Tag 6 Passage Bahamas USA

Seit gestern Abend 21.00 Uhr brummt überwiegend der Diesel. Der Wind hat sich komplett verkrümelt und haucht mit unter 4 kn abwechselnd aus allen Richtungen rund um die Kompassrose. Dafür hat der Regen aufgehört und wir motoren über eine fast glatte See mit ein wenig altem Schwell. Wir lassen das Großsegel dichtgeholt stehen, um die die Amplitude unserer Schaukelbewegungen etwas zu dämpfen.
Unser Buddyboat Amalia hat zusätzlich noch mit anderen Schwingungen zu kämpfen: ihre Propellerwelle vibriert stark und sie können deshalb nur ziemlich langsam motoren. Als sie uns das heute morgen per Satelliten-SMS mitteilen, nehmen wir weiter Gas weg, um die Lücke von jetzt schon 24 sm nicht noch weiter zu vergrößern.
Die Batterien sind durch die Lichtmaschine gut gefüllt, wir lassen den Wassermacher laufen und laden die Elektrogeräte. Gleich nach Ausbringen der Angel können wir einen herrlichen Yellowfin-Tuna hereinziehen, das Essen ist also auch gesichert ;-).


Unterbrochen wird die Gleichförmigkeit des Dahinmotorens, als wir eine kleine Schule Wale sichten, allerdings in zu großer Entfernung, um sie sicher bestimmen zu können. Ich meine, zumindest einmal die lange, charakteristische Finne eines Orcas erkannt zu haben, aber wirklich sicher bin ich nicht. Jedenfalls haben sie keine Notiz von unserem Boot genommen.
Irgendwann stellen wir den Motor mal ab und nehmen ein Bad in dem dunklen Blau des hier wohl etwa 2.000 m tiefen Wasser. Schon ein komisches Gefühl, aber auch wunderschön, insbesondere weil kurz mal die Sonne durchblitzt und dem kräftigen Blau ein ganz besonderes Strahlen verleiht.


Gegen Mittag (Etmal 130 sm) stellt sich ein Lüftchen ein, gerade soeben segelbar, allerdings nur auf einem etwas westlicheren Kurs. Machen wir trotzdem, weil wir ja ohnehin auf Steve und Helena warten wollen. Und so dümpeln wir jetzt mit kaum 3 kn unter Groß und Code0, damit die beiden mit der Amalia weiter aufholen können.
Etwa um 18.00 hiesiger Zeit sollten wir den Wegepunkt erreichen, an dem wir mit dem Eintritt in den Golfstrom rechnen können. Unser Kurs knickt dann etwas nach Osten ab.
Derweil lassen wir es uns gut gehen: eine hawaiianische Bowl mit frisch gefangenem Thunfisch zu Mittag und jetzt ein (oder zwei,drei) Stück des von Wiebke gerade gebackenen Zitronen-Kokos-Kuchen.

Dieser Blogpost wurde ursprünglich per Iridium-Satellit übermittelt, somit nur Text ohne Bilder. Die Bilder sind nach der Passage nachträglich eingefügt.

Blauwassersegeln

Als wir uns für das entschieden haben, was wir jetzt machen, hatten wir schon viel gelesen über das Langfahrtsegeln. Es wird oft auch als Blauwassersegeln bezeichnet. warum?

Darum: (kein Farbfilter!)

Heute sind wir von Kalabrien rüber nach Catania auf Sizilien gefahren. Erst mangels Wind unter Motor, dann herrlich gesegelt, dann wieder motort. Irgendwo mittendrin in der Flaute, rund 1.000 m Wasser unter dem Kiel, haben wir die Maschine ausgestellt und einen Badestop eingelegt, dabei ist das Bild entstanden.

Aber die Straße von Messina ist doch (an der schmalsten Stelle) nur drei Kilometer breit, kann es da trotzdem so tief sein? Es kann, sogar noch deutlich tiefer. Und es geht dann ja auch an Land steil hinauf: den 3.323 m hohen Ätna hatten wir fast den ganzen Tag vor Augen, schon aus knapp 50 sm Entfernung zeichnete er sich im Dunst ab.

Hier sind wir allerdings schon etwas näher:

Und Besuch hatten wir zwischendurch:

Zum Abschluss noch etwas nicht so blaues: die Sonne geht hier schon früh unter, das Bild ist schon um 20.07 Uhr entstanden.