Passage nach Hawaii, Tag 9

Das traumhafte Segeln vom Vortag setzt sich fort, wir bleiben den ganzen Tag und auch die Nacht hindurch unter Gennaker bei mäßiger Welle und nur ganz langsam zunehmendem Wind, Sonnenschein und blauem Himmel. „Wie klein Fritzchen sich das Segeln vorstellt!“

Die Linie(n) der chineschen Fischfangflotte, die hier offenbar systematisch das Meer leerkämmt, passieren wir bei Tageslicht. Die Schiffe fahren in mehreren Reihen gestaffelt und mit einigen Meilen Abstand, so dass wir auf dem AIS maximal vier gleichzeitig sehen. Durchkommen ist also zum Glück überhaupt kein Problem. Interessant wird es in der Nacht, da liegen die Fischer schon diverse Meilen achteraus. Wir können die uns am nächsten fahrenden trotzdem gut ausmachen, denn ihr gleißend helles Licht beleuchtet nicht nur die Schiffe sondern vielmehr auch das Meer um sie und spiegelt sich selbst in den Wolken. Die weiter entfernt fahrenden Flottenschiffe bilden einen gemeinsamen Lichtschein am Horizont, als läge in dieser Richtung eine Stadt. Ein surreales Bild mitten auf dem Ozean mit über 1.000 Seemeilen Wasser in jeder Richtung ohne ein Inselchen.

Im Übrigen eine wunderschöne Nacht, trotz spät aufgegehendem Mond nicht sehr dunkel durch den unfassbar leuchtenden Sternenhimmel. Mit dem ersten Sonnenlicht und unter Delfinbegleitung wechseln wir auf Westkurs. Wir nehmen den Gennaker herunter und sausen mit dem aufgefrischten Wind und jetzt wieder ordentlich mit 1,5 bis 2 kn schiebendem Strom unter Groß und Fock flott voran. Der neue Wetterbericht deutet von Donnerstag bis Samstag ein für uns erreichbares Fenster zum zumiondest teilweisen passieren der ITZ unter Segeln an, das wäre natürlich klasse.

Essen: Golddorade in Kruste von Maismehl und schwarzem Sesam mit Asia-Kohlgemüse und Reis 😉
Außerdem hat Wiebke aus Augenbohnen, Thymian, Rosmarin, Chili, Zwiebeln und etwas Frischkäse einen Brotaufstrich gemacht, der superlecker auf dem selbstgebackenen Dinkel/Weizenvollkorn-Baguette schmeckt.

Bootsarbeit des Tages: Betakeln einiger loser Enden von weniger benutzten Leinen. Fallen, Schoten und Festmacher hatte ich betakelt, aber bei Abschnitten wie etwa für unseren Trittfender oder die als Allzweckleine benutzte vormalige Rollreffleine war ich nachlässig, nur beklebt und verflammt. Jetzt ist Zeit und Muße für vernähte Taklinge.

Etmal 168 sm, gesamt gesegelt jetzt 1.348 sm, noch geschätzte 2.952 sm nach Hawaii.

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