Passage nach Hawai’i, Tag 24

Wer sagts denn, alles ist gut, so schnell kann das gehen. Die Wellen haben ein bisschen nachgelassen, vor allem die Querwellen sind fast ganz weg. Der Wind ist auf 13 kn zurückgegangen. Wir haben die Reffs aus dem Groß genommen. Die Sonne scheint, blauer Himmel.
Sehr versöhnlich. Sogar die Angeln sind endlich mal wieder draußen, bei den Bedingungen zuvor hätte ich nicht auf dem bockenden Achterschiff einen Fisch filetieren wollen, wäre vermutlich auch nicht ohne Selbstverstümmelung ausgegangen.

Wer hätte das bei dem Ziel Hawai’i gedacht, es ist deutlich „kälter“ geworden, wir spüren das vor allem Nachts. Tagsüber jetzt bis 23 Grad, schon eine deutliche Veränderung gegenüber den ca. 30 Grad auf Galapagos. Aber es geht nun einmal vom Äquator aus nach Norden, wir sind bereits auf 18 Grad nördlicher Breite.

Wir haben auf diesem Törn jetzt schon über 4.000 sm auf der Logge und heute – wieder einmal – eine Zeitzonengrenze passiert. Jetzt sind wir in der Zeitzone von Hawai’i (GMT -10h), also zeitlich genau in Opposition zu Deutschland. Wenn Ihr Mittag habt, beginnt unser Tag (0.00 Uhr), haben wir Mittag, ist in Deutschland bereits wieder Mitternacht.

Bootsarbeit des Tages: mal wieder der Plotter. Dieses Furuno-Menü treibt mich noch in den Wahnsinn (vgl. Tag 21). Heute Nacht der Beweis, dass der Radar-Alarm nach der Neujustierung tatsächlich funktioniert. Da muss man allerdings erst einmal drauf kommen, dass ein Alarmkreis von 8 sm um das Boot keineswegs automatisch den Bereich von dort bis zum Boot umfasst, sondern nur den unmittelbaren 8sm-Bereich (7,8 sm also schon nicht mehr!). Ok, zweite Begrenzung der Zone gesetzt, jetzt geht es. AAAAber: Sobald ein Schiff (oder ein Squall) in den jetzt gesetzten Alarmbereich zwischen 8 sm und 3 sm um die Flora hineingelangt, ertönt nicht nur der gewünschte Alarm, sondern der Plotter setzt auch ab jetzt laufend MOB-Punkte (also Mann-über-Bord-Punkte) und zeigt den Kurs zum letzten MOB-Punkt an, löscht dafür aber unseren Wegepunkt. Total unpraktikabel, und leider habe ich noch keine Möglichkeit gefunden, dies zu ändern. Grrrr. Gelegenheit für Versuche boten ein Squall in der
Nacht und eine Frachter-Begegnung gerade eben. Die „Jericho Beach“ kreuzt unseren Weg, ändert aber sichtbar Ihren Kurs und passiert 2 sm hinter Floras Heck. Zielhafen: „Bell Bay, Australia“. Wow. Pazifik halt.

Essen: Rigatoni mit Tomaten-Chili (gestern noch im Geschüttel).

Etmal: 182 sm in 24 Stunden, zusätzlich weitere 7 sm in der Zeitumstellungsstunde, gesamt gesegelt bisher 4.042 sm, noch geschätzte 258 sm nach Hawai’i.