Bilderbuch-Sonntag im SĂŒdsommer und Regentage danach

Nach der Bootsarbeit am Samstag beziehen wir unser neues AirBnB, dieses Mal eben nordöstlich von Whangārei etwas abseits auf dem Land gelegen. Der Vermieter bezeichnet es als „Shed“, was wörtlich ĂŒbersetzt Schuppen oder Stall bedeuten wĂŒrde. Vielleicht wurde das GebĂ€ude wirklich mal so genutzt, wahrscheinlicher aber scheint die Bezeichnung einfach nur auf der Lage in der Wiese am HĂŒgel hinzudeuten. Es ist zwar einfach gebaut, aber gerĂ€umig und gut eingerichtet. GrĂ¶ĂŸere Gruppen wĂŒrden das einzige Schlafzimmer des GebĂ€udes durch drei zubuchbare 3-Bett-HĂŒtten ergĂ€nzen, aber jetzt in der Nebensaison können wir eben auch das Haus allein mieten.

Und so schwelgen wir im Luxus mit Waschmaschine, Trockner, SpĂŒlmaschine, RiesenkĂŒhlschrank mit EiswĂŒrfelspender 


Das Beste aber ist der Ausblick ĂŒber das Tal und die dahinter wieder ansteigende HĂŒgellandschaft. Am Morgen hĂ€ngt kurz noch Nebel ĂŒber dem Bach, spĂ€ter können wir beobachten, wie ein SchĂ€fer seine Herde zusammentreibt und auf die nĂ€chste Weide leitet.

Vögel spazieren ĂŒber die Wiesen am Haus. Bekannte, wie die von den EuropĂ€ern eingefĂŒhrten Lerchen, aber auch farbenfrohe typische neuseelĂ€ndische Arten wie Maskenkiebitze (von den MaorĂ­ Pukekohe genannt) mit ihren gelben Gesichtslappen oder die PĆ«kekos (PurpurhĂŒhner) mit dem krĂ€ftigen roten Schnabel und dem eben auch purpurroten Stirnschild sowie dem blauschwarzen Bauchfederkleid.

Den Sonntag nutzen wir diesmal fĂŒr einen Ausflug nach Pataua an der Ngunguru Bay. Kein Touristenort, eher ein charmant verschlafenes Nest, das inzwischen mehr und mehr mit FerienhĂ€usern fĂŒr die Sommerfrische garniert ist.

Das Stranddörfchen Pataua ist zweigeteilt. Der gleichnamige Fluss schneidet tief ins Land ein, fĂŒr Autos gibt’s weder eine BrĂŒcke noch eine FĂ€hre, also Sackgasse von beiden Seiten. Wir entscheiden uns fĂŒr die Anfahrt nach Pataua SĂŒd und parken dort. Eine schmale FußgĂ€ngerbrĂŒcke fĂŒhrt hinĂŒber nach Norden. Sie bildet nicht nur einen Verbindungsweg zum Nachbarn, sie ist auch Treffpunkt, Spielplatz, Badestelle, Sprungturm, Kulisse fĂŒr das Picknick. Kurz: das eigentliche Zentrum des Dorfes. Eben nördlich und sĂŒdlich der BrĂŒcke finden sich öffentliche Bootsrampen, ĂŒber die Angelboote ein- und ausgewassert werden. Jetzt am Sonntag ist ordentlich Betrieb.

Über die FußgĂ€ngerbrĂŒcke spazieren wir nach Pataua Nord und weiter zum wunderschönen Strand.

Hier erschließt sich mir erstmals der ganze Charme eines Elektrofoils: mĂŒhelos hinausfahren (Motor ist unter Wasser) und dann in den Wellen hoch aufs Foil zum Surfen (Motor ist ĂŒber Wasser).

😁

Auf der RĂŒckfahrt machen Wiebke und ich noch einen Abstecher zu den Taheke Waterfalls, nahe bei unserem AirBnB.

Ein schöner Wanderweg fĂŒhrt durch Kauri-Wald und unter den typisch neuseelĂ€ndischen Baumfarnen hindurch zum Wasserfall. Direkt zu unseren FĂŒĂŸen rauscht der Fluß weit in die Tiefe.

Beeindruckend ist auch, wie hervorragend der Wanderweg angelegt (eher: ausgebaut) ist. Es sind nicht viele Wanderer unterwegs, wir begegnen nur einem anderen PĂ€rchen. Trotzdem winden sich ewig lange Treppen den Berg hinauf und machen den Hike durch den Wald eher zu einem ausgedehnten Spaziergang.

Und unter der Woche?

Ein Tiefdruckwirbel mit Böen in OrkanstÀrke (65 kn) in seinem Zentrum zieht nördlich von Neuseeland durch. Das bringt auch hier starken Wind (bis 40 kn) und intensive RegenfÀlle.

Der SpÀtsommer (MÀrz hier entspricht September in Europa) macht Pause und zeigt, dass der Herbst nicht mehr weit ist.

FĂŒr nĂ€chste Woche ist aber wieder sommerliches Wetter angekĂŒndigt.

😎

Arbeitsergebnisse – Zwischenstand

Sind wir fertig?

Nein, weder mit den Nerven, noch mit der Bootsarbeit. Eigentlich wollten wir ja schon unterwegs sein und jetzt mit Auto Neuseeland zu bereisen, aber das muss noch warten. Ich hĂ€tte erwartet, dass uns Verzögerungen bei den Bootsprojekten mehr stressen wĂŒrden, aber erstaunlicherweise macht es uns bisher gar nichts aus. Wir machen es uns heimisch im mittlerweile dritten AirBnB in und um Whangārei, erkunden die Umgebung und treiben die Bootsprojekte voran. Als wir beim Wechsel zwischen unseren UnterkĂŒnften einen Tag ĂŒberbrĂŒcken mĂŒssen und dafĂŒr auf die Flora ziehen, hat das einen erstaunlichen Nebeneffekt. Unser Handwerker fĂŒhlt sich motiviert, das temporĂ€re Chaos auf Flora zu verringern und dafĂŒr sogar am Wochenende zu arbeiten.

Die Woche begann aber sowieso schon gut. Endlich kommen die Alu-Schweißer vorbei. Gemeinsam bauen wir das Solarpanel und dessen TrĂ€ger von den Davits ab. Sie nehmen die (zusĂ€tzlichen) beiden neuen Solarpanel ebenfalls mit und machen sich ans Werk fĂŒr den beauftragten neuen Halterahmen.

Außerdem ist unser Bimini repariert. Der Stoff wurde geflickt und verstĂ€rkt, die spröde und rissig gewordene Fensterfolie erneuert, die Klettabdeckungen der ReisverschlĂŒsse nachgenĂ€ht bzw. getauscht. Dadurch können wir auch die jetzt die 400 WP Solarpanel auf dem Bimini wieder nutzen, um so wichtiger, weil ja jetzt die anderen 400 WP auf den Davits gerade abgebaut sind.

Den alten Herd, der uns auf dem Törn nach Neuseeland aus der Halterung gesprungen war und dessen gebrochene AufhĂ€ngung wir notdĂŒrftig repariert hatten, wird durch eine neuere Version ersetzt. Damit haben wir endlich auch die Möglichkeit zusĂ€tzlicher Oberhitze im Backofen.

Dazu diverser Kleinkram. Ein Beispiel: die WasserhĂ€hne im Bad sind ziemlich unansehnlich geworden, das lĂ€sst sich leider auch nicht mehr wegpolieren. Ich hatte neue bestellt, leider sind aber die nötigen Anschlussfittinge trotz Odyssee durch alle in Frage kommenden GeschĂ€fte nicht zu bekommen. Wohl oder ĂŒbel muss ich die alten Anschlussfittinge aufarbeiten und wiederverwenden.

Grausgruselig sieht es um die Edelstahl-Holdingtanks aus. Der Schwarzwassertank der achteren Toilette hatte ja an einer Schweißnaht nadelfeine Löcher entwickelt, mit entsprechend unangenehmen Begleiterscheinungen. Gegen den Ausbau wehrt er sich lange aber am Ende vergeblich. Die Naht neu zu schweißen oder einige Bleche zu verstĂ€rken erweist sich als nicht sinnvoll, wir lassen einen Ersatztank bauen. Sicherheitshalber bauen wir auch den vorderen Holdingtank aus und lassen ihn prĂŒfen. Von außen sieht er noch gut aus, aber die Bleche sind von innen ebenfalls stark korrodiert und extrem dĂŒnn geworden. Also wird auch diese tickende Zeitbombe mit einem neuen Tank entschĂ€rft, außerdem werden bei beiden Tanks auch die SchlĂ€uche und Ventile erneuert. Das beschĂ€ftigt uns und unsere Handwerker lĂ€nger als erwartet, aber der Teufel steckt wie so oft im Detail.

Das Highlight der Woche: die neuen Polster sind da und wir bauen sie gleich ein. Aus der „runden Ecke“ ist eine eckige geworden und auch sonst sind wir von der QualitĂ€t und auch vom Preis begeistert.

Zum Vergleich: runde Ecke (alt) und eckige Ecke (neu):

Und sonst: der Motor ist grĂ¶ĂŸtenteils wieder zusammengebaut, beim Generator fehlt allerdings noch immer eine Dichtung (soll nĂ€chste Woche kommen). Das neue Coppercoat ist ebenfalls fĂŒr nĂ€chste Woche angekĂŒndigt (jedenfalls beim Importeur).

Es wird so langsam. Hoffentlich.

Zum Cape Reinga und zum „Ninety Mile Beach“, außerdem Gumdigger und schneeweiße DĂŒnen

Wunderschöne, scheinbar unendliche StrÀnde? Keine Frage, die hat Neuseeland zu bieten.

Vor allem hoch im Norden der Nordinsel mit dem legendĂ€ren „Ninety Mile Beach“.

Aber um da hin zu kommen, braucht es etwas Geduld. Etwa vier Stunden wĂŒrde die rund 280 Kilometer lange Fahrt von Whangārei bis zum Cape Reinga an der Nordwestspitze Neuseelands mindestens dauern. Etwas mehr, wenn man wie wir statt der recht gut ausgebauten Landstraße „Highway #1“ zunĂ€chst den kleineren „Highway #15“ nimmt. Letzterer fĂŒhrt – typisch fĂŒr die kleineren Straßen in Neuseeland – mit zumeist nur einspurigen BrĂŒcken ĂŒber die FlußlĂ€ufe und ist eher landschaftsangepasst angelegt, dadurch Ă€ußerst kurvenreich.

Da wir am Freitagnachmittag erst nach der Bootsarbeit losfahren, haben wir uns als Unterkunft fĂŒr das Wochenende ein AirBnB auf einer Farm bei Ngataki an der Henderson Bay gewĂ€hlt.

Kurz bevor wir dort ankommen, lockt uns ein Schild am Straßenrand noch auf einen weiteren kleinen Umweg.

„Gumdiggers Park“ ist ein kleines Museum, welches das Leben und Arbeit der „Gumdigger“ zeigt, im wesentlichen im Freiluftbereich auf einem authentischen, im ursprĂŒnglichen Zustand belassenen „Gumfield“. Hinter dieser ominösen Bezeichnung verbirgt sich einer der zwischen 1850 und 1950 wesentlichsten Wirtschaftszweige Neuseelands. Heute fast vollstĂ€ndig vergessen, wurden in dieser Zeit etwa 450.000 Tonnen (sic!) „Kauri-Gum“ exportiert. Der Exportwert betrug insgesamt rund 25 Millionen Britische Pfund, in der Spitzenzeit um 1900 herum ĂŒberstieg er den der landwirtschaftlichen Produkte.

Und was ist Kauri-Gum? Bernstein aus dem Harz fossiler Kauri-BĂ€ume. Kauri, die grĂ¶ĂŸte neuseelĂ€ndische Baumart, sind immergrĂŒne LaubbĂ€ume aus der Familie der Koniferen. Sie können ĂŒber 50 m hoch werden und ĂŒberragen regelmĂ€ĂŸig das Kronendach des Waldes. Wegen des hochwertigen Holzes wurden sie von der holzverarbeitenden Industrie frĂŒher intensiv gefĂ€llt, heute stehen sie unter Naturschutz. Bei Verletzungen bilden Kauri ein besonderes Harz aus. Schon vor der Ankunft der EuropĂ€er nutzten die MaorĂ­ den Bernstein aus diesem Harz als Schmuck und zum Feuermachen. Zum Teil konnte er oberflĂ€chlich gefunden werden. Die grĂ¶ĂŸeren Reservoire aber fanden sich dort, wo komplette Kauri-WĂ€lder durch Naturkatastrophen wie etwa Tsunamis oder VulkanausbrĂŒche vernichtet und in sumpfige FlĂ€chen gestĂŒrzt waren. Das Holz wurde dabei in Teilen konserviert, das Harz aber versteinerte im Laufe der Jahrtausende zu Berstein. Die Gumdigger suchten in mĂŒhsamer Handarbeit mit speziellen eisernen Suchstangen nach dem Kauri-Gum und gruben dann mit Spaten Löcher in den sumpfigen Grund, um es zu bergen. Besonders schöne StĂŒcke wurden fĂŒr Schmuck verkauft, der weitaus grĂ¶ĂŸte Teil aber wurde nach dem Export in Englnd und den USA kleingemahlen und fĂŒr die Produktion von Lack und Firnis verwendet.

Radiokarbon-Analysen haben ergeben, dass die Kauri-BÀume im Gumfield des MuseumsgelÀndes etwa 45.000 bis 150.000 Jahre alt sind, der Ort wurde offenbar von mehreren katastrophalen Ereignissen getroffen.

Der Wanderweg ĂŒber das GelĂ€nde ist auch mit vielen Hinweisen zur Tier- und Pflanzenwelt versehen. So erfahren wir zum Beispiel, dass diese gewundenen schmalen StĂ€mme zu Hanuka-Pflanzen gehören, aus deren BlĂŒten die Bienen den Nektar fĂŒr den berĂŒhmten Hanuka-Honig sammeln.

Und natĂŒrlich hören wir beim Spaziergang die allgegenwĂ€rtigen Chor-Zikaden. Diese typisch neuseelĂ€ndische Zikadenart bekomme ich dann tatsĂ€chlich auch vor die Kamera-Linse:

Nach dieser unerwarteten Geschichts- und Naturkundestunde geht’s dann aber tatsĂ€chlich zu unserem AirBnB.

Die ehemalige Scheune der Farm ist zu einem großen Einraum-AirBnB umgestaltet worden. Gut ausgestattet, vor allem aber gefĂ€llt uns das Drumherum. Im KĂŒhlschrank findet sich ein Liter Milch, im Eisfach Toastbrot. Auf der ArbeitsflĂ€che:

Der Hausherr ist bei unserer Ankunft zu einem Angelwettbewerb unterwegs, bei seiner RĂŒckkehr schenkt er uns ein vier Finger dickes StĂŒck Gelbflossen-Thunfisch. Wird natĂŒrlich gleich verarbeitet:

Außerdem besonders an dieser Unterkunft: morgens weiden Pferde auf der Wiese vor unserem Fenster und wilde TruthĂ€hne (bzw. TruthĂŒhner) laufen auch vorbei.

Oh, und ein etwa 40 cm großer Flötenvogel unterhĂ€lt uns musikalisch und lĂ€sst sich dabei auch noch ablichten.

Die Henderson Bay schauen wir uns natĂŒrlich auch an:

Am Samstag fahren wir dann hoch zum Cape Reinga. Anfangs passieren wir noch hÀufig Avocado-Plantagen, die sich zum Schutz hinter dicht gepflanzten hohen Koniferenhecken verstecken.

Die weitere Fahrt fĂŒhrt dann aber durch eine fast menschenleere Gegend mit vielen WeideflĂ€chen, jetzt auch mit mehr Schafen, zumeist aber doch KĂŒhen. Nach Westen hin blitzen vereinzelt SandĂŒnen durch, die schon am Rande des Ninety Mile Beaches stehen.

Erst einmal aber fahren wir ganz hinauf zum Cape Reinga mit seinem markanten kleinen Leuchtturm.

Hier an der Nordwestspitze Neuseelands treffen die unterschiedlichen Strömungen der Tasmansee und des Pazifiks aufeinander und sorgen selbst bei ruhigem Wetter fĂŒr eine aufgewĂŒhlte See.

Wunderschön ist der Hike oben am Rande des Cliffs entlang. Wir kehren irgendwann trotzdem um Richtung Parkplatz, aber tief unter uns können wir am Strand Wanderer beobachten, die sich schwer bepackt mit ihren RĂŒcksĂ€cken zur tage-, wochen- oder monatelangen Wanderung auf dem Te Araroa Trail aufmachen, dem lĂ€ngsten Fernwanderweg Neuseelands (insgesamt 3.030 km in etwa 300 Sektionen).

Unsere nĂ€chste Station fĂŒhrt uns an die OstkĂŒste der Halbinsel, der Kokota Sandspit hat unser Interesse geweckt. Auf der Fahrt hoch zum Cape Reinga blitzte es auf der Ostseite an der KĂŒste manchmal weiß auf. Brandung? Nein, zu regelmĂ€ĂŸig. Es sieht eher wie DĂŒnen aus. Aber so blendend weiß?

Google Earth hilft uns weiter. Es ist der Kokota Sandspit. Selbst auf den Satellitenbildern sieht er viel heller aus, als die bekannten riesigen SanddĂŒnen an der WestkĂŒste sĂŒdlich von Cape Reinga.

Das mĂŒssen wir uns doch mal nĂ€her ansehen. Direkt auf den Kokoa kommt (und darf) man zwar nicht, aber einer der fĂŒr Nebenstraßen hier typischen Schotterwege fĂŒhrt ĂŒber 6 km staubige Waschbrettpiste zu einem in der Bucht genau gegenĂŒber liegenden Campingplatz. Ein Katamaran hat sich in die Bucht hineingewagt und scheint dort zu ankern.

Die Szenerie mutet ein wenig unwirklich an, aber die Farbe des Kokota Sandspit ist aus der NĂ€he eher noch beeindruckender. So, als wĂ€re die gesamte DĂŒne mit Meersalz ĂŒberzogen. Aber das ist nicht der wahre Grund. Des RĂ€tsels Lösung nach Internet-Recherche: der Kokota Sandspit besteht aus ungewöhnlich reinem Siliziumquarzsand mit einem Reinheitsgrad von bis zu 97,7 % SiO₂. FrĂŒher wurde der Siliziumsand hier auch abgebaut, insbesondere zur Glasproduktion. Zum Beispiel fĂŒr die Glasfassade des Skytowers in Auckland. Inzwischen aber ist der Sandspit Teil des weit grĂ¶ĂŸeren und ökologisch vielfĂ€ltigen Naturschutzgebietes „Te Paki Reserve“.

Ganz andere DĂŒnen in diesem Schutzgebiet besuchen wir danach. Die „Te Paki Giant Sand Dunes“ bestehen ebenfalls aus feinem Sand, nur eben aus goldbraunem (mit deutlich weniger Siliziumanteil). Sie sind eine ziemlich bekannte Touristenattraktion, denn auf ihnen kann gesurft werden. Sand-Boarding! Bretter dafĂŒr werden direkt vor Ort vermietet. Vorwiegend wird das Angebot von jungen Leuten angenommen. Mit dem gemieteten Brett stapfen sie die DĂŒnen hinauf, um sie dann bĂ€uchlings auf dem Brett liegend wieder herunter zu sausen.

Und auch die nĂ€chste Attraktion hat mit Sand zu tun, denn eben sĂŒdlich beginnt der berĂŒhmte „Ninety Mile Beach“. Der Name ist zwar irrefĂŒhrend, denn der ununterbrochene Strand ist tatsĂ€chlich „nur“ knapp 90 Kilometer (und damit etwa 55 Meilen) lang. DafĂŒr weist er aber neben seiner wirklich imposanten LĂ€nge eine weitere Besonderheit auf. Er ist nicht nur Teil des Te Araroa Trails, sondern darf auch mit Autos befahren werden. Er ist sogar offiziell als Highway anerkannt. HauptsĂ€chlich wird der Strand zwar von Touristen und Anglern befahren, er dient aber auch als Alternative zum nördlichen Teil des State Highway #1, wenn dieser wegen Erdrutschen oder Überflutungen gesperrt werden muss. Der superbreite Strand ist zumeist fest und wirklich gut befahrbar, allerdings ist es unerlĂ€sslich, die Tide fest im Blick zu behalten.

Wir erweitern ein wenig unsere Komfortzone. 😚

Auf der RĂŒckfahrt nach Whangārei machen wir nochmal einen Stop und schließen ein bisschen den Kreis zu den Gumdiggern von der Hinfahrt.

In der „Kā Uri Art Gallery“ mit CafĂ© und Holzwerkstatt geht es um MaorĂ­-Kunst und insbesondere deren Beziehung zu den Kauri-BĂ€umen. Neben anderen MaorĂ­-Kunstwerken sind diverse in Kauri-Holz ausgefĂŒhrte Schnitzereien zu sehen. Verwendet wird dafĂŒr regelmĂ€ĂŸig „unearthed Kauri“, also das in SĂŒmpfen erhaltene uralte Holz versunkener BĂ€ume. Wie riesig diese Kauri-BĂ€ume waren, zeigt eine Wendeltreppe, die komplett in einen etwa 50.000 Jahre alten ausgegrabenen Kauri-Stamm hineingearbeitet wurde:

Work and Travel in Neuseeland

Nach der Reise zu Jacqui und Phil am letzten Wochenende steht wieder gehÀuft Bootsarbeit an.

Beim Generator scheint der Wasserabscheider zum GlĂŒck doch in Ordnung zu sein, nach seinem Ausbau (er sitzt in der Backskiste) kommen wir außerdem besser an die RĂŒckseite des Generators heran. Mechaniker Byron findet dann allerdings einen ĂŒbel aussehenden WĂ€rmetauscher am Generator.

Zum GlĂŒck stellt sich nach intensiver Reinigung heraus, dass die Ablagerungen nur von einem schlecht sitzenden Anschluss-Fitting herrĂŒhren, die beste aller Lösungen. Es fehlt nur noch eine (bereits bestellte) Dichtung.

Auch gut: die Teile fĂŒr den Volvo-Motor (Turbo und RohrbĂŒndel des WĂ€rmetauschers) sind eingetroffen, die gereinigten Motorteile sind bereits grundiert und mĂŒssen nur noch lackiert werden, dann kann es an den Wiedereinbau gehen.

Schlechte Nachrichten gibt es zum Coppercoat: es wurde zwar Anfang der Woche geliefert, allerdings mit Ablaufdatum (bis zu dem es gestrichen werden soll) am exakt gleichen Tag. Das ist bei dem happigen Preis und einer Ablauffrist von normalerweise 12 Monaten nicht hinzunehmen. Wir erfahren, dass uns der Lieferant wahrscheinlich das Coppercoat gesendet hat, welches ein anderes Boot auf der Werft nach direkter RĂŒcksprache mit dem Hersteller wegen des Ablaufdatums an den Lieferanten zurĂŒckgehen ließ.

Grrr. 😡

Eine neue Lieferung soll am 10. MĂ€rz kommen.

Was noch? Unter anderem bauen wir alle Polster aus dem Salon (also Sofaecke, Sessel, Navisitz) und den Sitz in der Achterkoje aus und geben sie zum Polsterer. Am schlimmsten prĂ€sentiert sich der Sitz am Navitisch, aber auch die Flecken und Scheuerstellen an den anderen Polstern haben wir zuletzt immer mit ÜberwĂŒrfen kaschiert. Das muss jetzt mal neu. Außerdem wollen wir die „runde Ecke“ des Sofas umarbeiten zu einer eckigen. Deutlich gemĂŒtlicher zum Liegen und auch zum Lömern mit hochgezogenen Beinen. Zudem wird das Staufach hinter der RĂŒckenlehne besser zugĂ€nglich. Das Herausnehmen ist bei den meisten Polsterteilen recht einfach, nur einige verdeckt durch den Polsterstoff angeschraubten RĂŒckenlehnen machen die Aktion doch etwas langwieriger.

Aber gut. Das ist jetzt also auch in Arbeit.

Zur „Arbeit“ fahren wir ĂŒbrigens von unserem neuen AirBnB aus, das diesmal im Nordosten von Whangārei im Örtchen Tamaterau liegt. Zwar mĂŒssen wir bei der Anfahrt eine steile und enge Schotterpiste bewĂ€ltigen, dafĂŒr ist die Aussicht aber phantastisch:

Und schon ist wieder Wochenende. Nach Work kommt Travel. Diesmal wollen wir ganz in den Norden zum Cape Reinga,

Ein Wochenende in Rangiputa

Die Bootsarbeiten hier in Whangārei werden wohl noch einige Zeit andauern. Einige Ersatzteile sind bestellt. Das Wochenende bietet eine gute Gelegenheit fĂŒr etwas Abstand – im Wortsinne.

Wir fahren mit dem Auto etwa zweieinhalb Stunden nach Norden. Nicht zur hinauf zum Cape Reinga, der Nordspitze von Neuseelands Nordinsel, das wĂ€re fast doppelt so weit. Unser Ziel ist Rangiputa auf der Karikari-Halbinsel, immerhin schon im District „Far North“ gelegen. Unsere neuseelĂ€ndischen Segelfreunde Jacqui und Phil von der Skylark haben uns nach dort in ihr Ferienhaus eingeladen.

Wir halten die beiden mit unserem Besuch zwar von der Arbeit an der Erneuerung ihrer Terrasse ab, aber die beiden versichern uns, etwas Abwechslung von dieser Arbeit (und der Bootsarbeit auf Skylark) kÀme ihnen durchaus gelegen.

Es wird ein wunderschönes Wochenende. Jacqui und Phil sind leidenschaftliche Wingfoiler und auf der Terrasse direkt am Meer findet sich denn auch eine reichliche Auswahl an Spielzeugen. Der Wind hat allerdings ebenfalls eine Auszeit genommen. Kein Problem, wechseln wir hat auf ein anderes Spielzeug: mit dem Mini-Traktor zieht Phil sein krĂ€ftig motorisiertes RIB-Schlauchboot etwa 100 m die Straße hinunter zur Slipbahn.

Wiebke und ich fahren im RIB mit. Jacqui bringt Traktor und Trailor zurĂŒck, wir holen sie dann auf der Wasserseite ihres GrundstĂŒcks ab. Gemeinsam brausen wir ĂŒber die Bucht und versuchen an verschiedenen Stellen unser AngelglĂŒck.

Allerdings: beim ersten Versuch haben wir nur bedingt Erfolg. Einen Pigfish lassen wir zurĂŒck ins Wasser und als sich Phils Angel danach dann so richtig biegt, ist es es kolossaler „Bronze Whaler“. Dieser krĂ€ftige Hai zieht uns eine ganze Weile kreuz und quer am Riff entlang, bis wir es im flachen Wasser nah an ihn heran schaffen und die Leine kurz abreißen können. Beim zweiten Versuch am nĂ€chsten Tag haben Phil und ich deutlich mehr AngelglĂŒck. Die gekauften Köderfische sind zwar so weich, dass sie im Wasser aufgetaut praktisch gleich vom Haken fallen, aber wir erwischen mit der Schleppangel einen „Kahawai“ (eine Art Lachsforelle), der sich kleingeschnitten hervorragend als Köder eignet. Damit fangen wir dann in kurzer Zeit 7 Snapper (zwei setzen wir zurĂŒck) und einen Trevally (Dickkopf-Stachelmakrele). Das Festessen ist also gesichert, zumal Phil beim Strandspaziergang am 3 km langen Karikari Beach auch noch fleißig „Tuatua“ sammelt. Diese sich im Sand vergrabenden Muscheln sind eine typische neuseelĂ€ndische Speise, oft werden sie (frikadellenartig) zu Fritters verarbeitet.

Weil der Wind zum Wingfoilen nicht reicht, verlegen wir uns auf das Tow-Foilen. Es ist nicht ganz so einfach wie hinter unserer Florecita, weil das RIB mit seinem 115 PS Motor doch fĂŒr ganz ordentliche Prop-Wash-Verwirbelungen sorgt. Aber nachdem ich dem etwas ausweiche und mich an Jacqui‘s ungewohnt schmales Downwind-Board sowie die mit viel Lift agierenden Armstrang-Foils gewöhnt habe, klappt es dann doch noch.

Es geht auch ruhiger: Wiebke und Jacqui nutzen die Terrasse zum morgendlichen Yoga und lassen sich auch von den auf dem Rasen vorbeispazierenden kalifornischen Schopfwachteln (wieder so eine heimisch gewordene importierte Art) nicht irritieren.

Ein herrliches Wochenende, die Zeit verfliegt. Zum Abschluss begleiten uns Jacqui und Phil noch eine Stunde auf der RĂŒckfahrt Richtung Whangārei. Gemeinsam besuchen wir das Weingut „Marsden Winery“ bei Kerikeri und essen wunderbar im dortigen Restaurant.

Danke, Ihr Lieben, fĂŒr Eure Gastfreundschaft und die tolle Zeit mit Euch!

ZurĂŒck in Neuseeland

Wir sind gut wieder auf der anderen Seite der Erde gelandet. Nur 26 Stunden nach dem Abflug in Hamburg und mit einem kurzen Zwischenstopp in Dubai landen wir in Auckland.

Große Freude: Barbara und Ralph von der Lille Venn sind extra zum Flughafen gekommen um uns zu begrĂŒĂŸen. Mit dem Bus fahren wir zunĂ€chst gemeinsam Richtung Stadtzentrum.

Ich beschließe spontan, mit Ralph einen Abstecher zu dem GebrauchtwagenhĂ€ndler „Turners“ zu machen. WĂ€hrend Ralph die FormalitĂ€ten fĂŒr den Kauf eines Audi Q3 voranbringt, schaue ich mir das ĂŒbrige Angebot an. Wir suchen einen kleinen SUV fĂŒr maximal 6.000 Euro. Ein Nissan Dualis sticht heraus. Den reserviere ich nach einer Probefahrt und gebe gleich eine PrĂŒfung bei „My Auto Shop“ in Auftrag. Die unabhĂ€ngigen PrĂŒfer werden gleich am nĂ€chsten Tag vorbeikommen, um den Wagen fĂŒr umgerechnet nur etwa 100 € ziemlich umfangreich zu checken.

Und dann geht’s fĂŒr Wiebke und mich in unsere Unterkunft direkt am Hafen, wo am Abend auch unser Berliner Segelfreund Holger ankommt. Der hatte die gemeinsame Unterkunft gebucht, er ist fĂŒr drei Wochen in Neuseeland und wir können die letzten Tage vor seinem RĂŒckflug gemeinsam verbringen.

Die externe PrĂŒfung des Autos erweist sich als gute Investition, denn es werden drei verdeckte MĂ€ngel entdeckt. Turners sagt zwar zu, diese beseitigen zu wollen, aber am nĂ€chsten Tag stellt sich heraus, dass ein dafĂŒr erforderliches Teil nicht rechtzeitig in dieser Woche beschafft werden kann. Also neue Suche, diesmal fĂ€llt die Wahl auf einen Mitsubishi ASX. Auch der wird wieder von My Auto Shop getestet, die sehr kooperativen Turners ĂŒbernehmen dafĂŒr diesmal die Kosten. Diesmal wird ein Fehler am CV joint entdeckt (einem flexiblen Gelenk an der Antriebswelle). Mit viel GlĂŒck kann Turners das Ersatzteil rechtzeitig besorgen und am Samstag einbauen, so dass wir den Wagen dann tatsĂ€chlich am Wochenende ĂŒbernehmen können. Versicherungsabschluss und Ummeldung werden direkt bei Turners gemacht.

Vorher steht fĂŒr Wiebke, Holger und mich allerdings noch ein Wechsel der Unterkunft an. Die ohnehin schon recht exquisite Unterkunft am direkt am Hafen steht wegen des am Wochenende stattfindenden Sail GP nur bis Freitag zur VerfĂŒgung. Wiebke ertrĂŒffelt ein AirBnB in Aucklands beliebtem Stadtteil Ponsonby, mit seinen wunderschönen viktorianischen HolzhĂ€usern und seinen vielen Restaurants und LĂ€den ein spannender Kontrast zu unserer ersten Unterkunft in Downtown.

Den Sail GP erleben wir dann am Sonntag auch noch live. Die foilenden Katamarane fliegen mit bis zu 100 km/h ĂŒber den Rennkurs. Das hat mit unserer eigenen Art zu segeln zwar so viel (oder wenig) zu tun wie unser neues Auto mit einem Formel1-Boliden, aber faszinierend ist es trotzdem.

Und immerhin schafft das deutsche Boot in seinen beiden LĂ€ufen einen dritten und einen zweiten Platz. Das reicht zwar nicht fĂŒrs Finale, ist aber trotzdem ein ziemlich gutes Ergebnis. Und mit den Bildern vom schlimmen Crash zwischen dem neuseelĂ€ndischen und dem französischen Boot beim Rennen am Vortag im Kopf sind wir auch froh, dass es diesmal ohne Kollision abgeht.

Nach dem Rennen treffen wir uns nochmal mit Barbara und Ralph, danach fahren wir mit unserem „neuen“ Auto nach Whangārei. Morgen geht’s dann zurĂŒck zur Flora.

Hamburg und SĂŒdamerika, die Schweiz und Schweden 
, alles an einem Tag.

Die Welt an einem Tag. Und dabei nicht nur schauen, sondern auch schlemmen. Eine kulinarische Weltreise mit nur einigen Schritten verspricht das Miniaturwunderland mit einer Sonderveranstaltung.

Unser Freund Uwe hat uns anlĂ€sslich seines Geburtstags zu diesem Event in die Speicherstadt eingeladen. Dort die grĂ¶ĂŸte Modelleisenbahn der Welt zu bestaunen ist ohnehin schon klasse, mit Beköstigung dann um so mehr.

Leider, leider kann Uwe dann selbst nicht dabei sein, weil seine Knie-OP dazwischenkommt. Gute Besserung nochmal von hier aus.

Das Miniaturwunderland weiß zu begeistern. Auf ĂŒber 1.600 qm ModellflĂ€che sind mehr als 16 Kilometer Gleise verbaut, dazu die GebĂ€udeanzahl einer Kleinstadt und fast 300.000 Figuren. Aber mehr noch als die schiere GrĂ¶ĂŸe und Vielfalt fasziniert der Einfallsreichtum und die KreativitĂ€t hinsichtlich der Details, die erst bei nĂ€herem Hinsehen auffallen. In der Schweiz rollen aus einem verunfallten LKW KĂ€selaibe ĂŒber die Fahrbahn, im winterlichen Schweden stemmt Pippi Langstrumpf vor der eingeschneiten Villa Kunterbunt ihr Pferd in die Höhe. Im Sonnenblumenfeld versteckt sich ein Liebespaar, darĂŒber schwebt Amor mit Pfeil und Bogen. Die Schokoladenfabrik wirft sogar kleine TĂ€felchen fĂŒr die Besucher aus. Skurriles und Witziges verbirgt sich allenthalben. Vom Leuchtturm hinterm Deich schaut KĂ€ptn BlaubĂ€r auf ein surfendes KĂ€nguru. Modellautos sausen kabellos ĂŒber die Straßen, veranstalten gar ein Formel1 – Rennen mit Überholmanövern. Blaulichter blinken und im Tag-Nacht-Rhythmus verĂ€ndert sich alle Viertelstunde die Beleuchtung.

In Hamburg brennt das Finanzamt, gibt es Schlagemove an den LandungsbrĂŒcken, den Motorradgottesdienst am Michel, die Elbphilharmonie klappt auf Mitmachen-Knopfdruck sogar auf und gibt einen Blick in den großen Konzertsaal frei. Schlepper ziehen einen Tanker unter der KöhlbrandbrĂŒcke durch. Am Flughafen versteckt sich unter Flugnummer HH 0004 der Flieger nach „jaaanz weit wech“.

Auch Segler kommen nicht zu kurz: ob mondĂ€ne Yachten in Monaco oder einfache Arbeitsboote an der italienischen KĂŒste, ein Gaffelsegler vor Rio oder Shackleton‘s Endurance nebst Beiboot James Caird in der Antarktis, selbst das Forschungsschiff Aldebaran und Boris Hermanns Malizia lassen sich entdecken. Und Fischerboote trotzen im Maßstab 1:87 dem rauen Wetter Patagoniens.

Danke, Uwe!

Als wir nach fast vier Stunden kurz vor Mitternacht das Miniaturwunderland wieder verlassen, zeigt sich die eisbedeckte Elbe mit Flussschifferkirche und dem Michel im Hintergrund dann auch in echter GrĂ¶ĂŸe Ă€hnlich magisch beleuchtet und schön wie zuvor die Landschaften im Miniaturformat. Und die Schiffsnamen spannen auch hier draußen den Bogen zwischen der Heimat und der weiten Welt.

Eisblumen

Eine schöne Überraschung heute frĂŒh: Eisblumen an unserem Wintergarten.

Das ist ein seltener gewordener Anblick, denn wĂ€hrend sich frĂŒher Eisblumen oft INNEN an schlecht isolierenden Einfachverglasungen bildeten, weil die wĂ€rmere (und feuchtere) Innenluft an der eiskalten Scheibe gefror, kommt das bei guter Thermo-Verglasung eben kaum mehr vor. An der Dreifach-Verglasung unseres Wintergartens haben sich die Eisblumen deshalb gebildet, weil die Ă€ußere Scheibe nach der eiskalten Nacht von etwas wĂ€rmerer Alsterluft gestreift wurde. Um kleine Staubpartikel oder Wischlinien vom Fensterputzen herum bilden sich dann Eiskristalle. DafĂŒr gab es offenbar nur ein ganz kleines Temperaturband, denn an allen anderen Fenstern hatten wir keine Eisblumen. Nur im Wintergarten an Fenstern, die keinen Überhang durch das Dach oder die Treppe haben.

VergÀngliche Schönheit von kurzer Dauer, inzwischen hat die Sonne die Eisblumen schon wieder komplett weggeschmolzen.

DĂ€nemark ĂŒber Silvester

Urlaub im Landurlaub. Meine Geschwister haben ĂŒber Silvester fĂŒr die Familie ein großes Ferienhaus in DĂ€nemark gemietet. Mit 14 Leuten machen wir es uns dort gemĂŒtlich. Lassen uns vom kalten Wind auf langen StrandspaziergĂ€ngen zerzausen, wĂ€rmen uns in der Sauna wieder auf. Spielen, lesen, stricken. Reden.

Der Schnee am letzten Tag ermöglicht nach der Sauna zwar einen Engel auf der Terrasse, macht aber die Heimfahrt ein bisschen tricky. Wir kommen bis Hamburg noch ganz gut durch, danach setzt aber wieder Schneefall ein und lĂ€sst es fĂŒr den Rest der Familie zu einer ziemlich langen Fahrt werden. Immerhin, alle kommen heile an.

Da genießen Wiebke und ich schon einen GlĂŒhwein auf unserer tief verschneiten Terrasse im Winter-Wonderland-Hamburg.

Frohes Neues Jahr!

Vorweihnachtszeit in Hamburg, endlich mal wieder auf’s Wasser đŸ˜‰.

Die festlich beleuchtete Rickmer Rickmers an den LandungsbrĂŒcken (auf dem Schiff haben Wiebke und ich 1999 geheiratet). Und im Hintergrund die Elbphilharmonie.

Ein Konzert in der Elphi darf natĂŒrlich nicht fehlen, wenn wir schon mal hier sind.

Ebensowenig ein Besuch im Michel 



 und diverse Weihnachtsmarktbesuche mit Familie und Freunden.

Wir kaufen einen Tannenbaum fĂŒr unsere Wohnung 



 freuen uns am festlichen Schmuck bei Wiebkes Mama in Hoya 


Und wir werden zur Punsch-Rundfahrt im Hamburger Hafen beim Segelverein Hansa eingeladen 



 und, und, und.

Vorweihnachtszeit in Hamburg. Herrlich.

Und was bedeutet das eigentlich? Es bedeutet zunĂ€chst mal, dass wir gerade keine exotischen Geschichten zu erzĂ€hlen oder zu zeigen haben. Und es bedeutet, dass es trotzdem wunderschön fĂŒr uns ist. Dass wir uns erden können in unserem anderen Zuhause, Wurzeln spĂŒren. Dass wir mit alten (und neuen) Freunden und mit unserer Familie Zeit verbringen dĂŒrfen ist auch ein ganz wichtiger Teil unseres Lebens. Und es ist gut zu wissen, dass sie uns in Gedanken auch wieder begleiten werden, wenn wir im Februar zurĂŒck auf die andere Seite der Erde reisen.