Indian River und Cabrits, Dominica

Naturerlebnistag/Tierfototag 😊

Dominica hat nicht nur ein ziemlich naturbelassenes Inselinneres, sondern zeigt sich auch von See aus hoch und grĂŒn, eben ursprĂŒnglicher als die meisten anderen Inseln hier. Vielleicht ist das mit ein Grund, warum auch verschiedene Szenen der „Fluch der Karibik“-Filme hier gedreht wurden. Nun ist das Besichtigen von Drehorten um der Drehorte willen eigentlich gar nicht so unser Ding, außerdem kann man denen fĂŒr „Fluch der Karibik hier kaum entgehen. So hatten wir mit Petit Tabac in den Tobago Cays schon den Ort besucht, an dem Captain Jack Sparrow von seiner meuternden Piratenmannschaft ausgesetzt wurde, hatten in der Wallilabou Bay eine Runde gedreht und waren in Titou Gorge geschwommen, beides ebenfalls Drehorte der Serie. Jetzt also der Indian River.

Der Grund fĂŒr unsere Ruderbootstour auf dem Indian River ist aber ein anderer: der Fluss, der nicht mit motorisierten Booten befahren werden darf, ist nicht nur eine der Naturschönheiten Dominicas, sondern bietet wegen des vorgeschriebenen Guides auch die Gelegenheit, sich Flora und Fauna aus kundiger Quelle in Ruhe erklĂ€ren zu lassen. Unser Guide Martin („Providence“) ist nach eigenem Bekunden Botaniker und lĂ€sst auch keine unserer Fragen unbeantwortet.

Zuerst geht’s gleichwohl in den Nebenarm, in dem die Zauberin Calypso ihre HĂŒtte hat. Zwar wurde die Originalrequisite im Hurrikan Maria zerstört (wie auch ein großer Teil des BlĂ€tterdachs ĂŒber dem FlĂŒsschen), aber die HĂŒtte wurde wieder nachgebaut und das BlĂ€tterdach ĂŒber dem Fluss, tja, da ist die Natur mit Hochdruck dran.

Guide Martin (Providence) vor Calypsos HĂŒtte

Überhaupt ist die Natur der eigentliche Hauptdarsteller hier am Indian River. ZunĂ€chst einmal beeindrucken die z.T. uralten, knorrigen Baumwurzeln, die gespiegelt im je nach Lichteinfall klar oder blau milchig erscheinenden Brackwasser des Flusses PhantasiegemĂ€lde zu malen scheinen.

Zwischen den (gefĂŒhlten) Baum-Methusalems wachsen immer wieder wilder Hibiskus mit seinen gelben, am nĂ€chsten Tag dann schon orangenen BlĂŒten.

Dann macht uns Martin auf die Krebse aufmerksam, die sich mal im Uferschlamm gut getarnt

mal aber auch knallrot und somit gut erkennbar ziemlich zahlreich am Indian River tummeln.

Auch auf die verschiedenen Vögel werden wir hingewiesen. Obwohl wir frĂŒh am Morgen schon um 7.00 Uhr aufgebrochen und als erstes Boot auf dem Fluss unterwegs sind, scheinen uns allerdings recht wenige Vögel (und auch wenige Insekten) unterwegs zu sein. Trotzdem, wir bekommen verschiedene Kolibris, inseltypische Tauben und sogar einen schönen Bananaquit zu sehen, aber da war ich mit der Kamera nicht schnell genug. LĂ€nger Modell gestanden haben mir zum GlĂŒck mehrere GrĂŒnreiher

und der seltenere Mangrovenreiher:

und ein Amerikanisches Teichhuhn bei der Morgentoilette.

Im Garten der Bar am Umkehrpunkt zeigt uns Martin diverse der hiesigen Obst- und GemĂŒsepflanzen, darunter neben verschiedenen Bananenarten und den allgegenwĂ€rtigen Mango- und PapayabĂ€umen z.B. auch Kurkuma, MandelbĂ€ume und Passionsfrucht und er geht auch auf die in Dominica typischen Zubereitungen ein.

Im Garten entdecke ich auch noch ein schönes Exemplar der Dominica-Baumeidechse Zanndoli, das gerade seinen Kehllappen zeigt:

Fast zweieinhalb Stunden dauert die eigentlich nicht sehr weite Tour, aber die Zeit vergeht schnell. Martin bringt uns zurĂŒck zur Flora, der Taxiservice ist im Preis von 50 EC$ je Person inbegriffen. So machen wir am Nachmittag – wiederum gemeinsam mit Andrea und Ingo noch eine Wanderung im Cabrits National Park auf der Nordseite unserer Ankerbucht beim alten englischen Fort Shirley. Und auch hier sehen wir eine nur auf Dominica heimische Echse, die mit bis zu 40 cm GesamtlĂ€nge um einiges grĂ¶ĂŸere Dominica Ameiva:

Obwohl recht krĂ€ftig ist sie leider auch ziemlich scheu, meist verzieht sie sich schnell ins Unterholz. Genau so verhalten sich auch die diversen kleinen und fĂŒr den Menschen harmlosen Antillen-Schlanknattern, die wir ab und zu doch mal zu sehen bekommen:

Da loben wir uns doch die Einsiedlerkrebse, die sich hier im bergigen Wald in großer Zahl finden, von fingernagelklein und quirlig bis faustgroß und fĂŒrs Foto stillsitzend:

Nebenbei: einen tollen Überblick auf den Ankerplatz hat man von den höheren teilweise wildromantisch ĂŒberwucherten ehemaligen Stellungen auf den Cabrits auch:

Und noch ein Tip: sowohl fĂŒr die Cabrits als auch fĂŒr den Indian River ist die dominikanische Nationalparkabgabe zu zahlen, das war an den WasserfĂ€llen und beim Hike ins Valley of Desolation auch schon der Fall. Man kann Tagestickets kaufen, aber spĂ€testens ab dem dritten Tag lohnt das ebenfalls erhĂ€ltliche Wochenticket fĂŒr 12 (US)$ bzw. 32,04 EC$.

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