Arbeiten und staunen im Aquarium

So harmlos fängt es an. Ich putze mal wieder schnorchelnd das Unterwasserschiff. Wir haben zwar einen speziellen „Coppercoat“-Anstrich, der weniger Giftstoffe an die Umwelt abgibt als klassische Antifouling-Anstriche und dabei deutlich länger halten soll, aber ein leicht lösbarer grüner Schleim setzt sich trotzdem gern fest und den schrubbe ich dann eben mit einem Schwamm öfter mal weg.

Diesmal sind dann aber plötzlich Fische da, nicht nur ein paar wie unten am Bildrand zu sehen, sondern es werden immer mehr, gleich ein ganzer Schwarm Sardinen schießt um mich herum.

Der Grund zeigt sich auch gleich: erst eine und dann zwei Blaurücken-Stachelmakrelen jagen den Schwarm durch die Gegend, immer rund um den Kiel der Flora.

Interessanterweise wirkt es nicht so, als würden die Makrelen „alles geben“, um wirklich Sardinen zu erwischen (ich sehe das auch kein einziges Mal). Es scheint eher so, als wollten die Makrelen die Sardinen ärgern. Aber schaut selbst:

Jedenfalls macht das Ganze mir noch mehr Lust, hier „richtig“ Tauchen zu gehen und es nicht nur beim Schnorcheln zu belassen.

Gemeinsam mit Wiebke und Ingo betauchen wir erst einmal ein kleines Riff, dass sich in rund 6 m Tiefe quer unter dem Ankerfeld durchzieht. Ein schöner Einstieg, zumal wir unsere Tauchflaschen in der Tauchschule am Dinghydock für nur 5 € pro Flasche wieder füllen lassen können. Deshalb geht’s heute dann noch einmal los, diesmal mit dem Dinghy hinüber zu den Pigeon Islands.

Wieder statten wir der Costeau-Büste einen Besuch ab, erinnern uns an seine rote Wollmütze, bleiben diesmal aber in der Tiefe und tauchen an der Riffkante entlang. Es ist wie im Aquarium:

Viele lebendige Korallen, Schwämme, Federbüsche, Anemonen und eben auch viel Fisch.
z.B. wieder Doktorfische
hier mal einer mit einer Felsenschönheit (so heißt der schwarz-gelbe Fisch mit dem dunklen „Kussmund“
Ein Zackenbarsch, der seine Zacken auch farblich betont
ein blaugepunkteter Roter Zackenbarsch, der seine noch verbirgt
ein langgestreckter Sand-Torpedobarsch
verschiedene Feilenfische
ein Königin-Drückerfisch

und noch so vieles mehr. Leider auch dieser Indische Rotfeuerfisch hier:

Der Feuerfisch ist in der Karibik nicht heimisch und insbesondere der eingeschleppte oder aus Aquarien freigelassene Pazifische Rotfeuerfisch hat sich teilweise zu einer echten Plage entwickelt, die die heimischen Jungfische des Riffes gefährdet. Manchmal werden von den Tauchschulen regelrechte Feuerfisch-Jagden veranstaltet, um das Übermaß der invasiven Art zu reduzieren.

Aber wir entdecken auch kleine Augenschätze wie diese von Wiebke erspähte knapp 3 cm große Buckel-Flamingozunge:

Die Nacktschnecke mit den dunkel gerahmten gelben Punkten ist leicht zu übersehen, aber bei dem Namen staunt man doch und möchte eigentlich gerne wissen, wie denn nun die Zunge der scheinbar einbeinigen rosafarben Stelzenvögel wirklich aussieht, oder?

Unsere Tauchflaschen haben wir schon wieder an der Befüllstation abgegeben. Was für Revier, über wie unter Wasser!

5 Gedanken zu „Arbeiten und staunen im Aquarium

  1. Guten Morgen aus Braunschweig, ich möchte jetzt endlich einmal sagen, wie strahlend eure Photos sind. Wirklich ein ästhetischer Genuss! Klasse!
    Was genau ist das für eine Kamera über und unter Wasser?

    Viele Grüße und mit Vorfreude ( und zugebenermassen auch stressigen Vorbereitungszeit, gerade ist die Vermietung unseres Hauses online gegangen..)

    Frauke von der Smilla

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo Frauke, hallo Matthias,
    vielen Dank und ganz lieben Gruß nach BS. Lasst Euch nicht zuviel stressen, das wird mit Eurer Smilla sicher super werden. Zu Deinen Fragen: das hab ich gleich mal etwas ausführlicher im Blog behandelt.

    Liken

  3. Moin zusammen,

    ich staune immer wieder über eure Artenkenntnisse in der Fauna. Egal, ob Fische, Vögel oder Reptilien, eure Fotomodelle werden immer präzise benannt (ob sie auch korrekt benannt werden, kann ich natürlich nicht beurteilen, aber ich gehe mal davon aus. :))

    Woher kommt das? Habt ihr das alles im Kopf, habt ihr Bestimmungsbücher dabei oder googelt ihr euch das alles zusammen? Das würde mich mal brennend interessieren. 🙂

    Grüße

    Christian von der Krassy

    Liken

  4. Moin Christian,
    es ist tatsächlich eine Mischung davon. Für die Fische haben wir mehrere Bestimmungsbücher an Bord (zusätzlich ein paar auch auf dem iPad, aber die benutze ich dann doch selten), hinsichtlich der Vögel hab ich ein einigermaßen gutes Grundwissen. Oft finden sich an Wanderwegen und Naturparks auch Hinweisschilder (besonders hinsichtlich endemischer Arten) und wenn ich was gesehen oder – noch besser – fotografiert hab, möchte ich auch wissen was es ist. Google ist also auch dabei, zumal man dort tolle Seiten wie etwa zur Vogelbestimmung auf Martinique findet (um nur ein Beispiel zu bringen: https://avibase.bsc-eoc.org/checklist.jsp?region=mq&list=aou&lang=DE&synlang=GCFX ).

    Wann geht’s bei Euch wieder los?
    Liebe Grüße

    Gefällt 1 Person

  5. Wir haben noch keinen konkreten Plan, wann das wieder losgehen könnte bei uns. Eine Überlegung ist, in ein paar Jahren mal für eine Segelsaison auszusteigen um zum Nordkap zu fahren, Großbritannien zu umrunden oder um eine Ostseerunde zu drehen. Mal schauen! Dieses Jahr bleibt die Krassy mal auf dem Trockenen, und nächstes Jahr wird wieder gesegelt. Lg

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s