Mar Menor, Cartagena und das „Was soll DAS denn?“

Von Alicante aus wollen wir nach eigentlich direkt nach Cartagena. Allerdings bekommen wir auf unsere Onlinebuchung keine Rückmeldung und außerdem sind wir wegen der Einstellung des LiMa-Reglers auch etwas spät losgekommen.

Wir legen deshalb einen Zwischenstop im Mar Menor ein.

Das Mar Menor ist der größte Salzwasserbinnensee Europas, quasi eine Lagune, eine rund 23 km lange Nehrung trennt sie fast vollständig vom Mittelmeer ab. Da die Lagune zwar flach, aber eben doch auch mit größeren Segelbooten gut befahrbar ist, bietet sich nach einem schönen Segeltag ein Ankerstop hinter gut gegen den Ostwind schützenden Nehrung an. Die Einfahrt erfolgt etwas nördlich der Isla Grosa. Ein schmaler Tonnenstrich führt durch die Flachstellen zu einer alle zwei Stunden öffnenden Klappbrücke. Wir haben es ganz gut abgepasst und müssen im engen Kanal vor der Brücke nicht lange warten.

In der Lagune ist die Salzkonzentration mit 42 – 47 g/l noch einmal deutlich höher als im Mittelmeer (36 – 37 g/l), es hat deshalb eine ganz eigene Flora und Fauna. Ein unberührtes Naturparadies sollte man aber dennoch nicht erwarten. Wer bei der Nehrung an den Ringkøbing Fjord in Dänemark, die deutschen Bodden oder gar die hohen Dünen der Kurischen Nehrung denkt, wird bei der Annäherung hier ziemlich überrascht. „La Manga“ (der Ärmel), wie hier die Nehrung genannt wird, ist sehr dicht bebaut, überwiegend mit Hochhäusern. Es sieht ein bisschen aus wie der verzweifelte Versuch, Miami Beach zu kopieren, entwickelt aber leider keineswegs den gleichen Charme.

Dieses noch recht schmeichelhafte Bild zeigt unseren Ankerplatz:

Und ja, wir ankern wirklich so weit weg, näher am Strand ist es zu flach. Trotzdem wird die Nacht ruhig, es gibt hier weniger Schwell als im Hafen von Alicante. Das eigentlich geplante Baden in der Salzlake fällt dennoch aus. Wir sind noch das wunderbare klare Wasser unserer letzten Ankerplätze gewohnt, hier aber kann man keinen halben Meter tief in die schlammige Brühe schauen.

Und deshalb geht’s am nächsten Morgen auch mit der ersten Brückenöffnung weiter, die E-Mail-Reservierung im Hafen Cartagena für die nächste Nacht hat geklappt. Es wird wieder ein schöner Segeltag (feines Geburtstagsgeschenk für Wiebke) und wir machen im gut geschützten Hafen fast direkt neben der Blue Monde fest, ebenfalls eine HR 43 MK II und somit Floras Zwillingsschwester. Noch bevor wir richtig eingecheckt haben, schnacken wir uns bei einem anderen Bootsnachbarn fest , Tom von der Swan 47 Kalteface. Nett. Wie auch Cartagena selbst, das wir uns mal wieder durch unstrukturiertes Draufloslaufen erschließen.

Vor allem überrascht uns dabei die Dichte der erhaltenen architektonischen Relikte der Vergangenheit dieser von den Karthagern gegründeten und von den Römern zu großer Blüte geführten Stadt.

Hier könnte man eigentlich noch etwas bleiben und dann Mitte nächster Woche weiter in Richtung Gibraltar fahren. EIGENTLICH! Aber was soll DAS denn?

Der Wetterbericht (jedenfalls das ECMWF-Modell und auch Wetterwelt, nicht ganz so stark das GFS-Modell) zeigen für das westliche Mittelmeer Mitte nächster Woche extreme Windverhältnisse. Zwischen Valencia und Mallorca werden für Mittwoch Mittag in Böen 58 kn vorhergesagt, Windstärke 11. Hier die Illustrationen von Windy für Dienstag Abend:

Keine gute Idee, dann Richtung Gibraltar unterwegs zu sein. Konsequenz ist für uns, dass wir schon heute wieder die Leinen losgeworfen haben und jetzt bei inzwischen allerdings auch schon 20 kn Wind (von achtern) unterwegs sind um etwas Strecke gutzumachen.

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