Immer noch Guadeloupe: noch mehr Tauchen, Vögel und Bootsarbeit

Das Tauchen wird uns hier so einfach gemacht, es ist die wahre Freude. Nur eine kurze Dinghyfahrt, schon sind wir am Tauchplatz. Mit Ingo betauche ich am Vormittag das Wrack der Franjack. Der kleine wohl ehemals dänische Frachter wurde im Hurrikan Hugo 1989 von der Besatzung aufgegeben und letztlich 1996 als künstliches Riff und Tauchplatz hier versenkt. Am Rande des Ankerplatzes kennzeichnen zwei Bojen das Wrack. Wir machen das Dinghy an einer davon fest und lassen uns in die Tiefe gleiten.

Etwa 20 m unter uns sind die Umrisse erkennbar und mit jedem Meter hinab wird der Frachter deutlicher sichtbar. Obwohl die Lichtverhältnisse an diesem eher bewölkten Morgen nicht toll sind fasziniert uns der einerseits gut erhaltene und anderseits auch schon reichlich bewachsene Frachter so sehr, dass wir nach dem Tauchgang noch im Neoprenanzug die Tauchflaschen zum Wiederbefüllen wegbringen und an Nachmittag, diesmal zusammen mit Wiebke, einen weiteren Tauchgang an der Franjack machen.

Mit dem jetzt etwas besseren Licht genießen wir auch die vielen Fische (hier Blaustreifengrunzerfische im Vordergrund und viele Goldstreifengrunzer hinten). Und wir trauen uns in den (oben auf großer Breite extra geöffneten) Maschinenraum des Schiffes hinunter, in dem die (gereinigte, also von Öl und Betriebsmitteln befreite) Hauptmaschine vor sich hinrostet.

Am nächsten Tag könnn wir uns nicht recht lösen und so schnorcheln Wiebke und ich noch ein bisschen, bevor wir der Easy-One nach Deshaies folgen, wo am Freitag Abend ein Karnevalsumzug stattfinden soll.

Auch dabei lassen sich wieder tolle Dinge entdecken, etwa dieser Bunte Spiralröhrenwurm (auch Tannenbaumwurm genannt) auf einer Kleinen Sternkoralle. Die „Tannenbäume“ sind dabei die außen liegenden Kiemen des Wurmes.

Adlerauge Wiebke erspäht sogar einen noch ganz kleinen Oktopus, der unter den Stacheln eines Seeigels Schutz gesucht hat und der bei Annäherung flott die Farbe wechselt, da lassen wir ihn lieber in Ruhe bevor er Panik bekommt.

In Lee von Guadeloupe motoren wir gut 10 sm weiter in die schöne und recht tief eingeschnittene Bucht von Deshaies.

Gemeinsam mit der Crew der Easy-One wandern wir hoch zum oberhalb des Ortes liegenden botanischen Garten. Und endlich sehen wir auch Papageien. Auf Dominica hatten wir noch vergeblich nach dem dortigen Wappenvogel und irgendwie ja auch Symbol der Karibik Ausschau gehalten. Hier im botanischen Garten gibt es einige, wobei die Mehrzahl in (betretbaren) Volieren gehalten wird, nur die Gelbbrustaras scheinen sich frei bewegen zu können. Aber erstmal entdecken wir die etwas kleineren Allfarb-Loris.

Übrigens sehen wir – selbst hier im botanischen Garten mit seinen vielen Blüten – auffallend wenige Insekten auf den bisher besuchten karibischen Inseln. O.k., einige Planzen werden offenbar von Kolibris bestäubt, aber trotzdem. Bienen, Wespen oder auch nur Fliegen sind zumindest bisher selten, zu unserem Glück allerdings auch Moskitos. Bei letzteren hoffen wir allerdings, das es so bleibt. Die kleine Anolis hier sieht das vermutlich anders 😉:

An Flamingos und diversen, bei uns als Zimmerpflanzen gehaltenen, hier aber mindestens buschgroßen tropischen Gewächsen vorbei kommen wir schließlich zu den Gelbbrustaras.

Und wo wir schon bei Gelbbrust sind: der auf diesen Inseln so typische etwa Sperling-große Zuckervogel (Bananaquit) lässt sich auch endlich von mir ablichten, in einer Ecke des Gartenrestaurants, in der wir die einheimischen Biere testen:

Oh, ohne etwas Bootsarbeit wäre das Ganze ja wohl langweilig und so beschert uns Flora mal wieder eine Überraschung: Vor dem Ankerauf-Manöver an den Pigeon Islands schaltet Wiebke die Sicherungen ein. Ein paar Minuten später rattert plötzlich die elektrische Backbord-Genuawinsch los, aber zum Glück ohne das ein Schot auf ihr belegt ist. Nach anfänglicher Verwirrung schalten wir erstmal schnell die Sicherung aus. Die Untersuchung ergibt dann, das Wasser in den porös gewordenen Tastschalter eingedrungen ist und einen Kurzschluss verursacht. Wir hatten ein ähnliches Problem schon einmal in Griechenland mit dem Fußschalter der Ankerwinsch. Damals begann die Winsch überraschend damit, die Ankerkette einzuholen, während wir auf dem Nachbarboot waren 😬. Zum Glück war damals Mitsegler Jan noch an Bord. Seitdem sind die Sicherungen aus, wenn wir die Winschen nicht benötigen (nicht wie vorher an, um schnell reagieren zu können). Derart vorgewarnt haben wir jetzt Ersatzschalter an Bord und so kann ich das Problem hier in Deshaies einigermaßen schnell beheben. Das Kabel des Original-Lewmar-Schalters ist allerdings so knapp verlegt, dass ich dann doch zunächst die Deckenverkleidung im Durchgang zum Achterschiff abnehmen muss um die neue Verbindung dort herzustellen.

Der eingebaute Ersatzschalter auf dem Backbord-Cockpitsüll. Hoffentlich bleibt er länger wasserdicht, den Test durch den morgendlichen Regenschauer hat er schon mal bestanden.

Und nach getaner Arbeit lässt sich der Sonnenuntergang hinter unserem Ankerfeld umso besser genießen 😊.

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