Aitutaki – Impressionen

Hier einfach nur ein paar erste Eindrücke von Aitutaki.

Wie immer: auf die kleinen Bilder klicken für bessere Auflösung, sie lassen sich dann auch durchblättern).

Es ist erstaunlich, wie sehr sich die Insel in ihrem „Vibe“ von Französischen Polynesien unterscheidet. Jedenfalls für uns. Gut möglich, dass die Sprache dabei eine Rolle spielt. Es wird Englisch gesprochen – mit klar neuseeländischem Akzent. Unser Englisch ist deutlich besser als unser Französisch, kann natürlich sein, dass uns das entspannt.

Jedenfalls gefällt uns Aitutaki ausnehmend gut. Selbst der Straßenverkehr ist – trotz der Challenge, dass Links gefahren wird – ausgesprochen relaxt. Wir haben heute erstmal mit einem der hier sehr günstig zu mietenden Scooter 🛵 ein wenig die Insel erkundet und außerdem im Supermarkt unsere Obst- und Gemüsevorräte wieder aufgefüllt. Beides darf nämlich beim Einklarieren nicht an Bord sein. Wir hatten das ganz gut hinbekommen und tatsächlich praktisch alles vorher aufgebraucht.

Baden und Schnorcheln waren wir auch noch. 🏊‍♀️ 🤿

Delfin-Eskorte zum Traumstrand

Es ist ein fast unwirklich stillen Morgen. Kein Plätschern am Bootsrumpf. Kaum ein Windhauch kräuselt das Wasser. Flaute am Ankerplatz. Nur die dünnen Striche der Palmen-Motus am Rande des Atolls verhindern in der Ferne, dass die See und der Himmel am Horizont ansatzlos mit einander verschmelzen.

Das Wasser ist so kristallklar, dass wir in zwölf Meter Tiefe jede Muschel und jeden kleinen Fisch erkennen. Zeit für ein Bad. Wir lassen uns ins Türkis gleiten, Hineinzuspringen käme uns schon als Störung vor, schwimmen zur vor uns ankernden Lille Venn hinüber.

Mit Ralph besprechen wir, kurz nach Mittag im Pass tauchen zu gehen. Fein, dann können wir vorher noch mit dem Dinghy hinüber zu den Motus im wildromantischen Flachwasserbereich westlich des Passes fahren. Die Korallenriffe und die ausgreifenden Sandbänke dort machen den Besuch praktisch nur an stillen Tagen wie heute möglich.

Tatsächlich wären es Luftlinie vom Ankerplatz nur etwa anderthalb Meilen dorthin, durch die erforderlichen Umwege ist es allerdings fast die doppelte Strecke. Aber die lohnt sich, zumal uns die Slalomfahrt um die Bommies durch eine unerwartete tierische Begleitung versüßt wird.

Wir haben bisher in Französisch Polynesien erstaunlich wenige Delfine gesehen, hier aber begrüßt uns einer, kommt so nahe zu unserem Dinghy heran, dass wir im flachen Wasser seinen Schatten auf dem Sandgrund erkennen können.

Und das Beste: er bleibt bei uns, schwimmt mit etwas Abstand vor unserem Dinghy her, lässt sich zurück fallen, überholt wieder und schwimmt voraus, als wolle er uns durch das Labyrinth der Korallenbommies lotsen.

Erst kurz vor den Sandbänken der Motus verlässt er uns. Als es selbst mit schon angeklapptem Außenbordmotor zu flach wird, ankern wir Florecita und waten hinüber.

Ein tropischer Inseltraum empfängt uns und wir haben dieses abgelegene Idyll ganz für uns allein.

Nachtwanderung und Palmendiebe

Nachtwanderung. Mit Taschenlampen bewaffnet durch die Dunkelheit streifen. Schatten von Bäumen, die sich zu bewegen scheinen, die gespitzten Ohren lauschen auf das Geraschel huschender Kreaturen im Unterholz.

Wann haben wir so etwas zuletzt gemacht? Auf Klassenfahrt? Ist jedenfalls Ewigkeiten her. Die von einem Guide geführte Tour im nächtlichen Dschungel von Costa Rica kommt in den Sinn, die leuchtenden Augen von Spinnen (weiß), Baumfröschen (rot) und – von uns nicht gesehen – Katzen wie dem Ozelot oder gar Jauguar (grün). Aber das Gefühl dort war anders. Auch ein Abenteuer, aber eben mit Guide.

Hier auf Tahanea ist es eher der Klassenfahrt-Modus. Wir verabreden uns, brechen bei Neumond in stockdunkler Nacht um 9:00 abends (Sailor’s Midnight) mit zwei Dinghies auf zum übernächsten Motu.

Am mondlosen Himmel leuchten nur die Sterne, die Milchstraße bildet ein grandioses Panorama, davor lassen sich die Konturen der Palmen erahnen.

Schon die Anfahrt in der Finsternis ist eine Herausforderung, denn auch im Schein der starken Taschenlampe sind die Bommies in Ufernähe erst sehr spät zu erkennen. Wir schleichen in Slalomfahrt zum Strand. Große Löcher im Korallenschutt deuten darauf hin, dass wir dort eine gute Chance auf Palmendiebe habe.

Und deshalb sind wir hier. Palmendiebe, auch Kokoskrabben genannt, gehören wie Garnelen, Hummer und Langusten zu den Zehnfußkrebsen. Sie werden allerdings deutlich größer, die Spannweite der Beine kann einen Meter betragen. Sie sind die größten landlebenden Krabben. Aber wieso Palmendieb? Sie klettern tatsächlich auf Bäume. Ihre Scheren sind so kräftig, dass sie damit die hier so reichlich vorhandenen Kokosnüsse öffnen können und dann das weiße Fruchtfleisch fressen. Wer sich schon einmal mit Machete oder Messer an einer Kokosnuss versucht hat, weiß, dass er sich vor der Kneifkraft dieser Scheren (über 3.000 N pro cm2, etwa viermal soviel wie die Beißkraft eines Wolfes!) in Acht nehmen sollte.

Tagsüber halten sie sich verborgen, erst Nachts kommen sie zum Fressen aus Felsspalten und Sandlöchern heraus.

Neben ihrer immensen Größe beeindrucken sie auch mit ihren farbenprächtigen Panzern. Die Körperfarbe variiert stark, blau, violett, türkis, orange, braun und helles Ocker sind in unterschiedlichen Kombinationen vertreten.

Wenn man wie wir das Glück hat, dass während der Beobachtung ein Regenschauer niedergeht, leuchten die Farben ihrer Panzer im Schein der Taschenlampen umso mehr.

Auch das Klettern auf Bäume können wir beobachten:

Die Palmen müssen dabei nicht schräg stehen, auch senkrechte oder gar überhängende Passagen sind für Palmendiebe kein Problem.

Aber auch auf dem Boden sind diese wie aus der Zeit gefallenen Geschöpfe beeindruckend. So sehr, dass wir die erst mit 5 bis 6 Jahren geschlechtsreifen Tiere nicht für den Kochtopf einsammeln, sondern einfach nur bestaunen.

Weibchen mit Paket befruchteter Eier am Hinterleib

Neben den Palmendieben sind am Strand natürlich noch weitere Krabben unterwegs. So sehen wir “Yellow Nipper” (Blasse Strandkrabben), Abolineatus und natürlich eine Vielzahl von Einsiedlerkrebsen. In einer frühen Wachstumsphase schützen übrigens auch Kokoskrabben ihren (später zumeist unter den Körper geklappten) Hinterleib durch Schneckengehäuse, im jugendlichen Alter manchmal auch durch Kokosnussschalen.

Über zwei Stunden sind wir unterwegs. Erlebnis Nachtwanderung.

Ingo und Andrea (Easy-One), Teresa (Freefall), Wiebke und Ralf (Flora), Jeroen (My Motu), Ralph (Lille Venn), Rajesh (My Motu)

Beach fun on Tahanea

Das Motu, hinter dem wir hier im unbewohnten Tahanea-Atoll ankern, bietet sich für einen Beach-Nachmittag geradezu an.

An der Südspitze des Motus gibt es eine Feuerstelle, eine Hängematte aus Netz ist an einem schattigen Platz daneben aufgehängt.

Wir bringen noch unsere eigene Hängematte mit, außerdem einige Strandspiele wie Boccia und Frisbee. Und auch für das leibliche Wohl ist gesorgt, alle bringen etwas mit. 5 Boote (Lille Venn, Easy-One, Freefall, Skylark und Flora) liegen in der Bucht, alle Crews sind dabei. Wie fast immer bei solchen Gelegenheiten wird es ein wunderbarer, entspannter Nachmittag.

Auch die mit Steinen und großen Seeschnecken-Gehäusen eingefassten Feuerstelle wird genutzt.

Nach Sonnenuntergang geht’s dann aber doch recht flott zu den Dinghies. Noch schnell das Feuer löschen und aufs Boot, um diese Zeit werden die stechenden oder beißenden Plagegeister dann so richtig aktiv, das Feuer scheint sie nicht wirklich abzuschrecken (oder vielleicht müssten wir uns selbst räuchern).

Wie auch immer, an Bord haben wir bisher erstaunlich wenig Probleme damit gehabt, selbst in Alaska (wir hatten anderes befürchtet) und eben auch hier in Französisch Polynesien. Das interne Mosquitonetz über dem Bett haben wir tatsächlich das letzte Mal in Italien aufgebaut.

Über fünfeinhalb Jahre ist das her. Unseretwegen kann das Netz gerne weiter ungenutzt im Schapp bleiben.

Weihnachtsgrüße aus Fakarava und Anstoßen auf “Flora”

Vor der Weihnachtsparty (Ralf noch mit Gesichtsstoppeln) machen wir unseren Weihnachtsspaziergang am Sandstrand von Hirifa auf Fakarava.

“und wie ich so strolcht durch den finsteren Tann”

Mit insgesamt 8 Crews aus mindestens 6 Nationen und 4 Religionen feiern wir dann am Heiligabend auf der Lille Venn von Barbara und Ralph. Jeder bringt etwas fürs Buffet mit und es wird wunderbar.

(Photo courtesy Rajesh, SV My Motu, der deshalb leider nicht auf dem Foto ist))

Wir singen Weihnachtslieder (Stille Nacht sogar mehrsprachig) und es gibt auch Geschenke. Das Wichteln mit Würfelspiel zur Vergabe der Präsente kommt prächtig an.

Es wird ein herrlicher langer Weihnachtsabend.

Am ersten Weihnachtstag telefonieren wir gerade mit Wiebkes Mama zu deren Geburtstag, als mehrere WhatsApp von Andrea aufploppen. Als wir nach dem Telefonat die Sprachnachricht abhören, fragt Andrea hörbar aufgeregt, ob wir bitte ganz schnell rüber zur Easy-One kommen können?

Also flugs ins Dinghy und rüber, was ist da los?

Absolut nichts Schlimmes zum Glück, ganz im Gegenteil. Eine Flasche Sekt steht auf dem Cockpittisch. Und so feiern wir ein ganz besonderes Christkind: Andrea ist zum zweiten Mal Oma geworden und (was auch Andrea vorher nicht wusste), der Name ihrer neugeborene Enkelin ist “Flora”. Wenn das kein Grund zum Anstoßen ist!

Am Weihnachtsnachmittag gibt es dann ein Seglertreffen am Strand. Mit Boccia, Beach-Tennis, Abkühlen im Türkis,

Slackline …

Jeroen machts vor
Beschwingte Omi Andrea auf der Slackline

… und natürlich einfach viel Klönschnack.

Weihnachten auf Fakarava, so sieht’s (bisher) aus.

Im Südosten von Toau

Hier lässt es sich aushalten. Gegen die derzeit vorherrschenden östlichen Winde bietet das Motu Otuhorau mit seinem dichten Palmenbestand hervorragenden Schutz und es baut sich kaum eine Welle auf. Das ist um so bemerkenswerter (und beruhigender), als in den letzten beiden Nächten ziemlich kräftige Squalls mit Starkregen und kurzfristige Winde in Sturmstärke von an die 40 Knoten in Petto hatten.

Tagsüber ist meist ruhiger, aber selbst das gemütliche abendliche Seglertreffen mit den Dinghies im Flachwasser am Strand …

(hier mit den Crews der Gerty und der Adiona)
Photo credit: Jill, S/V Gerty

… bekommt in einem Squall dann doch einen etwas anderen Charakter:

Jill und Michael von der S/V Gerty

Aber hey, kein Grund, sich die gute Laune verderben zu lassen, Segeln ist schließlich Wassersport!

