Wieder komplett

Dienstagabend haben uns Eike und seine Kollegin Lara besucht, wir hatten einen sehr schönen Abend bei uns an Bord.

Noch dazu hatte Eike unter anderem unsere neue Lichtmaschine im Gepäck hergeschleppt und deshalb wurde es auch ein sehr schöner Mittwochmorgen. Der Mechaniker erschien, hatte unseren Regler und nicht mehr reparable Lichtmaschine dabei, baute den Regler und die neue LiMa ein und siehe da: unser Bootsmotor kann wieder die Batterien laden. 😀

Wir waren glücklich und haben das am Abend ausgiebig auf einem Zug durch Alicantes Altstadt mit Tinto de Verano hier, Vermouth dort und abschließend einem weiteren Besuch in einer Arrocería (also einem Reis-Restaurant) mit Rotwein gefeiert. Wie der Name andeutet, gab es auch ein wenig Schinken 😊.

Heute morgen haben wir das gute Hafen-WLAN genutzt, um mit dem LiMa-Lieferanten per Computer-Fernwartung (TeamViewer) die Einstellungen des Mastervolt-Reglers für die LiMa anzupassen. Und das war gut so. Es stellte sich nämlich heraus, dass die LiMa doch noch nicht komplett angeschlossen war. Zwar lieferte sie Strom, aber noch nicht alle zur optimalen Steuerung nötigen Informationen. Also durfte ich ein weiteres Kabel aus den Tiefen des Kabelbaums pulen („ein weißes Kabel suchen“), auch das noch mit dem Regler verbinden und siehe da: jetzt wird nicht nur die Temperatur sondern auch die Drehzahl der LiMa an den Regler gemeldet und die entsprechenden Grenzen konnten eingestellt werden. Das sollte hoffentlich der neuen LiMa ein längeres Leben bescheren 🤞.

Im Augenblick darf sie sich aber noch ausruhen, wir haben bei schönen Segelwind das Cabo de Santa Pola schon passiert und laufen am Wind in Richtung Mar Menor.

Alicante, die Mancha und der Großeinkauf

Wir sind in Alicante, genauer gesagt im Real Club de Regatas de Alicante. Wir haben uns gleich für eine ganze Woche hier im Hafen eingebucht, für uns ziemlich ungewöhnlich. Der Grund dafür ist unsere Lichtmaschine, die leider den Geist aufgegeben hat. Nachdem sie schon eine Weile herumzickte, hatten wir eigentlich gehofft sie hier reparieren lassen zu können. Leider ist sie wohl vollständig hinüber.

Zum Glück trifft uns das aber nicht unvorbereitet: wir hatten schon eine eigentlich nur als Backup gedachte neue Lichtmaschine in Auftrag gegeben (sie musste ja für die Lithium-Batterien und damit an den externen AlphaPro-Regler angepasst werden). Die neue LiMa wurde nach Burgwedel geschickt, von wo sie unser Freund Eike Dienstag mitbringt. Eike arbeitet derzeit immer Dienstags bis Donnerstags in Valencia und wollte uns deshalb hier in Spanien besuchen. Passt natürlich prima, ein bisschen Flickzeug für unser leicht angeschlagenes Dinghy bringt er auch noch mit 😉.

Genießen wir also bis dahin Alicante und umzu.

Und Alicante ist wirklich schön. Nicht nur dass die Stadt reichlich Restaurants, Cafés, Cervezerias und Bars bietet und zudem einen sehr gepflegten und gleichzeitig lebendigen Eindruck macht, allein schon für die vielen Palmen und Ficus-Bäume im Stadtbild könnte man Alicante lieben. Palmen säumen viele der Boulevards bzw. Avenidas, so auch die marmorgepflasterte Promenade hier am Hafen.

Und wunderschöne Plätze wie diesen an der alten Post (scheint im Hintergrund durch):

Samstag am frühen Morgen noch mit wenig Leuten, wir wollten aber gerne zeitig in der Markthalle sein:

Schon von außen beeindruckend, aber noch mehr drinnen, zumal es eben keine Touristenpräsentation ist, sondern eine wirklich von der Bevölkerung genutzte Markthalle. Zwei Ebenen, unten hauptsächlich Fisch und Obst/Gemüse, oben überwiegend Fleisch/Wurst.

Zur Abwechslung mal kein Schwertfischbild vom Markt, sondern der Blick in einen Obst- und Gemüsewald:

Auch wir haben ein bisschen eingekauft, aber hier noch nicht nicht sehr viel. Das kam später.

Vielmehr haben wir uns fürs Wochenende günstig (Tip von Eike) ein Auto gemietet und sind erst mal raus aufs Land gefahren. Zunächst in den kleinen Ort Banyeres de Mariola, wo wir die Burg besichtigt und uns mit dem kleinen Auto durch die super engen Gassen gequetscht haben. Interessant zu sehen, dass hier in der Gegend viele Kirchen blaue Ziegeldachkuppeln haben, ich habe noch nicht herausgefunden, was es damit auf sich hat, jedenfalls ist es sehr auffällig.

Und dann weiter durchs Gebirge und einige Landschaftsschutzgebiets bis in die flachere und kargere Region Kastilien-La Mancha, die sich nördlich anschließt an die Region Valencia (zu der auch Alicante gehört).

Windmühlen, gegen die Cervantes Don Quichotte als vermeintliche Riesen mit ihren langen Armen ankämpfen könnte gibt es heute wieder reichlich und sie sind größer geworden. Moderne Windkraftanlagen finden sich zuhauf auf den etwas höheren Kämmen der Hügelketten der Mancha. Sonst gibt’s dort aber nicht ganz viel, weshalb wir das Auto auch noch für einen Großeinkauf genutzt haben, schließlich naht so langsam Gibraltar und damit der erste längere Törn im Atlantik, jetzt also doch ein paar Vorräte mehr 😉 (unser bisher größter Bon, hat die Bevorratungspanik uns jetzt doch noch erwischt?).

Ganz nebenbei: offensichtlich sind wir wirklich in Spanien, denn wir haben auf unserer Autofahrt auch den obligatorischen Osborne-Stier gesehen:

Die Geschichte dieser Werbe-Stiere und ihres Einzugs in die Spanien-Symbolik ist übrigens auch ein tolles Beispiel dafür, was Gesetzgebung bewirkt (und was eben nicht).

Bordküche

Vor der Abreise haben mich viele gefragt, wie wir das mit dem Einkaufen für die lange Reise machen. Ich habe allen versichert, dass es in Italien und Spanien auch Supermärkte gibt und wir deshalb nicht in Griechenland das Schiff für Monate ausrüsten müssen 😉. Aber ein paar Dinge wie Kaffee, Nudeln, Pesto, Reis, Dosenthunfisch bunkern wir natürlich schon. Wir habe feststellen müssen, dass frische Milch bei diesen Temperaturen sinnlos ist und haben nun immer ausreichend H-Milch an Bord. Milchkaffee morgens ist lebensnotwendig und für mich außerdem, besonders bevor wir auslaufen, etwas zu essen. In Griechenland war das meist Joghurt mit frischen Früchten, in Italien war Naturjoghurt kaum zu bekommen. Dann gibt es normalerweise Müsli. Für die Tage an denen es schnell gehen soll, haben wir immer ausreichend Müsliriegel an Bord. Und für zwischendurch ausreichend Nüsse und Salzstangen o.ä.

Aber grundsätzlich kochen wir frisch. In Catania hat uns z.B. ein netter Franzose selbstgefangenen Thunfisch geschenkt. Also geschenkt oder selbst gefangen: Ab in die Pfanne, etwas Salat dazu, fertig.

Vor Nachtfahrten und längeren Törns bereite ich ein, zwei Sachen vor, so dass wir sie unterwegs nur aufwärmen können und nicht lange unter Deck schnippel müssen. Für die Überfahrt von Sizilien nach Sardinien gab es Kartoffel-Tomaten-Paprika-Suppe und einen Couscous-Salat mit Möhren, Staudensellerie, Rotkohl, Erdnüssen und Hühnchen.

Dafür haben wir einen super Tip umgesetzt, den ich in einem anderen Blog gelesen habe. In vielen Supermärkten gibt es frische, fertig gegrillte Brathähnchen zu kaufen. Das haben wir in Palermo gemacht, Ralf hat alles gepult und wir haben das Fleisch vakuumverpackt und ab in den Kühlschrank. Das hält ein paar Tage. Mit der zweiten Portion gab es dann eine asiatische Currysuppe.

Kartoffeln und Bohnen halten auch lange. Ergänzt mit kleinen Sardinen aus der Dose, Parmesan und getrockneten Tomaten auch lecker.

Unseren kleinen Wok haben wir auch dabei. Der wird auf dem Gasherd super heiß und so gibt es Bratreis mit Ei und Bohnen.

Manchmal gehen wir natürlich auch essen. Vorgestern gab es Tapas und Cañas (kleine Bier) in einer Cervecería (einfache Kneipe). Gestern dann ein x-Gänge Menü im einzigen Sterne-Restaurant von Alicante. So lecker!