Work and Travel in Neuseeland

Nach der Reise zu Jacqui und Phil am letzten Wochenende steht wieder gehäuft Bootsarbeit an.

Beim Generator scheint der Wasserabscheider zum Glück doch in Ordnung zu sein, nach seinem Ausbau (er sitzt in der Backskiste) kommen wir außerdem besser an die Rückseite des Generators heran. Mechaniker Byron findet dann allerdings einen übel aussehenden Wärmetauscher am Generator.

Zum Glück stellt sich nach intensiver Reinigung heraus, dass die Ablagerungen nur von einem schlecht sitzenden Anschluss-Fitting herrühren, die beste aller Lösungen. Es fehlt nur noch eine (bereits bestellte) Dichtung.

Auch gut: die Teile für den Volvo-Motor (Turbo und Rohrbündel des Wärmetauschers) sind eingetroffen, die gereinigten Motorteile sind bereits grundiert und müssen nur noch lackiert werden, dann kann es an den Wiedereinbau gehen.

Schlechte Nachrichten gibt es zum Coppercoat: es wurde zwar Anfang der Woche geliefert, allerdings mit Ablaufdatum (bis zu dem es gestrichen werden soll) am exakt gleichen Tag. Das ist bei dem happigen Preis und einer Ablauffrist von normalerweise 12 Monaten nicht hinzunehmen. Wir erfahren, dass uns der Lieferant wahrscheinlich das Coppercoat gesendet hat, welches ein anderes Boot auf der Werft nach direkter Rücksprache mit dem Hersteller wegen des Ablaufdatums an den Lieferanten zurückgehen ließ.

Grrr. 😡

Eine neue Lieferung soll am 10. März kommen.

Was noch? Unter anderem bauen wir alle Polster aus dem Salon (also Sofaecke, Sessel, Navisitz) und den Sitz in der Achterkoje aus und geben sie zum Polsterer. Am schlimmsten präsentiert sich der Sitz am Navitisch, aber auch die Flecken und Scheuerstellen an den anderen Polstern haben wir zuletzt immer mit Überwürfen kaschiert. Das muss jetzt mal neu. Außerdem wollen wir die „runde Ecke“ des Sofas umarbeiten zu einer eckigen. Deutlich gemütlicher zum Liegen und auch zum Lömern mit hochgezogenen Beinen. Zudem wird das Staufach hinter der Rückenlehne besser zugänglich. Das Herausnehmen ist bei den meisten Polsterteilen recht einfach, nur einige verdeckt durch den Polsterstoff angeschraubten Rückenlehnen machen die Aktion doch etwas langwieriger.

Aber gut. Das ist jetzt also auch in Arbeit.

Zur „Arbeit“ fahren wir übrigens von unserem neuen AirBnB aus, das diesmal im Nordosten von Whangārei im Örtchen Tamaterau liegt. Zwar müssen wir bei der Anfahrt eine steile und enge Schotterpiste bewältigen, dafür ist die Aussicht aber phantastisch:

Und schon ist wieder Wochenende. Nach Work kommt Travel. Diesmal wollen wir ganz in den Norden zum Cape Reinga,

Lust und Frust in Whangārei

Ich fang mal mit dem Positiven an: wir haben eine schöne Unterkunft hier in Whangārei und mit den Bootsarbeiten geht es auch langsam voran.

Unser AirBnB liegt eigentlich direkt neben dem State Highway #1, der längsten und wichtigsten Bundesstraße in Neuseeland. Trotzdem bekommen wir vom Verkehr kaum etwas mit, denn die Straße verläuft deutlich oberhalb des Grundstücks, das wir nur über eine Serpentine hinunter ins Flusstal erreichen. Das Flüsschen Waiarohia River strömt von Bäumen überdacht direkt unterhalb der Terrasse unserer Unterkunft laut rauschend durch sein felsiges, gewundenes Bett.

Auch wenn es morgens mit 12 Grad durchaus noch frisch ist, nehmen wir den zweiten Kaffee und das Frühstück deshalb gerne auf der Terrasse. Das Feierabendbier dafür dann gern auf einem der inzwischen aufgewärmten Felsen im Fluss (tagsüber hat es etwa 24 Grad).

Im klaren Wasser des Flüsschens können wir Neuseeländische Langflossenaale beobachten. Sie können bis zu 180 cm lang und 25 kg schwer werden, den größten hier schätzen wir auf gut über einen Meter. Die Maorí nennen diesen Aal „Tuna“, er ist als Speise geschätzt, hat aber auch mythische und religiöse Bedeutung.

So zeigt sich das Wasserungeheuer Taniwha (gesprochen Tanifa, wh wird wie f gesprochen, auch in Whangārei) häufig in dieser Form. Fängt man also einen solchen Aal, der andere Merkmale hat, etwa Streifen oder rote Augen, würde bei seiner Tötung ein Fluch auf dem Angler liegen. Wir angeln lieber nicht, sondern beobachten die Aale nur.

Floras Reparaturen sind bei unserer Ankunft wie erwartet noch nicht so suuuper weit, von den im November erteilten Aufträgen ist vieles bisher nicht abgearbeitet. Das ist etwas frustrierend, aber immerhin:
Der Anlasser ist getauscht, der Wärmetauscher ausgebaut (leider hat das Rohrbündel einen Riss), die Motorfüße erneuert, die flexible Wellenkupplung gecheckt (und für noch gut befunden), das Wellenlager erneuert, die Einspritzdüsen geprüft (gut), der Gori-Propeller auseinander genommen und geserviced (war schwierig), der durch nadelkleine Löcher leckende achtere Fäkalientank ausgebaut, ok, dann nehmen wir den vorderen Tank auch noch raus. 9 Seeventile sind bereits (gegen TrueDesign-Komposit-Ventile) getauscht, vier weitere in Arbeit. Mit dem Unterwasserschiff-Coppercoat konnte also noch nicht begonnen werden. Trotz Ansage im November ist das Coppercoat leider auch noch nicht bestellt, da laufen wir jetzt hinterher.

Außerdem bauen wir das Bimini ab, um einen Sturmschaden-Riss reparieren lassen zu können. Die bei SVB in Deutschland bestellte Ankerwinsch hängt noch im Zoll, es beginnt ein intensiver Email-Verkehr mit der neuseeländischen Post und dem Zoll.

Jetzt, wo wir da sind, gehen auch die Handwerker mit neuem Elan ans Werk. Der Turbolader gibt nach intensivem Zureden seinen Widerstand gegen den Ausbau auf, muss aber leider erneuert werden. Beim Wechsel der Anoden bricht ein Flügel am Propeller des Bugstrahlruders ab, das Material ist ziemlich spröde geworden, da steht also auch ein Austausch an. Am Generator zeigt sich, dass der Krümmer sich komplett zugesetzt hat. Der Wasserabscheider hat verdächtige Spuren, das muss näher untersucht werden.

Der Rahmen für die Befestigung der neuen Solarpanele ist noch nicht geschweißt. Mit dem dritten Handwerker der gleichen Firma nehme ich nochmal die Maße auf.

Nebenbei näht Wiebke neue Verdunklungsgardinen für die Achterkoje und wir versuchen das OceanAir Verdunklungsrollo/Fliegengitter für das Luk zu reparieren.

Langweilig wird es also nicht und dieser Kur-Werftaufenthalt hier bei Dockland 5 in Whangārei bedeutet sicher das umfangreichste Refit, das Flora bisher bekommen hat.

Der Alltag nach der Feier: Starlink Mini und Bootsarbeiten

Was machen wir eigentlich so die ganze Zeit hier in Apia? Das fragen wir uns manchmal selbst, denn die Tage scheinen so schnell vorbei zu fliegen.

Zunächst mal nutzen wir die Zeit, um von der vergleichsweise guten Versorgungslage zu profitieren. Insbesondere der „Lucky Food“-Supermarkt bietet eine recht gute Auswahl und überrascht uns gelegentlich mit lange nicht gesehenem: Brokkoli und Blumenkohl zum Beispiel. Und Lamm – wir kommen Neuseeland näher. Aber nicht nur Lebensmittel kaufen wir ein. Im „Bluebird – Lumber and Hardware“-Baumarkt finden wir neue wasserabweisende Kissen fürs Cockpit, diversen Kleinkram und – nicht ausgestellt sondern versteckt in der Glaskabine des Marktleiters – einen neuen Starlink-Mini. Das freut uns ganz besonders. Zwar funktioniert unser Starlink (Gen. II Dishy) an Floras Heck wirklich gut, aber er ist leider extrem energiehungrig. Etwa 10 Ampere verbraucht er pro Stunde, verdoppelt damit ungefähr unseren Grundverbrauch. Der kleine Starlink Mini sollte sich ungefähr mit der Hälfte begnügen, das wäre dann tatsächlich eine immense Verbesserung. Und zugegeben haben wir uns an die durch Starlink-Satelliten-Internet eröffneten Online-Möglichkeiten selbst an entlegenen Orten und auf hoher See so gewöhnt, dass wir gerne ein Backup hätten. Der Starlink Mini ist nur etwa so groß wie eine DIN A4 Seite und benötigt keinen zusätzlichen Router, kann theoretisch sogar über einen leistungsstarken USB-C Anschluss versorgt werden. Wir haben ihn hier im Hafen erst einmal provisorisch unter dem Vorschiffsluk platziert und sind mit seiner Leistung mehr als zufrieden.

Allerdings müssen wir uns für den Einsatz auf See noch eine gute Befestigung überlegen. Scheibenbefestigungen mit Saugnäpfen gibts zwar online, aber die haben wir hier in den Geschäften noch nicht gefunden. Improvisation ist mal wieder gefragt.

So auch bei der Reparatur unserer Solarpanel, quasi auf der umgekehrten Seite: wie kommen wir zu Energie.

Auf Bora Bora hatte ja eine 42 kn Böe den nach inzwischen 7 Jahren mürbe gewordenen Nähten unserer guten SunWare-Solarpanele den Rest gegeben und sie vom Bimini (dem Sonnenschutz über dem Cockpit) gerissen. Die Solarpanel selbst sind heil geblieben und funktionstüchtig. Aber der angenähte Stoff ist bei einem Panel ganz, bei den anderen teilweise abgerissen. Dabei sind auch ein paar Tenax-Knöpfe aus dem Bimini gefetzt und haben Löcher hinterlassen.

