Alabaster Bay und Hatchet Bay Harbour: auf zu den Ananasfeldern!

Von Governor’s Harbour segeln wir weiter nach Nordwesten, immer entlang an der langgestreckten Küstenlinie von Eleuthera. Die Insel zieht sich als zumeist schmales Band mit y-förmigen Ausweitungen an beiden Enden etwa 180 Kilometer lang in dieser Richtung.

Als nächsten Ankerplatz wählen wir die Alabaster Bay, sie bietet bei der derzeit wieder starken südlichen Komponente in den vorherrschenden Ostwinden guten Schutz. Und den können wir auch brauchen, denn es zieht ein Gebiet mit Squalls und Gewittern über uns hinweg. Wir igeln uns ein und nutzen die zwischenzeitlich schöneren Phasen zum Schnorcheln. Dabei kommt auch die „Hawaiian Sling“-Harpune wieder zum Einsatz. An zwei aufeinander folgenden Tagen schießen Ingo und ich damit an einem nur etwa 40 m langen Riffabschnitt elf (11) Rotfeuerfische.

Die Schädlichkeit dieser invasiven Art für die hiesige Fischwelt, aber auch die Schmackhafigkeit der Exoten hatte ich HIER schon mal erläutert. Es ist ein bisschen aufwändig, erst (mit der Feuerwehrschere) die Giftstacheln zu entfernen und dann die recht kleinen Fische zu filetieren, aber ich werde langsam geübt darin und sie sind wirklich lecker.

Nach ein paar Tagen zieht es uns aber weiter, nur leider erweist sich unser ausgeguckter Ankerplatz bei Gregory Town als zu ungeschützt, der Schwell der immer noch südöstlichen Winde lässt uns ein ganzes Stück zurück nach Hatchet Bay Harbour motoren. Dieser See mit künstlichem Durchbruch zum Meer ist hervorragend geschützt, kommt allerdings in unserem (ziemlich alten) Törnführer nicht gut weg. Macht aber nichts, nachdem wir uns durch die schmale Einfahrt getastet haben gefällt es uns ganz gut.

Der Ort (Alice Town), oft auch einfach Hatchet Bay Harbour genannt, ist zwar eher ärmlich und mit durchgehend sehr einfacher Bebauung, ganz anders als zuletzt Governor’s Harbour.

Aber natürlich gibt es – bei richtiger Kameraperspektive – auch ausgesprochen schöne Stellen 😉

O.k., schaut man nach links, sieht es man die Baustellen und auch deutlicher das marode Palmblattdach der Schirme:

Worauf es ankommt, es gibt einen kleinen Supermarkt und die Menschen sind superfreundlich. Wir treffen die Crew der kanadischen „Petit Chantier“, außer der Easy-One und der Flora das einzige Segelboot in der Bucht. Sie erzählen Wiebke und mir von einer außerhalb gelegenen Höhle, wir ihnen von etwas entfernt liegenden Ananas-Plantagen. Gemeinsam fragen wir Renaldo, den Barkeeper der Bar am Dinghydock, nach Entfernung und Erreichbarkeit der beiden Ziele. Schwups, werden wir von ihm in seinem Auto dorthin gefahren, er muss angeblich ohnehin noch irgendwo Eis und Spirituosen besorgen. Wir sollen ihm eine WhatsApp schicken, wenn wir fertig sind, dann holt er uns wieder ab. Unterwegs stellen wir fest, dass es tatsächlich sonst ein ziemlich langer Marsch geworden wäre.

Annabelle und El (französischsprachiger YouTube Channel: Voiliers les Copains) haben Lampen dabei, schließlich hatten sie die Höhlentour geplant. Wir haben zwar nur die Handy-Funzeln, aber zusammen reicht es. Tatsächlich sind die „Hatchet Bay Caves“ riesig, sie sollen sich über eine Meile hin ausbreiten. So weit gehen wir nicht, aber es ist trotzdem beeindruckend. An der Straße nur ein Schildchen, dann Feldweg und irgendwann ein Loch. Kein Eintrittsgeld, kein Reiseführer, keine Schautafel. Einfach nur ein Loch und ein paar Stufen, die hineinführen. Von der nur über diesen schmalen Einstieg erreichbaren ersten Höhlenkammer geht es – nun nur noch von den mitgebrachten Lampen beleuchtet – über eine Holzleiter eine Ebene weiter nach unten. Dort erwarten uns Gänge, die wie ein trocken gefallener unterirdischer Fluss anmuten, zwischendurch in Abständen immer wieder größere Räume, manchmal möchte man sie Kathedralen nennen, dazu Stalagmiten und Stalagtiten in großer Zahl, Fledermäuse, allerdings auch einiges an hingesprayten Namenszügen, vielleicht ein Nachteil des einfachen unkontrollierten und kostenlosen Zugangs.

Zwischendurch löschen wir kurzzeitig unser Licht und lauschen in die dunkle Stille. Ein wunderschönes Erlebnis.

Wieder draußen werden wir von vier aufgeregten Hunden empfangen, zum Teil mit neuen Halsbändern. Stürmisch, aber auch zutraulich und ausgeprägt an unseren Rucksäcken interessiert, obwohl nichts essbares darin ist. Sie begleiten uns bis zur Ananasplantage, die ein Stück weiter die Straße hinauf liegt. Für Führungen ist sie zwar derzeit geschlossen, aber die Ananasfelder und das daneben angebaute Obst und Gemüse (vor allem Bananenstauden, Papaya und Paprika) sehen wir ja trotzdem.

Die Ananas, ein im Boden wurzelndes Bromeliengewächs mit fleischigem Fruchstand, wurde als Kulturpflanze wahrscheinlich zuerst im Amazonasgebiet angebaut und von den Indigenen „Anana“ (hervorragende Frucht) genannt. Sie war bei Maya und Azteken bekannt und wurde vermutlich von den Cariben auf die nach diesem Stamm benannten Inseln verbreitet.

Hier auf Eleuthera wurde (deutlich später, vor allem im 18. und 19. Jahrhundert) Ananas-Landwirtschaft so intensiv betrieben, dass die Bahamas zwischenzeitlich einer der großen Exporteure dieser Frucht waren, allerdings sind diese Zeiten längst wieder vorbei. Interessanterweise konnten die damals sehr exklusiven Früchte zwar geschnitten in die nahen USA verschifft werden, zum fernen (politischen) Mutterland England aber mussten sie aufwändig als ganze Pflanze mit Wurzelwerk verschifft werden, bis 1857 in Governor’s Harbour die erste Dosenfabrik dafür eingerichtet wurde.

Heute sind die Bahamas nicht mehr unter den Top 10 der Ananas produzierenden Länder zu finden. Nichtsdestotrotz rühmt sich Eleuthera auch heute noch, die wohlschmeckendsten und süßesten dieser Früchte hervorzubringen, sie finden sich auf der Währung und werden als Symbol der Gastfreundschaft und des Wohlstands verehrt und in Liedern besungen (wie uns Renaldos Vater am Abend bestätigt)

Compass Cay

Die Entfernungen sind klein hier in den Exumas, statt langer Schläge ist es mehr ein Hüpfen von Insel zu Insel, die Ankerplätze liegen praktisch in Sichtweite voneinander. Trotzdem müssen wir „außen rum“, also hinaus in den tiefen Exuma Sound und dann wieder durch einen Cut hinein zwischen (und hinter) die Inseln.

Von Staniel Cay kommend wählen wir als nächstes Compass Cay. Schon der Name ist verlockend maritim, aber vor allem interessieren uns der Hike durch das fast trocken fallende kleine Flussbett und – da sind wir durch die Thunderball-Grotte offenbar auf den Geschmack gekommen – die per Dinghy erreichbaren Höhlen in den gegenüber liegende Rocky Dundas.

Zunächst liegt die Flora noch allein mit der Easy-One in der Bucht, doch kurz darauf gesellen sich die Thula und die Caroline dazu. Vier deutsche Boote“! Für die Thula ist der Besuch auf Compass Cay eigentlich Pflicht, lautet das Motto (auf ihrer Website) doch: LIVE YOUR LIFE BY COMPASS, NOT BY CLOCK. 😎

Und später am Tag kommen dann die holländische Doejong und die schweizer Jollity auf den Ankerplatz, beide Boote und Besatzungen kennen wir von früheren Begegnungen.

Die Höhlen der Rocky Dundas sind weniger bekannt wie die Thunderball-Grotte, aber auf ihre eigene Art ebenso attraktiv. Sie liegen bereits im „Exuma Cays Land and Sea Park“ und tatsächlich ist das Unterwasserleben vor den Grotten bunt und reichhaltig. Viele gesunde Korallen und entsprechend auch die dort Schutz findenden Rifffische begrüßen uns, als wir an einer der beiden vor den Höhlen angebrachten Dinghybojen festmachen.

In dem ziemlich flachen Wasser in den Höhlen selbst dann nur wenig Fisch, dafür aber eine beeindruckende Felsenlandschaft mit Stalagmiten und Stalagtiten, die wiederum durch Löcher in der Höhlendecke ganz malerisch beleuchtet wird. Und ein Farbenspiel, dass von dem pinkfarben bewachsenen Stein im überspülten Bereich über die grün bemoosten Wände bis zu ockerfarben matten und bläulich glänzenden Flächen im oberen Höhlenbereich reicht.

Nach einem ersten Besuch mit Wiebke, Andrea und Ingo fahren Ingo und ich noch ein zweites Mal hinüber, diesmal mit Janna und Ilja von der Thula.

Die Wanderung durch das Bachbett auf Compass Cay macht man am besten bei Hochwasser. Nicht wegen des Hikes selbst, sondern weil am Ende ein Bad in „Rachel’s Bubble Bath“ wartet. Bei Hochwasser (und Ostwind) schwappen die Wellen über die schmale Felswand, die Nordspitze von Compass Cay mit dem Rest der Insel verbindet. Das Luft-Wasser-Gemisch blubbert dann in den natürlichen Pool, aus dem heraus der Bachlauf dann zu unserem Ankerplatz fließt.

Ein gemeinsamer Abend am Strand, ein Spieleabend (Mexican Train Domino) mit den Andrea, Natascha, Ingo und Jochen auf der Easy-One. Wir sind sehr dankbar dafür, dass so etwas auch in Covid-Zeiten hier möglich ist. Viele Segler konnten sich inzwischen bereits impfen lassen, wir hoffen, dass es für uns direkt nach der Einreise in die USA klappen wird.

Vorher möchten wir aber die Bahamas noch ausgiebig weiter erkunden. Dabei kommen wir jetzt in den Exuma Cays Land and Sea Park, wo wir allerdings nur noch sehr eingeschränkt Internet haben werden, in weiten Teilen wohl gar keins. Also nicht wundern, wenn die nächsten Blogbeiträge evtl. keine Bilder haben 😉.

Dean‘s Blue Hole, Long Island

Die Blue Holes haben es uns angetan. Es gibt sie bei weitem nicht nur in den Bahamas, aber hier eben doch in sehr hoher Zahl. Und das „Dean‘s Blue Hole“ hier auf Long Island galt lange Zeit sogar als das tiefste bekannte Blue Hole der Welt, bis dann 2016 das „Dragon Hole“ (oder Longdong) im Südchinesischen Meer entdeckt wurde.

Faszinierend ist, dass eine solche geologische Besonderheit hier in den Bahamas von öffentlicher Seite keine gesteigerte Aufmerksamkeit zu erfahren scheint. Keine Aufsicht, keine Beschränkungen, kein Eintrittsgeld. Übrigens auch keine Besuchermassen.

In einer von vorgelagerten Riffen abgeschirmten und mit dem (Segel-)Boot daher nicht erreichbaren flachen Meeresbucht gelegen, steuern wir es mit dem Mietwagen an. An der längs über die Inse führenden Hauptstraße gibt es ein kleines Hinweisschild, ein unbefestigter Feldweg führt an den Strand. Wir können das Auto parken und müssen unsere mitgebrachte Tauchausrüstung nur ein paar Meter bis zum Wasser tragen, sehr praktisch.

Ein paar Freediver sind auch da, für sie sind mehrere tiefenmarkierte Seile an einer mittig über dem Blue Hole platzierten Plattform befestigt und führen scheinbar ins Nichts. Weit, wirklich weit hinunter in den dunklen Abgrund, das vom Durchmesser her kleine Blue Hole ist 202 m tief.

Über den Sandgrund vom Strand aus schwimmen wir auf das dunkelblaue Auge zu, halten Abstand von den Seilen der Freediver, die mit geschlossenen Augen in die Tiefe (und wieder hinauf) gleiten. Am Rand des Dunklen rieselt manchmal noch Sand in den hier etwas trichterförmigen Bereich, hier ist es noch hell, dann geht es senkrecht nach unten in die zunehmende Dunkelheit. Die Wände sind kaum bewachsen und bieten wenig Orientierung hinsichtlich der Tauchtiefe, Fische gibt es kaum, wir müssen unseren Tiefenmesser auf dem Tauchkomputer im Blick behalten. Bei etwa 20 m weitet sich der Rand, es gibt Überstände, höhlenartig und mit Gängen versehen wird es aber erst deutlich tiefer.

Die Farben verschwinden in dem engen Loch gefühlt deutlich schneller als sonst beim Tauchen, nur der Blick nach oben bringt leuchtendes Blau.

Bis auf 26 m gehen wir hinunter, ohne dass sich viel ändert, (nur Ingo taucht noch etwas tiefer) dann steigen wir an der Wand entlang kreisend wieder auf. Ein fast ereignisloser Tauchgang im Hinblick auf Tierbegegnungen, Beobachtungen von Pflanzen oder von Abwechslung in der Unterwasserlandschaft. Und doch ein ganz besonderer, übrigens für uns auch nie bedrückender (in die Tiefe ziehender). Schwer zu beschreiben. Ingo ist völlig fasziniert, wir anderen drei eher ruhig beeindruckt, wirklich froh, diesen einmal völlig anderen Tauchgang unternommen zu haben, aber ohne große Wiederholungsgelüste.

Eine ganz andere Höhle schauen wir uns am gleichen Tag in unmittelbarer Nähe an, die „Hamilton’s Cave“. Sie ist in Privatbesitz der Familie Cartwright und kann nach Absprache mit Mr. Cartwright (Tel. 242 472 1796) besichtigt werden, wobei er selbst die Führung unternimmt (15 $ p.p.).

Er räumt sein Gartentor vor der Bananenpflanzung beiseite, stattet uns mit kräftigen Handstrahlern aus und los geht’s.

Die von Stalagmiten und Stalaktiten durchzogene Höhle hat ihren Haupteingang im Garten der Cartwrights, jedoch auch einige weitere Löcher in Decke und Wänden, die kleine Bereiche der weitläufigen und verzweigten unterirdischen natürlichen Gänge und Räume beleuchten. An einer Stelle gedeihen sogar ein paar Pflanzen, während sich sonst nur ein paar wie grüne Farbe wirkende flache Moose auf dem Gestein halten. Und die Höhle bietet quasi eine natürliche Klimaanlage, was sich bei der heute draußen herrschenden Temperatur sehr angenehm bemerkbar macht.

Noch bis ins letzte Jahrhundert bot sie bei Hurrikan Schutz und Zuflucht. Aber schon in vorkolonialer Zeit wurde sie von Menschen genutzt. Unser Guide, der wie seine Vorfahren mit Fledermauskot durchmischte Erde in der Höhle abbaut und sie im Garten als Dünger nutzt, findet beim Durchsieben (=Entsteinen) immer wieder kleine Knochen und Tonscherben, die er uns in seiner Sammlung präsentiert.

So wie er uns auch drei der fünf in der Höhle heimischen Fledermausarten zeigt (die anderen beiden Leben tagsüber im hinteren, nur über Kriechgänge erreichbaren Teil).

Interessanterweise hat die mitten auf dem Inselrücken gelegene Höhle sowohl einen tidenabhängig steigenden und fallenden Salzwasserteich als auch eine kleine Süßwasserquelle in der Größe eines Waschbeckens, die sich bei Entnahme zwar langsam, aber doch verlässlich wieder füllt.

Bei unserer Inseltour schauen wir uns danach im Süden von Long Island noch Clarence Town mit seinem beiden vom selben Pater/Pfarrer errichteten Kirchen. Religion ist wichtig auf den Bahamas, selten haben wir so viele Kirchen so dicht beieinander gesehen. Aber die Geschichte dieser Kirchen ist trotzdem besonders. Hatte Father Jerome zunächst die anglikanische mit den beiden eckigen Türmen gebaut, wollte er sich nach seinem Übertritt zur katholischen Kirche selbst übertreffen und errichtete auf dem Hügel des Dorfes die nochmals größere katholische mit den beiden hohen runden Türmen. Drinnen weit weniger geräumig als man aus der Ferne annehmen würde, aber das ist bei der massiv schrumpfenden Gesamtzahl der Inselbevölkerung wohl nicht dramatisch. Nach der Highschool verlassen viele junge Insulaner Long Island für die weitere Ausbildung, meist in Richtung Nassau. Nur wenige kommen zurück.

Immerhin sind beide Kirchen weithin sichtbar und geben somit als Landmarken auch gute Orientierung für Segler. Für uns hält Clarence Town (neben einem guten Mittagessen im Restaurant der Flying Fish Marina noch die Überraschung bereit, dass wir im Farmers Marked am Hafen zu vernünftigen Preisen lokales Gemüse kaufen können, das ansonsten von hier aus nach Nassau verschickt wird. Das Ambiente der Lager- und Verkaufshalle zeigt zwar, dass der Verkauf vor Ort nur Nebeneffekt ist, aber wir sind willkommen und werden mehr als zuvorkommend bedient.

Auf dem Rückweg machen wir noch einen kleinen Abstecher zum Shrimp Hole. Von der Lille Venn und der Vairea hatten wir den Tip bekommen, uns bei der verfallenen Kirche kurz südlich unseres Ankerplatzes noch einmal die Füße zu vertreten. Um die Ruine herum, dahinter beginnt dann ein gekennzeichneter Pfad. Und tatsächlich, ein weiteres Seewasserloch mitten auf der offenbar ziemlich porösen Insel. Wobei sich in diesem hier eben die namensgebenden kleinen roten Shrimps tummeln.

Was die Natur sich so alles einfallen lässt.

Nationalpark Los Haitises

Nach unserer wunderbaren Begegnung mit den Buckelwalen fahren wir in die Bahía San Lorenzo, wo wir im Nationalpark “Los Haitises” 5 Tage Ankern dürfen (dafür hatten wir uns ja zuvor in Samaná das Despacho besorgt).

Der Nationalpark umfasst ein über 800 Quadratkilometer großes Karstgebiet mit zumeist steilen Kalksteinkuppen über nur wenig wasserdurchlässigem Vulkangestein. Das Regenwasser sammelt sich deshalb in unterirdischen Seen und Flüssen und tritt in Karstquellen zu Tage. Vor allem aber führt es zu einer Vielzahl von Höhlen im Gestein und zu einer von Land eher schwer zugänglichen, inselreichen und sehr speziellen Landschaft.

Erst einmal gondeln wir vom Ankerplatz aus mit dem Dinghy zwischen den unwirklich wie mit Bärten aus Moos behangenen Inselpilzen herum. Pelikane und Silberreiher sitzen in großen Gruppen in den Bäumen und auf den Felsen.

Wir biegen in einen kleinen Flusslauf zwischen dichten Mangroven ein und finden am Ende einen Anleger, an dem wir die Dinghys festmachen können. Dort zahlen wir auch 100 Pesos (etwa 1,50 €) Eintritt in den Nationalpark und dürfen einen kurzen Fußmarsch weiter die erste Höhle besichtigen. Alleine, ein kleines Touristenboot legt gerade ab als wir ankommen.

Ein bisschen den Berg hinauf durch den Wald und dann öffnet sich die Felswand vor uns. Beleuchtet ist die Höhle nur durch die Eingänge und ein paar Löcher in der Decke (da entstehen auch die Fotos, Blitzlicht ist verboten), weite Teile dazwischen sind völlig oder ziemlich dunkel, Taino-Zeichnungen finden sich an den Wänden. Indiana Jones lässt grüßen.

Weil es so eindrucksvoll ist, fahren wir danach gleich weiter zu einem anderen Höhlensystem, diesmal nur knapp über dem Meeresspiegel und direkt am Ufer gelegen.

Aber auch hier verzweigt mit mehreren Räumen und sogar (im dunklen hinteren Teil) mit einem unterirdischen See.

Abends wagen wir uns noch einmal zu viert mit unserem Dinghy Florecita in die Mangroven, nachdem es bereits stockdunkel ist. Den Weg müssen wir uns mehr oder weniger ertasten, denn unsere eigene Lichtlosigkeit ist Programm: auch hier finden sich viele Dinoflagellate im Wasser, es leuchtet, wenn wir die Paddel oder die Hände darin bewegen. Und über uns funkelt der Sternenhimmel, es ist total still. Wunderschön.