Der Wecker würde um 6.00 Uhr klingeln, aber wir sind schon kurz vorher wach. Es geht endlich wieder los, unsere Segelsaison startet.
Kurz nach dem Morgenhochwasser laufen wir um 6.45 aus, der Hatea River ist für uns allenfalls etwa bis zur halben Tide befahrbar, jedenfalls müssen wir bis dahin den Kawaka Point vor der Halbinsel Onerahi passiert haben. Weiter flussabwärts ist es dann auch bei Ebbe tief genug. Klappt heute wunderbar, das Wetter spielt auch mit. Mehrere schöne Regenbögen, aber nur ein klitzekleiner Schauer auf den 10 Seemeilen zum Ankerplatz in der Munro Bay.
Eigentlich könnten wir bei dem vorwiegend achterlichen Wind auch segeln. Stattdessen brummt durchgehend der Motor, denn wir wollen die Antriebswelle (genau genommen deren präzise Ausrichtung) in verschiedenen Drehzahlbereichen des Motors ausgiebig testen. Durch die erneuerten Motorfüße sowie das neue Wellenlager und die neue Wellendichtung musste die Ausrichtung von Motor und Antriebswelle neu abgestimmt werden. Wirklich überprüfen lässt sich dass erst in Fahrt und so arbeiten wir uns auf diesem ersten kurzen Törn durch die verschiedenen Lastbereiche. Zum Glück gibt es keine Auffälligkeiten, das „alignment“ scheint in Ordnung zu sein.


Die Munro Bay hat eine relativ seichte Zufahrt, typisch für das mit Sandbänken durchzogene aufgefächerte Flussdelta des Hatea, wird aber an drei Seiten flankiert von den hügeligen Ausläufern der Whangārei Heads. Damit bietet sie auch gegen die aktuell in Böen kräftigen Westwinde recht guten Schutz. In der Munro Bay ankert schon die Freydis (eine Malö 46) unserer australischen Freunde Paula und Jim. Das passt, so können wir gemeinsam mit dem Dinghy am flachen und bei Ebbe trocken fallenden Scheitel der Bucht anlanden und einen schönen Spaziergang machen.









Es ist erstmal nur ein kurzes Wiedersehen, denn unsere Wege werden sich morgen schon wieder trennen, bevor wir uns hoffentlich in Fiji wieder treffen. Die beiden möchten ein Stückchen weiter nach Süden segeln. Wir dagegen haben entschieden, das kurze passende Wetterfenster zu nutzen, um in nördliche Richtung zur Bay of Islands aufzubrechen.
