Saludu Sadigna. Ciao Italia.

Von Carloforte aus haben wir heute Mittag einen kurzen Segelschlag hinauf zur Isola Piana gemacht. Der Grund war, das wir uns oben am Kap von San Pietro selbst ein Bild von Wind und Welle machen wollten, die uns draußen erwartet.

Wir sind ein bisschen nervös, wie immer vor einem längeren Schlag. Hinüber nach Mahon auf Menorca sind es etwa 200 sm, also etwa 36 Stunden Fahrt. Wenn der Wind mitspielt. Genau das ist nicht ganz klar, wir werden wohl auf jeden Fall mit drehendem und auch etwas stärkerem Wind zu tun haben.

Wenn wir aber länger warten, kommen Flauten dazwischen. Und wenn wir noch länger warten, bestimmt auch wieder Mistral. Wir haben zwei für uns einigermaßen passende Wetterfenster ausgemacht: entweder heute Abend los oder morgen ganz früh. Die Entscheidung wollen wir hier am Ankerplatz treffen, die in Privatbesitz befindliche Insel Piana ist mit einem recht großen Langzeithotel bebaut (von der Bootshöhe aus sieht man aber überwiegen niedrige Häuser, die sich hinter die Palmen ducken. Das Hotel bietet sogar einen kleinen Hafen, aber wir liegen hier wieder einmal wunderschön und ruhig am Haken auf diesmal 5 m Wassertiefe. Bis auf ein kleines Badeboot haben sich die anderen Ankerlieger inzwischen schon wieder davon gemacht.

Und das tun wir jetzt auch. Nachdem wir mit Sizilien und Sardinien die beiden mit Abstand größten Inseln des Mittelmeeres besucht haben, soll es jetzt weiter auf die Balearen gehen, wir freuen uns auf ein neues Land.

Spanien 🇪🇸, wir kommen.

Carloforte

Eigentlich hätte es nur eine ganz kurze Stipvisite werden sollen. Wenn man wie wir aus dem Süden Sardiniens kommt, bietet sich Carloforte auf der westlich vorgelagerten Insel San Pietro als Absprunghafen für den längeren Törn nach Menorca an. Und das Wetterfenster sah gut aus: beim früh morgendlichen Start zunächst wenig Wind aus Nord, dann zunehmend und östlicher drehend, erst in eineinhalb Tagen, also kurz vor Menorca dann stärkerer Wind, aber genau von hinten. Das HÄTTE gepasst. Nur heute um fünf, als der Wecker klingelte, war die Vorhersage schon hinfällig. Statt eher schwachem Nordwind um 9 kn klapperten die Fallen im Hafen bei knapp 20 kn. Nochmal die Vorhersagen gecheckt: ein neues Bild. Naja, egal. Wir sind ja nicht auf der Flucht, legen wir uns halt wieder hin.

Das gibt uns zudem die willkommene Gelegenheit, Carloforte noch etwas näher anzusehen. Gestern hatten wir erst einen größeren Einkauf im CONAD-Supermarkt Nähe des Hafens gemacht. Danach dann einen viel zu kurzen Rundgang durch das schöne Städtchen, gefolgt vom wieder einmal sehr gemütlichen Ausklingen des Abends auf der Dancing Pearl bei Doris und Christian.

Aber schon bei dem kurzen Gang über Treppen, durch enge Gassen mit einladenden Restaurants (aber dafür war’s noch etwas früh) und über wunderschöne baumbestandene Plätze hat uns Carloforte mit seiner sehr entspannten Stimmung super gut gefallen. Ein paar Impressionen:

Und natürlich dürfen die Flamingos in der aufgegebenen Saline unweit des Hafens nicht fehlen: