Wandern auf Terre de Haut

Wassersport an den letzten beiden Tagen, heute geht es zum Ausgleich wieder mal hoch hinaus. So hoch, wie es eben auf Terre-de-Haut geht, wir haben uns eine Wanderung auf den 304 m hohen „Le Chameau“ ausgesucht. Es werden am Ende mit dem notwendigen Auf und Ab rund 350 Höhenmeter und knapp 9 km. Hört sich mal wieder nicht viel an, aber es ist ausreichend anstrengend. Wobei – die Belohnungen folgen auf dem Fuße 😉.

Zunächst geht es durch den kleinen, aber hübschen Ort. „Kolonialstil“ oder „Zuckerbäckerstil“ steht in den Reiseführern. Liebevolle Verzierungen wie von Zuckerbäckern finden sich jedenfalls an den sonst einfachen, aber bunt gestrichenen und oft mit Veranden versehenen Häusern. Eine kleine Auswahl:

Manchmal reicht es auch schon, Bepflanzung und Hausfarbe aufeinander abzustimmen:

Und von den Details geht’s dann weiter zum echten Überblick: der Weg auf den Le Chameau bietet von letzterem reichlich:

Blick zurück auf den Ort und einige der vielen wunderschönen Buchten von Terre de Haut
Die wilde, teils unzugängliche nordöstliche Küste.
Blick hinunter auf unseren Liegeplatz
und hinüber zur anderen Seite nach Terre de Bas.

Aber während wir auf der (größtenteils nur für Fußgänger geöffneten) Straße nach oben gegangen sind, geht es auf der anderen Seite eher einen Kletter- als einen Wanderpfad wieder hinunter, wir dürfen uns die Aussicht doch noch erarbeiten 😉.

und wir werden weiterhin belohnt. Auch beim Abstieg gibt es wunderschöne Ausblicke sowie – quasi als Bonbon – einen Traumstrand obendrein.

Kein Hotel, nicht mal Häuser und um diese frühe Zeit wenig andere Besucher. Gut, dass wir unsere Badesachen im Rucksack dabei haben 😁, die Abkühlung können wir gut gebrauchen.

Danach führt uns der Weg dann wieder auf eine (eigentlich: die) Straße und erst mal wieder bergauf oberhalb des markanten „Pain du Sucre“, einer kleinen Ausgabe des Zuckerhutes.

Draußen auf dem Meer legen sich die wenigen Boote bei dem vorhergesagten stärkeren Wind ordentlich auf die Backe oder kämpfen sich stark gerefft an der Küste entlang.

An unserer Boje allerdings liegen wir gut und recht ruhig im Landschutz von Terre de Haut und so genießen wir nach unserer Rückkehr an Bord der Flora die unterwegs noch kurz eingekaufte herrliche französische Brotzeit 🥖 🧀 🍷.

Tauchen in Guadeloupe / Îles des Saintes

Gestern hatten wir geschnorchelt, heute gehen wir tauchen. So richtig komfortabel ist das hier in den Îles des Saintes allerdings nicht geregelt, man muss von der Tauchschule aus in voller Montur (mit aufgeschnallter Tauchflasche) über die Straße hinunter zum Strand und ins Wasser laufen. Ist nicht weit, aber auch nicht eben bequem. Dann noch ein Stückchen ums Tauchboot schwimmen, hinten hineinklettern und das Jacket mit der Flasche wieder ausziehen für die Fahrt zum Tauchspot. Wieder anziehen. Und nach dem Tauchgang das Ganze retour, nur das man jetzt erst ins brusthohe Wasser springt und dann das Jacket mit Flasche zum Anziehen ins Wasser geworfen wird. Noch etwas umständlicher, weil man jetzt ja auch noch Flossen und Maske in der Hand hält. Andere Länder, andere Sitten. Unter anderem leider auch die, keinen Rabatt zu gewähren, obwohl wir ja (bis auf Flasche und Blei) komplett unser eigenes Equipment verwenden. Trotzdem bleibt es bei 58 € je Tauchgang. Umgekehrt sehen wir das auch nicht als Argument für weitere Tauchgänge hier mit dieser Tauchschule.

Das Tauchen selbst ist dann ruhig und einigermaßen unspektakulär, wir können uns gut auf uns und unsere Tarierung konzentrieren. Besonders sind vor allem die vielen Federbüsche, über und zwischen denen der erste Teil unseres Tauchgangs verläuft.

Später, an den Felsen, machen vor allem die kleinen Dinge den Reiz aus: wir sehen mehrere Rotweiß gebänderte Scherengarnelen:

(Mit Tauchlampe beleuchtet sieht die Unterwasserwelt gleich viel bunter aus)

Und auch der (juvenile, daher noch ohne die namensgebenden Punkte nur längs- und quergestreifte) Tüpfel-Ritterfisch gefällt uns gut:

Man muss schon gut hinsehen, um trotz der überlangen Rückenflosse und der ebensolchen Schwanzflosse den eigentlichen Fischkörper zu sehen.

Ein bisschen karibisch bunten Fisch gibt’s dann auch noch, etwa diesen Blaustirn-Kaiserfisch mit einigen Jakobus-Soldatenfischen (und natürlich noch einige mehr)

oder (nicht bunt, aber fein und edel gezeichnet) diesen schönen Sandtaucher:

Wenn man erstmal unten ist, ist das Tauchen eben doch immer wieder schön 😁.

Lynndy

Keine 100 m von unserem Bojenplatz entfernt weist eine große gelbe Tonne mit Kreuz auf ein Wrack hin, das hier zwischen uns und dem Ufer auf etwa 12 m Tiefe liegt.

Es ist die ehemalige Fähre Lynndy, die – wenn man den spärlichen Informationen glauben kann – nach einem tropischen Sturm 2006 sank. Das Wrack ruht fast aufrecht auf seinem Kiel und über der Oberkante des Aufbaus ist das Wasser deshalb nur etwa vier Meter tief, perfekt zum Schnorcheln.

Schon die Befestigung der Markierungstonne macht was her.

Aber nicht nur das Wrack fasziniert: wir schwimmen näher ans Ufer und schnorcheln dort durch erstaunlich viel Fisch und Korallen.

Das macht mehr Lust auf die Unterwasserwelt hier. Für morgen haben wir uns deshalb zu einem Tauchgang bei der örtlichen Tauchschule angemeldet, das Tauchboot saust verlockenderweise täglich mehrmals an unserem Liegeplatz vorbei. Wir sind gespannt.

Îles des Saintes, Guadeloupe

Mehrere Inseln der Îles des Saintes, insbesondere Terre -de-Haut und Îlet à Cabrits bilden zusammen einen schönen Naturhafen. Wir fahren eine Runde durch die beiden Bojenfelder rechts und links des Fähranlegers von Terre-de-Haut, aber die einzig freie Boje ist mit „Gendarmerie“ beschriftet, die nehmen wir dann doch nicht. Also ankern wir für die erste Nacht etwas weiter westlich unter der Küste. Es ist o.k., aber der nordöstliche Schwell wird hier nicht so sehr durch die Inseln geblockt.

Am nächsten Morgen werden aber einige Bojen frei und so verholen wir noch vor dem Frühstück an eine Boje nahe des Ortes (14 € pro Nacht). Hier liegen wir jetzt deutlich geschützter, zudem ist auch die Dinghyfahrt zum Ort um einiges kürzer. Das ist nicht nur bequemer, es spart auch Sprit. Ein Aspekt, der ungemein an Relevanz gewinnt, wenn man wie ich heute gemeinsam mit Ingo einen 2-km-Spaziergang zur Tankstelle macht um dann festzustellen, dass das nur „Fakenews“ aus dem Internet waren, eine Tankstelle gibt’s nur auf Terre-de-Bas. Von hier aus 2,5 sm mit dem Dinghy entfernt. Hm. Lieber Sprit sparen, wir schleppen unsere Kanister wieder zum Boot zurück.

Der Spaziergang mit Wiebke zum alten Fort über der Stadt ist nicht ganz so vergebens. Wir genießen die schönen Ausblicke und den kleinen Kakteengarten im Fort. Das integrierte Museum dagegen vermag nicht so recht zu begeistern, es wirkt eher wie das Abziehbild eines alten Museums, sowohl Exponate als auch deren Präsentation wirken leicht angestaubt.

Genau so angestaubt ist leider unser Französisch, nicht eben hilfreich wenn doch die Erläuterungstexte fast ausschließlich in dieser Sprache sind, es keinen Audioguide gibt und das Netz (für Google Tranlator z.B.) inselweit ziemlich langsames 2G zu sein scheint.

Dann doch lieber wieder hinunter in den Ort. Der glänzt mit französischen Restaurants, einer Bäckerei (in der das Wort Baguette wieder einen positiven Klang bekommt) und mit ganz vielen karibischen Farben:

Aber auch hier ist die Erinnerung an den Hurrikan Maria noch frisch und schmerzhaft:

Obwohl die Insel so klein ist, dass sich fast alles bequem zu Fuß erreich lässt, kann man Elekrofahrräder und Golfcarts mieten, außerdem kleine 50 oder 125 ccm Roller. Im Segelführer war bereits beschrieben worden, dass hier fast alles auf diesen kleinen Rollern transportiert wird, Bierkisten ebenso wie Baumaterial. Offenbar auch Fisch, wie dieser unkonventionelle Transport eines großen Wahoo beweist:

Besonders schönes Detail: der Sweatshirt-Aufdruck: „SEA LEGS“!

Auch für uns gab‘s heute noch ein bisschen was zu tun: Wiebke hat die Flora obenrum, ich das Boot untenrum wieder sauberer gemacht. Zum Säubern des Unterwasserschiffs hab ich mich in meine Tauchausrüstung geworfen und den zwar noch recht losen, aber eben doch schon sichtbaren Bewuchs abgeschubbert. Die dabei komplett leergeatmete Tauchflasche konnte ich bei der hiesigen Tauchschule abgeben und sollte sie morgen wieder abholen können.

Bei der Gelegenheit habe ich auch gleich mal unsere Zinkanoden kontrolliert, die jetzt ja immerhin seit acht Monaten ihren Dienst versehen und sich wortwörtlich für die edleren Metalle (wie etwa unsere Bronze-Borddurchlässe) aufopfern. Die meisten sehen zwar etwas angegriffen aber noch recht gut aus. Nur die dreieckige Opferanode an unserem Propeller hat es schon weitestgehend hinter sich, ich habe sie gleich getauscht:

Kleine Erinnerungsnotiz an mich selbst: Anoden öfter kontrollieren!

Zu den Heiligen

Ein letzter Besuch auf dem großen samstäglichen Markt in Portsmouth, wir frischen unsere Bestände an lokalem Obst, Gemüse und Kräutern auf. Außerdem kaufen wir hausgemachtes Kokosnussöl, unsere Küche wird langsam karibischer. Neben den übrigen Marktständen kommen am Samstag offenbar viele lokale Verkäufer und handeln entweder direkt aus dem Kofferraum oder von kleinen Klapptischen oder auf der Straße ausgebreiteten Decken aus ihre Ware.

Beim Gang zum Markt und zurück werden wir einmal mehr eindringlich an die Auswirkungen des Hurrikans Maria vor gut zwei Jahren erinnert.

Auffällig sind außerdem die vielen öffentlichen Wasserhähne auf dem Gehweg. Viele Einheimische holen hier in Kanistern ihr Frischwasser, aber auch einige der kleinen Hütten (würden als Vorbild für den Microhome-Trend taugen) haben Anschluss ans Wassernetz, wie wir aus den aus dem Bürgersteig auftauchenden Wasseruhren zu erkennen glauben.

Dominica hat uns richtig gut gefallen.

Trotzdem, jetzt geht’s los zu den Heiligen. Übrigens, Dominica trägt seinen Namen nicht deshalb, weil Kolumbus langsam die Namen von Heiligen ausgegangen sind, wie der Revierführer Chris Doyle mit Blick auf die vielen nach Heiligen benannten anderen Inseln des Antillenbogens spaßig anmerkt. Vielmehr ist Kolumbus auf seiner zweiten Entdeckungsreise zwischen Dominica (das er benannt, aber nicht betreten hat) und Gouadeloupe auf den Inselbogen getroffen und hat erst danach die nördlicher gelegenen Inseln „entdeckt“, benannt und für die kastilische Krone in Besitz genommen, die Îles des Saintes (von ihm „Los Santos“ genannt) an Allerheiligen 1493. Die erste Entdeckungsreise hatte lediglich die Bahamas, Kuba und Hispaniola berührt.

Wie auch immer – die Îles des Saintes (Inseln der Heiligen) gehören zu Guadeloupe und damit wieder zu Frankreich. Und da wollen wir jetzt hin:

Indian River und Cabrits, Dominica

Naturerlebnistag/Tierfototag 😊

Dominica hat nicht nur ein ziemlich naturbelassenes Inselinneres, sondern zeigt sich auch von See aus hoch und grün, eben ursprünglicher als die meisten anderen Inseln hier. Vielleicht ist das mit ein Grund, warum auch verschiedene Szenen der „Fluch der Karibik“-Filme hier gedreht wurden. Nun ist das Besichtigen von Drehorten um der Drehorte willen eigentlich gar nicht so unser Ding, außerdem kann man denen für „Fluch der Karibik hier kaum entgehen. So hatten wir mit Petit Tabac in den Tobago Cays schon den Ort besucht, an dem Captain Jack Sparrow von seiner meuternden Piratenmannschaft ausgesetzt wurde, hatten in der Wallilabou Bay eine Runde gedreht und waren in Titou Gorge geschwommen, beides ebenfalls Drehorte der Serie. Jetzt also der Indian River.

Der Grund für unsere Ruderbootstour auf dem Indian River ist aber ein anderer: der Fluss, der nicht mit motorisierten Booten befahren werden darf, ist nicht nur eine der Naturschönheiten Dominicas, sondern bietet wegen des vorgeschriebenen Guides auch die Gelegenheit, sich Flora und Fauna aus kundiger Quelle in Ruhe erklären zu lassen. Unser Guide Martin („Providence“) ist nach eigenem Bekunden Botaniker und lässt auch keine unserer Fragen unbeantwortet.

Zuerst geht’s gleichwohl in den Nebenarm, in dem die Zauberin Calypso ihre Hütte hat. Zwar wurde die Originalrequisite im Hurrikan Maria zerstört (wie auch ein großer Teil des Blätterdachs über dem Flüsschen), aber die Hütte wurde wieder nachgebaut und das Blätterdach über dem Fluss, tja, da ist die Natur mit Hochdruck dran.

