Kanalbrücken – Fotosession

Wir stoppen in Chesapeake City kurz nach der Einfahrt in den C&D Canal. Der „Chesapeake and Delaware Canal“ ist nur 14 Meilen lang und verbindet den Elk River im Norden der Chesapeake Bay mit dem Delaware River, ermöglicht so also eine Abkürzung von rund 300 sm auf dem Weg vom Elk River nach Cape May.

Der Ankerplatz in Chesapeake City ist tricky und neigt zur Versandung, außerdem fehlt die rote Tonne (die in der Mitte der Einfahrt liegen sollte, die Grüne ist an die Ostseite der Pier gemalt. Wir gehen gegenüber an die Spundwand vor dem Restaurant „Schaefers“. Der dortige Hafenmeister versorgt uns mit vielen Tips für die Weiterfahrt. Er rät uns, zwei Stunden vor Hochwasser abzulegen, um die Strecke nach Cape May bestmöglich (strömungsgünstig) zu bewältigen. Klar, machen wir. Blöd ist nur, dass Hochwasser in Chesapeake City am nächsten Morgen bereits um 06.10 ist. Das Abendhochwasser ist uns zu spät, dann wäre es eine komplette Nachtfahrt den Delaware River hinunter. Also heißt es: morgens um 04.00 los.

Das führt aber dazu, dass wir auf unserer Fahrt nach Cape May in New Jersey die Brücken über den C&D Canal (Maryland und Delaware) in beinahe magischem Licht des sich langsam erhellenden Nachthimmels zu sehen bekommen:

Andere Länder, andere Sitten

Wir segeln weiter die Chesapeake Bay hinauf und erkunden verschiedene Flüsse und Creeks. Mit Greg und Michael an Bord machen wir als erstes einen kurzen Schlag von Annapolis in den Magothy River eben nordwestlich der Chesapeake Bay Bridge und ankern weiter drinnen hinter North Ferry Point.

Vor dem flachen Uferbereich ziehen sich lange Stege der versteckt unter den Bäumen liegenden Häuser hinaus. Manchmal mit Bootshäusern, fast immer aber mit Bootsliften versehen. Insbesondere die Motorboote werden hier zumeist nicht am Steg vertäut, sondern mit dem heimischen Bootslift elektrisch komplett aus dem Wasser gehoben und „in der Luft“ geparkt. Spart vielleicht auch das Antifouling. ☺️ In Marinas gibt es häufig überdachte Hallen für die Motorboote im Wasser, manchmal auch regelrechte Hochregallager, mehrstöckige Stapelplätze an Land.

Mit Florecita erkunden wir den gegenüber liegenden Cypress Creek, ein wunderschöner Ausflug auch wenn einmal mehr auffällt, dass das Anlanden mit dem Dinghy wegen des fast überall im Privatbesitz befindlichen Ufer schwierig sein kann.

Und – für uns vielleicht noch irritierender als bei den zahlreichen überwiegend eben doch kleineren Motorbooten – auch Segelboote haben manchmal am heimischen Steg und zum Teil auch in der Marina einen luftigen Liegeplatz:

Als nächstes Ziel haben wir uns Georgetown ausgewählt. Dafür segeln wir ein Stück weiter die Chesapeake Bay hinauf und dann gut 8 sm weit in den wunderschönen Sassafras River hinein. Wir sind schier überwältigt von diesem für uns bisher schönsten Fluss hier. Der Sassafras schlängelt sich, mal schmal, mal breiter, zwischen einer leicht hügeligen Landschaft hindurch, die mit lehmigen Steilufern, flachen Sandstränden, dichtem Schilf, riesigen Seerosenbuchten, gelegentlichen Wiesen oder Feldern und viel Wald herrlich abwechslungsreich ist. Die Bebauung ist hier am „Eastern Shore“ bei weitem nicht mehr so dicht wie um Annapolis herum oder am Magothy River. Wenn die Häuser höher am Hang gebaut sind, wird der Wasserzugang über Treppenkonstruktionen erschlossen oder es gibt einen eigenen Freisitz über dem Privatsteg.

Aber es gibt nicht nur solche Luxusvillen, sondern auch schöne einfache Häuser am Ufer. Insgesamt erinnert die Landschaft uns vielfach an unser altes Heimatrevier Schlei, kein Wunder, dass es uns so gut gefällt. Noch dazu, wenn wir vom Ankerplatz aus einen solchen Sonnenuntergangsblick genießen dürfen: