe von etwa 15 m ab und wird dort von Korallen-Bommies wie von einer Hecke begrenzt. Dahinter fällt eine steile Wand fast senkrecht noch einmal etwa 20 m ab auf die nächste Ebene. Die Korallen und die Steilwand möchten wir betauchen.

Super ist, dass wir die Dinghys von Flora und Easy-One dafür an der Karizma festmachen dürfen. Unsere südafrikanischen Segelfreunde Amy und Hylt haben ihren Kat nämlich so geankert, dass das Heck der Karizma genau über der Riffkante liegt.

Hylt zeigt am Abend auf unsere Fragen hin auch noch sehr praktisch, welche Vorteile das beim Jig-Fishing vom Boot aus hat. 😁 🎣

Jetzt aber heißt es, dass wir die perfekte Einstiegsstelle für unseren Tauchgang haben.

Als wir etwas später auf etwa 20 m Tiefe an der Wand entlang tauchen kommt Freediver Hylt dann mal eben zu uns herunter und schaut uns eine Weile zu, bevor er langsam und scheinbar tiefenentspannt wieder nach oben gleitet.

Ein wunderschöner ruhiger Tauchgang ist es auch für uns. Den Rest der Luft in der Tauchflasche verwende ich dann weniger relaxt dazu, das Unterwasserschiff vor der Passage noch mal ordentlich sauberzumachen. Auch den Kiel glattgeputzt, den ich sonst gerne mal etwas vernachlässige wenn ich Floras Unterwasser-Schönheitskur schnorchelnd erledige. Aber in dem klaren Wasser hier fällt das natürlich auf 😉.

Dafür sollte es dann morgen um so flotter nach Westen gehen. Wieder ein Vormwindkurs, aber hoffentlich nicht so in den Sonnenuntergang wie hier am letzten Freitag auf dem Zwei-Nächte-Törn zu den Bahamas.

Angekommen in Matthew Town, Bahamas

Was für eine wunderschöne Passage. Wir benötigen 43 Stunden für die 300 sm, sind also mit im Schnitt knapp 7 kn flott unterwegs (Strömung hilft und wir halten uns fein in ihrer Mitte).

So ist es ganz überwiegend reines Schmetterlingssegeln, zwei Halsen mit jeweiligem Umbauen des Spibaums auf die andere Seite, ansonsten trimmfreies Segeln.

In die beiden Sonnenuntergänge segeln wir auf unserem Westkurs genau hinein, was für Geschenke.

Tja, das Angeln. Mein Missgeschick hatte ich ja schon beschrieben, auf dem nächsten Foto sieht man die neue lange Sicherungsleine an der anderen Angel. Trotz vollem Einsatz gab es leider kein Angelglück, hier ziehe ich gerade einen großen Mahi-Mahi bis fast an das Boot, dann geht er leider doch noch vom Haken. Andrea auf der Easy-One hat aber mehr Erfolg, wir werden heute Abend zum Fisch-Festmal hinüberfahren.

Am Ankerplatz kommen wir um 5.00 Uhr morgens an, also unplanmäßig noch im Dunkeln. Eigentlich in den Bahamas ein No-Go, aber hier in Matthew Town auf Great Inagua ist es kein Problem. Bis direkt vor dem Ankerplatz ist es so tief, dass wir nicht einmal eine Anzeige auf dem Echolot haben, nur drei Striche – – -. Und dann sind es bis fast ans Ufer Tiefen um 5 m und Sandgrund. Die anderen Ankerlieger haben ihre Ankerlichter an und liegen wie an einer Perlenkette aufgereiht, wir legen uns einfach südlich daneben.

Jetzt erst einmal schlafen und morgens noch vor dem Einklarieren ein Sprung ins glasklare Nass. Unfassbar, von der Badeleiter aus können wir vor dem Schiff noch weit über 10 m Ankerkette sehen, außerdem den Schlagschatten unseres Schiffes auf dem Grund.

Wie geht’s weiter? Kaffee und dann die Behörden, noch vor dem Frühstück. Beim Dinghyfestmachen im kleinen Hafen treffe ich auf den Officer von der Immigration, er nimmt mich mit seinem Auto mit zum etwa einen Kilometer entfernten Büro. Noch ein paar Formulare mit den bereits online gemachten Angaben ausfüllen, das kenne ich ja bereits. Er hat die Stempel vergessen und schickt mich erstmal rüber zur Lady vom Zoll. Der Eingang ist am anderen Ende des gleichen Gebäudes gelegen, dazwischen liegt noch ein Weinhandel. Die Tür steht offen, eine Halle mit vielen Paketen, überwiegend Amazon. Dort hindurch und in der einen Ecke der Wellblechdachhalle ist ein klimatisiertes Büro abgeteilt. Die nette Dame schaut gerade Internetvideos, der Ton läuft auf voller Lautstärke weiter während jetzt im Vordergrund die Maske zur Bearbeitung meines Cruising Permits geöffnet ist. Aber die Bezahlung der 300 US$ dafür hatten wir online nicht mehr hinbekommen (weil das Angelmissgeschick dazwischen kam), danach hatten wir kein Netz mehr. Das Wifi hier bei Customs (Zoll) funktioniert seit gestern nicht mehr, aber das bei Immigration läuft. Also zurück. Dort ist noch zu, aber gerade kommt der Officer mit den Stempeln angebraust. Ach was WiFi, er füllt das eben schnell für mich aus. Nur die persönlichen Daten und die Kreditkarteninformationen soll ich dann doch selbst eintragen, an seinem Bürocomputer.

Der Mann ist echt entspannt, getreu dem gerahmten Wahlspruch mit dem kleinen Sprung in der Scheibe, der die Wand in seinem Büro ziert:

Wieder zu Customs, dort bekomme ich das Cruising Permit und (im Preis inbegriffen) die Angelerlaubnis für die Bahamas. Und – ganz wichtig: Die Lady ruft (am Sonntag) ihre Freundin bei der Telefongesellschaft „aliv“ an. Die muss zwar jetzt erst zur Kirche und danach das Sonntagsmahl vorbereiten, aber um 15.00 wird sie mir am Hafen einen kleinen Router mit Bahamas-SIM-Karte vorbeibringen. Der Router ist kostenlos, für die Karte muss ich das gewünschte Datenpaket auswählen und auf dem Handy der Zöllnerin eine Bestätigungs-SMS an ihre Freundin schicken. O.k.

Dann wieder zur Immigration, die gestempelten Pässe abholen. Und noch 40 Dollar bezahlen. Diese Gebühr ist vermutlich nicht legal, obwohl es eine offiziell gestempelte Quittung gibt. Andere Segler beschweren sich und der Officer erklärt (wenn ich ihn richtig verstehe), dass das Dienstauto geschrottet wurde und er seinen Privatwagen verwenden muss. Hm. Wie auch immer, keiner scheint die 40 Dollar zurückzubekommen und ich will unsere Pässe haben. Es bleibt ein Beigeschmack, wenn auch kein dramatischer. Selbst in den Cruising Guide hat es diese Gebühr schon geschafft, Ratschlag: bezahlen und sich bei der vorgesetzten Stelle in Nassau beschweren. Scheint nicht viel zu bringen, unser Revierführer ist schon ein paar Jahre alt 😉, die Kosten muss man beim Einklarieren auf Great Inagua wohl einfach mit einkalkulieren. Jedenfalls sind wir einklariert und dürfen jetzt bis zu drei Monate durch die Bahamas cruisen.

Dass dieser Text mit Bildern erscheint zeigt: die Übergabe des Routers mit SIM hat geklappt:

Karibische Farben. 😁

Auch an unserem Ankerplatz. Keines dieser Bilder ist bearbeitet. Durch die polarisierende Sonnenbrille fotografiert sieht es sogar noch etwas krasser aus:

Kleinkram in eigener Sache

Wie das eben so ist, manches bleibt gerne mal länger liegen. Damit das möglichst keine wesentlichen Arbeiten am Boot sind, gibt es auf der Flora neben der To-do-Liste ein Wartungsbuch. Muss man nur mal reinsehen und – schwupp – kündigt sich die nächste Aufgabe an. Heute war es der in drei Betriebsstunden fällige Ölwechsel unseres Dieselgenerators. Dann doch besser gleich hier als in den Bahamas, falls sich irgendein Problem auftut. Ging aber alles glatt, nebst Ölfilter und Dieselfilterwechsel.

Dann das leckende Lewmar-Heckfenster. Ausgebaut und festgestellt, dass das Problem nicht zwischen den verschraubten äußeren und inneren Rahmenteilen, sondern in der Verklebung des Glases mit dem äußeren Rahmen besteht. Da kann ich mit dem schon bereitgelegten Botyltape nichts werden. Erstmal wieder einbauen, dabei die Edelstahlschrauben vor dem Einsetzen in die Alurahmen alle säubern und mit Tef-Gel zum Korrosionsschutz versehen.

