Die Sache mit den Kreisen. Von Park City in Utah nach Portland in Oregon

Mal wieder Strecke: wir verlassen Park City und fahren zunächst durch die schneebedeckten Berge. Über die Rocky Mountains, durch Salt Lake City hindurch, am Großen Salzsee und Industrieanlagen vorbei und weiter durch die scheinbar endlose Landschaft, erst einmal ins südliche Idaho.


In Utah werden die Nummern der Landstraßen auf den Schildern in Bienenkörben abgebildet, dem offiziellen Symbol im Mormonenstaat. Auch wenn das heute gern im Sinne von Zusammenarbeit und Gemeinsinn interpretiert wird ist die ursprüngliche Symbolik dahinter wohl eine andere. Schon früh als christliches Symbol für die durch Christi Tod vermittelte Unsterblichkeit verwendet, steht es auch für das Land, in dem Milch und HONIG fließt und das der Mormonen-Führer Brigham Young genau hier am großen Salzsee entsprechend seiner Vision zu finden glaubte, weshalb er sich mit vielen Anhängern hier niederließ.
Das führt zu interessanten Schildern am Straßenrand wie diesem:

Und auf der weiteren Fahrt gibt’s noch ein anderes spannendes Schild. Wir müssen die Autobahn (Interstate 84) wegen einer Vollsperrung verlassen und fahren auf der kleineren Landstraße 42 weiter, fernab größerer Ortschaften. Nach einiger Zeit kommt am Straßenrand der Hinweis “No service next 102 miles”, wir haben aber glücklicherweise einen noch ziemlich vollen Tank.

Zwischendurch reißt der Himmel auf, dann wieder haben wir eine dichte Wolkendecke. Die Fahrt führt durch ein eher flaches Tal, beidseitig von Bergzügen begrenzt. Die Vegetation ist karg, trotzdem sehen wir große Rinderherden, Heustapel und auch Milchviehbetriebe auf den vereinzelten Gehöften. Möglich gemacht wird das in dieser trockenen Gegend ganz offensichtlich durch Bewässerung, denn überall auf den Feldern oder Weiden finden sich riesige Sprinkleranlagen, montiert auf Rädern. Beim näheren Hinsehen zeigt sich, dass es zumeist Pivot-Beregnungssysteme sind, also quasi Karussell-Bewässerungsanlagen, die um eine Zentralpumpe rotieren können.

Die Drohne vermittelt schon einen ersten Eindruck, was daraus entsteht:

Aber erst im Google Earth Bild wird deutlich, welche Dimensionen diese Bewässerung hat und welche grafischen Muster dabei in der Landschaft erzeugt werden:

Erst jetzt wird uns so richtig klar, was wir wir bei der Fahrt durch die Great Plains etwa in Oklahoma und Texas schon so oft gesehen haben.

Die zum Teil riesigen Pivot-Bewässerungen machen die Landwirtschaft in weiten Bereichen insbesondere des mittleren Westens der USA erst möglich. Der “Dustbowl“, benannt nach verheerenden Dürren und Staubstürmen über den urbar gemachten immensen ehemaligen Prärieflächen in den frühen 1930er Jahren, zeigte das deutlich auf. Unzählige Farmer mussten damals ihre Ländereien aufgeben, viele zogen auf der Suche nach Arbeit weiter nach Westen in Richtung Kalifornien, oft auf der gerade 1926 fertiggestellten Route 66. Nobelpreisträger John Steinbeck hat die “Okies” (Dustbowl-Flüchtlinge aus Oklahoma und umgebenden Staaten) auf ihrem Trek begleitet und dies in “Früchte des Zorns” (Originaltitel: The Grapes of Wrath”) literarisch verarbeitet.

1948 entwickelte der Farmer Frank L. Zybach einen neuen Typ Sprinklersystem, den er sich ein paar Jahre später auch patentieren ließ. Durch die neue Pivot-Beregnung wurde gegenüber dem vorher üblichen Verspritzen der Anteil des nutzlos verdunstenden Wassers deutlich reduziert. Außerdem musste es im Gegensatz zu anderen Bewässerungsanlagen für Aussaat, Bearbeitung und Ernte nicht demontiert werden, so dass sich diese Methode rasch durchsetzte. Allerdings ist die dauerhafte Beregnung der notorisch trockenen Flächen in so großem Maßstab nicht unproblematisch. Zehntausende Brunnen zapfen hierfür zumeist den Ogallala Aquifer an, einen der weltweit größten Grundwasserleiter. Er erstreckt sich über acht US-Bundesstaaten unterhalb der Great Plains, aber er entstand vermutlich während der letzten Eiszeit und bildet nur einen geringen Teil des entnommenen Grundwassers nach. Ganz überwiegend ist der Grundwasserspiegel deshalb im betroffenen Gebiet bereits erheblich gesunken. Wird weiter so intensiv aus diesem Grundwasserleiter bewässert, ist dauerhaft eine Wiederholung der Dustbowl-Problematik nicht ausgeschlossen. (Sehr spannend zu lesen in diesem Zusammenhang: Bericht in “Scientific American”).

Und manche Farm scheint schon historische Anknüpfungen zu machen:

Unser Roadtrip führt uns weiter, zunächst durch Idaho am Snake River entlang und bis zur Hauptstadt des Bundesstaates, Boise (gesprochen Bäu-sie!). Über 200.000 Einwohner hat die Kapitale und selbstverständlich auch ein Kapitol:

Dahinter leuchten schon wieder schneebedeckte Berge. Am nächsten Tag soll sich das Wetter verschlechtern und so fahren wir nach einem kurzen Zwischenstopp und leckerem Essen weiter, übernachten erst hinter der Landesgrenze, schon in Oregon, im Örtchen Ontario. Die Bergkette der Kaskade Mountains vor Portland queren wir entlang des mächtigen Columbia River, der seinen Lauf tief in diese Erhebung eingegraben hat. So ist die Straße zwar gewunden, aber während wir an den Hängen ein paar Hundert Meter über uns Schnee sehen, fällt unten am Flussufer nur Regen.

In Portland bleiben wir für zwei Nächte, ziehen zu Fuß unsere Kreise durch die schöne Stadt mit ihren vielen viktorianischen Gebäuden, streifen durch unsere bisher größte Buchhandlung (Powell’s City of Books) und erkunden die quirligen Viertel Northwest und Pearl (auch ein Wollgeschäft darf nicht fehlen).

Park City, Utah. Und Stricken auf dem Roadtrip.

Winter Sturm-Warnung. Hm. Ziemlich oft haben wir auf unserem Roadtrip diese Meldung inzwischen aufs Handy bekommen. Das erste Mal bereits in den Blue Ridge Mountains. Ein ums andere Mal wurde die Reiseroute angepasst oder aber der Reisetag danach gewählt, na klar. So auch diesmal, auf der Fahrt von Denver in Colorado nach Park City in Utah. Wobei, ein bisschen Restrisiko bleibt und so erwischt uns zwischenzeitlich doch unser erster echter “white out”. Schneefall und starke Winde nehmen fast komplett die Sicht, Straße und Verkehr sind nur noch schemenhaft zu erkennen.

Wir tasten uns im Schritttempo weiter durch die Berge bis es wieder besser wird. Hinter Steamboat Springs reißt der Himmel dann zum Glück auf und der Rest der Fahrt beschert uns Sonnenschein und blauen Himmel.

Tatsächlich erlebt Utah derzeit den schneereichsten Winter der letzten 20 Jahre und in Park City ist das sowohl in der Stadt als auch in dem Olympiaskigebiet von 2002 gut zu erkennen.

Selbst der Bergmann, dessen Statue an die Ursprünge der Stadt erinnert, präsentiert sich fast schon eingedeckt von fluffigem „Powder“.

Und der Spaziergang mit den Hunden geht wohl am besten in Schneeschuhen, wie wir vom Lift aus beobachten können:

Für uns heißt das aber vor allem: herrliche Bedingungen und ein wunderbarer Skitag. 😁😎

Und am Abend kommen wir – winterlich passend – auch beim Stricken weiter. Nachdem ich bis Denver ja noch mit dem Pullover für die kleine Elli von unseren Segelfreunden Maggie und Sam beschäftigt war (den wir dort bei einem Besuch auch übergeben konnten) und Wiebke ihr „Malibu“-Schultertuch fertiggestrickt hat, kann ich jetzt auch mein Projekt „Peaceful People“-Mütze abschließen. Die Wolle dafür hatte ich schon in Tulsa gekauft, unser Roadtrip ist irgendwie auch die Aufgabe, in jedem Bundesstaat mindestens einen Wollladen zu besuchen.

Ich muss aber zugeben, dass meine Mütze Wiebke noch besser steht als dem unrasierten Kerl 😉.

Santa Fe, Adobe, Cliff Dwellings und große Ohren

Santa Fe ist anders, New Mexico ist anders. Als in der Halbwüste die ersten verstreuten Bauten der Vororte von Santa Fe auftauchen, sehen sie so ganz anders aus als die Häuser, die wir bisher auf dem Roadtrip gesehen haben. Adobe nennt sich der hier deutlich vorherrschende Baustil. Ursprünglich meint diese Bezeichnung luftgetrocknete Lehmziegel, das hat sich zunächst auf die darauf errichten Bauten und weiter auf einen Baustil in Terrakottafarben mit Flachdächern, herausstehenden Holzträgern, oft geschnitzten Holzverzierungen sowie typischerweise abgerundeten Kanten übertragen.

Santa Fe ist mit immerhin rund 90.000 Einwohnern die Hauptstadt von New Mexico, obwohl Albuquerque mit fast einer Million Einwohner deutlich größer ist.

Eigentlich ist Santa Fe nur die Kurzform des Namens der Stadt, allerdings wird die Praktikabilität dieser Abkürzung mehr als deutlich, wenn man den eigentlichen Namen einmal ausspricht: “La Villa Real de la Santa Fe de San Francisco de Asís” (Die königliche Stadt des heiligen Glaubens des heiligen Franziskus von Assisi). Die hier siedelnden Native Americans wurden bereits im 16. Jahrhundert von den Spaniern kolonialisiert. 1848 fiel das Gebiet nach dem Mexikanisch-Amerikanischen Krieg an die Vereinigten Staaten.

Diese Mischung zeigt sich auch heute in der Stadt und auch der Baustil ist eben für die USA schon ein ganz Besonderer:

Von Santa Fe aus machen wir zudem einen Ausflug zum Bandelier National Monument. In der Frijoles-Schlucht dort gibt es sogenannte Cliff-Dwellings. Etwa zwischen 1150 und 1600 unserer Zeitrechnung lebten hier Amerikanische Ureinwohner in Behausungen, die zum Teil in den Tuff-Stein der Canyonwände hineingearbeitet wurden, zum Teil auch mit Gebäuden aus Lehmziegeln außen an den Cliffs ergänzt wurden. Die menschengemachten Höhlen sind zum größeren Teil nur über Leitern erreichbar. Anders als die bekannteren Cliff Dwellings im Mesa Verde Nationalpark können sie auch im Winter (mit deutlich geringerem Andrang) besichtigt werden. Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen, zumal es von Santa Fe aus nur etwa eine Stunde Fahrt durch die Berge bedeutet.

Zusätzlich bekommen wir noch eine Tierbegegnung geschenkt, im Bandelier sind Tiere besonders geschützt. Uns begegnen mehrere Maultier-Hirsche. Die engen Verwandten der Weißwedelhirsche werden auch als Großohrhirsche bezeichnet. Wie kommt es nur zu diesen Namensgebungen?

Honky Tonk Bars in Nashville

Von Asheville (North Carolina) nach Nashville, Tennessee. Wir besinnen uns wieder auf unser Reisemotto bei Losfahrt mit der Flora: “Go West”.

Unzweifelhaft hat der Name Nashville Klang. Und ebenso sicher ist dieser Klang mit Steel Guitar, Fidel und Banjo verbunden. Country Music! Man muss kein Fan dieser Stilrichtung sein um zu wissen, dass der Ort und die Musik eng miteinander verbunden sind. Nicht umsonst ist der Beiname der Stadt “Music City”. Der Broadway in Downtown Nashville ist gesäumt von Honky Tonk Bars, lauten Lokalen mit durchgehender Live-Musik.

Uns zieht es aber erst einmal ins Museum. Nicht irgendeins, sondern die Country Music Hall of Fame. Wir wissen nicht allzu viel über diese Musikrichtung und so erfahren wir (neben einigen Kuriositäten) eine ganze Menge über ihre Entwicklung, ihren Einfluss auf andere Stile und natürlich über ihre Protagonisten. Und so finden wir in der Ruhmeshalle des Country Namen, die wir dort eigentlich nicht erwartet hätten, etwa Elvis Presley, Jerry Lee Lewis und Ray Charles!

Dann aber flugs weiter zum Broadway. Auch am Montagnachmittag ist die Partymeile gut gefüllt. Ein Honky Tonk neben dem anderen, dazwischen z.B. das Johnny Cash Museum und natürlich Restaurants und Hotels. Aus den bei herrlichem Wetter weit geöffneten Fenstern der Honky Tonk Bars tönt die Musik hinaus auf den Broadway. Draußen eine Kakophonie der verschiedenen Klänge auf dem Bürgersteig und doch im Vorbeigehen deutlich zu hören, wie gut die Musiker sind, die es hierhin geschafft haben.

Da können wir natürlich nicht widerstehen 😊

Und nebenbei erkennt man erst drinnen, wie weit die Liebe zur Country Music wirklich geht …

😉

Weiter durch die Blue Ridge Mountains nach Asheville

Für uns geht es auf dem Blue Ridge Parkway weiter nach Südwesten. Ein ganzes Stück weiter auf diesem wunderschönen Gebirgszug der Appalachen, der nicht nur die Kulisse für die Fernsehserie “Die Waltons” bildete, sondern sich tatsächlich mit einigem Abstand von der Ostküste von Neufundland in Kanada bis hinunter nach Alabama zieht, also fast bis zum Golf von Mexiko.

Kein Wunder, dass dieser Gebirgszug für die frühen europäischen Einwanderer eine natürliche erste große Hürde war und zunächst (zwischenzeitlich) vom englischen König 1763 sogar per Proklamation als Besiedlungsgrenze festgelegt wurde. Das hielt aber nur ein Jahrzehnt, dann wurde mit der Besiedlung Kentuckys jenseits der Appalachen begonnen und die Ureinwohner wurden weiter zurück gedrängt.

Unser Weg führt noch immer über “Country Roads”, über kleine Straßen, manchmal auch abseits des zumeist auf dem Gebirgskamm verlaufenden Blue Ridge Parkways, weil einzelne Abschnitte wegen der jetzt im Winter stattfindenden Wartung und Ausbesserung gesperrt sind. So kommen wir an den vereinzelt liegenden, oft ochsenblutrot gestrichenen Scheunen vorbei, sehen einzelne der früher so typischen gedeckten Brücken, aber auch immer wieder Mini-Friedhöfe rostiger Autos und Pickups an verfallenden Gebäuden.

Abgesehen von der Bewaldung sind Landschaft und Boden eher karg, so dass die Wirtschaft sich historisch vorwiegend auf Bergbau, insbesondere den zuletzt immer weniger profitablen Abbau von Steinkohle gründete. Wir sehen noch Güterzüge mit Kohle, aber auch die Wunden, die dessen Förderung in der Landschaft hinterlässt. Die typische Abbaumethode hier in den Appalachen war (und ist) nämlich das “Mountaintop Removal Mining”, bei dem die Bergspitze weggesprengt und die darunter liegende Kohle dann im Tagebau abgebaut wird.

In jüngerer Zeit gibt es Bestrebungen, statt der schwächelnden Kohleförderung nunmehr die tiefer liegenden Erdöl- und Erdgasvorkommen anzuzapfen. Das dafür angedachte Fracking ist allerdings hier noch umstrittener als anderswo in den USA, denn die von Höhlen durchzogenen Karstböden machen diese Methode umso problematischer. Immer wieder sehen wir Protestplakate und Spruchbänder.

Die wunderschöne, überwiegend dünn besiedelte Landschaft begeistert uns. Als wir mit North Carolina den nächsten Bundesstaat erreichen, werden die Berge sogar noch höher, mit dem 2037 m hohen Mount Mitchell findet sich hier die höchste Erhebung der Appalachen.

Unser Ziel ist das Universitätsstädtchen Asheville, quasi die Metropole dieser Region. Gelegen in einer von Bergen umschlossenen Hochebene hat sie sich früh einen Namen als Luftkurort gemacht. George Washington Vanderbilt ließ deshalb hier seine 1895 bezogene riesige Sommerresidenz errichten. Den Schlössern der Loire nachempfunden war es prägend für den Châtauesque-Stil in den Vereinigten Staaten und eines der ersten Wohnhäuser, die vollständig mit Edisons Glühlampen ausgestattet waren. Die Sommerresidenz eines der älteren Brüder des Bauherren haben wir bereits in Newport, Rhode Island, gesehen. Hier verzichten wir auf eine Besichtigung und sehen uns lieber das Museum im überschaubareren Haus des anderen berühmten Bewohners der Stadt an.

Der große amerikanische Schriftsteller Thomas Wolfe lebte hier und sein autobiografischer Roman “Schau heimwärts, Engel!” zeichnet nicht nur ein Bild dieser Zeit um die vorletzte Jahrhundertwende, sondern auch des Ortes Asheville (im Roman Altamont genannt) und seiner Bewohner. Letztere erkannten sich wieder und waren darüber zunächst keineswegs begeistert.

Als Kind lebte er mit seiner Mutter in dem von ihr betriebenen “Boarding House”. Durch die vermieteten Fremdenzimmer blieb kein eigener Raum für ihn, Thomas zog sozusagen immer wieder in ein jeweils gerade frei gewordenes Fremdenzimmer im Haus um.

Auch wir beziehen für ein paar Tage ein Fremdenzimmer in einer kleinen Holzvilla (unsere ist blau statt gelb). Die Hausherrin gibt Musikunterricht, aber abends wird es ruhig und das passend viktorianisch eingerichtete Zimmer ist sehr gemütlich, zudem in einem schönen Viertel fußläufig zur Innenstadt gelegen.

Die Innenstadt schauen wir uns mit einer Audioführung (kostenlos, über das Handy) bei einem ausführlichen Spaziergang an. Die vielen besonderen Bauten aus den späten 1800er und frühen 1900er Jahren, darunter einige Art-Deco-Bauten sprechen uns an, Musik und Skulpturen sind allgegenwärtig. Über den Audioguide erfahren wir dazu einige Besonderheiten, etwa dass das hiesige „Flat Iron Building“ nicht nur von der Grundriss-Form her an ein Bügeleisen erinnert, sondern zudem die erste dampfbetriebene Wäscherei der Stadt beherbergte.

Auch die Dichte an Craftbeer-Brauereien ist erstaunlich, da müssen wir natürlich einer einen Besuch abstatten.😊

Und dann kommt einmal mehr das Wetter ins Spiel. Nicht nur auf dem Boot müssen wir den Wetterbericht genau im Auge behalten. Obwohl wir uns ja inzwischen deutlich in den Südstaaten der USA befinden, poppt eine Wetterwarnung für einen Wintersturm auf unserem Handy auf. Statt auf kleinen Straßen durch die Berge geht es daher auf der Autobahn weiter nach Nashville in Tennessee. Zum Glück erwischt uns so statt Schnee nur eine ganze Menge Regen bei unserer Fahrt durch die Smoky Mountains.

Country Roads

Die Landstraßen haben uns wieder. Wir verabschieden uns von unseren Freunden Greg und Michael in Gaithersburg bei Washington D.C., machen uns auf den Weg unseres Road Trips quer durch die USA zurück zur Flora. Take us home, Country Roads.

Zunächst durch das Dreiländereck von Maryland, Virginia und West Virginia, über den Potomac und seinen Nebenfluss, den Shenandoah River entlang. Und dann in die Blue Ridge Mountains hinein, genauer gesagt auf den Skyline Drive, der Straße, die hier fernab jeglicher Dörfer und Städte mal hoch oben mal auf dem Kamm der Appalachen, mal an den höheren Flanken dieses Gebirgszuges entlang führt. Bergauf und bergab, über die Mittelgebirgshöhen zwischen 800 und mehr als 1.100 m Höhe. Für hiesige Verhältnisse: Almost Heaven hier in West Virginia.

Witzigerweise kam den Co-Autoren von John Denver die Idee für den Hit-Song (Take me home,) Country Roads ausgerechnet bei der Fahrt zu einer Familienfeier in? Genau: Gaithersburg.

😁

Warum heißen die Berge hier wohl Blue Ridge Mountains?

Übrigens haben wir die Blue Ridge Mountains vor Jahren schon einmal durchfahren, damals im Herbst. Zu der Zeit etwas farbenfroher:

Dafür sind jetzt im Winter mehr Ausblicke möglich, außerdem ist es deutlich leerer auf der herrlichen Straße. Da lacht das alte Motorradfahrer-Herz.

Und nach der kurvenreichen Fahrt bietet sich ein Zwischenstopp in dem kleinen Städtchen Charlottesville an. Greg hatte dort zwischenzeitlich studiert. Ein weiterer Grund für unsere Pause dort: Routenplanung nach Woll-Läden.

Nachschub für unsere Projekte. 🧶 😊

Back in the USA

Wir sind gut wieder in Washington DC bei angekommen. Der Flieger von Frankfurt ging diesmal wegen der Höhenwinde über dem Nordatlantik auf einer deutlich südlicheren Route, nicht über England wie noch bei unserem Flug nach Deutschland, statt dessen von der Bretagne aus auf den Ozean hinaus. Und südlichere Streckenführung ist ein gutes Stichwort. Bei unseren Freunden Greg und Michael werden wir uns jetzt erstmal etwa eine Woche akklimatisieren und dann geht’s los auf den zweiten Teil unseres Roadtrips, diesmal eben auf einer etwas südlicheren Route über Nashville und Denver zurück Richtung Westen. Irgendwann im März wollen wir dann zurück auf Vancouver Island bei der Flora sein. Bis dahin: Roadtrip, gerne auch mit eingestreutem Skifahren, haben wir auch lange nicht gemacht.

Jedenfalls haben wir gestern schon mal Skihelme gekauft, ich wollte ohnehin gerne einen Helm an Bord haben als zusätzliche Sicherheit beim in den Mast gehen.

Mehrfachnutzen 😊.

Saisonrückblick in einem Bild

Ein Saisonrückblick auf unsere Strecke (seit November 2021). Rot die mit Flora gesegelte Strecke, gelb der Roadtrip von Vancouver Island in Kanada nach Washington DC. Ab Februar soll es dann einen weiteren Roadtrip auf einer südlicheren Route durch die USA zurück in den Westen geben.

11.461 sm waren es auf der Flora in diesem Jahr, sogar 13.081 sm in der Saison ab November 2021, also von der Chesapeake Bay bis nach Vancouver Island, über Mexiko, Panama, die Galápagosinseln, Hawai‘i und Alaska.

Es mag ein bisschen irritieren, dass wir die Strecke (wie aber die vorigen im Menüpunkt Route auch schon) quasi auf den Globus von Google Earth gemalt haben und nicht auf eine „normale“ Landkarte. Der Grund dafür ist, dass eine Kugel eben nicht „richtig“ zweidimensional abgebildet werden kann. „Normale“ rechteckige Landkarten in einem solchen Maßstab bilden als Mercator-Projektion zwar winkeltreu die Erdkugel ab, dabei treten aber ganz erhebliche Verfälschungen der Flächen ein, je nachdem, ob sie näher am Äquator liegen oder näher an den Polarregionen.

Ganz wunderbar zeigt das die interaktive Webseite http://www.thetruesize.com , wenn man dort etwa das auf der Mercator-Karte riesige Grönland mal auf die Höhe von Kolumbien hinunterzieht.

Oder Mexiko quer über Europa legt. Da werden die wahren Dimensionen einfach deutlicher.

Eine tolle Webseite zum Herumspielen, wenn man – wie wir – sich nach der gesunden Zeit auf dem Boot jetzt in Deutschland eine veritable Grippe eingefangen hat und erst einmal flach liegt. Hoffentlich sind wir bis Weihnachten wieder fit!

4. Advent in Hamburg

Zum ersten Mal seit 4 Jahren sind wir zur Adventszeit wieder außerhalb der Tropen. Wir genießen die Jahreszeit, stellen einen Tannenbaum auf, gehen auf den Weihnachtsmarkt, trinken Glühwein. Treffen Freunde und Familie, kochen, klönen.

Und am 4. Advent gehen wir in den Hamburger Michel, für uns ein traditionelles Vorweihnachtszeit-Highlight.

Hinterher suchen (und finden) wir die Gravur in der Stifterplatte draußen vor dem Michel mit dem Wunsch für eine gute Reise mit der Flora, ein wunderbares Abschiedsgeschenk meiner Kollegen von der ADS vor unserem Aufbruch im Sommer 2019.

Dankeschön!

Zurück in Hamburg für 2 Monate „Landurlaub“

Wir sind gut wieder in Hamburg angekommen. Chief Jan holt uns vom Flughafen ab und löst auch das Problem des kurzfristig unauffindbaren Korkenziehers. Es wird ein schönes Begrüßungswochenende mit unseren Freunden in Hamburg, langen Abenden und noch längerem Ausschlafen, der Jetlag macht sich doch bemerkbar.

Und dann kosten wir das vorweihnachtliche Heimatgefühl so richtig aus. Bummeln über den Isemarkt, basteln den Herrnhuter Stern zusammen,

Trinken Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt, dekorieren die Wohnung für die Weihnachtszeit (wobei Chief Jan die Beleuchtung in unserer Küche und im Wohnzimmer noch weiter auf „Smart Home“ umbaut).

Takelarbeiten, (wenn auch irgendwie mal anders) Knoten und Spleißen, das muss natürlich auch dann sein, wenn wir mal nicht auf Flora sind. Und so wir fahren zur Hamburger Wollfabrik, kaufen Wolle für neue Projekte und Wiebke lässt sich dort sogar die von ihr ausgesuchte Wolle auf vierfädrig umspinnen. Dabei werden vier einfädrige Wollfäden zwar neu gewickelt, aber nicht wesentlich miteinander verdreht, mal sehen, wie sich das strickt.

Selbst die Eichhörnchen finden sich zur Begrüßung auf unserem Balkon ein …

Moin. 😊