A propos Sport: der meist kräftige Wind und das dafür ziemlich glatte Wasser helfen mir beim Wingfoil-Training. Gelegentlich schaffe ich es jetzt auch auf meiner schwächeren Seite (mit meinem linken Fuß vorn) zumindest kurzfristig ins Foilen zu kommen.

Photo courtesy: Jill, S/V Gerty

Aber es bleibt erstmal bei ziemlich viel Kletterei zurück aufs Board nach den Abflügen, da fordert der böige Wind dann doch Tribut.

Was noch?

Schnorcheln,

Strandspaziergänge,

Spielenachmittag auf der Adiona bei Maggie und Scott, Sundowner auf der Gerty bei Jill und Michael, Organisieren der Ersatzteillieferung unseres hydraulischen Achterstagspanners von Deutschland (Riesendank an Uwe von Nordyacht!) nach Papeete und weiter nach Fakarava (bei aktuellem Streik der Flughafenfeuerwehr), nicht zuletzt auch ein bisschen Vorbereitung auf unser Webinar über Alaska am Donnerstag,

Uns wird nicht langweilig.

Motu Puarua (Bird Island), Tikehau

Wir verbringen ruhige Tage in Tikehau. Der Wind hat ein bisschen nachgelassen. Unter 15 Knoten reicht es für mich als Anfänger mit meinem Equipment und meinem Gewicht kaum zum Foilen, es ist also mehr Technik-Training für den richtigen Stand auf dem Board und den richtigen Umgang mit dem Wing, das macht es allerdings nicht weniger anstrengend. Aber das gleichen wir mit langen Pausen, gemütlichen Ausflügen mit dem Kayak und entspannten Besuchen bei und von unseren Nachbarliegern aus.

Außerdem nutzen wir das vergleichsweise glatte Wasser der Lagune für einen Ausflug zum etwa drei Seemeilen entfernten Motu Puarua. Dieses Inselchen liegt nicht wie die meisten Motus auf dem Außenriff, sondern weit innerhalb der Lagune. Zudem wachsen dort nur wenige Palmen, dafür bedecken niedrige, dicht stehende Bäume die aus Korallengestein bestehende Insel. In Verbindung mit der abgelegenen Lage macht das dieses Eiland zu einem Vogelparadies. Vor allem Seeschwalben brüten hier, insbesondere die dunklen Noddy-Seeschwalben und die weißen Feen-Seeschwalben.

Speziell im Uferbereich sind die Bäume voll von ihnen. Besonders die Noddys finden sich gern in großen Gruppen zusammen.

Es ist schon erstaunlich, wie sehr wir dazu neigen, diesen Vögeln auf Grund ihres Aussehens menschliche Charaktereigenschaften zuzuordnen. Es ist zwar absolut abstrus, aber wir jedenfalls können uns trotzdem kaum davon frei machen, die Noddys mit ihrer Körperhaltung und den “unterlaufenen” Augen eher als verschlagene “finstere Gesellen” zu sehen …

… und die blütenweißen Feen-Seeschwalben mit Knopfäuglein und königsblauem Schnabelansatz eher positiv zu besetzen.

Sagt natürlich nur etwas über uns und unsere Vorurteile aus und nichts über die Seeschwalben selbst. Und die kümmern sich auch überhaupt nicht um uns, schimpfen sogar erstaunlich zaghaft, wenn wir versehentlich zu nahe an ein Gelege kommen. Das passiert leicht, denn die Bäume sind voll von ihnen und die Brut ist manchmal schwer zu erkennen.

Aber das große Teleobjektiv der Kamera schafft es trotzdem, die flauschigen Küken ganz nah erscheinen zu lassen:

Zu den Seeschwalben gesellen sich gelegentlich ein paar der größeren Rotfußtölpel (Red Footed Booby).

Und sogar ein Brachvogel rastet auf dem kargen Korallengestein. Eigentlich bohrt er mit seinem langen, gebogenen Schnabel ja eher in sumpfigen Böden nach Nahrung.

Wir haben auch Schnorchelausrüstung mitgebracht und tatsächlich ist das Wasser hier in Lee der Insel etwas weniger trüb als an unserem Ankerplatz. Viele Korallen im Flachwasserbereich sind in gutem Zustand.

Vor allem aber sehen wir Weihnachtsbaumwürmer (die Spiralröhrenwürmer heißen im englischen wirklich Christmas tree worm) in großer Anzahl und Farbenvielfalt.

Die Würmer bauen Kalkröhren in den Korallen, die sie zeitlebens nicht mehr verlassen. Was wir von ihnen sehen, sind die nach außen gestülpten “tannenbaumförmigen” Kiemen. Bei Annäherung oder auch nur starker Wasserbewegung werden die Kiemen blitzartig nach innen gezogen, in so einer farbenfrohen Kolonie ist das ein ziemliches Spektakel.

Ruhige Tage sind also nicht notwendigerweise erlebnisarm 😎.

Geburtstag und Maramu-Verstecken auf Tahanea

Erst mal ganz lieben Dank für die vielen Glückwünsche zum Geburtstag, die mich auf allen möglichen Kanälen erreicht haben. Das hat mich wirklich sehr gefreut.

Für die nächsten Tage sind hier in den Tuamotus böige Wind der Stärke 7 bis 8 Beaufort vorhergesagt. Wir blieben also erst einmal wo wir sind, relativ gut geschützt hinter den mit Palmen bestandenen Motus im Südosten von Tahanea. “Maramu” werden diese kräftigen und manchmal ganz schön lange anhaltenden Winde aus Süd oder (in unserem Fall) Südost genannt.

Da viele Atolle insbesondere auf der Südseite nur ein relativ flaches Riff aufweisen, führen die Maramu-Winde oft auch dazu, das extrem viel Wasser über das Riff hinweg in die Atolle gedrückt wird. Raus kann es nur durch die Pässe. Anhaltender Maramu sorgt dann dafür, dass im Pass stets ablaufendes Wasser mit starken Strömungen herrscht und ein Einlaufen von See sowie auch das Auslaufen aus dem Atoll gefährlich oder gar unmöglich macht.

Also erstmal Füße still halten.

Etwa 15 Boote haben sich hier versammelt und warten den Maramu ab.

In der “Ruhe vor dem Sturm” gibt’s noch ein Seglertreffen mit Lagerfeuer am Strand, für die nächsten Tage wird das wohl nichts mehr werden.

Aber schon an diesem Abend bleibt es nicht so beschaulich. Eines der Dinghies ist unbemerkt abgetrieben, Mikael kommt entsprechend aufgeregt zum Feuer zurück. Wiebke und ich springen mit ihm in unsere Florecita, auch einige andere Beiboote mache sich auf die Suche. Einfach wird es nicht, es ist inzwischen stockdunkel und eben weiter draußen in der Lagune auch ganz schön windig. Wir holen noch unsere große Maglite-Stabtaschenlampe von Bord der Flora und beginnen dann, Suchmuster zu fahren. Geschätzt 1 bis 2 Meilen könnte das Dinghy schon abgetrieben sein. In der Finsternis gleicht das ein wenig der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Von den Wellen sind wir inzwischen klatschnass und Mikael denkt mehrfach laut ans Aufhören, aber so schnell geben wir nicht auf. Das zahlt sich aus, nach einer halben Stunde Zickzackfahrt durch die Finsternis erscheint im Lichtkegel der Maglite tatsächlich ein grauer Fleck. Das muss es sein und es ist es. Wahnsinn. Glück gehabt.

Am nächsten Tag: die Kitesurfer haben sich mit ihren Booten zunächst noch vor die Lücken zwischen den Motus gelegt: hier gibt es ungestörte Winde zum Kiten. In den letzten Tagen hat das für sie ganz gut geklappt, inzwischen verholen manche ihre Boote aber doch in den Landschutz. Der Wind hat heute nochmal kräftig zugelegt, inzwischen bilden sich selbst hier am Ankerplatz manchmal erste Schaumkronen.

Die Drohnenfotos sind deswegen “vorher” 😉.

Twin Palms Yacht Club Raroia: der Yachtclub auf einem unbewohnten Motu

Für den Ankerplatz im Nordosten von Raroia hat sich die inoffizielle Bezeichnung “Twin Palms Yacht Club” durchgesetzt. Ein griffiger Name zur Unterscheidung ist ganz praktisch, denn die lokalen Namen der einzelnen unbewohnten Inselchen auf dem Ringriff des Atolls sind in den Seekarten nicht verzeichnet und theoretisch könnte man vor den meisten von ihnen ankern. Aber wieso gerade dieser Name für den Ankerplatz vor einem unbewohnten Motu?

Da waren wohl ein paar kreative Segler am Werk. Die Einrichtungen des Yachtclubs bestehen aus einer Feuerstelle, einer Schaukel, mehreren aus Strandgut gefertigten Hängematten, einem Tischchen und einem Eisen-Sporn zum Öffnen von Kokosnüssen.

Und eben den namensgebenden Kokospalmen, wobei es davon weit mehr als nur zwei gibt.

Nach ein paar Tagen an diesem Ankerplatz mit jeweils Dinner- oder Sundowner-Einladungen für uns auf eines der Nachbarboote fahren wir kurzentschlossen mit dem Dinghy zu allen umliegenden Booten und stoßen ein nachmittägliches Treffen am Yachtclub an. Kein Potluck, vielleicht ein paar Beach-Spiele, Snacks, Erfrischungen, Wiebke macht außerdem Kuchen.

Viele Crews kommen. Die meisten haben wir schon auf anderen Ankerplätzen getroffen, einige lernen wir erst hier kennen. Aus den Spielen wird nichts, aber die Unterhaltungen sind angeregt und vor allem: Kokosnüsse sammeln und öffnen ist der Hit, zumal es für einige das erste Mal ist.

Im Laufe des Nachmittags trudeln immer mehr Crews ein, es wird richtig schön bunt gemischt was Nationalitäten, Alter, Segelerfahrungen, Woher und Wohin angeht.

Die Gesellschaft löst sich erst kurz vor Sonnenuntergang auf, so lassen sich mit den Dinghies die Riffe und Bommies auf der Heimfahrt zum Boot noch einigermaßen ausmachen.

Allerdings sind wir dadurch schon im Aufbruch, als die Kokos-Krabben anfangen, aus ihren Löchern zu kriechen. Diese auf Kokosnüsse spezialisierten Land-Krabben sind hier sehr zahlreich und sollen ziemlich schmackhaft sein. Aber das sparen wir uns für ein andermal auf.

Tahuata II: Anse Ivaivaiti

Um die 20 andere Boote ankern mit uns in der Baie Hanamoenoa. Keineswegs so enge Ankerverhältnisse, wie wir es zum Beispiel in den Balearen erlebt haben, aber eben für hiesige Verhältnisse doch recht gut gefüllt. Stört uns eigentlich nicht, aber zum Schnorcheln sind uns weniger herumsausende Beiboote doch lieber. Unser Freund Michael aus Washington pflegt zu sagen: “If you can’t stand the heat, stay out of the kitchen!” Kein Problem, wir verholen die Flora einfach um Pointe Touatahi herum in die südlich unmittelbar angrenzende Bucht. Auch die Anse Ivaivaiti bietet einen Sandstrand mit Palmen. Trotzdem ankert nur ein Katamaran etwas außerhalb, in der Bucht liegt neben Flora nur ein kleines Angelboot an einer Boje.

Das klare Wasser mit den zur sandigen Mitte steil abfallenden Felsen an der Seite bietet sich zum Schnorcheln geradezu an. Freunde von uns hatten berichtet, dass in den Buchten hier häufig Mantas beobachtet werden können. Die haben sich uns hier zwar bisher noch nicht gezeigt, obwohl wir extra schon morgens zum Sonnenaufgang Ausschau gehalten haben, aber auch sonst hat die Unterwasserwelt einiges zu bieten. Schildkröten und (Schwarzspitzen-)Haie sehen wir nur aus einiger Entfernung, aber die Riff-Fische sind dafür weniger scheu.

Nebenbei, außer den exotisch bunten Fischen sorgen auch die tropischen Temperaturen dafür, dass wir uns gleich mehrere Male schnorchelnd durch die Bucht bewegen und die Ufer dieser malerischen Bucht erkunden.

☺️