Alaska – Eindrücke aus zwei Monaten

Was war unsere Erwartung an Alaska?

Richtig konkret war es nicht, eher ein diffuses Gefühl von Abenteuer in einer vom Mensch noch nicht völlig veränderten, „zivilisierten“ Welt, am Rande der gewöhnlichen Komfortzone, abseits der kleinen Ortschaften „out in the wild“. Vielleicht: Kalt. Natur pur. Hoffentlich: Bären. Wale. Eis.

Kalt stimmt nur bedingt. Wir hatten fast durchgehend zweistellige Temperaturen auch nachts, tagsüber meist so um 15 Grad Celsius. Nur in Gletschernähe war es dann doch kälter. Was wir gar nicht so richtig auf dem Schirm hatten: die trotzdem oft herrlich klare „Winterluft“, der intensive Nadelwaldgeruch, die krasse Gebirgslandschaft, die unzähligen Wasserfälle.

Und die Menschen: wundervolle Begegnungen mit den wenigen anderen Cruisern, freundliche, offene und hilfsbereite Alaskaner (wo immer wir welche trafen).

Die heißen Quellen, die Beeren, das Angeln und Krebsfischen. Navigatorisch die Narrows und die starken Tidenströme, die großen trockenfallenden Bereiche vieler Ankerbuchten, das mystisch leuchtende Eis bei den kalbenden Gletschern.

Die Naturerlebnisse waren traumhaft. Bären, Wale, so nah und so beeindruckend. Der tägliche Weißkopfseeadler, Seeotter, Lachse. Die Wanderungen durch den von Moosen überwucherten Regenwald, ja, auch Regen und Nebel. Die Freude über blauen Himmel, der sich eben nicht jeden Morgen wie selbstverständlich beim ersten Blick durch das Decksluk zeigt. Die unfassbare Stille am Ankerplatz, wenn kein Windhauch auch nur Katzenpfötchen auf die Spiegelungen im Wasser malt.

Klitzekleiner Wermutstropfen: segeln war nur selten möglich, wir haben einige Motorstunden angesammelt. Aber wie zur Versöhnung gab es heute auf dem Törn von unserem Ankerplatz in der Foggy Bay über den Dixon Entrance ins kanadische Prince Rupert den ganzen Tag Segelwetter vom Feinsten.

Alaska hat uns beschenkt auch mit ein bisschen Zurückgeworfensein auf uns selbst, wie wir es sonst eher von längeren Passagen kennen. Kombiniert mit ganz vielen „zum ersten Mal“-Erlebnissen und wunderbaren Begegnungen. Eine Quintessenz dessen, was uns am Reisen so gefällt.

😊

9 Gedanken zu „Alaska – Eindrücke aus zwei Monaten

  1. Danke für Eure Mitnahme an der Küste von Alaska. Wirklich beeindruckende Fotos nochmal zum Schluss! Wir waren mal auf dem Landweg dort, das Wegenetz ist doch arg eingeschränkt , aber mit einer Segeljacht, das wäre nochmal was…

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  2. Lieber Ralf, liebe Wiebke,
    genauso hatten wir die vielen Berichte zu Alaska empfunden. Deine Zusammenfassung passt perfekt und ist mal wieder hervorragend geschrieben. Und die Fotos wecken Sehnsüchte. Und erinnerte Vieles an die Törns in Schweden und Finland!!! Ein bisschen vermissen wir das Alles hier im Mittelmeer ( aktuell bei immer noch 32 Grad vor Es Trenc). Ganz herzlichen Dank nochmals fürs Mitnehmen. Wir wünschen euch eine gute Fahrt mit perfektem Segelwind nach Kanada und freuen uns auf die weiteren Berichte. Alles Liebe. Petra und Michael / SY CARLOTTA

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  3. Es war ein toller und auch mutiger Entscheid von euch, die Extrarunde über Alaska unter den Kiel zu nehmen. Die wunderschönen Erlebnisse werden tief eingeprägt in euren Herzen bleiben. Danke, dass ihr uns daran teilhaben lassen habt.

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