Tikehau: Schnorcheln mit Mantas

Der Schreck des wild schlackernden Mastes ist erstmal weggesteckt, ein Dichtungsset für den defekten Achterstagspanner liegt schon in Hamburg bereit (ganz lieben Dank an Uwe und Jan). Jetzt müssen die Teile “nur” noch einmal um die halbe Erde und dann montiert werden. Es gibt also noch ein bisschen was zu organisieren.

Aber das sind ja schon mal entspannende Nachrichten, die Stimmung an Bord hier im gut geschützten Atoll Tikehau ist gut.

Am Ankerplatz gesellt sich die Gerty zu uns, das freut uns auch. Sundowner auf der Gerty mit den Crews der My Motu und der Lille Venn. Ralph von der Lille Venn kümmert sich außerdem unermüdlich darum, mir das Wingfoilen näher zu bringen. Geduldig und motivierend begleitet er meine Abstürze mit dem Dinghy und gibt wichtige Tips. Es ist ein langer Weg, aber es wird kontinuierlich besser. Bei Windstille wird hinter dem Dinghy gezogen gefoilt (ja, auch mit dem schwachen Fuß vorne), bei Wind mit dem Wing nach Trockenübungen am Strand Umsatzungsversuche auf dem Board. Auch hier erste kleine Erfolge.

Heute früh: Windstille. Aber ausnahmsweise mal keine Foil-Lektion für mich und kein Paddelboard für Wiebke, statt dessen schwingen wir uns gleich nach dem Morgenkaffee ins Dinghy. Ziel ist das kleine Motu Mauu mitten in der Lagune. Dort soll es eine Putzerstation geben. Bestimmte Fische, aber auch Schildkröten und anderenorts sogar Flusspferde kommen zu solchen Putzerstationen, um Parasiten loszuwerden, die dort z.B. von bestimmten Garnelen oder kleineren Fischen gefressen werden.

Die Putzerstation hier auf Tikehau ist bekannt dafür, dass sie gerne von Mantarochen genutzt wird. Frühmorgens ist die beste Chance sie anzutreffen, auch wenn es natürlich keine Garantie gibt. Aber wir haben Glück: gleich am ersten Bommie auf der Südostseite des Riffes kommt ein großer Manta angeschwommen und umkreist uns dann langsam und in aller Ruhe. Majestätisch “fliegt” das Tier seine Runden, wir schätzen die Spannweite zwischen den Flügelspitzen auf etwa drei Meter.

Die Flecken auf der Brust der Mantas sind so individuell wie menschliche Fingerabdrücke. Das “French Polynesia Manta Project” hat deshalb seit 2015 eine Photo-ID-Datenbank entwickelt. Die Segelyacht Blown Away (die wir schon aus Beaufort, North Carolina, kennen, haben hier über zwei Wochen vor Anker gelegen und sich mit den Wissenschaftlern über die (teils auch erstmals) angetroffen Mantas ausgetauscht. Und deshalb wissen wir, dass dieser weibliche Manta “Tuheiava” heißt.

Als mit dem Dingy einer in der Nähe ankernden Yacht weitere Schnorchler eintreffen, verlassen wir diesen Bommie und schnorcheln am Riff entlang einfach ein Stückchen weiter. Das wird belohnt, gleich zwei Mantas lassen sich hier im gemächlichen Gleitflug putzen.

Nur einer dieser Mantas (ebenfalls ein Weibchen) zeigt sich allerdings so, dass sie anhand der Brustzeichnung als “Atae” zu identifizieren ist.

Wir halten durchaus Abstand und versuchen uns möglichst ruhig zu verhalten. Atae aber scheint zwischendurch einfach mal auschecken zu wollen, wer denn da noch im Wasser ist. Sie schwimmt direkt auf mich, dreht erst direkt vor mir ab und kommt nach einer weiteren Runde nochmal vorbei. Das wirkt kein bisschen aggressiv, eher neugierig.

Hier ein Videoausschnitt davon:

Wir sind komplett verzückt.

Nächtlicher Schreck – aber der Mast steht noch

Auf Tahiti warten wir ein paar Tage auf das nächste Wetterfenster und brechen dann auf Richtung Tikehau im Nordwesten der Tuamotus. 170 Seemeilen sind das, wir rechnen mit 26 bis 30 Stunden. Von Südwesten schiebt sich ein Schlechtwettergebiet mit stärkeren Winden hoch, dem wir ein bisschen davonfahren wollen, also lichten wir schon um 6.00 Uhr morgens den Anker. Funken die Port/Air-Control an und erhalten die Freigabe, vor der Landebahn durchzufahren. Ziemlich nah sind die Flieger trotzdem:

Beim Durchfahren des Hafengebiets von Papeete passiert uns eine große Schule Delfine, wenig später kreuzen mehrere Buckelwale unseren Kurs. Was für ein Tagesbeginn.

Aus dem Windschatten von Tahiti müssen wir herausmotoren, aber dann wird es herrliches Segeln bei etwa halbem Wind und zunehmend achterlicher anrollender Welle. Und es kommt noch besser: wir haben Angelglück und fangen zum ersten Mal einen Wahoo:

Mitten in einem kleinen Schauer, ok, aber da beißen Fische ja angeblich auch am besten. In die Nacht hinein geht es mit etwa 20 Knoten Wind, allerdings werden die Böen jetzt doch langsam stärker.

Wir gehen mit dem Großsegel ins zweite Reff, etwas später vorsorglich ins dritte. Keine schlechte Idee, am Ende werden es Schauerböen bis 28 Knoten. Mit dieser Besegelung sind wir da gut aufgestellt.

Mitten in der Nacht holt mich dann allerdings Wiebke aus dem Schlaf. Ein Schock-Moment: das Achterstag (also der Draht, der den Mast nach hinten hält) ist völlig lose, der daran kardanisch aufgehängte Radar schwingt wild hin und her. Die Mastspitze wippt vor und zurück, entsprechend kommt auch das Vorstag (was den Mast nach vorne hält) ins Schlackern. Ein erster Check zeigt, dass der hydraulische Achterstagspanner seinen Druck verloren hat. Wir pumpen neuen Druck auf, aber der geht schnell wieder verloren. Also bergen wir erst einmal die Segel, setzen die Großschot und die Dirk durch. Dadurch bekommen wir etwas mehr Ruhe in den Mast, aber das reicht noch nicht. Unser Rigg mit nur wenig gefeilten Salingen benötigt Zug auf dem Achterstag. Als weitere (Not-)Maßnahme setzen wir das Spifall und das Ersatz-Genuafall auf den Achterklampen fest. Damit haben wir zwei starke Leinen von der Mastspitze zum Achterschiff geführt und über die Mastwinschen dicht geholt. Das bringt Entlastung und die Mastspitze wackelt jetzt kaum noch, obwohl die See mit 1,5 bis zwei Meter hohen Wellen die Flora jetzt ordentlich durchschaukelt.

Zum Glück sind mit der Gerty und der My Motu zwei bekannte Schiffe ganz in unserer Nähe. Wir informieren sie per Funk über unsere Situation und obwohl sie uns jetzt nicht direkt helfen können tut es gut. Falls doch der Mast von oben kommen würde, wäre Hilfe nahe.

Aber der Mast bleibt oben, wir motoren die restlichen 35 Seemeilen bis zum Pass ohne weitere Probleme (wenn auch unter ziemlicher Anspannung). Kurz nach dem Hellwerden verlässt uns dann auch der Boobie, der erst auf unserem Bimini und dann auf dem Solarpanel als blinder Passagier mitgereist ist und uns zum Dank auf beiden großflächig weiße ätzende Flecken hinterließ.

Als wir den Pass gegen 8.00 Uhr erreichen, kommt uns schon Ralph von der Lille Venn im Dinghy entgegen. Auch er hat über den Funk von unserem Problem erfahren und beglückwünscht uns zur heilen Ankunft. Dann berichtet er, dass wir perfekt zu Stillwasser angekommen sind und zeigt uns mit dem Dinghy vorausfahrend den Weg durch den uns ja noch unbekannten Pass. Wunderbare Begrüßung nach der nächtlichen Aufregung!

Am Ankerplatz holen wir erst einmal eine Mütze Schlaf nach. Danach ersetzen wir die Nothalterung aus den beiden Fallen durch eine stark untersetzte Taljenkonstruktion aus extrem reißfester Dyneemafaser, mit der wir den hydraulischen Achterstagspanner überbrücken.

Damit ist der Mast erst einmal vernünftig gesichert und wir können in Ruhe prüfen, ob (und evtl. mit welchen zu beschaffenden Teilen) der Spanner repariert werden kann oder ob er komplett ersetzt werden muss. Beides könnte allerdings hier in den Tuamotus schwierig und logistisch aufwändig werden.

Nochmal Nemo, die blaue Rinne von Huahine und zurück nach Tahiti

Der Ankerplatz in der Baie d’ Avea ähnelt einer maritimen Sackgasse mit Wendehammer. So können wir mit Dinghy oder Paddelboard wunderbar zum Schnorcheln ins südliche Flachwassergebiet mit vielen Bommies fahren.

Allerdings sind die Korallen der Unterwasserlandschaft nicht eben berauschend, es gibt viele graue Bereiche mit eher grobem Korallenschutt, aus denen gelegentlich lebendige Bommies herausragen. Wo das so ist, findet sich dann aber gleich auch Fisch.

Was das Schnorcheln hier allerdings ganz besonders macht, ist die ungewöhnliche Dichte an Anemonen und damit auch an “Nemo”-Anemonenfischen. Haben wir so noch nirgends gesehen.

Das gilt insbesondere für den Bereich nahe unter Land vor der Südwestspitze von Huahine, wo der Schwell von einer besonders breiten Flachwasserzone hinter dem Riff abgehalten wird.

Das schützt natürlich auch unseren Ankerplatz, da nehmen wir die sieben Seemeilen Anfahrt in die Sackgasse gern in Kauf.

So geht’s denn natürlich die gleiche Strecke auch wieder zurück durch die blaue Rinne, bevor wir durch den Pass wieder in den offenen Ozean hinausfahren. Eine Übernachtfahrt nach Tahiti steht an. Zum einen kann ich dort meine neue Drohne in Empfang nehmen (Maggie und Scott habe die dankenswerterweise aus Kanada mitgebracht). Zum anderen sieht es so aus, als wenn das Wetterfenster für die Fahrt nach Tikehau in den Tuamutus durch diesen Zwischenschritt ein bisschen günstiger wird.

Zwar ist der Anfang des Törns etwas schwachwindiger als vorhergesagt, aber dann wird es doch noch wunderschönes Segeln durch die Nacht mit Sonnenaufgang über Moorea und Tahiti.

Wechselbad der Gefühle

Am Bojenplatz hinter dem Motu Aito Schnorcheln wir noch einmal beim Außenriff.

Es wird ein toller Schnorchelgang mit Fischen wie großer Grüner Moräne, Feuerfischen, großen gelben und kleinen, dafür unfassbar farbigen Kofferfischen:

Anschließend motoren wir von Taha’a nach Raiatea und tanken Flora dank des in Tahiti erworbenen Zertifikats unsere Flora umsatzsteuerfrei voll. Danach segeln wir hinüber nach Huahine.

Ja, tatsächlich, wir segeln. Der wenige Wind zwischen 4 und 7 in steht uns zwar genau auf die Nase, aber eine ganze Zeit lang kreuzen wir unter Code0 trotzdem tapfer dagegen an. Aber als dann die Bootsgeschwindigkeit bei weiter abnehmendem Wind doch dauerhaft unter 2 Knoten fällt, muss der Volvo ran und einen Teil des gerade erworbenen Diesels gleich wieder verbrennen.

Für die Fahrt in den Passe Avapehi auf Huahine allerdings kommt uns das ruhige Wetter sehr zu Gute. Obwohl nur einseitig betonnt, ist die Einfahrt völlig problemlos. Leider kann man das Gleiche nicht von unserem ersten Bojenplatz auf Huahine sagen. Kaum haben wir an der (öffentlichen) Boje festgemacht, kommt von Land aus ein selbst ernannter Blockwart im Auslegerkanu angepaddelt und ruft uns überaus barsch zu, Übernachten sei hier nicht möglich. Wir bleiben freundlich und er ändert seine Meinung: na gut, eine Nacht geht. Aber Morgen sollen wir weiter. Das wollen wir ohnehin.

Der nächste Morgen beginnt dann wundervoll: Völlige Windstille. Spiegelglatte See hinter dem Riff. Die Doppelinsel Huahine (Huahine Nui und Huahine Iti sind nur mit einer kleinen Brücke verbunden) präsentiert sich wie auf einer Glasplatte.

Am Ufer spiegeln sich die Palmen hinterm Sandstrand und die Morgensonne.

Der Blick in die andere Richtung lässt am Horizont noch Raiatea und Taha’a erkennen.

Was für eine Idylle. Aber nicht mehr lang. Denn als wir noch vor dem Frühstück an der nahen Insel Schnorcheln gehen kommt – na wer wohl – der Blockwart angepaddelt. Er brüllt sofort los: “Go! Five minutes! Go!” Als ich ihn auf Französisch nach dem Grund frage, droht er mir Prügel mit dem Paddel an, außerdem kündigt er an, die Flora von der Muring loszuschneiden. Ich halte die GoPro hoch und teile ihm (zugegeben auch nicht mehr ganz ruhig) mit dass er gefilmt wird und und wir das gerne gemeinsam mit der Gendarmerie diskutieren können. Er dampft ab in Richtung der Flora. Unterwegs trifft er Andrea von der Easy One auf dem Paddleboard. Auch die wird unhöflich zum sofortigen Verschwinden aufgefordert. Aber sie weiß ihn besser zu nehmen. Als sie ihn fragt, warum er so unhöflich ist, lenkt er ein und sagt, Schnorcheln sei schon noch ok. Aber danach sollten sie fahren.

Andrea bringt ihm nach dem Schnorcheln ein Stück Kuchen vorbei und siehe da: jetzt erklärt er, die Easy One könne auch noch eine weitere Nacht bleiben (was sie aber gar nicht wollen). Eine mehr als ärgerliche Mischung von Gutsherrenart und Chauvinismus, über die sich auf Noforeignland und bei Active Captain weitere Beispiele zu diesem Typen finden. Sicher kein Aushängeschild für Huahine. Aber eben leider auch kein Einzelfall, insbesondere auf den Gesellschaftsinseln.

Nach dem Frühstück wechseln wir den Bojenplatz und verholen etwa 3 Seemeilen weiter nach Süden. Meine Laune ist noch ziemlich getrübt. Aber sie bessert sich schlagartig bei meiner Sporteinheit, als das Foilen (gezogen vom Dinghy) diesmal endlich deutlich besser klappt.

Ohne Stürze geht es natürlich trotzdem nicht ab.

Wechselbäder.

Sportliche Tage am Außenriff

Gemeinsam mit der Easy One und der Diamond Sea verholen wir nördlich um die Insel herum auf die Ostseite von Taha’a. Der Ankerplatz direkt am Pass Toahotu ist hinreißend schön.

Zwei kleine Motus (das namensgebende Toahotu und das kleinere Maharare) flankieren den tiefblauen Pass und dankenswerterweise schließt sich an den flachen, türkis leuchtenden Bereich um Maharare ein etwa fünf Meter tiefer Ankerbereich an. Ein paar Korallenbommies gibt’s, aber sie liegen tief genug und lassen nur das Floaten der Kette mal wieder sinnvoll erscheinen. Kein Problem, genau dafür haben wir ja noch immer die Perlfarmbojen an Bord.

Der Wellenschutz hinter dem Riff und der gleichzeitig fast ungehindert darüber streichende Wind bieten gute Bedingungen, ein paar weitere Basisübungen für das Wingfoilen zu absolvieren. Die Kernelemente muss ich leider erst noch einzeln trainieren. Und so ziehen mich mal Wiebke, mal Ingo auf dem Foilboard hinter unserem Dinghy, jederzeit bereit, sofort Gas weg und den Gang heraus zu nehmen, wenn ich auf dem kippeligen Board mal wieder nicht mehr das Gleichgewicht halten kann. Immerhin, das foilen (wenn also die Unterwasserflügel das Board von der Wasseroberfläche lösen und “schweben” lassen) klappt inzwischen besser. Das heißt, die Zeit zwischen meinen spektakulären Abstürzen schleicht sich sekundenweise nach oben.

Die zweite Kernübung ist der Umgang mit dem Wing, dem Flügel-Segel. Das kann ich sogar abwechselnd mit Ingo trainieren, denn daran hat auch er Spaß. Dazu nehmen wir Ingos relativ großes Surfbrett (natürlich ohne Mast), es ist wesentlich weniger kippelig als das viel kürzere Foilboard. So können wir besser den Umgang mit dem Wing üben:

Es ist trotzdem für uns Anfänger schwierig genug, die 5 Quadratmeter Segelfläche zu halten und durch Anstellwinkel und Positionierung auch den Kurs zum Wind mit einzustellen.

Anstrengend ist übrigens bei beiden Übungen auch das andauernd wieder erforderliche Klettern aufs Board. 😔

Aber immerhin, einige trockene Halsen sind inzwischen auch schon dabei.

Zwischen den eigenen Sporteinheiten ergibt sich aber für uns auch die Möglichkeit, anderen Sportlern bei einem Wettbewerb zuzuschauen.

Die zweite Etappe des Hawaiki Nui Va’a Auslegerkanu-Rennens verläuft nämlich innerhalb der Lagune zwischen Raiatea und Taha’a.

Und dieses Rennen ist ein echtes Spektakel, es ist eines der größten Sportevents für die polynesischen Kanuten mit Gastteilnehmern aus dem ganzen pazifischen Raum. Von Huahine nach Bora Bora führt der insgesamt 129 km lange Kurs in drei Etappen.

Wir segeln mit der Flora in die Enge zwischen Raiatea und Taha’a. Hier haben sich die meisten Zuschauerboote entlang des Kurses platziert, wir reihen uns auf der östlichen Seite hinter einer Untiefe ein.

Begleitboote und wohl auch einige weitere Zuschauerboote rasen an der Strecke entlang und sorgen für ziemlich aufgewühltes Wasser.

Das scheint den Besatzungen der 6-Sitzer-Auslegerkanus allerdings nicht viel auszumachen, schließlich müssen sie auch mit den teils ruppigen Meeresbedingungen bei den zudem viel längeren Etappen außerhalb der Lagune klar kommen.

Wie bei einem Uhrwerk stechen die Paddel im Gleichtakt in die Fluten und treiben die schmalen, zerbrechlich wirkenden Gefährte voran. Das geringe, von Sponsorenlogos bedeckte Freibord scheint die Wellen zum Einsteigen geradezu einzuladen. Und doch jagen die Auslegerkanus im Rennmodus über das offene Meer.

Und auch damit ist es noch nicht genug. Auf dem Rückweg von der Regattabahn zu unserem nächsten Ankerplatz am Riff jagen vor uns sieben Segelpiroggen durch, scheinbar auf einer kleinen Privatregatta.

Manche dieser mit einem Stechpaddel als Ruder gesteuerten Kreuzungen zwischen Segelboot und Auslegerkanu (mit Auslegern auf beiden Seiten) können auf Raiatea für exclusive Touristenausflüge auf einsame Motus gebucht werden, aber diese hier sind heute im sehr deutlich Rennmodus unterwegs.

Ist halt ziemlich sportlich heute.

“O’zapft is” zum Kaffee und Nemo vor dem Frühstück

Ingo hat am Sonntag Geburtstag und lädt zu 16.00 Uhr auf die Easy One ein. Tja, da müssen wir uns wohl noch Geschenke einfallen lassen.

Während Wiebke aus den Tiefen der Stauräume Schwarzkirschen für eine Schoko-Kirsch-Torte zaubert, übe ich mal wieder Diamantknoten und bastele Softschäkel aus Dynema.

Wiebkes Torte wird super lecker, aber wir müssen uns dafür ein bisschen gedulden. Denn Ingo hat für seinen Geburtstag bereits in Panama ein Fässchen Weißbier gebunkert und dieses Schätzchen wird zum Anstoßen aufgemacht. “O’zapft is”. Hier in Französisch Polynesien wissen wir alle diese Delikatesse um so mehr zu schätzen.

Dazu gibt’s lecker Fingerfood, Ofenkäse und Pizza-Muffins. Der Inhalt des Fässchens erlebt den Sonnenuntergang übrigens nicht mehr. Die Torte kommt dann als Nachtisch.

Und was machen wir am Montag Morgen?

Kaffee im Bett, wie eigentlich immer. Aber schon dabei fällt auf: es ist erstaunlich ruhig. Keine Geschaukel, kein Schwappen der Wellen am Rumpf. Windstille.

Das war zwar nicht vorhergesagt, gibt uns aber die Chance, bei besten Bedingungen im Korallengarten zu schnorcheln.

Der “Jardin Du Corail” liegt zwischen den Motus TauTau und Maharare und ist eine Attraktion, zu dem vom nahen Ressort und mit Tourbooten auch von der Insel Taha’a Touristen herüberkommen. Aber nicht so früh an einem Montagmorgen, wir haben den Korallengarten fast für uns allein. Das Dinghy parken wir am Motu Maharare. Es wird empfohlen, zu Fuß zur Riffseite hinüberzugehen und dann durch den flachen Pass in die Lagune zu driften. Aber noch ist die einlaufende Strömung nicht so stark und so schnorcheln wir zunächst Richtung Riff, hinter dem in der Ferne die Silhouette von Bora Bora schemenhaft zu erkennen ist.

Der Pass zwischen den mit Palmen bestandenen Motus ist so flach, dass wir im Zickzack schwimmen müssen, um nicht gegen die empfindlichen Korallen zu stoßen. Es ist wunderschön.

Verschiedene Riffische schwimmen uns vor die Schnorchelbrille oder verstecken sich zwischen den unterschiedlichen Korallenarten.




Korallentiere können aussehen wie Stein, wie Pilze, wie Äste oder Geweihe und noch so vieles mehr. Aber es gibt noch andere ungewöhnliche Tierarten hier. Blumentiere! So wiegen sich zum Beispiel Seeanemonen in der stärker werdenden Strömung. Sie sind mit ihren giftigen Tentakeln das perfekte Zuhause für Anemonenfische wie eben die Clownfische.
Und da ist er dann auch: NEMO ! Der Trickfilm der diese Fischart bekannt gemacht hat, hat den Clownfischen nicht wirklich gut getan. Als Aquarienfische wurden sie noch populärer, obwohl der Film ja eigentlich das Gegenteil aussagt. Unzählige von ihnen wurden gefangen, obwohl sich ihre Lebenserwartung im Aquarium von 10 auf 5 Jahre halbiert . Uns sind sie lieber hier in der Natur …

… und wir sind um so glücklicher, ihnen hier zu begegnen.

Was für ein herrlicher Montagmorgen!

Regen, Wind und Sonnenschein

Es bläst ganz ordentlich. Die letzten Tage meistens mit deutlich über 20 Knoten, also etwa Windstärke 6. Selbst am recht gut geschützten Zufluchtsort in der Baie Apu baut sich da eine unangenehme Welle auf. Zusätzlich ziehen kräftige Regenschauer durch.

Zwischendurch ist es auch mal trocken, wir machen einen Spaziergang am Ufer der Bucht. Am Wegesrand finden sich interessante Pflanzen wie etwa Buntnesseln …

… und Cat Whisker (Katzen-Barthaar):

Beide übrigens aus der gleichen Unterfamilie der Lippenblütler, zu der auch Salbei, Basilikum, Thymian, Bohnenkraut, Minze, Oregano, Lavendel und Zitronenmelisse gehören. Das googeln wir natürlich erst später. Vielleicht hätten wir zumindest mal an den Blättern reiben sollen?

Aber während die Crews von Easy One und Diamond Sea noch bis zum nächsten Ort (und Supermarkt) weiterwandern, kehren wir schon nach drei Kilometern um und machen uns im einsetzenden Regen auf den Rückweg.

Das ist schließlich genau das richtige Wetter, um mal wieder in den Motorraum zu krabbeln und einen kleinen Service am Volvo und am Generator zu machen. Bei der Gelegenheit wechsele ich auch die Opferanode im Kühlkreislauf, die wir in den USA zusätzlich hatten einbauen lassen. Im Original hat unser Volvo-Penta D2-75 zu unserem Erstaunen keine zu wechselnden Opferanoden im Motor. Das scheint uns schade zu sein, denn nach dem Erscheinungsbild der Anode macht sie sehr wohl ihre Arbeit und opfert sich eben für die edleren Metallteile im Seewasserkühlungsbereich des Motors auf:

Wie zur Belohnung lassen nach zwei etwas ruppigen Tagen der Wind und die Wellen soweit nach, dass wir von unserem Bojenplatz in der Baie Apu weiter an der Südwestküste von Taha’a nach Norden fahren können.

Auf Noforeignland sieht das so aus:

Wir segeln im etwa 40 Meter tiefen Wasser zwischen der Küste der von Tälern tief eingeschnitten grünen Hügellandschaft der Insel Taha’a und dem türkisen Sandstreifen am äußeren Riff.

An den meisten Stellen ist der türkisfarbene Sandbereich deutlich zu flach, als dass wir dort mit den 2m Tiefgang der Flora hineinfahren und ankern könnten. Erst am Motu TauTau finden wir einen etwa drei Meter tiefen Bereich. Sogar fast ohne Korallen-Bommies, perfekt zum Ankern. Und noch dazu mit wunderbarem Blick hinüber zu von hier nur etwa 10 Seemeilen (20 km) entfernten Bora Bora.

