Letzte Tage auf Aitutaki: Vorbereitung fĂŒr die Passage nach Samoa, Palmenromantik, Wattwanderung, Rochen und Kirchengesang

Ein Wetterfenster fĂŒr die Weiterfahrt tut sich auf. Das passt gut, denn am 19. geht schon Elisas Flugzeug von Apia in Samoa. Wir machen also Flora fit fĂŒr den geplanten Aufbruch am Montag. ZunĂ€chst fĂŒllen wir den Dieseltank wieder auf. Eine Bootstankstelle gibt es nicht, aber immerhin ist eine der drei Tankstellen der Insel ganz dicht am Hafen gelegen. Der „Hackenporsche“, ein Art klappbare Mini-Sackkarre, wird aus dem Schrank geholt. Mit ihm können wir unsere zwei jeweils 20 Liter fassenden Diesel-Kanister nach dem BefĂŒllen zum Hafen zurĂŒckbringen. 120 Liter Diesel fĂŒllen wir auf, drei Fuhren also.

Etwas aufwĂ€ndiger ist das AuffĂŒllen des Wassertanks. Von Nachbarbooten leihen wir uns zunĂ€chst Kanister, wieder zweimal 20 Liter. Am GebĂ€ude des Aitutaki Island Council gibt es eine Zapfstelle fĂŒr Trinkwasser. Die QualitĂ€t ist gut, wie uns andere Cruiser bestĂ€tigen. Diesmal sind 9 Fuhren fĂ€llig, wir zapfen 360 Liter Trinkwasser. Das ist trotz des Hackenporsches eine ziemliche Plackerei, schließlich mĂŒssen die Kanister ĂŒber einen holperigen Feldweg zur Pier gezogen und auch jeweils ins Dinghy und von dort ĂŒber die Bordwand zum Tank gewuchtet werden.

Mit dem Papierkram zum Ausklarieren werden wir leider nicht ganz fertig. Wir entrichten zwar wie vorgeschrieben zunĂ€chst die AnkergebĂŒhr (20 NZD, also gut 10 € pro Tag des Aufenthalts), aber das Ausklarieren beim Zoll klappt trotzdem nicht. Der zustĂ€ndige Officer ist krank. Wir können nur hoffen, das es ihm Montagvormittag wieder besser geht, sonst mĂŒssen wir unsere Abreise verschieben.

Als NĂ€chstes machen wir am spĂ€ten Samstagnachmittag dann noch einen „Provision Run“, gehen also Einkaufen. Das darf wörtlich genommen werden, der nĂ€chste Supermarkt mit guter Frischeauswahl ist nicht eben um die Ecke. Es wird ein ĂŒber fĂŒnf Kilometer langer Spaziergang zum 24/7 offenen „Tina & Co“. Allerdings auch ein sehr erfolgreicher, auf dem RĂŒckweg sind unsere RucksĂ€cke unter anderem mit Möhren, Äpfeln, Paprika, Tomaten und Kartoffeln gefĂŒllt. Und der Gang ist nicht nur erfolgreich, sondern auch schön. Auf dem RĂŒckweg setzt die DĂ€mmerung ein, die Sonne geht dramatisch hinter den Palmen westlich der Straße unter.

Die Locals fĂŒgen mit einem Lagerfeuer aus PalmblĂ€ttern und sonstigem GrĂŒnabfall von der samstĂ€glichen GrundstĂŒcksreinigung noch weiteres Flair dazu, auch wenn teils Rauchschwaden die Palmen vernebeln.

Neben der Vorbereitung fĂŒr die Weiterfahrt bleibt auch noch Zeit fĂŒr den Besuch „unserer“ Sandbank in der Lagune, diesmal ist es fast eine Wattwanderung dort.

Und fĂŒr weitere SchnorchelgĂ€nge am Riff. Die Gefleckten Adlerrochen haben es uns besonders angetan. Gleich unglaubliche 13 dieser eleganten Unterwasser-Flieger ziehen uns in einem der Riff-Canyons entgegen.

Kleines Video dazu:

Um nicht immer nur die „Großen“ zu zeigen, hier noch ein vorwitziger Langnasen-Doktorfisch vom gleichen Schnorchelplatz:

Am Pfingstsonntag reihen wir uns in die Schar der KirchgĂ€nger ein. Wir entscheiden uns fĂŒr die ZIONA TAPU Church oberhalb des Hafens.

Die 1853 aus Korallenkalksteinen gebaute Kirche hat keinen Turm und ist mit dem mittig an der Westseite des langen Kirchenschiffs platzierten Altar auch sonst außergewöhnlich.

Frauen tragen hier beim Kirchgang zumeist Hut, mal blumenverziert, mal nicht. Freie Schultern sind verpönt, wir wussten das aber vorher und sind vorbereitet.

(FĂŒr bessere Auflösung kann wie immer auf die kleinen Bilder geklickt werden)

Oder Ihr schaut Euch das Video an, dann bekommt Ihr (Ton an) auch einen Eindruck vom Gesang.

Ein Sonntag in Aitutaki.

Taha‘a und der Blick nach Bora Bora

Taha‘a ist der Zwilling von Ra‘iātea, die beiden Inseln teilen sich ein gemeinsames Atoll. Wir fahren mit Flora in den Nordwesten von Taha’a und ankern auf dem hellen Sandstreifen innerhalb des Riffs. In Sichtweite, nur 10 Seemeilen weiter nordwestlich liegt dann das kleinere, aber weitaus bekanntere Bora Boramit seinem Hauptort Vaitape.

Gleich 8 schiffbare PĂ€sse gibt es im Ringriff der Doppelinsel Ra‘iātea / Taha‘a, daneben aber auch noch diverse flache DurchfĂŒsse. Einer davon hat es uns besonders angetan, der „Coral Garden“ zwischen den Motus TauTau und Maharare.

Schmal und sehr flach lenkt er der Blick zwischen den Motus hindurch auf das nahe Bora Bora. Wegen der geringen Wassertiefe ist es gut, dass Dinghy vor dem Coral Garden zu ankern und kurz vor Hochwasser an Land zum anderen Ende zu wandern. Mit der noch einlaufenden Strömung können wir uns dann durch den Coral Garden wieder in die Lagune hinein treiben lassen.

Auch Elisa ist so begeistert, dass wir den Schnorchelgang am nĂ€chsten Morgen gleich noch einmal machen. Dieses Mal besser ausgerĂŒstet mit GoPro im Split-Level-Dome, mit dem die Aufnahmen entstanden sind, die zugleich Unter- wie Überwasser zeigen.

Und mit der Sony Alpha6000 im UnterwassergehÀuse, mit der ich die Nahaufnahmen der Fische mache.

Seeanemonen mit Nemo-Clownfischen darin haben es uns besonders angetan, aber sie sind bei weitem nicht die einzige Attraktion hier. Es gibt unfassbar viele Fische zu bestaunen. Eine kleine Auswahl:

(FĂŒr bessere Auflösung bitte auf eines der kleinen Bilder klicken)

ZurĂŒck auf der Flora, ganz etwas anderes: der Friseursalon ist mal wieder geöffnet. Und auch Elisa wird gleich eingespannt.

Außerdem bietet der Ankerplatz endlich mal wieder die Gelegenheit zum Wingfoilen. Mit traumhaftem Blick auch hinĂŒber nach Bora Bora.

Den hat dann auch Elisa bei ihrer Sonnenuntergangs-SUP-Tour.

Hier das Video dazu (zum Abspielen auf den Pfeil klicken):

Und morgen wollen wir dann hinĂŒber nach Bora Bora segeln. DrĂŒckt uns bitte die Daumen, dass dort eine Mooringboje fĂŒr uns frei ist.

Nachtfahrt nach Ra‘iātea, Bootsarbeit und Blauwassertraum

Der Plan steht: um vier Uhr nachmittags wollen wir aus der Cooks Bay in Moorea auslaufen. Eine Nachtfahrt hinĂŒber nach Ra‘iātea, etwa 100 Seemeilen. Das sollte eine nach der Vorhersage gĂŒnstigen Wind und auch gute Wellenbedingungen bedeuten. So hat es Elisa in ihrer eigenstĂ€ndigen Planung herausgearbeitet und es deckt sich mit dem, was Wiebke und ich den Wetterberichten entnommen haben. Fein.

Nur: um zwei Uhr nachmittags schalten wir die Instrumente ein. Keine Anzeige auf Logge (Gechwindigkeitsmesser fĂŒr die Fahrt durchs Wasser) und ebenfalls keine Anzeige auf dem Lot (Tiefenmesser). Nur Striche. Immerhin, die Windanzeige funktioniert, gibt allerdings nur den scheinbaren Wind an. Auch auf dem Plotter und dem Bordcomputer kommen keine NMEA-Daten vom Airmar-Tridata-Geber an (er misst eigentlich zudem auch die Wassertemperatur). Könnte am Kabel liegen, also irgendwo zwischen Vorschiff und den Anzeigen. Oder der Geber ist der ÜbeltĂ€ter, bloß haben wir den erst vor zwei Jahren in Kanada ausgetauscht, weil die Temperaturanzeige verrĂŒckt spielte. Hm, hilft ja nix. Bekommt Elisa gleich einen weiteren Einblick ins praktische Boots(arbeits)leben, es ist natĂŒrlich auch nicht der Erste in ihrer Zeit hier an Bord.

Also das vorderste Bodenbrett losschrauben, sonst kommen wir an die NMEA-Verkabelung des Gebers nicht heran. Zum GlĂŒck habe ich den alten Geber noch aufbewahrt. Allerdings gut versteckt im Vorschiff unter Elisas Koje. Also wird das gesamte Schiff erstmal ins Chaos gestĂŒrzt.

Nachdem der alte Geber herausgekramt ist, schließe ich ihn erst einmal trocken an den NMEA-Backbone an, drehe am Paddelrad und 
 bekomme eine Geschwindigkeit auf der Anzeige. Tiefe noch nicht, aber der Geber ist ja auch noch nicht im Wasser.

Also den neueren Geber ziehen (dabei kommt ein wenig Wasser in die Bilge) und den alten wieder einbauen. Funktioniert, bis auf die Anzeige der Wassertemperatur, aber die ist entbehrlich. Alles wieder aufrÀumen. Abfahrt dann immerhin trotzdem um 16.15 Uhr. Puh.

DafĂŒr wird es dann aber wie erhofft eine wunderbare Nachtfahrt. Mit HeranfĂŒhren von Elisa an die Nachtwachen, mit gutem Segelwind und ĂŒberwiegend mit Sternenhimmel (ja, wir sehen den RĂŒckgrat-Gecko trotz Vollmond in voller Schönheit).

Und unser neuer Ankerplatz im SĂŒdosten von Ra‘iātea sorgt ebenfalls fĂŒr Begeisterung:

Das Paddelboard wird aufgeblasen. Ausgiebig geschnorchelt, gesprungen, geschwommen. Und relaxt.

Auch Bootsleben. 😎

TannenbÀume in Toau

Die Fahrt nach Toau ist ziemlich flott. Mit der Lille Venn, der Freefall und der My Motu machen wir uns auf den Weg und können auch gleich die Segel ausrollen. Der Kurs passt perfekt, in der Lagune von Fakarava, durch den Nordpass hinaus und den ganzen Weg hoch nach Toau können wir segeln. Teils recht sportlich, der Wind nimmt zwischendurch ordentlich zu 



 zumeist aber doch recht gemĂŒtlich. Und am Ankerplatz Coral Garden in Toau ist es dann ohnehin wieder herrlich ruhig.

Sogar so ruhig, dass es fĂŒr das Wingfoilen an einigen Tagen schlicht nicht genug Wind hat. Macht aber nichts, dann verlagert sich die sportliche AktivitĂ€t halt zum Schnorcheln, der Name des Ankerplatzes ist schließlich auch Programm.

Die “Winterlandschaft” mit bunten TannenbĂ€umen könnten wir vielleicht als Aprilscherz aufnehmen, aber 



 na klar, die ausgestĂŒlpten farbigen Kiemen der Weihnachtsbaum-WĂŒrmer in den Steinkorallen haben uns ja schon öfter beeindruckt. Trotzdem, so gehĂ€uft wie hier haben wir sie selten gesehen.

Und wie dazu passend dazu veranstaltet eine Strichpunkt-Meerbarbe (Dot-and-dash-Goatfish) “Schneegestöber” auf dem hellen Sandgrund.

❄ 😉

Manta. Schnorcheln und Tauchen am Außenriff und im Pass von Tahanea

Wir sind mal wieder auf dem Sprung. Aber bevor wir erneut nach Fakarava aufbrechen, segeln wir zunĂ€chst durch die Lagune von Tahanea zurĂŒck zum Ankerplatz am Pass.

Kaum ist der Anker gefallen, steht auch schon die nĂ€chste Verabredung. Gemeinsam mit den Crews der ebenfalls zum Pass gefahrenen Lille Venn, My Motu und Freefall wollen wir am Außenriff und im Pass Schnorcheln (Wiebke) bzw. Tauchen (Ralf). Also schnell die Tauchsachen raussuchen, zusammenbauen, und dann werden wir auch schon abgeholt. Was fĂŒr ein Service.

Der Tauchgang am steil abfallenden Außenriff (Drop off) ist ruhiger als erwartet. Haie sehen wir erstaunlicherweise nur relativ wenige. DafĂŒr begegnet mir zum ersten Mal ein Boomerang-DrĂŒckerfisch und auch den hier recht hĂ€ufigen Flammen-Zwergkaiserfisch bekomme ich erstmals vernĂŒnftig vor die Linse der GoPro-Unterwasserkamera. Auch schön: in 12 Meter Tiefe am Außenriff finden sich See-Anemonen und konsequenterweise auch Clownfische. Nemo.

Das besondere Highlight dieses Tauchgangs allerdings wartet im Pass auf uns. Ein Manta mit etwa drei Meter Spannweite gleitet gegen die Strömung ganz gemÀchlich auf mich zu und nahe an mir vorbei.

Nicht die erste Begegnung mit solchen elegant unter Wasser fliegenden Riesen, aber auch dieses Mal wieder ein magischer Moment.

Morgen soll es dann frĂŒh losgehen Richtung Fakarava, Stillwasser im Pass von Tahanea ist kurz vor 06.00 Uhr. ⏰

Ein ganzes Jahr in der SĂŒdsee

Manchmal mĂŒssen wir uns selbst kneifen. Kann das wirklich wahr sein? Echt? Seit einem Jahr sind wir mit der Flora jetzt in Französisch Polynesien. Was fĂŒr ein unfassbares Privileg.

Wir haben mit Gambier, den Marquesas, den Tuamotus und den Gesellschaftsinseln vier der fĂŒnf Inselgruppen dieses Staates bereist (die abgelegenen und regulĂ€r nur fĂŒr drei Tage besuchbaren Australinseln werden wir auslassen). Haben viel gesehen und dennoch auch noch so viel zu entdecken. Haben einige Inseln besonders ins Herz geschlossen, “Lieblingsinseln” entdeckt. So wie das unbewohnte Atoll Tahanea, dass wir jetzt bereits zum dritten Mal besuchen.