Die achtere Steuerbordwinsch auseinandernehmen und warten (die anderen kommen nach und nach dran). O.k.

Und dann die WordPress Blog-Seite. Als wir neulich den Menü-Reiter für die englische Version und den für die Linksammlung (zu anderen Blogs) eingefügt haben, waren uns bei den Untermenüpunkten fehlerhafte ins Nichts führende Dopplungen aufgefallen. Den Quatsch gerade zu ziehen war für IT-Laien wie uns die heute schwierigste und langwierigste Aufgabe. Ist noch nicht optimal, hat aber am Ende irgendwie doch geklappt. Und auch die gesegelten Routen von 2019 und 2020 sind jetzt endlich drin.

Reserve-Benzinkanister für das Dinghy volltanken.

Noch ein bisschen einkaufen und die Klinik für den zur Weiterreise in die Bahamas obligatorischen COVID-PCR-Test suchen.

Ups, ein Tag ohne Fotos. 😉

Whale watching – Buckelwale ganz nah

Wir verholen uns für eine Nacht an die “Bacardi”-Insel Cayo Levantado, der wir ja bisher nur mit dem Dinghy einen Besuch abgestattet hatten. Der drehende Wind beschert uns zwar einen etwas rolligen Ankerplatz, aber dafür haben wir am nächsten Morgen erstens einen schönen Blick auf den palmenbestandenen Sandstrand …

… und zweitens die perfekte Startposition für eine ganz private Whale-Watching-Tour, nur Flora und Easy-One, mit einem bewussten Umweg in einem großen Bogen außen um Cayo Levantado herum und dann weiter zum Nationalpark Los Haitises. So jedenfalls die Theorie, die wir uns gemeinsam mit der Crew der Easy-One zurechtgelegt haben. Na klar, Glück bräuchten wir natürlich auch, um Wale aus der Nähe zu sehen, die Bucht ist groß.

Und die Praxis?

😁😁😁. Wir sehen mehrere Wale, auch mit Kälbern. Gaaaanz ruhig und unaufgeregt gleiten sie dahin. Erst fahren wir unter Motor, dann schalten wir die Maschine ab und lassen uns treiben, zunächst läuft noch der Watermaker, dann machen wir auch den aus. Später fahren wir wieder langsam unter Motor zur Easy-One hinüber. Für die Wale scheint es keinen großen Unterschied zu machen. Sie scheinen manchmal bewusst zu unserem Boot zu schwimmen, uns zu begutachten.

Ein unbeschreiblich schönes, intensives Erlebnis, wir sind schockverliebt.

Ein wirklich sehenswertes Video dieser Walbegegnungen gibt’s HIER (unbedingt Ton einschalten).

Die Weiterfahrt zum Nationalpark Los Haitises setzt leider einen kleinen Kontrapunkt, einem Fluss gleich kommt uns in der großen Bucht ein Müllstrom entgegen geschwommen. Große Äste und Pflanzenteile sind auch dabei, aber das meiste ist doch Zivilisationsmüll. Plastik Flaschen und Styropor-Essensverpackungen schwimmen fast dicht an dicht, Schuhe und selbst Ölkanister sind aber auch dabei. Wir vermuten, dass der heftige Regen der letzten Tage ein sonst ausgetrocknetes Flussbett gefüllt und den Kram über die Barre geschwemmt hat, das würde jedenfalls das plötzliche und lokale Auftreten erklären.

Segeln durch die Mona-Passage hinüber in die Dominikanische Republik

Der Ankerplatz bei Puerto Real im Westen von Puerto Rico ist hervorragend geschützt, eine schmale, gut betonte Riffdurchfahrt führt in die fast kreisrundere Bucht. Da macht es auch kaum etwas, dass der schlammige Grund dem Anker erst beim zweiten Versuch genug Halt bietet. Was Puerto Real darüber hinaus auszeichnet ist die Marina Pescaderia, genauer gesagt deren Manager José.

Zum einen können wir bei ihm ausklarieren, er faxt und emailt das bekannte Formular CBP 1300 an die zuständigen Stellen und schon eine halbe Stunde später bekommen wir das gestempelte Ausklarierungspapier in die Hand gedrückt. Normalerweise jedenfalls. Heute dauert es etwas länger, die Behörde hat scheinbar Empfangsprobleme. Kein Drama, wir möchten eh noch Besorgungen machen. Die Marina hat vier Mietwagen, aber die sind leider alle bereits gebucht.

Macht nichts, Chuck (La Rive Nord) bekommt von José die Schlüssel für dessen privaten Pickup. Und so schaffen wir es, für die La Rive Nord und die Flora nochmal die amerikanischen Propangasflaschen zu füllen, Apothekenbesorgungen zu machen und die Easy-One kann Technikkram im WalMart-Superstore (und wir alle auch noch Lebensmittel) ergänzen. Wieder zurück in der Marina sind auch die Ausklarierungspapiere klar. Nach nunmehr 5 Wochen in diesem Land sagen wir: Tschüß Puerto Rico, vielen Dank, Du warst ein toller Gastgeber.

Am nächsten Morgen machen sich bei Sonnenaufgang zuerst Helen und Kirk mit der Landscape auf den Weg, kurz darauf ein französischer Segler und etwas später dann auch die Easy-One, die La Rive Nord und zuletzt wir. Fünf Boote mit dem gleichen Ziel, nach Nordwesten in die Samana Bay in der dominikanischen Republik.

Der Weg führt quer über die Mona-Passage. Sie trennt Puerto Rico von Hispaniola, der Insel auf der Haiti und die Dominikanische Republik liegen. Und obwohl vor uns nur etwa 140 sm liegen, begegnen wir der Mona-Passage doch mit gehörigem Respekt. Nach der in ihrer Mitte liegenden und zu Puerto Rico gehörenden Isla Mona benannt, weist die zum Teil über tausend Meter tiefe Meerenge auf beiden Seiten einige Flachs auf. Insbesondere das “Hourglass-Shoal” vor der DomRep ist berüchtigt. Die Seekarte warnt: “Tide rips and heavy swells may be encountered at any time along the edge of this bank”. Das verwundert ein bisschen, denn sooo flach ist die von der Form an ein liegendes Stundenglas erinnernde unterseeische Verlängerung der Ostküste der DomRep eigentlich gar nicht. Aber sie weist eben auf beiden Seiten große Tiefen auf und außerdem liegt sie genau auf der Grenze zwischen dem karibischen Meer und dem offenen Nordatlantik.

Aber das Windfenster sieht vielversprechend aus und ist auch tatsächlich gut gewählt. Direkt vor Puerto Real geht gleich unser blauer Gennaker hoch und Harry Potter (weil er unter Floras Niedergangstreppe wohnt) begeistert uns mit einer ruhigen schnellen Fahrt bei erst südöstlichen und dann flauer und südlichen werdenden Winden zwischen 6 und 12 kn. Kaum zu fassen, bei halbem Wind schafft Flora mit Großsegel und dem flach geschnittenen Gennaker etwa soviel Fahrt, wie wir scheinbaren Wind haben. Das nennt man wohl Sweetspot 😁 (und die Strömung hilft auch noch).

Erst nach dem Abendessen holen wir Harry Potter herunter und wechseln auf die Fock. Da haben wir die Nordostecke des Hourglass-Shoal bereits (mit einigem Abstand) passiert und können in der Ferne sogar schon das Cabo Engaño liegen sehen. Wir gönnen uns einen alkoholfreien Sundowner und mit den bewährten 3-Std-Wachen geht’s in die Nacht. Herrliches Segeln, sternenklarer Himmel. Wobei – wir sind wieder mal zu schnell. Beim Wachwechsel um 22.00 Uhr binden wir drei Reffs in das Groß, einfach um langsamer zu werden und nicht im Dunkeln anzukommen. Erst gegen 4.00 und damit deutlich später als vorhergesagt kommt dann Flaute, wir holen die Segel ein und motoren den Rest, selbst als wieder Segelwind aufkommt. Zum einen wegen der vielen Flachstellen in der Bahía Samana, vor allem aber wegen der erhofften Begrüßung 😁. Die stellt sich nämlich ein: Wale. Genau genommen Buckelwale (Humpback Whales), von denen sich viele hier regelmäßig zwischen Mitte Januar und Ende März aufhalten, denn hier liegt eine der großen Kinderstuben für Buckelwale.

Erst sehen wir nur ab und zu einen Blas oder einen Rücken mit Finne, aber dann häuft sich das Klatschen aufs Wasser mit den langen Brustflossen, ab und zu sehen wir einen Wal springen und auch das Zeigen der Fluke vor dem Abtauchen. Wir sind völlig begeistert. Was für ein Geschenk, so in der Dominikanischen Republik empfangen zu werden.

Farbklarheit und Milchkante

Das Licht hier in der Karibik ist … schwer zu beschreiben, jedenfalls aber produziert es unfassbar klare Farben.

Heute mal wieder Blau (da haben wir gleich den passenden Gennaker gesetzt😉)

auf dem Weg zum Cabo Rojo (also dem roten Kap!) und Grün am Ankerplatz direkt dahinter.

Ich habe übrigens nicht an den Farbreglern der Bildbearbeitung gespielt!

Witzig ist aber auch, was für einen Einfluß der Blickwinkel in Relation zum Sonnenstand hat. Klar, weiß man, deshalb ja die „Eyeball-Navigation am besten nur mit der hoch stehenden Sonne im Rücken. O.k., aber jetzt mal ehrlich, die nächsten beiden Bilder sind nur ein paar Minuten hintereinander eben aus unterschiedlichem Winkel aufgenommen, und – na logo -, die Boote haben wir zwischendurch nicht bewegt. Nur die Drohne hin und her geflogen:

Was auf beiden Bildern auffällt: die Milchkante. So haben wir jetzt einfach mal das Phänomen genannt, dass relativ abrupt das vergleichsweise klare Wasser fast ansatzweise in eine eher milchige Brühe übergeht (die aber immer noch eine schöne Farbe hat). Woran liegt das?

Hinweise oder Ratetips gern in den Kommentaren 😁!

Die Südküste von Puerto Rico

Mit dem Palmenflash von Vieques verabschieden wir uns von den Spanish Virgin Islands. Etwa 28 Seemeilen sind es nach Puerto Patillas im Südosten der Hauptinsel Puerto Rico. Schon am Ankerplatz riggen wir den Spibaum zum Ausbaumen der Fock und den Bullenstander, um das einmal gereffte Großsegel auf der anderen Seite zu sichern. Schmetterling vor dem recht kräftigen achterlichen Wind ist angesagt. Es werden für uns 28 sm traumhaftes Segeln bei bestem Wetter.

Endlich sehen wir auch wieder einmal Delfine. Eine größere Schule von vielleicht 30 Tieren kommt uns in den Wellen springend entgegen, passiert kurz vor unserem Bug. Einige der Meeressäuger spielen ganz kurz vor unserem Schiff und dann – schwupp – sind sie schon wieder verschwunden. Hat nur eine Minute gedauert und zaubert uns doch für Stunden ein Lächeln ins Gesicht. Zumal wir rein zufällig die Kamera laufen haben:

O.k, die Bilder sind nicht perfekt, sie sind aber auch nur herauskopiert aus unserem Video (Ton anschalten).

Wie man an dem Blau des Wassers unschwer erkennt, ist das Karibische Meer hier richtig tief. Obwohl wir ja küstennah segeln, fällt der Grund auf unserer Route bis auf etwa 900 m ab, 35 Meilen südlich von Puerto Rico ist es über 5.000 m tief. Und das ist nur die eine Seite. Nördlich von Puerto Rico geht es in der Tiefseerinne des Puerto Rico Graben jedenfalls bis über 8.300 m hinab, die genaue Tiefe ist noch strittig. So gesehen ist Puerto Rico praktisch der über Wasser befindliche Gipfelgrat eines unterseeischen Gebirgsrückens.

Wir könnten auch noch küstennäher segeln, es gibt nur wenige gefährliche Flachstellen. Aber weiter draußen im tieferen Wasser hoffen wir auf mehr Angelglück und tatsächlich, querab der Punta Tuna (jaaaa!) rauscht die Steuerbordleine das erste Mal aus. Noch während ich den mittelgroßen Schwarzflossenthunfisch herankurbele, sirrt auch die Rolle der Backbordangel. Allerdings sind wir dort nicht schnell genug, der Fisch geht vom Haken. Kein Problem, denn noch ein zweiter Schwarzflossenthun beißt, wieder an Steuerbord. Diese Thunfischart wird maximal nur etwa einen Meter groß (unsere sind beide kleiner), ist aber sehr lecker. Und noch ein dritter Fisch geht an die selbe Angel, diesmal eine Fregattmakrele (unechter Bonito). Dann stellen wir das Angeln erstmal ein.

Mein neuer Lieblingsköder war wieder reichlich erfolgreich. Waren bisher die roten und vor allem die neongrünen Tintenfisch-Imitate am besten, läuft ihnen jetzt der Zedernholzköder (cedar plug lure) den Rang ab. Nur etwa 10 cm lang, mit Bleispitze und ansonsten ziemlich simpel und unverwüstlich. Auch nur mit einem Einfachhaken, kein Drilling, weshalb gefühlt weniger Sargassum an ihm hängen bleibt, obwohl das gelegentlich trotzdem noch passiert.

Die Beißspuren sprechen für sich

Heute Abend gibt es jedenfalls Fisch auf der Flora, die Crew der Easy One ist eingeladen, aber Andrea lässt es sich nicht nehmen, die Beilagen beizusteuern. Das Eis für die Piña Colada muss Ingo auch von drüben holen, ts, ts.

Anders als befürchtet müssen wir aber auf die Palmen noch nicht verzichten, auch hier an der Südküste säumen sie überaus üppig das Ufer, selbst an unserem Ankerplatz im Städtchen Puerto Patillas. Der Ankerplatz ist durch ein ausgreifendes Korallenriff relativ gut geschützt, allerdings machen ein paar Korallenköpfe einen Bogen bei der Anfahrt erforderlich und das Wasser ist etwas trüb und ziemlich flach. Gute Bedingungen für Manatees, auf die mit Geschwindigkeitsbegrenzungen und Warnbaaken hingewiesen wird. Wir bekommen hier allerdings keine zu Gesicht, hoffen aber auf Sichtungen der Rundschwanz-Seekühe bei unserer weiteren Reise an der Südküste von Puerto Rico. Aber einen (weiteren) traumhaften Sonnenuntergang gibts.

Am nächsten Tag holen wir nach einem Regenschauer den Anker auf und gemeinsam mit der Easy-One geht es weiter nach Westen. Wieder segeln wir vor dem Wind, wieder baumen wir die Fock aus. Aber das Groß hat heute Pause, in Böen messen wir knapp 8 Beaufort, da reicht die Fock alleine dicke.

Wind genau von achtern, Flora und Easy-One fahren das Vorsegel auf der jeweils anderen Seite

Und die Regenschauer bleiben uns erst einmal treu, während wir an der hier im Südosten noch sehr grünen Küste entlangsegeln. Etwa auf der Hälfte der heutigen Strecke von nur 20 Seemeilen wandelt sich aber das Bild, die Hänge der Berge werden zunehmend brauner und karger. Das lässt auch für unsere Regengüsse jedenfalls statistisch hoffen, erstmal bleiben die Wolken, aber tatsächlich wird es gegen Nachmittag schöner, der Himmel reißt auf.

Grün, Blau, Grau. Der letzte größere Schauer bei der Riff-Einfahrt „Boca del Infierno“

Wir machen einen Ankerstop hinter den Cayos de Barca. Durch vorgelagerte Riffe und ein Labyrinth von Mangroveninselchen sind wir hier gut gegen den hohen Ozeanschwell geschützt, aber die immer noch heftigen Windböen sprechen doch für einen geschützteren Platz für die Nacht. Schade, es ist so wunderschön hier:

Aber so fahren wir nach einer ausgiebigen Kaffeepause das kleine Stückchen weiter nach Salinas, in ein von den vorgelagerten Cayos zusätzlich geschütztes schmales Inlet. Im Ort am Ende der von mangrovenumstandenden Salzwassertümpeln gesäumten schmalen und tief einschneidenden Bucht liegt sogar eine kleine Marina, diverse Motorboote ankern davor. Für uns bietet es sich eher an, das zunächst flacher werdende Fahrwasser nicht bis dorthin durchzufahren, sondern zeitig einen Ankerplatz vor dem Ostufer anzusteuern. Ganz dicht kommen wir nicht an die Mangroven heran, es wird schnell seicht. Auf 2,80 m fällt der Anker, direkt neben der Easy-One.

Andrea und Ingo haben hier schon ein Manatee direkt hinter ihrem Boot erspäht, wir warten noch darauf und begnügen uns vorerst mit den rund um uns herum jagenden Pelikanen. Es ist immer wieder faszinierend zu beobachten, wie sie oft ohne Flügelschlag in Kompaktform dicht über das Wasser gleiten als hätten sie Pate für die Entwicklung der behäbig eleganten Flugboote gestanden. Und dann wieder unvermutet wendige Manöver fliegen und ins Wasser stoßen, wenn sie Beutefische entdecken.