Guide Martin (Providence) vor Calypsos Hütte

Überhaupt ist die Natur der eigentliche Hauptdarsteller hier am Indian River. Zunächst einmal beeindrucken die z.T. uralten, knorrigen Baumwurzeln, die gespiegelt im je nach Lichteinfall klar oder blau milchig erscheinenden Brackwasser des Flusses Phantasiegemälde zu malen scheinen.

Zwischen den (gefühlten) Baum-Methusalems wachsen immer wieder wilder Hibiskus mit seinen gelben, am nächsten Tag dann schon orangenen Blüten.

Dann macht uns Martin auf die Krebse aufmerksam, die sich mal im Uferschlamm gut getarnt

mal aber auch knallrot und somit gut erkennbar ziemlich zahlreich am Indian River tummeln.

Auch auf die verschiedenen Vögel werden wir hingewiesen. Obwohl wir früh am Morgen schon um 7.00 Uhr aufgebrochen und als erstes Boot auf dem Fluss unterwegs sind, scheinen uns allerdings recht wenige Vögel (und auch wenige Insekten) unterwegs zu sein. Trotzdem, wir bekommen verschiedene Kolibris, inseltypische Tauben und sogar einen schönen Bananaquit zu sehen, aber da war ich mit der Kamera nicht schnell genug. Länger Modell gestanden haben mir zum Glück mehrere Grünreiher

und der seltenere Mangrovenreiher:

und ein Amerikanisches Teichhuhn bei der Morgentoilette.

Im Garten der Bar am Umkehrpunkt zeigt uns Martin diverse der hiesigen Obst- und Gemüsepflanzen, darunter neben verschiedenen Bananenarten und den allgegenwärtigen Mango- und Papayabäumen z.B. auch Kurkuma, Mandelbäume und Passionsfrucht und er geht auch auf die in Dominica typischen Zubereitungen ein.

Im Garten entdecke ich auch noch ein schönes Exemplar der Dominica-Baumeidechse Zanndoli, das gerade seinen Kehllappen zeigt:

Fast zweieinhalb Stunden dauert die eigentlich nicht sehr weite Tour, aber die Zeit vergeht schnell. Martin bringt uns zurück zur Flora, der Taxiservice ist im Preis von 50 EC$ je Person inbegriffen. So machen wir am Nachmittag – wiederum gemeinsam mit Andrea und Ingo noch eine Wanderung im Cabrits National Park auf der Nordseite unserer Ankerbucht beim alten englischen Fort Shirley. Und auch hier sehen wir eine nur auf Dominica heimische Echse, die mit bis zu 40 cm Gesamtlänge um einiges größere Dominica Ameiva:

Obwohl recht kräftig ist sie leider auch ziemlich scheu, meist verzieht sie sich schnell ins Unterholz. Genau so verhalten sich auch die diversen kleinen und für den Menschen harmlosen Antillen-Schlanknattern, die wir ab und zu doch mal zu sehen bekommen:

Da loben wir uns doch die Einsiedlerkrebse, die sich hier im bergigen Wald in großer Zahl finden, von fingernagelklein und quirlig bis faustgroß und fürs Foto stillsitzend:

Nebenbei: einen tollen Überblick auf den Ankerplatz hat man von den höheren teilweise wildromantisch überwucherten ehemaligen Stellungen auf den Cabrits auch:

Und noch ein Tip: sowohl für die Cabrits als auch für den Indian River ist die dominikanische Nationalparkabgabe zu zahlen, das war an den Wasserfällen und beim Hike ins Valley of Desolation auch schon der Fall. Man kann Tagestickets kaufen, aber spätestens ab dem dritten Tag lohnt das ebenfalls erhältliche Wochenticket für 12 (US)$ bzw. 32,04 EC$.

Wasser 💦 und Hahn 🐓

Wir sind komplett verweichlicht. Auf unserem ersten Boot, der 7 m kleinen „Watnu“ gab es kaltes Wasser per Fußpumpe aus einem 60 l Sack unter der Vorschiffskoje, ansonsten aus einem 5 l Kannister. Warmes Wasser gab‘s, wenn man das kalte auf dem Optimus-Petroleumkocher heiß gemacht hatte. Nebenbei bemerkt: ein Klo gabs an Bord auch nicht, dafür musste dann die Pütz (der stabile Allzweckeimer) herhalten. Also musste an Bord der Watnu auch nie die Toilette repariert werden 😁.

Anders leider auf der Flora in der Vergangenheit (siehe hier und hier und hier). Und so ist es auch mit der schönen Warmwasser-Druckwasseranlage, die wir jetzt an Bord haben: Wasser beliebiger Temperatur direkt aus dem Mischbatterie-Wasserhahn. Toll, wenn sie funktioniert, blöd, wenn sie ausfällt und man weder an das warme noch an das kalte Wasser im großen 600 l Tank herankommt. Hm. Vorgestern hatte ich den Wasserfilter im Motorraum gewechselt, der zwischen dem Tank und den Wasserhähnen sitzt. Danach wollte die Pumpe kein Wasser mehr zu den Hähnen bringen. Entlüftet – keine Änderung. Der Druckaufbau nach Filterwechsel hatte zuletzt schon immer recht lange gedauert, aber so lange? Hm. Aber der Tank ist auch halb leer, macht das einen Unterschied? Produzieren wir halt erstmal etwas Wasser und machen den Tank voller. Keine Änderung, aber Wasser aus dem Wassermacher haben wir zusätzlich in Kanistern, einer kriegt den Deckel durchlöchert und ist erst mal unsere Ersatzdusche auf der Badeplattform am Heck. Filter noch mal kontrollieren: o.k., nochmal entlüften (was aufgrund der Montage am Motorraumschott Fisselkram ist): immer noch nix. Luft auf den Druckausgleichsbehälter pumpen: Nischt.

Mit Ingo von der „Easy-One“ beratschlagen. Luftdruck auf den Wassereinfüllstutzen bei Dichtsetzen des Überlaufs: keine Änderung; saugen am Duschschlauch: dito.

Na gut, habe ich heute morgen also doch die Pumpe gewechselt, obwohl sie ja bis zum Filterwechsel funktionierte. Eine Ersatzpumpe, nicht ganz identisch und mit anderer Halterung aber mit passenden Anschlüssen hatten wir zum Glück dabei, hier in Portsmouth wäre die wohl nicht so leicht zu kriegen. Den Wechsel habe ich mit Sitzheizung durchgeführt, weil unser Nachbarankerlieger sich in einer Mooring verhakt hatte und wir deshalb etwas umgeparkt haben. Und die Pumpe sitzt nunmal über dem (jetzt warmen) Motor. Geduld ist immer noch nicht meine größte Stärke. Aaaaber: das Wasser läuft wieder, alles gut 😊. Wir genießen wieder den gewohnten Komfort an Bord. Na klar, irgendwie ging’s auch ohne, aber so ist es doch besser.

Die Übeltäterin
und ihre eingebaute Nachfolgerin.

Portsmouth, Prince Rupert Bay und Tsunami-Warnung

Wir haben es uns in Dominica gemütlich gemacht, seit Sonntag liegen wir in der Prince Rupert Bay beim Örtchen Portsmouth vor Anker.

Schon die Begrüßung war nett, die Boatboys hier haben sich zu einer Organisation zusammengeschlossen: PAYS (Portsmouth Association of Yacht Services). Zur Erklärung: Boatboys gibt’s fast überall in der Karibik. Mit ihren kleinen aber oft stark motorisierten Booten kommen sie den Yachten manchmal schon weit vor den Ankerplätzen entgegen. Sie bieten freie Bojen, die Führung zu „besonders guten“ Ankerplätzen oder Hilfe mit Landleinen an, aber auch die Organisation von Landausflügen mit Guide, das Entsorgen von Abfall, die Erledigung von Wäsche (man gibt sie ab und bekommt sie meist am nächsten Tag gewaschen, getrocknet und sauber gefaltet zurück), außerdem gibt’s Boote die Fisch, Früchte, Brot oder Eiswürfel und alles mögliche weitere verkaufen. Also jeder erdenkliche Service für Yachten. So weit so gut. Allerdings konkurrieren die verschiedenen Boatboys meist miteinander. Wir hatten gehört und gelesen, dass es so schon mal vorkommen kann, dass drei von ihnen gleichzeitig mehr oder weniger abgefendert an die Bordwand dengeln und die Vorzüge der eigenen Leistung lautstark preisen. Oder fünf Boote nacheinander kommen vorbei, um die gleiche Dienstleistung anzubieten, aufdringlich oder unverschämt werden können. All das haben wir bisher nicht erlebt, und auch hier ist es nicht so. Wie auch schon an anderen Orten (z.B. In den Tobago Cays) haben sich die Boatboys einen Kodex gegeben bzw. in Portsmouth sogar einen Verein gegründet, eben PAYS.

Der Boatboy, für den man sich zuerst entscheidet (in unserem Fall „Providence“, die Fantasienamen stehen meist auch groß auf ihr Boot gemalt) hat das Rennen gemacht und bietet die Services an. Die anderen kommen erst wieder ins Spiel, wenn man sich mit ihm nicht einig wird und andere anspricht.

Jetzt sollte man (insbesondere beim Namen PAYS 😉) denken, dass damit höhere Preise einher gehen, aber das scheint nicht der Fall zu sein. Die Tarife sind ähnlich fix oder flexibel wie anderswo und handeln ist ebenso möglich.

Wenn ich geschrieben habe, schon die Begrüßung war nett, hängt das ebenfalls mit PAYS zusammen: gleich Sonntagabend war das wöchentliche BBQ-Event für alle Segler der Bucht am Strand angesetzt. Für 50 EC$ (etwa 16 €) gab es Fisch und Hähnchen vom Grill, dazu Reis und Gemüse und – natürlich Rum-Punch. Alles zum Nachnehmen.

Die Prince Rupert Bay hat ihren Namen übrigens von dem Wittelsbacher Ruprecht von der Pfalz. Der dritte Sohn von Friedrich V. von der Pfalz und König von Böhmen (väterlicherseits) und von Elisabeth Stuarts mütterlicherseits, die wiederum Tochter des englischen Königs Jakob I. war. Mit 25 wurde er Duke of Cumberland und Earl of Holderness, er war Kavallerieoffizier und hatte später verschiedene Marinekommandos. 1670 wurde er der erste Gouverneur der neu gegründeten Hudson Bay Company. Spannend, wie international manche Lebensläufe damals schon waren. 1672 wurde er zum Admiral ernannt, bereits ein Jahr später leitete er als Lord High Admiral die gesamte königliche Flotte (was dann wohl auch die Namensgebung der Bucht rechtfertigt). Jedenfalls trägt eine schöne Bucht seinen Namen:

Nicht ganz so schön sind die häufigen Feuer, wie in der Bildmitte zu sehen. Müll wird häufig offen verbrannt, besonders am Sonntag waren viele Feuer zu sehen. Das stinkt dann nicht nur, je nach Windrichtung kann auch das ganze Boot mit feinen schwarzen Ascheflaken überzogen sein. Hm.

Gut wiederum gefällt uns, dass wir hier in der Prince Rupert Bay um einiges ruhiger liegen als in der doch sehr schwelligen Bucht vor Roseau. Ruhiger ist aber nicht nur die Bucht, sondern auch der Ort. Roseau ist um einiges größer, auch quirliger und – obwohl die Namensgebung das Gegenteil vermuten ließe – jedenfalls von der Ansprache her englischer als im kleineren Portsmouth, wo wir außer von den Boatboys fast ausschließlich auf französisch angesprochen werden.

Die Schäden des Hurrikans von vor zwei Jahren waren auch in Roseau präsent, scheinen aber hier doch noch sichtbarer zu sein. Viele der kleinen Holzhäuser in Strandnähe sind zerstört oder beschädigt, aber auch der (Wieder-)Aufbau der bunten Buden geht wohl voran, wir sehen auch viel Baumaterial an der Straße.

Ein Ministerium entschuldigt sich für den immer noch andauernden Aufbau eines Dinghy-Stegs …

Und während ich das schreibe, bekomme ich von Kati aus Deutschland via Messenger den Hinweis, dass gerade wegen eines starken Erdbebens zwischen Kuba und Jamaika eine Tsunami-Warnung für die Karibik herausgegeben wurde. Wir recherchieren im Internet und stellen fest, dass sie „nur“ für Kuba, Jamaica und die Caiman-Inseln gilt, in etwa 300 sm Umkreis um das Epizentrum. Wir sind fast 1.000 sm entfernt und Haiti liegt dazwischen, also erstmal Entwarnung hier, aber unsere Gedanken sind bei allen denen, die da näher dran sind.

Tal der Zerstörung

Was für ein Name: Tal der Zerstörung / Valley of Desolation. Und ausgerechnet da wollen wir hin? Na ja, eventuell sogar noch ein bisschen weiter, zum Boiling Lake, zum kochenden See. Aber das ist extrem ambitioniert, es sind dann rund 20 km Bergwanderung. Los geht’s jedenfalls am Einstieg in die Lavaschlucht Titou Gorge. Anders als vorgestern haben wir diesmal keine Tour gebucht, sondern nehmen mit Andrea und Ingo gemeinsam den Bus, der um 9.00 von Roseau aus Richtung Laudat fährt. Es kostet nur 4 EC$ (etwa 1,30 €) pro Person, 5 EC$, wenn man sich wie wir direkt nach Titou Gorge kutschieren lässt. Um 18.00 Uhr soll der letzte Bus zurück fahren, Abfahrt dann allerdings an der Haltestelle in Laudat. Die Hinfahrt klappt wunderbar, um halb zehn beginnen wir unsere Wanderung.

Und die Tour hat es diesmal wirklich in sich. Am Einstieg werden wir noch einmal angesprochen: Ihr braucht einen Guide, das geht nicht ohne. Wir haben zwar gegenteiliges gelesen, fragen ihn aber trotzdem noch nach seinem Preis. “Special offer”: 60EC$ pro Person, also für uns vier über 90 US$. Zuviel, zumal der Weg gut erkennbar scheint. Und tatsächlich werden wir den Guide auf dem Weg zum Valley of Desolation zu keiner Zeit vermissen. Möglicherweise wäre das auf dem letzten Stück zum Boiling Lake anders, weil die Erdkruste dort extrem dünn ist, aber so weit gehen wir (wie wir jetzt wissen) heute eh nicht.

Zunächst durch den Regenwald stapfen wir den steilen, aber meist wieder mit Stufen aus Aststücken versehenen Pfad bergauf. Zwischendurch sind einige matschige und rutschige Passagen zu bewältigen, zum Teil geht auch über kleine Flüsschen oder in halb trockenen Bachbetten entlang, wobei der Weg eigentlich immer gut erkennbar bleibt. Anstrengend ist es trotzdem und nachdem wir einige Regenwaldrücken überwunden haben geht es auf einem schmalen Berggrat weiter in die Höhe, jetzt aber ohne das vor der sengenden Sonne schützende Blätterdach. Wasser und Snacks haben wir genug dabei, aber wir benötigen es auch.

Auf der höchsten Stelle bei 950 m gibt es eine Rast und wir lassen die Drohne fliegen. Es wird noch eine Zeit auf dem Grat wieder etwas bergab gehen und dann Steil hinunter ins Tal der Zerstörung. Und auch den kochenden See können wir in der Ferne schon dampfen sehen, aber das ist doch noch ein ganzes Stück entfernt.

Der Abstieg ins Valley of Desolation ist dann der kniffligste Teil unserer Tour. Auf teilweise rutschig lehmigem Grund und über glitschige Steine müssen wir recht steil hinunter, aber auch das ist machbar.

Und dann sind wir da: eine lebensfeindlich anmutende Szenerie breitet sich vor uns aus. Es riecht schwefelig, Pflanzen werden rar, hier und da steigt Dampf aus der Erde und in den Bächen blubbert und kocht es.

Im Bild lässt sich das gar nicht so gut wiedergeben, aber Ihr könnt ein kleines Video von unserer Tour ansehen: Video Valley of Desolation.

Wir sind glücklich, es hierher geschafft zu haben, aber auch schon ein bisschen platt, also machen uns hier auf den Rückweg. Am Ende werden wir über 17 km gewandert sein und dabei über 190 Stockwerke Höhenunterschied erklommen haben.

Eingeschlossen sind allerdings die 1,5 km Straße nach Laudat, die wir nach einem weiteren erfrischenden Bad in Titou Gorge (und einem kalten Bierchen) auf dem Weg zur Bushaltestelle gelaufen sind. Ein Bus kommt trotzdem nicht. Zwar hatte uns der Busfahrer auf der Hinfahrt versichert, die letzte Rückfahrt sei um 18.00, aber nach längerer Wartezeit nehmen wir dann doch ein vorbeikommendes Taxi zurück Richtung Flora. Wobei sich Taxi und Bus hier eigentlich nur im Preis (etwas) unterscheiden. Beides sind Kleinbusse, in beiden gibt es weitere Mitfahrer. Unserer (im Taxi) erklärt uns, heute sei schließlich Samstag. Und wenn der Fahrer des Busses keine Fahrgäste hinauf in die Berge habe, komme er halt nicht. Andere Länder – andere Sitten. Aber gut zu wissen 😁

Dominica 🇩🇲 Wasserfälle: Kennst Du einen, kennst Du alle?

Dominica 🇩🇲 ist bekannt für seine Ursprünglichkeit. Sie hat nur etwas über 70.000 Einwohner und ein gebirgiges, von Regenwald geprägtes und nicht sehr leicht zugängliches Inselinneres, wohl auch deshalb ist Dominica touristisch nicht so erschlossen wie die meisten anderen Antilleninseln. Das heißt aber nicht, dass es keine touristischen Attraktionen gäbe: insbesondere für seine Wasserfälle ist Dominica bekannt.

Mit fallendem Wasser machen wir denn auch schon Bekanntschaft, kaum das wir Martinique 🇲🇶 mit Ziel „The Nature Island“ (inoffizieller Beiname Dominicas) verlassen haben: es schüttet wie aus Kübeln während uns der Atlantikschwell zwischen den beiden Inseln ordentlich durchschaukelt. Aber wir werden für unser Durchhaltevermögen belohnt, kurz vor unserem Ziel reißt der Himmel auf und beim Einholen der Angel beißt auch noch ein veritabler Mahi Mahi, was uns endgültig mit der ruppigen Überfahrt versöhnt.

Wir wollen in Roseau einklarieren, aber der Landgrund steigt hier sehr steil an, so dass wir statt zu ankern lieber eine der auf 35 m Wassertiefe ausgelegten Bojen in Anspruch nehmen, was für einen Tagespreis von 40 EC$ (East Caribbean Dollar, grob gerechnet etwa 13 €) recht leicht fällt. Wie im Chris-Doyle-Segelführer vorgeschlagen, haben wir uns dafür auf UKW-Kanal 16 bei Marcus angemeldet, der uns zu einer Boje führt und beim Festmachen hilft. Kurz danach kommt er noch mal vorbei. Diesmal hat er Kelvin im Boot, der für morgen eine Tour zu den Wasserfällen geplant und im Minibus noch ein paar freie Plätze hat. Wir sagen spontan zu und am nächsten Morgen springen zu unserer Freude auch noch Andrea und Ingo von der Easy-One mit auf.

Nun ist das mit Wasserfällen ja so eine Sache. Auch wir haben schon einige gesehen. Lohnt es, noch weitere anzuschauen, obwohl man ja schon den Rheinfall von Schaffhausen, die Niagarafälle oder vielleicht sogar schon die Iguazúwasserfälle gesehen hat?

Für uns ist es mit Wasserfällen ähnlich wie mit Sonnenuntergängen oder Regenbögen: wir haben schon viele gesehen und dennoch ist jeder neue wieder beeindruckend. Schwer zu sagen, warum. Sicher hat es mit dem Faszinosum der Natur selbst zu tun, mit der Vergänglichkeit des Eindrucks und – beim Wasserfall – mit der entfesselten schieren Gewalt des Elementes, das hier scheinbar entgegen seiner eigentlichen Natur nicht eine waagerechte Fläche (ähm, gelegentlich mit Wellen) einnimmt, sondern senkrecht herabschießt, dabei Lärm und Spritzer macht (was fasziniert Kinder eigentlich an Arschbomben?😉).

Wie auch immer: offensichtlich haben wir noch nicht genug von Wasserfällen, sonst hätten wir wohl kaum eine Tour mit drei verschiedenen an einem Tag gebucht. Klarer Hinweis: Badesachen mitnehmen!

Einen kleinen Dämpfer gibt’s am Morgen. Hinter uns hat in der Nacht die Mein Schiff 2 angelegt. Werden die Wasserfälle jetzt doch voller sein als erhofft?

Um kurz vor halb zehn werden wir von unserem Boot abgeholt, am Ufer wartet schon der Kleinbus und los geht’s hinauf in die Berge hinter Roseau. Erstes Ziel sind die Middelham Falls, aber die müssen wir uns noch erarbeiten. Eine einstündige Wanderung durch den Regenwald ist zu bewältigen; sie ist als “leicht” eingestuft, beinhaltet aber doch einige Kraxelei über Felsen und Baumwurzeln sowie durch mehrere Bäche, auch wenn die Bergauf- und Bergabstücke meist durch Treppenstufen aus Aststücken erleichtert werden.

Irgendwann können wir ihn dann hören und etwas später blicken wir zunächst hinunter in das Becken, in dem wir gleich schwimmen werden:

Aus 60 m Höhe fällt das Wasser herab in den fast kreisrunden Pool von vielleicht 10 m Durchmesser. Auf einer Holzplattform unten auf Poolhöhe können wir uns umziehen, dann gilt es über die glatten großen Felsen zum Wasser zu klettern, wobei uns durch das herabstürzende kalte Wasser verursacht ein kräftiger Wind ins Gesicht bläst.

Unfassbar: wir haben den Pool ganz für uns vier allein. Die anderen Insassen unseres Minibusses kommen fast eine halbe Stunde nach uns an und die 30köpfige TUI-Reisegruppe von Mein Schiff 2 begegnet uns erst auf dem Rückweg.

Unsere nächste Station ist ohne großen Fußweg zu erreichen: der Minibus hält an der engen Lavaschlucht “Titou Gorge”, durch die vom Gebirge kommendes Wasser fließt. Wir schwimmen (mit obligatorischen Schwimmhilfen) gegen den Strom durch die dunklen hohen Felsen, über uns das grüne Dach des Regenwaldes, bis wir am Beginn der Schlucht erst eine kleine Stromschnelle überwinden und dann im Dämmerlicht unter einer überdimensionalen natürlichen kalten Schwalldusche stehen. Wahnsinn!

Auch hier passen wir einen Moment ab, indem wir quasi exclusiv den Wasserspaß genießen können. Wobei: so langsam macht sich der Magen bemerkbar, aber als nächster Stop ist ein Mittagessen mit karibischer Küche vorgesehen und es ist richtig lecker! Wobei das Restaurant dann auch gleich schon an der Straße knapp unterhalb unseres dritten (und vierten) Wasserfalls liegt: den Trafalgar Falls. Sie stürzen aus der grünen Wand des Dschungels rund 40 m tief hinab. Der eigentliche Clou erschließt sich uns aber erst, als wir auch hier eine ziemlich wilde Klettertour über große Felsbrocken hinauf zum linken Wasserfall bewältigt haben und in die unterhalb der Kaskaden liegenden Becken eintauchen.

Wir können unsere Badetemperatur frei wählen, je nach Position, denn auf der einen Seite stürzt kaltes Gebirgswasser herab, auf der anderen mischt sich dampfend fast 40 Grad heißes Wasser dazu, dass wohl aus dem Trois-Piton-River kommt, der wiederum unweit des Boiling-Lake entspringt und – an der rötlich-braunen Färbung der Felsen unschwer zu erkennen – sehr mineralhaltiges und eben warmes Wasser mit sich bringt. Was für eine Wohltat für unsere mittlerweile doch etwas müden Muskeln.