Abschlepp-Aktion vor der Ankunft: Tag 24 der Passage von Mexiko nach Französisch Polynesien

Landfall mit Hindernissen

Die letzte Nacht vor der Ankunft beginnt mit einem Schock. Allerdings für Jeanette und Jeroen sicher mehr als für uns. Mit Beginn der Dämmerung erhalten wir einen Anruf von unserem Buddyboat. Die etwas hinter uns liegende Fidelis hat einen Getriebeschaden, der Motor ist nicht einsetzbar.

Es sind noch gut 40 sm bis zur Ansteuerung der Riffdurchfahrt, derzeit ist – wenn auch nur leichter – Segelwind. Also vereinbaren wir, dass wir zunächst ein Reff einbinden, damit sie weiter zu uns aufschließen können. Falls möglich, wollen wir die Boote bis kurz dem Pass segeln. Dann soll Flora die Fidelis in Schlepp nehmen. Allerdings ist weiter abnehmender Wind vorhergesagt. Für den Abend unseres Ankunftstages allerdings kündigen sich kräftige Gewitter an, allzu spät sollten wir nicht dort sein.

Bis 4.00 Uhr segeln wir, dann ist völlige Flaute. Noch gut 20 sm bis zum Pass. Fidelis ist jetzt aber nur noch 2 Meilen von uns entfernt. Über Funk vereinbaren wir den Versuch, doch bereits in der Dunkelheit eine Schleppverbindung herzustellen. Eigentlich möchte ich die Zugkraft mit einem Hahnepot auf unsere beiden Heckklampen verteilen, aber von dieser Vorstellung muss ich wieder Abstand nehmen. An Steuerbord würde unmittelbar am Propeller des Außenborders entlanglaufen, zu gefährlich. Und selbst wenn wir den Außenborder hochklappen oder gar (unterwegs im Dunkeln aufwändig) abnehmen, würde die Hahnepot auf Höhe der Unterkante unseres Dinghies verlaufen. Nicht gut. Die See ist ruhig, da sollte die massive durchgebolzte Backbord-Heckklampe unserer Hallberg-Rassy 43 auch mit den Zugkräften der 54 ft Amel klarkommen (hoffen wir).

Wiebke manövriert uns dicht an die Fidelis heran und ich werfe eine dünne Leine hinüber, an deren Ende ich unsere 50 m lange Heckankertrosse geknotet habe. Letztere befestigt Jeroen am Bug der Fidelis und dann beginnt die Schleppfahrt.

Angenehmer ist es natürlich, als es zwei Stunden später langsam hell wird und sich vor uns auch die Gambier-Inseln abzuzeichnen beginnen.

Es ist unmöglich, die Schleppleine permanent unter Last zu halten. Auch wenn die Wellen niedrig sind, zwei Dünungen laufen hier aus verschiedenen Richtungen um die Nordspitze des Gambier-Riffs herum. Laut Windy sind die derzeit zwar nur 1,6 und 1,2 m hoch. Manchmal heben sie sich fast auf, manchmal addieren sich die Höhen. Aber jedenfalls sorgen sie eben doch dafür, dass die Schlepptrosse unregelmäßig Lose bekommt oder sich strafft. Wir müssen aufpassen, dass Fidelis leicht nach Steuerbord versetzt hinter uns bleibt, damit die Trosse beim Hochschnellen nicht unter unsere Rettungsinsel knallt.

Insbesondere beim Einlenken in den Pass und den folgenden scharfen „Linkskurven“ bei der Durchfahrt der inneren Riffe zum Ankerplatz vor Rikitea auf Mangareva ist das wichtig.

Das Fahrwasser ist gut betonnt. Aber Achtung: die Betonnung folgt hier in Französisch Polynesien wieder dem zu Hause in Europa verbreiteten System A (einlaufend rot an Backbord) und nicht wie zuletzt System B (Red Right Return).

Es ist anstrengend, keine Frage. Das Abschleppen reibt an den so kurz vor dem Ende der Passage ohnehin überstrapazierten Nerven, aber es ist eben auch Teil der gelebten Seemannschaft und des Abenteuers, das mit einer solchen Ozeanpassage einher geht. Und: alles klappt gut, wir kommen sicher am Ankerplatz vor Rikitea an.

Das dann unsere Ankerwinsch mitten im Manöver in Streik geht und die Sicherung durchbrennen lässt hätte jetzt eigentlich nicht sein müssen, aber wir finden einen Workaround und bringen das Manöver zu Ende, ersetzen dann die Sicherung und werden uns vielleicht morgen um den Fußschalter kümmern, den wir als eigentliche Ursache verdächtigen.

Strecke bis zur Ankunft: 86 sm, damit gesamt auf dieser Passage: 3.048 sm, unsere zweitlängste Passage bisher auf der gesamten Reise.

Ankunft war um 13.00 Gambierzeit (wir sind jetzt 10 Stunden hinter der deutschen Zeit). Einschließlich der durch die beiden Zeitzonen gewonnenen zwei Stunden waren wir also 24 Tage und 4 Stunden (=580 Stunden) unterwegs. Das macht 5,25 kn Durchschnittsgeschwindig-keit. Wohl der niedrigste Wert unserer bisherigen Hochseepassagen, und doch sind wir damit sehr zufrieden. Denn zum einen haben wir es damit geschafft, praktisch die kompletten Tropen von Nord nach Süd mit nur 43,4 Motorstunden zu durchfahren, wovon ja auch noch gut 8 Stunden auf das Schleppen entfallen. Vor allem aber haben wir es mit dem teilweise bewusst langsamen Segeln geschafft, alle Gewittergebiete auf dem Weg zu umschiffen.

Ankommenschluck mit der Crew der Fidelis

Wir sind ein bisschen erschöpft, glücklich und wir freuen uns darauf, mal wieder eine ganz Nacht durchzuschlafen.

🥱😴💤

Na ja, mal schauen ob das inzwischen für den frühen Morgen vorhergesagte Gewitter das zulässt, aber deutlich lieber hier als unterwegs.

Tag 16 der Passage von Mexiko nach Französisch Polynesien

Erste Aktion am Morgen: Code0 neu an den Furler laschen. Das hört sich einfach an und ist es eigentlich auch. Nur der Standort vor dem Bugkorb auf dem über den Anker hinausragenden Edelstahlrüssel macht das Arbeiten dort auf hoher See dann eben doch etwas aufwändiger. So haben wir es auch zunächst anders versucht und den Code0 aufs Vorschiff heruntergelassen, aber ohne die Spannung bekommen wir die Kausch des Torsionskabels einfach nicht in die richtige Position. Also wieder hoch und in verkrampfter Haltung vorm Bugkorb arbeiten. Aber nach einer Stunde ist es geschafft und wir können den Code0 wieder setzen.

Jetzt ist der Morgenkaffee aber wirklich verdient.

Alles außen am Boot klebt vor Salz. Wir kleben auch. Salz und Schweiß, die tropischen Temperaturen machen sich bemerkbar. Nächste Aktion ist also etwas Süßwasserspülung für Scheiben, Persenninge, Griffe und Edelstahlteile. Und dann für uns selbst auf dem Achterdeck.

Frühstück.

Internetrecherche über die Lasching bzw. den Furler, telefonieren und chatten mit Segelfreunden. Wetterdiskussion mit unserem Buddyboat Fidelis, die im Moment etwa 20 sm vor uns segeln.

Endlich ist die See nicht mehr so ruppig, bei diesen Bedingungen kann man doch mal wieder die Angeln ausbringen. Eine Viertelstunde später rauschen sie schon aus. Beide gleichzeitig. Zwei schöne Skipjack-Tuna sind dran, einen lassen wir aber wieder frei, der andere, etwa 56 cm lang, wird gleich filetiert. Das reicht für drei bis vier Tage.

Der Wind nimmt zu, Segelwechsel auf die Fock.

Beim Starten des Wassermacher gibt’s eine Schrecksekunde. Wahrscheinlich eine kleine Blockage (Muschel?) im Seeventil, nach Filtercheck und mehrfachem Öffnen und Schließen des Seeventils der Ansaugleitung läuft er dann doch wieder ganz normal. Ich fülle den Tank ein bisschen auf und dann auch die leer gewordenen Trinkwasserflaschen.

Wiebke backt in der Zwischenzeit Muffins (Mandel/Weiße Schokolade/Himbeer bzw. Pfirsich) und weicht außerdem schon mal Linsen für das Abendessen ein. Gestern gabs asiatische Mie-Nudeln mit Möhren und Weißkohl.

Nebenbei: Backen ist auf der Flora definitiv ein Indikator für gute Stimmung an Bord!

Ein Regenschauer kommt vorbei und klaut den Wind. Eine halbe Stunde dümpeln mit rund 3 kn. Sonnenschutz aufbauen. Dann kommt der Wind mit 10 kn zurück. Schön, jetzt können wir wieder auf den Code0 wechseln. Jetzt 13 kn, das ist mit diesem Segel schon wieder ganz schön schräg (aber schnell).

Und schon ist wieder ein Tag um.

Etmal 156 sm, gesamt auf dieser Passage bisher 2.283 sm, rechnerisch bis Gambier noch 1.017 sm.

Tag 1 der Passage von Mexiko nach Französisch Polynesien

Es sieht ein bisschen so aus, als wolle Mexiko uns den Abschied leicht machen. Grauer Himmel, Nieselregen. Wir bauen noch die Kuchenbude auf, dann lichten wir den Anker und machen uns gemeinsam mit der Fidelis auf den Weg.

(Foto-Credit: Jeannette / Fidelis)

Wir versuchen, auf kürzestem Weg aus dem Schwachwindgebiet am Cabo San Lucas heraus zu motoren, deshalb geht es erst einmal nach Südosten. Tatsächlich können wir nach einer knappen Stunde dann segeln. Nach drei Stunden müssen wir noch einmal 90 Minuten durch eine kleine Flaute motoren und ab da bleibt es beim Segeln, auch die Nacht hindurch. Oft mit schwachen und wechselhaften Winden, aber immerhin. Unser Code0 leistet gute Dienste. Bei der glatten See ist es trotz wenig Wind überwiegend angenehmes Segeln.

In der Nacht nehmen die Wellen etwas zu, der Großbaum ruckelt und knatscht auf diesem für den Bullenstander etwas zu spitzen Kurs. Wir rollen das Groß ein und fahren nur unter Code0, jetzt ist es ruhiger und die Freiwache kann besser schlafen. Und morgens um fünf setzt sich dann wie vorhergesagt kräftigerer Wind durch. Wir ändern den Kurs auf jetzt 200 Grad und wechseln auf Schmetterlingsbesegelung.

Kurz darauf eine Schrecksekunde: der Code0 ist auf seinem Antitorsionskabel nach oben gerutscht und steht nicht mehr richtig.

Die ziemlich dünne Lasching, mit der der Segelhals an der Rolle verzurrt war, ist gerissen. So können wir das 80 Quadratmeter große Segel nicht einrollen und natürlich lassen ein paar dunkle Wolken punktgenau den Wind auffrischen.

Mit einer Leine sichere ich das Segel gegen weiteres Hochrutschen. Dann riggen wir eine Talje, ziehen das Segel auf dem Antitorsionskabel ein Stück wieder herunter und erneuern die Lasching provisorisch mit einem kräftigeren Stropp.

Jetzt lässt sich der Code0 einrollen, wir nehmen ihn herunter und erneuern nochmals die Lasching. So sollte es gehen.

Heute Mittag haben wir 123 sm zurückgelegt. Kein besonders hohes Etmal, aber in Anbetracht der Verhältnisse sind wir mehr als zufrieden.

Ein guter Start und jetzt zeigen sich auch erste Wolkenlücken.

Es geht voran. Vorbereitungen und Abschiedsfeier.

Das Warten auf das Wassermacher-Ersatzteil geht weiter, die Lieferung verzögert sich nochmal. Aber wir haben gut zu tun. Immerhin ist das neue Anemometer für die Windanzeige angekommen, also kann ich es oben im Masttop austauschen und bei der Gelegenheit auch gleich das Rigg vor der Passage noch einmal ausgiebig kontrollieren.

Und wo ich das Sicherheitsgeschirr schon mal draußen habe, ziehen mich Jeroen und Jeanette zum Check auch gleich in den Mast ihrer Fidelis, die Amel 54 Ketch sieht von oben doch auch ganz gut aus:

Spieleabend auf der Fidelis.

Einkäufe in der Stadt um die ohnehin reichlichen Vorräte noch weiter aufzustocken. Und dann geht’s mit den Arbeiten auf der Flora weiter. Das etwas angegriffene Dyneema der Davits wird gekürzt und neu gespleißt, schließlich hängt unser Dinghy daran. Auf der Passage riggen wir zwar zusätzliche “Bellybands” in Form dicker Spanngurte unter dem Boden des Dingys für zusätzlichen Halt, aber die “Kran-Seile” aus Dynema tragen trotzdem die Hauptlast.

Na, das sollte vor der Pazifik-Passage wohl besser mal wieder überarbeitet werden

Wiebke näht sich nebenbei noch eine neue Bluse und ist auch fleißig am Stricken …

… ich schäle derweil mit dem “Mozart-Messer” die inzwischen etwas weit überstehende Fugenmasse des ja nun über 12 Jahre alten Teakdecks auf Normalmaß zurück. Bei dem hier noch nicht bearbeiteten Deckel des Propangaskastens sieht man ganz gut, dass es Zeit wird. Barfuß auf dem Deck spürt man den Unterschied von etwa einem Millimeter übrigens deutlich.

Die Cruiser-Gemeinschaft, allen voran Heidi von der Sonho sowie,Vicky und Kevin von der Dos Peces organisieren für die Fidelis und die Flora eine Abschiedsparty in Form eines großen Potlucks auf dem Steg in der Marina.

Ein Riesen-Dankeschön an Euch alle!

Und am Samstag kommt dann endlich auch das Ersatzteil für den Watermaker an. Die Endkappe des Membrangehäuses wird eingebaut, dann erhält das Ganze wieder an seinen Platz an der Bordwand unter unserer Koje, wir schließen alles wieder an und …

… das ausgetauschte Erdteil ist dicht. Kein sprudelndes Salzwasser mehr. Aber:

Bei dem längeren Probelauf kommt etwas Süßwasser aus dem anderen Endstopfen. Das kann doch jetzt wohl nicht wahr sein? “Zut alors!” (wir haben ja unser Sprachlernprogramm Duolingo bereits von Spanisch auf Französisch umgestellt). Also alles wieder raus, auch diesen Endstopfen ausbauen. O-Ring tauschen. Wieder einbauen. Im Betrieb immer noch ein Tropfen alle 8 Sekunden. Grrr. Aus. Erst mal das Bett richten und dann am nächsten Tag wieder frisch ans Werk.

