Wird wohl Zeit …

Nach 11 Wochen Bahamas haben wir in Spanish Wells ausklariert und sind jetzt auf dem Weg in die USA. Ziel ist erstmal Beaufort, North Carolina.

Es sind etwa 560 sm, wir werden aber wind- und strömungsbedingt wahrscheinlich einen kleinen Bogen fahren und rechnen mit etwa 4 Tagen Ozeanpassage. Drückt uns die Daumen, unsere Position könnt Ihr auf Noforeignland verfolgen.

Auf in die Bahamas

Tschüss, Dominikanische Republik. Du hast uns wunderbar angenehm überrascht. Wenn wir ganz ehrlich sind, hatten wir kaum eine Vorstellung von Dir. Urlaubsinsel mit Hotels an Sandstränden einerseits, eher arm im Vergleich zu den meisten anderen Inseln der Karibik andererseits, so viel war klar. Widersprüchliches hatten wir zur maritimen Infrastruktur und auch zur Sicherheitslage in manchen Häfen gelesen. Die größte Verlockung waren die Wale, für deren Sichtung Du zwischen Januar und März so gute Chancen bieten sollst.

Und: Buckelwale gleich zur Begrüßung, palmengesäumte Hänge der Hügellandschaft, freundliche Aufnahme und unaufdringliche, zuvorkommende Menschen. Santa Bárbara de Samaná bunt, unzweifelhaft auch laut und (für uns) chaotisch, exotisch. Ein gutes Sicherheitsgefühl. Obst und Gemüse im Überfluss und zu unglaublich günstigen Preisen auf dem Markt. Spannende Ausflüge in die Umgebung und den faszinierenden Nationalpark “Los Haitises” mit seinen „schwebenden” Inseln, seinen Höhlen und den traumhaften Ankerplätzen.

Und schon sind wir zwei Wochen hier. Viel zu kurz, viel zu wenig gesehen von der Insel. Aber das ist ein Dilemma, das jede noch so lange Reise begleitet. Man möchte die Welt bereisen, verschiedene Orte, Länder, Kulturen kennenlernen. Und man möchte bleiben, mehr und noch intensiver eintauchen in das Leben vor Ort, hinter die Fassaden schauen, Menschen besser kennenlernen.

Die Dominikanische Republik war nur als Zwischenschritt auf unserer Seereise geplant, als kleine Wundertüte. Und jetzt macht sie uns den Abschied schwer. Zwei Wochen waren wir hier, aber die eben in der Bucht vom Samaná. Wir sind ein bisschen angekommen an diesem Ort, “unsere” Obstverkäufer erkennen uns wieder, “unsere” Rikschafahrer, “unsere Bedienung” in der Cocktailbar auf dem Malecón mit dem leckeren Fingerfood,

Andererseits: wir freuen uns auf die Bahamas, ein Sehnsuchtsort, den wir im letzten Frühsommer nur durchfahren, aber nicht intensiv erkunden durften (“Innocent Passage” wegen COVID-bedingter Schließung der Grenzen des Inselstaates).

Jetzt wollen wir uns Zeit nehmen, die vielen kleinen Inseln der Bahamas zu erkunden, gerade auch die etwas abgelegeneren.

Wir absolvieren den für die Einreise in die Bahamas erforderlichen PCR-Covidtest, können drei Stunden später die Ergebnisse im Labor abholen. Gehen in der Zwischenzeit noch einmal auf den Markt, kaufen Obst und Gemüse auf Vorrat für die ziemlich teuren Bahamas. Nochmal in den Supermarkt, um auch die länger haltbaren Vorräte aufzustocken. Eine Motorrikscha bringt uns vier und die Berge an Einkäufen zurück zur Pier, wo wir sie (mangels echtem Dinghydock) etwas abenteuerlich hinunter in das mit Heckanker am Betonkai herumschlingernde Beiboot bugsieren.