Mal sehen, vielleicht wird uns ja sogar ein Sonnenuntergang hinter dieser Postkarteninsel der Südsee beschert.

Tücken der Technik / Technik der Perlen

Unser nächster Ankerplatz liegt im Nordwesten von Raiatea. Um dorthin zu gelangen, fahren wir innerhalb des Riffes nach Norden. Wir passieren unter Segeln den Hauptort Utoroa und melden uns per Telefon bei der Flughafensicherheit. Boote mit einer Masthöhe über 20 m sind dazu verpflichtet, weil der an der Nordpitze der Insel liegende Flughafen von einem Sperrgebiet und einer weiteren Sicherheitszone umgeben ist. Aber wir bekommen freie Fahrt signalisiert und segeln durch die Tearearahi-Passage zwischen zwei innerhalb der Lagune liegenden Riffen hindurch zum Ankerplatz im Nordwesten von Raiatea.

Gegenüber liegen mehrere Marinas und – eine Seltenheit in Französisch Polynesien – es gibt sogar die Möglichkeit, selbst größere Boote an Land zu stellen. Und entsprechend gibt es auch maritime Infrastruktur wie einen Bootsausrüster. Für uns noch wichtiger: auch die Möglichkeit, gegen Gebühr unseren Müll loszuwerden und zudem eine Wäscherei.

Mit polynesischen Charme auf einer überdachten Terrasse eingerichtet, können wir hier unsere Bordwäsche vormittags abgeben und nachmittags gewaschen, getrocknet und gefaltet wieder abholen. Kein ganz billiger Service, für die zu 3/4 gefüllte Ikea-Tasche Wäsche sind umgerechnet etwa 36 Euro fällig.

Nach ein paar Nächten auf dem schönen, wenn auch grenzwertig flachen und bei Wind etwas unruhigen Ankerplatz verholen wir die Flora zum Ankerplatz am Motu Aito.

Dort liegen wir hinter dem Riff geschützt auf komfortablen 6 m Wassertiefe mitten im Türkis. Außerdem ist es von hier nur eine kurze Dinghyfahrt hinüber nach Utoroa. Wir versorgen uns mit frischen Lebensmitteln, finden selbst Mozzarella (unsere Basilikumpflanze aus Moorea gedeiht an Bord erstaunlich gut).

Nach einem zweiten Frühstück geht’s dann wieder Anker auf und das kurze Stück hinüber zu Raroias Zwillingsschwester Taha’a. Die beiden Inseln sind von einem gemeinsamen Außenriff umgeben, wir brauchen also auf der Überfahrt die Lagune nicht zu verlassen, müssen uns nur zwischen den inneren Riffen hindurchschlängeln.

Allerdings wird uns dieses Durchschlängeln durch die Tücken der Technik etwas erschwert. Als wir den Plotter hochfahren, hat der alle Detailkarten verloren und zeigt Floras Position nur noch in einem grob skizzierten Übersichtsbild statt der Seekarte. Keine Tiefenangaben und beim Hereinzoomen auch keine zusätzlichen Details.

Für die Nichtsegler: das ist so, als ob man sich im Auto vom Navi zu einer abgelegenen Ecke in einer unbekannten Stadt führen lassen hat und zu Beginn der geplanten Rückfahrt das Navi streikt.

Die praktische Lösung des Problems ist für Autofahrer und uns Segler übrigens ganz ähnlich: wir greifen zum Mobiltelefon/iPad und navigieren damit. Also erstmal kein großes Problem, aber doch ein überraschendes.

Die Überprüfung in den Tiefen des Menüs unseres Furuno-Plotters ergibt, dass die Seekarten zwar noch da sind, aber gesperrt. So, als hätten wir sie nicht gekauft. Hm. Die Email an unseren Händler in Kanada wird dann aber prompt beantwortet. Seine Recherche ergibt, das letzte Furuno-Update sei fehlerhaft. Er kann uns auch einen Workaround aufzeigen und wir können die Seekarten wieder auf den Bildschirm holen.

Hat sich der Schlingel von Plotter doch einfach ohne unser Wissen im Internet ein Update heruntergeladen. Den Internetzugang sperren wir ihm natürlich gleich, auch diese Einstellung findet sich in den Tiefen des Furuno-Menüs. Wir wissen ja schließlich nicht, ob er sonst auch heimlich mit einem befreundeten Plotter (oder einer Waschmaschine) irgendwo in Japan chattet.

Unser nächster Liegeplatz in der Baie Apu im Süden von Taha’a ist dann so ganz anders als unsere vorigen: wir liegen an einer Boje in dunklem, rund 40 m tiefem Wasser.

Neben uns die Easy One, vor uns die Diamond Sea. Mindestens ein Teil der kostenlosen Bojen des Bojenfeldes gehört wohl der örtlichen Perlfarm. Bei unserem Landgang statten wir dann dieser Perlfarm gemeinsam einen Besuch ab. Für keinen von uns ist es der erste Besuch einer Perlfarm, für uns ist es der Dritte, aber wir werden sehr positiv überrascht. Auch wenn der eigentliche Prozess der Perlenzucht natürlich der gleiche ist, erfahren wir auch diesmal wieder einiges Neues und auch die Präsentation ist wieder anders und sehr ansprechend.

So wird uns zum Beispiel erstmals an einer geöffneten Perl-Auster genau gezeigt, wo die Tasche für den Nukleus hineingeschnitten wird. Außerdem können wir an einer aufgeschnittenen Perle sehen welche Schichtdicke die Perle um den Nukleus aufgebaut hat.

Und auch der Klassifizierungsablauf und die Besonderheiten bei der Schmuckherstellung je nach Klassifizierung der Perlen wird uns anschaulich nahegebracht. Noch dazu in einer schönen Umgebung, quasi im Wohnzimmer des Hauses.

Nach der Präsentation wandern wir noch ein bisschen weiter die Straße entlang, haben immer wieder schöne Ausblicke.

Auf dem Rückweg lockt uns der intensive Duft von Vanille auf das Grundstück von Jeremy, der uns bereitwillig seine Vanilleproduktion erklärt.

Er überrascht uns damit, dass die Netze über den Vanillepflanzungen nicht etwa der Vogel- oder Insektenabwehr wegen aufgehängt werden, sondern lediglich die Licht- bzw. Schattenverhältnisse für die Vanillepflanzen verbessern. Und er zeigt uns, wie die einzelnen manuellen Befruchtungen der Vanilleblüten erfolgen.

Wieder was gelernt.

Apropos Lernen: auch beim nachmittäglichen Sporteinsatz auf dem Foilboard (gezogen hinter dem Dinghy) mache ich – wenn auch von eleganter Haltung weit entfernt, meine persönliche Technik hat auch Tücken – ganz langsam erste Fortschritte …

… und die vielen Nasenspülungen mit Salzwasser sind sicher sehr gesund!

😉

Dinghy-Ausflug zum Eiscreme-Baum.

Der Wind frischt auf. Vom Pool am Motu Oatara verholen wir die Flora zur tief in die Insel Raiatea einschneidende Baie Faaroa. Dort finden wir deutlich besseren Schutz vor den sich jetzt schnell aufbauenden Wellen. Auch die Easy One und die Moana gehen hier vor Anker. Denn die Bucht hat neben ihrer geschützten Lage noch mehr zu bieten: sie ist gleichzeitig die Mündung des einzigen schiffbaren Flusses in ganz Französisch Polynesien. Wobei: schiffbar ist vielleicht ein bisschen hoch gegriffen. Das Flüsschen Faaroa (manchmal auch Āpo’omā’ū bezeichnet) windet sich von der Bucht Faaroa aus etwa zwei Kilometer ins Landesinnere. Um über die vorgelagerte Barre in das Flüsschen zu gelangen, müssen wir den Außenbordmotor unserer Dinghies hochklappen. So machen es auch die flachgehenden Tourboote, die vereinzelt den Āpo’omā’ū hinauffahren. Ihr Ziel (und auch unseres) ist der kleine Bootsanleger am botanischen Garten.

Die Ausblicke auf der Fahrt dorthin sind malerisch.

Immer enger rücken die Ufer, teils müssen wir wegen überhängender Vegetation schon die Köpfe einziehen.

Der Botanische Garten ist gepflegt und hübsch angelegt mit Gewächsen aus verschiedenen Vegetationszonen der Insel.

Schade nur, dass lediglich einige wenige Schilder uns die einzelnen Bäume, Büsche und Blumen erläutern. So genießen wir im Wesentlichen die Blütenpracht der verschiedenen Helikonien (auch Hummerscheren oder Falsche Paradiesvogelblumen genannt) …

… und bewundern die Brettwurzeln der hoch wachsenden Kapokbäume. Mit den von Naturwachs überzogenen hohlen Fasern seiner Samenkapseln wurden früher Rettungsringe und Schwimmwesten gefüllt, auch heute noch gibt es auf vielen Booten Kapok-Kissen.

Aber der kleine Garten reicht uns noch nicht, um die Seglerbeine mal wieder ein bisschen im Landgang zu trainieren. Wir schließen gleich noch eine kleine Wanderung von etwa 5 Kilometern durch die Hügellandschaft am Fuß des über 1.000 m hohen Mont Toomarun an.

Ein paar Bäche wollen dabei durchwatet werden, zwischen den Steinen entdecken wir Aale und auch ca. 5 cm große Süßwassergarnelen.

Zurück an den Dinghys setzen wir vom Botanischen Garten aus nur einmal über das Flüsschen, denn am anderen Ufer liegt der Garten von André.

Der verkauft uns nicht nur ein bisschen Obst und Gemüse, unter anderem ziert mal wieder eine Bananenstaude das Achterstag der Flora. Sondern er zeigt uns auch mit großer Begeisterung, was er hier auf rund zwei Hektar Fläche so alles anbaut. Darunter ist natürlich Bekanntes wie etwa Ananas, Bananen, Papaya und so weiter, auch Kürbisse und Gurken und sogar Vanille.

