Abschied von den USVI

Wir sind inzwischen in der Caneel Bay, haben in der daneben gelegenen aber sehr engen und flachen Cruz Bay eingekauft und ausgecheckt, und morgen früh geht’s los. Der Wetterbericht ist für den Beginn ok, dann aber durchwachsen. Kann sein, dass wir in den Bahamas einen Stop einlegen müssen. Eigentlich sind die Bahamas noch wegen Covid geschlossen, die erforderliche Ausnahmegenehmigung des dortigen Gouverneurs für die Durchfahrt durch Bahamas-Gewässer haben wir bereits. Über die Website der amerikanischen Seglervereinigung Salty Dawg ging das wirklich schnell und unproblematisch. Wir dürfen dort zwar nicht an Land gehen, aber immerhin Ankern und Ausruhen. Ein ergänzender Antrag auf einen Tankstop in einer Marina wird derzeit noch bearbeitet. Damit verbunden wäre das Ein- und Ausklarieren in den Bahamas. Hört sich unnötig kompliziert an, hätte aber laut Salty Dawg den Vorteil, dass es hinsichtlich des Cruising Permit für die USA weniger auf den jeweiligen Officer ankäme sondern klar zu erteilen sei. Man muss es nämlich im ersten angelaufenen Hafen der USA beantragen. In den USVI wird es nicht erteilt, aber da sie US-Territorium sind gibt es ab und zu (derzeit insbesondere in Florida) Schwierigkeiten es am Festland zu bekommen, wenn man DIREKT aus den USVI dort ankommt. Es bleibt spannend.

Jedenfalls war es schön, noch diese wunderbaren Tage auf St. John verbringen zu dürfen. 😁 Heute waren wir noch einmal hier in der Caneel Bay am Strand.

Und schön Schnorcheln im herrlich klaren Wasser.

Tja, und dann: Vorbereitungen für die Überfahrt. Das Dinghy wird mit den Fendern gefüllt, die darin festgebunden werden. Dann kommt die Dinghypersenning darüber und das Beiboot wird in den Davits hochgezogen. So sollte es am völligen Vollschlagen gehindert sein. Dann die Bellybands unter dem Dingy festgezurrt und noch Spanngurte gegen ein seitliches Verruckeln.

Nicht zu vergessen das Vorbereiten unserer Passatbesegelung. Zumindest in den ersten Tagen sollten wir laut Vorhersagen achterliche Wind haben, evtl. etwas zu wenig Wind, aber wir werden sehen. Also riggen wir auf beiden Seiten unsere Spinnakerbäume. Für die Nacht hier an der Boje werden sie zwar noch nach vorn geklappt, aber so sind sie morgen schnell einsatzbereit. Auch der Code0 wird schon angeschlagen, es gibt also an Floras Bug mal wieder ordentlich Leinen zu sortieren:

In den nächsten Tagen werden wir keinen Handyempfang und kein Internet haben, sondern nur über Satellit erreichbar sein. Unsere Position könnt ihr stündlich aktuell auf dem PredictWind-Tracker der Salty Dawg sehen oder aber (fast) wie gewohnt auf Noforeignland, dort wird sie allerdings auf diesem Törn ausnahmsweise nur ein paarmal am Tag aktualisiert. Dafür ist es dort übersichtlicher, besonders wenn Ihr “SHOW JOURNEY” anklickt und somit unseren gesegelten Track (und nur unseren) in der Karte seht.

Unsere Strecke haben wir nochmal ein bisschen umgeplant, sie wird jetzt näher östlich an den Bahamas entlangführen. Einerseits, um die Schwachwindzone am Anfang des Törns etwas zu umfahren, andererseits auch um uns mehr Optionen zu eröffnen bzw. zu erleichtern. Neben dem möglichen Tankstop betrifft das auch das kurzfristig mögliche Abbiegen nach Westen in die Bahamas hinein oder später (nördlich der Bahamas) zu Ausweichhäfen an der US-Ostküste, die südlich von unserem Ziel Chesapeake Bay liegen. Falls nämlich Nordwind aufkommt, was Ende nächster Woche passieren könnte, möchten wir nicht im nordsetzenden Golfstrom in eine Wind-gegen-Strom-Situation kommen.

Mal sehn, welche dieser (oder anderer) Routenoptionen sich am Ende ergibt. 😁

5 Gedanken zu „Abschied von den USVI

  1. Wünschen euch eine gute Reise in den Norden. Hatten sie 2018 gemacht, allerdings nur bis Brunswick. Ist ein guter Ort um sich zu verstecken falls euch der Nordwind erwischt. Marsh Harbour ist auch ein guter Platz für eine Pause und zum Diesel bunkern.
    Alles Gute von hier aus Ecuador… wir bleiben erstmal wo wir sind.

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  2. Hallo Ihr Zwei,
    wir wünschen Euch einen guten Törn. Seid Ihr denn sicher, dass Ihr in die USA einklarieren könnt?
    Wie ist das mit der Leinenführung der Passatsegel? Warum habt Ihr auf diesen Foto noch zusätzlich zur „Passatschot“ die normalen Genuaschoten dran?
    Liebe Grüße,
    Susanne

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  3. Moin Ihr beiden,
    Danke. Wegen des Einklarierens in den USA haben wir jetzt eigentlich keine Bedenken mehr, wir sind (noch) ja schon drin, weil die US Virgin Islands ein “nicht inkorporiertes Außengebiet” der USA sind. Wir mussten also hier bei der “US Homeland Security” einklarieren, mit erforderlichem US Visum (B1/B2), Fingerabdrücken, Foto. Die Sache mit dem Cruising Permit würde nur Fahrten in den USA leichter machen, weil man sich nicht bei jedem Standortwechsel an- und abmelden muss.
    Die Genuaschoten lassen wir dran, weil wir so unsre Fock trotz feststehender Bäume auch “normal”, also ohne Baum auf höheren Kursen und sogar dem anderen Bug fahren können. Klappt wunderbar, falls der Wind zwischendurch mal vorlicher kommt.
    Ganz liebe Grüße

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  4. Wünsche euch eine kurzweilige aber geruhsame Überfahrt. Schade, habe immer gehofft, das Kielwasser der Flora mal zu kreuzen. Wir werden von Jamaika aus nun südwärts und dann in Richtung Pazifik weiter ziehen.
    Beim Link zum Noforeignland ist leider nochmal der Pfad zum PredictWind hinterlegt. Macht nichts, wichtig, ihr seid gut unterwegs.
    Ganz liebe Grüsse, Köbi und Pia (SY Lupina)

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