Susui

So klein die Insel Susui auch ist, sie weist doch ganz viele unterschiedliche Facetten auf. An unserem Ankerplatz vor dem Dorf ist vom Tiefwasser der Lagune einfach anzulaufen.

Ein weiterer Ankerplatz liegt zwischen Susui und der Nachbarinsel Namalata. Wir erkunden ihn nur mit dem Dinghy, denn die Zufahrt zu diesem verlockend seeartigen und fast rundum geschützten Ankerplatz ist deutlich kniffliger. Sie führt durch flaches Wasser, wir messen aber vom Dinghy aus mit dem Handlot immer mindestens 3,5 m Wassertiefe. Dabei muss allerdings Slalom um die verstreuten Korallenbommies gefahren werde. Immerhin wissen wir jetzt, machbar wäre es auch mit der Flora.

Das Dorf Susui liegt strategisch gut auf dem schmalen Istmus der gleichnamigen Insel, so haben die Dorfbewohner Zugang zur inneren Lagune und ebenso zum Außenriff. Ganz einfach ist dieser Zugang allerdings nicht, vor allem bei Niedrigwasser. Denn in diesem Bereich ist die Insel von einem Korallengürtel umgeben. Er ist dem Sandstrand mit etwas Abstand vorgelagert und fällt bei Ebbe in Teilen sogar trocken.

Bei Sturm bietet dieses Riff einen gewissen Schutz vor den sich aufbauenden Wellen, allerdings nur, wenn es nicht allzu schlimm wird. Beim Zyklon Wynston 2016 wurden in dem kleinen Ort 8 Häuser völlig zerstört, die Bewohner hatten aber in der aus Stein gebauten und etwas höher gelegenen Schule Zuflucht gesucht und blieben unversehrt.

Im Bereich vor der Schule finden wir beim Schnorcheln diverse Riesenmuscheln (Giant Clams). Sie werden über einen Meter groß. Beeindruckender als ihre schiere Größe sind aber ihre farbenprächtigen Mantellippen.

Auch sonst weiß das Schnorcheln auf dem Riff mit seiner bunten Korallen- und Fischviefalt zu begeistern.

Und selbst direkt an der Flora können wir die Wunder der Unterwasserwelt bestaunen: mehrere Großflossen-Riffkalmare scheinen Floras Ankerkette zu ihrem Spielplatz oder (wahrscheinlicher) als Jagdsitz für die unter unserem Boot Schutz suchenden kleinen Schwarmfische zu nutzen.

Als wir durch den schmalen Dinghypass hindurch zum Strand fahren, zeigen uns drei Kinder aus dem Dorf den nicht ganz einfach zu findenden Weg hinüber zum Strand auf der Außenriff-Seite.

Als Anführer fungiert Tui (8, der prestigeträchtige Name bedeutet übersetzt „König“ oder „Häuptling“), außerdem Josua (10) und Vinendra (7) weichen uns nicht mehr von der Seite, bis wir den Strandspaziergang beendet haben und wieder im Dorf angekommen sind. Tui lässt es sich auch nicht nehmen, zwischendurch auf eine Palme zu klettern und uns eine Trink-Kokosnuss zu pflücken, die er mangels Machete gleich am Strand auf einem Palmenstamm aufschlägt.

Kein Wunder, dass es uns hier so gut gefällt. Und doch: nach einer Woche beschließen wir, gemeinsam mit Lille Venn und My Motu zur andere Seite der Hauptinsel Vanua Balavu weiterzusegeln. Der Wetterbericht kündigt den Durchzug eines Troges an, da kann das Verholen an einen gegen Schwell noch besser beschützter Ankerplatz sicher nicht schaden.

Bildernachtrag Passage Hawai’i

So kurz nach der Passage sind wir immer noch mittendrin, die ganzen Eindrücke dieser intensiven 26 Tage zu verarbeiten. Die Bilder durchzugehen, eine Auswahl besonderer Momente oder Eindrücke oder damit verbunden auch Stimmungen zu treffen, das ist gar nicht so leicht. Ich versuche, mich ein bisschen an den Beiträgen entlang zu hangeln und ein paar Blöcke bilde, ohne dass ich alles im Einzelnen zuordne.

Los ging es mit eher wenig Wind.

Angelerfolg, hier ein schöner Großaugenthunfisch, so schwer, dass wir tatsächlich einmal unser Gaff benutzt haben.

„Kreative“ Besegelung schon mal am Anfang, wir haben das in den Kalmen dann noch einmal aufgegriffen.

Überhaupt, so viele wunderbare Sonnenuntergänge vor Floras Bug und Sonnenaufgänge hinter ihrem Heck, dass ich hier mal nur eine kleine Auswahl einstelle:

Kochen und Essen strukturiert auf einer langen Passage den Tag und ist immer wieder ein Highlight.

Fliegende Fische. In „ihrem“ Element:

Und was man morgens so jeweils an Deck findet.

Herrliches Segeln

… und auch knackiges Segeln.

Ein kleines bisschen Bootsarbeit natürlich auch …

Flaute. Wenn sie kurz genug ist, auch mal schön.

Und sinnvoll zu nutzen. Wahnsinn, wie schnell hier im Pazifik Bewuchs entsteht. So sieht (nach zwei Wochen) eine zwei Zentimeter lange Entenmuschel aus:

Eigentlich ja ganz hübsch. Nur nicht, wenn sie in Massen am Boot klebt. Also Tauch- und Säuberungseinsatz in der Flaute. Vorher:

Nachher:

Noch mal Wolkenstimmung

Vögel sorgen auch immer mal wieder für Abwechslung.

Ganz liebe Überraschung zum Bergfest

Wind und Wellen, Boot und überhaupt 😁

So viel Blau. Und wir strahlen sogar ohne Farbe 😁