Aller guten Dinge sind 
 ?

Am Ende wird alles gut. Wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende!

Nach dem Hinein- und Hinauskranen der Flora am Dienstag war Arbeit an den drei leckenden Seeventilen angesagt und dann am Mittwoch wieder Travellift.

Mittwoch: Same procedure

Leider Murmeltiertag. FrĂŒhmorgens rein, erneut ein undichtes Seeventil feststellen, gleich wieder raus. Wieder ist das Seeventil des achteren WC-Auslasses undicht. Es ist wirklich kaum zu erreichen, im Motorraum eingezwĂ€ngt zwischen dem Volvo, dem vom Vorbesitzer eingebauten Generator sowie dessen Seeventil nebst SchlĂ€uchen und dem Schott zum Bad. Jetzige Diagnose: wahrscheinlich war deshalb beim Einbau (fĂŒr Dienstag) das Seeventil schief auf den Borddurchlass gesetzt. Damit wurde das Gewinde des TrueDesign-Borddurchlasses verletzt, das neue Seeventil (fĂŒr Mittwoch) konnte also wieder nicht dichten. Der Borddurchlass muss ganz raus (also auch neues Coppercoat Antifouling drauf). Akkordarbeit fĂŒr die Handwerker und neuer Krantermin am Donnerstag.

Frust bei uns. Zur BewĂ€ltigung (oder Kompensation?) machen wir eine spontane Gewalttour nach Auckland und zurĂŒck. Unser Ziel ist das „RV Super Centre“, ein riesiges Zentrum fĂŒr neue und gebrauchte Wohnmobile. Was soll das jetzt, geht der Frust so weit, dass wir an eine Landyacht denken?

🧐 . Nein, natĂŒrlich nicht.

Aber im RV Super Centre gibt’s auch einen Zubehörshop und der bietet eine Waschmaschine an, die unserer schon seit Panama irreparabel kaputten Candy 3,5 kg recht nahe kommt. Die Camec RV II 4 kg ist – wie könnte es anders sein – minimal zu groß. Limitierend sind auf der Flora die TĂŒr zum vorderen Bad mit 47 cm Breite, zudem ist das Loch fĂŒr den Einbauort der Waschmaschine (von der Dusche aus) nur 51,5 cm breit und 75 cm hoch.

Die Camec misst 70 x 51 x 49 cm. Wir mĂŒssen sie uns vor Ort anschauen, um zu sehen, ob und ggfs. was demontierbar ist oder ob wir das ganze GehĂ€use auseinander bauen mĂŒssten.

Und so sieht’s dann aus: wenn wir die WaschmaschinentĂŒr abbauen, gewinnen wir etwa zwei Zentimeter. Das wĂ€re einfach und könnte gerade so ausreichen. Schlimmstenfalls mĂŒssten wir die RĂŒckwand auch auseinandernehmen. Allerschlimmstenfalls passt die Maschine dann trotz neuem, etwas kleinerem Holdingtank im gleichen Stauraum immer noch nicht. Puh. Schwierige Entscheidung. Wir riskieren es und kaufen die Waschmaschine. Schließlich war in Panama, den USA, Kanada und Mexiko keine passende zu bekommen, da dort die Stromnetze und somit fast alle ElektrogerĂ€te jeweils auf 110 V 60 Hz und nicht auf die von uns benötigten 230 V 50 Hz ausgelegt sind. Ein Import aus Europa hĂ€tte das Dreifache des Preises der Waschmaschine verschlungen. Außerdem gab es ĂŒberall Waschsalons. Die Inseln im Pazifik: keine vernĂŒnftigen kleinen Maschinen. Also: jetzt hier in Neuseeland, wenn sich irgendeine Chance bietet: nutzen.

Die Camec bleibt allerdings erst einmal im Kofferraum unseres Autos.

Donnerstag: Krantermin zum Dritten!

Wieder hÀngt Flora in den Seilen des Travellifts, wird langsam ins Wasser gelassen und bleibt in den Seilen, bis wir das ok geben.

Mechaniker Byron kontrolliert das vermaledeite Ventil im Motorraum: dicht! Endlich.

Die Seile werden gelöst wir motoren zum Liegeplatz am Steg. Durchatmen. Danach geht Wiebke die Ventile alle noch einmal durch und 
 da ist doch ein Tropfen am Seeventil unter dem Waschbecken im achteren Bad? Trockenwischen, warten. Mist, ein neuer Tropfen bildet sich. Das darf doch nicht wahr sein. Ich schließe das Seeventil, wische alles noch mal trocken, lege drumherum KĂŒchentĂŒcher aus. Sie bleiben um das Ventil des Waschbeckenauslasses herum trocken, aber das Ende am Ventil des Decksablaufes wird etwas feucht.

Byron kommt und prĂŒft. Und prĂŒft. Und prĂŒft. Ergebnis: Borddurchlass und Seeventil sind dicht, bei geschlossenen Seeventilen passiert also nichts, wir können im Wasser bleiben. Die beiden SchlauchanschlĂŒsse oberhalb dieser beiden Seeventile mĂŒssen aber neu abgedichtet werden. Na Klasse. Aber immerhin GlĂŒck im UnglĂŒck: nicht nochmal kranen, dann könnten wir erst nach Ostern wieder ins Wasser.

Aber auch so, dreimal kranen innerhalb von drei Tagen, das ist ein Novum fĂŒr uns. Wenn möglich, möchten wir das auch nicht wiederholen.

(Kar-)Freitag: wir bereiten das Projekt Waschmaschine weiter vor. Ich verlege die SchlĂ€uche im Waschmaschinen-Kabbuff etwas anders, um oben mehr Platz zu schaffen. Messe alles noch einmal aus, zeichne an den WĂ€nden mit Bleistift Markierungen an. Baue die TĂŒr zum Waschmaschinenkabuff und die große TĂŒr vom Salon zum Vorschiff aus. Schraube den Salontisch ab und schiebe ihn ganz zum Sofa. Soviel Platz schaffen wie möglich. Auch das Steuerrad im Cockpit wird ausgebaut.

Ben von der „Kujira“ kommt uns zu Hilfe. KrĂ€ftig und super schlank, das wird helfen. Und tatsĂ€chlich, wir wuchten die Maschine ĂŒber die Reling und ins Cockpit, entfernen die schĂŒtzende Verpackung. Dann die Treppe herunter in den Salon. TĂŒr der Waschmaschine abschrauben. Es klappt, wir kommen durch die TĂŒrdurchlĂ€sse gerade so eben durch. Wir verbinden den Wasserzulauf, binden das Stromkabel und de Abwasserschlauch an die zuvor gezogenen Pilotleinen und zirkeln mit etwas MĂŒhe die 45 Kilogramm der Camec durch die enge Öffnung, wobei sich Ben tatsĂ€chlich noch zwischen Duschwand und Maschine quetschen kann. Drin, passt wie angegossen. WaschmaschinentĂŒr wieder dran, mit Spanngurt herunterzurren, anschließen, fertig.

Flora schwimmt und wir haben sogar wieder eine Waschmaschine. Hurra!