Passage nach Hawaii, Tag 16

Wellen-Tanz in den Mai

Im Laufe des Abends wird das Segeln zunehmend rau. Wolkentürme bauen sich auf, Wind und Wellen nehmen kräftig zu. Bevor es ganz dunkel wird reffen wir das Großsegel. Eine gute Entscheidung, auf unserem Halbwindkurs haben wir in der Nacht Böen bis zu 25 kn. Flora rauscht durch die Finsternis, es ist Neumond und die Sterne sind von den Wolken verdeckt. Dabei bockt sie in den chaotisch laufenden Wellen immer wieder kräftig, die Schiffsbewegungen sind schwer vorherzusagen, es wird anstrengend, sich unter Deck zu bewegen.
Wie um diesen Gegenpol zu dem zuletzt so ruhigen Segeln komplett zu machen, setzt in der zweiten Nachthälfte noch heftiges Wetterleuchten ein.
Das kommt nicht ganz überraschend, die Wettervorhersagen hatten für die nächsten beiden Tage einen sprunghaft auf einen deutlich über 1.000 J/kg erhöhten Cape-Wert ausgewiesen. Zum Glück bleibt es aber bei Blitzen in und zwischen den Wolken.
Die chaotische See hat sich am Morgen leider noch nicht beruhigt, auch jetzt gerade schaufelt der Bug Weißwasser an Deck und immer wieder explodieren querlaufende Wellen an der Bordwand und schießen senkrecht in die Höhe, wir sind froh über Floras gut geschütztes Mittelcockpit.

Essen: Pizzadilla Flora. Eins unserer Lieblingsgerichte, wenn es einfach und schnell sein soll. Tortillafladen, wie Pizza belegt, zusammengeklappt und in der Pfanne gebraten.

Etmal: 188 sm, gesamt gesegelt 2.544 sm, noch geschätzte 1.756 sm nach Hawaii.