Der Alltag nach der Feier: Starlink Mini und Bootsarbeiten

Was machen wir eigentlich so die ganze Zeit hier in Apia? Das fragen wir uns manchmal selbst, denn die Tage scheinen so schnell vorbei zu fliegen.

Zunächst mal nutzen wir die Zeit, um von der vergleichsweise guten Versorgungslage zu profitieren. Insbesondere der „Lucky Food“-Supermarkt bietet eine recht gute Auswahl und überrascht uns gelegentlich mit lange nicht gesehenem: Brokkoli und Blumenkohl zum Beispiel. Und Lamm – wir kommen Neuseeland näher. Aber nicht nur Lebensmittel kaufen wir ein. Im „Bluebird – Lumber and Hardware“-Baumarkt finden wir neue wasserabweisende Kissen fürs Cockpit, diversen Kleinkram und – nicht ausgestellt sondern versteckt in der Glaskabine des Marktleiters – einen neuen Starlink-Mini. Das freut uns ganz besonders. Zwar funktioniert unser Starlink (Gen. II Dishy) an Floras Heck wirklich gut, aber er ist leider extrem energiehungrig. Etwa 10 Ampere verbraucht er pro Stunde, verdoppelt damit ungefähr unseren Grundverbrauch. Der kleine Starlink Mini sollte sich ungefähr mit der Hälfte begnügen, das wäre dann tatsächlich eine immense Verbesserung. Und zugegeben haben wir uns an die durch Starlink-Satelliten-Internet eröffneten Online-Möglichkeiten selbst an entlegenen Orten und auf hoher See so gewöhnt, dass wir gerne ein Backup hätten. Der Starlink Mini ist nur etwa so groß wie eine DIN A4 Seite und benötigt keinen zusätzlichen Router, kann theoretisch sogar über einen leistungsstarken USB-C Anschluss versorgt werden. Wir haben ihn hier im Hafen erst einmal provisorisch unter dem Vorschiffsluk platziert und sind mit seiner Leistung mehr als zufrieden.

Allerdings müssen wir uns für den Einsatz auf See noch eine gute Befestigung überlegen. Scheibenbefestigungen mit Saugnäpfen gibts zwar online, aber die haben wir hier in den Geschäften noch nicht gefunden. Improvisation ist mal wieder gefragt.

So auch bei der Reparatur unserer Solarpanel, quasi auf der umgekehrten Seite: wie kommen wir zu Energie.

Auf Bora Bora hatte ja eine 42 kn Böe den nach inzwischen 7 Jahren mürbe gewordenen Nähten unserer guten SunWare-Solarpanele den Rest gegeben und sie vom Bimini (dem Sonnenschutz über dem Cockpit) gerissen. Die Solarpanel selbst sind heil geblieben und funktionstüchtig. Aber der angenähte Stoff ist bei einem Panel ganz, bei den anderen teilweise abgerissen. Dabei sind auch ein paar Tenax-Knöpfe aus dem Bimini gefetzt und haben Löcher hinterlassen.

Durch den Kunststoffrand der Panel können wir mit unserer einfachen (Haushalts-) Nähmaschine nicht nähen. Segelmacher können das mit ihren kräftigen Maschinen, aber leider gibts auf Samoa keinen Segelmacher. Wie so oft ist auch hier die Noforeignland-App eine große Hilfe. Mit ihr machen wir einen Polsterei-Betrieb ausfindig, der auch Notreparaturen an Segeln durchführt. Mit dem Taxi fahre ich zum am Stadtrand gelegenen Unternehmen. Im Gepäck habe ich neben den Panels auch Sunbrella-Stoff für die Reparatur.

Joseph probiert zunächst in meinem Beisein aus, ob er durch die Panel nähen kann. Das klappt, und so lasse ich ihm die Sachen da. Zwei Tage später kann ich sie repariert wieder abholen.

Preiswert ist das Ganze auch noch und so entschließen wir uns, das Bimini nochmal komplett abzubauen und von ihm reparieren und verstärken zu lassen. Zwei weitere Taxifahrten an den Stadtrand von Apia, aber Taxifahrten sind hier ausgesprochen günstig, einfach zwischen 5 und 10 Tala (etwa 1,70 bis 3,30 Euro). Und der Taxifahrer wartet gerne, um auch die Rückfahrt mitzunehmen. Die Tenax-Knöpfe schraube ich vorher ab und schlage sie hinterher neu ein. Das funktioniert gut und so hat Flora wieder eine etwas bessere Energieversorgung.

Insgesamt haben wir theoretisch 830 Wattpeak an Solar, davon 430 durch das große Panel auf den Davits an Floras Heck.

Weitere 400 Wattpeak könnten die Solarpanel auf dem Bimini liefern. Die jetzt wieder einsatzfähigen SunWare-Module steuern ja seit Jahren zuverlässig 200 Wattpeak bei. Die semiflexiblen sind zwar nicht ganz so effektiv wie das feste Panel auf den Davits, aber immerhin. Ein ziemlicher Reinfall dagegen sind die (deutlich billigeren) SunBeam-Panel. Für diese hatten wir erst letzten Oktober in Tahiti von einem Segelmacher eine Befestigung mit Reißverschüssen und Klett auf dem Bimini machen lassen. Aber schon jetzt liefert eines der Panel gar keine Leistung mehr, zudem werden beide Panel an der Oberfläche so matt, dass auch die Leistung des zweiten Panels jedenfalls beeinträchtigt ist.

Da werden wir uns wohl im Winter in Neuseeland auf die Suche nach einem hochwertigeren Ersatz machen müssen.

Und was gibt’s sonst noch so an Bootsarbeiten? Wir nehmen alle Vorhänge ab, behandeln sie gegen Spak und waschen sie. Danach holen wir uns Fingerkrämpfe beim Wiederaufhängen, weil gefühlt hunderte kleine Haken verdeckt durch die Ringe in den Schienen an den Fenstern gefädelt werden müssen. Und wir betreiben im Motorraum Ursachenforschung für die Überhitzung des Generators. Genau genommen schließen wir einige mögliche Ursachen aus. Der Impeller ist ok, die Schäuche sind es auch. Das Leck scheint in der Seewasserpumpe selbst zu liegen und auch der Wärmetauscher muss ausgebaut und gereinigt werden. Wir bleiben also bis Neuseeland wohl erstmal ohne Dieselgenerator, aber das ist nicht weiter schlimm.

Außerdem wird das Schiff mal wieder ausgiebig mit Süßwasser gewaschen, ein Luxus hier am Steg im wasserreichen Samoa.

Langweilig wird uns jedenfalls nicht.

Tag 2 der Passage zu den Cook Inseln

Zwischenstopp auf Maupiha‘a. Wir haben zwar in Bora Bora ausklariert und sind zu den Cook Inseln aufgebrochen, aber eine kleine Komplikation gibt es dann doch noch. Der Dieselgenerator quittiert den Dienst mit der Fehlermeldung „Motor Temp“. Die Nachschau unter der Schallschutzhaube zeigt eine ziemliche Sauerei: offenbar ist Salzwasser herumgespritzt und auf dem heißen Gehäuse verkrustet. Sieht nach einem heftigen Problem mit der Seewasserpumpe des Generators aus.

Das ist doppelt blöd. Zum einen haben wir dafür kein Ersatzteil, zum zweiten kommt der Defekt zur Unzeit, weil ja auch ein Teil unserer Solarpanel derzeit nicht einsatzfähig ist. Stromsparmodus ist angesagt. Dramatisch ist das nicht, die Kühlschränke bleiben an, der Autopilot auch. Immerhin haben wir noch 500 WP an Solar, den Windgenerator und natürlich zur Not auch noch die Lichtmaschine vom Motor.

Wir machen einen Zwischenstopp auf Maupiha‘a, einem kleinen Atoll etwa 130 Seemeilen westlich von Bora Bora. Der Generator wird soweit möglich von der Salzverkrustung befreit und der Schaden näher begutachtet. Das Problem könnte von einem Defekt der Dichtung an der Welle der Seewasserpumpe herrühren, näheres lässt sich so noch nicht sagen. Auch nicht, ob Folgeschäden durch Überhitzung aufgetreten sind.

Hilft ja jetzt nix. Zur Ablenkung genießen wir das wunderschöne Maupiha‘a.

Morgen geht’s dann gleich wieder weiter. Der mit nur zwanzig Metern Durchfahrtbreite extrem enge und ziemlich strömungsreiche Pass wird uns hoffentlich genauso problemlos wieder aus dem Atoll herauslassen, wie wir (bei drei Knoten Gegenstrom) hereingekommen sind.

Und dann sollten es etwa 60 Stunden Fahrt bis nach Aitutaki auf den Cook Inseln sein, sofern alles glatt läuft. Wind- und Wellenvorhersage sehen gut aus. Wegen des Stromsparmodus wird das Starlink meistens aus sein, Positionsupdates (und natürlich auch Blogbeiträge) können sich also eventuell ein bisschen verspäten.

Bora Bora mit Hindernissen. Probleme mit den Pumpen.

Es ist ein chaotisches Auf und Ab wie bei den brechenden Wellen auf dem Riff. Eigentlich wollten wir schon längst in Bora Bora sein. Aber nein, zunächst mal hat die Technik etwas dagegen.

