Rund 30 sm ums Eck vom East River in der Mobjack Bay, mal herrliches (wenn auch langsames) Schwachwindsegeln unter unserem blauen Gennaker, mal dann doch unter Motor.

Dann noch um zwei Flachs herum in den Piankatank River hinein, hinter der langgezogenen Halbinsel âStove Point Neckâ nach Deltaville abbiegen, => Ententeichfeeling.
Ja, die Chesapeake Bay ist eine Bucht des eher rauhen Nordatlantik und ja, sie ist etwa 12.000 Quadratkilometer groĂ, RIESIG!
Aber durch ihre Verzweigungen bietet sie viele geschĂŒtzte AnkerplĂ€tze. Unter anderem die Fishing Bay, hier bei Deltaville. Und die zeigt sich uns so, wie man sich einen Ankerplatz wĂŒnscht: recht gleichmĂ€Ăige Tiefe, kein bisschen Ozeanschwell, gegen die vorherrschenden Windrichtungen gut geschĂŒtzt. Einziger Wermutstropfen: klares Wasser geht anders (aber immerhin können wir hier etwa einen halben Meter weit ins Wasser spĂ€hen, doppelt so tief wie auf unserem letzten Ankerplatz).

Aber in dem brackigen Wasser fĂŒhlen sich neben anderen Muscheln auch Austern richtig wohl, zudem ist es ein Paradies fĂŒr Krebse. Kein Wunder also, dass das âErntenâ der MeeresfrĂŒchte hier eine lange Tradition hat, ebenso wie der Bau der dazu notwendigen Arbeitsboote. Lange Zeit war das Zentrum des (Holz-)Bootsbaus dieser zumeist kleinen Working-Boats genau hier bei Deltaville und die maritime PrĂ€gung sorgt noch heute fĂŒr eine kaum zu ĂŒbertreffende die Dichte an LiegeplĂ€tzen und HĂ€fen auf der von Creeks durchzogenen Halbinsel zwischen Piankatank River und dem viel gröĂeren, sich fast 300 km von den Blue Ridge Mountains hierher schlĂ€ngelnden Rappahannok River.
In der Marina vor der wir Ankern gibt es ein Dinghydock. FĂŒr 5 US$ können wir unsere Florecita dort anbinden. Hört sich erstmal gar nicht so gĂŒnstig an. Ist es aber, denn diverse Zusatzleistungen sind enthalten. So können wir dort unseren MĂŒll entsorgen und – damit hatten wir nicht gerechnet – sogar kostenlos FahrrĂ€der ausleihen. Die Chance ergreifen wir und statt zu FuĂ zum Supermarkt in den langgestreckten Ort zu gehen machen wir eine herrliche Fahrradtour. Sprichwörtlich durch Wald und Feld.

Wobei der Wald sich als lockere Mischung von Laub- und NadelbĂ€umen erweist, obwohl wir aus der Entfernung meinten, ganz ĂŒberwiegend LaubbĂ€ume zu sehen und doch NadelbĂ€ume zu riechen. Kein Wunder, wenn sich die Kiefern so tarnen:

Es riecht nach Sommer und wir erkunden auf unserer Fahrradtour einen gröĂeren Teil der Landspitze mit ihren verschiedenen HĂ€fen. In der Stingray Point Marina stoĂen wir auf einen kompletten 1:1 Nachbau des alten Leuchtturms von 1853, der damals das ausgedehnte Flach vor dieser Halbinsel zwischen den FlĂŒssen markierte und der sich so deutlich von den klassischen europĂ€ischen LeuchttĂŒrmen unterscheidet, Ăhnliche LeuchtĂŒrme fanden – und finden – sich in der Chesapeake Bay aber noch mehrere.

Im Regatta Point Yachting Center lockt uns die mit SchaukelstĂŒhlen und sich gemĂ€chlich drehenden Ventilatoren bestĂŒckte Club-Terrasse mit Blick ĂŒber den Hafen.

Was in allen Marinas auffĂ€llt sind die ĂŒberdachten, manchmal Hallen, manchmal HĂŒtten Ă€hnelnden Garagen fĂŒr Motorboote. FĂŒr uns ungewohnt, hier aber absolut ĂŒblich und auch an den Privatstegen mancher HĂ€user am Creek zu finden.

Am Ende landen wir aber doch noch beim Supermarkt, Milch und KĂŒchenrollen sind an Bord ausgegangen. Regionaltypisches zeigt sich auch hier: in dem wirklich kleinen Haushatswarensortiment findet sich eingekeilt von Salatmesser und Grillzange tatsĂ€chlich der Muschelöffner zwischen Austernmesser und Hummergabeln.

Letztere haben wir dank Catalina sogar in der edlen SilberausfĂŒhrung an Bord und sie kommen heute auch noch zum Einsatz, leckere Snow-Crab-Legs werden unser Abend(fest)essen auf Flora:

































































































