Tagesreise zum etwas ANDEREN Supermarkt

Von Yagasa in der abgelegeneren südlichen Lau-Gruppe machen wir einen Übernacht-Törn von 115 Seemeilen hinauf nach Vanua Balavu, der Hauptinsel der Lau.

Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/File:VANUABALAVU_MAP_TURAGA_NA_RASAU.GIF#/media/File:VANUABALAVU_MAP_TURAGA_NA_RASAU.GIF
Unser Noforeignland-Track von der Südlichen Lau-Gruppe hinauf nach Vanua Balavu

Mittags segeln wir los und besonders in den ersten sechs Stunden ist es herrliches Bilderbuch-Segeln. Guter Wind und glattes Wasser, so schön hatten wir das lange nicht mehr. Auch die Nacht durch bleibt es fein, nur die Wellen nehmen etwas zu. Und obwohl wir bis ins dritte Reff gehen, sind wir etwas zu schnell unterwegs. So drehen wir vor der Einfahrt in das Riff von Vanua Balavu bei und warten ab, bis es hell wird. Erst dann laufen wir durch den breiten und jetzt gut erkennbaren Südost-Pass in die große Lagune ein und steuern die Insel Susui an.

In der Bucht vor dem kleinen Dorf liegen schon Mareike mit ihrer Moana sowie die Norweger Carine und Bruse mit ihrer Noxoma vor Anker, jetzt kommen die Flora und kurz darauf die Lille Venn dazu.

Mareike berichtet, dass Headmann Jacob und die meisten anderen Inselbewohner zur Zeit im Hauptort Lomaloma auf Vanua Balavu sind, weil ein neuer Chief in sein Amt eingeführt wird. Unser Sevusevu muss deshalb warten und findet später dann untypisch für Fiji stark verkürzt statt: als wir gerade alle beim Sundowner auf der Moana sitzen (und die Siege von Norwegen und der Schweiz feiern), kommt Jacob mit seinem Longboat zurück und hält bei uns an. Nein, morgen sei er wieder in Lomaloma. Ob wir ihm vielleicht einfach die Kawawurzeln geben könnten? Na klar und schwupp – Sevusevu ist schon durch, wir sind willkommen im Dorf und auf der Insel.

Nach nunmehr schon über sechs Wochen ohne echten Einkauf geht unser Gemüse langsam wirklich zur Neige. Hier auf Susui ist keins zu bekommen, aber andererseits würden wir gerne noch etwas hier bleiben. Wir vereinbaren mit Jacob, dass er am übernächsten Tag die Crews der Flora, der Lille Venn und der Noxoma mit seinem Longboat hinüberfährt zu einer Farm auf Vanua Balavu.

Und so machen wir das.

Glücklicher Zufall: das Versorgungsschiff ist auch gerade in Lomaloma. In dem kleinen Dorfladen dieses mit 250 Einwohnern Hauptortes von Vanua Balavu können wir deshalb neben Kartoffeln und Zwiebeln sogar einige Äpfel erstehen. Und, in der zum Laden gehörenden „Tankstelle“, auch Benzin für den Außenbordmotor unseres Dinghies.

Nebenbei: hier gibt es auch ein lange entbehrtes Speiseeis.

Für den eigentlichen Gemüseeinkauf steigen wir um in einen Pickup (bzw. für die Jungs auf die Ladefläche). Mit dem geht es über Schotterstraßen und Feldwege in Richtung Farm.

Zwischendurch machen wir noch Halt bei der Yavusavusawaitui Womens Expo 2026. Im Caree um den Dorfplatz sind Pavillons aufgestellt. Festlich gekleidete Damen sitzen auf dem Boden oder am Rand der Pavillons im Sonnenschutz, teilweise werden Produkte wie Fächer oder Kokosöl zum Verkauf angeboten.

Auch wenn sich uns der Sinn nicht so richtig erschließt, immerhin können wir vor Ort gleich nebenan Bok Choy kaufen.

Ein Dorf weiter holen wir dann den Farmer ab und mit ihm geht es steil den Berg hinauf zu seinem (hauptsächlich) Gemüseanbau. Unser Supermarkt-Ersatz will sportlich erarbeitet werden!

Weißkohl, Tomaten, Grüne Bohnen, Kürbis, Auberginen. Wow. Dazu frischer Koriander und Papayas. Zwei Rucksäcke und eine Tasche schleppen wir zurück.

Jacob nimmt auch noch einen Via mit. Die stärkehaltige Pflanze ähnelt dem verwandten Taro, allerdings wird bei Via nicht die Wurzel sondern der Stamm geerntet.

Außerdem werden wir beim Einkauf mit frischen Kokosnüssen verwöhnt:

Tatsächlich ist dieser Einkaufstrip hier auf Vanua Balavu eher eine Tagesreise. Eine zum Genießen.

Abschied von Fulaga

Pilzinsel, die über dem Wasser zu schweben scheint.

Wir haben beschlossen, zum Wochenende auf die nächste Insel weiterzufahren. Bevor wir uns aber zum Nachbar-Atoll Ogea aufmachen, wechseln wir in Fulaga noch ein letztes Mal den Ankerplatz. Ziemlich genau im Herzen der Lagune, um Rooster Island herum, gibt es eine Gruppe von malerischen kleinen Pilz-Inseln mit mehreren wunderschönen Sandstränden. Ein weiterer idealer Ort, um noch einmal unser aufblasbares Doppelkayak zum Einsatz zu bringen.