Aber wir lernen auch einiges Neues dazu. So hat André verschiedene Taro-Pflanzen angebaut, darunter auch eine Sorte, bei der nicht nur die Wurzeln, sondern auch die (jungen) Blätter essbar sind.

Nebenbei öffnet uns André auch noch Trink-Kokosnüsse, macht uns Naturlöffel zum Ausschaben des weichen Kokosfleisches, und er zeigt uns seine Konstruktion einer Wildschwein-Falle, mit der er sich auf Jagdausflügen in die Berge mit Fleisch versorgt.

Besonders spannend sind für Wiebke und mich aber die Früchte des für uns neuen “Eiscreme-Baums”. Von dem hat André tatsächlich ebenfalls verschiedene Sorten angebaut.

Die Bäume sind auch als “Pacay” oder “Inga” bekannt, oder eben als Eiscreme-Bohnenbaum.

Die Fruchte ähneln einer überdimensionierten Bohne. Sie enthalten mehrere Samen, die jeweils einzeln von einem fluffig-faserigen Fruchtfleisch umhüllt sind, das in Geschmack und Textur tatsächlich an Softeis erinnert.

Lecker!

😋

Am Pool, im Pool, auf dem Pool!

Es beginnt nicht so richtig gut. Die Zerhackerpumpe des achteren WCs gibt den Geist auf, es steht also mal wieder eine echte Sch…-Reparatur an.

Ich lenke mich erst einmal mit einem Drohnenflug ab und es kommt, wie es kommen muss. Bedienfehler, Absturz am dicht bewaldeten Bergrücken. Oh nein! Das ist meine gute Drohne. Der Fernbedienung kann ich immerhin noch die letzte Position der Drohne entnehmen, aber das war über ziemlich unwegsamen Gelände.

Gemeinsam mit Wiebke, Andrea und Ingo wird eine zünftige SAR-Mission (Search and Rescue) gestartet. Die Ausrüstung umfasst neben der Fernbedienung (die der Drohne ein Piepsen entlocken sollte) auch Taschenlampe, Machete (für dichtes Unterholz) und Fernglas (falls sie noch oben in einer Astgabel hängt). Außerdem festes Schuhwerk.

An der letzten GPS-Position orientiert, fragen wir in einem Haus nach, ob wir durch den Garten in den dahinter liegenden Berghang einsteigen dürfen. Das wird uns zum Glück erlaubt und so klettern wir zu viert mit jeweils etwas Abstand den steilen und ziemlich rutschigen Hang hinauf.

Kaum zu fassen: da liegt sie.

Allerdings ist sie beschädigt, zumindest die Aufhängung des Gimbals ist gebrochen.

Um es abzukürzen: die Reparatur des WC ist aufwändig, weil der Ersatzmotor des gleichen Herstellers andere Dimensionen hat und wir mit den Befestigungen ziemlich improvisieren müssen. Aber immerhin, am Ende funktioniert es. Die versuchte Notreparatur der Drohne misslingt allerdings, die müssen wir wohl zur Herstellerreparatur einschicken.

Müssen wir jetzt etwa jeden Berg hinaufklettern um ein Übersichtsfoto von unseren Booten am Ankerplatz zu bekommen?

Machen wir bei einem weiteren Dinghyausflug zu den Marae Taputapuatea mit einer Wanderung hoch zum Pointe Atiapiti und es ist schön. Aber zum Glück habe ich ja auch noch die Dji-Mini-III-Drohne als Backup.

Und mit der entstehen dann diese Aufnahmen von unserem nächsten Ankerplatz vor dem Motu Oatara (im Hintergrund liegt Huahine):

Wir ankern an der Kante zum tiefen Wasser, aber der Anker liegt bereits auf dem sandigen Flach. Hier ist es (vom Dinghy aus mit dem Handlot zuvor gemessen) nur wenig tiefer als unsere Flora mit ihren 2 m Tiefgang benötigt, insofern trauen wir uns nicht weiter auf die kilometerbreite Sandflächen herauf. Aber es ist ein Traum, bei diesem ruhigen Wetter hier zu liegen. In der Sonne zaubern die kleinen Wellen helle Swimmingpool-Muster auf den Sandgrund, ein leuchtend türkises Schwimm-Paradies. Bei Herumschwoien bleibt dann gerade so die berühmte Handbreit unterm Kiel der Flora. Wenn sie sich bei Niedrigwasser ganz sanft den Bewuchs unterm Kiel wegschubbert, auch nicht schlecht.

Kein Wind, keine Welle. Und diese unfassbaren Farben:

Zum Sundowner-Abendessen lädt uns die Easy One ein, es gibt super leckere Pizza vom Heckgrill mit Pizzastein. Mit Christina und Uwe findet sich dazu auch die Crew der Diamond Sea ein. Wir drei Crews kennen uns schon aus der gemeinsamen Corona-Zeit mit etwa zehn Booten in der kleinen Carlisle Bay auf Antigua.

Kaum zu glauben: Mareike mit ihrer Moana, die im März 2020 auch in der Carlisle Bay dabei war, kommt am nächsten Tag auf Raiatea an. Und mit der Wasabi von Andrea und Hans-Jörg liegt ein weitere deutsches Boot in der Nachbarbucht.

Nebenbei: so päsentiert sich der aufgehende Vollmond über dem Motu Oatara: