Yasawa zum Genießen

Von Somosomo aus segeln wir weiter die Perlenkette der Yasawas hinauf. Vorbei an Yaqeta, hinein in einen zwischen gleich drei Inseln eingebetteten Naturhafen.

Zwischen Matakawa Levu, Tavewa und Nanuya gelegen, bietet der Ankerplatz hier ziemlich guten Schutz, zumal die diesen Inseln vorgelagerten Riffe den Pazifik-Schwell zusätzlich dämpfen.

Das macht diesen Platz auch insofern attraktiv, als die Einfahrten zwischen den Riffen gute Bedingungen für Kiter und Wingfoiler bieten. Sportsessions stehen damit auch für mich auf dem Programm.

Aber auch auf einem Landgang kann man hier die Seglerbeine mal wieder bewegen. Ein schöner Hike führt auf Nanuya vom Strand aus hinauf zu einem Aussichtspunkt und weiter durch abwechslungsreiche Landschaft. Mal mit Blick vom Grat der Insel auf Ankerplatz und umgebende Inseln, mal unter dem dichten Blätterdach von Mangobäumen entlang (die Früchte sind leider noch nicht reif). Dann geht’s durch abgebrannte Flächen hindurch, manche sind schon umgegraben und mit Kasawa-Setzlingen bestückt. Wilde Ananas, Frangipani-Blüten. Kleine Wäldchen, ein sumpfiges Gebiet mit improvisierten Baumstamm-Brücken, Palmenhaine. Abwechslung pur. Begleitet werden wir auf unserer Wanderung von Hunden, die uns schon seit dem Anlanden am Strand nicht von der Seite weichen.

Ziel der 5-km-Wanderung ist „Lo‘s Tea House“ auf der gegenüberliegenden Inselseite, bekannt für seine hausgemachten Doughnuts. Die sind zwar mit den uns bekannten amerikanischen Namensvettern nur entfernt verwandt, aber immerhin auch sehr süß und fettgebacken, sie werden nach Bestellung vor unseren Augen frisch frittiert.

Hier auf der Luvseite von Nanuya bekommen wir auch einen guten Eindruck, wie sehr es draußen tatsächlich bläst. Jenseits des Riffs ist die See ziemlich aufgewühlt.

Ein zusätzliches „Zuckerl“ auf dieser Wanderung: ich bekomme zwei kleine, auf Fiji endemische (also nur hier heimische) Vogelarten vor die Kameralinse:

Neben Wanderung, Wingfoilen und auch Schnorcheln gibt noch weitere Annehmlichkeiten hier. Es ist deutlich spürbar, dass die Yasawa-Inselgruppe touristischer aufgestellt ist als andere Inseln Fijis. Das hat negative Seiten, wie etwa Hubschrauber und Wasserflugzeuge, die zahlungskräftige Klientel zu den um den Ankerplatz verteilten Resorts bringen. Ein Teil des Strandes ist an anderthalb Tagen der Woche für die Passagiere eines Mini-Kreuzschiffes reserviert. Aber es hat eben auch positive Seiten: Locals kommen auf Paddelboards vorbei und bieten frisches Obst zum Kauf an. Semi und seine Frau Kini fragen, ob wir Interesse an einem Fijianischen Erdofen-Buffet haben. Na klar. Auch noch etwa ein Dutzend andere Cruiser sagen zu, und so werden der Erdofen und Lagerfeuer hergerichtet. Am Abend gibt’s dann am Strand vor dem kleinen Haus der beiden den versprochenen Festschmaus, Lagerfeuer und Gesang mit Gitarren- und Ukulelen-Begleitung.

An anderen Abenden: Sundowner mit Nicole und Toby von der Invictus am Strand oder Wiebke und ich an Bord der Flora.

Yasawa zum Genießen