Abschied

Wir stehen neben uns. Praktisch die ganze letzte Woche schon. Gute Segelfreunde von uns sind tödlich verunglückt. Auf dem Weg von Bermuda nach Halifax gab es auf der Escape einen Unfall, sowohl Annemarie als auch Volker wurden schwerst verletzt abgeborgen. Genaueres zum Hergang ist noch nicht gesichert bekannt. Zurzeit wird nach dem treibenden Schiff professionell gesucht um es zu bergen.

Gute Freunde, wunderbare Menschen sind von einem Tag auf den anderen auf schreckliche Weise für immer fort.

Wir sind fassungslos und unendlich traurig, aber auch dankbar für die vielen schönen Erinnerungen, die uns mit den beiden verbinden. Dennoch, der frische Schmerz dieses Verlustes, die Lücke, die dieser Unfall in unser Leben, das Leben anderer Freunde und ihrer Familie gerissen hat, all das überlagert immer wieder urplötzlich jede andere Empfindung.

Während wir versuchen, irgendwie damit klarzukommen, es zu verarbeiten, müssen wir den Austausch des Stehenden Gutes der Flora begleiten, Teile besorgen oder abholen, beim Zusammenbau helfen, die Segel wieder aufriggen, testen, mit dem Rigger gemeinsam nachjustieren. Es beschäftigt uns, lenkt uns ab. Zwischendurch.

Flora ist jetzt bereit für den nächsten großen Schlag von Hawai’i nach Alaska, aber sind wir es?

Unsere Nachbarn wollen am Montag Richtung Alaska ablegen, ihr professioneller Meteorologe sagt, das Wetter passt. Trotzdem, wir überlegen, noch ein paar Tage auf Hawai’i zu bleiben. Hoffen, den Kopf und das Herz etwas freier zu bekommen. Vielleicht hilft es aber auch mehr, einfach los zu segeln.