Wir lassen uns Zeit, Honolulu ausgiebig zu erkunden. Vom Hafen Ala Wai aus erlaufen wir uns zunÀchst die nÀhere Umgebung.

Am Hilton Hotel mit den farbigen Kacheln seiner âRainbowâ-Fassade vorbei schlieĂt sich gleich der berĂŒhmte WaikÄ«kÄ« Beach an. Der öffentliche Park im Vordergrund gehört noch nicht dazu, aber direkt hinter dem Hochhaushotel geht es los.



Die StraĂenschluchten der zumeist nicht ganz topmodernen Highriser gleich hinterm Strand sind von Palmen gesĂ€umt. Eigentlich mĂŒsste jeden Augenblick wie in der Fernsehserie aus den 80ern Thomas Magnum im roten Ferrari 308 am die Ecke biegen.




Auch auf der anderen Seite des Hafens schlieĂt sich zunĂ€chst ein kleiner Park an, wegen des dazwischen liegenden Kanals ist es dahin aber schon ein ordentlicher Spaziergang.

DafĂŒr ist man aber auch schon beim ersten groĂen Shoppingcenter angekommen, das sich hinter dem Park erstreckt und so ziemlich alles abdeckt, was das Konsumherz begehrt.
FĂŒr die Erkundung der Altstadt ist es zu FuĂ dann aber doch etwas weit. Macht nichts, denn – eher untypisch fĂŒr die USA – ist das Bussystem hier in Honolulu wunderbar ausgebaut und mit 5,50 $ fĂŒr die Tageskarte auch gĂŒnstig. Wir bekommen die dafĂŒr erforderliche Chipkarte im Mini-Supermarkt gegenĂŒber unseres Hafens.
Das auf Hawaiâi allgegenwĂ€rtige âAlohaâ, mit dem man sich begrĂŒĂt oder verabschiedet, dessen Wortsinn aber auch âLiebeâ bedeutet, leuchtet uns auch auf dem Display im Bus entgegen. ErgĂ€nzt wird es passenderweise durch das âChakaâ-Zeichen. Die Surfer haben dieses ebenfalls eng mit dem hawaiianischen LebensgefĂŒhl verbundene Handzeichen als âHang Looseâ mit ihrem Sport von Hawaiâi aus in die Welt getragen.

Ach ja, Surfer. Mit 19 war ich auf einer Tramptour in SĂŒdfrankreich so bekloppt, gemeinsam mit zwei Freunden einfach mal ein Surfbrett auszuleihen und in der NĂ€he von Arcachon einen Nachmittag lang abwechselnd mit den Wellen zu kĂ€mpfen. Keiner von uns dreien hat es damals geschafft, auf dem Brett in den Wellen ĂŒberhaupt zum Stehen zu kommen, wir haben uns die Knie wund gescheuert und die Arme aus dem Leib gerudert, um wieder hinauszukommen, nachdem wir in der Welle zum Strand gezogen wurden, wĂ€hrend das mit einer Leine an unserem Bein befestigte Board quer vor der Welle eben dahin gespĂŒlt wurde. Reichlich Salzwasser haben wir geschluckt und trotzdem sogar noch SpaĂ gehabt.
Ich kann nicht widerstehen und melde mich fĂŒr eine Lehrstunde im Wellenreiten am WaikÄ«kÄ«-Beach an. GroĂe Erwartungen (an mich) habe ich nicht. Aber wo ich doch schon mal hier am Geburtsort des Wellenreitens bin âŠ
Runterfallen, wieder aufsteigen. Und von vorne. Dazwischen jedes Mal wieder durch die Wellen hindurch hinauspaddeln, es wird so anstrengend, wie ich es in Erinnerung hatte. Aber in den anderthalb Stunden habe ich auch sechs Erfolgserlebnisse, GlĂŒcksMOMENTE im Wortsinn, denn der lĂ€ngste gestandene Ritt dauert gerade mal 7 Sekunden. Völlig platt aber glĂŒcklich komme ich wieder auf der Flora an. Das schreit nicht eben nach Wiederholung, aber wie der Nachmittag in Arcachon wird es eine tolle Erinnerung bleiben. Bilder davon gibts keine – auĂer in meinem Kopf!
Von der Altstadt dagegen gibts Bilder. Zum Beispiel:


Ein StĂŒckchen weiter die Statue von König Kamehameha I. vor dem GebĂ€ude des obersten Gerichtshofes. Ein bisschen kniffelig, wir sehen sie bereits zum dritten Mal. Das mit Rot und Gold verzierte Original soll wohl im kleinen Ărtchen Kapaau auf Big Island stehen, in Hilo und Honolulu hĂ€tten wir dagegen Kopien gesehen.



Beeindruckend ist auch die First United Methodist Church, die wir am Sonntag besuchen. In Hawaiianisch ist der Gesang im Gottesdienst zwar nicht (das wĂ€re aber beim 12.00 Uhr Gottesdienst der Fall, vielleicht hören wir uns das am nĂ€chsten Sonntag an). Aber schon die von der StraĂenseite eher unauffĂ€llige Kirche fasziniert mit ihrer Architektur. Der Ăsterreicher Alfred Preis hat 1955 hier aus Korallenzement und Lavasteinen ein Bauwerk geschaffen, dass nicht nur Hawaiianisch luftig erscheint, sondern es auch ist. Die obere âFensterâ-Reihe ist völlig offen, der Wind weht wie bei den ursprĂŒnglichen Hawaiianischen GrashĂŒtten und den traditionellen wĂ€ndelosen polynesischen VersammlungshĂŒtten quer durch das GebĂ€ude. Das Altarkreuz aus Glasbausteinen erstrahlt ohne kĂŒnstliches Licht.

FĂŒr uns schlieĂt sich ein Besuch im nahe gelegenen botanischen Garten an. Ein Goldbaum lĂ€sst dort seine BlĂŒten auf uns herunter regnen âŠ


⊠wir sehen, wo der Pfeffer wĂ€chst âŠ

⊠die Macademia-NĂŒsse , fĂŒr deren Export Hawaiâi bekannt ist noch am Baum âŠ

⊠und noch so vieles mehr. Insbesondere auch eine ganze Menge Vögel, der von der Pracht der BlĂŒten und FrĂŒchte natĂŒrlich auch angelockt werden. Zum Beispiel







Konnte ich also auch wieder meinem Vogel-Tick nachgehen. Und von SonnenuntergĂ€ngen und Skyline-Bildern kriege ich wohl auch nicht genug. đ


Aloha.