Passage von Opua nach Minerva, Tag 6

Angekommen, geankert. Durchatmen. Durchschlafen.

Wir sind ein klein wenig zu spät, etwa eine Stunde. Den eindrucksvollen Sonnenuntergang fotografieren wir, als Flora noch sieben Meilen vom Pass in das Minerva Nord Riff entfernt ist.

Lasst Euch von den nach Achtern fotografierten Wellen auf diesem Bild nicht täuschen, auch zu dieser Zeit der Passage rollen mit (un)schöner Regelmäßigkeit feste Wassermassen über unser Deck.

Die kleine Verpätung bedeutet leider, dass wir die Einfahrt in den Pass bei Dunkelheit machen müssen. Völlige Dunkelheit, denn zu diesem Zeitpunkt verdecken dicke Wolken den Vollmond.

Wir kennen den Pass aber ja bereits, er ist breit genug und vergleichsweise einfach zu befahren. Wir haben die Tracks unserer letzten Durchfahrten, müssen also nur auf der Linie unseres Tracks bleiben. Trotzdem ist es aufregend, Pässe sind immer auch ein bisschen unberechenbar. Also nutzen wir das volle Programm elektronischer Unterstützung für die Nachtansteuerung: auf Wiebkes iPad läuft Navionics mit unserem alten Track, auf dem Orca (der von Minerva keine Karte hat) das Satellitenbild von Google Maps und natürlich auf dem Furuno-Plotter die Time-Zero-Seekarte. Alles jeweils mit unserer aktuellen Position darin.

Tatsächlich haben wir kurzfristig bis zu 3 Knoten Gegenstrom, aber ansonsten kommen wir gut und problemlos in die Lagune.

Der nächste skurrile Moment ist dann, den Anker im Stockdunkel auf 13 m Wassertiefe fallen zu lassen, mit hunderten von Meilen offenem Ozean um uns herum.

Der Haken gräbt sich sofort ein, hält mit 65 m Kette perfekt auch bei den 30er Böen in der Nacht. Und die Bedingungen innerhalb des Riffs erlauben es eben, einfach mal 10 Stunden durchzuschlafen.

Am Morgen dann:

Frühstücken im Cockpit, immer noch mit aufgebauter Kuchenbude wegen der permanent durchziehenden Squalls. Anbaden. Duschen. Und das klare Wasser sowie die relative Ruhe bei ziemlich durchgängig 25 Kn Wind zu genießen. Wir sind das einzige Boot hier.

Danke an alle fürs Daumendrücken, es hat wohl geholfen.

Gesamtstrecke 745 Seemeilen, 5 Tage, 9 Stunden.

Essen: Nix. Fertig in die Koje.

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