Die vordere Toilette (in Elisas Bad) macht seltsame Geräusche. Sollte die Zerhackerpumpe etwa wieder den Geist aufgeben? Das wäre blöd, im Moment haben wir dafür keinen Ersatz mehr an Bord. Bevor ich das WC auseinandernehme (eine Sch…-Arbeit!) prüfe ich sicherheitshalber, ob die Duschabsaugpumpe funktioniert, die bei der zu erwartenden Sauerei immerhin den flüssigen Sumpf im Bad trockenlegen würde. Das gibt’s doch nicht. Vor ein paar Tagen hat sie noch funktioniert, jetzt verweigert sie den Dienst. Diese einfache Pumpe ist eigentlich extrem unanfällig. Aber, hilft ja nix:

Bootsyoga ist fällig, um die hinten im unteren Schrankfach versteckte Pumpe abzubauen. Auseinandernehmen, säubern, zusammensetzen, mit weiterem Bootsyoga wieder einbauen. Funktioniert wieder. Ok, dann können wir uns jetzt ums WC kümmern. Erst mal den Schlauch zwischen Zerhackerpumpe und Seeventil ausbauen. Der endet im gleichen Schrank und der ist ja jetzt jedenfalls schon mal leer geräumt. Hm, ein paar kleinere Verstopfungen, immerhin nicht ganz dichtgesetzt. Außenbords ausschlagen, durchspülen, sieht wieder frei durchgängig aus. Nach Einbau hört sich das Bordklo auch wieder besser an, aber Tropfen an der Zerhackerpumpe sorgen trotzdem noch für Bedenken. Kriegen wir auf Raiatea vielleicht Ersatz? Immerhin gibt es einen kleinen Bootsausrüster-Laden. Nur: der hat Sonntags natürlich nicht offen.

Trotzdem, wir verholen von Taha‘a nach Raiatea. Sind gleich Montag früh beim Bootsausrüster, aber der hat kein passendes Ersatzteil, kann auch nicht kurzfristig aus Papeete eins für unsere elektrische Toilette besorgen. Dann halt nicht. Ein Schlechte-Laune-Tag. Wir kaufen noch ein paar Lebensmittel im gut sortierten Supermarkt ein, dann folgt der nächste Startversuch nach Bora Bora.

Weit kommen wir nicht. Es ist dann doch schon wieder etwas später geworden und als auch noch schlechtes Wetter aufzieht und gleichzeitig die Frischwasserpumpe ihren Dienst einstellt, legen wir uns kurzerhand bei der Perlfarm im Südwesten von Taha’a an eine Boje. Die nächste Pumpe! Diesmal im Motorraum. Zum Glück stellt sich heraus, dass nur der Vorfilter der Pumpe ein kleines Leck hat und Luft zieht. Ersatz ist an Bord, dieses Problem scheint erledigt. Wir schnaufen erstmal durch. Tut uns ganz gut und zum Abend schaut sogar die Sonne wieder heraus. Ein gutes Zeichen?

Scheinbar ja, denn am nächsten Tag hat sich das Wetter spürbar gebessert. Statt in strömendem Regen segeln wir nun bei bestem Gennakerwetter die rund dreißig Meilen von hier südlich um Bora Bora herum zum dortigen Pass und weiter zum Bojenfeld am Motu Toopua.

Das Riff um Bora Bora präsentiert sich dabei durchaus imposant …

… aber die Passdurchfahrt ist dann völlig unproblematisch und der Ankerplatz einfach traumhaft.

Angekommen auf Bora Bora. Geht doch.

Nachtfahrt nach Ra‘iātea, Bootsarbeit und Blauwassertraum

Der Plan steht: um vier Uhr nachmittags wollen wir aus der Cooks Bay in Moorea auslaufen. Eine Nachtfahrt hinüber nach Ra‘iātea, etwa 100 Seemeilen. Das sollte eine nach der Vorhersage günstigen Wind und auch gute Wellenbedingungen bedeuten. So hat es Elisa in ihrer eigenständigen Planung herausgearbeitet und es deckt sich mit dem, was Wiebke und ich den Wetterberichten entnommen haben. Fein.

Nur: um zwei Uhr nachmittags schalten wir die Instrumente ein. Keine Anzeige auf Logge (Gechwindigkeitsmesser für die Fahrt durchs Wasser) und ebenfalls keine Anzeige auf dem Lot (Tiefenmesser). Nur Striche. Immerhin, die Windanzeige funktioniert, gibt allerdings nur den scheinbaren Wind an. Auch auf dem Plotter und dem Bordcomputer kommen keine NMEA-Daten vom Airmar-Tridata-Geber an (er misst eigentlich zudem auch die Wassertemperatur). Könnte am Kabel liegen, also irgendwo zwischen Vorschiff und den Anzeigen. Oder der Geber ist der Übeltäter, bloß haben wir den erst vor zwei Jahren in Kanada ausgetauscht, weil die Temperaturanzeige verrückt spielte. Hm, hilft ja nix. Bekommt Elisa gleich einen weiteren Einblick ins praktische Boots(arbeits)leben, es ist natürlich auch nicht der Erste in ihrer Zeit hier an Bord.

Also das vorderste Bodenbrett losschrauben, sonst kommen wir an die NMEA-Verkabelung des Gebers nicht heran. Zum Glück habe ich den alten Geber noch aufbewahrt. Allerdings gut versteckt im Vorschiff unter Elisas Koje. Also wird das gesamte Schiff erstmal ins Chaos gestürzt.

Nachdem der alte Geber herausgekramt ist, schließe ich ihn erst einmal trocken an den NMEA-Backbone an, drehe am Paddelrad und … bekomme eine Geschwindigkeit auf der Anzeige. Tiefe noch nicht, aber der Geber ist ja auch noch nicht im Wasser.

Also den neueren Geber ziehen (dabei kommt ein wenig Wasser in die Bilge) und den alten wieder einbauen. Funktioniert, bis auf die Anzeige der Wassertemperatur, aber die ist entbehrlich. Alles wieder aufräumen. Abfahrt dann immerhin trotzdem um 16.15 Uhr. Puh.

Dafür wird es dann aber wie erhofft eine wunderbare Nachtfahrt. Mit Heranführen von Elisa an die Nachtwachen, mit gutem Segelwind und überwiegend mit Sternenhimmel (ja, wir sehen den Rückgrat-Gecko trotz Vollmond in voller Schönheit).

Und unser neuer Ankerplatz im Südosten von Ra‘iātea sorgt ebenfalls für Begeisterung:

Das Paddelboard wird aufgeblasen. Ausgiebig geschnorchelt, gesprungen, geschwommen. Und relaxt.

Auch Bootsleben. 😎

Schon wieder Abschied: von unseren Freunden und von den Tuamotus

Seit über drei Jahren segeln wir jetzt schon im Pazifik, im März 2022 hat Flora den Panamakanal passiert. Danach ging es über Galapagos und Hawai’i zum bisher nördlichsten Punkt unserer Reise, nach Alaska. Und jetzt sind wir schon seit einem guten Jahr in Französisch Polynesien, im März 2024 kamen wir auf dem Gambier-Archipel und damit der bisher südlichsten von uns bereisten Region an.

Und jetzt? Ein wenig bleiben wir noch in Französisch Polynesien, aber nach einem knappen halben Jahr in den flachen Atollen der Tuamotus heißt es, von einer weiteren Inselgruppe Abschied zu nehmen. Es ist schön, dass wir unseren Freunden Karen und Steve vorher noch ein paar Highlights der Tuamotus zeigen können.

Von Fakarava aus geht’s zunächst hoch nach Toau.

Herrliches sportliches Segeln und dann ebenso wunderbares Schnorcheln im Coral Garden.

Ein Hike zum Außenriff mit seinen Tide-Pools, in denen wir bei Ebbe herumwaten, Seesterne, Krebse und Fische beobachten, darunter gleich mehrere Muränen.

Das Wetter spielt mit, auch zurück nach Fakarava und durch die Lagune hinunter zum Südpass können wir segeln. Ein Tauchgang an der Wall of Sharks für Steve und mich, …

… Driftschnorcheln für Karen und Wiebke. Und am nächsten Tag noch zwei weitere Schnorchelgänge im Südpass für uns vier, einmal auf der West-, einmal auf der Ostseite. Beide haben ganz unterschiedliche Reize und beide sind einfach fantastisch.

Ganz nebenbei darf Elektriker Steve bei uns an Bord natürlich auch arbeiten, er hatte mehrfach danach gefragt.

Erfolgreich kümmern wir uns gemeinsam um ein Problem mit unserem EmpirBus-System (natürlich im schwer zugänglichen Knotenpunkt unter unserer Spüle) und um den Austausch der Kondensatoren unseres Generators, der zuvor die Spannung nicht mehr konstant halten wollte.

Zurück im Hauptort Rotoava treffen wir bei einem unserer Spaziergänge auch Jakob wieder, der uns gleich erkennt. Bereitwillig zeigt er auch Karen und Steve noch einmal den Prozess der Kopra-Herstellung und er lässt es sich auch nicht nehmen, uns wieder mit frischen Trinknüssen zu versorgen.

Überhaupt, Rotoava mit seinen freundlichen Bewohnern und den herrlichen Blicken auf die Lagune macht uns den Abschied nicht leicht.

Aber es hilft ja nichts. Die kurze Urlaubszeit unserer Freunde ist um, mit dem Dinghy bringen wir Karen und Steve zum Flughafen.

Und wir? Ein kurzes Wetterfenster für die Fahrt nach Papeete tut sich auf, danach soll ein System weit im Süden hohe Wellen und einigen Regen zu uns hinaufschicken. Noch am Nachmittag lichten wir den Anker. Tschüss Tuamotus, es geht westwärts. Tatsächlich können wir nach anfänglichem Motoren durch die erste Nacht fast die gesamte Strecke herrlich segeln, selbst die Squalls verschonen uns weitgehend und bescheren uns nur ein paar schöne Regenbögen.

Erst in der zweiten Nacht, bei der Ansteuerung von Tahiti, verschlechtert sich das Wetter zusehends.

Im Morgengrauen begrüßt uns Papeete dann mit Weltuntergangsstimmung. Kaum am Ankerplatz angekommen will es dann auch gar nicht mehr aufhören zu regnen.

Gutes Timing.

Update Tahanea

Nicht zu fassen, wir sind schon seit einer Woche im Tahanea-Atoll. Vom ersten Ankerplatz am Pass haben wir die Flora nach zwei Tagen in den Südosten des Atolls verholt, denn inzwischen hat sich relativ konstant östlicher Wind eingestellt.

Fast unnötig zu erwähnen, auch dieser Ankerplatz ist schlichtweg traumhaft:

Wir verbringen ruhige Tage mit Schnorcheln, SUP, Wingfoilen …

… und einigen Arbeiten dazu. Leider ist der Schlauch (=Bladder) im Strut geplatzt. Das ist der mittlere Teil des Wingfoils, an dem auch die Griffe befestigt sind. Unsere Freundin Katrin wird in gut zwei Wochen zu Besuch kommen, sie bringt Ersatz mit. Bis dahin allerdings möchte ich nicht warten. Zum Glück lässt mich Ralph von der Lille Venn nicht nur seinen Wing benutzen, sondern zeigt mir auch, wie ein Bladder repariert werden kann. Bei einem kleinen Loch wäre das vergleichsweise einfach. Bei der an einer Schweißnaht geplatzten Bladder allerdings zeigen sich unsere gemeinsamen Reparaturversuche zunächst von eingeschränktem Erfolg. Ich kann den Wing wieder benutzen, muss ihn aber alle zehn Minuten wieder aufpumpen. Nicht sehr praktikabel. Erst nach dem fünften Reparaturversuch (zweimal Schweißen mit dem Vakuumierer, dreimal Flicken aufkleben und eine Nacht trocknen lassen) ist – oh Wunder – die Bladder tatsächlich wieder dicht.

Zwei andere Reparaturen beschäftigen uns ebenfalls einige Zeit. Beide betreffen die Elektrik auf Flora, nicht eben unsere Spezialität.

Zum Einen verweigert unser AIS mal wieder die Sendefunktion. Es zeigt uns zwar die Positionen der anderen Boote um uns herum (so sie mit AIS ausgerüstet sind) wunderbar an, wir selbst senden aber nicht, obwohl wir den Sendemodus eingeschaltet haben. Die Fehlersuche fördert eine im Plus-Kabel zusätzlich verbaute Sicherung zu Tage, bei der zwar der Sicherungsfaden noch intakt ist, das Gehäuse jedoch ziemlich angeschmolzen.

Austausch des Kabels nebst Sicherungshalterung und Sicherung: unser AIS sendet wieder.

Nicht ganz so einfach lässt sich das zweite Problem beheben, das zudem auch schwerwiegender ist: nachdem unsere beiden Kühlschränke zuletzt immer mal wieder zickten (die unter dem Bodenfach in einem Schrank in der Pantry eingebauten Kompressoren sprangen kurz an, gingen aber binnen weniger Sekunden wieder aus).

Nach einiger Zeit funktionierten sie dann aber wieder. Jetzt jedoch quittieren zeitgleich beide Kühlschränke komplett ihren Dienst. Gar nicht gut. Wir vermuten einen Zusammenhang mit einem Fehler im elektronischen Schaltpanel des EmpirBus-Systems, denn das lässt uns derzeit die Motorraumentlüfting nicht einschalten und die Kühlschränke nicht ausschalten, diese beiden Schalter sind in ihrer Funktion „eingefroren“, alle übrigen Schalter funktionieren zum Glück noch.

Auch hier warten wir auf Katrin, sie wird ein Ersatzpanel im Gepäck haben. Aber auf die Kühlschränke können wir bis dahin nicht verzichten.

Probehalber verlegen wir direkt von der Batterie eine Stromleitung zu den Kompressoren. Die Plus-Leitung bringt keine Besserung, aber als wir die Minusleitung verlegen (und damit den Schalter am Panel überbrücken) laufen beide Kühlschränke wieder normal, auch die Thermostate funktionieren. So weit, so gut. Aber bei der „fliegend“ durch das Schiff verlegten provisorischen Leitung kann es natürlich nicht bleiben, das Kabel muss ordentlich durch Kabelschächte unter den Bodenbrettern verlegt werden. Also Bodenbretter von der Küche durch den Salon, am Kartentisch vorbei und in der Achterkajüte los schrauben, drunter sauber machen, Kabel durchfummeln und befestigen, alles wieder verschrauben.

Immerhin, wir haben wieder kühle Getränke und die empfindlichen Lebensmittel bleiben haltbar. Puh.

😅

Ein Pizzaabend auf der Easy-One mit den Crews auch von der Lille Venn und der Free Fall hebt die Laune ebenfalls.

Und ein kleines bisschen kann ich mich revanchieren, als ich im Mast der Easy-One das stehende Gut kontrolliere.

Zur Belohnung für die kleinen Arbeitseinheiten im sonst wirklich entspannten Atoll-Leben:

Mit einem kühlen Sundowner aus dem jetzt wieder funktionierenden Kühlschrank lassen sich die abendlichen Wolkenformationen und die Farbenspiele am Himmel doch einfach noch besser genießen!

Glück im Unglück

Das neue Jahr startet für die Flora mit einem intensiven Rigg-Check. Hier am Ankerplatz in Hirifa im Südosten von Fakarava ist es inzwischen schön ruhig geworden. Der Wind hat auf Nordost gedreht und abgenommen, also bauen sich hier auch keine Wellen mehr auf. Perfekt, um sich für eine Überprüfung des stehenden Gutes mal wieder in den Mast ziehen zu lassen. Selbst bei nur mäßiger Welle schaukelt es dort oben in 20 Meter Höhe doch ziemlich.

Jetzt bei glattem Wasser aber ist es einfacher. Und das muss es auch sein, denn ärgerlicherweise gibt es mal wieder einen Schaden im Rigg. Eines der Wanten weist gebrochene bzw. aus der Pressung gerissene Kardeele auf.

Hm, nicht gut. Reparieren kann man das Want nicht, es muss mitsamt der auf den Draht aufgepressten Beschläge gewechselt werden. Da kommen Erinnerungen an Hawai’i auf. Damals hatte unser Check in Honolulu einen ähnlichen Schaden im Hauptwant ergeben. Wegen der speziellen “Ballcup and Stemball”-Verbindungen musste dazu der Mast gelegt werden. Diesmal allerdings sind wir nicht in einer Metropole, sondern fernab von jeglichen Riggern und Schiffsausrüstern vor Anker in einem Südseeatoll.

Betroffen ist das D3, ein kleineres Diagonalwant zwischen der zweiten Saling und dem Mast unterhalb der dritten Saling, also ziemlich weit oben im Mast.

Und das ist zugleich auch großes Glück im Unglück, denn exakt dieses Want haben wir als Ersatzteil dabei. Was total unwahrscheinlich klingt, hat einen ganz einfachen Grund. In Hawai’i wollten wir nicht nur das betroffene Hauptwant, sondern gleich alle Wanten (Drähte, die den Mast seitlich fixieren) und Stagen (Drähte, die den Mast nach vorne und hinten halten) erneuern, zumal ja ohnehin der Mast heruntergenommen werden musste. Der Rigger war zugleich Vertragshändler unseres Mast- und Wantenherstellers Seldén, er konnte fast alle Wanten und Stagen vor Ort mit Originalteilen herstellen. Für uns ein Riesenglück, denn dadurch verzögerte sich unsere Abreise von Hawai’i nur um etwa zwei Wochen und wir konnten die ja ohnehin kurze Saison in Alaska doch noch genießen.

Fast alle hieß damals, dass wir nur die D3-Wanten nicht ersetzen konnten. Es sind die dünnsten in unserem Rigg (nur 7 mm, die V1-Hauptwanten z.B. sind 12 mm) und die entsprechenden Beschläge wären frühestens einen Monat später eingetroffen, zusätzlich gab es laut dem Rigger wohl auch NachCovid-Lieferkettenprobleme.

Was uns heute gerettet hat: wir haben sie damals trotzdem bestellt, der Rigger hatte sie uns ein halbes Jahr später nach Kanada nachgeschickt. Seitdem lagen sie im Vorschiff, bei den regelmäßigen Rigg-Kontrollen sahen die D3-Wanten unauffällig aus – bis auf heute! Zusätzliches Glück: für den Tausch der D3 muss der Mast nicht gelegt werden.

Also tauschen wir sie hier am Ankerplatz. Andrea von der Easy-One übernimmt die Sicherungsleine (Spifall), Wiebke winscht mich mit der Dirk in den Mast.

Das D3 wird erst an der Saling losgeschraubt (die Werkzeuge sind zusätzlich mit Leinen gesichert) und dann am Mast ausgehakt. Danach lasse ich es an einem Tampen herunter, ziehe das neue hoch und baue es ein. Gleich noch das zweite D3 auf der Backbordseite und: Fertig ✔️.

Wir nehmen das auch als Bestätigung dafür, dass es richtig war, in Honolulu nicht nur das V1 zu tauschen, sondern das gesamte Stehende Gut anzugehen. Flora hat inzwischen auf unserer Langfahrt seit Juni 2019 über 39.000 Seemeilen im Kielwasser und damit wurde dem Rigg doch auch schon einige Belastungen aufgebürdet. Gut zu wissen, dass jetzt wirklich das gesamte Stehende Gut erneuert wurde.

Frohes Neues Jahr!

Abschied von Tikehau

Vom Ankerplatz am Garten Eden geht’s zurück Manta-Putzerstation am Motu Mauu. Dieses Mal fahren wir nicht mit dem Dinghy hinüber, sondern mit der Flora.

Auf dem AIS sehen wir, dass dort bereits ein Boot ankert. Es ist die India, ein kanadisch geflaggter Stahlschoner. Das Boot und den französischen Eigner Olivier haben wir schon in Sausalito in der San Francisco Bay und dann nochmal wieder in La Paz in Mexiko getroffen. Wir ankern neben ihnen und es gibt ein großes Hallo!

Das klitzekleine Motu mit der aufgegebenen Perlfarm auf dem deutlich größeren Riff bietet guten Wellenschutz und eine wildromantische Kulisse.

Vielleicht auch ein bisschen morbide, aber auf alle Fälle mit tollen Farbkontrasten.

Die Manta-Putzerstation liegt dem Ankerplatz gegenüber hinter der schmalen Spitze des Motus und natürlich statten wir ihr auch diesmal einen Besuch ab. Die Sicht ist an diesem Morgen allerdings nicht ganz so gut, das Wasser etwas aufgewühlter, aber wir haben wieder Glück: mit einer Manta-Sichtung.

Jeroen und Rayes, die etwas später dort schnorcheln, können sogar gleich drei Mantas im Formationsflug an sich vorbeiziehen lassen. Aber wir sind auch so mehr als zufrieden, ein solch majestätisches Tier zu sehen ist immer wieder ein Gänsehaut-Erlebnis.

Bei hochstehender Sonne fahren wir dann weiter nach Westen zum Tonnenstrich, biegen ab ins Fahrwasser Richtung Pass. Raus soll es aber erst morgen früh gehen, eine Nacht bleiben wir noch in Tikehau.

Direkt nördöstlichlich des Passes Tuheiava gibt es einen Ankerplatz, der durch ein fast Omega-förmiges Riff auch gegen den sich in der Lagune aufbauenden Ost-Schwell recht guten Schutz bietet.

Zeit, nochmal die Spielzeuge zu nutzen, bevor sie für die anstehende Passage Richtung Fakarava unter Deck verstaut werden müssen. Ralph leiht mir sein größeres 6qm-Wing, aber leider reicht für mich der Wind trotzdem nicht ganz zum Foilen. Dann halt Stand- und Langsamfahrt-Training.

Mit Ralph fahren Wiebke und ich noch per Dinghy durch den Pass, parken das Beiboot draußen an einer Boje und schnorcheln ein wenig. Ein riesiger Schwarm von bestimmt über tausend durchaus nicht kleinen Fischen ist etwa 20 m unter uns am Grund zu sehen. Die Fische stehen so dicht, dass ich sie zuerst überhaupt nicht als einzelne Tiere erkenne. Nur an den Rändern und wenn Bewegung hineinkommt wird es deutlicher.

Auf der Rückfahrt schnorcheln wir noch an einer Fischfalle im Pass. Sie scheint nicht mehr in Betrieb zu sein. Dennoch dreht ein grauer Riffhai in der Falle seine Runden. Vermutlich freiwillig, denn die Öffnung ist riesig.

Zurück zum Boot und alles klar machen für die vermutlich etwa anderthalbtägige Passage. Ganz sicher sind wir noch nicht, vielleicht biegen wir auch vorher nach Rangiroa oder Toau ab. Nach der Vorhersage wird es ein Amwindkurs bei leichten bis mittleren Winden werden, vielleicht müssen wir auch kreuzen. Das würde dann allerdings einen Zwischenstopp auf einer der anderen Atolle vor Fakarava wahrscheinlicher machen.

Für Flora wird es auch ein Test, wie die Stützkonstruktion für den schwächelnden Achterstagspanner unter Segeln funktioniert. Neben der bisherigen Talje aus 8 mm Dyneema habe ich jetzt noch eine weitere Talje aus 10 mm Dyneema geriggt. Doppelt hält (hoffentlich) besser.

Regen, Wind und Sonnenschein

Es bläst ganz ordentlich. Die letzten Tage meistens mit deutlich über 20 Knoten, also etwa Windstärke 6. Selbst am recht gut geschützten Zufluchtsort in der Baie Apu baut sich da eine unangenehme Welle auf. Zusätzlich ziehen kräftige Regenschauer durch.

Zwischendurch ist es auch mal trocken, wir machen einen Spaziergang am Ufer der Bucht. Am Wegesrand finden sich interessante Pflanzen wie etwa Buntnesseln …

… und Cat Whisker (Katzen-Barthaar):

Beide übrigens aus der gleichen Unterfamilie der Lippenblütler, zu der auch Salbei, Basilikum, Thymian, Bohnenkraut, Minze, Oregano, Lavendel und Zitronenmelisse gehören. Das googeln wir natürlich erst später. Vielleicht hätten wir zumindest mal an den Blättern reiben sollen?

Aber während die Crews von Easy One und Diamond Sea noch bis zum nächsten Ort (und Supermarkt) weiterwandern, kehren wir schon nach drei Kilometern um und machen uns im einsetzenden Regen auf den Rückweg.

Das ist schließlich genau das richtige Wetter, um mal wieder in den Motorraum zu krabbeln und einen kleinen Service am Volvo und am Generator zu machen. Bei der Gelegenheit wechsele ich auch die Opferanode im Kühlkreislauf, die wir in den USA zusätzlich hatten einbauen lassen. Im Original hat unser Volvo-Penta D2-75 zu unserem Erstaunen keine zu wechselnden Opferanoden im Motor. Das scheint uns schade zu sein, denn nach dem Erscheinungsbild der Anode macht sie sehr wohl ihre Arbeit und opfert sich eben für die edleren Metallteile im Seewasserkühlungsbereich des Motors auf:

Wie zur Belohnung lassen nach zwei etwas ruppigen Tagen der Wind und die Wellen soweit nach, dass wir von unserem Bojenplatz in der Baie Apu weiter an der Südwestküste von Taha’a nach Norden fahren können.

Auf Noforeignland sieht das so aus:

Wir segeln im etwa 40 Meter tiefen Wasser zwischen der Küste der von Tälern tief eingeschnitten grünen Hügellandschaft der Insel Taha’a und dem türkisen Sandstreifen am äußeren Riff.

An den meisten Stellen ist der türkisfarbene Sandbereich deutlich zu flach, als dass wir dort mit den 2m Tiefgang der Flora hineinfahren und ankern könnten. Erst am Motu TauTau finden wir einen etwa drei Meter tiefen Bereich. Sogar fast ohne Korallen-Bommies, perfekt zum Ankern. Und noch dazu mit wunderbarem Blick hinüber zu von hier nur etwa 10 Seemeilen (20 km) entfernten Bora Bora.

Mal sehen, vielleicht wird uns ja sogar ein Sonnenuntergang hinter dieser Postkarteninsel der Südsee beschert.

Am Pool, im Pool, auf dem Pool!

Es beginnt nicht so richtig gut. Die Zerhackerpumpe des achteren WCs gibt den Geist auf, es steht also mal wieder eine echte Sch…-Reparatur an.

Ich lenke mich erst einmal mit einem Drohnenflug ab und es kommt, wie es kommen muss. Bedienfehler, Absturz am dicht bewaldeten Bergrücken. Oh nein! Das ist meine gute Drohne. Der Fernbedienung kann ich immerhin noch die letzte Position der Drohne entnehmen, aber das war über ziemlich unwegsamen Gelände.

Gemeinsam mit Wiebke, Andrea und Ingo wird eine zünftige SAR-Mission (Search and Rescue) gestartet. Die Ausrüstung umfasst neben der Fernbedienung (die der Drohne ein Piepsen entlocken sollte) auch Taschenlampe, Machete (für dichtes Unterholz) und Fernglas (falls sie noch oben in einer Astgabel hängt). Außerdem festes Schuhwerk.

An der letzten GPS-Position orientiert, fragen wir in einem Haus nach, ob wir durch den Garten in den dahinter liegenden Berghang einsteigen dürfen. Das wird uns zum Glück erlaubt und so klettern wir zu viert mit jeweils etwas Abstand den steilen und ziemlich rutschigen Hang hinauf.

Kaum zu fassen: da liegt sie.

Allerdings ist sie beschädigt, zumindest die Aufhängung des Gimbals ist gebrochen.

Um es abzukürzen: die Reparatur des WC ist aufwändig, weil der Ersatzmotor des gleichen Herstellers andere Dimensionen hat und wir mit den Befestigungen ziemlich improvisieren müssen. Aber immerhin, am Ende funktioniert es. Die versuchte Notreparatur der Drohne misslingt allerdings, die müssen wir wohl zur Herstellerreparatur einschicken.

Müssen wir jetzt etwa jeden Berg hinaufklettern um ein Übersichtsfoto von unseren Booten am Ankerplatz zu bekommen?

Machen wir bei einem weiteren Dinghyausflug zu den Marae Taputapuatea mit einer Wanderung hoch zum Pointe Atiapiti und es ist schön. Aber zum Glück habe ich ja auch noch die Dji-Mini-III-Drohne als Backup.

Und mit der entstehen dann diese Aufnahmen von unserem nächsten Ankerplatz vor dem Motu Oatara (im Hintergrund liegt Huahine):

Wir ankern an der Kante zum tiefen Wasser, aber der Anker liegt bereits auf dem sandigen Flach. Hier ist es (vom Dinghy aus mit dem Handlot zuvor gemessen) nur wenig tiefer als unsere Flora mit ihren 2 m Tiefgang benötigt, insofern trauen wir uns nicht weiter auf die kilometerbreite Sandflächen herauf. Aber es ist ein Traum, bei diesem ruhigen Wetter hier zu liegen. In der Sonne zaubern die kleinen Wellen helle Swimmingpool-Muster auf den Sandgrund, ein leuchtend türkises Schwimm-Paradies. Bei Herumschwoien bleibt dann gerade so die berühmte Handbreit unterm Kiel der Flora. Wenn sie sich bei Niedrigwasser ganz sanft den Bewuchs unterm Kiel wegschubbert, auch nicht schlecht.

Kein Wind, keine Welle. Und diese unfassbaren Farben:

Zum Sundowner-Abendessen lädt uns die Easy One ein, es gibt super leckere Pizza vom Heckgrill mit Pizzastein. Mit Christina und Uwe findet sich dazu auch die Crew der Diamond Sea ein. Wir drei Crews kennen uns schon aus der gemeinsamen Corona-Zeit mit etwa zehn Booten in der kleinen Carlisle Bay auf Antigua.

Kaum zu glauben: Mareike mit ihrer Moana, die im März 2020 auch in der Carlisle Bay dabei war, kommt am nächsten Tag auf Raiatea an. Und mit der Wasabi von Andrea und Hans-Jörg liegt ein weitere deutsches Boot in der Nachbarbucht.

Nebenbei: so päsentiert sich der aufgehende Vollmond über dem Motu Oatara: