Passage Minerva nach NZ: Tag 6, Ankunft in NZ

Es bleibt durchwachsen. Erstmal segeln wir weiter unter der dicken grauen Wolke von gestern und so geht es auch in die Nacht. Der Wind dreht allerdings, zum Wachwechsel um 22.00 Uhr beschließen wir, den Spibaum zu setzen um vor dem Wind Schmetterling segeln zu können. Das hält dann auch bis zum Morgen durch, wenn auch bei leider abnehmendem Wind. Um 07.00 nehmen wir den Motor dazu. Eine Neuheit für uns, Motorsegeln vor dem Wind, aber nur so können wir eine Ankunft in Marsden Cove bei Tageslicht sicherstellen.

Zwischendurch können wir nochmal eine Zeitlang segeln, dann wird es doch wieder motorsegeln. Immerhin, wir sind inzwischen südlich der grauen Wolkenfront.

Und dann zeichnen sich langsam Umrisse am Horizont ab. Neue Wolken? Auch, aber: Nein. Land in Sicht! NEUSEELAND.

Am Nachmittag laufen wir an den Klippen der Whangārei Heads in den Hãtea River ein. Ein Orca zeigt kurz seine markante Rückenflosse, will sich aber leider nicht fotografieren lassen. Und wir sehen erstmals Austral-Tölpel, nahe Verwandte der für Helgoland so typischen Basstölpel, denen sie auch sehr ähnlich sehen.

Ein kleines Stück geht es flussaufwärts, links Industriekaianlagen, rechts aber wunderschöne Landschaft.

Wir biegen ab in den schmalen Kanal, der zur Marsden Cove Marina führt. Der Hafenmeister weist uns einen Platz im Quarantänebereich zu. Die Abfertigung wird heute nicht mehr erfolgen, MPI und Zoll kommen dann morgen früh an Bord.

Macht überhaupt nichts. Wir sind superglücklich, hier zu sein.

Essen: unterwegs Rührei mit einigem von dem, was das MPI uns morgen sonst wegnehmen würde, z.B. Datteln und Speck. Und heute Abend Nudeln mit Pilz-Sahne-Soße. Wie ein Kessel Buntes eben, passt doch ganz gut zu dieser ziemlich abwechslungsreichen Passage.

Strecke seit gestern 202 sm (in 31 Std), gesamt 761 Seemeilen.

2 Gedanken zu „Passage Minerva nach NZ: Tag 6, Ankunft in NZ

  1. Moin ihr Lieben. Es ist nach wie vor schön, Euren Blog zu lesen. Ich bin immer wieder über Eure detaillierten Naturkenntnisse beeindruckt. Gleichzeitig ist es schön zu sehen, wie Ihr Euer Leben kulinarisch geniessen könnt. Auch das zeugt von einer guten Fachkenntnis der Produkte, welche Euch zur Verfügung stehen. Sehr schätze ich auch, dass es keiner dieser Hochglanzidyllblogs ist, sondern dass Ihr auch, vielleicht etwas begrenzt, aber immerhin, von Euren täglichen technischen Herausforderungen berichtet. Kurz: Ich freue mich nach wie vor, wenn ich eine Nachricht von Eurem Blog in meiner Inbox habe. Ich hatte dieses Jahr die Möglichkeit, nach der HR Rally in Ellös im Juni, im Juli von Sandefjord nach Kiel zu segeln, was ja unnormal ist, denn die meisten Deutschen segeln lieber nach Norwegen. (Die norwegische Küste habe ich noch auf dem Plan – aber viel weiter lieber doch nicht, alleine mit meiner 312 – und immer noch im Arbeitsleben) Aber – wenn auch in einem anderen Rahmen, so verstehe ich doch sehr Euren Genuss. Ich hoffe, dass Flora in NZ gut behandelt wird und Ihr nach Eurer Rückkehr aus HH frohgemut wieder weitersegeln könnt. Auch für Euren HH Aufenthalt wünsche ich euch alles Gute und diesmal hoffentlich keine negativen gesundheitlichen Überraschungen.

    Med venlig hilsen/Mit freundlichem Gruss/Kind regards Jürgen-Iver Sell Mobile +47 901 42 480

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  2. Dankeschön! Wir haben es mit unserem vorherigen Boot, der Hallberg-Rassy 342 “Blomma“ auch nur ein einziges Mal von der Schlei bis hinauf nach Norwegen geschafft. Es ist halt in der knapp bemessenen Urlaubszeit mit genügend Puffer für die Rückfahrt doch eine Herausforderung. Aber es hat uns richtig gut gefallen.

    Liebe Grüße aus Neuseeland,
    Wiebke & Ralf

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