Tonga: Kenutu

Wir genießen die Tage am Ankerplatz #30 vor der Insel Kenutu. Das Anlanden auf der unbewohnten Insel ist einfach, zum Ankerplatz hin ist Kenutu von einem Sandstrand gesĂ€umt. Von dort fĂŒhrt ein langsam ansteigender Pfad durch den Wald hinĂŒber zur Ostseite.

Die dem Passatwind zugewandte Ostseite prĂ€sentiert sich dann ganz anders. Steile Klippen fallen vielleicht 15 m hoch ins Meer ab, das mit einer am ruhigen Ankerplatz kaum zu spĂŒrenden Wucht gegen die Felsen brandet. Noddies, Boobies und die mit ihren langen weißen Schwanzfedern so auffĂ€lligen Tropikvögel nutzen die Aufwinde der Klippen und segeln ĂŒber der spritzenden Gischt durch die Bucht.

Oben am Klippenrand geht der Pfad in beide Richtungen noch etwas weiter zu den nĂ€chsten Felsenbuchten. Ab und zu fĂŒhrt er ein kleines bisschen weiter ins Inselinnere und sofort Ă€ndert sich die Vegetation. Knorrige Kiefern wechseln sich ab mit Hainen von Pandanus-Palmen. Die rotbraunen Ringe am Stamm lassen ahnen, warum sie auch SchraubenbĂ€ume genannt werden. Sowohl die aufgefĂ€cherten Stelzenwurzeln als auch die „Baströckchen“ alter BlĂ€tter sind typisch und ziemlich unverwechselbar. Der in GrĂ¶ĂŸe und Form an eine Ananas erinnernde Fruchtstand lĂ€dt aber nicht zum Naschen ein, denn diese ScheinfrĂŒchte setzen sich aus etwa 100 kleinen SteinfrĂŒchten zusammen. Sie sind zwar essbar, es ist aber sehr mĂŒhselig, sie aus dem umgebenden, faserigen Pflanzenstoff herauszulösen. Verwendet werden vor allem die BlĂ€tter, sie eignen sich gut zum Flechten, etwa von Matten und Körben.

Oberhalb der SteilkĂŒste finden sich auch erodierte FlĂ€chen, die den hier auffĂ€llig roten, lehmigen Boden zeigen.

Und immer wieder gibt es auf unserer kleinen Wanderung auch Ausblicke auf die felsigen Buchten.

Wie unterschiedlich sich der Ankerplatz im Westen und die FelskĂŒste im Osten prĂ€sentieren kann vielleicht dieses kurze Video etwas besser illustrieren:

Die Ankerbucht lĂ€dt zum Wingfoilen ein und gemeinsam mit Volker von der Tomorrow und James von der Scout wird also fleißig geĂŒbt. Und der Absprung nach Neuseeland rĂŒckt langsam aber sicher nĂ€her, einige unserer Segelfreunde sind sogar schon unterwegs. Die FormalitĂ€ten und insbesondere die strengen Anforderungen der Biosecurity nehmen in den GesprĂ€chen zwischen den Seglern immer mehr Raum ein. Die Unterwasserschiffe werden ausgiebig geputzt. Auch bei uns.

Ein willkommener Ausgleich: das gemeinsame Grillen und Feiern am Strand, dass an so einem herrlichen Ort natĂŒrlich nicht fehlen darf.

Cruising Life. 😊

Tonga: mit Federsternen und Kugelfischen zur OstkĂŒste von Vava‘u

Bisher haben wir uns in Tonga‘s Vava‘u-Gruppe fast nur im besser geschĂŒtzten zentralen und nordwestlichen Teil aufgehalten. Es wird Zeit, auch den etwas exponierteren SĂŒden und die Inseln am Ostriff zu erkunden.

Floras Track auf Noforeignland

Der Weg ist das Ziel, er ist hier mit Palmen und Sandstrand gesÀumt.

Und auf diesem Weg machen wir zunĂ€chst am Ankerplatz #22 (Taunga) halt. Der Ankerplatz ist nur als „daystop“ ausgewiesen, aber inzwischen wurde hier eine einzelne Übernachtungsboje ausgelegt.

Wir haben GlĂŒck, die Boje ist frei. die gut gewarteten Bojen kosten in Tonga ĂŒbrigens regelmĂ€ĂŸig 20 TOP pro Nacht (etwa 7 €).

Abnehmender Wind ist angesagt, langsam von SĂŒdost auf Ost rĂŒckdrehend. Sowohl das Abnehmen als auch das RĂŒckdrehen verspĂ€ten sich allerdings. Die Folge ist, dass Flora in der Nacht dann doch ziemlich rollt, weil das Riff um Hochwasser herum noch zu viel Welle zum Ankerplatz lĂ€sst.

Am nĂ€chsten Morgen verholen wir deshalb zum besser gegen diese Windrichtung und die damit einher gehenden Wellen geschĂŒtzten Ankerplatz #10 (Lisa Beach). Wie schon am Ankerplatz #22 gehen wir auch hier wieder schnorcheln. Diesmal ist es allerdings kein steil abfallendes Riff mit vielen Fischen, sondern ein Korallengarten im Flachwasserbereich. Wir entdecken unter anderem Anemonenfische, bunte SchwĂ€mme und Elefantenohren (Korallen, die fast wie Quallen aussehen).

Was zudem auffĂ€llt ist die ungeheure Menge an Seesternen. Blaue und rosafarbene Seesterne, aber auch große Kissenseesterne. Und darĂŒber hinaus auch Federsterne. Sie erinnern an farnartige Unterwasserpflanzen, sind aber tatsĂ€chlich Tiere, die nah mit Seesternen und Seeigeln verwandt sind. Einzelne Korallen auf den SandflĂ€chen sind von unzĂ€hligen schwarz-weißen Preußenfischen und grĂŒnblauen Chromies umschwĂ€rmt. Und wir finden sogar einen Weißfleck-Kugelfisch. Eigentlich im Lichtspiel der Wellen des flachen Wassers schwer zu erkennen, verrĂ€t er sich durch seine leuchtend gelborangenen Augen und den runden schwarzen Schulterfleck um seine Brustflossen. Er bleibt auf seine Tarnung vertrauend regungslos am Grund sitzen.

Auch sonst bekommen wir an diesem Ankerplatz einiges geboten. So kann ich hier mal wieder schön Wingfoilen, der Wind hat immer noch nicht abgenommen. Und gegen Abend legt ein kleines Boot vom einzigen GebĂ€ude am Ufer ab und fĂ€hrt zu den einzelnen Ankerliegern. Anders als zunĂ€chst vermutet, soll aber keine AnkergebĂŒhr einkassiert werden, stattdessen wird uns geflochtenes und geschnitztes Kunsthandwerk angeboten.

Nach einem kleinen Crewwechsel wird dann danach noch vom gleichen Boot aus in der Bucht gefischt.

Beim Drohnenflug am nĂ€chsten Morgen können wir ĂŒber unsere Bucht hinweg schon mal einen Blick auf unser nĂ€chstes Ziel werfen, die im Osten liegenden „Outer Islands“.

Die Route dorthin ist allerdings durchaus Respekt einflĂ¶ĂŸend. Wie unser Treck in der Navionics-Seekarte zeigt, fĂŒhrt sie ĂŒber mehrere Flachs, bei denen wir mit unseren 2 Metern Tief schon sorgfĂ€ltig navigieren mĂŒssen.

Wiebke steht im Bug und kontrolliert per „Eyeball Navigation“, ob ich am Steuer die Karte richtig lese. TatsĂ€chlich lĂ€sst sich die Wassertiefe und die Lage der Bommies jetzt bei hochstehender Sonne so sehr gut abschĂ€tzen.

Wir kommen im Zickzack unbeschadet durch das Gewirr und finden einen herrlichen Ankerplatz (#30, Kenutu). An unserem Platz liegen wir nahe am Durchbruch zwischen den Inseln Kenutu und Lulu. Nach Norden hin schließen sich mit weiteren DurchbrĂŒchen die Inseln Umuna, Faioa und Koloa an. Befahrbar ist keiner dieser DurchbrĂŒche, bei Ebbe trocken fallende Riffe schotten die Lagune hier ab und setzen sich auch nach SĂŒden noch weiter fort. Zusammen mit den Riffen und Flachs innerhalb dieses Teils der Lagune fĂŒhrt das zu einem Farbenspiel aus GrĂŒn, TĂŒrkis und Blau, das wohl eine ganze Menge von der Zeit verblasste SĂŒdseetrĂ€ume wieder kolorieren kann.

Tonga: Nuku zum Abschied fĂŒr Emma und Claas

Zum Abschied geht’s mit Emma und Claas noch einmal an einen Ankerplatz im Inneren der Vava‘u-Gruppe. Es hat immer noch recht viel Wind, wir wĂ€hlen daher den Ankerplatz #8, Nuku. Der Name steht fĂŒr die unbewohnte kleine Insel etwas westlich des Ankerplatzes, der eher an der etwas grĂ¶ĂŸeren Insel Kapa liegt.

Die beiden Inseln trennt ein flaches Riff, ideal zum Schnorcheln. Emma entdeckt sogar einen Pazifischen Feuerfisch.

Die kleine unbewohnte Insel Nuku hat einen wunderbaren Sandstrand zum Anlanden des Dinghies sowie zum Flanieren am Ufer und sie bietet mit ihren Palmen und dem hellen TĂŒrkis des Flachwassers am Riff zum Abschied noch einmal so richtig Bilderbuch-SĂŒdseekulisse.

TschĂŒss Ihr beiden, kommt gut wieder nach Hause. Es war richtig schön mit Euch!

Besuch in Tonga

Kaum zu fassen. Unsere Nichte Emma ist bisher nur ein einziges Mal geflogen, vor sechs Jahren hat sie uns zu Beginn unserer Langfahrt auf Sizilien besucht.

Und jetzt – inzwischen 22jĂ€hrig – fliegt sie mit ihrem Freund Claas buchstĂ€blich um die halbe Welt. FĂŒr Claas ist es die allererste Flugreise und das tatsĂ€chlich ĂŒber die USA und Fiji hierher nach Tonga, wow! Die mit der langen Reise verbundene Anstrengung lassen sich die beiden jedenfalls nicht anmerken, als wir sie am Flughafen von Vava‘u abholen.

Erst einmal bleiben wir mit den beiden am Liegeplatz vor dem Hauptort Neiafu, denn fĂŒr die folgenden Tage ist eher raues Wetter angesagt. Außer einigem Regen bekommen wir in der geschĂŒtzten Bucht zum GlĂŒck nicht allzu viel davon ab. Außerdem gibt uns dass die Gelegenheit, den Ort Neiafu mit seinem Fruchtmarkt zu erkunden, die Flughunde zu bewundern, den Gottesdienst am Sonntag mit den traditionell festlich gekleideten Tonganern zu besuchen und auch noch eine Wanderung zur Vaimumuni-Höhle zu machen.

In der nahe am Meer gelegenen und auch mit SĂŒĂŸwasser gespeisten Höhle kann man ein Bad nehmen. Allerdings erwartet uns jenseits des niedrigen Eingangs ziemliche Finsternis.

Eine kurze Holztreppe fĂŒhrt drinnen hinunter zum Wasser. Wir haben aber zwei Taschenlampen dabei. Mit der einen erkunden Claas und ich schwimmend die Höhle, mit der anderen haben Wiebke und Emma von der Treppe aus ein wachsames Auge auf uns.

Am Dienstag hat sich das Wetter dann beruhigt und nach letzten EinkĂ€ufen bewegen wir die Flora von Neiafu weg zum ersten Ankerplatz auf Tonga. Gar nicht so weit, einfach nur kurz ums Eck (die Entfernungen in der Vava’u-Inselgruppe sind wirklich nicht sehr groß). Und trotzdem: gefĂŒhlt eine völlig andere Welt.

Die Paddelboards und das Kanu werden aufgeblasen, damit lÀsst sich die schöne Ankerbucht wunderbar erkunden. Bilderbuch mit Sandstrand und Palmen. Muscheln sammeln, Schnorcheln im klaren Wasser.

SĂŒdsee eben. 😎

Letzte Tage auf Aitutaki: Vorbereitung fĂŒr die Passage nach Samoa, Palmenromantik, Wattwanderung, Rochen und Kirchengesang

Ein Wetterfenster fĂŒr die Weiterfahrt tut sich auf. Das passt gut, denn am 19. geht schon Elisas Flugzeug von Apia in Samoa. Wir machen also Flora fit fĂŒr den geplanten Aufbruch am Montag. ZunĂ€chst fĂŒllen wir den Dieseltank wieder auf. Eine Bootstankstelle gibt es nicht, aber immerhin ist eine der drei Tankstellen der Insel ganz dicht am Hafen gelegen. Der „Hackenporsche“, ein Art klappbare Mini-Sackkarre, wird aus dem Schrank geholt. Mit ihm können wir unsere zwei jeweils 20 Liter fassenden Diesel-Kanister nach dem BefĂŒllen zum Hafen zurĂŒckbringen. 120 Liter Diesel fĂŒllen wir auf, drei Fuhren also.

Etwas aufwĂ€ndiger ist das AuffĂŒllen des Wassertanks. Von Nachbarbooten leihen wir uns zunĂ€chst Kanister, wieder zweimal 20 Liter. Am GebĂ€ude des Aitutaki Island Council gibt es eine Zapfstelle fĂŒr Trinkwasser. Die QualitĂ€t ist gut, wie uns andere Cruiser bestĂ€tigen. Diesmal sind 9 Fuhren fĂ€llig, wir zapfen 360 Liter Trinkwasser. Das ist trotz des Hackenporsches eine ziemliche Plackerei, schließlich mĂŒssen die Kanister ĂŒber einen holperigen Feldweg zur Pier gezogen und auch jeweils ins Dinghy und von dort ĂŒber die Bordwand zum Tank gewuchtet werden.

Mit dem Papierkram zum Ausklarieren werden wir leider nicht ganz fertig. Wir entrichten zwar wie vorgeschrieben zunĂ€chst die AnkergebĂŒhr (20 NZD, also gut 10 € pro Tag des Aufenthalts), aber das Ausklarieren beim Zoll klappt trotzdem nicht. Der zustĂ€ndige Officer ist krank. Wir können nur hoffen, das es ihm Montagvormittag wieder besser geht, sonst mĂŒssen wir unsere Abreise verschieben.

Als NĂ€chstes machen wir am spĂ€ten Samstagnachmittag dann noch einen „Provision Run“, gehen also Einkaufen. Das darf wörtlich genommen werden, der nĂ€chste Supermarkt mit guter Frischeauswahl ist nicht eben um die Ecke. Es wird ein ĂŒber fĂŒnf Kilometer langer Spaziergang zum 24/7 offenen „Tina & Co“. Allerdings auch ein sehr erfolgreicher, auf dem RĂŒckweg sind unsere RucksĂ€cke unter anderem mit Möhren, Äpfeln, Paprika, Tomaten und Kartoffeln gefĂŒllt. Und der Gang ist nicht nur erfolgreich, sondern auch schön. Auf dem RĂŒckweg setzt die DĂ€mmerung ein, die Sonne geht dramatisch hinter den Palmen westlich der Straße unter.

Die Locals fĂŒgen mit einem Lagerfeuer aus PalmblĂ€ttern und sonstigem GrĂŒnabfall von der samstĂ€glichen GrundstĂŒcksreinigung noch weiteres Flair dazu, auch wenn teils Rauchschwaden die Palmen vernebeln.

Neben der Vorbereitung fĂŒr die Weiterfahrt bleibt auch noch Zeit fĂŒr den Besuch „unserer“ Sandbank in der Lagune, diesmal ist es fast eine Wattwanderung dort.

Und fĂŒr weitere SchnorchelgĂ€nge am Riff. Die Gefleckten Adlerrochen haben es uns besonders angetan. Gleich unglaubliche 13 dieser eleganten Unterwasser-Flieger ziehen uns in einem der Riff-Canyons entgegen.

Kleines Video dazu:

Um nicht immer nur die „Großen“ zu zeigen, hier noch ein vorwitziger Langnasen-Doktorfisch vom gleichen Schnorchelplatz:

Am Pfingstsonntag reihen wir uns in die Schar der KirchgĂ€nger ein. Wir entscheiden uns fĂŒr die ZIONA TAPU Church oberhalb des Hafens.

Die 1853 aus Korallenkalksteinen gebaute Kirche hat keinen Turm und ist mit dem mittig an der Westseite des langen Kirchenschiffs platzierten Altar auch sonst außergewöhnlich.

Frauen tragen hier beim Kirchgang zumeist Hut, mal blumenverziert, mal nicht. Freie Schultern sind verpönt, wir wussten das aber vorher und sind vorbereitet.

(FĂŒr bessere Auflösung kann wie immer auf die kleinen Bilder geklickt werden)

Oder Ihr schaut Euch das Video an, dann bekommt Ihr (Ton an) auch einen Eindruck vom Gesang.

Ein Sonntag in Aitutaki.

Aitutaki – Impressionen

Hier einfach nur ein paar erste EindrĂŒcke von Aitutaki.

Wie immer: auf die kleinen Bilder klicken fĂŒr bessere Auflösung, sie lassen sich dann auch durchblĂ€ttern).

Es ist erstaunlich, wie sehr sich die Insel in ihrem „Vibe“ von Französischen Polynesien unterscheidet. Jedenfalls fĂŒr uns. Gut möglich, dass die Sprache dabei eine Rolle spielt. Es wird Englisch gesprochen – mit klar neuseelĂ€ndischem Akzent. Unser Englisch ist deutlich besser als unser Französisch, kann natĂŒrlich sein, dass uns das entspannt.

Jedenfalls gefĂ€llt uns Aitutaki ausnehmend gut. Selbst der Straßenverkehr ist – trotz der Challenge, dass Links gefahren wird – ausgesprochen relaxt. Wir haben heute erstmal mit einem der hier sehr gĂŒnstig zu mietenden Scooter đŸ›” ein wenig die Insel erkundet und außerdem im Supermarkt unsere Obst- und GemĂŒsevorrĂ€te wieder aufgefĂŒllt. Beides darf nĂ€mlich beim Einklarieren nicht an Bord sein. Wir hatten das ganz gut hinbekommen und tatsĂ€chlich praktisch alles vorher aufgebraucht.

Baden und Schnorcheln waren wir auch noch. đŸŠâ€â™€ïž đŸ€ż

Taha‘a und der Blick nach Bora Bora

Taha‘a ist der Zwilling von Ra‘iātea, die beiden Inseln teilen sich ein gemeinsames Atoll. Wir fahren mit Flora in den Nordwesten von Taha’a und ankern auf dem hellen Sandstreifen innerhalb des Riffs. In Sichtweite, nur 10 Seemeilen weiter nordwestlich liegt dann das kleinere, aber weitaus bekanntere Bora Boramit seinem Hauptort Vaitape.

Gleich 8 schiffbare PĂ€sse gibt es im Ringriff der Doppelinsel Ra‘iātea / Taha‘a, daneben aber auch noch diverse flache DurchfĂŒsse. Einer davon hat es uns besonders angetan, der „Coral Garden“ zwischen den Motus TauTau und Maharare.

Schmal und sehr flach lenkt er der Blick zwischen den Motus hindurch auf das nahe Bora Bora. Wegen der geringen Wassertiefe ist es gut, dass Dinghy vor dem Coral Garden zu ankern und kurz vor Hochwasser an Land zum anderen Ende zu wandern. Mit der noch einlaufenden Strömung können wir uns dann durch den Coral Garden wieder in die Lagune hinein treiben lassen.

Auch Elisa ist so begeistert, dass wir den Schnorchelgang am nĂ€chsten Morgen gleich noch einmal machen. Dieses Mal besser ausgerĂŒstet mit GoPro im Split-Level-Dome, mit dem die Aufnahmen entstanden sind, die zugleich Unter- wie Überwasser zeigen.

Und mit der Sony Alpha6000 im UnterwassergehÀuse, mit der ich die Nahaufnahmen der Fische mache.

Seeanemonen mit Nemo-Clownfischen darin haben es uns besonders angetan, aber sie sind bei weitem nicht die einzige Attraktion hier. Es gibt unfassbar viele Fische zu bestaunen. Eine kleine Auswahl:

(FĂŒr bessere Auflösung bitte auf eines der kleinen Bilder klicken)

ZurĂŒck auf der Flora, ganz etwas anderes: der Friseursalon ist mal wieder geöffnet. Und auch Elisa wird gleich eingespannt.

Außerdem bietet der Ankerplatz endlich mal wieder die Gelegenheit zum Wingfoilen. Mit traumhaftem Blick auch hinĂŒber nach Bora Bora.

Den hat dann auch Elisa bei ihrer Sonnenuntergangs-SUP-Tour.

Hier das Video dazu (zum Abspielen auf den Pfeil klicken):

Und morgen wollen wir dann hinĂŒber nach Bora Bora segeln. DrĂŒckt uns bitte die Daumen, dass dort eine Mooringboje fĂŒr uns frei ist.

Delfin-Eskorte zum Traumstrand

Es ist ein fast unwirklich stillen Morgen. Kein PlĂ€tschern am Bootsrumpf. Kaum ein Windhauch krĂ€uselt das Wasser. Flaute am Ankerplatz. Nur die dĂŒnnen Striche der Palmen-Motus am Rande des Atolls verhindern in der Ferne, dass die See und der Himmel am Horizont ansatzlos mit einander verschmelzen.

Das Wasser ist so kristallklar, dass wir in zwölf Meter Tiefe jede Muschel und jeden kleinen Fisch erkennen. Zeit fĂŒr ein Bad. Wir lassen uns ins TĂŒrkis gleiten, Hineinzuspringen kĂ€me uns schon als Störung vor, schwimmen zur vor uns ankernden Lille Venn hinĂŒber.

Mit Ralph besprechen wir, kurz nach Mittag im Pass tauchen zu gehen. Fein, dann können wir vorher noch mit dem Dinghy hinĂŒber zu den Motus im wildromantischen Flachwasserbereich westlich des Passes fahren. Die Korallenriffe und die ausgreifenden SandbĂ€nke dort machen den Besuch praktisch nur an stillen Tagen wie heute möglich.

TatsĂ€chlich wĂ€ren es Luftlinie vom Ankerplatz nur etwa anderthalb Meilen dorthin, durch die erforderlichen Umwege ist es allerdings fast die doppelte Strecke. Aber die lohnt sich, zumal uns die Slalomfahrt um die Bommies durch eine unerwartete tierische Begleitung versĂŒĂŸt wird.

Wir haben bisher in Französisch Polynesien erstaunlich wenige Delfine gesehen, hier aber begrĂŒĂŸt uns einer, kommt so nahe zu unserem Dinghy heran, dass wir im flachen Wasser seinen Schatten auf dem Sandgrund erkennen können.

Und das Beste: er bleibt bei uns, schwimmt mit etwas Abstand vor unserem Dinghy her, lĂ€sst sich zurĂŒck fallen, ĂŒberholt wieder und schwimmt voraus, als wolle er uns durch das Labyrinth der Korallenbommies lotsen.

Erst kurz vor den SandbĂ€nken der Motus verlĂ€sst er uns. Als es selbst mit schon angeklapptem Außenbordmotor zu flach wird, ankern wir Florecita und waten hinĂŒber.

Ein tropischer Inseltraum empfĂ€ngt uns und wir haben dieses abgelegene Idyll ganz fĂŒr uns allein.

Motu Puarua (Bird Island), Tikehau

Wir verbringen ruhige Tage in Tikehau. Der Wind hat ein bisschen nachgelassen. Unter 15 Knoten reicht es fĂŒr mich als AnfĂ€nger mit meinem Equipment und meinem Gewicht kaum zum Foilen, es ist also mehr Technik-Training fĂŒr den richtigen Stand auf dem Board und den richtigen Umgang mit dem Wing, das macht es allerdings nicht weniger anstrengend. Aber das gleichen wir mit langen Pausen, gemĂŒtlichen AusflĂŒgen mit dem Kayak und entspannten Besuchen bei und von unseren Nachbarliegern aus.

Außerdem nutzen wir das vergleichsweise glatte Wasser der Lagune fĂŒr einen Ausflug zum etwa drei Seemeilen entfernten Motu Puarua. Dieses Inselchen liegt nicht wie die meisten Motus auf dem Außenriff, sondern weit innerhalb der Lagune. Zudem wachsen dort nur wenige Palmen, dafĂŒr bedecken niedrige, dicht stehende BĂ€ume die aus Korallengestein bestehende Insel. In Verbindung mit der abgelegenen Lage macht das dieses Eiland zu einem Vogelparadies. Vor allem Seeschwalben brĂŒten hier, insbesondere die dunklen Noddy-Seeschwalben und die weißen Feen-Seeschwalben.

Speziell im Uferbereich sind die BĂ€ume voll von ihnen. Besonders die Noddys finden sich gern in großen Gruppen zusammen.

Es ist schon erstaunlich, wie sehr wir dazu neigen, diesen Vögeln auf Grund ihres Aussehens menschliche Charaktereigenschaften zuzuordnen. Es ist zwar absolut abstrus, aber wir jedenfalls können uns trotzdem kaum davon frei machen, die Noddys mit ihrer Körperhaltung und den “unterlaufenen” Augen eher als verschlagene “finstere Gesellen” zu sehen …


 und die blĂŒtenweißen Feen-Seeschwalben mit KnopfĂ€uglein und königsblauem Schnabelansatz eher positiv zu besetzen.

Sagt natĂŒrlich nur etwas ĂŒber uns und unsere Vorurteile aus und nichts ĂŒber die Seeschwalben selbst. Und die kĂŒmmern sich auch ĂŒberhaupt nicht um uns, schimpfen sogar erstaunlich zaghaft, wenn wir versehentlich zu nahe an ein Gelege kommen. Das passiert leicht, denn die BĂ€ume sind voll von ihnen und die Brut ist manchmal schwer zu erkennen.

Aber das große Teleobjektiv der Kamera schafft es trotzdem, die flauschigen KĂŒken ganz nah erscheinen zu lassen:

Zu den Seeschwalben gesellen sich gelegentlich ein paar der grĂ¶ĂŸeren Rotfußtölpel (Red Footed Booby).

Und sogar ein Brachvogel rastet auf dem kargen Korallengestein. Eigentlich bohrt er mit seinem langen, gebogenen Schnabel ja eher in sumpfigen Böden nach Nahrung.

Wir haben auch SchnorchelausrĂŒstung mitgebracht und tatsĂ€chlich ist das Wasser hier in Lee der Insel etwas weniger trĂŒb als an unserem Ankerplatz. Viele Korallen im Flachwasserbereich sind in gutem Zustand.

Vor allem aber sehen wir WeihnachtsbaumwĂŒrmer (die SpiralröhrenwĂŒrmer heißen im englischen wirklich Christmas tree worm) in großer Anzahl und Farbenvielfalt.

Die WĂŒrmer bauen Kalkröhren in den Korallen, die sie zeitlebens nicht mehr verlassen. Was wir von ihnen sehen, sind die nach außen gestĂŒlpten “tannenbaumförmigen” Kiemen. Bei AnnĂ€herung oder auch nur starker Wasserbewegung werden die Kiemen blitzartig nach innen gezogen, in so einer farbenfrohen Kolonie ist das ein ziemliches Spektakel.

Ruhige Tage sind also nicht notwendigerweise erlebnisarm 😎.

Twin Palms Yacht Club Raroia: der Yachtclub auf einem unbewohnten Motu

FĂŒr den Ankerplatz im Nordosten von Raroia hat sich die inoffizielle Bezeichnung “Twin Palms Yacht Club” durchgesetzt. Ein griffiger Name zur Unterscheidung ist ganz praktisch, denn die lokalen Namen der einzelnen unbewohnten Inselchen auf dem Ringriff des Atolls sind in den Seekarten nicht verzeichnet und theoretisch könnte man vor den meisten von ihnen ankern. Aber wieso gerade dieser Name fĂŒr den Ankerplatz vor einem unbewohnten Motu?

Da waren wohl ein paar kreative Segler am Werk. Die Einrichtungen des Yachtclubs bestehen aus einer Feuerstelle, einer Schaukel, mehreren aus Strandgut gefertigten HĂ€ngematten, einem Tischchen und einem Eisen-Sporn zum Öffnen von KokosnĂŒssen.

Und eben den namensgebenden Kokospalmen, wobei es davon weit mehr als nur zwei gibt.

Nach ein paar Tagen an diesem Ankerplatz mit jeweils Dinner- oder Sundowner-Einladungen fĂŒr uns auf eines der Nachbarboote fahren wir kurzentschlossen mit dem Dinghy zu allen umliegenden Booten und stoßen ein nachmittĂ€gliches Treffen am Yachtclub an. Kein Potluck, vielleicht ein paar Beach-Spiele, Snacks, Erfrischungen, Wiebke macht außerdem Kuchen.

Viele Crews kommen. Die meisten haben wir schon auf anderen AnkerplĂ€tzen getroffen, einige lernen wir erst hier kennen. Aus den Spielen wird nichts, aber die Unterhaltungen sind angeregt und vor allem: KokosnĂŒsse sammeln und öffnen ist der Hit, zumal es fĂŒr einige das erste Mal ist.

Im Laufe des Nachmittags trudeln immer mehr Crews ein, es wird richtig schön bunt gemischt was NationalitÀten, Alter, Segelerfahrungen, Woher und Wohin angeht.

Die Gesellschaft löst sich erst kurz vor Sonnenuntergang auf, so lassen sich mit den Dinghies die Riffe und Bommies auf der Heimfahrt zum Boot noch einigermaßen ausmachen.

Allerdings sind wir dadurch schon im Aufbruch, als die Kokos-Krabben anfangen, aus ihren Löchern zu kriechen. Diese auf KokosnĂŒsse spezialisierten Land-Krabben sind hier sehr zahlreich und sollen ziemlich schmackhaft sein. Aber das sparen wir uns fĂŒr ein andermal auf.