Zubereitungstips auf Deutsch für Yuca und Yams vom Mann der Marktfrau, der eigentlich als Reiseleiter arbeitet. Mangels Touristen hilf er jetzt seiner Frau.

Ausklarieren bei der Immigration, der super freundliche Officer dort darf aber selbst nur einklarieren. Er ruft seinen Chef an, der kommt nach kurzer Wartezeit mit dem Roller angebraust, bringt zwei mit einem Schloss gesicherte Stempel mit und klariert uns aus.

Weiter zur Armada, um das Despacho für die Weiterfahrt in die Bahamas zu erhalten. Aber erst das (abgelaufene) genutzte Despacho für „Los Haitises“ im Original abgeben. Ach so. Noch ein bisschen warten, bis der Chef unterschrieben und gestempelt hat, mit einem Armada-Officer zur Flora fahren, denn dort erst wird das ausgefertigte Dokument übergeben. Kann losgehen.

Noch nicht ganz. Denn erstmal beantragen wir mit den COVID-Testergebnissen online das Bahamas Health Visa unter http://www.travel.gov.bs, aber leider lässt die Rückmeldung auf sich warten. Als wir es das letzte Mal von den USA aus beantragten, hatten wir innerhalb von zwei Stunden die Zusage. Diesmal ist am nächsten Morgen der Status immer noch „Pending“, also in Bearbeitung. Wir verholen erst einmal hinaus zur Bacardi-Insel und werfen dort noch einmal den Anker. Eigentlich würden wir den Formalkram gerne vor der Abfahrt erledigt haben, denn erst bei Zusage können wir im nächsten Schritt 70 US$ an die Bahamas überweisen, die Health-Visa erhalten und damit dann auch das Cruising Permit für die Bahamas unter http://www.besw.gov.bs beantragen („click2clear“, was zur Not allerdings auch noch als erster Schritt in den Bahamas erfolgen könnte).

Um 11.00 immer noch „Pending“, also fahren wir los und hoffen, das sich der Status in der Zeit ändert, in der wir noch Empfang haben. 300 sm liegen vor uns bis zum Ankerplatz bei Matthew Town auf Great Inagua.

In den Bahamas selbst wird Internetempfang nicht immer gegeben sein. Wir können dann – wie auf langen Passagen – zwar über IridiumGo Texte im Blog posten, aber keine Bilder. Mal sehen.

Lieber schnell weiter

Wir sind ausklariert, morgen früh setzen wir die Segel Richtung Puerto Rico. Sint Maarten drückt irgendwie nicht den richtigen Knopf bei uns, bezaubert uns nicht. Andere schon, und das ist ja auch ganz gut so, wenn nicht alle die gleiche Insel favorisieren. Aber auch für uns ist Sint Maarten in mancherlei Hinsicht praktisch. Wir haben einiges an Geld hier gelassen, weil die Einkaufsmöglichkeiten wirklich gut sind. Das betrifft Bootszubehör (DIVERSES) ebenso wie Elektro- und Elektronikartikel (neuer Handmixer und neue GoPro). Es betrifft aber auch Lebensmittel, unser Vorrat ist wieder ordentlich aufgestockt.

Nur der berühmte „Funke“ springt irgendwie nicht über. Die Diskrepanz ist riesig. Einerseits ankert hinter uns die klassische „Christina O“ (-nassis, vielleicht die Yacht mit der prominentenreichsten Gästeliste überhaupt) und vor uns quetscht sich gerade die 77 m lange und über 13 m breite moderne Megayacht „Go“ durch die Brücke.

Andererseits deprimieren uns die vielen Wracks in der Lagune. Vielleicht haben wir irgendwo im Hinterkopf auch den Gedanken, wenn die Insel schon so eng an Europa angebunden ist, könnte sie auch bei der Beseitigung von Autowracks am Straßenrand ebenso wie bei Schiffswracks in der Lagune drei Jahre nach Hurrikan Irma weiter sein.

