2. Tag Passage USVI Bahamas

Unser Weg nach Norden Richtung USA hängt ja unter anderem eng damit zusammen, dass wir die Hurrikansaison nicht in der Karibik verbringen wollen. Der erste tropische Sturm dieser Saison (Arthur) war bereits unterwegs, andererseits sind für dieses Jahreszeit auch noch untypisch viele sogenannte „Norder“ an der US-Ostküste aktiv, starke Nordwinde, die eigentlich nach Ende April nicht mehr so häufig und so stark vorkommen sollten. Zum kommenden Wochenende ist wieder ein kräftiger Norder angesagt. Norder gegen Golfstrom: das ist ein echtes NoGo. Ihr seht, wir beschäftigen uns wieder mal ziemlich intensiv mit dem Wetter. Und zwar mit den Prognosen, aber auch live. Das bringt eine Passage fast unweigerlich mit sich.
Wie schon gestern sehen wir auch heute nacht in unserer Wache eine Unmenge wetterleuchtender Blitze über Puerto Rico und Hispaniola (die Insel, auf der die Dominikanische Republik und Haiti liegen) an denen wir gerade mit einigem Abstand vorbeisegeln. Der Abstand ist vor allem deswegen so groß, weil wir zudem noch einen Sicherheitsabstand zu den großen Flachwassergebieten nördlich dieser Küsten halten wollen, die Navidad Bank und insbesondere die Silver Bank sind berüchtigte Schiffsfriedhöfe und bringen durch den steilen Anstieg des unterseeischen Bodens aus großer Tiefe auch bei mäßigem Seegang schon ein chaotisches Wellenbild. Aber unser Kurs ist weit genug nördlich gesetzt, wir spüren davon nichts, sondern haben eine ruhige See bei allerdings auch nachlassendem Wind. Nach fast 50 Stunden Passatbesegelung wechseln wir auf Groß und Code0, der Wind schralt (kommt vorlicher) und nimmt ab, gerade liegt die Wahre Windgeschwindigkeit oft unter 10 kn, scheinbar aus 11
0°. Wir pendeln zwischen 4 und 5 Knoten Fahrt, da ist Geduld gefragt. Etmal war heute 139 sm. Uns geht´s gut, wir kommen voran und die Sonne scheint 🙂