Barbara und Ralph von der Lille Venn holen uns vom Ankerplatz am Eingang zur Lagune mit ihrem Dinghy zum Schnorcheln im Nordpass ab. So schön, unsere Schweizer Freunde hier wieder zu treffen und gemeinsam so Herrliches unternehmen zu können. Ein weiterer Live-Besuch im Riesen-Aquarium (wie immer, fĂŒr bessere Auflösung einfach auf die kleinen Bilder klicken).

Danach verholen wir unsere Boote in die SĂŒdostecke des Atolls. Die Passatwinde beginnen sich wieder stĂ€rker durchzusetzen. Tahanea bietet hier einen wahrlich traumhaften Ankerplatz dafĂŒr.

Guter Schutz durch Riff und Palmen-Motus, dabei aber auch offen genug, um selbst bei leichteren Winden gute Bedingungen zum Wingfoilen zu finden. Klares Wasser mit schönen Schnorchelbedingungen, Strand. Ein SĂŒdseetraum.

Mit Katrin von der Mister Fizz, Barbara und Ralph von der Lille Venn, Aagje, Jeroen und Rajesh von der My Motu sowie Theresa und Joe von der Freefall feiern wir das.

Und arbeiten das Festessen des Potlucks dann beim Sport wieder ab. In der morgendlichen (Langstrecken-)Schwimmgruppe, beim Schnorcheln, Surfen oder eben Wingfoilen. Wiebke und Theresa bekommen von Ralph dazu Übungseinheiten auf dem Board 



 und es gibt auch TrockenĂŒbungen mit dem Wing auf dem wunderschönen Strandhaken an “unserem” Motu:

Ich ĂŒbe derweil weiter Halsen, es wird langsam besser.

Ein Traum, jetzt schon ein Jahr hier in der SĂŒdsee sein zu dĂŒrfen. Kneif mich mal.

Abschied und zurĂŒck nach Fakarava

Es ist mal wieder einer von diesen traurigen Abschieden, die zu den Cruiser-Freundschaften einfach dazugehören. Ingo und Andrea von der Easy-One bleiben (mit Heike und JĂŒrgen von der Valentin und Silke von der Ocean Maiden) in Toau.

Wir aber verlassen dieses „deutsche Dorf“, segeln nach Fakarava. Schließlich wollen wir Katrin auch noch den Ort Rotoava, den herrlichen SĂŒdpass und die traumhafte Ankerbucht Hirifa zeigen, bevor sie uns Mitte nĂ€chster Woche schon wieder verlĂ€sst.

In Rotoava kaufen wir noch ein bisschen ein, schlendern durch den Ort, zeigen Katrin die Kirche mit ihrem Muschelkettenschmuck, den polynesischen Holzschnitzereien und den Auster-Perlmuttverzierungen.

Und natĂŒrlich darf auch der so typisch polynesische Blumenschmuck im Haar nicht fehlen. Vor der Kirche treffen wir auch Poline wieder. Sie erklĂ€rt uns hinsichtlich der Blumen, traditionell sei hier keine Aussage (verheiratet oder nicht) damit verbunden, hinter welchem Ohr die Blume getragen werde.

Von Rotoava aus segeln wir lĂ€ngs durch das Atoll hinunter zum SĂŒdpass.

Der Ankerplatz zeigt sich aber so rollig, dass wir gleich nach Hirifa weiterfahren und dort fĂŒr die Nacht ankern. Zwar ist es am nĂ€chsten Tag etwas ruhiger, trotzdem fahren wir mit Flora nur fĂŒr eine Stipvisite zum SĂŒdpass. Bei zwei DriftschnorchelgĂ€ngen zeigt sich der SĂŒdpass von seiner besten Seite, Katrin ist ebenso angetan wie wir.

Nachdem ich die leicht verhakte Ankerkette freigeschnorchelt habe (auf 13m, wenn es noch tiefer gewesen wĂ€re, hĂ€tte ich doch meine TauchausrĂŒstung rauskramen mĂŒssen) fahren wir fĂŒr die Nacht dann aber wieder zurĂŒck an den gut geschĂŒtzten Ankerplatz von Hirifa.

Dort kann ich ausgiebig wingfoilen, Wiebke und Katrin sind dafĂŒr mit den Paddelboards unterwegs …


, schwimmen, und sie erkunden den Strand an der SĂŒdspitze von Hirifa.

Die Tage verfliegen, am Mittwoch ist Katrins Zeit an Bord der Flora schon wieder um. Immer diese Abschiede.

Besuch an Bord

Unsere liebe Freundin Katrin kommt mit dem Flugzeug in Fakarava an. Eine praktische Angelegenheit auf diesem Atoll: wir können Katrin einfach mit Florecita abholen, der Flughafen hat einen eigenen Dinghysteg.

Am nĂ€chsten morgen segeln wir nach Toau. 15 Seemeilen herrliches Code0-Segeln und auch der Pass in Toau ist dieses Mal absolut friedlich. Zwar haben wir dreieinhalb Knoten mitsetzende Strömung, aber bei dem leichten achterlichen Wind baut sich im Pass absolut keine Welle auf. Nur kurz um die Ecke und wir ankern am Coral Garden. Na klar, gleich mal Schnorcheln. đŸ€ż

Kein schlechter Start.

Und es wird sogar noch besser. Am nĂ€chsten Tag hat Andrea Geburtstag. SektfrĂŒhstĂŒck mit hausgemachtem Pastazie-Mandeleis an selbst gemachtem Schokolikör auf der Easy-One, so kann der Tag wohl beginnen.

Die eigentliche Feier verlegt das Geburtstagskind dann nachmittags an den Strand, zur DĂ€mmerung hin verlagert es sich ins Wasser:

Geburtstagskind mit Geburtstagsgeschenken

Wow. Was fĂŒr ein herrlicher Tag.

Und heute?

Katrin, Wiebke, Andrea und Ingo gehen Schnorcheln, Heike und JĂŒrgen von der Valentin, und Bruna und Roberto von der Saude Eterna sowie ich tauchen. Gemeinsam fahren wir mit den Dinghies durch den großen Pass hinaus und dort ins Wasser. Dann geht’s an der Außenseiten der Insel zwischen den PĂ€ssen am steilen Dropoff entlang, bevor wir uns von der Tide wieder in den kleineren Pass hineinspĂŒlen lassen.

AuffĂ€llig ist das stellenweise extrem hĂ€ufige Vorkommen des Dornenkronenseesterns an diesem Außenriff. Dornenkronenseesterne sind wunderschön anzuschauen, zumal ihre Form und Symmetrie fast an Schneeflocken erinnert:

Aber sie haben auch ihre Schattenseiten. Ihre Dornen sind giftig und können bei Menschen schmerzhaften und zu Komplikationen neigende Stichverletzungen hervorrufen. Also besser nicht anfassen! Vor allem aber schĂ€digen sie die ohnehin schon geschwĂ€chten Korallenriffe, denn sie ernĂ€hren sich ausschließlich von Steinkorallen. Bei massenhaftem Auftreten hinterlassen sie deshalb praktisch tote Riffe, die sich nur extrem langsam wieder erholen können.

Mancherorts, etwa am australischen Great Barrier Reef, wurden sie daher mit Giftinjektionen in ihre Arme bekĂ€mpft. Das ist umstritten, immerhin kommen massenhafte Invasionen dieser Seesterne in natĂŒrlichen Zyklen vor. Allerdings haben sich die AbstĂ€nde dieser Zyklen zuletzt erheblich verkĂŒrzt, sodass die Gefahr fĂŒr einige Riffe deutlich grĂ¶ĂŸer geworden ist.

Aber neben den Dornenkronen sehen wir bei diesem Tauchgang dann doch noch einiges mehr. Eine kleine Auswahl:

FĂŒr Wiebke und Katrin war der einstĂŒndige Schnorchelgang offenbar noch nicht Sport genug fĂŒr den Tag. Sie legen auch noch eine ausgiebige Tour auf den Paddelboards drauf, bietet sich bei den fast windstillen Bedingungen aber ja auch an.

Zur Erholung dann HĂ€ngematte auf dem Vorschiff.

Andrea kommt ĂŒbrigens noch um einiges spĂ€ter von ihrer eigenen Paddeltour zurĂŒck. Immerhin aber noch, bevor die Venus mit dem Ankerlicht der Easy-One um die Wette strahlt:

Uns geht’s gut.

ZurĂŒck nach Fakarava

Wie verabredet gehen wir und auch die Easy-One bereits um 5.00 Uhr ankerauf. Der Pass lĂ€sst sich bei zwei bis drei Knoten einlaufendem Gegenstrom unproblematisch und ohne großes Geschaukel passieren. Danach wird es ein schöner Segeltag mit unserem blauen Gennaker. Allerdings macht uns das Großsegel Probleme. Grund ist – hoffentlich – das elektronische Sicherungspanel am Kartentisch. Das hat uns ja schon die MotorraumbelĂŒftung und die KĂŒhlschrĂ€nke (inzwischen ĂŒberbrĂŒckt) lahmgelegt, heute frĂŒh lĂ€sst sich nun auch der Schalter fĂŒr die elektrische Rollanlage im Mast nicht mehr einschalten. Ärgerlich aber, wenn das Panel denn wirklich die Ursache ist, vorrĂŒbergehend. Ein neues Panel hatten wir bei Hallberg-Rassy bestellt, Katrin wird es nĂ€chste Woche mitbringen.

Es fĂŒhrt aber jedenfalls dazu, dass wir das Großsegel nur im Notbetrieb mittels der dafĂŒr vorgesehenen Handkurbel bewegen können. Die Mechanik im SeldĂ©n-Mast ist etwas tricky und die Kurbelei ziemlich aufwĂ€ndig: zehn Umdrehungen an der Kurbel bringen eine halbe Umdrehung des Profils fĂŒr das Großsegel im Mast. Beim Ausrollen kann man sich vom Wind helfen lassen, aber das Einrollen geht unfassbar langsam vonstatten. Anstrengend. Theoretisch wĂŒrde ein 1/2-Zoll-Adapter auf dem Akkuschrauber helfen, aber bei diesem erstem Mal erledigen wir das Ganze sicherheitshalber komplett manuell. Ist allerdings beim Einrollen vor Fakarava wirklich schweißtreibend, aber immerhin, es funktioniert.

Gegen 15.00 haben wir den Ankerplatz hinter dem SĂŒdpass erreicht, auch hier war die Passdurchfahrt unproblematisch, diesmal mit 2 kn mitsetzendem Strom.

WĂ€hrend die Easy-One einige Tage hier bleiben möchte, wollen wir am nĂ€chsten Tag weiter zum Hauptort des Fakarava-Atolls, dem 30 Seemeilen weiter nördlich gelegenen Dorf Rotoava. Am dortigen Flughafen wird Katrin ankommen, bis dahin wollen wir noch Proviant einkaufen und die WĂ€sche waschen lassen. FĂŒr uns geht’s also nach nur einer Übernachtung weiter, allerdings nicht, ohne vorher noch einmal den SĂŒdpass zu besuchen. Driftschnorchelgang mit Andrea fĂŒr Wiebke, Tauchgang mit Ingo fĂŒr mich.

Obwohl es schon mein insgesamt siebter Tauchgang hier ist, begeistert der SĂŒdpass doch immer wieder aufs Neue. Dieses Mal ist besonders viel Fisch unterwegs, Großaugenbrassen und Langnasen-Doktorfische sehen wir zuhauf, auch ein Adlerrochen lĂ€sst sich blicken.

AuffĂ€llig sind auch die die ziemlich großen (bis 75 cm) Titan-DrĂŒckerfische. Sie bewegen sich meist ohne Einsatz der Schwanzflosse fort, sondern vielmehr durch wellenartiges Pulsieren der RĂŒcken- und der Afterflosse. Bei ihnen muss man allerdings sehr achtsam sein, insbesondere die Weibchen können in der Brutzeit agressiv werden. In einem auf der Spitze stehenden Kegel um ihr Nest herum greifen sie dann andere Fische an und versuchen auch Taucher und Schnorchler zu verjagen. Bei ihrem ziemlich massigen Gebiss gelingt ihnen das recht eindrucksvoll. Am besten verzieht man sich dann nicht nach oben, sondern seitlich aus dem Kegel heraus.

Und natĂŒrlich dĂŒrfen an der Wall of Sharks auch die Haie nicht fehlen. Wir sehen viele Graue Riffhaie, diverse Weißspitzenhaie liegen malerisch auf dem Grund oder auf Sandflecken herum. Vereinzelt findet sich auch mal ein Silberspitzenhai und im Uferbereich sind natĂŒrlich Schwarzspitzenhaie unterwegs.

Ingo legt sich unten auf den Grund und beobachtet einen Weißspitzenhai, der sich gerade Gebiss und Kiemen putzen lĂ€sst



 Andrea filmt schnorchelnd am Paddelboard:

Tja, und dann geht es fĂŒr uns erst einmal hoch nach Rotoava. Morgen soll dort das Versorgungsschiff ankommen, das ist bei der geplanten Verproviantierung ein Termin, denn wir nicht verpassen wollen.

Über die Korallen fliegen – DriftschnorchelgĂ€nge an den PĂ€ssen von Tahanea

Tahanea weist gleich drei befahrbare PĂ€sse in die Lagune auf. Der mittlere ist der breiteste und tiefste, fĂŒr unsere bisherigen drei Passagen haben wir stets diesen Pass benutzt. Aber die anderen beiden haben auch ihre Vorteile, insbesondere fĂŒr DriftschnorchelgĂ€nge. Wir ankern deshalb diesmal zunĂ€chst am östlichen Pass, dem schmalsten und flachsten.

Ein fast dreieckiges Flach aus Korallen teilt ihn in zwei enge Arme auf. Beide eignen sich hervorragend zum Schnorcheln. Bei einlaufender Tide fahren wir mit dem Dinghy gegen die Strömung hinaus, gleiten mit Flossen und Taucherbrillen ins Wasser und lassen uns mit dem Dinghy zurĂŒck in die Lagune treiben. Es ist ein GefĂŒhl, als wĂŒrden wir schwerelos ĂŒber einen Teppich aus Korallen und Fischen fliegen. Unbeschreiblich schön.

Ein Video dazu hier.

Nach einer zwischenzeitlich etwas schaukeligen Nacht – die Strömung ist stĂ€rker als der Wind und dreht Floras Heck in die Wellen – ankern wir um und liegen jetzt zwischen Nordpass und mittlerem Pass. Inzwischen ist auch die Easy-One hierher gekommen, gemeinsam machen wir im Nordpass einige weitere DriftschnorchelgĂ€nge.

Wir haben mĂ€chtig GlĂŒck, denn hier treffen wir dieses Mal auf Manta-Rochen. Und auch sonst sind die Korallenlandschaft und der Fischreichtum eine wahre Freude.

Trotzdem: morgen frĂŒh um fĂŒnf Uhr soll es weitergehen. Wir wollen zurĂŒck nach Fakarava segeln. Die LebensmittelbestĂ€nde mĂŒssen mal wieder mit Frischwaren aufgestockt werden, zumal wir bald Besuch an Bord bekommen. Unsere Freundin Katrin wird in einer Woche in Fakarava zusteigen. Wir freuen uns schon.