Selbstversorgung auf Langfahrt: EXTREM 😁

An Bord möglichst autark zu sein, sich soweit möglich selbst versorgen zu können, unabhängig, das ist eines der Ziele auf Langfahrt.

Das beginnt beim Boot selbst, der Aus- und Nachrüstung, auch auf der Flora. Große Tanks für Diesel und Wasser gehören klassischerweise dazu, leistungsfähige Batteriebänke. Der Strom wird selbst erzeugt, per Lichtmaschine bei Motorfahrt, mit Solarpanelen und Windgenerator am Ankerplatz, manchmal (auch bei uns) auch mit dem zusätzlichen Dieselgenerator. Trinkwasser wird auf den meisten Langfahrtyachten per Watermaker (Seewasserentsalzungsanlage) ebenfalls selbst produziert.

Vorräte werden gebunkert, nicht nur vor langen Passagen. Na klar, Fisch wird geangelt, manchmal auch Lobster gefangen. Immer mehr wird im Laufe der Zeit auch selbst gemacht: Brot zu backen macht oft den Anfang, Kuchen wird natürlich auch gebacken, Yoghurtkulturen kursieren unter den Ankerliegern, Milch wird aus Milchpulver angerührt. Crunchy Schokomüsli im Backofen produziert. Vor zwei Wochen haben wir erstmals Kokosmilch aus selbst gepflückten Kokosnüssen gemacht. Bier haben wir auf der Flora noch nicht gebraut, aber auch das ist auf manchen Booten ebenso üblich wie selbst angesetzter Kombucha. Schokoladenlikör aus Rohkakao. Und noch so vieles mehr.

ABER: die Krönung durften wir heute genießen. Andrea hat uns zum Kaffee auf unser Buddyboat Easy-One eingeladen, dazu gibt’s leckeren Steuselkuchen (klasse, aber das ist noch nicht das Highlight). Danach gibt es:

VON ANDREA SELBSTGEMACHTE GUMMIBÄRCHEN.

Ja, tatsächlich. Drei Silikonformen zu je 50 Bärchen hat sie dabei, eine wilde Bande von 150 Gummibärchen kommt auf den Tisch und wird von uns gejagt. Erfolgreich 😋, super lecker.

Schöne Bescherung und trotzdem frohe Weihnachten

Zwei vorgezogene “schöne Bescherungen” haben den 23. Dezember für uns mit ungeplanten Aktionen angereichert.

Die kleinere Überraschung gibt’s schon am Morgen, als wir das Dinghy für die Überfahrt nach Barbuda vorbereiten. Der Außenbordmotor ist mit einem Vorhängeschloss am Dinghyspiegel gesichert (lock it or loose it). Das Schloss 🔐 lässt sich aber einfach nicht öffnen, offenbar innen festgerostet. Selbst nach intensiver Behandlung bewegt es sich keinen Milimeter, auch WD40 versagt. Also Brachialmethode Bolzenschneider. Der ist ja eigentlich als Notfallwerkzeug zum Wanten kappen an Bord als Backup neben der Flex, aber die Flex bietet sich wegen des Funkenflugs im Dinghy nicht so an 😉.

Na gut, nur eine kleine Verzögerung und so ein Vorhängeschloss ist ja leicht zu ersetzen.

Die größere und weitaus unerfreulichere Bescherung stellt sich erst in Barbuda ein. Der Generator läuft, der Watermaker macht Wasser, Wiebke hängt etwas gespülte Handwäsche an der Reling auf. Was pülscht da?

Nachgucken. Hm. Die Bilgepumpe? Ach nee!

Ich nehme die Matratzen unserer Achterkoje hoch, dann deren Auflagebretter. Es spritzt mir entgegen. Wassermacher aus!

Die genauere Untersuchung ergibt, dass mindestens der Hochdruckschlauch am Watermaker kaputt ist (es spritzt durch einen Riss im Schlauch), eventuell zusätzlich auch sein Fitting an der Membrane. Grr. Das ist hier am Ankerplatz wahrscheinlich nicht zu beheben, ich habe jedenfalls keine Ersatzteile dafür dabei, keine Ahnung, ob ich auch noch Spezialwerkzeug brauche (Antwort übrigens: nein). Nicht wirklich dramatisch, wir haben noch über 250 Liter Wasser im Tank und auch einiges Trinkwasser in Flaschen (abgefüllt direkt vom Watermaker) als Reserve. Außerdem kommt nachher die Escape an den Ankerplatz, die könnten uns zur Not sicher aushelfen. Trotzdem ist die (Weihnachts-)Laune erstmal etwas angeschlagen.

Glück im Unglück: ebenfalls unter der Achterkoje, ausgerechnet da, wo sich das Wasser vor dem Ablaufen in die Bilge (den tiefsten Punkt im Schiff) gesammelt hat, war bis vor kurzem noch unsere Ersatzlichtmaschine gestaut. Die hatte ich erst vor ein paar Wochen rein vorsorglich an einen auch im Fall der Fälle trockeneren Ort umgeräumt 😅.

Wiebke beim Trockenlegen, das lange schwarze Rohr unter ihr enthält die Membrane des Watermakers.

Eine kleine Nachfrage in der „Antigua Cruisers“ Facebookgruppe und bei den Salty Dawg bringt schon mal die Erkenntnis, dass es in Falmouth auf Antigua einen Spezialisten gibt, der Watermaker aller Hersteller repariert. Ein Anruf dort und Julian von „Watermaker Services“ bestätigt mir, dass er den entsprechenden Schlauch vorrätig hat. Ich soll den alten ausbauen und ihm mit den Fittingen vorbeibringen. Dabei ist weiter nichts zu beachten, außer dass ich einen Stopfen auf den Membraneauslass setzen soll, damit die Membrane nicht vollständig trockenfällt.

Ok. Das hebt meine Stimmung schon mal deutlich, es kann zeitnah repariert werden und der erste Schritt ist schon getan.

Andreas von der „Aphrodite“, den wir in Jolly Harbour getroffen haben, meldet sich, er könne vielleicht helfen. Als die Escape ankommt meint Volker, er habe einen Ersatzschlauch und weitere Ersatzteile für den Watermaker dabei, die müssten auch passen. 😊 Da stellt sich die fröhliche Weihnachtsstimmung doch schnell wieder ein.

Wir wünschen Euch allen gesunde, fröhliche und gesegnete Weihnachten auch in diesen besonderen Zeiten und einen guten Start in ein hoffentlich gutes neues Jahr!

Innenansichten

Wie sieht unser Zuhause eigentlich innen aus? Wir versuchen, Euch mal einen Einblick zu geben. Natürlich ist die Perspektive auf den mit Weitwinkelobjektiv aufgenommenen Fotos etwas verzerrt, die Räume wirken dadurch etwas größer(!) als sie in Wahrheit sind.

Zunächst mal die Aufteilung. Die Nummern in der Zeichnung stehen für die verschiedenen Stauräume. Sie sind prall gefüllt, die Inhalte haben wir deshalb in einer Excel-Tabelle zugeordnet um uns die Sucherei etwas zu vereinfachen.

Aber man kann eben auch ganz gut erkennen, wie Flora aufgeteilt ist. Es gibt zwei Kabinen: die Dreieckskoje im Vorschiff und die Eignerkabine im Achterschiff, beide mit eigener kleiner Nasszelle incl. Dusche. Das Bad im Vorschiff ist etwas größer und beherbergt auch unsere kleine (3,5 kg) Waschmaschine, auch der Platz zum Duschen ist etwas großzügiger. Hier in den Tropen benutzen wir allerdings vorwiegend die Außendusche an der Badeplattform am Heck des Schiffes.

Kommt man vom Cockpit aus die vier Stufen des Niedergangs herunter, ist man zunächst im „Salon“, also dem zentralen Wohnraum.

Schon seit Griechenland liegen Leinentücher über den Sesseln und auf dem L-Sofa. Sieht vielleicht nicht so gut aus, aber Schweiß und Sonnencreme hinterlassen so etwas weniger Spuren 😊.

Wendet man sich nach rechts / steuerbord, findet sich direkt am Niedergang die Pantry, also die Küchenecke.

Zweiflammenkocher, Backofen (beides mit Gas betrieben, die Gasflasche befindet sich in einem Extrafach außen), außerdem eine von uns kaum genutzte aber auch ohne Landstrom oder Generator über den Inverter betreibbare Mikrowelle, eine Doppelspüle nahe am Zentrum des Schiffes (die also auch bei Schräglage gut abläuft) und eine große von oben befüllbare (geringer Kälteverlust) Kühlbox mit drei verschiebbaren und herausnehmbaren Körben, sie reicht von der Spüle bis unter die Obstschale. Eine zweite Kühlbox, die auch als Gefrierbox genutzt werden kann (von uns aber meist nur als Getränkekühlschrank verwendet) findet sich auf der gegenüberliegenden Seite hinter dem Navigationsplatz.

Nach vorne hin schließt sich an den Salon ein knapp zwei Meter langer Gang zur Dreieckskoje an. Rechts davon sind Schapps (Stauräume), in denen sich im Wesentlichen Werkzeug und Ersatzteile befinden. Links ist die Tür zur vorderen Nasszelle.

Wenn wir keine Gäste haben, trennen wir die Backbordhälfte der übrigens gut 2 m langen Dreieckskoje mit einem Leesegel ab und stauen dort z.B. den Code0, Kissen und anderes. Aktuell auch noch Gemüse im Staunetz darüber. Sieht dann etwas wild aus 😉.

Die Vordere Nasszelle von oben durch das Decksluk gesehen:

Geht man umgekehrt vom Salon aus an der Navi-Ecke vorbei ins Achterschiff, ist über zwei kleine Türchen der unter dem Cockpit gelegene Motorraum erreichbar, der immerhin Kriechhöhe aufweist.

Hier finden sich neben unserem 75 PS Volvo der 5kw-Dieselgenerator, Heizung, Warmwasserboiler, Ladegerät/Inverter, diverse Pumpen und einiges an weiterer Installation.

Weiter nach achtern schließt sich die Eignerkabine an.

Wir haben vor der Langfahrt die beiden Matratzen der Doppelkoje an Steuerbord durch dickere ersetzt. Die Matratzenauflage (IKEA) auf der mit einem Leesegel sicherbaren Backbord-Einzelkoje findet auf Passagen ihren Platz gerne im Vorschiffsgang (bei rolligem achterlichen Wind) oder im Salon oder Achterschiffsgang (auf stampfigen Amwindkursen) und ist dann äußerst beliebt 😁, weil man sich auf ihr am ruhigsten Platz des Schiffes ausruhen kann.

Der Sitz zwischen den Kojen hat übrigens absolut seine Berechtigung. Nicht nur zum Hineinsteigen als Tritt oder zum abgeschiedenen Lesen, sondern insbesondere zum Anziehen bei kräftiger Bewegung des Schiffes.

Und zuletzt noch das durch die Eignerkabine erreichbare achtere Bad:

In dem Schrank hinter der Plexiglas-Duschabtrennung finden sich Bedieneinheit und Filter des Wassermachers. Die Membran und die Hochdruckpumpe sind unter der Eignerkoje untergebracht.

Spielkind

Der Ankerplatz hier in der Nonsuch Bay ist wunderbar geschützt durch die Insel Green Island und das fast durchgehende Riff im Osten, dass sich bis Indian Town Point hinaufzieht. Dünung findet deshalb nur selten herein, aber den Wind hält das Riff natürlich nicht ab. Das ist ein Paradies für Kitesurfer, die wir hier auch täglich bewundern können. Z. B. Andrea und Kai auf ihrer „Silence“, die beiden haben wir hier im Frühjahr ebenfalls getroffen. Jetzt laden sie uns zu selbst gemachtem Zwiebelkuchen auf ihren Katamaran ein, es wird ein schöner und langer Abend. Statt wie wir nach Norden in die USA sind sie zur verschärften Hurrikansaison Richtung Süden nach Grenada / Carriacou gesegelt, die beiden sind schon einige Jahre in der Karibik unterwegs und haben auch Erfahrung mit dem Abwettern von Starkwind in den Mangroven hier auf Antigua.

Jill und Michael von der „Gerty“ haben bei der Kiteschule hier in der Bucht einen Kurs gebucht und machen schnelle Fortschritte. Es juckt mich natürlich schon ein bisschen in den Fingern, das Kiten auszuprobieren. Aber Wiebke erinnert mich an meine gebrochene Schulter (ich hatte mir vor ein paar Jahren beim Snowboarden mal alle Bänder der rechten Schulter gerissen, es hat etwa zwei Jahre gedauert, bis ich sie wieder voll belasten konnte). Hm, vielleicht sollte ich eine solche Verletzung jetzt nicht herausfordern.

Mit den SUP paddeln wir in der Bucht herum, gegen den Wind ein ziemliches Workout. Und zurück, vor dem Wind? Da geht doch was 🤔.

Kurzerhand wird der Windscoop zweckentfremdet. Eigentlich soll diese Nylonkonstrunktion den Wind in die Vorschiffsluke und damit durch das Schiff leiten. Das funktioniert am Anker (oder hier an der Boje) auch echt gut.

Gibt aber auch einem prima Mini-Spinnaker für das SUP ab 😁.

Da dient das Paddle nur zum Steuern. 😊

In der Hängematte relaxen geht aber auch.

Vorher / nachher

Rückblende: kurz nach der Abfahrt in Hampton hatten wir ja leider den Spibaum geknickt, wir befürchteten einen Totalschaden.

In English Harbour finden wir aber jemanden, der den Karbonspinnakerbaum reparieren kann. Jetzt hat er zwar eine kleine Verdickung, aber das ist lediglich ein optischer Mangel, den wir in Kauf nehmen. Wenn erst die (ohnehin geplante) Schlauchpersenning drüber ist, wird das nicht mehr auffallen.

Den ebenfalls gebrochenen mastseitigen Spibaumbeschlag (ein Metallgussteil) müssen wir allerdings über einen Rigger in Falmouth bestellen. Als er gelieferter wird, bringen wir unseren (jetzt wieder) 5 m langen Spibaum per Dinghy in die Riggerwerkstatt. Sieht ein bisschen wie Dinghybugspriet aus (oder wie Ritterspiele😉):

Nur ein paar mal nachfassen und vergebens zum Abholen fahren und schon am übernächsten Tag kann ich den Rigger überreden, jetzt doch in meinem Beisein den Beschlag anzunieten. Meine Bordnietzange ist leider zu klein für diese Größe Nieten. Es stellt sich aber heraus, dass der Rigger wegen des dickwandigen Gussbeschlages auch tief in seinem Lager nach extralangen Nieten suchen muss.

Aber Ende gut, Alles gut. Der Spibaum tut es wieder und hängt jetzt wieder an seinem Platz auf der Mastschiene der Flora.

Eine andere Reparaturgeschichte wird sich aber noch etwas hinziehen. Unser Radar macht nicht mehr, was es soll. „Tuning Error“ verkündet der Plotter. Hm. Das Furuno-Handbuch sagt nichts dazu, Furuno Deutschland in Rellingen kann leider aus der Ferne auch nicht helfen. Der hiesige Techniker spricht mit Furuno USA: das Gerät muss eingeschickt werden.

Kalkuliert ist eine Woche Versand in die USA, 10 Tage Service, eine Woche Versand zurück. Könnte knapp werden mit Weihnachten 😉. Wenn es denn reparierbar ist. Jedenfalls heißt das, wir werden bis zu dieser Entscheidung auf alle Fälle noch in Antigua bleiben.

Wir verholen erstmal von Falmouth in die Nonsuch Bay und ankern dort vor Green Island.

Lässt sich gut aushalten hier.

Und die dicke Jacke vom ersten Bild ist wieder tief im Schrank verschwunden 😁.

Boat work

Block Island ist einer der schönsten Plätze, den wir bisher in den USA mit dem Boot besucht haben. Die Lagune bietet einen rundum geschützten Ankerplatz, die Insel ist schön und trotz ihrer touristischen Erschlossenheit angenehm zurückgenommen und unaufgeregt, es gibt kaum Bausünden, dafür aber gute Restaurants und Spezialitäten.

Ganz klasse zum Beispiel das Garten-Grill-Lokal “Three Sisters”, das uns mit wunderbarer kreativer Küche, bewusst lokalen Zutaten, dezenter guter Livemusik und herrlich improvisiert wirkendem gemütlichen Gartenambiente verwöhnt. Eine Alkoholausschanklizenz haben sie nicht, also flitzen Wiebke und Michael zum Supermarkt um die Ecke und holen gekühlten Wein (anders als etwa in Maryland dürfen hier in Rhode Island die Supermärkte Alkohol verkaufen). Gläser stellen die Three Sisters, das Korkgeld ist mit 5$ gering. Gemeinsam mit der Crew der Escape genießen wir einen weiteren richtig schönen Abend.

Aber leider, leider: auch die Zeit auf Block Island bietet nicht nur Vergnügen. Ein bisschen Bootsarbeit ist dann doch immer zu tun. So auch hier. Unser Dieselgenerator (für die Stromerzeugung an Bord, wenn Solar und Windgenerator nicht ausreichen) schaltet sich weniger als eine halbe Minute nach dem Start wieder ab und meldet ”zu hohe Abgastemperatur”. Das ist nun eher unwahrscheinlich, aber wie Wiebke in der Bedienungsanleitung herausfindet, wird mit diesem Hinweistext auch auf mangelnden Kühlwasserfluss hingewiesen, bevor die Abgastemperatur einen kritischen Wert erreicht.

Der Motorraum der Flora beherbergt neben (genauer: hinter) dem Motor auch den Generator. Mit schon entfernter Schallschutzhaube des Generators sieht das so aus:

Über dem Motor liegend, kann man also am Generator schrauben, wobei die Seewasserpumpe zum Glück an der vorderen Seite des Generators verbaut ist.

Die Kontrolle des Impellers der Seewasserpumpe ergibt ein desolates Bild:

Nun ist der Wechsel des Impellers eigentlich nicht schwierig, obwohl der des Generators (anders als bei unserem Motor) eine Papierdichtung hat. Die muss ebenfalls getauscht werden und dazu vorsichtig mit einer scharfen Klinge vom Gehäusedeckel entfernt werden, ohne ihn zu zerkratzen. Wir legen den Deckel über Nacht in eine Wasser-Essig-Lösung, das vereinfacht das Abkratzen.

Das Blöde ist nur: die am Impeller fehlenden Flügelteile müssen aus dem Kühlkreislauf entfernt werden. Da ich sie nicht im Pumpengehäuse finde, (bis auf eins, dass mir beim Öffnen entgegenfällt und in den unerreichbaren Tiefen der Generatorbilge verschwindet) muss ich sie im Verlauf der Kühlwasserschläuche suchen, die ich dafür nacheinander abbaue. In den beiden zwar langen, aber vergleichsweise einfach zugänglichen ersten Leitungen findet sich leider nichts. Ich befürchte, dass sich die Flügelreste vor dem Engpass des Wärmetauschers sammeln, der aber liegt schwer zugänglich auf der Rückseite des Generators, halb verborgen vom Rahmen der Schallschutzhaube. Nach intensiver telefonischer Beratung mit Chief Jan per Telefon mache ich mich erstmal an den Zulaufschlauch vom Seeventil zur Wasserpumpe. Und – Glück gehabt – obwohl entgegen der Fließrichtung findet sich hier ein erstes Flügelteil. So ermutigt, fingere ich mit einer Pinzette ein weiteres aus einem der 90-Grad-Metallwinkel, auf denen die Schläuche mit Schellen befestigt sind. Da ich aber nicht von beiden Seiten drankomme, fädele ich ein Stück Leine hindurch und finde den Rest (hoffentlich jedenfalls alle großen Teile). Zusammensetzen lässt sich das Puzzle nicht mehr 😉.

Entgegen meiner Befürchtung lässt sich der Deckel auch ziemlich unproblematisch wieder aufsetzen, wobei wir die Verdickung der Dichtung (und damit die Montagestelle) außen auf dem Deckel mit Edding markieren und die Dichtung mit etwas Vaseline am Deckel anhaften, damit sie bei der Montage nicht so leicht verrutscht.

Dann der spannende Moment: ja, der Generator springt an und läuft auch problemlos zwei Stunden, das soll erst mal reichen. Juhu!

Und das kann gefeiert werden, denn es ist natürlich nicht die einzige Bootsarbeit: Michael hat in der Zwischenzeit einmal mehr ein kulinarisches Highlight in der Pantry gezaubert:

Hochs und Tiefs

Nee. Nicht meteorologisch. Das Wetter ist weiterhin fein, überwiegend sonnig, tagsüber um die 30 Grad Celsius (mit den hier verkündeten Grad Fahrenheit stehen wir noch auf Kriegsfuß). Derzeit auch ab und zu mal heißer, gestern hatten wir bis 34 Grad. Nachts so 23 oder 24 Grad, das kann man gut aushalten, zumal wir bisher weitestgehend von Mückenalarm verschont geblieben sind.

Von den Orten her gibt’s schon eher Hochs und Tiefs. Die Einsamkeit im Smith Creek war auf alle Fälle ein Hoch, dagegen konnte uns Solomon am Patuxent River nicht so recht begeistern. Vom Cruising Guide als „one of the Chesapeake’s top destinations for cruising boaters“ beschrieben, statten wir dem für uns auch günstig nahe der Flußmündung gelegenen Ort einen Besuch ab. Und tatsächlich finden sich hier acht (8!) Marinas und auch sonst Unmengen von Booten, in welchen Arm des verzweigten Creeksystems man auch einbiegt. Wir ankern in einem kleinen Nebenarm dicht bei einer Marina. Dann geht’s mit dem Dinghy hinüber zum – tja, wohin eigentlich? Ein Zentrum scheint es nicht zu geben, auch vielen moderneren amerikanischen Orten ist dieses Strukturprinzip ja eher fremd. Und wie sich dort Supermarkt, Tankstelle, Diner, Restaurant und Geschäfte irgendwo entlang der Durchgangsstraße verteilen, so gibt es auch hier keine zentrale Hafenpromenade, an der sich etwa die Restaurants finden ließen und auf der man entlang bummeln könnte. Statt dessen: Stückwerk, überwiegend Privatgrundstücke am Wasser. Auch ein ausgewiesenes Dinghydock gibt es nicht, lediglich bei einzelnen Restaurants oder Bars kann man anlegen. Das spricht uns nicht an. Eine Anlandemöglichkeit für das Beiboot gibt es am Museum, aber das ist geschlossen. Vom Wasser her kann man es erreichen, aber die Tore zur Straße sind mit Schlössern verriegelt. Bierchen im Cockpit ist aber auch schön 😋.

Kreuzend und motorend (der wenige Wind kommt von Norden) geht es für uns gleich am nächsten Tag weiter nach Saint Michaels. Auch das liegt in Maryland, aber auf der anderen, östlichen Seite der Chesapeake Bay. Diesmal müssen wir um einiges tiefer in das Labyrinth der Buchten und Creeks hineinfahren. Aber wir sehen viele andere Segler auf dem Weg, vielleicht nicht das schlechteste Omen. Und es kommt noch besser: als wir um die letzte Ecke biegen, liegen rund 50 Boote auf dem weiten Ankerplatz vor dem Ort. Und etwas entfernt eine Schute, auf der ein großes Schild prangt: „Fireworks. Danger. Stay away.“

Na, da werden wir den amerikanischen Nationalfeiertag ja gebührend begehen können. Anders als etwa zu Silvester nämlich wird hier am Independence Day der Nachthimmel künstlich und laut böllernd in Farben getaucht. Vorher werden wir noch beim Ankermanöver von Delfinen begrüßt und die Wartezeit bis zum Beginn der Pyrotechnik wird uns durch einen tollen Sonnenuntergang und einen mindestens ebenso beeindruckenden Aufgang des Vollmondes verkürzt.

Immer mehr Boote finden sich ein, als es dunkel wird irrlichtern diverse kleine und größere Motorboote aus den Creeks heran. Roten, grünen und weißen Glühwürmchen ähnlich tanzen sie aus verschiedenen Richtungen auf uns zu, am Ende sind geschätzt rund hundert zusätzliche angekommen. Manche mit Festbeleuchtung, die meisten beflaggt, Musik zieht über das Wasser. Feierstimmung mit bestem physical distancing. Und dann geht’s los: July 4th 🇺🇸 in Saint Michaels: für uns Hamburger wie das Kirschblütenfest auf der Außenalster in groß 😁.

Aber die Hochs und Tiefs beschränken sich natürlich nicht of die besuchten Orte. Auch die Technik an Bord sorgt für Abwechslung 🥺.

Kein allzu gutes Zeichen, dass die Fock (mal wieder) abgeschlagen und am Seezaun angelascht ist. Nach mehreren problemlosen Tagen lässt sie sich mal wieder nicht einrollen und kann deshalb nur so geborgen werden. Gestern Abend wollten wir uns da nicht mehr drum kümmern, aber heute morgen muss ich dann natürlich doch dran. Ich baue die Leinentrommel ab (da hab ich inzwischen schon Übung drin). Diesmal schraube ich aber auch die Furlex noch weiter auseinander, um besser an die Kugellager heranzukommen. Die werden ausgiebig mit Süßwasser gespült, auch das obere, trocknen jetzt erstmal und kriegen dann ihr (seewasserfestes) Fett. Hoffentlich hilft es, ich kann nämlich immer noch keinen wirklichen Grund für die gelegentliche Fehlfunktion finden.

Zum Trost gibt es ein herrliches Sonntagsfrühstück mit Pfannkuchen, Ahornsirup, Zaft und Apfelmus.

Nächtliche Ausgangssperre und Versammlungsverbot

Antigua hat die Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 verschärft. Der Notstand wurde ausgerufen, ab sofort gilt für die nächsten zwei Wochen ein Versammlungsverbot und eine nächtliche Ausgangssperre (von 20.00 bis 06.00 Uhr).

Außerdem dürfen Boote von “französischen” Inseln nicht mehr in Antigua und Barbuda einklarieren, zu diesen Inseln kann von hier aus auch nicht ausklariert werden. Nicht ganz einfach zu verstehen, schließlich dürften wir aus EU-Bürger gerade dort noch einklarieren.

Die nicht mehr vorhandene Möglichkeit des Einklarierens etwa von St. Martin aus trifft viele Crews hart. Wir kennen ein deutsches Boot mit kleinen Kindern an Bord, dem das heute nach 26 Stunden gegen den Wind überraschend verweigert wurde. Nur ausnahmsweise wurde ihnen eine Nacht vor Anker genehmigt, dann müssen sie weiter, sofern nicht über Nacht die nächste Änderung in der Handhabung beschlossen wird. Kaum zu fassen, vor allem weil die Regierung einen Shutdown erst für das Wochenende (also einen Tag nach der Ankunft des Bootes) angekündigt hatte.

Und was machen wir so? Wir bleiben erst mal, wo wir sind. Kümmern uns um die To-do-Liste der Flora. Bei Langfahrt bleibt diese Liste ja angeblich immer mindestens gleich lang, nur die Prioritäten sollen sich verschieben. Mal sehen. Ich vermute stark, dass die mehr oder weniger intensive Quarantänesituation vieler Yachten hier und anderswo auf Blauwasserfahrt zu einem erheblichen Wartungsschub führt.

Heute Vormittag habe ich mich schnorchelnderweise um das Unterwasserschiff gekümmert. Nur die Steuerbordseite und dabei den Kiel erstmal ausgespart. Trotzdem war ich danach erstmal platt und brauchte eine Pause.

Frühstücksgestärkt haben Wiebke und ich uns dann der Wartung unserer Winschen gewidmet.

Genau genommen haben wir auch hier abgeschichtet. Die Steuerbord-Mastwinsch und die Steuerbord-Spiwinsch (auch für den Ausholer des Großsegels genutzt und daher ziemlich belastet) nehmen wir uns heute vor. Das alte Fett in den Zahnrädern ist hart geworden und hat auch einigen Schmutz und Sand aufgenommen. Wurde dringend Zeit, das mal wieder gründlich zu reinigen und dann neu mit seewasserfestem Fett für Getriebe und Lager sowie Öl für die Sperrklinken und Federn zu versorgen. Hersteller Lewmar sieht eigentlich vor, dies jedes Jahr zwei- bis dreimal zu machen. Zugegebenermaßen waren wir da bisher etwas im Rückstand. Schäm. Immerhin: die minikleine Feder kommt auf ihrer versuchten Flucht nicht weit, wird schnell wieder eingefangen und wir bekommen das Puzzle auch wieder zusammen.

Ein kurzer Dinghyausflug in den Hafen von Jolly Harbor zum Erwerb einer Datenkarte für Wiebkes iPad bleibt erfolglos: der Telefonladen hatte seine Öffnungszeiten auf 15-17 Uhr verkürzt, jetzt ist er bis auf Weiteres geschlossen, “Sorry for the inconvenience”. Im Supermarkt kann man nur aufladen, aber das kriegen wir für unsere schon gekauften Karten auch online hin. Muss Wiebkes iPad halt weiter über den Hotspot ihres Handys versorgt werden. Keine so schwerwiegende Unannehmlichkeit.

Wieder zurück auf der Flora ist die Backbordseite des Unterwasserschiffes dran (auch hier erstmal ohne Kiel, ist schnorchelnd schon anstrengend genug so). Vor etwa einem Monat hatte ich (mit Tauchflasche) alles wirklich gründlich sauber gemacht. Trotzdem weist das Coppercoat schon wieder einen grünen Flaum auf. Der lässt sich zwar leicht abwischen, aber einige rötliche Puschel und kleine weiße Ablagerungen erfordern dann doch mehr Druck. Diesmal habe ich bei der Arbeit Gesellschaft. Zwei Fische (vielleicht junge Yellowtail-Snapper) genießen die erleichterte Nahrungsbeschaffung und wuseln am liebsten direkt neben dem Schwamm herum:

Video dazu durch Klick HIER. Da sieht man auch ganz schön den “Pelz” am Rumpf und die beim Putzen aufgewirbelten Wolken. Andererseits: Flora ist jetzt ununterbrochen seit rund einem Jahr in ziemlich warmem Wasser und immerhin lässt sich der Kram recht leicht vom Coppercoat abwischen. Muscheln / Seepocken sind kaum vorhanden, diesmal hab ich drei von ihnen gefunden.

Auch das ist Karibik

Karibik ist so vieles. Von Traumstränden, Hikes und hiesiger Tierwelt haben wir schon viel geschrieben, von Corona und seinen Auswirkungen hier zuletzt auch.

Immer mal wieder überrascht uns das Leben hier aber mit Kleinigkeiten oder Kuriositäten, die wir so nicht erwartet hätte. Vor ein paar Tagen z.B. haben wir am Steg in der Marina einen Schweden mit einem Schwesterschiff der Flora, einer anderen Hallberg-Rassy 43, getroffen. Er erzählte uns, dass die Pumpe der Waschmaschine auf seinem Schiff nun schon zum zweiten Mal kaputt gegangen sei, nach nur knapp über 100 Waschladungen. Das hat uns irritiert (wir haben die gleiche Maschine) und hellhörig gemacht, denn wir wissen dank Klaus und Katrin von der Saphir, dass die Bordwaschmaschinen etwa in den USA am Landstrom nicht funktionieren. Zurück an Bord hat Wiebke recherchiert und tatsächlich: hier in Antigua und Barbuda hat das Stromnetz zwar 230 Volt (wie in Europa, in USA 110 V), aber die Frequenz beträgt 60 Hertz (wie in den USA, in Europa 50 Hz). Die Pumpe der Waschmaschine würde also 20 % schneller pumpen, dafür ist sie nicht konstruiert und deshalb steigt sie aus. Wer kommt auf solche Ideen? Der Schwede war jedenfalls ganz froh über die Auflösung des Rätsels.

Und wo wir schon beim Waschen sind: Wir waschen Bettwäsche und Handtücher nach Möglichkeit nicht in unserer kleinen 3,5 kg Bordwaschmaschine, sondern geben sie in ein örtliche Wäscherei. So auch hier in Jolly Harbor, wo sich die Wäscherei direkt auf dem Hafengelände befindet. Das sieht dann so aus:

Das eigentlich kuriose hier ist der Trockner (hinter Wiebke), bei dem die Trocknerluft durch ein halboffenes Gasfeuer erhitzt wird:

Um die Assoziationskette weiter fortzusetzen: Gas. Wie schon geschrieben, haben wir Jolly Harbor ja auch deshalb angelaufen, weil unsere (spanische) Gasflasche leer ist und der Adapter für unsere (griechische) Ersatzgasflasche nicht aufzufinden ist. Die leere spanische Gasflasche aus Edelstahl muss erst mit einer über Nacht einwirkenden Ladung WD40 überredet werden, den Bajonetverschluss des spanischen Druckminderers freizugeben, dann kann ich sie an der Hafentankstelle abgeben. „Spanisch? Kein Problem. Kannst Du morgen gefüllt wieder abholen. Kostet 80 EC$ (etwa 27 €), sofort zu zahlen.“ Gut. Oder eben doch nicht, wenn die Flasche am nächsten Tag doch wieder leer zurück kommt. Hm. Sie hatten nicht den passenden Fülladapter und konnten auch nicht improvisieren. Letzteres ist eher ungewöhnlich, aber wohl gut für uns. Denn wie sich im Gespräch herausstellt, füllen sie hier nur Propan. Unsere spanische Edelstahlflasche ist aber eine Butangasflasche, das hatte ich auch ausdrücklich erwähnt. Das mache nichts, sie hätten schon mehrere Kunden mit Butanflaschen gehabt, die wären aber immer mit dem Propan sehr zufrieden gewesen, das halte mindestens genauso lange.

Hm. Hm. Muss ich mich doch mal im Internet schlauer machen. Ergebnis: Wenn man nicht gerade bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt kocht, gibt’s am Herd kaum einen Unterschied zwischen Butan und Propan, bei kälteren Temperaturen bleibt Butan flüssig, funktioniert also dann nicht. Das wäre hier in der Karibik kein entscheidendes Kriterium. ABER: bei 20 Grad Temperatur hat Butan einen Druck von 1,2 bar. Propan hat dann einen Druck von 7,0 bar. Die vergleichsweise leichte Edelstahlflasche möchte ich dann doch lieber nicht mit Propan befüllt haben.

Kochen wir also erstmal weiter mit unserer Induktionsplatte und versuchen, einen Adapter für unsere leider rostende griechische (Stahl-)Flasche zum deutschen Druckminderer aufzutreiben. Letzteres stellt sich als gar nicht so einfach heraus. Wir erwerben für teures Geld im hiesigen Budget Maine eine (amerikanische) Alu-Propangasflasche nebst passendem Druckminderer und lassen sie befüllen (70 EC$, wir bekommen also 10 EC$ heraus). Jetzt können wir wieder mit Gas kochen und machen zur Feier des Tages gleich mal Bananen-Schoko-Muffins im Backofen. Und dann haben wir nochmal Glück: die Crew der Ithaka kann uns mit dem gesuchten Adapter aushelfen. Angela und Christoph haben das Adapterset gleich doppelt an Bord, nun ist auch unsere griechische Propangasflasche wieder ein einsatzfähiger Ersatz. Mindestens für das nächste halbe Jahr haben wir genug Gas, ein gutes Gefühl.

Links Alu 🇺🇸, oben rechts Edelstahl 🇪🇸, unten rechts Stahl 🇬🇷

Langfahrer-Alltag. Die meisten Blauwassersegler können bezüglich der Gasbeschaffung in Liedchen singen. Wir jetzt auch. Und wo wir schon dabei sind und Zeit haben, kümmern wir uns noch um ein paar weitere kleine Bootsprojekte.

Da ist zunächst mal das Phänomen des stetigen, nicht versiegenden Salzwasserrinnsals beim Impellerwechsel der Seewasserpumpe unseres Bootsmotors (Volvo-Penta D2-75). Die Recherche in einem Hallberg-Rassy-Eignerforum ergibt, dass tatsächlich der Bypass für die Volvo-Gummidichtung der Antriebswelle das Seewasser liefert und es dafür ein Absperrventil oberhalb der Dichtung gibt. Blöderweise kann ich das Ventil auch mit Verrenkungen im Motorraum nicht sehen (es aber per Handykamera lokalisieren) noch mit der Hand bewegen (nachdem ich es blind tastend gerade so erreiche). Nach Leerräumen eines Schrankes in der Achterkoje und Herausnahme des Schrankbodens und des entsprechenden Teils der Motorraumisolierung soll es laut Forum besser erreichbar sein, aber trotzdem nicht zu bewegen. Den Versuch schenke ich mir. Statt dessen baue ich in den Bypass an besser erreichbarer Stelle ein weiteres Ventil ein. Das muss ich jetzt zwar regelmäßiger schließen und wieder öffnen, damit es nicht ebenfalls festgeht, aber ich hoffe, ich denke daran. Jedenfalls sollte mir das Ganze künftig ermöglichen, den Impeller einfacher und mit weniger Wasser in der Motorbilge (dem Auffangbecken unten im Motorraum) wechseln zu können.

Leider tropft die Konstruktion ein bisschen (motivierender Kommentar von Wiebke: „Jetzt haben wir ein Problem, das wir vorher nicht hatten.“) Also gut. alles wieder auseinander, Verschraubungen neu mit Teflonband umwickeln, dicht!

Nächstes kleines Bootsprojekt: unser Watermaker ist mit einem Mineralisierer ausgestattet (über dessen Sinn durchaus gestritten wird, aber das ist jetzt nicht mein Thema). Das Watermakerwasser wird darin quasi wie in einem umgekehrten Filter mit Mineralien angereichert. Nur: bei uns gilt das nur für das Wasser, dass in den großen 600 l Wassertank geleitet wird. Das Wasser aus diesem Tank nutzen wir zum Kochen, zum Waschen und Duschen, aber nicht als Trinkwasser. Füllen wir Trinkwasser aus dem Watermaker in Flaschen ab, geht das bisher nur über den Testauslass. Dann läuft es aber vorher eben nicht durch den Mineralisierer.

Also baue ich auch hier etwas um, setze hinter dem Mineralisierer eine Abzweigung mit Ventilen in den Schlauch. Klappt ausnahmsweise auf Anhieb. 😃

Als Nächstes ist die (bisher eben nicht vorhandene) Befestigung für den Benzintank im Dinghy dran. Schnallen und Haltebügel für das Gurtband haben wir schon. Nur noch ein bisschen Nähen, Bohren, Schrauben und Abdichten. So kann man seine Tage auch verbringen 😉.

Fotos und Ausrüstung

Einige Male bin ich jetzt gefragt worden, wie die Fotos und Videos zustande kommen und mit welcher Ausrüstung sie gemacht werden.

Was die Kamera angeht, ist es zugleich einfach und kompliziert. Einfach, weil es meist fast egal ist, kompliziert, weil es manchmal dann eben doch drauf ankommt. Bestimmt mindestens die Hälfte der Bilder sind mit meinem Handy (iPhone X) aufgenommen! Ich glaube, es würde im Nachhinein sehr schwer sein zu sagen, welche es sind.

Die meisten anderen mit meiner Canon EOS 700D, also meiner kleinen Spiegelreflexkamera an der ich ganz überwiegend mein Reisezoom Sigma 18-250 mm dran habe. Einfach, weil es viel weniger zu schleppen ist und man sie achtlos in den Rucksack stecken kann. Selten mal (weil so schwer) wird’s dann doch die “große” Canon EOS 7 mit wunderschönem L Objektiv 70-200, Weitwinkel 12-24 mm, lichtstarkem Normalobjektiv 50 mm und Universalzoom 18-135 mm im großen Fotorucksack.

Dann schon wieder öfter Fotos mit der alten GoPro 3+, meist aus dem Video herauskopiert, vor allem bei Mistwetter und Unterwasseraufnahmen. Oder Fotos (seltener aus dem Video herauskopiert) aus der Drohne Magic Air. Und über Wasser ebenfalls selten (aber zuletzt z.B. auf Santa Luzia wegen des an-den-Strand-Schwimmens), unter Wasser zunehmend häufiger mit der Sony Alpha6000, weil ich für die ein günstiges Unterwassergehäuse habe. Ach ja, eine Mini-Stadycam haben wir mit der DJI Osmo Pocket auch noch, benutzen sie aber eher selten.

Das ist natürlich ein ziemliches Arsenal an Foto- und Videoausrüstung, weit mehr als wir „benötigen“ würden. Mit Handy, alter GoPro und Compaktkamera mit vernünftigem Teleobjektiv käme man schon gut hin und würde weit weniger Stauraum belegen 😉. Zumal ja die ganzen Ladegeräte, Ersatzakkus, Stative, Taschen, Tauchlampen etc. noch gar nicht auf dem Foto sind. Nur, ich habe das ganze Equipment schon vor der Langfahrt angeschafft, weil Fotografieren (und auch Videos) schon ganz lange zu meinen liebsten Hobbys gehört. Da möchte ich dann auch unterwegs nicht drauf verzichten.

Zur Nachbearbeitung ist zu sagen, dass ich den Fotos oft mit der iPad-App „Snapseed“ noch den letzten Schliff gebe. Wenn sie aus (GoPro-) Videos herauskopiert sind, erfolgt das einfach durch einen Screenshot in der App „Fotos“, nachdem ich dort das Video gestartet, auf „Pause“ gedrückt und dann unten in der Auswahlleiste durch langsames hin-und-herfahren mit dem Finger das richtige Bild ausgesucht habe.

Bei Unterwasseraufnahmen habe ich mit einem (roten) Vorsatzfilter zur Beseitigung des sich unter Wasser automatisch einstellenden Farbstichs auf der GoPro schlechte Erfahrungen gemacht, was mir die Aufnahmen im Skulpturenpark Lanzarote leicht vermiest hat. Einen solchen Vorsatzfilter benutze ich deshalb nicht mehr. Statt dessen werden Unterwasserfotos, egal ob mit GoPro oder Sony gemacht, zunächst mit der App „Dive+“ farbkorrigiert. Das Ausmaß der Farbkorrektur kann jeweils eingestellt werden, das funktioniert mit Fotos und Videos gleichermaßen gut. Es lässt sich, wenn später kein Auschnitt gemacht wird, an dem (einstellbaren) Wasserzeichen (d+FloraCrewDiving) erkennen, weil ich mir den In-App-Kauf der Profi-Version gespart habe. Jedenfalls geben die (korrigierten) Fotos so annähernd die Farbenpracht wieder, die das menschliche Auge hinter der Taucherbrille auch bestaunt hat.

Vor der Veröffentlichung im Blog reduziere ich dann jeweils die Bildgröße der verwendeten Fotos mit der App „Bildgröße“ auf 1080 Pixel Seitenlänge um mein (begrenzten) WordPress-Speicherplatz etwas zu schonen. À propos Speicherplatz: ich versuche, meine Bilder regelmäßig zusätzlich auf einer externen Festplatte des Bordrechners zu sichern. Zudem gebe ich mir Mühe, auch die Cloud zu befüllen: neben der iCloud werden die Fotos nach Möglichkeit auf „AmazonPhotos“ gesichert (kostenlos wenn man AmazonPrime-Kunde ist). Das mache ich vom Handy aus einigermaßen regelmäßig dann, wenn wir in einem Restaurant oder Café ein vernünftiges WLAN vorfinden.

Natürlich nimmt die Nachbearbeitung meist einige Zeit in Anspruch, aber erstens sind wir ja „Zeitmillionäre“ und zweitens gehört es eben zum Hobby.

Nicht vergessen: Vorbereitung. Es gilt die alte Pfadfinderweisheit „Be prepared!“. Das Handy hat man ja eh meist dabei, das ist schon mal die halbe Miete. Es hilft aber, sich mit dessen Fähigkeiten vertraut zu machen, etwa hinsichtlich der „Panoramaaufnahmen“ oder der Blitzeinstellungen. Unterwegs liegt bei uns immer die kleine Spiegelreflex unter der Sprayhood (und einem schützenden Handtuch) bereit. Außerdem habe ich den Bootshaken am Ende des Stiels mit einer GoPro-Halterung bestückt. So ist nicht allzu viel Gefummel nötig, wenn die GoPro mal schnell ins Wasser gehalten werden soll. Etwa, weil wir Hammerhaie im Hafenbecken entdecken oder weil Flora von Delfinen begleitet wird 😁.