Passage nach Hawaii, Tag 14

Erst die Arbeit und dann das Bergfest-Vergnügen

Der Schlenker nach Norden ist eingeleitet. Die ersten vier Stunden können wir noch segeln, wobei der Wind immer weniger wird. Einmal mehr segeln wir (diesmal stundenlang) mit der ungewöhnlichen Kombination von Passatbesegelung und vollem Groß bei wenig Wind aus 165 Grad AWA. Kurz vor Sonnenuntergang dann Flaute, wir rollen die Segel ein, bauen den Spinnakerbaum zurück. Motor an und mit dem eintönigen Brummen des Diesels durch die Nacht.

Und damit wird der Pazifik, der uns ja bisher schon sehr friedlich behandelt hat, seinem Namen nun wirklich gerecht. Magellan hatte ihn nämlich „Mare Pacifico“, also „Stiller Ozean“ oder auch „Friedlicher Ozean“ getauft, weil er auf seiner Irrfahrt über diesen riesigen und für die Europäer unbekannten Ozean rund 100 Tage Flaute erlebte. Hoffen wir mal, dass wir auf unserem Törn nach Hawaii mit nur einem klitzekleinen Bruchteil davon konfrontiert sind.

Nach dem Frühstück wenden wir es positiv und nutzen die Flaute zu einem Arbeitseinsatz. Ein Blick ans Heck hatte zuletzt einen schleimig grünen Film auf dem Rumpf gezeigt, soweit Wellen ihn gelegentlich umspülen. Und – ärgerlicher – an der Kante des Hecks waren außerdem Entenmuscheln sichtbar. Wenn da schon welche sind …
Also Motor aus, Flossen an, Taucherbrille auf und bewaffnet mit einem Eiskratzer für die Autoscheibe ans Werk. Kein schöner Anblick: vor allem unterm Heck des Bootes finden sich etwa 2 cm lange Entenmuscheln in erschütternd großer Dichte, ziehen sich hoch bis 20 cm über die Wasserlinie und ansonsten etwa 60 cm unterhalb der Wasserlinie, tiefer finden sie sich nur noch vereinzelt.
Gut eine Stunde schabe ich die Biester vom Rumpf und wische danach den grünen Schleim mit einem Schwamm ab, damit sie nicht gleich wieder einen guten Nährboden finden. Das Wasser im Pazifik (und wahrscheinlich insbesondere um die Galapagos) scheint ein Wachstum dieser Muscheln zu fördern, wie wir es bisher mit Flora nicht erlebt und gekannt haben.

Und dann feiern wir. Den sauberen Rumpf vielleicht auch ein bisschen, vor allem aber unser Bergfest auf der Strecke nach Hawaii. Heute nacht haben wir auf diesem Törn die 2.150 sm überschritten, also mehr als die Hälfte der geschätzten 4.300 sm Gesamtstrecke geschafft. Und – total lieb – Susan und Holger von der Ultimate hatten uns vor der Abfahrt ein kleines Geschenk übergeben, was wir zu diesem Anlass öffnen sollen. Wir freuen uns über die Worte der Karte und das schöne Geschenk.

Gestern waren wir auch schon fleißig: Brot gebacken, Müsli gemacht, Mandelkuchen gebacken, natürlich alles auch probiert ;-). Deshalb gab es zum Essen dann einen leichten Wassermelonen-Schafskäse-Salat.

Etmal: 118 sm, gesamt gesegelt bisher 2.224 sm, noch geschätzte 2.076 sm nach Hawaii.

2 Gedanken zu „Passage nach Hawaii, Tag 14

  1. Tadaa! Glückwunsch! Eben von Euch gesprochen, am Strand sitzend. 20 Knoten Ost. Nix für Europafahrer.
    (… natürlich wird regelmäßig der Noforeignland-Kurs gecheckt.)

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  2. Toll wie ihr das meistert! Gratulieren zum Bergpreis👌 Ja das mit dem Belag unten am Schiff ist schlimm. Seit den Galapagosinseln putzen wir mind 1x wöchentlich! Kannten das vorher auch nicht.
    Weiter hin gute Fahrt.
    Pia&Köbi mit Lupina

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