Raroia Atoll: Erste Eindrücke vom ersten Ankerplatz in den Tuamotus.

Ich gebe zu, mir fehlen ein bisschen die Worte, um die ersten Eindrücke von diesem Ankerplatz im Nordosten von Raroia zu beschreiben.

Die Szenerie, die Farben, das Licht, die Stimmung.

Wir genießen, saugen es auf, versuchen dieses intensive Empfinden zu bewahren. Und sind dankbar.

Tag 2 der Passage von Nuku Hiva nach Raroia

Aus dem gestern noch sehr ruppigen Segeln in bewegter See ist heute Champagnersegeln geworden (natürlich ohne dass wir Alkohol zu uns nehmen würden). Herrliches Wetter ruhige See und 8 bis 10 kn Wind von der Seite. Wir sind trotzdem mit dem zweiten Reff im Großsegel und der kleinen Fock unterwegs. Nur gut vier Knoten Fahrt machen wir so – mit voller Absicht!

Wenn unsere Rechnung aufgeht, kommen wir damit zum Morgenhochwasser gegen 9:00 Uhr am Pass in die Lagune von Raroia an und können um Slack (Stillwasser im Pass) einlaufen.

Besonderheiten:

Zum Sonnenuntergang hat sich mal wieder ein gänsegroßer Booby eine Mitfahrgelegenheit für die Nacht erschlichen. Auf dem Bugkorb und hinten auf dem Davit dulden wir diese Tramper. Wenn sie sich dagegen auf der Saling im Mast niederlassen wollen, vertreiben wir sie; zu übel sind von da aus ihre über das ganze Schiff inclusive Bimimi und Solarpanel verteilten stinkenden und ätzenden Hinterlassenschaften.

Der Brown Booby (Weißbauchtölpel) blieb die Nacht über und verschwand erst im Morgengrauen.

Und dann haben wir heute Nachmittag wieder Angelglück: ein Skipjack Tuna, der größte, den wir bisher von dieser Art gefangen haben.

Nicht ganz so schön: unser AIS (Digital Yacht AIT5000) sendet nicht mehr. Empfang haben wir, die UKW-Funke (läuft über die gleiche Antenne) funktioniert. Der Silent/Stealth-Modus ist nicht aktiv, trotzdem wird kein AIS-Signal gesendet. Ich habe mal ein Suport-Ticket beim Hersteller eröffnet. Jedenfalls könnt Ihr uns derzeit nicht auf Marine-Traffic oder Vesseltracker finden, auf Noforeignland ist Floras aktuelle Position aber weiterhin einsehbar.

Wir haben übrigens eine weitere halbe Stunde Zeitverschiebung gegenüber den Marquesas, in den Tuamotus ist es jetzt 12 Stunden früher als in Deutschland. Wenn also bei Euch der Dienstag langsam zu Ende geht, fängt er bei uns an und wir laufen dann hoffentlich noch rechtzeitig vor der angekündigten Wetterverschlechterung in das Raroia-Atoll ein.

Tahuatas wilder Norden: Wieder treffen und wieder verabschieden.

Nach den Mantas in Hapatoni wenden wir Floras Bug wieder nach Norden. Auch wenn es nicht eben typisch für die Marqueasas ist wollen wir Jannik doch auch den weißen Palmenstrand in der Baie Hanamoenoa zeigen. Zuerst aber noch ein Stop in Vaitahu. Bei moderaten Bedingungen sieht es dort am Dinghydock übrigens so aus:

Aber Ort und Landschaft sind den erneuten Stop allemal wert.

Dort ankern auch Doris und Wolf. Wir bekommen frischen Mangokuchen auf der “Nomad”, treffen die beiden Österreicher auch an Land bei “Chez Jimmy” und ein weiteres Mal in der nächsten Ankerbucht. Dann aber heißt es mal wieder Abschied nehmen, fürs erste trennen sich unsere Wege schon wieder.

So schön es auch ist, gute Segelfreunde immer mal in anderen Ecken der Welt wiederzutreffen, so schmerzlich ist das dauernde Abschiednehmen. Und auf Tahuata trifft uns das gleich mehrfach. Mit Mareike (Moana) und Andrea und Ingo (Easy One) haben wir schon so viel erlebt, unter anderem beim Lockdown in Antigua im März 2020.

Nach ganz unterschiedlichen Wegen und doch immer wieder Treffen zwischendurch gibt’s jetzt hier noch einen schönen Sundowner am Strand und dann brechen wir erstmal in unterschiedliche Richtungen auf. Bestimmt sehen wir uns aber noch in Französisch Polynesien wieder. Also jetzt nicht melancholisch werden.

Zum Treffen am Strand fahren wir dieses Mal übrigens mit den Paddelboads. Zuvor am Nachmittag hatten wir das Dinghy vor dem Strand geankert und waren an Land geschwommen. Der Schwell (siehe Eingangsbild) macht das Anlanden mit dem Dinghy hier nämlich riskant.

Ist man erst mal da, sieht es meist völlig harmlos aus:

Auch aus der Luft scheint die Bucht gut geschützt und ruhig, erst recht mit der gemütlichen Hängematte:

Und doch, das kleine Video macht vielleicht deutlich, wie schnell sich das Gefühl ändert:

Von dem Schwell ist auch das Wasser in der Baie Hanamoenoa etwas trüb. Jannik lässt sich aber nicht abhalten und ist eine große Hilfe beim Putzen des Rumpfes, auch ganz unten am Kiel.

Und wenn unser Gast das Schnorcheln schon so intensiv trainiert, suchen wir uns doch auch noch mal eine Bucht mit klarerem Wasser. Mit dem Dinghy (Beiboot-Fahren wird also auch geübt) brausen wir um den Pointe Matahoke in die Felsenbucht an der Nordwestspitze der Insel.

Hier kann der Schwell keinen Sand aufwirbeln, es gibt super Schnorchel-Bedingungen.

Tja, und dann heißt es Abschied nehmen von Tahuata. Diese Insel hat uns so viel geboten und uns richtig gut gefallen.

Nachdem uns ja der extrem rollige und ziemlich volle Ankerplatz von Atuona auf Hiva Oa einiges abverlangt hat (bis hin zur nächtlichen Ankerwache) soll unser nächster Stop dann in der Hoffnung auf etwas moderatere Bedingungen an der Nordküste von Hiva Oa sein.

Mal sehen.

Manta in Hapatoni

Sehr schön ist, dass unser Besuch nicht dauernd bespaßt werden muss, sondern eigenständige Aktivitäten entwickelt, zum Beispiel auch allein Schnorcheln geht.

Noch besser: er kommt zum Boot zurück und sagt, dass da ein großer Rochen unterwegs ist. Also Flossen an, Maske auf und rein. Tatsächlich zieht dicht am Boot ein Riffmanta seine Kreise. Die Art von Teufelsrochen kann eine Spannweite von fast 5 Metern erreichen, typischerweise sind erwachsene Tiere aber etwa 3 bis 3 1/2 m groß. So schätzen wir auch diesen hier ein. Majestätisch zieht er in etwa 10 Metern Tiefe über das Riff. Eine Tiefe, in der ich ihm schnorchelnd leider immer nur recht kurz Gesellschaft leisten kann. Da muss ich noch an meinen Freediving-Fähigkeiten arbeiten. Trotzdem ist es ein wunderbares Erlebnis.

Danke, Jannik.

Besuch. Chillen oder auf die Palme …und Entdecken.

Die Maschine von Air Tahiti schwebt auf der Landebahn von Hiva Oa ein und bringt unser Patenkind Jannik mit. Er hat gerade sein Abitur gemacht und wird jetzt einen Monat lang mit uns Französisch Polynesien erkunden.

“Chillen”. Sagt er. Aber ganz so ist es dann doch nicht. In dem 19jährigen steckt dann doch ordentlich Entdeckergeist und so vieles ist neu.

Zuletzt an Bord war Jannik vor sechs Jahren in Griechenland. Wahnsinn, schon so lange her, fast ein Drittel seines bisherigen Lebens.

Was deutlich besser klappt als befürchtet: die totale Nachteule Jannik (steht zu Hause gerne erst nachmittags auf) steht morgens als erster auf, geht schwimmen oder setzt sich einfach an Deck und beobachtet die vielen Delfine am Ankerplatz. Wiebke gesellt sich dazu, ich komme irgendwann mit dem Kaffee nach.

Die Zeitverschiebung zu Europa hilft da sicherlich, aber jedenfalls ist es sehr praktisch. Hier geht die Sonne um 5:30 auf und um 17:30 wieder unter.

Und so ist Jannik beim morgendlichen Hike zum Aussichtspunkt über unserer Bucht voll dabei. Den Kokospalmen unten am Wasser müsste doch eine Nuss abzutrotzen sein? Es ist die typische Lernkurve, oder jedenfalls entspricht sie unserer eigenen. Mit Steinen werfen?

Bringt nichts. Lange Stangen sind nicht greifbar. Also klettern!

Hinterlässt zwar ein paar Spuren am ungeübten Körper, aber dass wird für den Erfolg gern in Kauf genommen. Nach der pfadfinderischen Meisterleistung mit steilem Waldklettern abseits des Weges treffen wir zurück auf der Straße eine Local. Sie öffnet uns mit ihrer Machete freundlicherweise die Nuss.

Überhaupt, die Einheimischen. Die Gastfreundschaft hier ist einfach überwältigend. Auf dem weiteren Weg im Dorf Hapatoni kommen wir an einem riesigen Mangobaum vorbei. Wir fragen, ob wir Mangos kaufen können. Gil und Stella bitten uns auf ihre Terrasse und verneinen. Sie verkaufen kein Obst. Sie verschenken es nur, schließlich würde die Natur sie ja auch beschenken. Wow.

Gil mit seinem beeindruckenden polynesischen Gesichts-Tattoo streift mit uns durch den Garten und erntet. Stella schickt ihn hinterher trotzdem noch einmal los, um noch mehr Spezialitäten zum probieren zu bringen, etwa Zuckerrohr und Cœur Coco, die Baiser-artige Masse aus einer frisch gekeimten Kokosnuss.

Gill holt uns Papaya vom Baum.

Wir unterhalten uns lange. Über alles mögliche, etwa den Ukraine-Krieg. Der scheint hier in der Idylle weit weg zu sein, aber für Gil und Stella gilt das nicht. Ihr Sohn ist als Soldat in Frankreich bzw. dort, wo er als Fallschirmspringer eingesetzt wird. So war er in Mali und jetzt, wo Präsident Macron den Einsatz französischer Soldaten in der Ukraine ins Gespräch gebracht hat, ist dieser Krieg für sie ganz nahe gerückt. Jannik (mit seinem Französisch-Leistungskurs) ist aktiv in dem Gespräch dabei.

Und einmal mehr gehen wir mit vielen geschenkten Früchten im Gepäck. Eine komplette Bananenstaude müssen Jannik und ich gemeinsam tragen, sie kommt ans Achterstag und wir versorgen noch die umliegenden Boote damit. Inzwischen haben zufällig zwei weitere Hallberg-Rassy neben uns geankert, die schwedische 43 “Elin” und die amerikanische 53 “Sula”.

Als nächstes ist Schnorcheln angesagt, das bietet sich bei diesem wunderbaren Ankerplatz einfach an.

Und was die Kokosnüsse angeht, ist jetzt Janniks Ehrgeiz geweckt. Für die kleine Expedition rüsten wir uns besser aus. Per Paddelboard geht’s an Land, die SUP lassen sich über die Steine leichter vor dem Schwell in Sicherheit bringen. Im Rucksack: Machete, Seil, Gaff, Tupperdosen sowie Messer und Löffel für das Kokosfleisch und eine Weithalsflasche für das Kokoswasser. Auf geht’s.

Mit dem Paddel das Seil in Position zu bringen und dann mit der Leine die Nuss herunterzureißen erweist sich als effektive Erntemethode. Und dann geht’s ans Öffnen mit der Machete, Auffangen von Kokoswasser und herausoperieren des Kokosfleischs.

Für das Abendessen wird der frische Überfluss gleich verarbeitet: Poisson Cru vom Mahi Mahi, dazu gebratener Fisch mit Kokosnussstückchen, Auberginen und Möhren, dazu Brotfrucht-Fritter, Mango-Chutney und Papayasalat.

Janniks Jäger-und-Sammler-Ader ist offenbar aktiv: nachdem das Fischen vom Boot aus nicht erfolgreich war, möchte er zum Sonnenuntergang mit dem Dinghy ein Stück weiter rausfahren und dort angeln.

Wir fangen zwar nichts, aber dann ist es eben Chillen unter der gerade so eben sichtbaren dünnen Mondsichel.

Passage Gambier – Marquesas, Tag 3

Am Nachmittag nimmt der Wind ein bisschen ab und auch die See beruhigt sich ein wenig, wir bringen zwischendurch sogar mal die Angel aus. Fangen aber nichts, und zum Abend nimmt der Wind wieder etwas zu. Mit dem ersten Reff im Großsegel geht es in die Nacht. Trotzdem, wir schlafen auf unseren Freiwachen jeweils gut, besser als in den beiden Nächten zuvor.

Am Morgen geht das Groß wieder ins zweite Reff, der Wind ist jetzt meist wieder um die 20 kn und wir sind außerdem zu schnell, würden in der übernächsten Nacht auf Fatu Hiva ankommen, da kann ein bisschen bremsen nicht schaden. so sieht’s derzeit auf Halbwindkurs mit zweitem Reff aus:

Aber das Wetter ist gut, wir haben unsere Seebeine gefunden und uns in den Rhythmus der Wellen eingefunden. Hören Hörbuch, spielen Karten, lesen, duschen.

Es ist spürbar wärmer geworden. Hatte das Wasser bei Abfahrt aus den Gambier noch 26,5° Celsius, ist die Anzeige jetzt schon wieder auf 30° angestiegen.

Etmal 159 sm, gesamt 495, noch zu segeln bis Fatu Hiva 285 sm, das Bergfest liegt also hinter uns.

Essen: Indisches Linsen-Kokos-Curry.

Es geht wieder los

Tschüss, Gambier. Aber der Plan hat sich schon wieder geändert. Aller Voraussicht nach werden wir doch nicht das Amanu-Atoll in den Tuamotus anlaufen, sondern direkt zu den Marquesas nach Fatu Hiva segeln.

Knapp 800 Seemeilen wären das, bei dem derzeit kräftigen Wind etwa 5 Tage.

Die südlicheren Tuamotu-Atolle können wir leider nicht anlaufen. Die meisten von ihnen haben keinen befahrbaren Pass. Moruroa und Fangataufa bieten zwar jeweils einen solchen, sind aber gesperrt. Auf ihnen haben die Franzosen zwischen 1966 und 1996 ihre Atomversuche durchgeführt. Zunächst atmosphärisch, später dann unterirdisch. Und der Atommüll wurde ebenfalls dort eingelagert.

Der Grund für unsere Planänderung ist aber der Wind.

Derzeit haben wir den Wind leicht achterlich. Die etwas konfusen 3-Meter-Wellen (deshalb der Warnhinweis “Roll”) aus ähnlicher Richtung sorgen für Schaukelei, sind aber bisher gut zu ertragen. Auf der Strecke nach Amanu wären Wind und Welle zunächst etwas achterlicher. Dann aber dreht zumindest der Wind beim Amanu nach der aktuellen Vorhersage mehr auf Ost mit einer Nordost-Komponente. Das ist sowohl für den Süd-Ankerplatz in Amanu als auch für die Weiterfahrt zu den Marquesas nicht gut. Also vielleicht lieber direkt Kurs Fatu Hiva anlegen.

Falls die Vorhersage sich ändert, können wir immer noch abfallen und doch Amanu anlaufen.

Gambier bleibt achteraus
Auf geht’s Richtung Marquesas

Dunkle Wolken über dem Paradies?

Wir verbringen schöne Tage beim Tauna-Motu am Außenriff. Gemeinsam mit den Crews der Adiona und der Ohana gibt’s noch ein Beach-Potluck mit Lagerfeuer und Boccia spielen auf der Insel.

Dann ziehen die beiden anderen Boote weiter, wir bleiben noch einen Tag und genießen es, diese kleine Trauminsel ganz für uns allein zu haben.

Und dann wechseln auch wir mal wieder den Ankerplatz. Dieses Mal verholen wir hinter die Île Aukena, denn es sind südliche Winde und auch schlechteres Wetter vorhergesagt.

Auf Noforeignlandland sieht unsere Route durch das Gambier-Archipel nach einem Monat hier inzwischen so aus:

Als wir am Ankerplatz vor Aukena ankommen, ziehen von Süden über Akamaru bereits dunkle Wolken auf, während unsere Bucht noch durch die letzten Sonnenstrahlen in hellem Türkis leuchtet.

Also schnell das Dinghy zu Wasser lassen und ein bisschen Landgang.

Wir landen am alten Wachturm auf der Westspitze Aukenas an.

Hier könnte man sich jetzt auch in Schottland wähnen. Aber auf dem Pfad, der von hier aus durch den Wald führt, ändert sich dieser Eindruck gleich wieder. Ein wildes Gemisch aus Kokospalmen, Pandanus (Schraubenbaum) und Talipariti (Lindenblättriger Eibisch) im feuchteren Bereich, Kiefern auf den trockeneren steinigen Höhen. Mittendrin die Ruine des ersten Priesterkollegs Französisch Polynesiens aus dem zweiten Drittel des 19. Jahrhundert.

Und nebenan, im Wald fast überwuchert, der große Brennofen, in dem aus Korallengestein Kalk für den durch Zwangsarbeit der Bevölkerung gestemmten Bau der vielen überdimensionierten Missionskirchen gebrannt wurde.

Es tröpfelt schon, als wir wieder am Dinghy ankommen. Einen kurzen Schnorchelgang lassen wir uns dennoch nicht entgehen. Na klar, bei strahlendem Sonnenschein wäre das noch schöner, aber auch so sind wir von der intakten Korallenlandschaft und dem Fischreichtum begeistert.

Dann aber jetzt wirklich zurück zur Flora.

Sind das jetzt dunkle Wolken überm Paradies? Dramatisch genug mutet es jedenfalls an, oder?

Nein. Überhaupt sollten wir wohl dem von Cruisern so inflationär benutzten Begriff “Paradies“ mit einiger Skepsis begegnen. Auch die wunderschönen Gambier sind nicht das Paradies. Die durch die von den Priestern durchgesetzte Zwangsarbeit und durch eingeschleppte Seuchen fast ausgerotteten Insulaner sind da sicher eine Mahnung. Und aktueller: im Gespäch mit einem der Gendarmen war zu erfahren, dass auch auf den so idyllisch wirkenden Gambier weder häusliche Gewalt noch Drogen- oder Gewaltdelikte unbekannt sind.

Das Paradies ist jedenfalls für uns ganz sicher kein irdischer Ort, den es zu finden gilt, wenn man über die Weltmeere segelt oder durch die Kontinente streift. Wenn überhaupt, dann ist das Paradies in diesem Leben wohl eher ein Gefühl, ein Bewusstsein, eine Geisteshaltung, die Schönheit in dem zu erkennen, was um uns herum ist.

Mit oder ohne Wolken.

Kiefernzapfen und Bananenstauden – Hike auf Mangareva und Auslegerkanus mit Autoreifen

Wir legen mal wieder einen Zwischenstopp auf Gambiers Hauptinsel Mangareva ein. Hier können wir unseren angesammelten Müll entsorgen, ein bisschen einkaufen. Ooops, eine Packung Vanille-Eis. Mangels Gefriertruhe muss die zeitnah vernichtet werden. Riesenportionen Eis mit frischen Früchten (und ein wenig Triple Sec) helfen,

ein schöner Eiskaffee erledigt den Rest. Hm, da hatten wir jetzt mal so richtig Japp drauf.

Um gegen den Zuckerschock und die Kalorien anzukämpfen und auch, weil wir beim Abwettern des Sturms an Bord wenig Bewegung hatten, setzen wir für den nächsten Vormittag eine Wanderung an. Wir beginnen wieder am Traverse Kirimoro, biegen aber diesmal oben auf dem Bergrücken nach rechts ab. Dieser Trail wird scheinbar weniger genutzt oder wurde zumindest länger nicht freigeschnitten. Er ist aber gut markiert und lässt sich wunderbar wandern. Fast durchgängig führt der Pfad auf dem Grat entlang. Das eröffnet tolle Ausblicke zu beiden Seiten und sorgt außerdem für eine angenehme Kühlung durch den über diese Höhe streichenden Wind.

Blick nach Norden auf die Perlfarmbucht Baie de Kirimoro
Blick nach Süden auf die Ankerbucht vor dem Ort Rikitea
Flora am Ankerplatz

Suchbild

Auch hier gibt es wieder zwei kurze Seilpassagen, ansonsten ist es nur wenig klettern und statt dessen herrlich beschattetes Wandern im Wald.

Tief (meist um die 200 m) unter uns leuchtet das türkise Wasser durch die Bäume.

Während wir unten am Ufer Palmen sehen, finden sich a den Hängen zum Teil auch Flamboyant-Bäume, vor allem aber Kiefern. So hängt ein heimischer Sommergeruch in der Luft und unter unseren Füßen knacken Kiefernzapfen.

Manchmal sehen wir auch große Talipariti-Blüten auf dem Boden, auf den Bäumen entdecken wir sie allerdings nie. Sie scheinen sich erst ganz zu öffnen, wenn sie abfallen und sehen dann am Boden besonders schön aus.

Auf einer Lichtung direkt am Bergkamm und dann beim Abstieg auf dem Weg zur Uferstraße säumen unseren Trail aber auch klassische polynesischen Kulturpflanzen.

Bananenstauden und auch Taro-Pflanzen mit ihren großen Pfeil-Blättern.

Zurück am Ankerplatz gibt’s ebenfalls polynesische Kultur: Auslegerkanus sehen wir immer wieder.

Mal ganz entspannt zum Angeln genutzt …

… mal im harten Training für Wettbewerbe.

Wie ernst wird das hier genommen? SEHR ERNST! Da wird den extrem leichten Rennkanus dann zur Erschwernis sogar schon mal ein Autoreifen um den Bug gehängt:

Verstecken zu Ostern

Fast drei Wochen sind wir nun schon auf den Gambier und fast die ganze Zeit hatten wir schönes und ruhiges Wetter. Pünktlich zum Osterfest zieht allerdings im Südosten von uns ein Tiefdruckgebiet auf, das auch unser Feiertagswetter beeinflusst. Für die nächsten Tage ist Wind aus Südost mit kräftigen Böen angekündigt.

Der Ankerplatz vor Rikitea auf Mangareva ist zwar durch die vorgelagerten Riffe geschützt, aber aus Südost können Wind und Welle doch einigen Anlauf nehmen. Für die Lagune bei Taravai gilt das Gleiche. Wir beschließen deswegen, uns auf der anderen Seite von Taravai in einer geschützten Nordwestbucht zu verstecken (blauer Punkt).

Die Nordwestseite von Mangareva bietet sich nur scheinbar ebenfalls an, sie ist aber ziemlich dicht an dicht mit Perlfarmen belegt.

Macht aber nichts: hier in der Baie Anganui liegen wir nicht nur wunderbar geschützt, sondern zudem auch ausnehmend schön.

Inzwischen hat sich noch die Adiona zu uns in diese schöne Bucht verholt. So können wir mit unseren kanadischen Segelfreunden Maggie und Scott Ostern feiern. Die beiden haben uns gleich schon mal bei der Kokosnuss-Ernte geholfen und dann zu Erdbeer-Margaritas auf ihren Kat eingeladen.

Für die vorbei gebrachten Bananen-Muffins können wir uns dann heute mit einem Guglhupf Elsässer Art revanchieren. Den hat Wiebke quasi als Testlauf für das Backen bei Tetu und Murielle ausprobiert.

😚

Sowieso schon SEHR lecker, aber mit der selbst gemachten Guaven-Marmelade – einfach ein Gedicht!

Wir wünschen Euch allen ein schönes Osterfest.