Flora ankert immer noch in der Viani Bay hinter dem Rainbow Reef. Ein paar windarme Tage sind vorhergesagt, das passt perfekt. Gemeinsam mit der Crew der Lille Venn machen wir weitere Tauchgänge am Rainbow Reef und wir gehen außerdem auch gemeinsam auf dem Riff Schnorcheln. Dafür müssen wir zwar fast drei Meilen mit dem Dinghy durch die Bucht fahren, aber bei diesen perfekten Bedingungen lohnt sich das unbedingt. Die bunten Regenbogenfarben des Riffs zeigen sich schon in den Steinkorallen …


… erst recht aber in den vielen verschiedenen Weichkorallen, für die dieses Riff so bekannt ist:


An manchen Stellen sieht das Korallenriff aus wie das plüschige Fell eines Teddybären …,

… dann wieder scheint sich eine blumengeschmückte Felsbrücke durch das Blau des Meeres zu spannen:

Egal ob Tauchen oder Schnorcheln, wir sind schlicht begeistert.


















Am Samstag werden wir schon wieder mit dem Dinghy der Lille Venn abgeholt, diesmal allerdings zu einem ganz anderen Anlass. Ralph‘s Kleidung lässt es wohl schon erahnen,

der Schweizer Nationalfeiertag am 01. August soll begangen werden. Feiern wollen wir bei bei der hiesigen Tauchschule „Dolphin Bay Divers“, denn deren Eigner Roland ist ebenfalls Schweizer. Er hat die Lille Venn und auch uns Nichtschweizer zum Grillen auf seine Terrasse eingeladen, herrlich mit Blick über die Bucht.





Den Sonntagsausflug machen wir dann mit der anderen Tauchschule der Viani Bay, der „Dive Academy“. Die bietet nämlich eine Tour hoch zur Insel Rabi an. Etwa 17 Seemeilen (über 30 km) einfache Strecke, mit dem offenen Tauchschulen-Langboot kann das ein ziemlicher Ritt sein. Zum Glück ist das Wasser zumindest auf der Hinfahrt spiegelglatt, mit 22 Knoten (40 km/h) brettern wir Richtung Rabi.

Rabi Island ist ein Kuriosum in Fiji, denn die Einwohner dieser Insel stammen aus dem Gebiet des heutigen Kiribati und wurden hierher umgesiedelt. Die Geschichte dahinter ist dramatisch. Auf dem etwa 6 Quadratkilometer kleinen gehobenen Atoll Banaba wird im Jahr 1900 ein riesiges Phosphatvorkommen entdeckt, denn ein großer Teil der Insel besteht aus versteinertem Guano (Vogelkot). Die Engländer besetzen das fast auf dem Äquator liegende Eiland, gliedern es in die Gilbert-Inseln (heute Teil Kiribatis) ein und schon im nächsten Jahr beginnt eine australische Firma (damals ebenfalls britisch) mit dem Phosphatabbau zur Düngemittelproduktion. Die Insel wird quasi ausgeschlachtet. Im zweiten Weltkrieg wird Banaba von Japan besetzt, viele Bewohner werden als Zwangsarbeiter deportiert, fast alle übrigen schlicht ermordet, bevor die Alliierten die Insel zurückerobern. Nach dem zweiten Weltkrieg verweigern die Briten den von den Japanern verschleppten Zwangsarbeitern die Rückkehr nach Banaba und siedeln sie stattdessen auf die etwa 2.000 km südöstlich liegende Insel Rabi um, die zum damals ebenfalls britischen Fiji gehört.
Der Grund für unsere Fahrt nach Rabi Island hat mit dieser höllisch anmutenden Geschichte zum Glück nichts zu tun. Ein klein bisschen diabolisch ist er dennoch: Große Mantas, auch „Teufelsrochen“ genannt, versammeln sich an der Südspitze von Rabi Island. Eine Besonderheit: während die meisten Mantas eine schwarze Oberseite und eine weiße Unterseite mit schwarzen, ganz individuellen Flecken haben, sind hier in größerer Zahl schwarze Mantas vertreten. Bei ihnen sind auch der Bauch sowie die Unterseiten der Flügel schwarz, die individuellen Flecken dann umgekehrt weiß.
Teufelsrochen heißen diese eleganten Tiere übrigens, weil ihre flossenartigen Loben vorne am Kopf ein wenig an Hörner erinnern. Tatsächlich aber sind sie keineswegs fest, sondern ausgesprochen flexibel. Oft rollen die Mantas sie wie zu einem Trichter ein, um mehr Plankton zum Mund zu führen. Die Loben scheinen aber auch zur Kommunikation zwischen den Mantas eingesetzt zu werden. Wir haben großes Glück und können bei zwei ausgiebigen Schnorchelgängen mit diversen Exemplaren schwimmen, wobei die größten etwa 5 Meter Flügelspannweite aufweisen.





Ein kleines Video davon:
In besserer Qualität findet Ihr mein Video hier: https://vimeo.com/1214936956
Obwohl die Rückfahrt leider etwas ruppiger ausfällt sind wir von diesem Sonntagsausflug mit tierischer Begegnung mal wieder ziemlich geflasht.






















