Ein paar Stunden schönes Segeln, dann sind wir von Ua Pou zurĂŒck auf Nuku Hiva. Wir entscheiden uns fĂŒr Hakatea, eine der geschĂŒtztesten Ankerbuchten des Reviers. Aber nicht nur das zeichnet sie aus.
Die Einfahrt in die Bucht offenbart eine atemberaubende Schönheit der wild zerklĂŒfteten Landschaft.


Die eigentliche Ankerbucht ist dabei durch die Halbinsel so gechĂŒtzt, das wir von Floras Ankerplatz aus rundherum Land sehen. DrauĂen bricht sich der Schwell, drinnen liegt unser Schiff ruhig wie seit den Gambier nicht mehr.


Das Dörfchen an der westlichen Bucht bietet ein kleines Restaurant und die Möglichkeit, Obst zu kaufen. Wie schon in der Baie de Controleur liegen die wenigen HĂ€user allerdings an einem kleinen Fluss, dessen MĂŒndung eine Barre aufweist. Sie kann nur um Hochwasser herum mit dem Dinghy befahren werden und auch das nur am Ă€uĂeren Rand, ganz nahe an den Felsen. Wir holen Ingo und Andrea von der Easy One ab und probieren es. Direkt neben uns bricht sich die Brandung auf der Barre, aber wir kommen durch. Im FlĂŒsschen ist es dann sofort herrlich ruhig.
Wir fahren noch ein StĂŒck weiter Richtung Ort, dann binden wir Florecita an einer Palme fest und gehen zu FuĂ weiter. Es ist fast unwirklich malerisch.

Beim dritten Haus treffen wir auf Kua. Wir fragen sie nach dem Weg, sind aber schon am Ziel. Gemeinsam mit ihrem Mann Teâiki betreibt sie ein kleines Gartenrestaurant und verkauft auch FrĂŒchte.

Teâiki fragt uns, ob wir ihm helfen können, sein Boot aus dem Wasser zu ziehen. Na klar. Also gehen Jannik, Ingo und ich mit Teâiki rĂŒber zum Fluss, wĂ€hrend Wiebke und Andrea mit Kua FrĂŒchte aussuchen.

Teâiki watet zum kleinen Motorboot und schiebt es ans Ufer, dort ziehen wir es dann mit einer Seilwinde ĂŒber zuvor platzierte Baumstammrollen in den Garten. Hört sich einfacher an als es ist, das Ausbalancieren und manuelle Bedienen der Seilwinde ist recht aufwĂ€ndig. Am Ende wird das Boot dann mit den Seitenteilen eines alten Bettes verkeilt. Fertig.


ZurĂŒck am Haus haben Wiebke und Andrea inzwischen eine ganze Schubkarre mit frischen FrĂŒchten wie Bananen, Papaya, Mango, Sternfrucht und Pampelmusen gefĂŒllt. Ein paar KrĂ€uter (Basilikum) gibtâs obendrauf.

Dann bekommt Jannik von Teâiki eine Kokosnuss-Schulung, er erinnert ihn vielleicht an seinen ungefĂ€hr gleichaltrigen Sohn, der in Tahiti in der Schule ist.
ZunĂ€chst einmal: wie wĂ€hlt man die Kokosnuss aus, welche sind besonders gut? Und dann das entscheidende: wie öffnet man die Nuss vernĂŒnftig, schnell und ohne groĂe Sauerei?



Jannik wird ausfĂŒhrlich eingewiesen, danach muss er (den Teâiki jetzt âLe Professeurâ nennt) es uns erklĂ€ren und zeigen.
Aber damit nicht genug. Als nĂ€chstes zeigt uns der Hausherr, wie das Kokosfleisch richtig aus den Teilen der Nuss herausgeschabt wird. Jannik soll sich auf das Schab-Brett mit der angeschraubten Metallspitze setzen und los gehtâs. Immer wieder wird korrigiert: FuĂstellung, Handhaltung, Bewegungsablauf.


Dann schabt der âProfesseurâ fleiĂig, Teâiki zupft derweil die Kokosfasern aus den Resten der Nuss-HĂŒlle. In sie hinein gibt er das geschabte Kokosfleisch, wringt das Ganze mit den HĂ€nden ĂŒber einer halben Kokos-Schale aus und lĂ€sst uns die so gewonnene leckere konzentrierte Kokosmilch kosten.

Wir melden uns auch zum Mittagessen an, aber dafĂŒr mĂŒssen wir zuerst das Dinghy zurĂŒck zum Schiff bringen, ansonsten wĂŒrden wir damit wegen der fortgeschrittenen ablaufenden Tide nicht mehr aus dem Fluss kommen. Also zur Flora in Hakatea (auf die bei Cruisern gelĂ€ufigere Bezeichnung Daniels Bay ist Teâiki nicht gut zu sprechen) und eine Zeitlang spĂ€ter dann auf einem anderen Weg wieder ins Dörfchen. Diesmal beachen wir Florecita am Strand unserer Ankerbucht, ein kurzer Hike fĂŒhrt von dort zurĂŒck ins Dorf. DafĂŒr mĂŒssen wir aber erstmal den Einstieg entlang des felsigen Ufers finden und in einer Furt durch den Fluss waten. Und dann Mittagessen im Gartenrestaurant von Kua und Teâiki. Es gibt Thunfisch mit Basilikum-Knoblauch-Marinade, frittierte Brotfrucht-Spalten und grĂŒnen Papaya-Salat. DĂ©licieuse.
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Und das kommt dabei raus, wenn Jannik Smileys auf die Pampelmusen malt:

Hallo Flora Crew
Ein herrliches Erlebnis habt ihr gehabt bei Te’iki und Kua, einer Königstochter. Sie hat sich im Dorf dafĂŒr stark gemacht, dass Besucher FrĂŒchte kaufen können. Wer bei ihr isst der bekommt eine Auswahl von FrĂŒchten gratis zum Mitnehmen. Wer die Wanderung zum Vaipo Wasserfall machen will (sehr zu empfehlen!), der muss eine „EintrittsgebĂŒhr zahlen und erhĂ€lt dann auch bei der RĂŒckkehr FrĂŒchte zum mitnehmen. So hat das ganze Dorf ein kleines Einkommen. Herrlich freie Menschen!
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FrĂŒchte gabâs zwar nicht mehr GĂŒrtel den Eintritt, aber sonst alles wie Du schreibst. Es ist einfach wunderbar dort. Und Teâiki ist schon echt eine Marke!
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