Durch den Kunststoffrand der Panel können wir mit unserer einfachen (Haushalts-) Nähmaschine nicht nähen. Segelmacher können das mit ihren kräftigen Maschinen, aber leider gibts auf Samoa keinen Segelmacher. Wie so oft ist auch hier die Noforeignland-App eine große Hilfe. Mit ihr machen wir einen Polsterei-Betrieb ausfindig, der auch Notreparaturen an Segeln durchführt. Mit dem Taxi fahre ich zum am Stadtrand gelegenen Unternehmen. Im Gepäck habe ich neben den Panels auch Sunbrella-Stoff für die Reparatur.

Joseph probiert zunächst in meinem Beisein aus, ob er durch die Panel nähen kann. Das klappt, und so lasse ich ihm die Sachen da. Zwei Tage später kann ich sie repariert wieder abholen.

Preiswert ist das Ganze auch noch und so entschließen wir uns, das Bimini nochmal komplett abzubauen und von ihm reparieren und verstärken zu lassen. Zwei weitere Taxifahrten an den Stadtrand von Apia, aber Taxifahrten sind hier ausgesprochen günstig, einfach zwischen 5 und 10 Tala (etwa 1,70 bis 3,30 Euro). Und der Taxifahrer wartet gerne, um auch die Rückfahrt mitzunehmen. Die Tenax-Knöpfe schraube ich vorher ab und schlage sie hinterher neu ein. Das funktioniert gut und so hat Flora wieder eine etwas bessere Energieversorgung.

Insgesamt haben wir theoretisch 830 Wattpeak an Solar, davon 430 durch das große Panel auf den Davits an Floras Heck.

Weitere 400 Wattpeak könnten die Solarpanel auf dem Bimini liefern. Die jetzt wieder einsatzfähigen SunWare-Module steuern ja seit Jahren zuverlässig 200 Wattpeak bei. Die semiflexiblen sind zwar nicht ganz so effektiv wie das feste Panel auf den Davits, aber immerhin. Ein ziemlicher Reinfall dagegen sind die (deutlich billigeren) SunBeam-Panel. Für diese hatten wir erst letzten Oktober in Tahiti von einem Segelmacher eine Befestigung mit Reißverschüssen und Klett auf dem Bimini machen lassen. Aber schon jetzt liefert eines der Panel gar keine Leistung mehr, zudem werden beide Panel an der Oberfläche so matt, dass auch die Leistung des zweiten Panels jedenfalls beeinträchtigt ist.

Da werden wir uns wohl im Winter in Neuseeland auf die Suche nach einem hochwertigeren Ersatz machen müssen.

Und was gibt’s sonst noch so an Bootsarbeiten? Wir nehmen alle Vorhänge ab, behandeln sie gegen Spak und waschen sie. Danach holen wir uns Fingerkrämpfe beim Wiederaufhängen, weil gefühlt hunderte kleine Haken verdeckt durch die Ringe in den Schienen an den Fenstern gefädelt werden müssen. Und wir betreiben im Motorraum Ursachenforschung für die Überhitzung des Generators. Genau genommen schließen wir einige mögliche Ursachen aus. Der Impeller ist ok, die Schäuche sind es auch. Das Leck scheint in der Seewasserpumpe selbst zu liegen und auch der Wärmetauscher muss ausgebaut und gereinigt werden. Wir bleiben also bis Neuseeland wohl erstmal ohne Dieselgenerator, aber das ist nicht weiter schlimm.

Außerdem wird das Schiff mal wieder ausgiebig mit Süßwasser gewaschen, ein Luxus hier am Steg im wasserreichen Samoa.

Langweilig wird uns jedenfalls nicht.

Tag 2 der Passage zu den Cook Inseln

Zwischenstopp auf Maupiha‘a. Wir haben zwar in Bora Bora ausklariert und sind zu den Cook Inseln aufgebrochen, aber eine kleine Komplikation gibt es dann doch noch. Der Dieselgenerator quittiert den Dienst mit der Fehlermeldung „Motor Temp“. Die Nachschau unter der Schallschutzhaube zeigt eine ziemliche Sauerei: offenbar ist Salzwasser herumgespritzt und auf dem heißen Gehäuse verkrustet. Sieht nach einem heftigen Problem mit der Seewasserpumpe des Generators aus.

Das ist doppelt blöd. Zum einen haben wir dafür kein Ersatzteil, zum zweiten kommt der Defekt zur Unzeit, weil ja auch ein Teil unserer Solarpanel derzeit nicht einsatzfähig ist. Stromsparmodus ist angesagt. Dramatisch ist das nicht, die Kühlschränke bleiben an, der Autopilot auch. Immerhin haben wir noch 500 WP an Solar, den Windgenerator und natürlich zur Not auch noch die Lichtmaschine vom Motor.

Wir machen einen Zwischenstopp auf Maupiha‘a, einem kleinen Atoll etwa 130 Seemeilen westlich von Bora Bora. Der Generator wird soweit möglich von der Salzverkrustung befreit und der Schaden näher begutachtet. Das Problem könnte von einem Defekt der Dichtung an der Welle der Seewasserpumpe herrühren, näheres lässt sich so noch nicht sagen. Auch nicht, ob Folgeschäden durch Überhitzung aufgetreten sind.

Hilft ja jetzt nix. Zur Ablenkung genießen wir das wunderschöne Maupiha‘a.

Morgen geht’s dann gleich wieder weiter. Der mit nur zwanzig Metern Durchfahrtbreite extrem enge und ziemlich strömungsreiche Pass wird uns hoffentlich genauso problemlos wieder aus dem Atoll herauslassen, wie wir (bei drei Knoten Gegenstrom) hereingekommen sind.

Und dann sollten es etwa 60 Stunden Fahrt bis nach Aitutaki auf den Cook Inseln sein, sofern alles glatt läuft. Wind- und Wellenvorhersage sehen gut aus. Wegen des Stromsparmodus wird das Starlink meistens aus sein, Positionsupdates (und natürlich auch Blogbeiträge) können sich also eventuell ein bisschen verspäten.

Glück im Unglück

Das neue Jahr startet für die Flora mit einem intensiven Rigg-Check. Hier am Ankerplatz in Hirifa im Südosten von Fakarava ist es inzwischen schön ruhig geworden. Der Wind hat auf Nordost gedreht und abgenommen, also bauen sich hier auch keine Wellen mehr auf. Perfekt, um sich für eine Überprüfung des stehenden Gutes mal wieder in den Mast ziehen zu lassen. Selbst bei nur mäßiger Welle schaukelt es dort oben in 20 Meter Höhe doch ziemlich.

Jetzt bei glattem Wasser aber ist es einfacher. Und das muss es auch sein, denn ärgerlicherweise gibt es mal wieder einen Schaden im Rigg. Eines der Wanten weist gebrochene bzw. aus der Pressung gerissene Kardeele auf.

Hm, nicht gut. Reparieren kann man das Want nicht, es muss mitsamt der auf den Draht aufgepressten Beschläge gewechselt werden. Da kommen Erinnerungen an Hawai’i auf. Damals hatte unser Check in Honolulu einen ähnlichen Schaden im Hauptwant ergeben. Wegen der speziellen “Ballcup and Stemball”-Verbindungen musste dazu der Mast gelegt werden. Diesmal allerdings sind wir nicht in einer Metropole, sondern fernab von jeglichen Riggern und Schiffsausrüstern vor Anker in einem Südseeatoll.

Betroffen ist das D3, ein kleineres Diagonalwant zwischen der zweiten Saling und dem Mast unterhalb der dritten Saling, also ziemlich weit oben im Mast.

Und das ist zugleich auch großes Glück im Unglück, denn exakt dieses Want haben wir als Ersatzteil dabei. Was total unwahrscheinlich klingt, hat einen ganz einfachen Grund. In Hawai’i wollten wir nicht nur das betroffene Hauptwant, sondern gleich alle Wanten (Drähte, die den Mast seitlich fixieren) und Stagen (Drähte, die den Mast nach vorne und hinten halten) erneuern, zumal ja ohnehin der Mast heruntergenommen werden musste. Der Rigger war zugleich Vertragshändler unseres Mast- und Wantenherstellers Seldén, er konnte fast alle Wanten und Stagen vor Ort mit Originalteilen herstellen. Für uns ein Riesenglück, denn dadurch verzögerte sich unsere Abreise von Hawai’i nur um etwa zwei Wochen und wir konnten die ja ohnehin kurze Saison in Alaska doch noch genießen.

Fast alle hieß damals, dass wir nur die D3-Wanten nicht ersetzen konnten. Es sind die dünnsten in unserem Rigg (nur 7 mm, die V1-Hauptwanten z.B. sind 12 mm) und die entsprechenden Beschläge wären frühestens einen Monat später eingetroffen, zusätzlich gab es laut dem Rigger wohl auch NachCovid-Lieferkettenprobleme.

Was uns heute gerettet hat: wir haben sie damals trotzdem bestellt, der Rigger hatte sie uns ein halbes Jahr später nach Kanada nachgeschickt. Seitdem lagen sie im Vorschiff, bei den regelmäßigen Rigg-Kontrollen sahen die D3-Wanten unauffällig aus – bis auf heute! Zusätzliches Glück: für den Tausch der D3 muss der Mast nicht gelegt werden.

Also tauschen wir sie hier am Ankerplatz. Andrea von der Easy-One übernimmt die Sicherungsleine (Spifall), Wiebke winscht mich mit der Dirk in den Mast.

Das D3 wird erst an der Saling losgeschraubt (die Werkzeuge sind zusätzlich mit Leinen gesichert) und dann am Mast ausgehakt. Danach lasse ich es an einem Tampen herunter, ziehe das neue hoch und baue es ein. Gleich noch das zweite D3 auf der Backbordseite und: Fertig ✔️.

Wir nehmen das auch als Bestätigung dafür, dass es richtig war, in Honolulu nicht nur das V1 zu tauschen, sondern das gesamte Stehende Gut anzugehen. Flora hat inzwischen auf unserer Langfahrt seit Juni 2019 über 39.000 Seemeilen im Kielwasser und damit wurde dem Rigg doch auch schon einige Belastungen aufgebürdet. Gut zu wissen, dass jetzt wirklich das gesamte Stehende Gut erneuert wurde.

Frohes Neues Jahr!

Fakarava

Fakarava ist das zweitgrößte Atoll der fast 80 Atolle der Tuamotus. so weit, so gut. Aber was kann man sich darunter vorstellen? Das schmale Ringriff von Fakarava ist über 150 km lang, die dadurch gebildete Lagune hat eine Fläche von fast 1.200 Quadratkilometern. “Ringriff” ist dabei ein bisschen irreführend, tatsächlich hat die Lagune eine annähernd rechteckige Form von 60 km Länge und bis zu 25 km Breite.

Etwa 800 Menschen leben auf Fakarava, die weitaus meisten davon im Hauptort Rotoava in der Nordostecke des Atolls. Und dort ankern wir derzeit.

Auch an ruhigen Tagen ist der Pazifik immer noch bewegt, der Ozeanschwell brandet außen auf das Riff. Drinnen im Atoll aber kann die Wasserfläche spiegelglatt sein. Ein phantastischer, fast schon unwirklicher Anblick, wenn die Reflexion der Wolken auf der Lagune den Horizont verschwimmen lässt.

Es ist kaum zu glauben, wie schmal das Ringriff wirklich ist, das steil aus dem hier über 1.000 m tiefen Pazifik empor wächst und die selbst an den tiefsten Stellen kaum 30 m flache Lagune abgrenzt.

Fakarava ist eines der touristisch am intensivsten erschlossenen Atolle der Tuamotus. Selbst Kreuzfahrtschiffe laufen es gelegentlich an, der breite und tiefe Nordpass macht das möglich. Immerhin, während wir hier sind, sehen wir das kleinere Kreuzfahrtschiff “Paul Gaugin” und es läuft auch die Aranui 5 ein. Sie ist ein eigenartiges Kombi-Schiff, das von Tahiti aus sowohl als Versorgungsschiff Güter auf verschiedene Inseln Französisch Polynesiens bringt und zugleich auch auf der von ihr gefahrenen Route bis zu 230 Passagiere auf 12tägige Kreuzfahrten mit dem Komfort eines Cruise-Liners beglückt.

Vorne Container und Ladekräne, hinten Kreuzfahrtschiff mit Pool auf dem Achterdeck. Das Kombi-Schiff Aranui 5

Das eigentliche Versorgungsschiff für Fakarava kommt einen Tag später an. Anders als die in der Lagune ankernde Aranui 5 legt die viel kleinere Cobia 3 an der Pier des Ortes an. Wir fahren mit der Flora zum Tanken an die nahe Bunkerpier, haben also einen Platz in der ersten Reihe:

Und wir haben viel Zeit, das Schauspiel des Ent- und Beladens der Cobia 3 zu beobachten, denn wir erfahren, dass während dieser Zeit die Tankstelle geschlossen ist. Eigentlich ist das kein Wunder, denn auf der Pier scheint sich die halbe Dorfgemeinschaft zu versammeln. Es ist, als hielte der Ort inne, alles andere würde stillstehen, durchatmen und die ganze Geschäftigkeit auf das Versorgungsschiff konzentrieren. Der Parkplatz an der Pier ist gut gefüllt, auf den Ladeflächen der Pickups und selbst auf mitgebrachten Campingstühlen wird geduldig gewartet. Der Schiffskran setzt große Metallkörbe voller Pakete ab, die dann von Gabelstaplern zum Parkplatz gebracht werden. Und dann beginnt das eigentliche Gewusel, bei dem die Pakete zugeordnet werden.

Und natürlich sind es nicht nur Pakete. Lebensmittel für die drei kleinen Supermärkte und für die Ressorts, Diesel für die Tankstelle, …

… Gasflaschen, Fahrräder, ein Auslegerkanu, und dann noch dies und noch das werden entladen.

Leergut, aber auch Kopra (getrocknetes Kokosnussfleisch) in Säcken wandert dafür auf das Schiff.

Während einige Crewmitglieder der Cobia 3 das mit Helm und Sicherheitsschuhen das Entladen und Verteilen orchestrieren, genießen andere eine Pause im Schatten und schauen sich das Gewusel vom Deck aus an:

Als das Entladen beendet ist, leert sich die Pier. Jetzt öffnet auch die Tankstelle wieder (die Autozufahrt war bis dahin ja ohnehin blockiert) und Flora kriegt ihren Dieseltank wieder voll gefüllt.

Fakarava Yacht Services meldet sich per WhatsApp: unsere 12 kg Gasflasche ist aufgefüllt (wenn auch für happige 6.600 XPF/ 55 Euro) und die Wäsche ebenfalls fertig.