Auch die Kriminalität gibt zu denken, es gab zuletzt (allerdings nur auf der französischen Seite) häufiger Einbrüche auf Yachten, auch wenn die Besitzer an Bord waren. Keine Gewaltkriminalität, nur Diebstähle. Aber eben keine Einzelfälle, sondern in kurzen Abständen.

Wir mieten ein Auto und fahren über die Insel um etwas mehr zu sehen, vielleicht einen anderen Eindruck zu bekommen. Doch der Zeitpunkt ist schlecht gewählt, ausgerechnet an diesem Tag schüttet es fast durchgängig, was den tristen Eindruck noch mal deutlich verstärkt. Die Vorzeige-Einkaufsstraßen in der Hauptstadt Philipsburg sind auch kein guter Einstand. Offensichtlich auf Kreuzfahrttouristen ausgelegt, reiht sich in der Frontstreet ein Luxusuhrengeschäft an den nächsten Juwelier, wobei auch jeder zweite Laden geschlossen hat. Die Backstreet macht auch keinen besseren Eindruck, die Prospektfotos in den Touristenbroschüren picken einfach nur die wenigen schmucken Gebäude aus dem eher tristen Gesamtensemble.

In der Oyster Pond Marina im Osten kurz vor der französischen Grenze liegen ein paar Yachten zwischen versunkenen und zerstörten Stegen, der Hotelkomplex auf der schützenden Halbinsel hat auch schon deutlich bessere Zeiten gesehen.

Und auf der Weiterfahrt durch Hinterland und Küstengegenden bieten sich zwar viele Ausblicke auf Buchten, so richtig ansprechend ist aber (für uns) keine.

Einzig die Baie de Grand Case erscheint als ein kleiner Lichtblick. Im wahrsten Sinne, denn die Sonne kommt kurz einmal durch, das hebt ja die Stimmung schon mal. Wir machen einen Lunch-Stop in einem der eher einfachen Restaurants mit Blick auf die Bucht und der gegrillte Fisch ist wirklich gut. Ein paar alte Männer sitzen auf der verrotteten Betonpier und angeln, die Brandung rauscht auf die dem Sandstrand vorgelagerten Felsen, die ein Anlanden mit dem Dinghy jedenfalls bei diesen Bedingungen nur am großen Dinghysteg zulassen.

Auf der Weiterfahrt fallen im Westen der Insel diverse „Gated Communities“ auf, die Bessergestellten wohnen dann doch lieber hinter hohen Mauern in mit Toren und Schranken abgeschotteten Bereichen. Auch der Maho Bay im Südosten statten wir einen Besuch ab, sie ist berühmt für den (kurzen) Strand, der nur von einer Straße getrennt fast direkt an der kurzen Landebahn des internationalen Flughafens der Insel liegt. Die Landebahn zieht sich von dort bis zur Lagune, die Flieger müssen früh aufsetzen und kommen entsprechend tief über dem Strand herein oder müssen umgekehrt direkt an der Absperrung die Turbinen aufreißen um beim Start schnell Geschwindigkeit zu gewinnen. Ein Schauspiel, wenn der Jet Blast die Touristen gegen den Zaun drückt, Handtücher und Kleidung aufwirbelt und man gefühlt die Triebwerke anfassen kann und dass auf YouTube Millionenaufrufe hat. Aber bei diesem Wetter verlaufen sich gerade mal vier Leute am Strand, selbst das bekannte Surfbrett, auf dem der Flugplan angeschrieben wird fehlt. Und natürlich sind Covid-bedingt auch weit weniger Flugzeuge unterwegs.

Wir geben den Mietwagen frühzeitig wieder ab. Das war nicht berauschend. Aber wo wir schon beim Fliegen sind: da könnte ich doch das Wetter vielleicht besser an Bord nutzen, um in aller Ruhe den seit Januar (in Europa) verpflichtenden und daher überfälligen Drohnenführerschein zu machen, für den das Luftfahrtbundesamt einen Onlinekurs mit Onlineprüfung anbietet.

Wir erfahren, dass es auf Antigua ab morgen kurzfristig angesetzt wieder einen Lockdown gibt, ein bisschen überraschend. Das bestärkt uns darin, möglichst bald weiterzuziehen und mit Puerto Rico als nächstem Ziel wieder ein größeres Land mit mehr Optionen anzulaufen. Wir wollen das nächste Wetterfenster nutzen.

Heute gilt es daher, mal wieder, einen Covidtest zu organisieren. Nach einiger Lauferei und Absagen („Termin frühestens Mitte Februar“) werden wir dann doch an einen Arzt verwiesen, der ohne Terminreservierung, dafür mit Warteschlange, PCR-Tests durchführt, die dann in dem Labor des Arztes, der uns vertröstet hatte getestet wird. Das „Wartezimmer“ ist übrigens draußen und sieht so aus:

Das versöhnt uns und so nehmen wir es auch kaum übel, dass uns die Tests nach der Entnahme in die Hand gedrückt werden, um sie zum Labor zu bringen. „Sie haben kein Auto? Das ist aber ganz schön weit!“ Tatsächlich, auf der anderen Seite der Bucht (wir kürzen mit dem Dinghy ab) und dann den Berg hoch. Hm.

Zur Erholung und Entspannung gibts dann aber noch ein Abschiedsessen mit Ute und Russ (SY Tairua) im Lagoonies. Superlecker – und genau zwischen den beiden Bootsausrüstern Island Waterworld und Budget Marine …

Achterbahn der Bedingungen

Bitte um Nachsicht: ein reich mit Blauwassersegeln-Fotos bestückter Reisebericht wird’s leider auch heute wieder nicht, eher eine (bei Regenwetter und aufgebauter Kuchenbude geschriebene) Wasserstandsmeldung.

Die Zeit vor dem Absprung zu einer Ozeanpassage ist immer spannend, selbst wenn es wie jetzt „nur“ um einen mit etwa fünf Tagen veranschlagten Hochseetörn handelt. Zum einen müssen wir den Golfstrom queren und dabei seine starke Gegenströmung ebenso wie „Wind gegen Strom“ soweit möglich vermeiden, zum anderen ist das Wetter derzeit alles andere als beständig. Die Suche nach dem passenden Wetterfenster gestaltet sich auch deshalb aufwändig, weil die verschiedenen Wettermodelle (insbesondere das amerikanische GFS und das europäische ECMWF) für den angedachten Törnzeitraum ziemlich unterschiedliche Prognosen abgeben.

Das Gute zuerst: der tropische Sturm „Eta“ (bis zu diesem siebten Buchtaben im griechischen Alphabet war die Benennung noch nie vorgestoßen und das ist wohl dieses Jahr noch nicht das Ende!) wird sich zwar wohl zum nächsten Hurrikan entwickeln, zieht aber Richtung Nicaragua/Honduras und damit weg von unserer Zielrichtung. Außerdem scheint das Wetter am Dienstag für den Aufbruch und das Queren des Golfstroms ganz gute Bedingungen zu versprechen: der Starkwind zieht ab und wir sollen moderater Nordwestwind bekommen (grün ist für die Windy-Vorhersagen unsere Lieblingsfarbe).

Der Start am Dienstag war denn auch fast schon allgemeiner Konsens der Boote hier, bis gestern für das Ende der Woche im wahrsten Sinne Turbulenzen auftauchten und zwar je nach Modell entweder westlich von Florida oder südlich von Kuba und entweder schon Samstag oder erst Sonntag. Wetterguru Chris Parker widmete dem in seinem Webinar gestern Abend über eine halbe Stunde.

Wir müssen die Entwicklung weiter beobachten, denn wir brauchen vernünftige Bedingungen, um in die Bahamas einzulaufen. Die für uns schlechteste Prognose sieht für Sonntag derzeit an der Riffdurchfahrt nach Marsh Harbour allerdings so aus:

48 Knoten in den Böen, völlig indiskutabel. Selbst geringere Windstärken und viel weiter entfernte Windsysteme können die engen Pässe zwischen dem flachen Wasser westlich der kleinen vorgelagerten Inseln (Cays) und dem sehr tiefen Ocean westlich davon unpassierbar machen. Das Phänomen nennt sich „Abaco Rage“ und bewirkt, dass der Ozeanschwell verlangsamt wird und sich leicht bis zum dreifachen seiner normalen Höhe aufsteilt.

Aber das Wetter bzw. die diesbezüglichen Prognosen sind leider nur ein Teil der Unwägbarkeiten. Die Regierung der Bahamas hat kurzfristig zu heute die Einreisebedingungen ein weiteres Mal verändert. Waren es zuletzt noch 7 Tage zwischen COVID-Test und Einreise, wurde die Frist jetzt auf 5 Tage verkürzt. Das ist für uns bei Abreise von Norfolk so nicht zu schaffen, weil wir ja das Testergebnis abwarten und dann auf der Bahamas-Seite zum Beantragen des Gesundheitsvisums hochladen müssen und dann etwa fünf Tage Segelzeit brauchen. Das Ergebnis unseres COVID-Tests vom Donnerstag ist heute Mittag, drei Tage später, noch nicht da.

Noch eine Komplikation gefällig? Für die Abreise am Dienstag sind wir bereits ausklariert, das hatten ja die Salty Dawg über einen Agenten für uns übernommen, damit wir nicht alle im Taxi nach Norfolk fahren müssen. 🥺

Manchmal laufen die Dinge eben doch anders als gedacht. Die Windbedingungen in Verbindung mit der Springtide zum Vollmond lassen beispielsweise den Übergang zum Schwimmsteg hier in der Marina zum luftigen Sprungbrett werden.

Aber natürlich kommen wir hier trotzdem an Land und auch für die anderen Herausforderungen wird sich eine Lösung finden. Wir arbeiten dran 😊

Auf geht’s, endlich mal wieder

Nach fast zweieinhalb Monaten auf Antigua und Barbuda 🇦🇬 wollen wir mal wieder das Revier wechseln. Wir sind dankbar, dass wir die heiße Corona-Phase gerade hier in diesem abwechslungsreichen und mit Augenmaß auf die Pandemie reagierenden Inselstaat verbringen durften.

Wir klarieren in English Harbour aus. Das bedeutet, dass wir für die letzten drei Tage vor Anker in Falmouth eine Nationalparkgebühr und eine Müllgebühr zahlen müssen, aber dafür brauchen wir nicht extra nach St. John’s zu fahren. Stattdessen segeln wir bei herrlichsten Bedingungen nach Jolly Harbour (wo das Ausklarieren leider im Moment nicht möglich ist), tanken Flora nochmal voll und bereiten sie für die Überfahrt in die USVI vor. Der Außenborder kommt an den Heckkorb, wir erledigen diese kleine “Kranarbeit” ziemlich unproblematisch mit der Dirk. Florecita wird in den Davits fest verzurrt, bekommt also ihre Bellybands (breite Spanngurte, die unter ihrem Boden durchführen) und kleine Spanngurte, die sie quer verspannt am Schaukeln hindern. Der Code0 wird wieder einsatzbereit an die Reling geklippst und die Spinnakerschoten angeschlagen, unter Deck natürlich alles seefest gestaut. Der Wetterbericht ist gut. Es kann losgehen.

Um sechs Uhr weckt uns die aufgehende Sonne.

Und um sieben ziehen wir den Anker hoch und machen uns auf den Weg. Etwa 200 sm sind es bei Charlotte Amalie auf St. Thomas, dem Hauptort der USVI. Wir rechnen mit etwa 36 Stunden.

Der Tracker auf Noforeignland wird leider unseren Reisefortschritt diesmal nicht anzeigen, denn wir haben (als erforderlichen Test für die Salty Dawg Flotilla) den IridiumGo-Tracker auf PredictWind umgestellt. Dort wartet er aber noch auf Freigabe. Sobald die erfolgt, könnt Ihr die Position der Flora (und der anderen Salty Dawgs) HIER sehen.

Auf Wiedersehen, Martinique.

Wir haben ausklariert, kennen aber inzwischen einige erfahrene Antillen-Cruiser, die sich diese Prozedur regelmäßig sparen, jedenfalls solange sie nicht Saint Lucia oder TT (Trinidad und Tobago) bereisen. Ab und zu wird halt wieder in Martinique oder Guadeloupe ein- und ausklariert und dann kann es wieder weitergehen. Wir dagegen halten uns (jedenfalls bisher) an das formal vorgeschriebene Prozedere. Hier in St. Pierre ist es zudem simpel: in der Touristeninformation im Gebäude der alten Handelskammer direkt am Strand gibt’s einen Computer, man gibt die Daten selbst ein, druckt es aus, bekommt einen Stempel, das war’s.

Die alte Handelskammer, renoviert aber schon wieder mit Patina.

Wir machen noch eine Abschiedswanderung zur Rumdestillerie Depaz. Die Anfänge dieser Habitation reichen bis ins Jahr 1651 zurück. Und ein bisschen zurück versetzt fühlen wir uns auch auf der Wanderung dorthin. In St. Pierre geht es zunächst noch an den weniger oft besuchten Ruinen eder alten Fort-Kirche und der Heilanstalt vorbei.

Und hier, im ursprünglichen Herz des Ortes nahe des Flüsschens La Roxelane, laufen auch heute noch die Hennen mit ihren Küken auf der Straße und lange am Straßenrand abgestellte Schrottautos werden einfach von Blütenpracht überwuchert.

Aus St. Pierre heraus wandern wir über Feldwege weiter Richtung Destillerie. Es riecht wie im Sommer auf den Feldern in Niedersachsen, aber statt Weizen, Roggen und Gerste sehen wir links und rechts des ungeteerten Wirtschaftsweges Zuckerrohr, Zuckerrohr und Zuckerrohr.

Die Habitation Depaz liegt mit ihrem restaurierten Herrenhaus malerisch am Hang des Mont Pelée, dessen Ausbruch sie zwischenzeitlich auch völlig zerstörte.

Hier können wir uns die Produktionsanlagen anschauen (und natürlich probieren und kaufen 😊).

Auf dem Rückweg können wir ein weiteres Mal (wie schon am Herrenhaus Depaz) Kolibris beobachten und diesmal gelingt es mir auch, einen der kleinen hin und her schwirrenden Minivögel abzulichten. Anders als im botanischen Garten ist es ein nur bis zu 4 gr. leichter Antillenhaubenkolibri, dessen Federkleid hier wie paillettenbesetzt im Sonnenlicht leuchtet.

Weil wir uns wieder über Feldwege zurück zum Schiff bewegen und dabei naturgemäß etwas planlos unterwegs sind, laufen wir zudem noch beim “Centre de Descouverte des Sciences et de La Terre” vorbei. Trotz des völlig leeren Parkplatzes gehen wir zum Eingang, es ist tatsächlich offen und der (englische) Audioguide gibt uns einen wirklich interessanten Einblick in die Details und Hintergründe der vulkanischen Aktivität insbesondere des Mont Pelée und der Geschehnisse im Mai 1902.

Zum passenden Abschluss des schönen Tages hat Andrea auf der Easy-One am Abend zur Kürbissuppe geladen.

Heute haben wir jetzt aber doch den Haken aus dem Grund vor St. Pierre gezogen und segeln jetzt in Richtung Dominica.