Auf nach Madeira

Wir sind unterwegs. Gestern morgen um 10.45 haben wir die Leinen in Mazagon losgeworfen, schon drei Stunden später war die flache Küste verschwunden, nur noch Wasser um uns herum. Na ja, und ein paar Frachter, aber die sind schön auf Abstand geblieben. In den ersten 24 Stunden haben wir für uns unfassbare 162 sm geloggt, waren also im Schnitt mit 6,75 kn Fahrt durchs Wasser richtig flott. Die erste Schule Delfine hat sich schon gezeigt und eine (kleine) Golddorade haben wir auch schon gefangen.
Bisher läuft es also richtig gut. Wir hoffen, das es bis Porto Santo so oder so ähnlich weitergeht. 😉

(per Iridium gesendet)

Cádiz und ein unwahrscheinlicher Zufall

Da hatten wir gerade geschrieben, wir wären ein wenig stadtmüde, und dann fahren wir direkt von Gibraltar nach Cádiz. Warum denn das eigentlich? Ja, gute Frage!

Cádiz hat uns gereizt und ist auch tatsächlich sehr schön 😍, außerdem ist der Winkel hinüber nach Madeira bei den vorherrschenden Winden etwas besser. Vor allem aber können wir dadurch auch die „Aufregung“ ein bisschen teilen und das Passieren der Straße von Gibraltar mit ihren Strömen und Tiden und dem vielen Schiffsverkehr vom langen Schlag abkoppeln. Und letztlich auch: wir können mit unserem neuen Crewmitglied Maria erst mal einen kleinen Schlag segeln und nicht gleich 5 Tage und Nächte am Stück.

Die Begrüßung in Cádiz ist für einen Hamburger klasse: schon von weitem scheint die große Schwester der Köhlbrandbrücke zu grüßen. Die „Puente de la Constitutión“ ist eine ganz ähnlich konstruierte Schrägseilbrücke und führt ebenfalls durch sich öffnende Tragstützen. Etwas höher als in Hamburg, dafür ein tickchen kürzer, können wir sie schon aus großer Entfernung sehen und ihr Anblick bietet sich auch noch von unserem Liegeplatz in der Marina Puerto América. Und – wie in HH – sind auch hier die Kreuzfahrtschiffe reichlich vertreten. Gleich vier haben im Stadthafen festgemacht, darunter eine AIDA und die „Mein Schiff 2“. Wir hören viel Deutsch in der wunderschönen Altstadt 😉.

Ganz besonders beeindrucken uns die zumeist gekachelten Eingänge in Hausflure und Innenhöfe, in die man beim Gang durch die engen Gassen immer wieder einmal hineinsehen kann:

Aber auch die Markthalle, der Mercado Público, hat es uns wieder einmal angetan, hier in Cádiz präsentiert sie sich mit säulengestützten Arkaden im äußeren Rechteck und einer moderneren Fisch- und Gemüsehalle innen.

Wir besuchen sie an beiden Tagen und kaufen dort günstig und mit viel Freude ein. Nicht ganz so glücklich sind wir bei der abendlichen Suche nach einer Tapas-Bar: weil Krischan am nächsten morgen früh los muss, möchten wir zeitig essen und kollidieren einmal mehr mit der hiesigen Gestaltung der Öffnungszeiten 🥺. Es klappt dann aber doch noch, nur haben wir uns zuvor ordentlich hungrig gelaufen.

Heute Nachmittag sind wir dann von Cádiz weiter gesegelt, eine schöne Kreuz hoch nach Chipiona. Im dortigen Hafen sehen wir ein über die Toppen geflaggtes Schiff mit ziemlich ungewöhnlicher Kombination von Gastlandsflaggen:

Nicht alle erkennen wir. Während wir versuchen sie zuzuordnen dämmert uns langsam, dass es einen Zusammenhang mit Magellans Weltumsegelung (bzw. der eines Teils seiner Crew) geben könnte. So ist es auch. Von unserem Standort aus, der Mündung des Flusses Guadalquivir, ist Magellan am 20.09.1519, also morgen vor GENAU FÜNFHUNDERT JAHREN aufgebrochen, hier wurde die allererste Weltumsegelung auch wieder beendet. Unseren Hafen gab es damals noch nicht, als Start- und Zielort gilt Sanlúcar, der Nachbarort von Chipiona, dort gibt’s allerdings noch heute keinen Hafen.

Morgen soll hier vor der Stadt die Ansteuerungstonne #1, bisher „El Perro“ genannt, offiziell umgetauft werden und den Namen von Juan Sebástian Elcano tragen, der als Kommandant der Victoria das letzte verbleibende Schiff von Magellans Flotte zurück an den Ausgangsort dieser ersten Weltumsegelung führte.

Und morgen fahren wir dann von hier wieder los. Mal sehen, wohin und wie weit wir am Ende kommen. 😊

Fuengirola / Málaga

Der „lange“ Schlag von 190 sm, den wir wettervorhersagebedingt von Cartagena aus eingelegt haben, erweist sich als richtig gute Entscheidung. Der Wind ist kräftig, kommt aber ziemlich achterlich. Also quasi eine weitere Trainingseinheit für den Passat. Angesagt sind zunehmende Winde, die in den Böen abends 25 zunehmend auf 30 kn erreichen. Genauso kommt es auch. Wir segeln Schmetterling mit der Fock und Groß, gehen zwischenzeitlich mit dem Groß ins zweite Reff und haben trotz der Welle und in der Spitze 31,3 kn wahrem Wind auf der Windanzeige einen nicht allzu schaukeligen angenehmen Törn.

Bevor die Sonne ganz untergeht runden wir das Cabo de Gata, nehmen die Fock (und den Spibaum) weg, werden nach der erforderlichen Halse aber nur einen knappen Knoten langsamer und Flora liegt immer noch gut auf dem Ruder. Beim zweiten Wachwechsel in der Nacht ist der Wind plötzlich weg (auch das war vorhergesagt), wir motoren auch noch als die Sonne hinter uns aufgeht.

Dann kommt der Wind schwach und aus Süd zurück und hält uns damit die Gewitter auf Abstand, die wir über Land Wetterleuchten sehen. Ein Stückchen können wir sogar (jetzt wieder mit Vollzeug) segeln, wenn auch nicht ganz auf optimaler Kurslinie.

Wir haben uns den Hafen Fuengirola als Ziel ausgesucht und bekommen dort tatsächlich auch für vier Nächte einen günstigen Platz (38,- € pro Nacht). Fuengirola bietet den Riesenvorteil, dass man vom Hafen aus eine hervorragende S-Bahn-Verbindung nach Málaga (sogar mit Zwischenstop am Flughafen, wäre also auch für Crewwechsel perfekt) und eine gute Busverbindung nach Marbella hat.

Dafür muss man akzeptieren, dass Fuengirola ein wohl eher typischer Ferienort für weite Teile der Costa del Sol ist, voller Bettenburgen, Billigimbissen, Ramschläden, Kneipen und Bars. Wir sind ob der fast durchgängige Bettenburgenkette (jedenfalls da, wo es Strand gibt) entlang der spanischen Südküste bis hierher irgendetwas zwischen erstaunt 😮, erschreckt 😧 und erschüttert 😢, so massiv hatten wir es jedenfalls nicht erwartet.

Heute haben wir ausgeschlafen und dann gleich den Trip nach Málaga gemacht.

Die S-Bahn hat uns in 40 Minuten mitten ins Zentrum gebracht, wir konnten Málaga dadurch gut zu Fuß erkunden. Die schöne Altstadt beginnt gleich am Hafen, der aber mehr Handels- und Fährhafen ist, auch wenn es am östlichen Kai malerisch vor Palmen, Leuchtturm und Hafenkränen gelegene (schwellige und teure) Liegeplätze und weiter draußen auch einen (ebenfalls teuren) Yachthafen gibt.

Zunächst erklimmen wir den Burgberg, ein schöner Fußweg mit allerdings extrem glatten Platten führt hinauf (gibt ja nicht soviel Regen hier) und gewährt tolle Ausblicke über die Stadt und sogar hinein in die Stierkampfarena.

Wieder unten, diesmal im von Hochhäusern freien Kern der Altstadt, lassen wir uns durch die Gassen treiben bis hin zur „Einarmigen“. Die Kathedrale der Stadt wurde nur sehr langsam gebaut, vereint deshalb einige Baustile und hat nur einen Turm, der zweite ist seit dem 18. Jahrhundert Baustelle 🚧 ohne Fortgang. Im imposanten Inneren merkt man davon natürlich nichts und ein auch deutschsprachiger Audioguide ist praktischerweise im Eintritt von 6,50 € enthalten.

Spannend auch, wie in Málaga die auch hier üblichen Anti-Terror-Poller ausgestaltet sind, nämlich mal so:

und mal so:

Aber – obwohl uns Málaga wirklich gut gefällt – wir merken, dass wir etwas stadtmüde werden. Es ist zwar noch etwas hin, aber die Vorfreude auf den geplanten langen Schlag nach Madeira und hoffentlich die Wanderungen auf dem auch „Blumeninsel“ genannten Eiland steigt.

Mar Menor, Cartagena und das „Was soll DAS denn?“

Von Alicante aus wollen wir nach eigentlich direkt nach Cartagena. Allerdings bekommen wir auf unsere Onlinebuchung keine Rückmeldung und außerdem sind wir wegen der Einstellung des LiMa-Reglers auch etwas spät losgekommen.

Wir legen deshalb einen Zwischenstop im Mar Menor ein.

Das Mar Menor ist der größte Salzwasserbinnensee Europas, quasi eine Lagune, eine rund 23 km lange Nehrung trennt sie fast vollständig vom Mittelmeer ab. Da die Lagune zwar flach, aber eben doch auch mit größeren Segelbooten gut befahrbar ist, bietet sich nach einem schönen Segeltag ein Ankerstop hinter gut gegen den Ostwind schützenden Nehrung an. Die Einfahrt erfolgt etwas nördlich der Isla Grosa. Ein schmaler Tonnenstrich führt durch die Flachstellen zu einer alle zwei Stunden öffnenden Klappbrücke. Wir haben es ganz gut abgepasst und müssen im engen Kanal vor der Brücke nicht lange warten.

In der Lagune ist die Salzkonzentration mit 42 – 47 g/l noch einmal deutlich höher als im Mittelmeer (36 – 37 g/l), es hat deshalb eine ganz eigene Flora und Fauna. Ein unberührtes Naturparadies sollte man aber dennoch nicht erwarten. Wer bei der Nehrung an den Ringkøbing Fjord in Dänemark, die deutschen Bodden oder gar die hohen Dünen der Kurischen Nehrung denkt, wird bei der Annäherung hier ziemlich überrascht. „La Manga“ (der Ärmel), wie hier die Nehrung genannt wird, ist sehr dicht bebaut, überwiegend mit Hochhäusern. Es sieht ein bisschen aus wie der verzweifelte Versuch, Miami Beach zu kopieren, entwickelt aber leider keineswegs den gleichen Charme.

Dieses noch recht schmeichelhafte Bild zeigt unseren Ankerplatz:

Und ja, wir ankern wirklich so weit weg, näher am Strand ist es zu flach. Trotzdem wird die Nacht ruhig, es gibt hier weniger Schwell als im Hafen von Alicante. Das eigentlich geplante Baden in der Salzlake fällt dennoch aus. Wir sind noch das wunderbare klare Wasser unserer letzten Ankerplätze gewohnt, hier aber kann man keinen halben Meter tief in die schlammige Brühe schauen.

Und deshalb geht’s am nächsten Morgen auch mit der ersten Brückenöffnung weiter, die E-Mail-Reservierung im Hafen Cartagena für die nächste Nacht hat geklappt. Es wird wieder ein schöner Segeltag (feines Geburtstagsgeschenk für Wiebke) und wir machen im gut geschützten Hafen fast direkt neben der Blue Monde fest, ebenfalls eine HR 43 MK II und somit Floras Zwillingsschwester. Noch bevor wir richtig eingecheckt haben, schnacken wir uns bei einem anderen Bootsnachbarn fest , Tom von der Swan 47 Kalteface. Nett. Wie auch Cartagena selbst, das wir uns mal wieder durch unstrukturiertes Draufloslaufen erschließen.

Vor allem überrascht uns dabei die Dichte der erhaltenen architektonischen Relikte der Vergangenheit dieser von den Karthagern gegründeten und von den Römern zu großer Blüte geführten Stadt.

Hier könnte man eigentlich noch etwas bleiben und dann Mitte nächster Woche weiter in Richtung Gibraltar fahren. EIGENTLICH! Aber was soll DAS denn?

Der Wetterbericht (jedenfalls das ECMWF-Modell und auch Wetterwelt, nicht ganz so stark das GFS-Modell) zeigen für das westliche Mittelmeer Mitte nächster Woche extreme Windverhältnisse. Zwischen Valencia und Mallorca werden für Mittwoch Mittag in Böen 58 kn vorhergesagt, Windstärke 11. Hier die Illustrationen von Windy für Dienstag Abend:

Keine gute Idee, dann Richtung Gibraltar unterwegs zu sein. Konsequenz ist für uns, dass wir schon heute wieder die Leinen losgeworfen haben und jetzt bei inzwischen allerdings auch schon 20 kn Wind (von achtern) unterwegs sind um etwas Strecke gutzumachen.

Wieder komplett

Dienstagabend haben uns Eike und seine Kollegin Lara besucht, wir hatten einen sehr schönen Abend bei uns an Bord.

Noch dazu hatte Eike unter anderem unsere neue Lichtmaschine im Gepäck hergeschleppt und deshalb wurde es auch ein sehr schöner Mittwochmorgen. Der Mechaniker erschien, hatte unseren Regler und nicht mehr reparable Lichtmaschine dabei, baute den Regler und die neue LiMa ein und siehe da: unser Bootsmotor kann wieder die Batterien laden. 😀

Wir waren glücklich und haben das am Abend ausgiebig auf einem Zug durch Alicantes Altstadt mit Tinto de Verano hier, Vermouth dort und abschließend einem weiteren Besuch in einer Arrocería (also einem Reis-Restaurant) mit Rotwein gefeiert. Wie der Name andeutet, gab es auch ein wenig Schinken 😊.

Heute morgen haben wir das gute Hafen-WLAN genutzt, um mit dem LiMa-Lieferanten per Computer-Fernwartung (TeamViewer) die Einstellungen des Mastervolt-Reglers für die LiMa anzupassen. Und das war gut so. Es stellte sich nämlich heraus, dass die LiMa doch noch nicht komplett angeschlossen war. Zwar lieferte sie Strom, aber noch nicht alle zur optimalen Steuerung nötigen Informationen. Also durfte ich ein weiteres Kabel aus den Tiefen des Kabelbaums pulen („ein weißes Kabel suchen“), auch das noch mit dem Regler verbinden und siehe da: jetzt wird nicht nur die Temperatur sondern auch die Drehzahl der LiMa an den Regler gemeldet und die entsprechenden Grenzen konnten eingestellt werden. Das sollte hoffentlich der neuen LiMa ein längeres Leben bescheren 🤞.

Im Augenblick darf sie sich aber noch ausruhen, wir haben bei schönen Segelwind das Cabo de Santa Pola schon passiert und laufen am Wind in Richtung Mar Menor.

Da fehlt doch was …

Irgendwas fehlt ja immer.

Hier zum Beispiel fehlt unserem Bootsmotor eindeutig die Lichtmaschine.

Heute Abend bringt Eike die neue mit. Wir hoffen sehr, dass sie morgen eingebaut werden kann. Heute allerdings war der Regler noch in Denía in der Werkstatt, in der die alte Lichtmaschine hätte repariert werden sollen (hätte, hätte, Fahrradkette).

Aber besser so, als wenn uns Zeit fehlen würde. Dazu haben wir gestern hier am Rande der Altstadt eine schöne Wandmalerei entdeckt, El tiempo vuela (frei übersetzt: die Zeit vergeht im Flug):

Und tatsächlich, über zwei Monate sind wir schon unterwegs, die Zeit vergeht so schnell. Dabei müssen wir uns nicht einmal – wie in dem Gedicht – einen weiteren achten Wochentag wünschen, um ihn zum Reisen zu nutzen.

Umgekehrt können wir die Wartezeit auf die neue Lichtmaschine zum Bleiben, zum Erkunden unserer Umgebung nutzen.

Wir haben die Stadt ausgiebig zu Fuß erkundet, dabei ein paar mal einen Abstecher zur bisher besten Eisdiele unserer Reise gemacht,

haben ein spezielles Reisrestaurant dieser für ihre Reisgerichte bekannten Stadt besucht (lecker!), haben Tapas-Bars und in Ihnen zu den Leckereien mal Bier, mal Tinto de Verano genossen. Letzteres ist gekühlter Rotwein mit Zitronenlimo und schmeckt bei der Wärme hier VIEL besser, als es sich anhört. Und klar haben wir auch die hoch über Alicante aufragende Festung Castillo de Santa Barbara besichtigt, mit tollen Ausblicken über die Stadt und hinüber über die Bucht bis nach Sant Joan, wobei uns ein Aufzug für nur 2,70 € vom Strand aus hinauf befördert hat, die Festung selbst kann frei betreten werden.

Und wir haben – na klar – das Ocean Race Museum auf der anderen Seite des Hafens auch nicht ausgelassen.

Schließlich wurde zuletzt alle drei Jahre hier in Alicante das Volvo Ocean Race gestartet. Die Stadt feiert das nicht nur mit dem Museum, mitten in der großen Avenida gleich hinter Strandpromenade findet sich folgende Verkehrsinsel:

Und „Turn the tide on plastic“, so hieß nicht nur die von Dee Caffari geskipperte Yacht im 2017er/2018er Rennen, sondern dieser Slogan wird hier ernst genommen. Anders als früher vielleicht aus Spanien gewohnt, wird jedenfalls auf Mülltrennung großer Wert gelegt.

Und für noch etwas fehlte uns nicht die Zeit, den doppelten Friseurbesuch:

War allerdings auch mal wieder Zeit!

Alicante, die Mancha und der Großeinkauf

Wir sind in Alicante, genauer gesagt im Real Club de Regatas de Alicante. Wir haben uns gleich für eine ganze Woche hier im Hafen eingebucht, für uns ziemlich ungewöhnlich. Der Grund dafür ist unsere Lichtmaschine, die leider den Geist aufgegeben hat. Nachdem sie schon eine Weile herumzickte, hatten wir eigentlich gehofft sie hier reparieren lassen zu können. Leider ist sie wohl vollständig hinüber.

Zum Glück trifft uns das aber nicht unvorbereitet: wir hatten schon eine eigentlich nur als Backup gedachte neue Lichtmaschine in Auftrag gegeben (sie musste ja für die Lithium-Batterien und damit an den externen AlphaPro-Regler angepasst werden). Die neue LiMa wurde nach Burgwedel geschickt, von wo sie unser Freund Eike Dienstag mitbringt. Eike arbeitet derzeit immer Dienstags bis Donnerstags in Valencia und wollte uns deshalb hier in Spanien besuchen. Passt natürlich prima, ein bisschen Flickzeug für unser leicht angeschlagenes Dinghy bringt er auch noch mit 😉.

Genießen wir also bis dahin Alicante und umzu.

Und Alicante ist wirklich schön. Nicht nur dass die Stadt reichlich Restaurants, Cafés, Cervezerias und Bars bietet und zudem einen sehr gepflegten und gleichzeitig lebendigen Eindruck macht, allein schon für die vielen Palmen und Ficus-Bäume im Stadtbild könnte man Alicante lieben. Palmen säumen viele der Boulevards bzw. Avenidas, so auch die marmorgepflasterte Promenade hier am Hafen.

Und wunderschöne Plätze wie diesen an der alten Post (scheint im Hintergrund durch):

Samstag am frühen Morgen noch mit wenig Leuten, wir wollten aber gerne zeitig in der Markthalle sein:

Schon von außen beeindruckend, aber noch mehr drinnen, zumal es eben keine Touristenpräsentation ist, sondern eine wirklich von der Bevölkerung genutzte Markthalle. Zwei Ebenen, unten hauptsächlich Fisch und Obst/Gemüse, oben überwiegend Fleisch/Wurst.

Zur Abwechslung mal kein Schwertfischbild vom Markt, sondern der Blick in einen Obst- und Gemüsewald:

Auch wir haben ein bisschen eingekauft, aber hier noch nicht nicht sehr viel. Das kam später.

Vielmehr haben wir uns fürs Wochenende günstig (Tip von Eike) ein Auto gemietet und sind erst mal raus aufs Land gefahren. Zunächst in den kleinen Ort Banyeres de Mariola, wo wir die Burg besichtigt und uns mit dem kleinen Auto durch die super engen Gassen gequetscht haben. Interessant zu sehen, dass hier in der Gegend viele Kirchen blaue Ziegeldachkuppeln haben, ich habe noch nicht herausgefunden, was es damit auf sich hat, jedenfalls ist es sehr auffällig.

Und dann weiter durchs Gebirge und einige Landschaftsschutzgebiets bis in die flachere und kargere Region Kastilien-La Mancha, die sich nördlich anschließt an die Region Valencia (zu der auch Alicante gehört).

Windmühlen, gegen die Cervantes Don Quichotte als vermeintliche Riesen mit ihren langen Armen ankämpfen könnte gibt es heute wieder reichlich und sie sind größer geworden. Moderne Windkraftanlagen finden sich zuhauf auf den etwas höheren Kämmen der Hügelketten der Mancha. Sonst gibt’s dort aber nicht ganz viel, weshalb wir das Auto auch noch für einen Großeinkauf genutzt haben, schließlich naht so langsam Gibraltar und damit der erste längere Törn im Atlantik, jetzt also doch ein paar Vorräte mehr 😉 (unser bisher größter Bon, hat die Bevorratungspanik uns jetzt doch noch erwischt?).

Ganz nebenbei: offensichtlich sind wir wirklich in Spanien, denn wir haben auf unserer Autofahrt auch den obligatorischen Osborne-Stier gesehen:

Die Geschichte dieser Werbe-Stiere und ihres Einzugs in die Spanien-Symbolik ist übrigens auch ein tolles Beispiel dafür, was Gesetzgebung bewirkt (und was eben nicht).

Bordküche

Vor der Abreise haben mich viele gefragt, wie wir das mit dem Einkaufen für die lange Reise machen. Ich habe allen versichert, dass es in Italien und Spanien auch Supermärkte gibt und wir deshalb nicht in Griechenland das Schiff für Monate ausrüsten müssen 😉. Aber ein paar Dinge wie Kaffee, Nudeln, Pesto, Reis, Dosenthunfisch bunkern wir natürlich schon. Wir habe feststellen müssen, dass frische Milch bei diesen Temperaturen sinnlos ist und haben nun immer ausreichend H-Milch an Bord. Milchkaffee morgens ist lebensnotwendig und für mich außerdem, besonders bevor wir auslaufen, etwas zu essen. In Griechenland war das meist Joghurt mit frischen Früchten, in Italien war Naturjoghurt kaum zu bekommen. Dann gibt es normalerweise Müsli. Für die Tage an denen es schnell gehen soll, haben wir immer ausreichend Müsliriegel an Bord. Und für zwischendurch ausreichend Nüsse und Salzstangen o.ä.

Aber grundsätzlich kochen wir frisch. In Catania hat uns z.B. ein netter Franzose selbstgefangenen Thunfisch geschenkt. Also geschenkt oder selbst gefangen: Ab in die Pfanne, etwas Salat dazu, fertig.

Vor Nachtfahrten und längeren Törns bereite ich ein, zwei Sachen vor, so dass wir sie unterwegs nur aufwärmen können und nicht lange unter Deck schnippel müssen. Für die Überfahrt von Sizilien nach Sardinien gab es Kartoffel-Tomaten-Paprika-Suppe und einen Couscous-Salat mit Möhren, Staudensellerie, Rotkohl, Erdnüssen und Hühnchen.

Dafür haben wir einen super Tip umgesetzt, den ich in einem anderen Blog gelesen habe. In vielen Supermärkten gibt es frische, fertig gegrillte Brathähnchen zu kaufen. Das haben wir in Palermo gemacht, Ralf hat alles gepult und wir haben das Fleisch vakuumverpackt und ab in den Kühlschrank. Das hält ein paar Tage. Mit der zweiten Portion gab es dann eine asiatische Currysuppe.

Kartoffeln und Bohnen halten auch lange. Ergänzt mit kleinen Sardinen aus der Dose, Parmesan und getrockneten Tomaten auch lecker.

Unseren kleinen Wok haben wir auch dabei. Der wird auf dem Gasherd super heiß und so gibt es Bratreis mit Ei und Bohnen.

Manchmal gehen wir natürlich auch essen. Vorgestern gab es Tapas und Cañas (kleine Bier) in einer Cervecería (einfache Kneipe). Gestern dann ein x-Gänge Menü im einzigen Sterne-Restaurant von Alicante. So lecker!

Message from: SY Flora

Fast. Gut für den Fisch, schade für uns. Eine herrliche Golddorade hatten wir an der Angel und auch bis auf 5 Meter am Boot, dann war sie doch weg. Also auch kein Bild.

Warum so ein kurzer Blogbeitrag: Ist zugleich ein Test, ob wir es schaffen, in den Blog über unser IridiumGo (nur mit Text) zu posten.

Buchtenbummeln an Ibizas Westküste

Buchtenbummeln. Die Entfernungen zwischen den Calas oder Ensenadas (=Buchten) sind an Ibizas Westküste so gering, dass wir uns manchmal überwinden müssen, überhaupt die Segel hochzunehmen und das kurze Stück bis zum nächsten Ankerplatz nicht einfach zu motoren.

Schon gestern hatten wir uns „nur“ fünf Meilen weiterbewegt, in die Cala Sa Caixota (Es Torrent).

Andererseits: so kann man auch wie heute einfach mal bei Flüsterwind ein paar Stunden mit 1 bis 2 kn dahindümpeln und sich von Kanuten überholen lassen, während man die schöne und abwechslungsreiche Felsenküste genießt. Und dann vor einer Steilküste am Punta des Llosar einen Badestop einlegen:

Wobei, das Baden fiel hier eher kurz aus, zu viele Quallen. Die hübschen aber leider brennenden Nesseltiere hatte Wiebke schon vorgestern etwas zu intensiv kennengelernt. Zum Glück waren wir vorbereitet und konnten mit Rasierschaum, Abschaben der Restnesseln und Neutralisieren mit Essig die Folgen gut in Grenzen halten. Also diesmal eher kein Bade- sondern ein Essens-Stop. Auch gut 😊.

Und dann sind wir noch mal EINE GANZE MEILE weiter gehüpft in die Cala Tarida. Auch hier habe ich natürlich wieder den Anker abgeschnorchelt (hat sich perfekt in den Sandgrund eingegraben) und dabei eine schöne Überraschung erlebt: ein Flughahn (Dactylopterus volitans) fand sich direkt neben ihm und zeigte mir die leuchtend blauen Ränder seiner übergroßen Brustflossen. Ich musste noch mal hoch und die GoPro-Kamera holen, aber ich hab ihn zum Glück wiedergefunden:

An der großen Bucht mit Sandstrand gibt es mehrere Restaurants und Beachbars, wo man das echte Ibiza-Feeling genießen kann, wir haben uns für das „Cotton“ entschieden (mal wieder ein dicker Dank an die XOXO-Crew für den Tip!).

Und den Sonnenuntergang haben wir dann wieder auf unserem Vorschiff genossen.