Zurück im Wasser 🤩

Es ist immer aufregend, wenn der eigene Dampfer in Gurten hängend in der Luft schwebt, der Kran (Travellift) sich in Bewegung setzt und mit leichtem Schaukeln das Boot zum Wasser karrt. Dann – ganz langsam – hinunterlässt. Wir springen an Bord, kontrollieren die Seeventile und …

… 😖. Eins tropft. Nicht viel, aber eben doch stetig. HALT, Gurte noch nicht losmachen. Bei genauerer Kontrolle stellt sich heraus, dass nicht das (neu eingesetzte bronzene) Seeventil der Klimaanlagenpumpe undicht ist, sondern der nur der Deckel des Seewasserfilters darüber. Einmal aufmachen, neu mit Vaseline einsetzen, gut aber nicht zu fest zuschrauben, dicht. Erleichtert geben wir das Signal, dass die Gurte jetzt doch weg können. Der Motor, die Klimaanlage und der Generator müssen noch gecheckt werden. Das geht erst im Wasser, aber natürlich nicht an der Kranstelle. Also werden wir an einen Liegeplatz geschleppt und können dort in Ruhe alles erledigen.

Hm. In Ruhe? Ein bisschen mehr Ruhe, als wir uns gewünscht hatten. Am Donnerstag eingewassert, dürfen wir noch bis Sonntag auf dem Liegeplatz bleiben, dann müssen wir weg. Verlängern ist nicht möglich, der Hafen ist voll.

Egal, heute passiert eh nix mehr, fahren wir also auf die Bootsmesse nach Annapolis und treffen mit Annemarie, Volker (escape), Mareike (Moana), Kim und Chuck (La Rive Nord) alte Bekannte endlich wieder.

Nicht wie besprochen am Donnerstag, auch nicht am Freitag, sondern erst am Samstag (immerhin) kommt der Motor-Spezialist und erledigt seine Restarbeiten einschließlich des Spülens der Kühlkreisläufe mit einer Reinigungslösung, die Kalkverkrustungen und etwaigen Muschelbewuchs entfernt. Das muss einige Zeit einwirken, danach erst können wir die Maschinen starten.

Klappt beim Motor wunderbar. Beim Generator …

… leider nicht so perfekt. Er startet zwar, stellt sich aber nach zehn Minuten selbsttätig ab: „FEHLER AC-1 SPANNUNG“. Hm. Zugegeben hatten wir diese Fehlermeldung zuletzt gelegentlich, wenn wir starke Verbraucher angeschlossen hatten und das Batterieladegerät ebenfalls unter Last arbeitete. Dem hätten wir uns demnächst eigentlich in Ruhe widmen wollen, aber jetzt müssen wir es vorziehen. Na gut. Die wahrscheinliche Ursache sind nach gleichlautender Aussage im Manual und den Internet-Foren defekte Kondensatoren („Capacitors“, elektronische Bauteile, die die Spannung regeln). Nach einiger Suche und einem Anruf beim technischen Support von Whisperpower in Holland finde ich sie.

Bloß, wo kriege ich jetzt auf die Schnelle Ersatz her? Es gibt in Annapolis einen Whisperpower-Händler, aber derzeit ist Messe, die Auftragsbücher sind voll und Termine kaum zu bekommen. Aber Mike schaltet sich ein, lässt seine Beziehungen spielen und für Dienstag kündigt Nate von Hortonmarineservices seinen Besuch mit Ersatzkapazitatoren an. Wow.

Allerdings können wir bis dahin eben nicht in Herrington im Hafen bleiben. Wieder durch Vermittlung von Mike bekommen wir einen eigentlich unpassenden „Not“-Platz gegenüber bei Shipwright für einige weitere Tage.

Das ist mehr als gut, denn unsere Shades für das Bimini sind zwar in letzter Minute fertig geworden, allerdings sind am Bimini selbst noch in paar Nachbesserungen zu erledigen, die tatsächlich auch erst am Dienstag fertig sind. Zwischendurch haben wir es allerdings an Bord und können unsere Sunware-Solarpanele wieder auf ihm befestigen, die Loxx-Knöpfe dafür lassen sich vom alten Bimini wiederverwenden. Auch wenn es ein befremdliches Gefühl ist, in das niegelnagelneue Bimini gleich 20 Löcher zu stanzen 😬, wir wagen es und es passt.

Fühlt sich gut an, nun (soweit wir es beurteilen können) endlich alles auf Stand zu haben. Jetzt lockt die schon leicht herbstliche Chesapeake Bay und dann der Weg nach Süden.

Pura Vida.

It’s hard on the hard

Seit 13 Tagen am Stück fahren wir (manchmal auch nur ich) jeden Morgen gut eine Stunde mit dem Auto über den gut gefüllten “Beltway“ um Washington herum nach Herrington zu unserer Flora und Abends mit meist etwas mehr Stau wieder zurück. Auch an den beiden Wochenenden ging es so, weil auch Mechaniker Mike (von Zimmerman Marine) dankenswerterweise beide Wochenenden auf unserem Boot durchgearbeitet hat.

Warum eigentlich? Soooo viel hatten wir doch eigentlich gar nicht auf dem Zettel? Na ja, es summiert sich dann doch, und in den 8 Wochen unserer Abwesenheit ist – außer einigen kleineren Arbeiten, den Teilebestellungen und Vorbereitungen nicht allzu viel passiert. Das hat auch sein Gutes, so werden wir zwar nicht vom fertig montierten neuen Solarpanel begrüßt, können dafür aber die Details der Montage und der Installation noch gemeinsam festlegen. Mike räumt bei dieser Gelegenheit noch ein bisschen die bisherige Elektroinstallation der verschiedenen bisherigen Nachrüstungen auf und ergänzt ein ordentliches Sicherungspanel dafür, damit uns Überraschungen wie mit der angeschmorten Solarsicherung künftig möglichst erspart bleiben.

Unlackiertes Panel unter dem in Griechenland montierten Windgeneratorregler. Das wäre Mike nicht passiert. Tsss..

Auch die Arbeiten am Motor haben es in sich. Zwar müssen an unserem Volvo-Penta D2-75 F die Ventile nur minimal neu eingestellt werden und auch die Einspritzdüsen sind in Ordnung. Der auseinander genommene Motor offenbart aber trotzdem einige Überraschungen. So öffnet das „waste gate“ des Turboladers bereits mit dem Original-Volvo-Auspuffknie nicht vollständig, weil dieses ihm minimal zu wenig Platz lässt. Die Suche in den Foren ergibt, dass das kein Sonderproblem unseres Motors ist, sondern wohl weiter verbreitet:

https://forums.ybw.com/index.php?threads/volvo-d2-75-turbo.431360/

Leider tritt die gleiche Beeinträchtigung auch mit dem neuen Edelstahlteil ein, dass deshalb leicht nachgearbeitet werden muss.

Die Opferanode, die wir im letzten Herbst in den Kühlkreislauf unseres ab Werk ohne Opferanode daher kommenden Motors eingesetzt hatten, hat sich im Laufe dieses Jahres fast vollständig verbraucht. Ein klares Zeichen, dass sie wirkt und sich eben für andere Teile „opfert“. Wir erneuern sie und spendieren ihr dabei ein neues Gehäuse, in dass jetzt Standard-Stiftananoden passen.

Ja ich weiß, deine Motorfüße muss ich noch entrosten und schützen 🧐

Das kleine Seewasserventil an der Stopfbuchse ist nur schwer erreichbar, setzt sich leicht fest, ist nur aus Messing und außerdem etwas „windig“ befestigt. Wir ersetzen es durch einen massiv befestigten Edelstahlnippel und verlegen das Ventil an einen besser erreichbaren Ort im Motorraum. Zur Erinnerung: ist das Ventil geöffnet, läuft beim Impellerwechsel ein stetiger Fluss von Seewasser aus der Pumpe.

Der einfache Schaumstoff-Luftfilter unseres Volvos hatte sich ja leider in der Vergangenheit selbst zerlegt und zu diversen unschönen und öligen Schaumstofffetzen im Motorraum gesorgt. Die hatten wir beseitigt und uns einen stabileren auswaschbaren Nachrüstfilter besorgt. Beim Zerlegen des Turbos für dessen Reinigung fanden sich überraschend weitere Teile des Schaumstoffilters – sie hatten den Ladeluftkühler großflächig zugesetzt. Grrr.

Und nicht nur der musste gereinigt werden. Auch der Wärmetauscher des Volvo zeigte Belag an den Endkappen und auch innen.

Wo wir schon bei Kühlung sind: unverständlicherweise hat unser Motor keinen separaten Ausgleichsbehälter für die Kühlflüssigkeit. Technisch notwendig ist das zwar nicht, sinnvoll aber schon. Denn so spuckt bei Überdruck der Motor die sich ausdehnende Flüssigkeit über den serienmäßigen Schlauch in die Bilge statt in den Ausgleichsbehälter, aus dem er sich zudem beim Abkühlen das benötigte Maß wieder herauslaufen würde. Wir rüsten das Teil nach.

Größer ist der Aufwand für den Racor-Doppelfilter, der den bisherigen einzelnen Volvo Dieselvorfilter ersetzt. Wegen der zu verlegenden Dieselleitung, vor allem aber wegen des Platzbedarfs. Die Filteranlage rücken wir mit einem neu konstruierten Edelstahlhalter etwas höher, so lässt sich auch etwaiges separiertes Wasser besser ablassen. Der bisherige Einzelfilter ersetzt den Vorfilter des Whisper-Generators, so müssen wir nicht mehr die manchmal schwer zu beschaffenden Whisper-Filter mitführen, sondern können uns auf eine gängige Filterart beschränken.

Unsere bisherigen Änderungen am Volvo-Penta D2-75 zusammengefasst:

  1. Regler der Lichtmaschine im Rahmen der Umrüstung auf Lithiumbatterien durch Mastervolt Alpha Pro ersetzt
  2. Änderung am Auspuffknie
  3. Opferanode eingefügt
  4. Seewasserventil an der Stopfbuchse ersetzt und verlegt
  5. Schaum-Luftfilter durch ein langlebigeres Ersatzteil ersetzt
  6. Ausgleichsbehälter für Kühlflüssigkeit ergänzt
  7. Diesel-Vorfilter durch Doppel-Racor ersetzt

Außerdem platzieren wir die neue Filteranlage so, dass auch die gereinigte (war wegen inneren Ablagerungen und äußerer beginnender Korrosion sehr notwendig) Pumpe der Klimaanlagen (die hintere musste zudem getauscht werden) besser zugänglich ist und dem neue Mamba-Autopilotantrieb nicht in die Quere kommt. Den haben wir endlich eingebaut und mit einem Umschalter versehen. Jetzt können wir bei Ausfall des einen Antriebs auf den anderen umschalten.

Unser Bimini wird gerade erneuert, leider war im ersten Anlauf das Fenster zum Großsegel nicht dort eingearbeitet, wo wir es bestellt hatten und die Reißverschlüsse für die schattenspendenden aber luftdurchlässigen Shades fehlten.

Jetzt schon mit Fenster und Reißverschlüssen, aber noch ohne Shades

Immerhin hat der Segelmacher Bescheid gegeben, dass die Segel nach der Durchsicht und den kleineren Reparaturen abholbereit sind.

Und – last not least – der Rigger hatte schon in unserer Abwesenheit die bestellten verschlissenen Teile an der Rollreffanlage des Großsegels getauscht.

Na ja, die anstrengende mehrtägige Schleifaktion am Unterwasserschiff zur erneuten „Aktivierung“ des Coppercoat haben wir ja selbst erledigt. Das Polieren des Rumpfes und des Aufbaus hat derweil eine Truppe der auf dem Werftgelände ansässigen Spezialfirma gemacht, heute sind sie fertig geworden.

Pura Vida.

OP am offenen … Motor

Eine der Aufgaben während unserer Zeit „on the hard“, also bevor Flora wieder ins Wasser kommt, ist eine große Motorinspektion. Einschließlich Check der Ventile und der Einspritzdüsen, Ausbau und Reinigung des Wärmetauschers und z.B. Tausch des Auspuffknies. Das sitzt zwischen dem Turbo und dem Wassersammler im Auspuffsystem und ist ein notorisch anfälliges Teil bei unserem Volvo-Penta-Motor.

Hier sieht’s schön leer aus vorm Motor, aber nur, weil so viel ausgebaut wurde. Gerade hier vorne wird es eng.
Blick in das ausgebaute Teil
Und das von Mike extra lackierte neue zeigt, wie es aussehen sollte

Ich hatte deshalb schon letztes Jahr vorsorglich ein Austauschteil in Edelstahl gekauft, das jetzt zum Einsatz kommt. Aber auch der angrenzende Turbolader sieht relativ zugesetzt aus und muss zumindest gereinigt werden.

Tja, und deshalb sieht es heute Abend in Floras Motorraum so aus:

Außerdem wird ein neuer, jetzt umschaltbarer (doppelter) Dieselvorfilter installiert. Allerdings ist der Platz dafür ziemlich beengt, weil sich hier einige Aggregate knubbeln, insbesondere hat der Vorbesitzer direkt davor die (gerade zur Überholung ausgebaute) Seewasserpumpe für die Klimaanlagen installiert, außerdem den Dieselvorfilter für den Generator. Und auch der „Mamba-Drive“, der künftig das umschaltbare Backup für unseren elektrohydraulischen Autopilot unter der Achterkoje sein soll, muss konstruktionsbedingt in unmittelbarer Nachbarschaft installiert werden. Das wird eng. Gemeinsam mit Mike habe ich deshalb eine eine geänderte Aufnahme für die Dieselvorfilter ausgetüftelt, die diese etwas höher und besser erreichbar platziert und uns zugleich mehr Raum für die anderen Geräte lässt.

Noch nicht ganz fertig, aber so wird es passen

Außerdem kommt noch der übliche Wahnsinn dazu: alle Gardinen abnehmen, gegen Schimmel behandeln und waschen zum Beispiel. Oder Macken im Coppercoat am Unterwasserschiff ausbessern bzw. bisher nur vorbereitende Reinigungs- und Schleifarbeiten dafür.

Langweilig wird uns nicht. Derzeit keine Tier-, Landschafts- oder Segelbilder. Trotzdem:

Pura Vida.

Bootsarbeiten und ein neues Solarpanel

Es beginnt mit einem Schock. Als wir endlich wieder bei Flora ankommen, ist die gesamte Elektrik tot. Sollten die Batterien leer sein? Aber Mike hatte noch vorgestern auf dem Schiff gearbeitet, unter anderem mit den elektrischen Davits das Dinghy heruntergelassen, damit auf den Davits geschweißt werden kann. Wir checken alle Hauptschalter, Sicherungen. Nichts. Selbst das Anzeigepanel für den Batteriestand bleibt schwarz. Grrr.

Wir schließen das Landstromkabel an, aber das Ladegerät veranstaltet nur ein Lichtergeblinke, das sich mit keinem Fehlercode des Handbuchs in Übereinstimmung bringen lässt.

Eigentlich haben wir 2 x 100 WP Solarpanel auf dem Bimini, die müssten die Batterien in unserer Abwesenheit und ohne große angeschlossene Verbraucher voll halten. Allerdings ist das alte und inzwischen ziemlich marode Bimini in den letzten Tagen abgenommen worden, weil wir ein neues anfertigen lassen. Die Panel liegen jetzt angeschlossen an Deck, zwar etwas mehr verschattet, aber es sollte trotzdem reichen.

So sieht der Übeltäter aus:

Eine kleine 25 Ampere Sicherung der Solarpanele (eigentlich ausreichend groß) ist völlig verschmort. Ausgelöst hat sie aus unerfindlichen Gründen nicht, sie wird immer noch warm, als ich sie in die Hand nehme. Schnell raus damit. Diese Erkenntnis löst aber leider noch nicht das Problem, dass unsere Batterien keinen Ladestrom vom flackernden Ladegerät annehmen.

Wir fahren ziemlich gefrustet wieder ab und verbringen eine Nacht mit schlechtem Schlaf.

Auf der Fahr zum Boot am nächsten Morgen kommt ein beruhigender Anruf von Mechaniker Mike: der Schutzschalter der Lithium-Batterien hat ausgelöst, wird aber nicht (wie von mir unterstellt und durchgeführt) durch Hin- und Herbewegen des im Hintergrund über meiner Hand zu sehenden gelben Hebels, sondern durch Hinunterdrücken einer Fläche im Kopf des Hebels wieder zurückgesetzt. Habe ich bestimmt mal gewusst, aber gestern in meinem Ärger nicht mehr abrufen können. Als ich das Landstromkabel jetzt wieder anschließe, funktioniert das Ladegerät einwandfrei und bringt auch Strom in die (fast) leeren Batterien zurück.

Nebenbemerkung: Konventionelle Batterien wären jetzt tatsächlich schrottreif. Das interne BMS (=BatterieManagementSystem) unserer Lithiumbatterien hat aber einen solchen Totalschaden verhindert. Es sieht so aus, als ob unsere Batterien das schadlos überstanden haben. Pfffff.

Bis zu dieser Erkenntnis vergeht allerdings einige Zeit, denn das Mastervolt-Display zeigt erkennt zunächst nur noch sich selbst und die Combi Ladegerät/Inverter im Mastervolt-Bus-System. Batterien, Windgenerator und Solarregler werden nicht mehr angezeigt. Den halben Tag verbringe ich damit, die Handbücher zu studieren und die Kabelwege nachzuverfolgen und zu überprüfen. Ich ziehe alle Bus-Stecker ab und verknüpfe sie erneut. Mit Erfolg, die verschwundenen Geräte tauchen wieder im Display auf.

☺️

Die nächsten Tage sind dem neuen Solarpanel gewidmet. Unsere 2 x 100 WP auf dem Bimini reichen nicht aus. Der Windgenerator ist unterwegs eine gute Hilfe, wir stellen ihn vor Anker aber nachts ab, weil die Geräusche dann doch beim Einschlafen stören (er ist ja über unserer Achterkoje angebracht). Mit dem Verbrauch der beiden Kühlschränke und den diversen Ladegeräten von iPads, Telefonen, Drohnen, eReadern, Staubsauger etc. müssen wir derzeit vor Anker doch etwa alle 2-3 Tage für zwei Stunden den Dieselgenerator anwerfen, um die Batteriebank wieder aufzuladen.

Also: mehr Solar, bitte. Wir haben uns nach reiflicher Überlegung für ein zusätzliches etwa 2 m x 1 m großes 400 WP Panel auf den Davits entschieden. Bei der Befestigung habe ich mehrfach mit Mike über die beste Variante diskutiert. Das Panel soll einfach demontiert werden können und wir wollen eine schlanke Lösung ohne hohen Aufbau. An der Umsetzung haben Mike und ich die letzten Tage (also das Wochenende!) gearbeitet. Zwei flache Edelstahlbrücken mit eingeschweißter Mutter sind auf jeden der Davits geschweißt.

Dann die darauf zu verschraubenden Unterkonstruktion aus Alu-Kastenprofilen geschnitten, gebohrt, die Kanten rund gefeilt, vernietet und verschraubt. Ausprobiert, geändert, ausprobiert, nochmal feinjustiert.

Das Panel ist jetzt fertig montiert und die Kabel verlegt. Angeschlossen wird hoffentlich morgen.

Auch das ist … Pura Vida.

Kleinkram in eigener Sache

Wie das eben so ist, manches bleibt gerne mal länger liegen. Damit das möglichst keine wesentlichen Arbeiten am Boot sind, gibt es auf der Flora neben der To-do-Liste ein Wartungsbuch. Muss man nur mal reinsehen und – schwupp – kündigt sich die nächste Aufgabe an. Heute war es der in drei Betriebsstunden fällige Ölwechsel unseres Dieselgenerators. Dann doch besser gleich hier als in den Bahamas, falls sich irgendein Problem auftut. Ging aber alles glatt, nebst Ölfilter und Dieselfilterwechsel.

Dann das leckende Lewmar-Heckfenster. Ausgebaut und festgestellt, dass das Problem nicht zwischen den verschraubten äußeren und inneren Rahmenteilen, sondern in der Verklebung des Glases mit dem äußeren Rahmen besteht. Da kann ich mit dem schon bereitgelegten Botyltape nichts werden. Erstmal wieder einbauen, dabei die Edelstahlschrauben vor dem Einsetzen in die Alurahmen alle säubern und mit Tef-Gel zum Korrosionsschutz versehen.

Die achtere Steuerbordwinsch auseinandernehmen und warten (die anderen kommen nach und nach dran). O.k.

Und dann die WordPress Blog-Seite. Als wir neulich den Menü-Reiter für die englische Version und den für die Linksammlung (zu anderen Blogs) eingefügt haben, waren uns bei den Untermenüpunkten fehlerhafte ins Nichts führende Dopplungen aufgefallen. Den Quatsch gerade zu ziehen war für IT-Laien wie uns die heute schwierigste und langwierigste Aufgabe. Ist noch nicht optimal, hat aber am Ende irgendwie doch geklappt. Und auch die gesegelten Routen von 2019 und 2020 sind jetzt endlich drin.

Reserve-Benzinkanister für das Dinghy volltanken.

Noch ein bisschen einkaufen und die Klinik für den zur Weiterreise in die Bahamas obligatorischen COVID-PCR-Test suchen.

Ups, ein Tag ohne Fotos. 😉

Innenansichten

Wie sieht unser Zuhause eigentlich innen aus? Wir versuchen, Euch mal einen Einblick zu geben. Natürlich ist die Perspektive auf den mit Weitwinkelobjektiv aufgenommenen Fotos etwas verzerrt, die Räume wirken dadurch etwas größer(!) als sie in Wahrheit sind.

Zunächst mal die Aufteilung. Die Nummern in der Zeichnung stehen für die verschiedenen Stauräume. Sie sind prall gefüllt, die Inhalte haben wir deshalb in einer Excel-Tabelle zugeordnet um uns die Sucherei etwas zu vereinfachen.

Aber man kann eben auch ganz gut erkennen, wie Flora aufgeteilt ist. Es gibt zwei Kabinen: die Dreieckskoje im Vorschiff und die Eignerkabine im Achterschiff, beide mit eigener kleiner Nasszelle incl. Dusche. Das Bad im Vorschiff ist etwas größer und beherbergt auch unsere kleine (3,5 kg) Waschmaschine, auch der Platz zum Duschen ist etwas großzügiger. Hier in den Tropen benutzen wir allerdings vorwiegend die Außendusche an der Badeplattform am Heck des Schiffes.

Kommt man vom Cockpit aus die vier Stufen des Niedergangs herunter, ist man zunächst im „Salon“, also dem zentralen Wohnraum.

Schon seit Griechenland liegen Leinentücher über den Sesseln und auf dem L-Sofa. Sieht vielleicht nicht so gut aus, aber Schweiß und Sonnencreme hinterlassen so etwas weniger Spuren 😊.

Wendet man sich nach rechts / steuerbord, findet sich direkt am Niedergang die Pantry, also die Küchenecke.

Zweiflammenkocher, Backofen (beides mit Gas betrieben, die Gasflasche befindet sich in einem Extrafach außen), außerdem eine von uns kaum genutzte aber auch ohne Landstrom oder Generator über den Inverter betreibbare Mikrowelle, eine Doppelspüle nahe am Zentrum des Schiffes (die also auch bei Schräglage gut abläuft) und eine große von oben befüllbare (geringer Kälteverlust) Kühlbox mit drei verschiebbaren und herausnehmbaren Körben, sie reicht von der Spüle bis unter die Obstschale. Eine zweite Kühlbox, die auch als Gefrierbox genutzt werden kann (von uns aber meist nur als Getränkekühlschrank verwendet) findet sich auf der gegenüberliegenden Seite hinter dem Navigationsplatz.

Nach vorne hin schließt sich an den Salon ein knapp zwei Meter langer Gang zur Dreieckskoje an. Rechts davon sind Schapps (Stauräume), in denen sich im Wesentlichen Werkzeug und Ersatzteile befinden. Links ist die Tür zur vorderen Nasszelle.

Wenn wir keine Gäste haben, trennen wir die Backbordhälfte der übrigens gut 2 m langen Dreieckskoje mit einem Leesegel ab und stauen dort z.B. den Code0, Kissen und anderes. Aktuell auch noch Gemüse im Staunetz darüber. Sieht dann etwas wild aus 😉.

Die Vordere Nasszelle von oben durch das Decksluk gesehen:

Geht man umgekehrt vom Salon aus an der Navi-Ecke vorbei ins Achterschiff, ist über zwei kleine Türchen der unter dem Cockpit gelegene Motorraum erreichbar, der immerhin Kriechhöhe aufweist.

Hier finden sich neben unserem 75 PS Volvo der 5kw-Dieselgenerator, Heizung, Warmwasserboiler, Ladegerät/Inverter, diverse Pumpen und einiges an weiterer Installation.

Weiter nach achtern schließt sich die Eignerkabine an.

Wir haben vor der Langfahrt die beiden Matratzen der Doppelkoje an Steuerbord durch dickere ersetzt. Die Matratzenauflage (IKEA) auf der mit einem Leesegel sicherbaren Backbord-Einzelkoje findet auf Passagen ihren Platz gerne im Vorschiffsgang (bei rolligem achterlichen Wind) oder im Salon oder Achterschiffsgang (auf stampfigen Amwindkursen) und ist dann äußerst beliebt 😁, weil man sich auf ihr am ruhigsten Platz des Schiffes ausruhen kann.

Der Sitz zwischen den Kojen hat übrigens absolut seine Berechtigung. Nicht nur zum Hineinsteigen als Tritt oder zum abgeschiedenen Lesen, sondern insbesondere zum Anziehen bei kräftiger Bewegung des Schiffes.

Und zuletzt noch das durch die Eignerkabine erreichbare achtere Bad:

In dem Schrank hinter der Plexiglas-Duschabtrennung finden sich Bedieneinheit und Filter des Wassermachers. Die Membran und die Hochdruckpumpe sind unter der Eignerkoje untergebracht.

Aufräumarbeiten

Wir haben auf der Passage viel geschlafen, trotz Gebolze, vielleicht auch wegen der Anstrengung. Möglicherweise lag es auch daran, dass einfach nicht allzu viel anderes drin war. Lesen – eher nicht. Podcast hören ging, aber zumindest ich hatte dazu gar kein großes Bedürfnis, Wiebke hat ein paar Podcasts gehört.

Trotzdem schlafen wir in der ersten Nacht (die für uns schon um halb acht abends begann) fast zwölf Stunden durch.

Und dann beginnt die große Entsalzungsaktion. Es ist kaum zu fassen, wieviel Salz sich überall auf dem Schiff abgelagert hat und wie sehr sich das Salz auch festgebacken hat. Auf den Scheiben und Edelstahlteilen sieht man es besonders gut.

Am Biminigestänge: Meersalz, fertig zur Ernte 😉

Wie wir feststellen mussten, lässt es sich auch mit viel Süßwasser nicht einfach abwaschen. Erst aufwändige mechanische Rubbelei oder noch besser die kombinierte Behandlung mit einem zitonensäuregetränkten Lappen bringen Abhilfe.

Und wegen des Benzingestanks und auch der zusätzlichen Salzwasserspülung muss auch der komplette Inhalt der nicht perfekt wasserdichten beiden achteren Backskisten einschließlich der Festmacher- und Ersatzleinen mit Süßwasser gespült und anschließend getrocknet werden, ebenso das Ölzeug und alle im Cockpit während der Passage verwendeten Kissen (das sind einige, weil sie halt nach und nach salzig, damit dauerfeucht und erst einmal nicht mehr weiter verwendbar wurden. Ein wenig Chaos ist da kaum vermeidbar.

Weil das so ist, geht die Wäsche diesmal an die Wäscherei in Nelson’s Dockyard (obwohl wir sonst unsere Waschmaschine nicht missen möchten). Dort wird sie gleich am Nachmittag schnell und gründlich erledigt, trocken und sauber gefaltet bekommen wir Bettwäsche, Matratzenbezug und eben unsere Wäsche am Abend zurück, obwohl wir sie erst am Mittag abgegeben hatten. Auch unsere geliebten kleinen Kissen, die wir zur Taufe unserer vorherigen Boote von Freunden geschenkt bekamen sind wieder salzfrei und verwendbar. 😁 Das wären mit der 3,5 kg Bordwaschmaschine einige Ladungen und Relingstrocknungen gewesen.

Nachdem das Boot wieder „shipshape“ ist und ich den Pelz aus dem Gesicht geschabt habe, verpassen wir uns auf dem jetzt wieder ordentlichen Achterschiff noch gegenseitig einen Haarschnitt, das war ebenfalls überfällig.

Und dann verholen wir vom Ankerplatz in die Antigua Slipway Marina, organisieren die anstehenden kleineren Reparaturen (wie im letzten Blogbeitrag erklärt) und … feiern ein bisschen 🍾 🥂 🍹 .

Technik hält uns fest. Bordalltag.

Der Wassersammler war am Sonntag dann leider doch nicht da, kam erst am Montag Nachmittag. Wir hatten aber auch ohnehin noch zu tun.

Der Test des gewarteten Außenbordmotors gestaltet sich erst schwierig und dann unerfreulich. Der Mechaniker hatte uns gesagt, dass er den Tank und die Benzinleitung reinigen musste, weil Wasser im Sprit war. Nebeneffekt: jetzt ist kein Benzin mehr im Tank. Eine Bootstankstelle gibt es auf dem Gelände der Marina nicht, also leihe ich mir ein Fahrrad und hole Sprit von der nächsten Tankstelle an der nächsten Marina. Nur: der Motor nimmt weiter nur widerwillig Gas an. Mechaniker Sean muss nochmal kommen, lässt den NEUEN Sprit in einen durchsichtigen Behälter ab: etwa ein Zehntel ist Wasser. Er rät von den hiesigen Bootstankstellen ab, sie würden zu wenig Benzin verkaufen, die Tanks sind weit weg an Land, die Leitungen dadurch lang. Durch Kondensation gelangt Wasser in den Sprit. Er rät zu “av-gas” für den Außenborder. Sehr sauberer Sprit ohne Bio-Anteile und Additive, 100 Oktan, eigentlich für Flugzeuge gedacht. “Aviation Gasoline” ist hier in Baumärkten und bei Westmarine erhältlich und natürlich teuer. Vielleicht nächstes Mal doch zur Autotankstelle? Der Motor mit erneut gereinigtem Vergaser läuft besser, aber immer noch nicht perfekt. Hm.

Die neue Rettungsinsel ist da und sie passt von der Länge und Breite her in unsere alte Halterung am Heckkorb. So weit gut, aber sie ist zu dick. Aus Draht werden kleine Zwischenstücke gefertigt, jetzt passt es.

Eine Danbuoy haben wir uns auch gegönnt, dieses Sicherheitsequipment einer selbstaufblasenden Notboje fehlte uns bisher. Im Hintergrund kann man auch die neue zusätzliche Abstützung des Windgeneratormastes zum Davit sehen, die mehr Stabilität und damit Ruhe bringt.

Schon länger habe ich eine Spinlock-Klemme liegen, da das Spinnakerfall der Flora bisher nur auf der Winsch oder einer Klampe dahinter belegt werden kann. Jetzt komme ich dazu, sie am Mast anzunieten, aber natürlich muss ich sie dazu erstmal auseinandernehmen und dann mit Wiebkes Hilfe (man braucht mehr als zwei Hände, damit die Teile nicht herausfallen) am Mast wieder zusammenbauen, dazu muss ich Wiebke von ihren Reinigungs- und Stauarbeiten im Schiff loseisen.

Die Leine des Großsegelausholers zeigt im gespleißten Auge (auf das ich so stolz war) Verschleißerscheinungen im Mantel, der Dyneema-Kern liegt schon teilweise bloß. Wir kürzen die Leine und versehen sie mit einer Kausch (einer Metallverstärkung, um die die Leine läuft). Die alte Leine kann ich aber nicht erneut spleißen, diesmal muss es ein Knoten mit Takling tun.

Dienstag streikt das achtete Bordklo, es pumpt nicht ab, die Elektropumpe quirlt nur. Meine Lieblingsaufgabe 🥺. Erstmal mit einer Handpumpe absaugen. Dann in Einzelteile zerlegen. Pumpe und Dichtung scheinen in Ordnung, also den Schlauch bis zum Ventil abbauen.

Sieht hier noch nach Durchsatzverengung aus, ist innen aber komplett zu. Urinstein blockiert den Durchlass. Was ich bisher nur gelesen hatte wird jetzt Realität: der steife Geruchs dichte Spezialschlauch muss mit Kraft auf den Boden geschlagen werden, dann bröseln die Steine langsam heraus. Im Stutzen funktioniert das leider nicht, auch Einlegen in Essig hilft bei dieser Stärke nur bedingt. Mit Hammer und Schraubenziehern wird der Stein herausgemeißelt.

Und der Wassersammler?

Findet am Dienstag auch endlich in den Motorraum (es ist die schwarze Schlauch/Edelstahl-Konstruktion rechts unten im Bild). Links daneben mit dem kleinen roten Punkt ist die neu eingefügte Opferanode, die bei unserem Volvo aus unerfindlichen Gründen nicht serienmäßig verbaut ist, hoffentlich aber künftig hilft, Korrosion zu begrenzen.

Der anschließende Motoröl- und -Filterwechsel bringt weitere Ausflüge zum Westmarine Bootsausrüster. Wenn ich schon an der Quelle sitze, möchte ich mein mitgeführtes Volvo-Ersatzöl nicht verwenden, aber die erhältlichen Öle haben andere Spezifikationen (VDS 4-5 statt VDS 3 und auch abweichende API). Googeln bringt nur bedingt Licht ins Dunkel. Chief Jan stellt aber aus Hamburg die Ferndiagnose “abwärtskompatibel” und schickt mir gleich eine Übersicht zu den verschiedenen Normen.

Nur: meine Ballon-Ölabsaugpumpe stellt den Dienst ein und widersetzt sich auch unseren Reparaturversuchen. Ich kaufe eine Ölpumpe mit Bohrmaschinenantrieb, aber der Akkuschrauber reicht dafür wohl leider doch nicht. Also nochmal hin und doch die große unhandliche und stauraumfressende 6,9 l Säulenabsaugpumpe. Die allerdings funktioniert dann prächtig.

Bei der Gelegenheit (Westmarine) versuche ich auch ein neues Leuchtmittel für unseren Kühlschrank zu kaufen, natürlich gibt’s nicht das exakt gleiche. Entweder gleiche Länge ODER gleiche Dicke wie unsere defekte, einer Glassicherung nicht unähnliche Birne. Also dann gleiche Länge. Einbau und – wow, die werden aber schnell heiß. Hm. Na ja, der Kühlschrank bleibt ja nicht lange offen. Und die mechanische Abschaltung beim Schließen des Deckels scheint zu funktionieren, oder? Schnell mal einen Tip von der Samai befolgt, Handy auf Video und in den Kühlschrank, Klappe zu. Klappe auf, Kontrolle des Videos: nein, leider nicht. Kein Wunder, dass die alte Lampe durchgebrannt ist. Und mit unpassender Birne wird es erst recht nichts. Muss der Kühlschrank halt noch erstmal dunkel bleiben. Man kann nicht alles haben. 😉

Und dass wir hier noch länger als ursprünglich gedacht geblieben sind hat auch sein Gutes. Unverhofft laufen Helena und Steve mit der Amalia in Herrington ein, wir freuen uns beide sehr über das Wiedertreffen.

Videointerview

Es ist schon einige Zeit her, wir waren noch oben in Neuengland, da wurden wir von Stephan Boden um ein Videointerview für seine „ADAC Langfahrt Interview“ – Reihe gebeten.

Wir kennen Stephan schon länger über seinen damaligen Blog Digger Hamburg über seine Erlebnisse mit der gleichnamigen Varianta 18 und haben ihn ein paar mal zufälligerweise getroffen. Das war aber vor ein paar Jahren, insofern kam die Anfrage für uns überraschend. Grund war wohl auch eher, dass er beim Interview der Escape-Crew über unsere Fotos der Escape in New York gestolpert war.

Wie auch immer, jedenfalls haben wir hinsichtlich des Interviews zugesagt und es ist dann über „Messenger“ vor Anker in der Mündung des Delaware bei gutem Mobilfunkempfang auch ein rund 20minütiges Videotelefonat zustandekommen.

Jetzt ist das Interview auf der ADAC-Skipper-Webseite erschienen, wobei Stephan seine Fragen herausgeschnitten und in Schriftform eingefügt hat, ebenso wie ein paar von uns zur Verfügung gestellte Fotos.

Wie man den Screenshots entnehmen kann, ist die Überschrift in journalistischer Freiheit etwas weiter gefasst als unsere Ziele. Wir werden ja eigentlich nicht müde zu betonen, dass wir nicht zwingend „um die Welt“ segeln wollen, sondern die Welt besegeln. Wir wissen noch nicht, ob es für uns über den Atlantik hinausgeht und möchten das jetzt – unabhängig von COVID – auch noch garnicht entscheiden. Macht aber nix, das fertige Interview gefällt uns trotzdem und hat uns (wohl sichtbar) viel Spaß gemacht.

Hier noch mal der direkte Link zum Interview.

Der Bart der Chesapeake & Cabrio die Zweite

Die UV-Strahlung setzt allem an Bord ziemlich zu. Na klar wenn man sich quasi im Dauersommer und zumeist in den Tropen oder Subtropen bewegt ist das keine große Überraschung.

Ein (leider) ganz gutes Beispiel dafür ist die Hülle unseres Rettungskragens. Vor erst gut einem Jahr in Italien gekauft, hat die Hülle nicht nur ihre Farbe von dunkelblau nach „blassgraublau gescheckt“ verändert, sondern leider auch ihre sonstige Erscheinungsform. Sackartig, mehrfach gerissen und zerfleddert, Reißverschlüsse fest. Immerhin könnte man den Kragen wohl inzwischen herausreißen, ohne die Reißverschlüsse zu öffnen 😖. Trotz des Kaufs in Italien beim Marineausstatter offensichtlich nicht für Langfahrt geeignet, muss leider neu.

Aber auch dem Boot selbst setzen die Bedingungen sichtbar zu. Der blaue Streifen im Gelcoat der Flora kreidet aus und wird scheckig, auch wenn das eher ein lediglich optischer Makel ist.

Flora bei Abfahrt in 🇬🇷

Inzwischen sah es leider so aus, dass neben dem stumpfen Gelcoat und dem besonders leidenden blauen Streifen auch der „braune Bart der Chesapeake“ am Bug ziemlich deutlich erkennbar war:

Aber die angekündigte Wellnesskur für Flora zeigt erste glänzende Erfolge der Schönheitsfarm:

Mir ist schon klar, dass es ein bisschen luxuriös erscheint, wenn wir solche Arbeiten machen LASSEN und gleichzeitig auch noch selbst von unseren Freunden mit ihrer Gastfreundschaft verwöhnt werden, sowohl kulinarisch durch Michaels ausgezeichnete Küche als auch z.B. mit Cabrioausfahrten in ihrem uns zur Verfügung gestellten MX5. Ja, das ist es wohl. Aber wir gönnen es uns ganz bewusst, genießen es, cruisen bei wunderbarem Spätsommerwetter durch die leicht gewellte Landschaft von Maryland (hier immer als MD abgekürzt). Noch im Pendler-Einzugsgebiet von Washington D.C. zeigt uns MD vergleichsweise weniger Felder als die anderen von uns besuchten Südstaaten wie etwa Virginia und dafür deutlich mehr Pferdekoppeln mit ihren typischen Holzzäunen.

Und – gerade in dieser Jahreszeit wunderschön – es gibt eben auch reichlich Laubwald hier in MD. In den USA muss man sich als Deutscher erst daran gewöhnen, dass der Wald zumeist nicht öffentlich zugänglich ist und auch größere nicht waldwirtschaftlich bewirtschaftete Wälder in privater Hand mit einem deutlichen „NO TRESPASSING“ potentiellen Spaziergängern ihre Unwillkommenheit deutlich machen. Aber: Es gibt eben neben den großen bekannten US-Nationalparks auch viele kleine State Parks und in denen sind Spaziergänge und Hikes (oft auf gut beschilderten Routen) möglich. Mit dem kleinen Zweisitzer-Cabrio fahren wir diesmal hinaus nach Sunshine (wirklich 🌞!) und weiter zum Patuxent River Watershed Park. Und wenn die Covid-Beschränkungen auch den eigentlich geplanten Heimflug ausfallen lassen, so kommen auch wir „Sommersegler“ doch in den Genuss, mit den Füßen in trockenem Laub rascheln zu können, die Farbenpracht und den wunderbaren Geruch eines vorsichtig den Herbst begrüßenden Laubwaldes so richtig auszukosten.