Mal ein ganz kurzer Zwischenstand, was wir hier in Deutschland und fern von unserer Flora so treiben:
Wir genießen Hamburg, …… bestellen jede Menge Ersatzteile für Flora und ein paar Spielzeuge für uns …… machen Arzttermine für Vorsorgeuntersuchungen,… chillen auf unserer Dachterrasse …… besuchen die Familie …… fahren übers Land, pflücken Obst an den Straßenbäumen und organisieren eine (nachträgliche) Feier unserer silbernen Hochzeit …… bekommen zurück in Hamburg Besuch von Segelfreunden aus Berlin …… und besteigen mit ihnen den neu eröffneten begrünten Hochbunker auf dem Heiliggeistfeld …… besuchen mal wieder die klassischen Hamburger Wahrzeichen und Orte, wie die Landungsbrücken …… Hamburgs schwimmendes Wahrzeichen, die Rickmers Rickmers (auf der wir vor 25 Jahren standesamtlich getraut wurden) …… und die inzwischen neu gestalteten Flutschutzanlagen mit Blick auf dieses Museumsschiff …… den Michel …… die Speicherstadt …… die Cap San Diego und dahinter ein paar der Musicals …
… die Hafenanlagen und natürlich die Elbphilharmonie.
Und wo wir schon bei der Elphi sind: ein Konzert in diesem wunderbaren Hamburger Kulturhaus darf natürlich auch nicht fehlen:
Aber von Hamburg zieht es uns zwischendurch auch noch etwas weiter in den Norden. Jan und Catalina nehmen uns mit zu sich auf die X-Ray nach Maasholm. In unserem alten Heimathafen treffen wir weitere Freunde, zumal dort an diesem Wochenende bei den GFK-Classics Hochbetrieb herrscht. Die alten Fischer sind aber auch noch in Maa.
Und ein bisschen Bootsarbeit ist auch zu tun. Diesmal kann ich Jan assistieren. Bloß nicht aus der Übung kommen …
Die Gefahr scheint zu bestehen, denn eine Mitteilung von Noforeignland mutet schon ein wenig provokant an:
Über 20 Seemeilen im ganzen Monat August. Hm. Das war jetzt wohl ein Negativrekord für uns. Aber im September – soviel ist schon klar – wird es noch weniger, denn da muss die Flora noch auf uns warten. Erst im Oktober geht’s wieder los.
Wir fangen mal mit den guten Nachrichten an. Wir haben tatsächlich kurzfristig einen Hafenplatz in der Taina Marina und auch einen Flug nach Deutschland bekommen (auch wenn der Preis für letzteren ziemlich unverschämt ist). Aber entschieden ist entschieden. Schon Freitag früh fliegen wir los, sollen Samstagabend in Hamburg ankommen.
Bevor wir die Cook’s Bay auf Moorea verlassen, präsentiert sie sich anders als am Vortag dann noch einmal von ihrer Sonnenseite:
Und nicht nur deshalb war es eine gute Entscheidung, hier einen Zwischenstopp einzulegen. Ballerten uns am Vortag der Wind und die Wellen noch genau auf die Nase, können wir jetzt wunderschön segeln. Auch wenn es nur 20 Seemeilen sind, wir genießen den Törn zurück nach Tahiti sehr. Beste Segelbedingungen, außerdem können wir noch mal den Code0 lüften und trocknen. In seiner Stautasche am Seezaun ist das Segel mit dem Flora-Logo in den letzten Tagen doch auch immer mal wieder nass geworden und für unsere geplante Abwesenheit wollen wir ihn lieber unter Deck stauen.
Zunächst mal geht es an den Ankerplatz am Flughafen, einen der wenigen offiziellen Ankerplätze Tahitis. Ist durchaus gut gefüllt, aber wir finden noch einen guten Platz gleich neben unseren Freunden Barbara und Ralph. Auf deren Lille Venn gibt es ein Fest- und Abschiedsessen.
Am nächsten Morgen wollen sie nach Moorea aufbrechen. Eigentlich. Ein Elektrowurm legt die Ankerwinsch der Lille Venn lahm. Bei der Suche kann ich (gemeinsam mit Jeroen von der My Motu) mehr oder weniger nur moralische Unterstützung und Handlangerdienste bieten, aber am Ende seiner systematischen Suche findet Ralph die versteckte Schwachstelle im Kabel.
Beim Dinghy-Cruisen durchs Ankerfeld begleitet und dann eine Weile ein Adler-Rochen, im klaren Wasser ist auch sein Schatten auf dem Sandgrund klar auszumachen.
Nachdem die Lille Venn mit Verspätung dann doch Richtung Moorea aufgebrochen ist, sagen Wiebke und ich “Hallo” bei der “Wasabi”, die mit deutscher Flagge ganz in unserer Nähe ankert. Sie laden uns zum Sundowner ein, wir haben einen schönen Abend mit Andrea und Hans-Jörg und nicht nur das. Hans-Jörg bietet uns an, am nächsten Tag mit ihm im Jeep den Dirt Track durch die Berge über die Inselmitte von Tahiti zu nehmen. Lassen wir uns natürlich nicht entgehen und es wird ein unvergessliches Erlebnis.
Mit diversen Fluss-Durchfahrten, einem „Tropfsteinhöhlen“-Tunnel, zum Teil an steilen Hängen entlang führt die zumeist einspurige, nur teilbefestigte Piste einmal durch das fast unbewohnte Zentrum der gebirgigen Insel. Schlaglöcher satt, aber ebenso Wasserfälle, Seen und atemberaubende Ausblicke im Gebirge. Das Wetter spielt ganz gut mit. Klar hängen Wolken in den Bergen, aber meist haben wir gute Sicht. Es regnet nur einmal kurz, zum Teil können wir sogar das Targa-Dach abnehmen.
Am Abend treffen wir uns dann zu sechst in einem der Restaurants an der Taina Marina. Zu Andrea, Hans-Jörg und uns beiden kommen noch Nora und Ralf von der Barbarella dazu, wieder ein schöner Abend.
Tja, und heute verlegen wir Flora dann in die Taina Marina. Wir melden uns wie gewünscht 10 Minuten vor der Einfahrt per Funk an. Das Anlegen muss dann aber erstmal warten, die Mitarbeiter der Marina klarieren von ihrem Motorboot aus und schnorchelnd erstmal einige Mooringleinen, eine Viertelstunde kreisen wir vor dem Hafen. Aber dann klappt das Manöver trotz ordentlich Wind ganz gut. Mit derzeit drei Heckmooringleinen und dem Bug zum halbhohen Schwimmsteg liegt Flora hoffentlich sicher.
Aufklarieren, Wäsche waschen in der Marina-Laundry, Hafenformalitäten und dann erste Vorbereitungen, um das Boot für einige Wochen allein zu lassen. Der Wassermacher muss für die Zeit der Nichtbenutzung „gepickelt“ werden, sonst leidet die Membran. Dazu wird ein Biozid (Metabisulfite) in 10 Litern Wasser aufgelöst, die dann von der Pumpe in die Membran gespült werden. Eigentlich. Nur leider springt die elektrische Hochdruckpumpe des Wachermachers nicht an. Gestern hatte sie noch einwandfrei funktioniert, heute: kein Mucks. Grrr. So wird aus der schnell zu erledigenden Routineaufgabe eine aufwändige Fehlersuche. Ist es der Schalter? Ein Kabel? Die Pumpe selbst? Müßig zu erwähnen, dass das Schaltpanel im Bad im Schrank, die Pumpe in der Ecke unter der Achterkoje und die Kabel quasi überall zwischen Batterie, Sicherungskasten, durch den Motorraum und die Badezimmerschränke hindurch verbaut sind. Machen wir vor der Abfahrt halt nochmal richtig Chaos im Boot. Der Fehler ist übrigens bisher noch nicht gefunden, morgen geht die Suche weiter. Immerhin konnten wir (mit etwas Fern-Hilfe durch Chief Jan) heute den Schalter als Übeltäter schon mal ausschließen.
Die Landschaft auf Moorea lädt zum Wandern ein. Gleich mehrere Hikes bieten sich von unserem Ankerplatz aus an. Da wir noch ein bisschen angeschlagen sind, entscheiden wir uns gemeinsam mit Andrea und Ingo erst einmal für eine leichte Wanderung durch die Ananas-Felder.
Vor der phantastischen Kulisse der Steilen Berge Mooreas führt der sanft gewundene Weg nur leicht bergauf.
Ein Trimm-Dich-Pfad liegt an der Strecke, wir hangeln, hüpfen, machen Sit-ups.
Weiter geht es, jetzt rechts und links weite Felder, auf denen Ananas angebaut wird.
Ab und zu auch Kokospalmen, Sternfruchtbäume, kleine Waldstücke. Was für ein Panorama. Es ist ein wunderschöner Spaziergang.
Bis zu diesem letzten Bild. Denn dafür gehe ich ein Stückchen abseits des Weges. Im Unterholz versteckt sich eine kleine rostige Eisenstrebe und an der reiße ich mir den Unterschenkel auf. Die klaffende Wunde blutet ganz ordentlich, aber zum Glück haben wir im Rucksack einige Pflaster dabei.
Der Socken ist nach dem verkürzten Heimweg trotzdem mit Blut getränkt. Erst an Bord bekommen wir die Verletzung dann ordentlich desinfiziert und die Wunde mit Klammerpflastern aus unserer gut bestückten Bordapotheke besser geschlossen.
Auch ein medizinischer Tacker wäre vorhanden, aber wir schauen mal, ob es mit den Klammerpflastern geht.
Jedenfalls haben die Behandelnden (Ingo und Wiebke) erstmal Ruhe verordnet. Wiebke backt unten gerade Kuchen, gleich zieht der Duft wieder durch das Boot, vorher darf ich schon Teigreste schlecken. Also sitze ich faul mit hochgelegtem Bein im Cockpit und erfreue mich am Blick auf Moorea und lasse mich verwöhnen.
Wassersport wird wohl leider erstmal eine Zeit lang tabu sein.
Für den Ankerplatz im Nordosten von Raroia hat sich die inoffizielle Bezeichnung “Twin Palms Yacht Club” durchgesetzt. Ein griffiger Name zur Unterscheidung ist ganz praktisch, denn die lokalen Namen der einzelnen unbewohnten Inselchen auf dem Ringriff des Atolls sind in den Seekarten nicht verzeichnet und theoretisch könnte man vor den meisten von ihnen ankern. Aber wieso gerade dieser Name für den Ankerplatz vor einem unbewohnten Motu?
Da waren wohl ein paar kreative Segler am Werk. Die Einrichtungen des Yachtclubs bestehen aus einer Feuerstelle, einer Schaukel, mehreren aus Strandgut gefertigten Hängematten, einem Tischchen und einem Eisen-Sporn zum Öffnen von Kokosnüssen.
Und eben den namensgebenden Kokospalmen, wobei es davon weit mehr als nur zwei gibt.
Nach ein paar Tagen an diesem Ankerplatz mit jeweils Dinner- oder Sundowner-Einladungen für uns auf eines der Nachbarboote fahren wir kurzentschlossen mit dem Dinghy zu allen umliegenden Booten und stoßen ein nachmittägliches Treffen am Yachtclub an. Kein Potluck, vielleicht ein paar Beach-Spiele, Snacks, Erfrischungen, Wiebke macht außerdem Kuchen.
Viele Crews kommen. Die meisten haben wir schon auf anderen Ankerplätzen getroffen, einige lernen wir erst hier kennen. Aus den Spielen wird nichts, aber die Unterhaltungen sind angeregt und vor allem: Kokosnüsse sammeln und öffnen ist der Hit, zumal es für einige das erste Mal ist.
Im Laufe des Nachmittags trudeln immer mehr Crews ein, es wird richtig schön bunt gemischt was Nationalitäten, Alter, Segelerfahrungen, Woher und Wohin angeht.
Die Gesellschaft löst sich erst kurz vor Sonnenuntergang auf, so lassen sich mit den Dinghies die Riffe und Bommies auf der Heimfahrt zum Boot noch einigermaßen ausmachen.
Allerdings sind wir dadurch schon im Aufbruch, als die Kokos-Krabben anfangen, aus ihren Löchern zu kriechen. Diese auf Kokosnüsse spezialisierten Land-Krabben sind hier sehr zahlreich und sollen ziemlich schmackhaft sein. Aber das sparen wir uns für ein andermal auf.
Bananen baumeln am Achterstag. Die übrigen Fruchvorräte sind in der Flora in Netzen gestaut, schaukeln von der Decke im Salon und an der Duschvorhangstange im Bad. Der Dinghymotor wird mittels der Dirk auf den Heckkorb gesetzt, das jetzt motorlose Beiboot in den Davits zusätzlich mit « Bellybands » (unter dem Boden durchgezogenen Gurtbändern) gesichert und natürlich auch sonst alles an Bord seefest verstaut. Es geht wieder los. 450 Seemeilen offener Pazifik liegen vor uns, das entspricht etwa der Entfernung der Strecke einmal quer durch Deutschland.
Der Abschied von den Marquesas fällt nicht leicht. Zum einen sind gerade noch unsere amerikanischen Freunde Jill und Michael mit ihrer „Gerty“ angekommen. Immerhin konnten wir sie noch gebührend in Empfang nehmen und einen netten Begrüßungsabend mit ihnen sowie Simone und Joren von der holländischen „Vlinder“ verbringen. Heather und Jim sind noch hier, Andrea und Ingo im Norden der Insel.
Zum anderen waren die Marquesas einfach wunderbar. Fatu Hiva mit seinem Traumankerplatz in der Baie de Vierges. Tahuata mit seinen Stränden, den Delfin- und Mantabegegnungen und dem traditionellen Erdofen-Festmahl. Hiva Oa, das uns nach dem rolligen und knallvollen Atuona mit schönen Ankerplätzen an seiner Nordseite verwöhnt, das weniger besuchte Ua Huka, auch wenn es uns nur eine Stippvisite ohne Landgang gönnte. Das hohe Ua Pou mit den charakteristischen Pitons, den Zacken seiner Krone. Und – zwischendurch schon einmal und zuletzt wieder – das vielfältige Nuku Hiva.
Die Erlebnisse, die Wanderungen, die Schönheit der Natur, all das hat uns auf den Marquesas beeindruckt. Und doch, einmal mehr waren es die Begegnungen mit den Menschen, die die prägendsten und bewegendsten Eindrücke hinterlassen haben. Die Gastfreundschaft der Bewohner dieser Inseln, ihre Offenheit und Zugewandheit.
So wie Henrys Familie auf Fatu Hiva, Stella und Gil auf Tahuata, Tepua und José auf Hiva Oa, Eveline auf Ua Pou, Kua und Te‘iki auf Nuku Hiva, sie machen für uns das Gsicht dieser Inseln aus und stehen doch auch stellvertretend für die unglaublich freundlichen Menschen der Marquesas.
Vom weitläufigen Ankerplatz vor dem Hauptort Taiohae brechen wir jetzt auf.
Neue Abenteuer locken. Unser Ziel sind die Tuamotos. Auch sie bilden eine der fünf Inselgruppen Französisch Polynesiens. Ganz anders als die hohen grünen gebirgigen Marquesas sind sie flache Atolle, die sich kaum über den Meeresspiegel erheben. Fast alle von ihnen haben eine von einem Riff umgebene Lagune, die wenigen Ausnahmen sind gehobene Atolle. Früher ebenfalls mit einer flachen Lagune im inneren, hat sich das ganze Atoll durch tektonische Veränderungen so weit aus dem Meer gehoben, dass kein Meerwasser mehr in die ausgetrocknete Lagune gelangt.
Bei allen anderen Atollen der Tuamotus aber ist die Lagune ein Teil des Ozeans. Durch einen oder mehrere Pässe atmet die Lagune mit der Tide Pazifikwasser ein und aus. Wenn der Wind auf dem Ozean hohe Wellen aufbaut, gelangt zudem auch über das Ringriff hinweg weiteres Wasser in die Lagune, was dann bei Ebbe zu besonders kräftigen Strömungen im Pass führt. Die Passagen durch die Pässe der Lagunen sind also mit Vorsicht und idealerweise um Stillwasser herum vorzunehmen. Also sollten wir in drei Tagen möglichst um 8:30 oder um 14:30 vor dem Pass von Raroia angekommen sein, unserem geplant ersten Atoll der Tuamotus. Lieber etwas früher, um Spielraum zu haben. Mal sehen, ob das klappt.
Schwupps, vier Wochen sind schon um. Unser Patenkind Jannik fliegt ab Nuku Hiva (über Papeete, Los Angeles und Paris) zurück nach Frankfurt. Etwa 50 Stunden dauert seine gesamte Rückreise.
Wir verlegen Flora in die Bucht vor Taiohae, mit 1.600 Einwohnern der Hauptort von Nuku Hiva. Dort mieten wir für den Abflugtag ein Auto. Der Flughafen liegt im Nordwesten der Insel, 40 km kurvenreiche Fahrt durch das Inselinnere sind es dorthin.
Erst einmal aber schauen wir uns noch gemeinsam Taiohae an, laufen zum größten zeitgenössischen Tiki, das auf einem kleinen Hügel an der Ankerbucht errichtet wurde. Das 12 m hohe Doppeltiki “Tuhiva” zeigt einen Krieger, der als Bewahrer mit der von seinen Vorfahren (repräsentiert durch das größere weibliche Tiki) geerbten Kraft von Tradition und Wissen in die Zukunft schreitet. Das ist sicher der Wunsch vieler Polynesien für ihre Kinder. Gleichwohl verlassen viele für die Ausbildung ihre kleinen Heimatinseln, bei weitem nicht alle wollen danach zurückkehren.
Und wie geht es für Jannik jetzt nach seiner Schulzeit weiter? Mal sehen, auch er verlässt ja zum Studium seinen Heimatort.
Hier gibt’s jedenfalls ein Abschiedsessen in der Pizzeria von Taiohae, gemeinsam mit unseren Segelfreunden Heather und Jim von der “Kavenga”. Und auch von den beiden müssen wir uns schon wieder trennen, denn während wir auf dem Absprung zu den Tuamotus sind, warten die beiden hier in Taiohae noch auf Ersatzteile und das wird wohl noch ein paar Wochen dauern.
Die Fahrt zum Flughafen ist dann zugleich noch ein bisschen Inselerkundung. Über Serpentinen schrauben wir uns an der üppig tropisch bewachsenen Südküste der Insel von Nuku Hiva in die Höhe, haben noch einmal einen tollen Blick auf unsere Ankerbucht in einem alten, eingestürzten Vulkankrater:
Als wir über den Pass auf die andere Seite des Gebirgsrückens wechseln, wandelt sich das Bild. Wir fahren durch eine leicht gewellte Hochebene, landwirtschaftlich genutzte Flächen, Kühe auf der Weide, Kiefern und andere Nadelbäume prägen das Bild. “Westerwald” für Jannik. Je näher wir dem Flughafen im Nordwesten kommen, desto trockener wird es. Am Ende sehen wir sogar Kakteen. Und dann heißt es wirklich “Tschüss”. Danke für den Besuch Jannik, es war schön, Dich an Bord zu haben.
Wo uns der Mietwagen schon mal zur Verfügung steht, fahren wir auch noch die andere befestigte Inselstraße hinüber in den Nordosten von Nuku Hiva. Hier ist es wieder tropischer. Die Straße führt von der Baie de Controleur zunächst in einem Tal entlang. Als wir uns dann langsam am Hang hinaubewegen, sehen wir auf der gegenüberliegenden Talseite einen massiven Wasserfall hinabstürzen.
Autoverkehr begegnet uns wenig, aber dafür sehen wir ein ums andere Mal Tiere. Pferde und Schweine, mal angepflockt am Straßenrand, mal halbwild mit einem kurzen Strick um den Hals, mal als echte Wildpferde und Wildschweine.
Wir fahren nach Hatiheu, malerisch unter einem spitzzackigen Hahnenkamm von Felsen gelegen.
Kurz vor dem Ort besuchen wir Kamuihei, eine (seit 1998) teilweise restaurierte polynesischen Siedlungsstätte, die sich oberhalb von Hatiheu im Wald verbirgt.
Wie praktisch immer an den historischen Stätten finden sich auch hier einige der imposanten heiligen Banyan-Bäume, der älteste wohl um die 600 Jahre alt:
Suchbild: Bayanbaum mit Wiebke 😉
Zurück in Taiohae nutzen wir das Auto noch, um unsere Proviantvorräte für die Tuamotus noch etwas aufzustocken, fahren auch zum weiter vom Dinghydock entfernt gelegenen Supermarkt im oberen Teil des Ortes. Der ist zwar nicht wesentlich größer als der „Utile“, scheint aber doch etwas günstiger (bzw. etwas weniger teuer) zu sein. Auch auf dem Obst- und Gemüsemarkt am Kai decken wir uns ein, finden sogar ein bisschen Gemüse.
Dann besuchen wir noch die Sammlung zeitgenössischer und historischer Tikis an der Uferpromenade.
Sieht spannend aus, aber nicht alle Einheimischen sind begeistert. „Da war wohl noch Geld über, und dann hat das ein Italiener designt. Aber einen Anschluss an fließendes Wasser haben wir immer noch nicht überall.“
Die Ansichten, wie mit der geerbten Kraft von Tradition und Wissen in die Zukunft geschritten werden soll gehen offenbar (kaum verwunderlich) auseinander.
Ein paar Stunden schönes Segeln, dann sind wir von Ua Pou zurück auf Nuku Hiva. Wir entscheiden uns für Hakatea, eine der geschütztesten Ankerbuchten des Reviers. Aber nicht nur das zeichnet sie aus.
Die Einfahrt in die Bucht offenbart eine atemberaubende Schönheit der wild zerklüfteten Landschaft.
Die eigentliche Ankerbucht ist dabei durch die Halbinsel so gechützt, das wir von Floras Ankerplatz aus rundherum Land sehen. Draußen bricht sich der Schwell, drinnen liegt unser Schiff ruhig wie seit den Gambier nicht mehr.
Das Dörfchen an der westlichen Bucht bietet ein kleines Restaurant und die Möglichkeit, Obst zu kaufen. Wie schon in der Baie de Controleur liegen die wenigen Häuser allerdings an einem kleinen Fluss, dessen Mündung eine Barre aufweist. Sie kann nur um Hochwasser herum mit dem Dinghy befahren werden und auch das nur am äußeren Rand, ganz nahe an den Felsen. Wir holen Ingo und Andrea von der Easy One ab und probieren es. Direkt neben uns bricht sich die Brandung auf der Barre, aber wir kommen durch. Im Flüsschen ist es dann sofort herrlich ruhig.
Wir fahren noch ein Stück weiter Richtung Ort, dann binden wir Florecita an einer Palme fest und gehen zu Fuß weiter. Es ist fast unwirklich malerisch.
Beim dritten Haus treffen wir auf Kua. Wir fragen sie nach dem Weg, sind aber schon am Ziel. Gemeinsam mit ihrem Mann Te’iki betreibt sie ein kleines Gartenrestaurant und verkauft auch Früchte.
Te’iki fragt uns, ob wir ihm helfen können, sein Boot aus dem Wasser zu ziehen. Na klar. Also gehen Jannik, Ingo und ich mit Te’iki rüber zum Fluss, während Wiebke und Andrea mit Kua Früchte aussuchen.
Te’iki watet zum kleinen Motorboot und schiebt es ans Ufer, dort ziehen wir es dann mit einer Seilwinde über zuvor platzierte Baumstammrollen in den Garten. Hört sich einfacher an als es ist, das Ausbalancieren und manuelle Bedienen der Seilwinde ist recht aufwändig. Am Ende wird das Boot dann mit den Seitenteilen eines alten Bettes verkeilt. Fertig.
Zurück am Haus haben Wiebke und Andrea inzwischen eine ganze Schubkarre mit frischen Früchten wie Bananen, Papaya, Mango, Sternfrucht und Pampelmusen gefüllt. Ein paar Kräuter (Basilikum) gibt’s obendrauf.
Dann bekommt Jannik von Te’iki eine Kokosnuss-Schulung, er erinnert ihn vielleicht an seinen ungefähr gleichaltrigen Sohn, der in Tahiti in der Schule ist.
Zunächst einmal: wie wählt man die Kokosnuss aus, welche sind besonders gut? Und dann das entscheidende: wie öffnet man die Nuss vernünftig, schnell und ohne große Sauerei?
Jannik wird ausführlich eingewiesen, danach muss er (den Te’iki jetzt “Le Professeur” nennt) es uns erklären und zeigen.
Aber damit nicht genug. Als nächstes zeigt uns der Hausherr, wie das Kokosfleisch richtig aus den Teilen der Nuss herausgeschabt wird. Jannik soll sich auf das Schab-Brett mit der angeschraubten Metallspitze setzen und los geht’s. Immer wieder wird korrigiert: Fußstellung, Handhaltung, Bewegungsablauf.
Dann schabt der “Professeur” fleißig, Te’iki zupft derweil die Kokosfasern aus den Resten der Nuss-Hülle. In sie hinein gibt er das geschabte Kokosfleisch, wringt das Ganze mit den Händen über einer halben Kokos-Schale aus und lässt uns die so gewonnene leckere konzentrierte Kokosmilch kosten.
Ingo darf auch ran beim Auswringen.
Wir melden uns auch zum Mittagessen an, aber dafür müssen wir zuerst das Dinghy zurück zum Schiff bringen, ansonsten würden wir damit wegen der fortgeschrittenen ablaufenden Tide nicht mehr aus dem Fluss kommen. Also zur Flora in Hakatea (auf die bei Cruisern geläufigere Bezeichnung Daniels Bay ist Te’iki nicht gut zu sprechen) und eine Zeitlang später dann auf einem anderen Weg wieder ins Dörfchen. Diesmal beachen wir Florecita am Strand unserer Ankerbucht, ein kurzer Hike führt von dort zurück ins Dorf. Dafür müssen wir aber erstmal den Einstieg entlang des felsigen Ufers finden und in einer Furt durch den Fluss waten. Und dann Mittagessen im Gartenrestaurant von Kua und Te’iki. Es gibt Thunfisch mit Basilikum-Knoblauch-Marinade, frittierte Brotfrucht-Spalten und grünen Papaya-Salat. Délicieuse.
😋
Und das kommt dabei raus, wenn Jannik Smileys auf die Pampelmusen malt:
Mit einem Zwischenschritt über die Baie de Controleur segeln wir zur nächsten Insel der Marquesas: Ua Pou. Unterwegs fangen wir endlich mal wieder einen Thunfisch. Perfekte Größe für uns, etwa 90 cm lang und damit beim Hereinholen noch vernünftig zu handhaben, gleichzeitig aber mit fast zwei Kilogramm Filet auch für drei Personen ausreichend für mehrere Hauptmahlzeiten und trotzdem noch im Kühlschrank unterzubringen.
Trotz der auffällig gelben Flossen ist das übrigens kein Gelbflossen-Thunfisch, sondern ein Großaugen-Thunfisch. Beim Gelbflossen-Thunfisch wären die gelbe Zweite Rückenflosse (Dorsal Fin) und die Afterflosse wesentlich länger, schmaler und sichelförmiger (ähnlich der Brustflossen, nur eben gelb).
So oder so, wir machen gleich am ersten Abend dreierlei vom Fisch daraus: Sushi, Sashimi und zart angebratenes Thunfischfilet.
Die Überfahrt nach Uta Pou ist dann durchaus sportlich, kräftige Böen bis 28 kn pfeifen durch die Meerenge zwischen Nuku Hiva und Ua Pou. Eine kleine Fähre geht nahe an uns vorbei. Die Gischt an ihrem Bug illustriert den Zustand der See recht gut:
Aber unser Kurs ist nur etwas vorlicher als Halbwind, in weniger als 4 Stunden haben wir die 28 Seemeilen der Passage bewältigt.
Im Windschatten von Ua Pou beruhigt sich auch der Seegang.
Allerdings ist der Ankerplatz von Hakahetau dafür bekannt, dass hier fast immer Schwell hinein steht. Die Easy One ist schon seit zwei Tagen da und Andreas Schilderungen sind ziemlich abschreckend: “Wiederlich und zermürbend” war die Beschreibung am ersten Tag, “Mies und echt räudig” am zweiten. Nach der Wetterlage müsste es inzwischen eigentlich besser sein, aber …
Die hohen Basaltkegel auf dieser Insel zeigen sich schon von weitem. Sie sind die Magma-Schlote längst erodierter Vulkane und geben Ua Pou ein unverwechselbares Gesicht. Bis über 1.200 m ragen sie empor, die höchste Erhebung der Marquesas. In der Legende, nach der alle Inseln der Marquesas Teile eines Hauses sind, stellt Ua Pou (= zwei Säulen) die geschnitzten Pfeiler dar, die das Dach tragen. Ein nahe liegendes Bild.
Wir schaffen es, noch rechtzeitig in der Ankerbucht von Hakahetau anzukommen um unsere Schweizer Freunde Barbara und Ralph mit ihrer “Lille Venn” zu erwischen. Die sind zwar schon auf dem Sprung zur Weiterreise im ihren Gästen, aber wir haben – gemeinsam mit Andrea und Ingo von der “Easy One” – noch einen wundervollen Abend, von Barbara aufs Leckerste bekocht. Es ist so schön, die beiden nach drei Jahren endlich wieder getroffen zu haben.
Photo credit: Ingo, SY Easy One
Früh am nächsten Morgen sind die Schweizer verschwunden. Mit Andrea und Ingo machen wir uns auf zu unserer ersten Wanderung auf Ua Pou. In der Noforeignland-App sehen wir, dass wir nahe am Dinghydock (gegen Gebühr von ca 5 $) unseren Müll abgeben können. Eine gute Gelegenheit, denn das ist auf den Marquesas nicht überall möglich. Beim Bezahlen kommen wir mit Eveline ins Gespräch. Es stellt sich heraus, dass sie (in 4. Generation) die Bürgermeisterin des Tals ist. Als wir nach den Pflanzen in ihrem Garten fragen, die über an Stangen aufgespießten Kokosnussschalen ranken, zeigt sie uns ihren Vanille-Anbau. Und damit nicht genug, sie erklärt uns auch, wie nach der Ernte mit den Schoten verfahren werden muss und schenkt uns zum Abschied sogar einige Vanilleschoten. Ein weiteres beeindruckendes Beispiel der polynesischen Gastfreundschaft.
Jetzt aber los auf die Wanderung, immerhin haben wir uns gleich zwei Ziele vorgenommen. Zuerst machen wir uns auf den Weg zu Schoko-Manfred.
Der an der Elbe bei Boitzenburg aufgewachsene Deutsche hat sich nach einem ziemlich bewegten Lebenslauf hier niedergelassen und eine kleine Schokoladenmanufaktur aufgebaut. Auch wenn er seine Rezeptur und die Konstruktion seiner selbstgebauten speziellen Kakaobohnenmühle inzwischen verkauft hat, ist ein Besuch bei ihm auf seinem abgelegenen Grundstück oben im Wald quasi ein Muss, sofern man sich vom bekanntermaßen zotigen Humor von Schoko-Manfred nicht abschrecken lässt.
Andrea und Ingo waren zwar schon da, kommen aber trotzdem wieder mit. Andrea hat sogar extra ihren selbst gemachten Schoko-Likör mitgebracht. Lecker!
“Schoko-Manfred” mit keimenden Kakaobohnen
So richtig Stimmung kommt aber trotzdem nicht auf. Manfred und seine Frau wirken müde. Wir ertragen die abgedroschenen (erwartet) derben Witze und kosten die leckere Manufaktur-Schokolade, von der dann auch einige Tafeln auf die Flora wandern.
Unser nächstes Ziel ist umso stimmungsvoller. Auf einem jetzt viel kleineren Pfad wandern wir zum Hakahetau- Wasserfall.
Ein erfrischendes Bad in dem wunderschönen Kessel, in den der Wasserfall hineistürzt ist ein zusätzlicher Lohn dieses Hikes.
Photo credit: Ingo, SY Easy One
Und dann zurück zum Ankerplatz. Ein bisschen Schwell ist schon noch da, o.k.
Aber inzwischen lassen sich die Bedingungen wirklich gut aushalten und mal ganz ehrlich, wie genial ist denn eigentlich dieser Blick?
Nach einer Legende sind die Inseln Marquesas alle als Teil eines gemeinsamen Hauses erschaffen worden. Jede Insel ist entsprechend als Element dieses Gebäudes benannt. Nuku Hiva, größtes und vielleicht wichtigstes Eiland der Gruppe, wird dabei als Dach des Hauses eingeordnet.
Auch uns bietet es Schutz. Nach dem sehr rolligen Ua Huka präsentiert sich die von uns angesteuerte Nordküste von Nuku Hiva optisch im Gegenlicht zunächst monochrom, rau und ziemlich abweisend. Sobald wir bei einer der spektakulärsten Ansteuerungen unserer bisherigen Reise aber in die tiefe Bucht von Anahō hineinsteuern, wandelt sich das Bild.
Die zuvor fast drohend aufragenden steilen Felsspitzen weichen ein Stück zurück. Einzelne Sandstrände, Palmenhaine und eher sanft ansteigendes Gelände liegt zwischen dem Ankerplatz und senkrechten Basaltwänden. Das lässt die Kulisse gleichzeitig monumental und doch ausgesprochen lieblich erscheinen.
Ein Südseetraum von einem Ankerplatz!
Das Grundeisen fällt einmal mehr nahe bei der Terikah und gräbt sich auf 11 m Tiefe sofort in den Sand.
Näher zum Ufer hin sollte man nicht ankern, denn hier geht der Grund in Korallen über.
Am nächsten Tag machen wir gemeinsam mit unseren Segelfreunden einen Hike, der über den niedrigen Sattel hinweg in die Baie Haatuatua an der Ostküste der Insel führt.
In der Anlandezone für die Dinghys, am Ende eines kleinen Kanals durch das Korallenriff, werden wir freudig wiehernd begrüßt. Ein Pferd wird von seinem Besitzer gebadet, ist dafür an einer der Bojen festgebunden.
Auf dem weiteren Weg sehen wir bei den verstreuten Häusern des kleinen Dorfes noch einige weitere Pferde. Der Grund dafür ist, dass die Ortschaft nicht über eine Straße erschlossen ist. Lediglich ein mit Pferden begehbarer steiler Trail führt zur ans Straßennetz angebundenen Nachbarortschaft.
Für uns geht’s zunächst durch das Dorf und dann mal am Strand, mal etwas oberhalb auf den Felsen an der großen Bucht entlang. Jannik und Calder eröffnen dabei die “Kokosnuss-Jagd”.
Auf der anderen Seite des Sattels liegt die Farm von Roger. Er baut dort Gemüse und Obst an. Selbst Wassermelonen und herrlich rote Tomaten lächeln uns an, aber obwohl wir ausgiebig durch das Gelände streifen, treffen wir Roger nicht an. Also setzen wir unseren Weg zur Ostküste fort, wobei der Trail auf diesem Stück nicht immer ganz leicht zu finden ist und uns die Kommot Wander-App ein bisschen in die Irre führt. Dafür lockt am Ziel aber ein breiter flacher Sandstrand fernab jeglicher Bebauung und mit herrlichem Blick.
Photo credit: Jen, S/V Terikah
Leider wird durch den Südostpassat aber auch einiges an Treibgut und Müll angeschwemmt. Calder findet darunter immerhin auch eine Perlfarmboje, die jetzt die Ausrüstung der Terikah für die nicht allzu ferne Weiterfahrt zu den Tuamotus ergänzt.
Auf dem Rückweg treffen wir im Dorf dann tatsächlich auch noch auf Roger. Neben dem Anbau auf seiner Farm zieht er auch in seinem Garten Gemüse, so können wir hier unsere Frische-Vorräte doch noch aufstocken. Salat, Gurken, eine Handvoll grüner Bohnen, Auberginen, Pampelmusen Zitronen, Papaya und – allerdings aus der Tiefkühltruhe – auch Taro wandert auf die Flora und die Terikah.
Schlau wie wir sind, haben wir den Hike von Mittag bis kurz vor Sonnenuntergang gemacht, damit uns die Hitze beim Workout mal wieder so richtig schlaucht.
Nach den Mantas in Hapatoni wenden wir Floras Bug wieder nach Norden. Auch wenn es nicht eben typisch für die Marqueasas ist wollen wir Jannik doch auch den weißen Palmenstrand in der Baie Hanamoenoa zeigen. Zuerst aber noch ein Stop in Vaitahu. Bei moderaten Bedingungen sieht es dort am Dinghydock übrigens so aus:
Aber Ort und Landschaft sind den erneuten Stop allemal wert.
Dort ankern auch Doris und Wolf. Wir bekommen frischen Mangokuchen auf der “Nomad”, treffen die beiden Österreicher auch an Land bei “Chez Jimmy” und ein weiteres Mal in der nächsten Ankerbucht. Dann aber heißt es mal wieder Abschied nehmen, fürs erste trennen sich unsere Wege schon wieder.
So schön es auch ist, gute Segelfreunde immer mal in anderen Ecken der Welt wiederzutreffen, so schmerzlich ist das dauernde Abschiednehmen. Und auf Tahuata trifft uns das gleich mehrfach. Mit Mareike (Moana) und Andrea und Ingo (Easy One) haben wir schon so viel erlebt, unter anderem beim Lockdown in Antigua im März 2020.
Nach ganz unterschiedlichen Wegen und doch immer wieder Treffen zwischendurch gibt’s jetzt hier noch einen schönen Sundowner am Strand und dann brechen wir erstmal in unterschiedliche Richtungen auf. Bestimmt sehen wir uns aber noch in Französisch Polynesien wieder. Also jetzt nicht melancholisch werden.
Zum Treffen am Strand fahren wir dieses Mal übrigens mit den Paddelboads. Zuvor am Nachmittag hatten wir das Dinghy vor dem Strand geankert und waren an Land geschwommen. Der Schwell (siehe Eingangsbild) macht das Anlanden mit dem Dinghy hier nämlich riskant.
Ist man erst mal da, sieht es meist völlig harmlos aus:
Auch aus der Luft scheint die Bucht gut geschützt und ruhig, erst recht mit der gemütlichen Hängematte:
Und doch, das kleine Video macht vielleicht deutlich, wie schnell sich das Gefühl ändert:
Von dem Schwell ist auch das Wasser in der Baie Hanamoenoa etwas trüb. Jannik lässt sich aber nicht abhalten und ist eine große Hilfe beim Putzen des Rumpfes, auch ganz unten am Kiel.
Und wenn unser Gast das Schnorcheln schon so intensiv trainiert, suchen wir uns doch auch noch mal eine Bucht mit klarerem Wasser. Mit dem Dinghy (Beiboot-Fahren wird also auch geübt) brausen wir um den Pointe Matahoke in die Felsenbucht an der Nordwestspitze der Insel.
Hier kann der Schwell keinen Sand aufwirbeln, es gibt super Schnorchel-Bedingungen.
Tja, und dann heißt es Abschied nehmen von Tahuata. Diese Insel hat uns so viel geboten und uns richtig gut gefallen.
Nachdem uns ja der extrem rollige und ziemlich volle Ankerplatz von Atuona auf Hiva Oa einiges abverlangt hat (bis hin zur nächtlichen Ankerwache) soll unser nächster Stop dann in der Hoffnung auf etwas moderatere Bedingungen an der Nordküste von Hiva Oa sein.