Also heute noch mal Boot-Yoga für uns, wieder alles raus, mit einiger Mühe auch die festsitzenden Fittings im Endstopfen herausbekommen, neuer innerer O-Ring bzw. neues Teflonband für die Fittinge. Wieder anschließen, wieder testen: dicht! Hurra!

Nachdem das Chaos im Boot beseitigt ist haben wir Kaffee-Besuch von Doris und Wolf und Wiebke hat dazu sogar noch einen tollen Schoko-Kuchen gezaubert.

Damit nicht genug, auch zum Abendessen lassen wir uns gut gehen. Mal mit einem Meeresfrüchte-Turm im Claros-Fish-Jr, mal ebenso lecker auf der Flora:

Auch das ist ja irgendwie Vorbereitung auf die kommende lange Pazifik-Passage.

😊

Ruhige Tage in der Bahía de La Paz

Die Zeit vergeht. Nicht ereignislos, aber doch sehr unaufgeregt. Wir wechseln je nach Wind die Ankerplätze, sind in uns zumeist schon vertrauten schönen Buchten. Bauen auf dem Vorschiff die Hängematte auf und lassen die Seele baumeln. Schnorcheln ausgiebig, angeln, fahren mit unserem Kayak, machen Spaziergänge am Strand, genießen die spektakulären Sonnenuntergänge. Kurz, wir trödeln wunderbar herum.

Und ganz nebenbei umrunden wir die Isla Espiritu Santo und die Isla Partida erneut, dieses Mal im Uhrzeigersinn, sehen dabei wieder springende Rochen und dieses Mal auch viele Delfine.

Am Ende der Woche geht’s dann doch wieder Richtung La Paz, damit wir das eingetroffene Ersatzteil für die Windmessanlage im Masttop schon mal abholen können. Außerdem wollen wir gerne Jeanette und Jeroen (Fidelis) noch treffen, bevor sie zu den Marquesas aufbrechen.

Auf dem Weg durch das schmale betonnte Fahrwasser erleben wir an der Öl-Verladestation der PEMEX eine Überraschung. Ausnahmsweise liegt kein Öltanker an der Pier, stattdessen aber kommt uns im Tonnenstrich ein Buckelwal entgegen:

Eine zweite nette Überraschung: Die Fidelis-Crew will mit dem Aufbruch noch etwas warten. So können wir noch Zeit miteinander verbringen und vielleicht sogar gemeinsam den ersten Abschnitt Richtung Französisch Polynesien in Angriff nehmen, uns jedenfalls aber auch über die Wetterfenster und die beste Route intensiv austauschen.

Stadt bedeutet natürlich auch wieder Einkaufen, Trinkwasser kannisterweise vom Dinghysteg holen, aber auch einen schönen Restaurantbesuch und Spieleabende mit Jeanette und Jeroen.

Und sonst: beschäftigen wir uns zum Beispiel mit Nähen oder Bootsarbeiten wie der Kontrolle der elektrischen Verbindungen unserer Kühlkompressoren, die in den Tiefen unter den Bodenbrettern des Stauraums im Küchenblock eingebaut sind.

Manchmal kommen Nähen und Bootsarbeit auch gleich zusammen, wie bei der (klettbaren) Fensterabdeckung, die dafür sorgen soll, dass die flexibel einsetzbaren zusätzlichen Solarpanele auch bei einem Regenschauer hängen bleiben können.

Hier in Mexiko wäre das eigentlich nicht erforderlich, wir haben in der Sea of Cortez noch keinen einzigen kräftigen Regenschauer erlebt.

In Französisch Polynesien wird das aber ganz anders sein, da kann etwas Vorbereitung nicht schaden.

😊

Auf die Bremse getreten. Bootsprobleme in der wunderschönen Ensenada de la Partida.

Langfahrtsegeln bedeutet, sein Boot an den schönsten Ankerplätzen der Welt zu reparieren. Oder auf Englisch noch knackiger formuliert: Cruising is boatwork in exotic places.

So geht’s uns jetzt hier in der malerisch Ensenada de la Partida. Gerade noch genießen wir die Gemeinschaft der Cruiser, die sich hier eingefunden haben. Potluck am Strand, am nächsten Abend auf der “Dos Peces” von Vicky und Kevin, am Tag darauf Sundowner auf der Talion, außerdem organisiert die unermüdliche Heidi von der “Sonho” Aktivitäten wie die Dinghyfahrt zu den Höhlen an der Westseite der Insel, es gibt morgendliche Yogatreffen am Strand und einiges mehr.

Außerdem erleben wir tolle Sonnenuntergänge …

… und die Sturzflug-Orgie der Pelikane und Boobies zur Dämmerung, wenn sie auf der Jagd nach den jetzt offenbar aufsteigenden Fischen in großer Zahl und immer wieder kopfüber ins Wasser stoßen. Was für ein Spektakel.

Na klar, zwischendurch steht auch Bootsarbeit an. Ich wühle unsere Tauchsachen hervor und schrubbe das Unterwasserschiff bis zum Kiel. Jetzt sehe ich auch, worauf die Pelikane und Boobies so scharf sind. Ein großer Schwarm von etwa 25 cm langen jungen Hornhechten (“Needlefish”) mit ihrem schnabelartig verlängerten spitzen Maul sucht Schutz im Schatten der Flora.

Nach der anstrengenden Putzaktion dann mit der Restluft der Tauchflasche noch kurz den Propeller der neben uns ankernden “Fidelis” gecheckt und ein bisschen poliert. Jeroen füllt mit seinem Kompressor meine Tauchflasche gleich wieder auf, klasse. Abends spielen wir auf der Fidelis “Mexican Train Domino”. Der Wassermacher auf der Fidelis mackelt und ihre Trinkwasservorräte werden knapper, also machen wir ein bisschen mehr Wasser und bringen es ihnen hinüber. Nur: dabei springt irgendwann unsere automatische Bilgepumpe an.

Hm, das ist kein gutes Zeichen. Kurzer Check: Salzwasser in der Bilge (dem tiefsten Bereich im Inneren des Bootes). Wir suchen nach der Ursache und – wenig überraschend bei dem zeitlichen Zusammenhang – es ist der Wassermacher. Der bereitet zwar weiterhin gutes Frischwasser aus dem Seewasser, flutet dabei aber auch unser Bootsinneres mit Salzbrühe. Die läuft dann vom Wassermacher unter unserer Koje an der Bordwand hinunter in die Bilge. Zu unserem Glück wird dabei nur die seit dem Mittelmeer dort eingelagerte Gangway nass, die anderen dort gestauten Sachen sind allerdings ohnehin überwiegend in Vakuumbeuteln geschützt. Außer unserem Ersatzvorsegel. Das ist zwar trocken geblieben, kommt aber jetzt trotzdem auf die Rollanlage. Der Grund dafür ist, dass wir auf der Passage nach Französisch Polynesien lieber wieder die alte Fock aufziehen möchten. Nicht um die neue Fock mit ihren 4 kurzen senkrechten Latten zu schonen, sondern weil die alte eben keine Latten hat. Am Wind sind die Latten gut, aber (jedenfalls bei uns) führen sie auf Vormwindkurs mit ausgebauter Fock zu einer blöden Falte am Ende der Latten. Kein guter Stand und wohl auch eine ziemliche Belastung für das Segel auf einer langen Strecke. Die Falte konnten wir bisher nicht vollständig weg trimmen, daher war der Wechsel auf die alte Fock für die Passage ohnehin vorgesehen. Und wo wir den Stauraum unter unserem Bett jetzt sowieso leer machen müssen…

Eigentlich wollten wir nach den schönen Tagen hier in der Bucht mal wieder weiter segeln, aber, na ja, eben nur eigentlich.

Statt dessen wird eben unser größter Stauraum an Bord leer gemacht und das Boot damit ins Chaos gestürzt. Der Wassermacher ausgebaut, die widerspenstige Endkappe der Membranhülle mit viel Überredungskunst (und einigen Flüchen) tatsächlich doch ausgebaut. Die Leitungen werden durchgeblasen, sie sind nicht verstopft.

Das Salzwasser leckt aus dieser Kappe, allerdings an der für uns nicht auf Anhieb erklärlichen Stelle, nämlich am Produktwasserauslass entlang. Laut Troubleshooting der Bedienungsanleitung ist die wahrscheinlichste Ursache dafür ein verschlissener O-Ring in der Abdichtung. Zum Glück haben wir das Dichtungs-Set des Wassermacherherstellers als Ersatz an Bord.

Der Produktwasserauslass hat keine O-Ringe, aber sicherheitshalber erneuern wir die Teflonband-Wicklungen auf dem eingeschraubten Gewinde. Vom Fitting sind die alten Reste leicht zu entfernen, aus dem Inneren des Endstopfens dafür um so schwieriger.

Der erste Tag ist um. Leckere Zitronen-Kokos-Küchlein aus dem Bordbackofen gegen den Frust.

Der nächste Morgen: der große O-Ring außen am Endstopfen wird ersetzt, erst ohne, dann mit Vaseline eingesetzt, zwischendurch der Wassermacher jedes Mal wieder zusammengesetzt, eingebaut und ausprobiert: leckt immer noch. Der innere O-Ring im Endstopfen ist eigentlich unverdächtig, schließlich müssten wir sonst Salzwasser im Produktwasser haben. Aber auch der wird getauscht. Neuer Einbau, gleiches Ergebnis.

Den Hochdruck-Auslass für den Auslass der Salzlake bekomme ich nicht ab, weil ich den Endstopfen auf der Flora nicht vernünftig (beschädigungsfrei) einspannen kann. Aber Alex von der “Chandelle” kann helfen, gemeinsam bekommen wir dieses Fitting gelöst. Auch hier wird der O-Ring getauscht. Neuer Einbau, gleiches Ergebnis.

Wieder raus. Vielleicht hat sich innen etwas versteckt, was wir bei der Reinigung übersehen haben. Nochmal checken. Nein. Aber da, im Durchfluss der Salzlake durch den Endstopfen, direkt am Gewinde des Hochdruck-Auslasses, entdecken wir zwei klitzekleine Haarrisse.

Grr. Die verhindern die Abdichtung, das Salzwasser der Lake läuft an dem Gewinde durch und sucht sich dann den Weg des geringsten Widerstands unter der Metall-Abschlussplatte hindurch zum Loch für den Produktwasserauslass. So jedenfalls reimen wir uns das zusammen. Gemein, denn das wohl bedeutet, dass wir einen neuen Endstopfen benötigen. Der wird hier in Mexiko vielleicht nicht ganz so leicht zu beschaffen sein. Teile werden meist über San Diego bestellt, das kann dauern. Na ja, mal sehen, immerhin gibt es in La Paz einen Wassermacher-Servicebetrieb. Es könnte allerdings sein, dass wir unsere Abfahrt Richtung Französisch Polynesien doch noch wieder auf etwas später verschieben müssen.

Egal, definitiv besser jetzt und hier einen solchen Schaden feststellen als unterwegs auf der Passage!

Wir verabschieden uns jedenfalls aus der (immer noch wunderschönen) Ensenada de la Partida und machen uns auf Richtung La Paz.

Unterwegs heitern uns springende Mobula-Mantas auf:

Und ohnehin: es ist herrliches Segeln in diesem wunderbaren Revier. Da kann man doch ruhig noch etwas länger bleiben …

Bahía Santa Maria

Der 180 sm Übernacht-Törn von Bahía Asunción nach Bahía Santa Maria ist nicht der angenehmste. Es startet eigentlich recht gut, und die Vorhersage sieht achterlichen Wind vor.

Die Wellen werden zwar 2,5 m erreichen, sollen aber ebenfalls von Achtern auflaufen. Allerdings – hinsichtlich der Wellen bewahrheitet sich die Vorhersage nur bezüglich der Höhe. Die Richtung – na ja – gibts eigentlich nicht, die aufgeworfene See wird zunehmend konfus. Wir werden ordentlich hin und her gerollt, bekommen nur wenig Schlaf. Als wir am nächsten Tag in die Bahía Santa Maria einlaufen, brechen sich die Wellen an der Punta San Lázaro ziemlich spektakulär.

Aber nachdem wir dieses Kap der Baja California mit gehörigem Abstand gerundet haben, finden wir in Lee des Bergrückens und der Isla Magdalena eine wunderbar geschützte Bucht. Die Landschaft ist faszinierend vielseitig: der kahle, schroffe Hügelzug im Westen mit seiner Felsenküste geht nach Norden hin in eine flache, sandige Dünenlandschaft über. In diese wüstenähnliche Ebene ziehen sich aber einzelne Wasserarme mit Mangroven wie grünblaue Lebensadern hinein.

Und man merkt, dass wir uns langsam den Tropen nähern. Das Wasser in der Bucht ist herrlich. Bei 24 bis 25 Grad springen wir endlich wieder gerne vom Boot aus ins Meer.

Es gibt keinen richtigen Ort, nur zwei kleine Fischercamps in den Mangroven und ein etwas größeres an der Mündung. Die Barre vor dem Mangrovenflüsschen fällt bei Ebbe fast trocken, selbst die Fischer mit ihren offenen Pangas kommen dann kaum durch, müssen ihre Boote teils sogar über den Sand ziehen.

Tidenbedingt verhindert am Morgen der gegen die Dünung stehende Ebbstrom unsere geplante Dinghyfahrt in die Mangroven. Auf der Barre steilen sich die Wellen dramatisch auf. Ein Fischer mit seiner Panga kommt zwar durch, springt dabei aber spektakulär in den Wellen. Gemeinsam mit der Crew der Terikah disponieren um und machen statt dessen mit Jen, Chris, Calder und Cora lieber einen Hike über den Bergrücken.

Hinter einigen Felsen der rauhen Küste versteckt sich ein kleiner Sandstrand. Hier landen wir mit den Dinghies an und wandern dann einem kleinen Canyon den Berg hinauf. Manchmal führt der Weg im ausgetrockneten Bachbett entlang, meist aber gibt es einen Trampelpfad an seinen Seiten.

Auf der anderen Seite angelangt sehen wir, mit welcher Kraft die Wellen hier auch heute anrollen, obwohl der Ozean draußen viel weniger aufgewühlt wirkt.

Auf dem Rückweg wählen wir den Pfad auf einen der Hügel hinauf und können im Kontrast unsere Boote am ruhigen Ankerplatz liegen sehen.

Foto Courtesy: Jen, S/V Terikah

Auf der Flora schaffen wir es, die Einroll-Leine des Fock zumindest provisorisch wieder in der Furlex-Trommel zu befestigen und damit die Rollfock wieder nutzbar zu machen. Die Metallklemme im Inneren der Plastiktrommel war herausgebrochen und hatte sich gleich über Bord verabschiedet. Ein Ersatzteil ist bestellt und wahrscheinlich kann es Jan schon aus Hamburg mitbringen, wenn er uns über Weihnachten in Mexiko besucht.

Schön ist auch, dass wir in der Bahía Santa Maria einige Segelfreunde wieder treffen. Wir haben Doris und Wolf von der Nomad zu Kaffee und Kuchen auf der Flora, die beiden österreichischen Seenomaden hatten wir zuletzt in San Diego getroffen. Und beim Sundowner auf der Terikah sind auch Camille und Pat von der Pelican dabei.

Aber für’s erste trennen sich unsere Wege hier wieder. Wir hoffen, die anderen in La Paz wieder zu treffen, oder sonst vielleicht irgendwo anders auf dem Weg.

Seglerleben.

Santa Ana Winds zum Jahrestag der Revolution

Der 20. November ist in Mexiko Feiertag: “Aniversario de la Revolución Mexicana”. Erinnerung an den 20.11.1910, an dem der Bürgerkrieg mit dem Aufstand gegen den Diktator Porfirio Díaz begann und sich auch nach dessen erzwungenem Exil mit politischen Wirren bis in die 1930er Jahre fortsetzte.

Das der Tag nationale Bedeutung hat ist leicht zu erkennen: erstmals seit wir in Ensenada sind weht am überdimensionalen Mast auf dem Malecon (der Uferpromenade) die mexikanische Nationalflagge. Überdimensional? Der Flaggenmast ist riesig, tatsächlich 100 Meter hoch, die Nationale soll 50 m x 28 m messen.

Da wirkt dann selbst das große Kreuzfahrtschiff am Kai nicht mehr ganz so gigantisch, Häuser und Yachten dagegen sehen wie Spielzeuge aus.

Hm. Lässt vielleicht Rückschlüsse auf den mexikanischen Nationalstolz zu. Jedenfalls wird ordentlich gefeiert. Schon am Morgen dröhnen Polizeisirenen, die Hauptstraße wird komplett gesperrt für die Festtagsumzüge.

Folklore- und Trachtengruppen, natürlich Musikkapellen, aber auch Seenotrettungskreuzer auf dem Trailer, Sportgruppen, alt und jung, alles ist dabei.

Teilnehmer und Besucher kommen dabei gut ins Schwitzen. Hatten wir in den letzten Tagen eigentlich immer so um die 20 Grad Celsius, ist es heute doch deutlich wärmer. die Luft ist dabei sehr trocken, denn wieder einmal sind die Santa Ana Winds verantwortlich, die von der Mojave Wüste her über das Land und aufs Meer hinaus wehen. Um diese Jahreszeit ein doch ziemlich regelmäßiges Wetterphänomen.

Bei uns an Bord sieht’s dann so aus:

Temperatur oberhalb, Luftfeuchtigkeit unterhalb der ausgewiesenen Komfortzone. Aber nichts zum Meckern, bei blauem Himmel und Sonnenschein ist das doch feinstes Novemberwetter. Die Shades am Bimini werden aufgehängt und wir schaffen sogar ein bisschen Bootsarbeit. Ein Schutzbezug für den Spinnakerbaum wird genäht (Wiebke) und der Warmwasserboiler wieder funktionsfähig gemacht (Ralf).

😉

Von Santa Catalina nach Newport Beach

Eine ganze Woche verbringen wir in Avalon auf Santa Catalina, so gut gefällt es uns in dem kleinen Urlaubsörtchen.

Wir haben Sundowner bei unseren Nachbarn Lynn und Hugh auf ihrer Moody 43 DS “Happy” und umgekehrt Nachmittagskaffee und Kuchen auf der Flora, wandern mit Heather und Jim von der “Kavenga” zum Botanischen Garten und machen auf dem Rückweg regen Gebrauch von der Happy Hour beim Mexikaner. Spielen Minigolf, nutzen die Laundry und die guten Einkaufsmöglichkeiten in Avalon.

Mit der Kavenga-Crew auf der Flora

Ein bisschen Arbeit streuen wir auch ein. Der komplette Stauraum im Vorschiff wird neu sortiert, außerdem die Lebensmittel durchgesehen. Während Wiebke Flora innen putzt, kümmere ich mich um Floras Bart. Über die Zeit hat sich auf dem weißen Rumpf mal wieder ein gelblich-brauner Film angesammelt, vor allem am Bug. Schon vor längerer Zeit hatte ich “On & Off – Hull & Bottom Cleaner” gekauft, jetzt probiere ich ihn erstmals aus. Wird mit einem Schwamm aufgetragen und verrieben, nach kurzer Einwirkung dann mit Wasser abgespült.

Heute lösen wir dann aber doch die Mooringleine und segeln bei herrlichem Wetter hinüber ans Festland.

Unser Ziel ist Newport Beach, zwischen Los Angeles und San Diego gelegen. Viel wissen wir nicht über die Stadt, nur, dass sie einen gut geschützten Ankerplatz bietet und man mit dem Dinghy gut die vielen Häuser mit Bootsstegen davor bewundern kann. Das machen wir dann auch. Und sind ziemlich beeindruckt. Ganze Stadtteile im Mündungsgebiet des San Diego Creek sind Inseln, etwa Balboa Island und Lido Isle, daneben gibt es eine Vielzahl weiterer kleiner Inseln und Halbinseln. Es ist unfassbar, wie viele Boote hier liegen. An den Stegen vor den Häusern und Villen, in mehreren Häfen und vor allem in riesigen Bojenfeldern. Und mittendrin: unser Ankerplatz.

Kleine Strände finden sich auch an der Innenseite, aber vor allem ist die Pazifikseite der Stadt ein einziger, beeindruckend breiter, wunderbarer Sandstrand.

Hier werden wir wohl ein paar Tage bleiben.

Steile Küste in grau, bunt, grau.

Die Channel Islands können auch anders. Hatten wir sie bisher praktisch nur bei sonnigem Wetter erlebt, begrüßt uns nun am Morgen eine niedrige Wolkendecke und eher schlechte Sicht. Ganz anders als am Abend zuvor, können wir vom Ankerplatz in der Smugglers Cove auf Santa Cruz die nur 4 Seemeilen entfernte Nachbarinsel Anacapa nicht mehr sehen. Aber genau da wollen wir hin. Nicht zum Ankern, die beiden einzigen leidlich vernünftigen Plätze sind bei dem herrschenden Schwell nicht zu empfehlen. Aber das 8 km lange schmale Anacapa ist landschaftlich besonders. Es wirkt, als schaue nur der Felsgrat eines Gebirges aus dem Wasser. Als sich die Insel langsam aus dem trüben Grau schält, würde das Ambiente auch zu einem düsteren Endzeitfilm passen. An der Ostspitze der schwer zugänglichen Anacapa gibt es auf einem der wenigen etwas flacheren Bereiche einen Leuchtturm. Ansonsten ist die Insel – wie an der vom Kot weißgetünchten Oberfläche des Felsbogens erkennbar – ein Vogelparadies.

Und irgendwie schaffen es auch die Seelöwen, auf diesen unwirtlich steilen Felsen ein Plätzchen oberhalb der Brandung zu erklimmen.

Als wir auf der Südseite der Insel unsere Umrundung fortsetzen, wird es endlich heller, vereinzelt blinzelt die Sonne schon durch die Wolken, die Farben finden zurück in die Welt.

Für uns geht’s zurück nach Santa Cruz Island, dessen Steilküste im Vergleich dann doch um einiges lieblicher wirkt, zumal sich in manchen Buchten zwischen den auch hier steilen Felsen sogar Sandstrände finden lassen.

So auch an unserem nächsten Ankerplatz “Willows”. Was für ein Ambiente.

Wir wählen den Ankerplatz östlich der beiden Felsnadeln, aber auch vor dem Sandstrand westlich könnte man liegen. Dort allerdings ist dann ein zusätzlicher Heckanker unerlässlich. Nach den mäßig guten Erfahrungen auf Galápagos (auf der namensgleichen Insel Santa Cruz) üben wir das Liegen zwischen Bug- und Heckanker lieber mit mehr Raum für Flora zum Herumschwingen. Eine weise Entscheidung, denn mitten in der Nacht müssen wir den nicht mehr haltenden Heckanker aufholen, damit sich die Ankerleine nicht um Ruder oder Kiel wickeln kann.

Wir ersetzen die zugegeben etwas kurze Ankerleine des Heckankers durch 40 m geschlagenes Tauwerk, das sich noch tief unten in der Backskiste findet, allerdings das kleine Projekt eines Augspleißes mit Kausch nach sich zieht.

Bei unserer steif gewordenen alten Ankerleine etwas mühsam (und außerdem von mir lange nicht mehr gemacht), aber es klappt und verkürzt mir die Zeit auf der Motor-Fahrt nach Santa Barbara Island. Wind will sich nämlich leider nicht einstellen. Dafür aber begleiten uns mehrmals Delfine oder springen in einiger Entfernung.

Außerdem sehen wir erstmals wieder Boobies (Brauntölpel), ein Zeichen, dass wir weiter nach Süden kommen. Einer dieser eleganten Gleiter umkreist lange unser Boot und lässt sich dann neben einem im Wasser gelandeten Geburtstagsballon nieder. Es ist wirklich eine Pest mit diesen Ballons, die immer wieder als zusätzlicher Müll im wahrsten Sinne im Ozean landen.

Es bleibt die ganze Fahrt bis nach Santa Barbara Island grau.

Die eigentlich beabsichtigte Wanderung über die karge Insel lassen wir ausfallen, …

…, denn das Anlanden am einzig möglichen Platz, in der Seekarte extra als “Landing” ausgewiesen, erfordert doch mehr Abenteuerlust als wir heute bei diesen ja schon eher ruhigen Bedingungen aufbringen.

An den Stelzen unterhalb der Plattform sind ein paar Handläufe angebracht, an denen man sich vielleicht festhalten und über das glitschige Gestein zur Treppe hangeln könnte. Bei etwa einem Meter Schwell würde das wahrscheinlich feucht und eventuell lustig sein – oder eben auch nicht.

😳