Das Verholen beginnt allerdings mit einer unschönen Überraschung. Wie üblich hatten wir unseren Anker abgeschnorchelt, er lag wunderbar tief eingegraben im Sandgrund. Als wir die Kette einholen, kommt sie steif, aber der Anker bricht nicht aus. Na gut, dann hilft leichte Fahrt voraus. Tatsächlich, der Anker kommt sofort frei. Aber er sieht jetzt so aus:

Das ist blöd und für uns auch ziemlich unerklärlich. Wir müssen vom extra größer gewählten 30 kg Spade-Anker auf unseren Zweitanker wechseln, den 25 kg Delta. Aber immerhin ist das eigentlich Flora‘s Originalanker, nur dass wir ihn eben seit Griechenland zu unserem Ersatzanker degradiert hatten. Der Wechsel muss natürlich unterwegs passieren, wir lassen Flora treiben und bugsieren die beiden schweren Anker mit Hilfe des Spi-Falls aus bzw. in die Halterung vorn am Bug. Das klappt immerhin auf Anhieb.

Der neue Ankerplatz ist dann wie erwartet einfach traumhaft. Bei Flut sind die Strände schmal und viele Sandbänke zwischen einzelnen Pilzinseln gerade so eben überspült. Bei Ebbe werden die feinen Strände breit, die Sandbänke tauchen dann auf und fallen trocken.

Von diesem Ankerplatz aus fahren wir mit dem Dinghy ein letztes Mal zum Hauptdorf Muaninuku , um uns von unserer Gastfamilie zu verabschieden. Wir treffen sie nicht bei ihrer Hütte an, sondern geraten direkt in eine Festivität auf dem zentralen Dorfplatz. Der Cricket-Pitch in der Mitte des Platzes war uns bereits aufgefallen, jetzt wir er bespielt. Das ganze Dorf ist gekommen und bejubelt entweder das Team Muaninuku oder das Team Vulaga (die alte Schreibweise von Fulaga) . Mehrere kleine Zelt-Pavillions sind am Rand aufgebaut und spenden den Zuschauern Schatten, in ihnen wird außerdem Kava getrunken. Wir finden Lina in einem der Zelte und werden gleich eingeladen. Das koloniale Erbe Britanniens wird deutlich: Cricket ist (neben Rugby) eine der Nationalsportarten in Fiji und wird selbst auf so abgelegenen kleinen Inseln wie Fulaga begeistert gespielt. Einfach auf dem Dorfplatz zwischen Wellblechhütten und Kirche, zugleich mit Blick aufs Meer und unter Palmen.

(Wie immer: für bessere Auflösung auf eines der kleinen Fotos klicken)

Später auf dem Rückweg sehen wir dann erstmals in Fiji Flughunde. In großer Zahl konnten wir diese faszinierenden fruchtfressenden Flederttiere mit einer Spannweite von über einem Meter ja schon in Tonga bewundern, nun also auch hier.

Am nächsten Morgen machen wir dann eine ausgedehnte Kayaktour durch das Insellabyrinth um Flora herum. Die Kalksteinpilze bergen zum Teil Höhlen und das Wasser hat nicht nur die Basis der Inseln erodiert, sondern an mehreren Stellen Torbögen oder regelrechte Brücken gestaltet.

Herrlich! Aber wir haben gehört, dass unser nächstes Ziel Ogea ähnlich beeindruckende Felsformationen bieten soll. Also geht’s nach über vier Wochen Fulaga jetzt weiter zur nächsten Insel der südlichen Lau-Gruppe. Ogea, wir kommen. Tschüß, Fulaga. Du und Deine so herzlich gastfreundlichen Menschen werden uns unvergesslich bleiben.

So wird Kokosöl auf Fulaga gemacht

Bei einem Besuch im Dorf erwähnt Lina, dass sie in dieser Woche Kokosöl machen wird und wir uns das gerne anschauen können. Lassen wir uns natürlich nicht entgehen.

Eins vorweg: Kokosöl und Palmöl sind zwei verschiedene Dinge. Palmöl wird aus dem Fruchtfleisch der dichten Büschel rötlicher Fruchtstände der Ölpalme hergestellt. Kokosöl dagegen: tja, aus dem weißen Fruchtfleisch der Kokosnüsse.

Seru zeigt uns, welchen Reifegrad der Kokosnüsse sie dazu hier auf Fulaga bevorzugen. Nicht die grünen Trinknüsse, na klar. In den braunen ist weniger Wasser, mehr Fruchtfleisch. Zu unserer Überraschung nimmt Seru aber am liebsten die bereits angekeimten Kokosnüsse, die schon etwa zwei Wochen am Boden gelegen haben. Praktisch kein Kokoswasser mehr, dafür ganz viel Fruchtfleisch und gerne schon etwas schaumartiger „Kokosapfel“ im Inneren. Der wird wird für das Öl zwar gar nicht verwendet, zeigt aber den richtigen Reifegrad an.

Der Schaum kann einzeln gegessen werden. Das feste weiße Fruchtfleisch wird dann aus der Nuss gelöst, zerkleinert und ausgepresst. Jetzt könnte eigentlich mit dem Kochen begonnen werden, aber dann müsste man sehr lange kochen, um das ganze Wasser zu verdampfen. Die Brennstoff sparendere Methode: den offenen Topf ein paar Tage in die Sonne stellen. So trennen sich Wasser und Öl-Rohstoff schon einmal grob. Nach dem Abgießen wird dann nur der Öl-Rohstoff in einem Topf aufs Herdfeuer in der Hütte gesetzt.

Als Brennstoff dienen neben etwas Holz die Kokosnuss-Schalen und die „Barawa“ (die hinter dem Herdfeuer in der Ecke stehenden trockenen Palmblattansätze. Wie eine Fackel brennen sie vom oberen Ansatz und werden nach und nach ins Feuer geschoben.

Jetzt kochen und dabei kontinuierlich rühren. Mit der Zeit wird der Kokosgeruch immer deutlicher. Aber erst wenn die festen Reste des weißen Kokosfruchtfleisches bräunlich werden und zuckerartig kristallisieren ist es soweit. Die süßlich schmeckenden Brösel werden abgesiebt und zurück bleibt das reine Kokosöl.

Insbesondere wenn das Kokosöl zur Pflege von Haut oder Haar verwendet werden soll, werden auch Blüten oder Blätter (z.B. Hibiskus oder Frangipani) beim Kochprozess hinzugefügt.

Lina mag das Kokosöl aber am liebsten pur und findet, dass es dann für die Zubereitung von Speisen auch am universellsten verwendet werden kann.

Wir bekommen gleich eine Kostprobe: Seru bereitet aus Mehl, Wasser und etwas Zucker Teig für „Saparaki“ vor. Diese Pfannkuchen werden dann von Lina in heißem Kokosöl ausgebacken. Anders als klassische Doughnuts werden sie aber nicht mit Eiern (dann wären es in Fiji „Parile“) und auch nicht mit Hefe (sonst „Babakau“) gemacht.

Lecker (auf fijianisch: maleka)!

Aber wir werden noch weiter verwöhnt. Lina hat aus Mehl und heißem Wasser noch einen anderen Teig vorbereitet. Aus den abgekühlten Kugeln rollt sie mit einem Nudelholz auf einer runden Holzplatte Roti-Fladen, der indische Einfluss in Fiji reicht kulinarisch bis auf die Lau-Inseln.

Seru schabt derweil aus (diesmal ungekeimten) Kokosnüssen wiederum das Fruchtfleisch heraus.

Er presst es mit den Händen aus. Die so gewonnene sahnige Kokosmilch wird dann über die von Lina in der heißen Pfanne gebackenen (nicht frittierten) und dann aufgerollten Roti gegossen.

Und natürlich lassen es sich die beiden nicht nehmen, uns nach dem leckeren Essen auch noch eine Flasche von dem frisch gemachten Kokosöl mitzugeben.

Leere Glasflaschen (Weinflaschen mit Schraubverschluss) sind im Dorf übrigens für das Abfüllen des Öls sehr begehrt. Wir haben Lina ein paar mitgebracht, neben kleinen Gastgeschenken wie Tüchern, Sonnenbrillen, Lesebrille, Schnorchelbrille, und Verbandszeug für Linas maladen Daumen.

Lebensmittel anbauen, ernten, verarbeiten, zubereiten. Für die Inselbewohner hier auf Fulaga macht das einen großen Teil ihres Alltags aus.

Was für ein Privileg, dass uns Lina und Seru an diesem Leben so unmittelbar teilhaben lassen.

Fulaga: ein ganz besonderes Erlebnis

Etwa 20 Segelboote haben sich in Fulaga eingefunden. Kein Wunder, es hat sich unter den Cruisern herumgesprochen, dass dieses atemberaubende Naturwunder die durchaus meist schwierige Anreise mehr als wert ist. Einklariert werden kann auf den Inseln in Fiji‘s Lau-Gruppe nicht, das geht nur auf den Hauptinseln weiter im Nordwesten. Erst danach darf die Lau-Gruppe angelaufen werden. Dazu sind dann allerdings etwa 200 Seemeilen gegen den vorherrschenden Südostpassat mit der entsprechenden Pazifikwelle zurückzulegen. Und außer mit dem Segelboot ist Fulaga fast gar nicht zu erreichen. Immerhin, zwar ohne regelmäßigen Fahrplan aber meistens einmal im Monat läuft ein Versorgungsschiff diese Insel an. Es befördert auch Personen. Die Inselbewohner können so ihre Verwandten in der Hauptstadt Suva besuchen (für mindestens einen Monat) und zum Beispiel Baumaterial (wie etwa die typischen Wasserspeicher) bestellen.

20 Boote hört sich für ein so abgelegenes Ziel viel an. Unser Ankerplatz ist auch tatsächlich gut besucht, wenn auch keineswegs überfüllt. Es gibt genug andere Möglichkeiten zum Ankern hier, denn den größten Teil der über 18 Quadratkilometer messenden Insel nimmt ja die innere Lagune ein. Warum also knubbeln wir uns besonders hier im Südosten? Auf fast allen Booten sind Kiter oder Wingfoiler und die Bedingungen hier sind einfach ideal. Ziemlich glattes Wasser und konstanter Wind. Da bin ich dabei.

Allerdings: Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Gerade läuft es noch so gut, die Halsen klappen, dann aber haut es mich hin und ich falle unglücklich genau in den Wing hinein.

Mmh, da steht eine längere intensive Reparatur an:

Und zwischendurch lässt sich die Zeit auch mit anderem Wassersport gut überbrücken. Wir bauen endlich mal wieder unser Zweier-Kayak auf. Perfekt für die flachen Abschnitte zwischen den unzähligen pilzförmigen Kalkstein-Inselchen mit ihren verborgenen Sandstränden, den Höhlen und den Durchbrüchen zum „Wassergraben“, der das äußere Saumriff zur Lagune abgrenzt.

Es ist wahrlich traumhaft hier. Und doch: das ganz besondere Erlebnis machen wie so oft auf unserer Reise die Menschen aus. Hier auf Fulaga wird ja beim Sevusevu jeder Bootscrew eine Gastfamilie zugeordnet. Unsere hat uns für Sonntag nach der Kirche zum Lunch eingeladen.

Für den Kirchgang kleiden wir uns wieder formal mit Herrenrock bzw. langem Tuch um die Hüften.

Photo credit: Aagje, SY My Motu

Neue erste Male: auch vor der Kirche werden die Schuhe ausgezogen. Die „Glocken“ der Kirche sind rot gestrichene ausgehöhlte Baumstämme, auf denen zum Gottesdienst getrommelt wird. Und die meisten Gesänge in der Kirche werden von einer sehr hektisch geschlagenen Triangel als einzigem Instrument begleitet. Der jugendliche Musikant scheint die Gemeinde zu schnellerem Singen antreiben zu wollen, er ist im Takt deutlich voraus. Die Predigt auf Fijianisch verstehen wir nicht, den deutlich ermahnenden um nicht zu sagen anklagende Tonfall des Pastors aber schon. Wird wohl unser einziger Besuch in dieser Kirche bleiben.

Das Highlight folgt aber danach: Lunch bei unserer Gastfamilie. Talei und Lina sind Schwägerinnen, gemeinsam mit ihren Männern Nam und Seru sowie Lucy und Enkel Caleb leben sie in einer sehr einfachen Hütte. Zwei Wände und eine Hälfte des Daches sind aus geflochtenen Palmblättern gefertigt. Die andere Hälfte des Dachüberstandes ist aus Wellblech und wird zum Auffangen von Regen als Trinkwasser genutzt. In einer mit Wellblech geschützten Ecke wird über einem offenen Feuer gekocht. Der 8jährige Caleb hat die Aufgabe, nach der Schule trockene Palmzweigansätze als Feuerholz zu sammeln.

Die Brüder Nam und Seru stammen aus Fulaga, hatten aber zwischenzeitlich beide die Insel verlassen. Als zunächst Nam und seine Frau Talei beschlossen, nach Fulaga zurückzukehren baten sie die Dorfältesten, eine traditionelle Hütte statt einer moderneren Holzhütte zu errichten. Insbesondere Talei wollte nach dem Studium in Malaysia und beruflichen Aufenthalten in China und England sowie in Fiji‘s Haupstadt Suva zurück zum einfachen, ländlichen Leben.

Bei inzwischen sechs Bewohnern ist eine hölzerne Schlafhütte dazu gekommen, eine zweite ist im Bau. Die Dachflächen dieser Hütten helfen auch, den Bedarf an Trinkwasser zu decken. Die weltoffene Talei ist dabei keineswegs dogmatisch traditionell: zwischen den Hütten findet sich eine Starlink-Antenne. Sie ermöglicht es Enkelkind Caleb tägliche Video-Telefonate mit seiner Mutter in Suva. Der Strom kommt aus (von der Regierung gesponserten) Solarpanelen.

Mit Talei, Nam und deren Enkel Caleb beim Festmahl, im Hintergrund bereitet Seru auf dem offenen Feuer weitere Köstlichkeiten zu

Es gibt Fisch, von Talei frisch gefangen, dazu mehrere Varianten der super leckeren Bratlinge aus Morringeli-Blättern (deutsch: Meerettichbaum, unbedingt googeln), Tapioka und weitere Köstlichkeiten.

Und es gibt lange, intensive Gespräche. Über Gott und die Welt (Talei und Nam gehen nicht in die Kirche), über das Schulsystem und den Schulalltag von Caleb, über die Familienbindungen in Fiji, den Sternenhimmel, das Reisen, dieses und jenes und vor allem über das Leben und was darin wirklich wichtig ist.

Danke für Eure Gastfreundschaft und Eure Offenheit. Danke, dass Ihr Euer Heim in Fulanga auch unser Heim sein lasst. Danke, dass Ihr diesen ohnehin wunderschönen Ort so für uns mit diesem einzigartigen Erlebnis in unsere Erinnerung prägt.

Angekommen auf Fulaga in Fiji’s Lau Gruppe

Es ist der zweite Versuch, Fulaga (gesprochen Fulanga) zu erreichen. Dieses Mal müssen wir zunächst nicht mit Gegenwind kämpfen. Es ist Flaute. Wir motoren über eine fast spiegelglatte See. Den ganzen Tag.

In der Nacht haben wir dann ein paar Stunden segelbaren Wind und nutzen das natürlich auch. Aber eben leider nur kurz, dann muss der Diesel wieder ran. Erst gegen Mittag am zweiten Tag kommt wieder Wind auf. Er soll im Tagesverlauf deutlich zulegen, kommt aber genau von vorn. Wenn wir kreuzen, schaffen wir es nicht bei Tageslicht zum Pass, also bleiben die Segel verstaut und der Motor an. Mit der Einfahrt in die Lagune von Fulaga ist nämlich nicht zu spaßen, der Pass ist schmal kann sehr viel Strömung aufweisen. Aber wir kommen rechtzeitig zum Nachmittagshochwasser dort an und können unproblematisch in dieses Juwel der südlichen Lau-Gruppe einfahren.

Fulaga selbst ist dann schon etwas ganz Besonderes. Die Kalkstein-Insel bietet gleich doppelten Schutz: wie Wassergraben und Burgmauer findet sich innerhalb des äußeren Riffs zunächst ein Streifen Lagune und dann ein fast die ganze innere Lagune umfassenderes Land. In dem seeartigen inneren Bassin formen unzählige Inselchen und Sandbänke ein wahres Anker-Paradies.

Am späten Nachmittag können wir keinen Antrittsbesuch mehr machen. Das formelle Sevusevu beim Chief des Dorfes erledigen wir also am nächsten Tag. Mit dem Dinghy geht es zunächst durch das Gewirr der Felsen und Inselchen bis zu einer Bucht, von der aus ein Weg über den Landstreifen zur Südseite der Insel führt. Dort liegt der Hauptort (es gibt drei Dörfer mit jeweils etwa 100 Einwohnern). Auch Ralph von der Lille Venn sowie Aagje und Jeroen von der My Motu sind zum Sevusevu unterwegs. Wir sind für diese Zeremonie richtig gekleidet: alle mit bedeckten Schultern, die Männer zudem mit Herrenrock (Sulu), die Frauen mit Sulu Jaba oder einem um die Hüfte geschlungenen Tuch.

Mikai begrüßt uns am Ortseingang und führt uns zum Chief des Dorfes. Dabei machen wir mehrfach Halt bei verschiedenen Holzschnitzern. Die Schnitzerei ist eine der wenigen externen Einkunftsmöglichkeiten der Inselbewohner.

Der Chief erklärt uns die Wichtigkeit der Gast-Zeremonie: er nimmt unsere als rituelles Gastgeschenk mitgebrachten Kawa-Wurzeln formell an und teilt uns mit, dass wir damit in die Dorfgemeinschaft aufgenommen und Teil der Insel-Familie sind. Jedem Boot wird denn auch eine eigene Gastfamilie zugeordnet.

Nach dem Sevusevu führt uns Mikai noch zur Schule, wo die 45 Schüler (1. bis 8. Klasse, weiterführende Schule wäre dann in Suva auf der Hauptinsel Viti Levu) gerade eine Art Sportfest veranstalten: mit Kokosnuss-Wettöffnen, Zielwerfen, aber auch Palmblatt-Flechten.

Und wir werden unserer Gastfamilie vorgestellt, die uns für Sonntag (nach der Kirche) zum Essen einladen.

Ein ganz besonderer Empfang auf Fulaga.

Tschüss Minerva

Photo credit: Jayne, S/V Scout

Es ist soweit. An diesem Wochenende geht der Wind endlich mal auf deutlich unter 20 kn herunter. Zeit, um ganz oben an der Mastspitze das Fockfall einzusammeln. James von der Scout assistiert an der Sicherungsleine, dadurch muss Wiebke nicht zwischen Genuawinsch und Mastwinsch hin und her flitzen.

Leider hat sich die Kausch des Falls etwas im Fallauslass verklemmt, also nochmal runter, neues Werkzeug holen, wieder rauf in 20 m Höhe und: ja, ich kann dasFall mit nach unten nehmen.

Wir bereiten die Ersatzfock vor und Phil von der Skylark bringt seinen Feeder herüber, der an einer kurzen Leine das Einfädeln der Fock in das Profilvorstag erleichtert. So ziehen wir gemeinsam die neue Fock hoch und und sind – endlich – wieder voll einsatzklar. Super, denn am Montag gibt es ein Wetterfenster für die Weiterfahrt nach Fiji.

Wir klaren die Flora auf, gehen nochmal Schnorcheln …

…, noch einmal eine lange Wingfoil-Session:

Und auch die Drohne kommt nochmal zum Einsatz, um die einmalige Atmosphäre dieses so besonderen Ruheplatzes mitten im Ozean noch einmal in Bildern einzufangen.

Die anderen Crews gehen derweil auf Lobsterfang, Minerva ist bekannt dafür. Jacqui und Phil bringen uns nach ihrer erfolgreichen Jagd ein Prachtexemplar vorbei:

Lobster credit: Phil & Jacqui, S/V Skylark

Festessen also auf allen Booten einschließlich der Flora! Da kommen sogar die silbernen Hummergabeln zum Einsatz. Das Geschenk unserer Freundin Catalina aus Hamburg hat uns schon in der Karibik, in Maine, in Alaska und BC und jetzt hier in Minerva gute Dienste geleistet. Mehrere Riesendankeschön, Ihr Lieben.

Ganz ohne weitere Bootsarbeit geht’s leider doch nicht ab, der Wassermacher streikt. Der Elektromotor der Hochdruckpumpe gibt keinen Mucks von sich. Strom kommt bei ihm an. Also ausbauen, reinigen. Eine der Kohlefaserbürsten ist defekt. Vom letzten Tausch haben wir aber noch eine gebrauchte, die noch ausreichend lang scheint. Wir setzen sie ein und siehe da, der Wassermacher tut wieder was er soll.

Also: die Passage nach Fiji kann starten.

Flora wieder mit Fock auf der Rollanlage

Minerva II

Eine Woche sind wir jetzt im Minerva Riff. Gestern haben wir nochmal verholt, liegen jetzt ganz im Süden der Lagune. Simpler Grund: der Wind hat auf Süd gedreht.

Auf fast allen Booten gibt es nach der fordernden Passage etwas zu reparieren oder zumindest trockenzulegen. Am härtesten von den fünf Booten mit denen wir hier liegen hat es ein australisches Boot getroffen. Der Anker hat sich unterwegs gelöst, ist aus der Ankerrolle gesprungen und hat von außen ein Loch in den Rumpf geschlagen. Zum Glück auf Höhe des Ankerkastens, trotzdem ist durch Lücken im Schaumkern des Laminats Seewasser ins Schiff gelaufen (etwa 10 Liter pro Stunde).

Marc von der Quantum sammelt auf den anderen Booten kleine Schrauben und Muttern ein. Bis auf 2 haben sich alle 30 Nieten seiner Solarpanelbefestigung verabschiedet, da muss jetzt eine neue Lösung her.

Immerhin 8 passende Schrauben und Muttern finden sich in unserem Bestand, 3 bei der Scout, 6 hat Marc selbst und den Rest kann die Skylark beisteuern. Nieten hätten wir natürlich auch, aber denen traut Marc jetzt nicht mehr.

Die Stromversorgung unseres UKW-Funkgeräts ist zwar wiederhergestellt, aber etwas später erschreckt es uns mit einem Alarm. Die Funke erhält keine zuverlässige GPS-Position mehr. Scheint ein Problem mit einem defekten NMEA2000-Stecker zu sein. Blöderweise ein Stecker am Ende eines Kabels, das wir so nicht ohne weiteres ganz austauschen können. Also ist mal wieder etwas Improvisation gefragt. Zwischenstand dazu: scheint jetzt wieder zu funktionieren.

Außerdem wird gebacken, gestrickt, gebadet, geschnorchelt und das Wingfoil endlich mal wieder genutzt.

Vorgestern war Sundowner auf der Skylark:

Heute Abend hat Marc zum Spieleabend auf die Quantum geladen.

Langweilig wird uns nicht 😉.

Zwischenstand aus Minerva

Ganz lange bleiben wir nicht das einzige Boot in Minerva, einen Tag nach uns kommt auch die Scout und ankert neben uns. Noch einen Tag später kommen auch Jacqui und Phil mit ihrer Skylark an. Alle hatten wir eine ziemlich unangenehme Passage, müssen uns erst einmal von der Seekrankheit erholen.

Hier in Minerva gilt es zunächst, das Schiff wieder in Ordnung zubringen. Die salzwassernasse Fock wird aus dem vorderen Bad wieder an Deck geschafft. Kleine Leckagen an ein paar Fenstern und Luken bei den schweren überkommenden Wellen haben zudem für reichlich zusätzliche Arbeit gesorgt. Die Stromversorgung der UKW-Funke habe ich repariert. Wir stellen aber fest, dass Seewasser in den längs durch die Flora führenden Kabelkanal gelangt ist und an verschiedenen Stellen in Schapps und Schränke gelaufen ist. Die dadurch nass gewordene Kleidung müssen wir mit Süßwasser waschen. Kein Problem, sollte man denken, wir haben ja seit Whangarei jetzt wieder eine Waschmaschine an Bord. Stimmt – aber das Trocknen macht Probleme. Dauernd ziehen Squalls durch, bei diesen Regenschauern kann die Wäsche nicht draußen am Seezaun hängen. Und wenn, dann können die Klammern sie kaum festhalten. Es bläst. Böen bis 32 Knoten waren heute eigentlich angesagt, tatsächlich hatten wir mehr als 41 Knoten (Windstärke 9 Beaufort). Und morgen sind bis 37 kn angesagt. Erstaunlicherweise sind die Wellen hier in Minerva dabei noch recht erträglich. Besonders wenn man bedenkt, dass (außerhalb des Riffs) knapp 4 m Welle stehen. Für morgen sind sogar 4,6 m vorhergesagt.

Wie sieht das aus? Jayne und James von der Scout haben mit ihrem Dinghy einen Ausflug an die innere Riffkante gemacht. Vom Riffdach aus gibts bei Niedrigwasser einen etwa kniehohen Wasserfall in die Lagune, draußen ans Außenriff donnern die brechenden Pazifikwellen. Von Bord der Flora zeigt sich das so:

Bei Hochwasser schafft es der Ozeanschwell stark abgeschwächt über das Riffdach. Dann wird es hier am Ankerplatz unruhiger, aber bisher ist es immer noch gut erträglich.

Nach dem Peak morgen sollen sich Wind und Wellen dann ab übermorgen langsam wieder abschwächen.

Samstag kann ich dann vielleicht auch in den Mast, um das zum Glück am Fallenaustritt hängengebliebene Fockfall herunterzuholen. In 20 m Höhe schaukelt mir das derzeit zu sehr.

Dann doch lieber erstmal an Bord der Scout mit Jayne und James dessen Geburtstag nachfeiern.

Überhaupt hat man ja von der Scout aus einen besonders schönen Blick auf die Flora, wie auch das von James geschossene Sonnenaufgangsfoto zeigt:

Auf der Horizontlinie ist übrigens kein fernes Land zu sehen, sondern eben die Ozeanwellen außerhalb des Riffs.

Leinen wieder los!

Der Wecker würde um 6.00 Uhr klingeln, aber wir sind schon kurz vorher wach. Es geht endlich wieder los, unsere Segelsaison startet.

Kurz nach dem Morgenhochwasser laufen wir um 6.45 aus, der Hatea River ist für uns allenfalls etwa bis zur halben Tide befahrbar, jedenfalls müssen wir bis dahin den Kawaka Point vor der Halbinsel Onerahi passiert haben. Weiter flussabwärts ist es dann auch bei Ebbe tief genug. Klappt heute wunderbar, das Wetter spielt auch mit. Mehrere schöne Regenbögen, aber nur ein klitzekleiner Schauer auf den 10 Seemeilen zum Ankerplatz in der Munro Bay.

Eigentlich könnten wir bei dem vorwiegend achterlichen Wind auch segeln. Stattdessen brummt durchgehend der Motor, denn wir wollen die Antriebswelle (genau genommen deren präzise Ausrichtung) in verschiedenen Drehzahlbereichen des Motors ausgiebig testen. Durch die erneuerten Motorfüße sowie das neue Wellenlager und die neue Wellendichtung musste die Ausrichtung von Motor und Antriebswelle neu abgestimmt werden. Wirklich überprüfen lässt sich dass erst in Fahrt und so arbeiten wir uns auf diesem ersten kurzen Törn durch die verschiedenen Lastbereiche. Zum Glück gibt es keine Auffälligkeiten, das „alignment“ scheint in Ordnung zu sein.

Die Munro Bay hat eine relativ seichte Zufahrt, typisch für das mit Sandbänken durchzogene aufgefächerte Flussdelta des Hatea, wird aber an drei Seiten flankiert von den hügeligen Ausläufern der Whangārei Heads. Damit bietet sie auch gegen die aktuell in Böen kräftigen Westwinde recht guten Schutz. In der Munro Bay ankert schon die Freydis (eine Malö 46) unserer australischen Freunde Paula und Jim. Das passt, so können wir gemeinsam mit dem Dinghy am flachen und bei Ebbe trocken fallenden Scheitel der Bucht anlanden und einen schönen Spaziergang machen.

Es ist erstmal nur ein kurzes Wiedersehen, denn unsere Wege werden sich morgen schon wieder trennen, bevor wir uns hoffentlich in Fiji wieder treffen. Die beiden möchten ein Stückchen weiter nach Süden segeln. Wir dagegen haben entschieden, das kurze passende Wetterfenster zu nutzen, um in nördliche Richtung zur Bay of Islands aufzubrechen.

Aller guten Dinge sind … ?

Am Ende wird alles gut. Wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende!

Nach dem Hinein- und Hinauskranen der Flora am Dienstag war Arbeit an den drei leckenden Seeventilen angesagt und dann am Mittwoch wieder Travellift.

Mittwoch: Same procedure

Leider Murmeltiertag. Frühmorgens rein, erneut ein undichtes Seeventil feststellen, gleich wieder raus. Wieder ist das Seeventil des achteren WC-Auslasses undicht. Es ist wirklich kaum zu erreichen, im Motorraum eingezwängt zwischen dem Volvo, dem vom Vorbesitzer eingebauten Generator sowie dessen Seeventil nebst Schläuchen und dem Schott zum Bad. Jetzige Diagnose: wahrscheinlich war deshalb beim Einbau (für Dienstag) das Seeventil schief auf den Borddurchlass gesetzt. Damit wurde das Gewinde des TrueDesign-Borddurchlasses verletzt, das neue Seeventil (für Mittwoch) konnte also wieder nicht dichten. Der Borddurchlass muss ganz raus (also auch neues Coppercoat Antifouling drauf). Akkordarbeit für die Handwerker und neuer Krantermin am Donnerstag.

Frust bei uns. Zur Bewältigung (oder Kompensation?) machen wir eine spontane Gewalttour nach Auckland und zurück. Unser Ziel ist das „RV Super Centre“, ein riesiges Zentrum für neue und gebrauchte Wohnmobile. Was soll das jetzt, geht der Frust so weit, dass wir an eine Landyacht denken?

🧐 . Nein, natürlich nicht.

Aber im RV Super Centre gibt’s auch einen Zubehörshop und der bietet eine Waschmaschine an, die unserer schon seit Panama irreparabel kaputten Candy 3,5 kg recht nahe kommt. Die Camec RV II 4 kg ist – wie könnte es anders sein – minimal zu groß. Limitierend sind auf der Flora die Tür zum vorderen Bad mit 47 cm Breite, zudem ist das Loch für den Einbauort der Waschmaschine (von der Dusche aus) nur 51,5 cm breit und 75 cm hoch.

Die Camec misst 70 x 51 x 49 cm. Wir müssen sie uns vor Ort anschauen, um zu sehen, ob und ggfs. was demontierbar ist oder ob wir das ganze Gehäuse auseinander bauen müssten.

Und so sieht’s dann aus: wenn wir die Waschmaschinentür abbauen, gewinnen wir etwa zwei Zentimeter. Das wäre einfach und könnte gerade so ausreichen. Schlimmstenfalls müssten wir die Rückwand auch auseinandernehmen. Allerschlimmstenfalls passt die Maschine dann trotz neuem, etwas kleinerem Holdingtank im gleichen Stauraum immer noch nicht. Puh. Schwierige Entscheidung. Wir riskieren es und kaufen die Waschmaschine. Schließlich war in Panama, den USA, Kanada und Mexiko keine passende zu bekommen, da dort die Stromnetze und somit fast alle Elektrogeräte jeweils auf 110 V 60 Hz und nicht auf die von uns benötigten 230 V 50 Hz ausgelegt sind. Ein Import aus Europa hätte das Dreifache des Preises der Waschmaschine verschlungen. Außerdem gab es überall Waschsalons. Die Inseln im Pazifik: keine vernünftigen kleinen Maschinen. Also: jetzt hier in Neuseeland, wenn sich irgendeine Chance bietet: nutzen.

Die Camec bleibt allerdings erst einmal im Kofferraum unseres Autos.

Donnerstag: Krantermin zum Dritten!

Wieder hängt Flora in den Seilen des Travellifts, wird langsam ins Wasser gelassen und bleibt in den Seilen, bis wir das ok geben.

Mechaniker Byron kontrolliert das vermaledeite Ventil im Motorraum: dicht! Endlich.

Die Seile werden gelöst wir motoren zum Liegeplatz am Steg. Durchatmen. Danach geht Wiebke die Ventile alle noch einmal durch und … da ist doch ein Tropfen am Seeventil unter dem Waschbecken im achteren Bad? Trockenwischen, warten. Mist, ein neuer Tropfen bildet sich. Das darf doch nicht wahr sein. Ich schließe das Seeventil, wische alles noch mal trocken, lege drumherum Küchentücher aus. Sie bleiben um das Ventil des Waschbeckenauslasses herum trocken, aber das Ende am Ventil des Decksablaufes wird etwas feucht.

Byron kommt und prüft. Und prüft. Und prüft. Ergebnis: Borddurchlass und Seeventil sind dicht, bei geschlossenen Seeventilen passiert also nichts, wir können im Wasser bleiben. Die beiden Schlauchanschlüsse oberhalb dieser beiden Seeventile müssen aber neu abgedichtet werden. Na Klasse. Aber immerhin Glück im Unglück: nicht nochmal kranen, dann könnten wir erst nach Ostern wieder ins Wasser.

Aber auch so, dreimal kranen innerhalb von drei Tagen, das ist ein Novum für uns. Wenn möglich, möchten wir das auch nicht wiederholen.

(Kar-)Freitag: wir bereiten das Projekt Waschmaschine weiter vor. Ich verlege die Schläuche im Waschmaschinen-Kabbuff etwas anders, um oben mehr Platz zu schaffen. Messe alles noch einmal aus, zeichne an den Wänden mit Bleistift Markierungen an. Baue die Tür zum Waschmaschinenkabuff und die große Tür vom Salon zum Vorschiff aus. Schraube den Salontisch ab und schiebe ihn ganz zum Sofa. Soviel Platz schaffen wie möglich. Auch das Steuerrad im Cockpit wird ausgebaut.

Ben von der „Kujira“ kommt uns zu Hilfe. Kräftig und super schlank, das wird helfen. Und tatsächlich, wir wuchten die Maschine über die Reling und ins Cockpit, entfernen die schützende Verpackung. Dann die Treppe herunter in den Salon. Tür der Waschmaschine abschrauben. Es klappt, wir kommen durch die Türdurchlässe gerade so eben durch. Wir verbinden den Wasserzulauf, binden das Stromkabel und de Abwasserschlauch an die zuvor gezogenen Pilotleinen und zirkeln mit etwas Mühe die 45 Kilogramm der Camec durch die enge Öffnung, wobei sich Ben tatsächlich noch zwischen Duschwand und Maschine quetschen kann. Drin, passt wie angegossen. Waschmaschinentür wieder dran, mit Spanngurt herunterzurren, anschließen, fertig.

Flora schwimmt und wir haben sogar wieder eine Waschmaschine. Hurra!