Der Shop in der Tankstelle ist einer der drei kleinen Supermärkte. Er hat jetzt schon wieder frische Ware zu bieten und so kommen auch wir zu frischem Gemüse und Obst. Wir holen noch Bargeld am Automaten an der Post. Fein. Alle Jobs in Fakarava sind erledigt, wir sind wieder ausgerüstet.

Mit den Crews der Arvonna und Halley fahren wir danach trotzdem zum Lunch ins Restaurant in der Havaiki-Lodge, schließlich müssen unsere gerade erworbenen Lebensmittel- und Gas-Vorräte ja noch möglichst lange halten 😉.

Und – das letzte Bild deutet es ja schon an – auf dem Rückweg beginnt es zu regnen. Das ist wohl nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns die nächsten Tage und insbesondere am nächsten Wochenende erwartet. Eine ausgeprägte Schlechtwetterfront soll dann über die Tuamotus ziehen. Aber noch ist es nicht soweit, nur ein wenig wechselhaft.

Achterstagspanner

Kaum zu glauben. Dank Uwes Einsatz in Hamburg und trotz zwischenzeitlichem Streik der Flughafenfeuerwehr von Air Tahiti ist der neue hydraulische Achterstagspanner schon letzte Woche in Fakarava angekommen. Der Spediteur Gondrand in Tahiti hatte ihn ratz fatz durch den Zoll. Nach den Erfahrungen anderer Cruiser hier in Französisch Polynesien funktioniert das nicht immer so schnell, insbesondere bei zollfreien Ersatzteilen für durchreisende Boote wie uns (Boat in Transit). Wegen des Streiks hatten wir noch einige Emails mit Gondrand, ob ein Weiterversand nach Fakarava per Schiff oder Flugzeug besser wäre.

Gestern Nachmittag sind wir mit Flora in Fakarava angekommen. Heute Morgen erstmal die leere Propangasflasche zum Befüllen und die Wäsche zur Laundry gebracht. Auskunft der Locals war, erst nach Mittag zum Flughafen zu fahren, vorher sei er nicht besetzt, weil erst nachmittags eine Maschine ankommt.

Um 13.00 Uhr dann also mit dem Dinghy zum Flughafen. Ja, da gibt’s tatsächlich einen Dinghyanleger.

Dinghysteg, Flughafengebäude im Hintergrund

Der Parkplatz am Flughafen ist komplett leer, aber eine Dame geht zum Hintereingang. Ich spreche sie an, wohin ich mich wenden müsse, um ein eingeflogenes Paket abzuholen. Sie fragt nach meinem Namen und kurz darauf halte ich die 1,20 m lange, 8 kg schwere Pappröhre schon in der Hand.

Neu (noch verpackt) und alt

Das hat ja schon mal super geklappt. Und der Einbau?

Das gute neue Stück

Blöderweise kommt der neue hydraulische Achterstagspanner ohne Einbauanleitung an. Die Suche auf der Hersteller- und auf der Händlerseite hilft leider auch nicht weiter.

Unser Problem ist, dass der Kolben im gelieferten Achterstagspanner ganz eingeschoben ist, normalerweise zieht er sich erst durch das Pumpen des Hydrauliköls zusammen und bringt dadurch Spannung auf das Achterstag (also den Draht, der den Mast nach hinten abspannt). Das lösen der Druckschraube bringt aber nichts, Druck ist offenbar noch nicht aufgebaut. Glücklicherweise sagt die Bedienungsanleitung unseres (alten/defekten) Holmatro-Achterstagspanners, dass zum Ersteinbau der Kolben manuell herausgezogen werden muss. Das wird für den Nachfolger von Reckmann dann ja hoffentlich auch gelten. Von Hand gezogen, bewegt sich der Kolben allerdings kaum. Wir bauen den Spanner am unteren Beschlag ein und ziehen das obere Ende (und damit den Kolben) bei geöffneter Druckschraube mit der Dirk über die Mastwinsch vorsichtig auf Länge. Danach können wir auch den oberen Beschlag am Achterstag befestigen und die Druckschraube schließen. Jetzt anpumpen und …

… Funktioniert!

Floras Rigg ist wieder auf Stand, lässt sich wieder trimmen. Und uns fallen ein paar Steine vom Herzen.

Im Südosten von Toau

Hier lässt es sich aushalten. Gegen die derzeit vorherrschenden östlichen Winde bietet das Motu Otuhorau mit seinem dichten Palmenbestand hervorragenden Schutz und es baut sich kaum eine Welle auf. Das ist um so bemerkenswerter (und beruhigender), als in den letzten beiden Nächten ziemlich kräftige Squalls mit Starkregen und kurzfristige Winde in Sturmstärke von an die 40 Knoten in Petto hatten.

Tagsüber ist meist ruhiger, aber selbst das gemütliche abendliche Seglertreffen mit den Dinghies im Flachwasser am Strand …

(hier mit den Crews der Gerty und der Adiona)
Photo credit: Jill, S/V Gerty

… bekommt in einem Squall dann doch einen etwas anderen Charakter:

Jill und Michael von der S/V Gerty

Aber hey, kein Grund, sich die gute Laune verderben zu lassen, Segeln ist schließlich Wassersport!

A propos Sport: der meist kräftige Wind und das dafür ziemlich glatte Wasser helfen mir beim Wingfoil-Training. Gelegentlich schaffe ich es jetzt auch auf meiner schwächeren Seite (mit meinem linken Fuß vorn) zumindest kurzfristig ins Foilen zu kommen.

Photo courtesy: Jill, S/V Gerty

Aber es bleibt erstmal bei ziemlich viel Kletterei zurück aufs Board nach den Abflügen, da fordert der böige Wind dann doch Tribut.

Was noch?

Schnorcheln,

Strandspaziergänge,

Spielenachmittag auf der Adiona bei Maggie und Scott, Sundowner auf der Gerty bei Jill und Michael, Organisieren der Ersatzteillieferung unseres hydraulischen Achterstagspanners von Deutschland (Riesendank an Uwe von Nordyacht!) nach Papeete und weiter nach Fakarava (bei aktuellem Streik der Flughafenfeuerwehr), nicht zuletzt auch ein bisschen Vorbereitung auf unser Webinar über Alaska am Donnerstag,

Uns wird nicht langweilig.

Nächtlicher Schreck – aber der Mast steht noch

Auf Tahiti warten wir ein paar Tage auf das nächste Wetterfenster und brechen dann auf Richtung Tikehau im Nordwesten der Tuamotus. 170 Seemeilen sind das, wir rechnen mit 26 bis 30 Stunden. Von Südwesten schiebt sich ein Schlechtwettergebiet mit stärkeren Winden hoch, dem wir ein bisschen davonfahren wollen, also lichten wir schon um 6.00 Uhr morgens den Anker. Funken die Port/Air-Control an und erhalten die Freigabe, vor der Landebahn durchzufahren. Ziemlich nah sind die Flieger trotzdem:

Beim Durchfahren des Hafengebiets von Papeete passiert uns eine große Schule Delfine, wenig später kreuzen mehrere Buckelwale unseren Kurs. Was für ein Tagesbeginn.

Aus dem Windschatten von Tahiti müssen wir herausmotoren, aber dann wird es herrliches Segeln bei etwa halbem Wind und zunehmend achterlicher anrollender Welle. Und es kommt noch besser: wir haben Angelglück und fangen zum ersten Mal einen Wahoo:

Mitten in einem kleinen Schauer, ok, aber da beißen Fische ja angeblich auch am besten. In die Nacht hinein geht es mit etwa 20 Knoten Wind, allerdings werden die Böen jetzt doch langsam stärker.

Wir gehen mit dem Großsegel ins zweite Reff, etwas später vorsorglich ins dritte. Keine schlechte Idee, am Ende werden es Schauerböen bis 28 Knoten. Mit dieser Besegelung sind wir da gut aufgestellt.

Mitten in der Nacht holt mich dann allerdings Wiebke aus dem Schlaf. Ein Schock-Moment: das Achterstag (also der Draht, der den Mast nach hinten hält) ist völlig lose, der daran kardanisch aufgehängte Radar schwingt wild hin und her. Die Mastspitze wippt vor und zurück, entsprechend kommt auch das Vorstag (was den Mast nach vorne hält) ins Schlackern. Ein erster Check zeigt, dass der hydraulische Achterstagspanner seinen Druck verloren hat. Wir pumpen neuen Druck auf, aber der geht schnell wieder verloren. Also bergen wir erst einmal die Segel, setzen die Großschot und die Dirk durch. Dadurch bekommen wir etwas mehr Ruhe in den Mast, aber das reicht noch nicht. Unser Rigg mit nur wenig gefeilten Salingen benötigt Zug auf dem Achterstag. Als weitere (Not-)Maßnahme setzen wir das Spifall und das Ersatz-Genuafall auf den Achterklampen fest. Damit haben wir zwei starke Leinen von der Mastspitze zum Achterschiff geführt und über die Mastwinschen dicht geholt. Das bringt Entlastung und die Mastspitze wackelt jetzt kaum noch, obwohl die See mit 1,5 bis zwei Meter hohen Wellen die Flora jetzt ordentlich durchschaukelt.

Zum Glück sind mit der Gerty und der My Motu zwei bekannte Schiffe ganz in unserer Nähe. Wir informieren sie per Funk über unsere Situation und obwohl sie uns jetzt nicht direkt helfen können tut es gut. Falls doch der Mast von oben kommen würde, wäre Hilfe nahe.

Aber der Mast bleibt oben, wir motoren die restlichen 35 Seemeilen bis zum Pass ohne weitere Probleme (wenn auch unter ziemlicher Anspannung). Kurz nach dem Hellwerden verlässt uns dann auch der Boobie, der erst auf unserem Bimini und dann auf dem Solarpanel als blinder Passagier mitgereist ist und uns zum Dank auf beiden großflächig weiße ätzende Flecken hinterließ.

Als wir den Pass gegen 8.00 Uhr erreichen, kommt uns schon Ralph von der Lille Venn im Dinghy entgegen. Auch er hat über den Funk von unserem Problem erfahren und beglückwünscht uns zur heilen Ankunft. Dann berichtet er, dass wir perfekt zu Stillwasser angekommen sind und zeigt uns mit dem Dinghy vorausfahrend den Weg durch den uns ja noch unbekannten Pass. Wunderbare Begrüßung nach der nächtlichen Aufregung!

Am Ankerplatz holen wir erst einmal eine Mütze Schlaf nach. Danach ersetzen wir die Nothalterung aus den beiden Fallen durch eine stark untersetzte Taljenkonstruktion aus extrem reißfester Dyneemafaser, mit der wir den hydraulischen Achterstagspanner überbrücken.

Damit ist der Mast erst einmal vernünftig gesichert und wir können in Ruhe prüfen, ob (und evtl. mit welchen zu beschaffenden Teilen) der Spanner repariert werden kann oder ob er komplett ersetzt werden muss. Beides könnte allerdings hier in den Tuamotus schwierig und logistisch aufwändig werden.

Am Pool, im Pool, auf dem Pool!

Es beginnt nicht so richtig gut. Die Zerhackerpumpe des achteren WCs gibt den Geist auf, es steht also mal wieder eine echte Sch…-Reparatur an.

Ich lenke mich erst einmal mit einem Drohnenflug ab und es kommt, wie es kommen muss. Bedienfehler, Absturz am dicht bewaldeten Bergrücken. Oh nein! Das ist meine gute Drohne. Der Fernbedienung kann ich immerhin noch die letzte Position der Drohne entnehmen, aber das war über ziemlich unwegsamen Gelände.

Gemeinsam mit Wiebke, Andrea und Ingo wird eine zünftige SAR-Mission (Search and Rescue) gestartet. Die Ausrüstung umfasst neben der Fernbedienung (die der Drohne ein Piepsen entlocken sollte) auch Taschenlampe, Machete (für dichtes Unterholz) und Fernglas (falls sie noch oben in einer Astgabel hängt). Außerdem festes Schuhwerk.

An der letzten GPS-Position orientiert, fragen wir in einem Haus nach, ob wir durch den Garten in den dahinter liegenden Berghang einsteigen dürfen. Das wird uns zum Glück erlaubt und so klettern wir zu viert mit jeweils etwas Abstand den steilen und ziemlich rutschigen Hang hinauf.

Kaum zu fassen: da liegt sie.

Allerdings ist sie beschädigt, zumindest die Aufhängung des Gimbals ist gebrochen.

Um es abzukürzen: die Reparatur des WC ist aufwändig, weil der Ersatzmotor des gleichen Herstellers andere Dimensionen hat und wir mit den Befestigungen ziemlich improvisieren müssen. Aber immerhin, am Ende funktioniert es. Die versuchte Notreparatur der Drohne misslingt allerdings, die müssen wir wohl zur Herstellerreparatur einschicken.

Müssen wir jetzt etwa jeden Berg hinaufklettern um ein Übersichtsfoto von unseren Booten am Ankerplatz zu bekommen?

Machen wir bei einem weiteren Dinghyausflug zu den Marae Taputapuatea mit einer Wanderung hoch zum Pointe Atiapiti und es ist schön. Aber zum Glück habe ich ja auch noch die Dji-Mini-III-Drohne als Backup.

Und mit der entstehen dann diese Aufnahmen von unserem nächsten Ankerplatz vor dem Motu Oatara (im Hintergrund liegt Huahine):

Wir ankern an der Kante zum tiefen Wasser, aber der Anker liegt bereits auf dem sandigen Flach. Hier ist es (vom Dinghy aus mit dem Handlot zuvor gemessen) nur wenig tiefer als unsere Flora mit ihren 2 m Tiefgang benötigt, insofern trauen wir uns nicht weiter auf die kilometerbreite Sandflächen herauf. Aber es ist ein Traum, bei diesem ruhigen Wetter hier zu liegen. In der Sonne zaubern die kleinen Wellen helle Swimmingpool-Muster auf den Sandgrund, ein leuchtend türkises Schwimm-Paradies. Bei Herumschwoien bleibt dann gerade so die berühmte Handbreit unterm Kiel der Flora. Wenn sie sich bei Niedrigwasser ganz sanft den Bewuchs unterm Kiel wegschubbert, auch nicht schlecht.

Kein Wind, keine Welle. Und diese unfassbaren Farben:

Zum Sundowner-Abendessen lädt uns die Easy One ein, es gibt super leckere Pizza vom Heckgrill mit Pizzastein. Mit Christina und Uwe findet sich dazu auch die Crew der Diamond Sea ein. Wir drei Crews kennen uns schon aus der gemeinsamen Corona-Zeit mit etwa zehn Booten in der kleinen Carlisle Bay auf Antigua.

Kaum zu glauben: Mareike mit ihrer Moana, die im März 2020 auch in der Carlisle Bay dabei war, kommt am nächsten Tag auf Raiatea an. Und mit der Wasabi von Andrea und Hans-Jörg liegt ein weitere deutsches Boot in der Nachbarbucht.

Nebenbei: so päsentiert sich der aufgehende Vollmond über dem Motu Oatara: